Buchvorstellung bei Legasthenie für Mädchen 5. klasse

    • (1) 06.06.18 - 14:20

      Hallo,
      Mein Mädchen tut sich sehr schwer im
      Lesen( leseniveau 2. klasse ca) jetzt hat sie endlich ein Buch gefunden, das sie vorstellen kann und das einzige was sie versteht, weil ihr das sinnentnehmen in
      Sätzen so schwer fällt.. es ist ein Manga.. sie hat die Lehrerin gefragt, und diese akzeptiert das auf keinen fall( laut Aussage meiner Tochter: Bilderbuch.. Kindergartenbuch) sie hat es ihr extra gezeigt und sich überwunden zu fragen.. naja.. ich wollte mal fragen, ob es vielleicht hier ähnliche Situationen gibt, und was eure Kinder bzw Mädels so vorgestellt haben ..? Das einzige was sie bisher gelesen hat, war Lotta leben.. und da hat sie aber Angst sich vor der Klasse zu blamieren( zu kindisch ...) ich wäre so dankbar wenn ich hier ein paar liebe Antworten erhalten würde..!
      🍀Dankeschön schon mal

      • (2) 06.06.18 - 14:33

        Für die 5. find ich Lotta Leben OK. Es ist doch egal, ob andere es kindisch finden, wenn ihr das Buch gefällt, kann sie es natürlich vorstellen.
        Wie wäre es denn ansonsten, wenn sie ein Buch vorstellt, was du ihr vorgelesen hast?
        Es geht ja eher um die Buchvorstellung als Fähigkeit als um das Lesen.
        Den Teil, den sie dann vorliest, muss sie halt gut üben. Er muss ja nicht allzu lang sein.

        Was ist denn das bitte für eine Lehrerin?!? Als diagnostiziertem LRS-Kind steht deiner Tochter ein Nachteilsausgleich zu, und der wäre mit dem Manga gegeben, da der Textanteil halt deutlich geringer wird.

        Ansonsten könnte deine Tochter ein Buch vorstellen, was es als Hörbuch oder Film gibt, z.B. Harry Potter oder so etwas. Dann spart sie sich das Lesen. Letzten Endes geht es bei einer Buchvorstellung ja auch um Formalia, also darum, Titel, Autor, Seitenzahl, Verlag zu nennen. Eine Inhaltsangabe und eine Begründung, warum die Lektüre empfehlenswert ist. Das kann sie auch leisten, ohne alles von vorne bis hinten selbst gelesen zu haben.

        LG

        • Es geht um eine Buchvorstellung und nicht um einen Film.
          Ich finde es toll von der TE, das sie sich die mühe machen etwas zu finden, auch wenn es für die Tochter anstrengend ist.

          Aber es gibt auch Eltern, die den Kindern einen leichten Weg bereiten und immer Auswege suchen, um Hausaufgaben nicht machen zu müssen.

          Meine Tochter war extrem schüchtern und musste in der Grundschule ein Referat halten...was das für eine Überwindung war!!!! Aber sie hat es geschafft und hat sich dan mega gefreut.

          Daher, Eltern sollten nicht vermeidlich den leichten Weg für ihre Kinder suchen.

          • Hallo und danke für deine Meinung!

            Du hast natürlich vollkommen Recht, dass dies der leichtere und vielleicht auch unredliche Weg ist. Und auch ich rechne der TE hoch an, dass sie nach einem geeigneten Buch sucht und sich für den ehrlichen, aber schwierigeren Weg entscheidet.

            ABER: Ich finde es unfair, dass die Lehrerin so wenig Rücksicht auf die LRS des Mädchens nimmt. Ihr Anspruch muss es sein, differenziert zu unterrichten und individuell zu fördern. Ich erwarte, dass die Lehrerin bei einem Kind, was sich unverschuldet schwer tut, ermutigt und die Lesefreude weckt bzw. erhält. Und wenn sich das Mädchen nach langer Überlegung für einen Manga entschieden hat, seinen Mut zusammen nimmt und vorher sogar noch fragt, finde ich das pädagogisch - sorry - unter aller Sau, das Kind mit den Worten nieder zu machen, dies sei Kindergartenkram. Was macht das bitte mit einem Kind?

            Ich finde in diesem Fall das obige Vorgehen in diesem Fall durchaus legitim. Und das sage ich als Lehrerin.

            LG

            • Frag mal eine Lehrerin, ob sie bei 32 Schülern differnziert und individuell noch fördern kann. Dazu die Eltern die sich bei jeden bisschen sich einmischen.

              Für viele Lehrer ist es ein Job, nicht mehr und nicht weniger. Das Mädchen bekommt sicherlich immer und überall einen Nachteilsausgleich wo es passend ist und ich denke, das die Lehrerin auch weiss, wo dieser endet.

              Das Kind sollte auch entsprechend gefordert werden, sonst erlebt es auch nur noch einen Stillstand. Die Mutter kann die Lehrerin anrufen und sich dann auf ein Buch einigen, wenn das Kind nicht wirklich weiter kommt. Dann wird die alehrerin auch derailliert schildern können, wieso sie das Manga Buch abgelehnt hat

              lg
              lisa

      Mein Sohn hat auch Legasthenie, so wie viele in seiner Klasse, die Kinder dürfen auch Comics bzw Mangas vorstellen dem Lehrer ist nur wichtig daß sich die Kinder mit Büchern beschäftigen. Ich mache die Buchbesprechungen zusammen mit meinem Sohn ,da er, wenn er es alleine macht, kaum über eine 5 heraus kommt. Der Lehrer weiss das auch, weil es die meisten so handhaben. Wie gesagt ihm geht es darum daß sich die Kinder mit dem Thema beschäftigen, die Note ist zweitrangig. Mein Sohn ist in der 7. Klasse und das Buch welches er jetzt vorstellt ist für 8jährige. Er hat länger gebraucht es zu lesen und den Inhalt zusammenzufassen. Er hat für jedes Kapitel aufgeschrieben was passiert ist und am Schluss das alles nochmal zusammengefasst, nun müssen wir es noch in eine etwas bessere Form bringen. Bis jetzt hat er ca 4 Stunden am Referat gearbeitet dazu noch die Zeit die er zum Lesen gebraucht hat. Wenn er es aber jetzt ohne meine Hilfe abgeben würde, denke ich es ist wenn es super läuft eine 4, das finde ich aber nicht fair da er wirklich hart daran gearbeitet hat, deshalb helfe ich.
      Könnt ihr nicht zusammen ein Buch lesen und Kapitel für Kapitel durchgehen? Für Mädchen gibt es so schöne Bücher, bei Jungs ist es viel schwieriger.

      LG
      Visilo

      Hallo,

      ich finde Lotta Leben in der 5. Klasse auch okay. Eine andere Möglichkeit wäre, wie schon die Vorschreiberin sagte, du liest ihr vor oder sie hört eins als Hörbuch. Die Textpassage, die sie vorliest, muss sie eben üben. Eventuell mit dir zusammen. Eine Klassenkameradin meines Sohnes hat auch Probleme mit dem Textverständnis. Sie hat Ronja Räubertochter als Hörbuch gehört und dann das Buch dazu vorgestellt.
      Trotz allem und auch wenn deine Tochter nicht gern liest, würde ich da dran bleiben. Textverständnis ist enorm wichtig. Gehe ich ein paar Klassen höher und betrachte manche Textaufgabe, ist Textverständnis extrem wichtig. Ebenfalls bei Arbeitsblättern in Lernfächern etc. Das würde ich immer wieder üben.

      LG
      Michaela

      Hat sie nur Schwierigkeiten beim Sinnentnehmen, wenn sie selbst liest oder auch beim Hören?

      Beim selbst lesen, wird ihr Gehirn damit beschäftigt sein, die Buchstaben zu sortieren.
      Wie ist es beim zu hören?
      Wie ist es beim vorgelesen bekommen?
      Wie ist es bei Büchern, bei denen nach den kurzen Kapiteln Fragen dazu gestellt werden?

      Comics waren bei uns immer als Buchvorstellung verboten. Grundsätzlich. Dies wurde aber auch schon direkt am Anfang gesagt. Ein paar Schüler versuchten es trotzdem.

      Bei meinem Kind waren Comics in der Grundschule einmal erlaubt. Hier ging es aber nicht um die inhaltliche Buchvorstellung, sondern darum sich zu trauen, sich vor die Klasse zu stellen und ein Gespür dafür zu bekommen, wie eine Buchvorstellung aussehen kann.


      Lotta selbst kenne ich nicht.
      Was lesen denn andere in ihrem Alter?

      Cool finde ich die Reihe Tatort Geschichte, Tatort Erde. Einfach, weil am Ende eines Kapitels Fragen gestellt werden. Solche Bücher lesen wir gerne auch zusammen. Mein Kind kann zwar gut sinnerfassend lesen, aber auch das Gelesene schnell wieder vergessene. Ich übrigens auch #hicks Da helfen die Fragen einfach auch noch mal den Inhalt zu reflektieren.
      Interessant ist bei uns: wenn wir es gemeinsam lesen oder hinterher darüber reden (die Fragen ergeben einen guten Anlass), dann können wir uns Inhalte besser merken.


      Bei einem Kind mit LRS zu meiner Zeit wurde es so gemacht: das Buch durfte kein Comic sein. Aber die vorzulesende Passage durfte kürzer und weniger anspruchsvoll sein. Weniger anspruchsvoll von der Schwere der Wörter.

      Wenn sie über das Hören besser klar kommt, könntet ihr auch eine Kombination aus Hörbuch und Buch machen. So, dass sie das Hörbuch fast auswendig kann und das Buch dann zum vorstellen. (nur darauf achten, dass die Texte sich nicht unterscheiden).
      Bei mir selbst ist es umgekehrt. Was ich zuerst gelesen habe, verstehe ich im Gehörten besser. Wenn ich es nur höre, muss ich mich mehr anstrengen.
      Und dann eben über das Buch/Hörbuch reden.

      Lotter Leben finde ich cool.

      schau dir das mal an....super lustig, vielleicht wäre das auch was für deine Tochter.

      https://www.buecher.de/shop/jugendbuecher/wie-man-seine-eltern-erzieht-wie-man-bd-1/johnson-pete/products_products/detail/prod_id/41732206/

      Da muss man vielleicht nicht das ganze Buch lesen sondern kann einzelen Kapitel lesen und somit eine Zusammenfassung, um was ea geht mit Beispielen nennen. Also keine komplexe Inhaltsangabe erzählen.

      lg
      lisa

      Hallo,

      bei meiner Tochter in der Klasse wurde auch Lottaleben vorgestellt, blamiert hat sich da niemand. Das ist ja sogar das Alter...worum es auch in dem Buch geht.

      Was Legasthenie betrifft, lass sie den Teil, den sie vorliest gut üben, dann klappt das schon. Ich hab auch so ein Kind in der Klasse und sie trägt trotz Legasthenie immer mal was vor.

      Lg

      Hallo Du,

      meine Tochter ist in der 4.Klasse und wenn ich ihr sagen würde, daß Lotta Leben kindisch ist#wolke!
      Sie liebt diese Bücherreihe und ich finde auch das es für dieses Alter geschrieben ist.
      Oder wie wäre es mir Gregs Tagebuch?
      Das animiert durch die Comic-Zeichnungen auch zum Lesen!

      Ich würde mich kurz mit der Lehrerin kurz schließen und das klären!
      Evtl. konnte Deine Tochter es nicht richtig übermittteln oder die Lehrerin war in Eile/Streß und hat nur mit einem Ohr zu gehört! Ist meiner Tochter auch schon passiert#schwitz!


      Liebe Grüße, agrokate

      Hallo,

      Meine Kinder (8) lieben Lotta Leben, sie haben sogar einen eigenen Band geschrieben ☺️. Die Tochter einer Kollegin hat uns damals die Bücher empfohlen, sie war 10, als sie die Bücher gelesen hat, warum also sollte das zu „kindisch“ sein - deine Tochter ist motiviert, ein Buch zu lesen und das alleine rechtfertigt die Auswahl.
      Liebe Grüße
      Delfinchen

      Ich kenne das Problem, meine Nichte hat eine starke Form der Legasthenie und solche Aufgaben, wie jetzt bei deiner, waren für sie eine Katastrophe. Nicht nur, dass es ihr halt schwer fiel, nein, sie machte sich davor auch immer so extrem verrückt. Gerade dass es ihr Schwierigkeiten bereitete brachte sie dazu, alles möglichst perfekt zu planen und zu schaffen.
      Ich finde Lotta-Leben absolut ok, meine Tochter ist genauso alt wie deine, hat keine LRS Problem, aber liest wenig. Sie mag die Bücher mega gern und hätte kein Problem ein solches in der Klasse vorzustellen.
      Ansonsten geht in die Buchhandlung und lasst euch ein Buch in diesem Stil empfehlen, sagt ganz ehrlich, welche Problematik besteht und es wird euch mit Sicherheit geholfen.

      Insgesamt geht ehrlich mit der Situation um, klärt die Lehrer auf, pocht auf ihre Rechte, auch wenn man manchmal Unverständnis erntet, sie hat das Recht auf bestimmte Dinge, wie längere Bearbeitungszeiten, nicht-Bewertung bestimmter Teile in Arbeiten usw..
      Sie hat es schwer, aber sie wird es mit Sicherheit gut schaffen. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass gerade Kinder mit Handicap einen super Ehrgeiz entwickeln und zu ganz tollen Leistungen fähig sind. Meine Nichte hat ihre Realschule super abgeschlossen und ihre Traumausbildung zur Erzieherin mit guten Noten ebenfalls!

      LG und alles Gute!!!

Top Diskussionen anzeigen