Ab wann draußen alleine Rad fahren?

    • (1) 22.05.18 - 12:57

      Hallo zusammen,

      mein Sohn ist seit gestern 6 und kommt diesen Sommer in die Schule.
      Wir wohnen in einem Wohngebiet mit Reihenhäusern und die Straße ist eine 30-er Zone also verkehrsberuhigt. Kinder spielen auf der Straße.

      Nun überlege ich schon seit längerer Zeit, ob mein Sohn nicht mittlerweile auch mal alleine draußen Rad fahren kann, ohne dass ich bei uns vor dem Haus stehe und ihm zuschaue.
      Er fährt sicher und ich traue es ihm auch zu, dass er sich nur im von mir vorgegebenem Radius bewegt.

      Ab wann durften Eure Kinder allein draußen Rad fahren, ohne, dass ihr permanent dabei standet?

      Grüße,
      fuxx

      • (2) 22.05.18 - 13:03

        Hallo,

        ab dem Tag der bestandenen Fahrradprüfung in der 4. Klasse.

        30er Zone hin oder her, einen 6-jährigen würde ich niemals ohne Aufsicht Radfahren lassen.

        Bei uns vor der Haustür hat sich mal ein Junge (8 J. damals) auf die Klappe gelegt mit dem Rad. Wir kannten ihn zum Glück, der war so aufgelöst der wusste nichtmal seinen Namen. Jeder Fremde wäre aufgeschmissen gewesen.

        LG
        Tanja

        • Wie haben wir Kinder nur früher überlebt? Ernsthaft, Fahrradführerschein in Klasse 4? Habt Ihr Euch nicht mit dem Kind beschäftigt, ihm beigebracht, wie man sich mit dem Rad auf der Straße verhält? Auch ein Kind mit 10 Jahren kann hinfallen und sich verletzen. Passiert sogar Erwachsenen und die fahren oft, wie ich feststellen musste, schlimmer als 6-jährige.

          • So sieht es jeder halt anders.

            Und nein ich durfte Mitte der 80er, mit 6 J., auch nicht allein mit dem Rad los.

            Die TE hat ja erst hinterher geschrieben das es nur um "vor der Haustür" ging.

            • (5) 22.05.18 - 17:16

              Das war mir anhand des Eingangsthread schon klar...

              Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass die Fahrradprüfung in der 4. Klasse viel zu spät ist (bei uns wird sie auch meist um Ostern herum gemacht). Lt. Straßenverkehrsordnung darf ein Kind mit 8 Jahren mit dem Fahrrad auf der Straße / Fahrbahn fahren, mit 10 Jahren darf es nicht mehr auf dem Gehweg fahren. Am Ende der 4. Klasse sind viele Kinder schon lange 10 (Stichtag der Einschulung ist bei uns der 30.6.) und müssen - wenn kein Radweg da ist - auf der Straße mit dem Fahrrad fahren. Wie soll das gutgehen, wenn sie dann erst die Regeln lernen?
              Und zu früher: Ich kommen vom Dorf, bei uns sind früher Kindergartenkinder schon alleine mit dem Fahrrad gefahren. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie um 12:00 eine Erzieherin immer rief "Fußgänger, Fahrradfahrer!". Dann wurden diese bis über Hauptstraße gebracht und haben den Rest des Weges alleine zurückgelegt. In der Grundschule ging auch eine Lehrerin immer mit bis zur Hauptstraße, bis irgendwann eine Fußgängerampel aufgestellt wurde. Eine Fahrradprüfung gab es damals noch nicht. Wir haben die Verkehrsregeln von unseren Eltern beigebracht bekommen, und so halte ich es auch mit meinen Kindern. Ich erkläre, zeige und übe, und meiner 9jährigen traue ich auch zu, auf weniger befahrenen Straßen alleine unterwegs zu sein.

              LG

          Ich bin 46, und auch bei uns gab es damals schon eine Fahrradprüfung. Das ist nun wirklich keine neue Erfindung.

          Dass die Prüfung in der vierten Klasse gemacht wird, hat durchaus auch seinen Sinn. Es wird ja nicht gewürfelt, was in welchem Jahr im Rahmenplan steht.

          Ich persönlich kenne keinen einzigen 6jährigen, der die Verkehrsregeln genauso gut beherrscht wie sein Fahrrad und mit den Fehlern anderer rechnet.

          • Oh Mist, inzwischen bin ich 47. *lol*

            (8) 22.05.18 - 19:18

            Yeah, ich kann das toppen, ich bin glatte 50 und hab in der 4. eine Radfahrprüfung gemacht! Mit Wimpel und Urkunde!
            Ich sehe das auch eher kritisch, ich bin bis zur 5.auch nur wenige Wege allein mit dem Rad gefahren, trotz kleiner Stadt und trotzdem bei uns in der Woche kein Auto vor der Tür stand.
            Bin ich halt mit meiner Ma gefahren oder zu Fuß gegangen. Gespielt haben wir oft draußen, aber nicht Rad gefahren, war für uns irgendwie kein Spielzeug sondern eher Mittel zur Fortbewegung.
            Meine Töchter sind in der Grundschule auch fast nur mit uns Rad gefahren, Schule zu Fuß, zum spielen war auch ihnen kein Rad nötig.
            Ab der Radfahrprüfung in der 4 sind sie gelegentlich mit dem Rad gefahren, seitdem sie die weiterführende Schule besuchen, fahren sie zur Schule, Freunden oder Freibad natürlich allein, das klappt gut und sie sind vom Kopf, der Entwicklung und vom Sichtfeld her einiges weiter als ein 6jähriger!
            LG

            In der Fahrradprüfung (die ein Witz ist, was man schon daran sieht, dass "Muttis" mit beaufsichtigen und nicht etwa ausgebildetes Personal) geht es aber darum, VOLLWERTIGES Mitglied im Straßenverkehr zu sein und nicht darum, mit dem Rad ne Runde um den Block zu fahren, ohne dass "Mutti" hinterher rennt.... #augen

            • Ich weiß ja nicht, was bei euch gemauschelt wird, aber bei uns gibt es keine "Muttis", die da irgendwie involviert sind.

              Dass 6jährige Kinder nicht auf die Straße gehören, versteht sich ja wohl von selbst. Sie gehören aber auch nicht ohne Aufsicht auf Berlins Bürgersteige.

              Also bei uns wurde vor ca. 25 Jahren im Ort die fahrradprüfung nicht von „Muttis“ sondern von der Polizei abgenommen und so ist das soweit ich weiß hier (Stadt) heute auch noch so.
              Die groben Fahrregeln bringen wir unseren Kindern selbst bei, müssen sie ja auch schon vor der 4. klasse kennen und meine Tochter (8) darf sich in unserer Straße/Wohngebiet alleine mit dem Fahrrad bewegen. Wenn wir auf dem Dorf leben würden, sicher auch weiter.
              Die „Details“ lernt sie dann mit der fahrradprüfung in der 4. Klasse.

              • Auf dem Land wird die Fahrradprüfung ebenfalls von der Polizei abgenommen, und zwar ebenso streng. (In der Klasse meines einen Kindes sind bspw. 10 von 26 Schülern durchgefallen.)

          Und ich bin 40 und hatte niemals eine Fahrradprüfung. Es spricht nichts gegen diese Prüfung, aber ich kann meinem Kind auch selbst vermitteln, wie es sich mit dem Rad in Straßenverkehr verhält, wenn ich möchte, daß es auch vor der 4. Klasse mit dem Rad zur Schule fährt. Ich finde 10 Jahre einfach viel zu spät.

          • Zu spät wofür?

            Die meisten Kinder beherrschen vorher in Grundzügen die Regeln des Straßenverkehrs.
            Hier ist man in der vierten Klasse 9, das ist ein gutes Alter, um sich damit intensiver auseinanderzusetzen, zumal ja ansteht, dass die Kinder bald auf der Straße fahren dürften.

            Aber wie gesagt, wir wohnen ja auch nicht auf dem Land, wo alle Jubeljahre mal ein netter Bauer vorbeifährt, der freundlich guckt.

            • Also entschuldige, aber ich wohne auch im
              Berliner Raum... Deine Ansicht ist irgendwie merkwürdig. Wir reden hier über das (frühe) Fahrradfahren im Kiez und nicht über das Fahrradfahren auf der Straße am Ernst-Reuter-Platz!

              Und dir ist schon klar, dass Berlin nichts anderes ist als eine Ansammlung zusammen gewachsener Dörfer? Das sieht man an so vielen Stellen noch soooo deutlich!

              Mit 10 "dürfen" die Kinder nicht auf der Straße fahren, sondern MÜSSEN! Auch in Berlin!

              Und deshalb denke auch ich: 10 für die erste Teilnahme als Fahrradfahrer im Straßenverkehr ist zu spät!

              PS: Die Prüfung ist am Ende der 4. Da sind die meisten Kinder nunmal 10 (oder fast 10). Die jüngsten Kinder, die ich hier so mit Mama und Fahrrad im Straßenverkehr treffe, sind 3. Das habe ich vor vielen Jahren auch so gehandhabt!

              • Ich weiß ja nicht, wo Du wohnst, aber wir wohnen hier innerhalb des S-Bahn-Rings, und in meinem "Kiez" gibt es keine einzige Straße, auf der ein 6jähriger unbeaufsichtigt fahren sollte. Das wäre höchst fahrlässig.

                Dass Berlin mal aus Dörfern bestand hilft ja dem Kind, das jetzt unters Auto kommt ziemlich wenig.

                Ich finde es überhaupt nicht bedenklich, wenn Kinder früh Fahrrad fahren, aber an den richtigen Flächen und mit Aufsicht.

                Unser Verkehrspolizist hat den Kids hier nicht umsonst eingeimpft, dass sie nicht auf der Straße fahren sollen, weil es zu gefährlich ist. Sollten sie tatsächlich mal darauf angesprochen werden (was höchst unwahrscheinlich ist), sollen sie seinen Namen und seine Empfehlung angeben.

                Wie gesagt: Bei uns sind die Kinder in der Regel 9 bei der Prüfung, manche gerade frisch 10 geworden, und das ist nicht zu spät, sondern genau richtig. Denn ein wesentlich jüngeres Kind hat beim besten Willen nicht die Weitsicht und Lösungsfähigkeit, jederzeit angemessen zu reagieren, kann den Straßenverkehr noch gar nicht richtig einschätzen.

                Wer sein Kind mit 3 in den Straßenverkehr lässt, der hat echt einen Schaden, denn es ist UNMÖGLICH, dass das Kind sicher genug dafür unterwegs ist. Nur schade, dass es dann immer die Kinder sind, die das im Zweifelsfall ausbaden müssen und nicht die verantwortungslosen Eltern. Ich sehe oft genug Kinder auf den Radwegen, die haarscharf einem Unfall entgehen, weil sie nicht mit Abbiegern rechnen, die nicht aufpassen, weil sie beim Umsehen aus Versehen gelenkt haben, weil sie einem Hund ausgewichen sind und dabei auf die Straße geraten, weil sie... Kleine Kinder haben als aktive Teilnehmer im Straßenverkehr nichts verloren.

                • PS: Die letzten verkehrstoten Kinder auf Fahrrädern in Deutschland waren 10 und 11. Bei dem 11Jährigen war die Mutter direkt dahinter und hat sogar noch gerufen. Vergeblich.

                  • Und was folgerst Du daraus? Dass kleine Kinder besser mit dem Straßenverkehr zurechtkommen? #rofl

                    Nee, sorry, aber das muss man doch nicht ernst nehmen. Es ist ja nicht soo schwer zu begreifen, dass kleine Kinder weniger Überblick und weniger Handlungsspielraum haben als größere Kinder. Wer das ignoriert, den halte ICH persönlich für verantwortungslos. Da kannst Du jetzt auch beleidigt sein, wenn Du willst.

              Danke für die ausführliche Schilderung #schwitz Man hat manchmal das Gefühl, es gibt nur noch Wattebällchen-Kinder #schwitz

      (21) 24.05.18 - 15:11

      Tja und mit 10 kennen sie die Regeln und halten sich nicht dran...

      • (22) 24.05.18 - 15:37

        Wenn Dein Kind mit 10 noch keine Einsicht hat, dann ist das natürlich tragisch und sollte Dich als Mutter fordern, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

        Es ist aber kein Argument dafür, ein jüngeres Kind zu überfordern.

        • (23) 25.05.18 - 13:00

          Hier geht lediglich darum ein Kind vor dem Haus auf einer Spielstraße hin und her fahren zu lassen.
          "Aktive Teilnahme am Straßenverkehr" ist das ja nun nicht gerade...

          Und ja, gibt da wohl einiger Kinder von 10 bis 59 Jahre denen man lieber ne andere Lösung suchen sollte, als im Strassenverkehr teilnehmen zu lassen...

          • (24) 25.05.18 - 19:41

            So etwas wie eine Spielstraße gibt es in Berlin gar nicht, nur verkehrsberuhigte Straßen. Auf denen dürfen aber die Autofahrer fahren, wenn ein Kind da unterwegs ist, dann ist es aktiver Teilnehmer am Straßenverkehr.

            Leider gibts hier viel zu viele AUTOfahrer, die ich gerne nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen lassen würde.

            • (25) 25.05.18 - 19:55

              Das verstehe ich sehr gut, du argumentierst aus deinen Erfahrungen her. Was völlig in Ordnung ist! Wir wohnen hier zum Beispiel auch sehr ruhig und Kinder spielen hier auch auf der Straße. Da ist Fahrrad fahren auf der Straße auch mit 5 problemlos möglich. Wenn die Gegend so ist, dass die Kinder AUF der Straße spielen können, finde ich es auch als möglich ein Kind dort ein bisschen hin und her fährt... In Berlin würde ich es sicher auch anders sehen...

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