Grundschul- Jahrgangswiederholung - Rektorin vehemment dagegen und legt Steine in den Weg

Hat jemand eine Jahrgangswiederholung gegen den Willen der Rektorin durchbekommen?

    • (1) 09.05.18 - 10:31

      Mein Sohn sollte zurückgestellt werden, allerdings war die Rektorin strickt dagegen. Somit baut sich die Geschichte auch schon auf:-(

      Ein Kindergartenfreund meines Sohnes welcher ein Jahr zuvor eingeschult wurde, sollte von Seiten der Eltern ebenfalls zurückgestellt werden, was von der selben Rektorin abgelehnt wurde. Fazit: Das Kind wechselte 3 Monate nach der Einschulung zurück in den Kindergarten, da weder das Kind noch die Lehrein mehr konnten.
      Des Weiteren kenne ich ein anderes Kind welches, zum selben Zeitpunkt wie mein Sohn, gegen den Willen der Mutter eingeschult wurde - Der Ausgang in diesem Fall ist mir (noch) nicht bekannt, allerdings kenne ich beide Jungs aus dem Kindergarten und kann den Wunsch beider Eltern nachvollziehen. Wahrscheinlich gibt es aber noch mehr solcher Fälle, nur ich persönlich kenne nur diese zwei.

      Jedenfalls stellte ich noch im Kindergarten einen Antrag auf Rückstellung und erhielt kurze Zeit später einen Anruf von der Rektorin - ohne sie vorher persönlich kennengelernt/gesprochen zu haben - wie ich mir das vorstelle, das Kind wurde im Juli 6, da wird über so etwas wie Rückstellung gar nicht erst diskutiert etc. Ich war völlig überrascht über den Ton in dem sie mit mir sprach. Ich fühlte mich als würde ich mit dem Antrag eine Straftat begehen.. Auf jeden Fall wollte ich mein Glück bei einem persönlichen Gespräch versuchen und ihr persönlich näher bringen, warum mein Kind nicht schulreif ist und vereinbarte einen Termin. Schon beim ersten Antreffen vor dem Gespräch empfing sie mich mit einer ernsten Miene. Ich erzählte und argumentierte.., doch nichts das Kind betreffend schien sie zu interessieren. Also versuchte ich ihre Empathie über die Schule, im speziellen die Lehrkräfte zu erwecken und versuchte ihr zu erklären, dass sie auch den Lehrkräften keinen Gefallen damit tut ein schulunreifes Kind in der Klasse zu haben. Aber auch dieser Aspekt schien sie nicht zu interessieren. Dann erläuterte sie mir, dass sie dieses Jahr sehr kleine Klassen hat und diese voll bekommen möchte. Des Weiteren wäre es für ein schulunreifes Kind immer noch besser in einer kleinen Klasse unterrichtet zu werden, als im kommenden Jahr in einer größeren. Sie sagte noch, dass man im Nachhinein immer noch zurückstellen kann - was ich meinem Sohn eigentlich ersparen wollte.. und lies mich dem Ganzen gezwungenermaßen zuwilligen.

      Ich will jetzt nicht zu lange ausholen, allerdings kam es wie es kommen musste.., das Kind war bereits nach wenigen Wochen und Monaten überfordert.

      Mehrere Gespräche mit der Klassenlehrerin handelten davon, dass und wie sehr er unkonzentriert ist. Ja schön.., das wusste ich und jetzt sitz ich immer wieder da und hör mir das an - dachte ich.

      Irgendwie haben wir die 1. Klasse durchgeboxt und jetzt auch die 2., wobei er sich in diesem Schuljahr schon wirklich schwer tat. Aber die Noten kamen und die Hausaufgaben müssen auch gemacht werden - ganz egal ob das Kind mitkommt oder nicht. Fehlen sie oder sind sie unvollständig - weil es ihm einfach zu viel ist, gibt es Ärger. Es ist schon eine Leistung die Hälfte zu erledigen obwohl das Kind noch gar nicht so weit ist - doch das sieht keiner. Er tut wirklich was er kann und es reicht nicht. Und man selbst steht daneben und kann nichts tun. Man schwankt zwischen: "Ich wusste es.. Es ist nicht Deine Schuld. Tu was Du kannst und soviel Du kannst, verliere nur die Motivation nicht" und "Erledige die Aufgaben und das bitte richtig denn sonst gibt es Ärger und Stress" - Es ist schlimm.

      Auf jeden Fall möchte ich diesem Dilemma ein Ende setzen und eine Jahrgangswiederholung beantragen. Aber: Die Rektorin hat den Spieß nun umgedreht..

      Ich traf vor einigen Wochen auf die Lehrerin meines Sohnes (mittlerweile eine andere, da seine seit Monaten krankgeschrieben ist - genauso so wie drei weitere Klassenlehrerinen - was mMn. auch ziemlich seltsam ist) und teilte mir mit, dass heute die ersten Noten ausgeteilt werden und sie mich gleich darüber informieren möchte, dass mein Sohn eine 6 erhalten wird. Na super dachte ich mir, wobei ich ihr auch mitteilte, dass es mir im Endeffekt egal, da das Kind einfach wiederholen muss und auch wird und meine Aufgabe gerade nur noch darin besteht ihn irgendwie motiviert zu halten.

      Wupps.. Kurze Zeit später wurde ich von der Rektorin vor der Schule aufgefangen (wortwörtlich) und vor den Augen meines Kindes in ein Zimmer gezerrt mit den Worten "Jetzt wird mal ganz erst geredet" ..Mein Sohn war zu dem Zeitpunkt gerade 3 Tage krank und ging am 4. wieder zur Schule, wo sie mich abgriff als ich ihn abholen wollte. Er hätte zu viele Fehltage was an den Noten zu erkennen ist und sie schaltet umgehend das Jugendamt sowie das Gesundheitsamt ein. Ich wusste gar nicht was genau los ist und erst mal auch nicht was ich sagen sollte.. Als ich anfing zu reden, wurde ich unterbrochen. Bei meinem zweiten Versuch stand sie auf und verließ den Raum während ich noch da sass:-O

      Nie war irgendetwas anderes vorgefallen. Und auch sehe Ich die Krankheitstage als im Rahmen. Ich bekomme ja mit wie oft die Nachbarskinder bspw. krank sind.. Meist sind mehrere Kinder zu einem Zeitpunkt krank weil sie sich anstecken. Ich bin wirklich erschrocken und entsetzt über die Arbeitsmoral dieser Frau. Ich verstehe nicht warum nicht im Vorfeld ein normales Gespräch möglich war um darüber zu reden.

      Letztendlich lief es wohl so, dass die Lehrerin die Rektorin über mein Vorhaben der Jahrgangswiederholung unterrichtete und sie mir wohl auf diese Art noch vor meinem Antrag mit Begründung natürlich den Wind aus den Segeln nehmen wollte indem sie quasi darauf plädiert, dass sein schulisches Scheitern auf mich bzw. das Häusliche zurückzuführen ist.

      ...

      Nun meine Frage: Wer hat Erfahrung damit, ggf. auch durch rechtliche Unterstützung, ein Kind einen Jahrgang wiederholen zu lassen, wenn die Rektorin vehement dagegen ist? Wer kann ihr diese Entscheidungsmacht nehmen? Ein Kinderpsychologie, das Gesundheitsamt? Das Jugendamt? Schlichtweg ein Anwalt?

      Meine erste Anlaufstelle war die Gemeinde - für Soziales. Ich schilderte den Fall so gut es ging und er erhielt von der Mitarbeiterin die Aussage, das die Rektorin äußerst unprofessionell handelt. Viel kann sie persönlich allerdings nicht tun.

      Freue mich über Erfahrungsberichte! Vielleicht hat hier ja jemand ein paar Tipps:-) <3

      • (2) 09.05.18 - 10:35

        Bundeland Bayern ;-)

        In Bayern wird eigentlich automatisch vom 2. ins 3. Schuljahr vorgerückt. Ihr habt aber die Möglichkeit einen Antrag auf freiwillige Wiederholung der 2. Klasse zu stellen. Darüber entscheidet dann die Lehrerkonferenz, deren Entscheidung auch für Schulleiter bindend ist. (§ 48 Abs. 1 VSO)
        Fällt die Entscheidung negativ aus, ist eure nächste Anlaufstelle das zuständige Schulamt. Gemeinden sind zwar Träger der Schule, das bedeutet aber nicht, dass sie auch für die pädagogische Ausgestaltung zuständig sind. Die sind eher dafür da, wenn der Putz von den Wänden rieselt.
        Für das Schulamt dürfte das Auftreten der Schulleiterin aber generell interessant sein...

        Ansonsten würde ich versuchen einen kühlen Kopf zu bewahren und statt Dinge am Telefon zu besprechen oder mich zu Gesprächen zerren zu lassen, um Termine bitten, bei denen mindestens eine weitere Person (Klassenlehrer, Vertrauenslehrer od. wenn du dort auf Unterstützung und Fachwissen bauen kannst auch Elternvertretung) anwesend ist und die protokolliert werden.

        lG, Kathrin

        (4) 09.05.18 - 13:07

        Unabhängig von dem, was dir schon geraten wurde und sich die Rektorin wirklich unglaublich verhält:

        Dein erster Ansprechpartner ist doch eigentlich die Klassenlehrerin, diese massiven Probleme müssen ihr doch aufgefallen sein. Was sagt sie denn dazu? Ihr beide müsstet euch doch zuerst einmal treffen und gemeinsam überlegen, was für deinen Sohn das beste ist. Es muss ja nicht zwangsläufig eine Rückstellung sein, es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten (Förderschule zB).

        • (5) 09.05.18 - 13:13

          Danke Dir vielmals!

          Das Problem ist, dass er keine direkte, bzw. feste Lehrerin mehr hat. Seine Klassenlehrerin ist seit gut 4 Monaten, wie drei Weitere über einen ebenfalls längeren Zeitraum erkrankt/ausgefallen.. Eine fünfte hat die Schule ganz verlassen. Seit dem wird er abwechselnd von verschiedenen Lehrkräften, teilw. Springern unterrichtet.

      (7) 09.05.18 - 15:56

      Hallo,

      diese Person ist ja wohl absolut unmöglich! #aerger
      Kein Wunder, dass der reihenweise die Lehrer ausfallen. Vermutlich verhält sie sich denen gegenüber auch nicht besser...

      Ich würde an Deiner Stelle ab jetzt immer ein ärztliches Attest abgeben, wenn Dein Sohn krank ist. Dann kann sie Dir, was das angeht, nichts mehr unterstellen.

      Außerdem solltet Ihr Euch schleunigst einen Kinderpsychologen/-psychiater empfehlen lassen, den Ihr selbst bezahlt. (Sonst wartet Ihr ewig auf einen Termin.)
      Der/die soll Euch ein Schreiben aufsetzen, was mit dem Kind los ist. Wahrscheinlich stimmt ja Eure Vermutung mit der Unreife zur Einschulung.

      Der Grund dafür ist, dass Ihr damit dem Jugendamt den Wind aus den Segeln nehmt. Wenn die so ein Schreiben vorliegen haben, sehen die, dass da besorgte Eltern aktiv geworden sind, um ihrem Kind zu helfen und dass die Probleme des Kindes nicht am häuslichen Umfeld liegen. Das steht über den Behauptungen einer Schulrektorin, die das Kind kaum kennt, und es gibt ja auch keine Lehrer mehr, die Euren Sohn wirklich kennen.

      Ich würde an dieser Schule keinen Antrag auf Wiederholung stellen, sondern mir eine andere Grundschule für mein Kind suchen und mit denen über eine Wiederholung der Klasse sprechen. Normalerweise sind die da nicht abgeneigt, wenn ein Kind schlechte Leistungen bringt.
      Eure derzeitige Schule finde ich allein schon wegen der fehlenden Lehrer nicht tragbar. Wie sollen denn da überhaupt ein Kind etwas lernen?

      Einen Anwalt solltet Ihr Euch nehmen, wenn das Jugendamt trotz Schreiben einer Fachperson Zicken macht.
      Die Wiederholung an der Schule einklagen, würde ich nicht. Euer Sohn muss da ja noch ein paar Jahre hingehen, und diese Direktorin wird Euch dann mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Rache immer weiter Steine in den Weg legen, so wie ich die Dame nach Deiner Beschreibung einschätze.

      LG

      Heike

      Das klingt schlimm! Gibt es keine andere Schule in der ihr wechseln könnt? Glücklich werdet ihr dort nicht...
      Ich denke das Schulamt könnte Ansprechpartner sein...

      • Das versuchen wir nebenbei auch. Ein Schuöwechswl müsste zwar auch von der Rektorin bewilligt werden, allerdings werde ich alles versuchen um ihn da raus zu holen- wahrscheinlich am Ende wirklich über das Schulamt.
        Er soll doch einfach Spaß am Lernen haben, bzw. diesen nicht verlieren! Gerade die Grundschulzeit ist doch so schön :-(

    (10) 09.05.18 - 21:50

    Ruf mal beim zuständigen Schulpsychologen an. Es geht Deinem Sohn ja tatsächlich nicht gut damit. Und dann kann die Direktorin die Tour mal bei dem versuchen. Bekommt ihr ggf. nur nicht so gut.

    Lg,
    Fina

    • Diese Dame arbeitet eng mit der Rektorin zusammen und "schätzt" sie sehr. Damit fahre ich wahrscheinlich nicht weit. Ich habe nun einen Arzt Termin ausgemacht und wende mich wenn anschließend nötig noch an einen allg. Kinderpsychologen. Es ist so nerven- und zeitraubend. Als hätte man nichts anderes zutun :-(

(12) 10.05.18 - 07:59

Wende dich am besten umgehend ans Schulamt/ Schulbehörde!

(13) 10.05.18 - 08:32

Hallo, ich kann nur raten hier Ärzte mit ins Boot zu nehmen und mit ihnen eine Lösung zu suchen. Ohne Unterstützung auf Faktenlage wirst du wahrscheinlich nur schwer weiterkommen. So mache ich das. An ärztlichen Untersuchungen gehen Sie dann nicht mehr so einfach vorbei. Ich fahre damit wirklich gut. Inzwischen haben die Lehrer einen gemeinsamen Termin mit uns und unserem Kind beim Psychologen :-) das find ich gut. LG Anke

Hallo,

wir haben in Bayern mit der Grundschule auch einiges durch. Das ist der Grund warum wir mittlerweile bayernweit recht engagiert sind... Ich selber kenne mich bei dem Thema nicht besonders aus habe aber ein gutes Netzwerk, so dass ich dir bestimmt einen Ansprechpartner empfehlen kann. Melde dich einfach (gerne per PN) und sag mir wo aus Bayern du bist, dann reden wir weiter. Grundsätzlich geht es hier ja aber weniger um die Auslage des Gesetzestextes (der ja eindeutig ist) sondern um persönliche Schwierigkeiten mit der Schule. Ich denke das Ganze ich schon recht verfahren bei euch, so dass ich empfehlen würde zukünfitg zu jedem (!!!) Gespräch einen Vermittler hinzuzuziehen. So hast du auch Zeugen für das Gesagte und den Ablauf.

An sich wäre das Schulamt dein nächster Ansprechpartner. Erfahrungsgemäß ist das aber meistens wenig erfolgreich. Liegt zum einen daran, dass die Leiter der Schulämter häufig eine berufliche Vergangenheit in diesem Bezirk haben und mit vielen Lehrern und Schulleitern irgendwann und irgendwie mal zusammengearbeitet haben. Bei uns ist z.B. die Schulamtsdirektorin eine Freundin der Schulleitung, sie waren früher mal gemeinsam an einer Schule als Leitung tätig. Da geht dann halt nix auf diesem Wege. Zum anderen sind Lehrer und auch Schulleiter absolute Mangelware und solange kein wirklich grobes Vergehen (z.B. Schlagen der Schüler, Ignorieren von wirklichen Gefahren etc.) vorliegt kommt bestenfalls eine Notiz in die Akte. Das ist leider die Realität!!!

Was ich aber noch sagen möchte ist, dass ich nicht nachvollziehen kann wie man sich von einer Schulleiterin so behandeln lassen kann. Bei uns wurde das anfangs auch versucht. Die Reaktion darauf war, dass wir der Schulleitung mitgeteilt haben, dass Gespräche mit uns ausschließlich auf Augenhöhe stattfinden. Wir sind mehrfach bei einem Gespräch aufgestanden, haben uns höflich für die Zeit bedankt und darauf hingewiesen, dass wir jederzeit wieder zu einem Gespräch bereit sind wenn sich dieses eben auf Augenhöhe bewegt. Hat ne Weile gedauert aber seitdem klappt das. So ein Verhalten kann ein Schulleiter nur zeigen wenn er damit durchkommt. Ihr seid da keine Ausnahme, das geht ganz vielen so. Trotzdem möchte ich darauf hinweisen weil das die Mit-Ursache vieler Probleme ist.

Vor den Augen des Kindes sich von einer Schulleiterin ins Büro zerren lassen ist halt schon ne Hausnummer. So hat sie ihre Machtstellung gegenüber dem Kind demonstriert was sicherlich nicht förderlich war. Aber war nun so, jetzt gilt es nach vorne zu sehen.

Ärztliche Bescheinigungen sind ja ganz nett. Die Entscheidung liegt aber nach wie vor bei der Schulleitung. Es bringt euch also nur weiter wenn ihr hier bereit seid damit dann auch weiterzugehen. Ich denke nicht, dass euch alleine ein Attest helfen kann.

Wie viele Kinder sind in der Jahrgangsstufe deines Sohnes und bei wie vielen Klassen? Möglicherweise droht die Schließung einer Klasse durch das KM wenn dein Sohn aus der Klasse geht und die Schulleiterin dreht deswegen am Rad?

Aber eine andere Frage: Besteht für euch die Möglichkeit die Schule zu wechseln? Selbst wenn ihr hier zu einer Lösung findet ist diese Schule doch für euren Sohn negativ behaftet. Eventuell wäre da ein Neuanfang (ohne bestehende Schublade) besser für ihn.

Melde dich einfach.

Liebe Grüße

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