Eine Frage zu folgendem Satz im Übertrittszeugnis - gerne auch Lehrer

    • (1) 04.05.18 - 09:32

      Guten Morgen Zusammen,

      vorab möchte ich anmerken, dass wir keine hysterischen Übereltern sind, die sich über jeden Pups aufregen#rofl. Nachdem alles soweit bisher lief, bin ich eigentlich in der Regel nur zu Elternabenden/Elternsprechtagen gegangen. Ansonsten hat der Klassenlehrer von uns eigentlich nichts weiter gehört.

      Über folgenden Satz im Fach Deutsch sind wir allerdings etwas irritiert:
      Hinsichtlich des sprachlichen Ausdrucks und der Lebendigkeit überarbeitet x Texte sinnvoll und verfasst schwer nachvollziehbare Geschichten#gruebel
      Unsere Tochter hat mit einer 3 (2,8) ihre "schlechteste" Note. Wir wissen sehr wohl, dass hier noch einige Baustellen vorhanden sind. Wir sind auch deswegen besonders irritiert, weil in diesem Schuljahr außer einer Reizwortgeschichte, keine Geschichten oder Aufsätze geschrieben wurden. Eine zur Übung und dann die Probe. Wenn man den Bewertungen des Lehrers Glauben schenken darf, waren diese Geschichten zumindest inhaltlich alles andere als "schwer nach zu vollziehen". Hier haperte es eher an der Rechtschreibung und dem Ausdruck. Der Satz hört sich ein wenig so an als ob sie nur wirres Zeug aufs Papier bringt#aerger
      Was meint ihr? Eigentlich hätten wir schon gerne ein kurzes Feedback vom Lehrer oder ist das übertrieben#hicks?

      LG und allen vorab schon mal ein schönes Wochenende#blume#sonne#blume#sonne
      Claudia

      • (2) 04.05.18 - 09:43

        Wenn es mich beschäftigt würde ich nachfragen. Einfach um zu verstehen, was sie damit meint.

        (3) 04.05.18 - 10:21

        Inhaltlich habe ich bei dem Satz auch Verständnisprobleme und finde ihn sehr interpretationsfähig.
        Bzgl „keine Aufsätze geschrieben“:
        In NRW ist es so, dass die Fähigkeiten des Kindes generell bewertet werden für die Eignung der weiterführenden Schule. Es gibt die Kompetenzerwartungen am Ende der 4. Klasse und basierend darauf erfolgt die Bewertung, nicht nur auf den Leistungen im aktuellen Halbjahr. Vielleicht ist das bei euch auch so ähnlich?

        • (4) 04.05.18 - 10:38

          Wir kommen aus Bayern.
          Mmmhhh...ich kann dir jetzt nicht 100%ig sagen wie es bei uns ist. Natürlich könntest du bzgl. der Kompetenzerwartungen Recht haben.
          Trotzdem ist das Thema "Schreiben" etwas, was ich die ganzen vier Jahre als sehr überschaubar empfunden habe. Mal sehen ob ich es noch zusammen bringe...

          2. Klasse - Vorgangsbeschreibung Rezept
          3.Klasse - Vorgangsbeschreibung Rezept, Bildergeschichte
          4.Klasse - Email schreiben, Reizwortgeschichte

          Größtenteils waren es notenmäßig 2er, einzig die Reizwortgeschichte war nicht so dolle. Da hat aber eher Rechtschreibung und Ausdruck "rein gehauen".
          Wie gesagt, wir sind uns bewusst, dass Deutsch nicht ihr stärkstes Fach ist und dass sie da echt dran bleiben muss.

          LG

          • (5) 04.05.18 - 13:07

            Mehr Aufsätze haben sie hier in der GS auch nicht gemacht und ich glaube, das ist die normale Menge. Wenn deine Tochter noch Mühe damit hat, dann hilft wohl nur Üben zu Hause. In der 5. wurde das aber nochmal durchgenommen.

        (6) 04.05.18 - 18:34

        Ich bin fassungslos! Das sprachliche Vermögen dieser Lehrkraft ist aber auch durchaus ausbaufähig. "Hinsichtlich der Lebendigkeit überarbeitet x Texte sinnvoll..." ist Geschwafel UND schlechtes Deutsch.

    (7) 04.05.18 - 10:41

    Huhu,

    DAS kenne ich.:-)

    Bei meiner Tochter war das ähnlich (unverständlich) formuliert.

    Übersetzt sollte das dann heißen:
    -Phanatsie und Wortschatz sind ausgeprägt vorhanden aber die Fähigkeit einen folgerichtigen und nachvollziehbaren Erzählfluss darzustellen, besteht nur ansatzweise-

    Letzteres kann sich noch entwickeln, keine Sorge.

    lg

(11) 04.05.18 - 13:19

Da fehlt der rote Faden in der Geschichte, der Aufbau ist vielleicht nicht logisch, spontane Wendungen.

So würde ich das deuten. VG

Meine Große hatte in ihrer verbalen Bewertung am Ende der 1. Klasse folgenden Satz:

Im Umgang mit dem Ball kann x noch mehr Sicherheit erlangen.

Äh, ich ignoriere solche Sätze. Nicht sinnvoll, nicht logisch, nicht nachvollziehbar, bla, bla...

PS: Das Kind konnte noch nie was mit Bällen anfangen, hat in der Grundschule im Volleyball 4en kassiert und bekommt nun an der weiterführenden Schule Anstands-Zweien. Die restlichen Sportarten (Leichtathletik, Schwimmen, Turnen etc.) sind alle topp!

Ergo: Vergiss es!

  • Na, du bist ja cool drauf! Es ist aber doch schon ein riesiger Unterschied, ob ein Kind keinen Ball fangen kann oder keine logische Geschichte erzählen kann. Logisch richtige Texte zu verfassen wird im Leben immer gebraucht - sei es nun im Fach Deutsch (das nicht nur Vorrückungsfach ist sondern auch "übergeordnetes Unterrichtsprinzip"), in Fächern wie Geschichte, Erdkunde, etc. (wenn mehrschrittige Antworten verlangt sind) oder - wenn wir die Schule weglassen - um eine Bewerbung zur schreiben, um eine Mietwohnung zu kündigen oder auf eine unrechtmäßige Forderung (z.B. eines Mobilfunkunternehmens, ...) zu reagieren.

    • Ähm. Soviel zu dem Thema...

      Auch sehr wichtig in diesem Zusammenhang ist die Lesekompetenz.

      Die Eltern WISSEN, dass Deutsch das schlechteste Fach ist. Sie WISSEN, dass sie dranbleiben müssen.

      Der Satz im Zeugnis hat sie irritiert, weil nur wenige zusammenhängende Geschichten geschrieben wurden und die je auch im 3er-Bereich ausgefallen sind, keinesfalls also "besonders schlecht".

      Und darauf zielte mein "Vergiss den Satz." ab. Es war lediglich als Mutmacher "Ihr seid doch auf dem richtigen Weg!" gemeint.

      Aber ja, zusammenhänge Texte sind nicht für jeden etwas... ;-)

      PS: Auch im echten Leben schreibt nicht jeder gleich gut oder gleich gern offizielle Briefe. Aber jeder kennt mindestens einen (Partner, Kind, Elternteil, Freund...), der sowas kann. Ist der Mensch schlau und weiß, dass er hier eine Schwäche hat, lässt er sich helfen!

      DAS ist wahre Intelligenz. Und ja, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen, lernt man bestenfalls in der Schule.

(16) 06.05.18 - 21:26

Den Satz mit dem Ball finde ich klar formuliert. Das Kind kann nicht gut mit Bällen umgehen.

Aber den meisten weiterführenden Schulen sind Beurteilungen bezüglich Sport sowieso egal. Es sei denn, das Kind bewirbt sich für eine Sportklasse.

Wie die Kinder in Deutsch sind, interessiert weiterführende Schulen dagegen sehr wohl. Daher würde ich an dieser Stelle so eine merkwürdige Formulierung, wie sie bei der Tochter der Fragestellerin auftaucht, nicht stehen lassen.

  • (17) 06.05.18 - 21:37

    Ich habe sowas Ähnliches gerade schon einmal formuliert... Beim dritten Mal werde ich dann ärgerlich! ;-)

    Nein, da stand nicht, dass sie nicht mit Bällen umgehen kann. Mit einem solchen Satz hätte ich absolut leben können. Es stand da, dass sie im nächsten Jahr in dieser Disziplin noch mehr Sicherheit erlangen kann.

    1. Das ist absolut keine Aussage zum Ist-Stand der Leistungen. Es kann sein, dass damit gemeint war, sie ist grottenschlecht und hat hier Übungsbedarf (steht da aber nicht). Oder es kann sein, dass sie talentiert ist und durch Übung noch besser werden kann (steht da auch nicht).

    2. Es ist eine Prognose, die durch absolut nichts gestützt oder begleitet wird. Und die - wie wir heute wissen - auch nicht einmal vielleicht eingetreten ist.

    Es geht schlicht und ergreifend darum, dass solche Orakelsätze nichts in einem Zeugnis zu suchen haben. Es handelt sich dabei um zusammenhangloses (!) Geschwafel.

(18) 04.05.18 - 21:37

Hallo,

der Satz ist wirklich eigenartig formuliert, aber andere haben ihn dir ja schon gut erklärt.

Das Problem ist, dass ein Zeugnis den IST-Zustand widerspiegeln soll. Dort steht also was das Kind kann - nicht, was es nicht kann. Manche Schulen haben da strikte Vorgaben, was dann mitunter zu interessanten Formulierungen in Zeugnissen führt.

LG

(19) 04.05.18 - 21:44

Ich würde sagen, da hat der Schüler wohl zu gut im Unterricht aufgepasst. Wer verfasst denn ein derart furchtbares Zeugnis?

(20) 05.05.18 - 20:18

Ich glaube, ich würde da tatsächlich mal nachfragen. Verfasst sie die Texte nun sinnvoll oder schwer nachvollziehbar? Das passt für mich irgendwie nicht zusammen.

Die schreiben manchmal schon merkwürdige Dinge in die Zeugnisse. Ich hätte schon einige mit Fehlern (inhaltlich wie auch grammatikalisch) von meinen Kindern in der Hand.

(21) 06.05.18 - 16:59

Ich würde da schon nachfragen, zumal wenn deines Wissens nur eine richtige Geschichte geschrieben wurde. Da würde ich ehrlich gesagt auf die Barrikaden gehen - nicht nur wegen der Note im Zeugnis, sondern auch weil es einfach für weiterführende Schulen bzw. die Allgemeinbildung unerlässlich ist.

Auf welche Schule soll denn dein Kind? Ich würde sie nicht auf ein Gymnasium geben mit einer 3 in Deutsch. Das Kind wird dort sicher nicht froh, denn im Gymnasium basiert schon sehr viel - auch in anderen Fächern - auf schreiben, schreiben, schreiben.

  • (22) 07.05.18 - 14:13

    Unsere Tochter wird ab Herbst auf eine Realschule gehen. Naja, bisher kam keine Rückmeldung vom Klassenlehrer. Werde da aber dran bleiben. Hab mal interessehalber das Zeugnis der 3. Klasse raus gekramt. Da könnte sie lustigerweise noch sinnvolle Geschichten schreiben. Danke für eure zahlreichen Antworten, LG Claudia

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