Nawi? Gewi? - Wie bitte?

    • (1) 06.06.18 - 15:53

      Ich hatte gestern Elternabend 4. Klasse in Brandenburg und nachdem es im Halbjahr zuvor noch geheißen hatte, oooh Klasse 5 wird gaaanz schwer. Da bekommen die Kinder Biologie und Geografie und so weiter und dann müssen sie in die fachspezifischen Klassenräume alleine finden, ihre Hefter selber umpacken und haben ihren spezifischen Fachlehrer je Fach .....

      .... heißt es nun ein halbes Jahr später......oh die 5. Klasse die wird ja soooo schwer .... Und wir sind ja alle nur im Stress und wissen noch gar nicht was passiert..... Denn jetzt müssen erstmal neue Rahmenlehrpläne "aus dem Boden gestampft" werden..... Aber sie könne uns immerhin schon sagen dass es doch nicht mehr so viele Räume und Lehrer gibt, denn es gebe nur 4 neue Fächer. Und die heißen Gewi, Nawi, Ler, und Wat

      ...... - Wie bitte? Wo kommt dass denn plötzlich her?

      Ja also, man hat sich da oben so überlegt, man braucht gar kein extra Bio oder Chemie oder Physik. Man unterrichtet einfach alles zusammen in Nawi. Und man braucht auch kein Geschichte oder Geografie einzeln. Dafür hat man ja Gewi, wo dann noch Sozialkunde Politik und sowas hinzukommen. Und neuerdings muss man sich auch verpflichtend mit religiös ethischen Fragen beschäftigen LER .... Lebenseinstellung Ethik Religion. Aha.... Wat soll ein Mix aus Werken Arbeitslehre und Technik werden.

      Fragen der Eltern....

      Haben Lehrer nicht nur meist 1-2 Fächer, die sie hauptsächlich unterrichten und für die sie ausgebildet sind? Wie soll eine Fachkraft denn in drei Fächern so gut sein, dass nirgendwo Defizite entstehen??? .... Antwort: Sie müssen sich halt weiterbilden.

      Wie genau kann man dem Schwachsinn entgehen? Wohin muss man umziehen?

      Ist das nur für staatliche Schulen?

      Wer denkt sich so schnell sowas aus?

      Gilt das nur für Brandenburg Berlin?

      Was macht man wenn man umziehen muss? Ist das überhaupt auf Systeme anderer Bundesländer /Länder übertragbar?

      Haben die Kinder jetzt überhaupt noch Chancen auf dem Gymnasium klar zu kommen mit Nawi Gewi anstatt den Einzelfächern?

      Sind die Gymnasien darauf eingestellt?

      Und die Lehrer?

      Und wissen sie überhaupt an dieser Schule was sie dann da machen müssen?

      Die Antworten waren alle....diplomatisch.....ahnungslos.... Optimistisch....wir werden sehen.

      Die Reaktionen der Eltern mit vielen Fragezeichen, was das für die Bildungschancen der Kinder und ihre weiteren Wege in der Welt bedeutet.

      Viele Fragen ....wenig Antworten. Unsere Kinder als Feldversuch.

      Also, wer hat denn nun irgendwie vergleichbare Erfahrungen von euch? Wie ist das bei euch? Gibt es zusammenhängenden Unterricht? Wie Qualitativ ist der? Wie gut sind die Lehrer dafür geschult? Und wie läuft der Übertritt? In BB gibt es das Gymnasium ja regulär erst ab Klasse 7.

      Mich interessiert einfach ob noch irgendwer im Reformdschungel mehr weiß, wie das gehen soll und was besser schlechter daran ist. Ob es das in anderen Bundesländern Ländern gibt.


      Oder ob das nicht eine dieser unheimlich innovativen Ideen aus dem Ausland ist, die hier zu Lande zu schlecht umgesetzten Einsparprogrammen für die Bildung verkommt..... was ich leider befürchte.

      Auch wenn ich persönlich durchaus nachvollziehbar finde manches fachübergreifend und zusammenhängend zu unterrichten.

      Wer weiß..... vielleicht wird es ja tatsächlich gut??? Aber so richtig viel Sicherheit im Sinne guter Erfahrungen konnte man uns nicht geben.

      • (2) 06.06.18 - 16:04

        Hallo,

        bei uns (NRW) gibt es solche Fächerkombinationen nur an der Gesamtschule/Realschule und Hauptschule. Am Gymnasium ist das noch ganz normal in einzelne Fächer unterteilt.

        Lg

        • (3) 06.06.18 - 16:20

          Ich weiß auch nicht wie das auf dem Gymnasium gehen soll. Gibt es nicht irgendwelche halbwegs einheitlichen Richtlinien dahingehend was LK und GKs - und überhaupt prüfbare Fächer - sind.

          Angeblich sollen die Gymnasien das Gewi Navi System übernehmen. Würde aber ja heißen dass man In BB ein komplett anderes Abi macht weil keiner ausdifferenzieren könnte, worin man nun gut oder schlecht war. Ich konnte zum Beispiel immer gut Bio. Da hab ich sogar Abi mit 1 drin gemacht, aber in Chemie war ich ne null... Und hab es echt nur haarscharf bis Klasse 11 geschafft, wo man es glücklicherweise loswerden konnte. Sowas ....geht ja dann gar nicht mehr....

          • (4) 06.06.18 - 16:24

            Aber auch wenn man die Fächer einzeln betrachtet, gibt es doch Inhalte, die einem besser liegen als andere. Ich war in Biologie auch gut. Genetik und Ökologie lagen mir trotzdem mehr als Neurobiologie. In die Note flossen alle Bereiche ein.

            Jetzt fließen eben weitere Inhalte mit ein, die ja aber auch mit all dem zusammenhängen.

        (5) 07.06.18 - 07:46

        Hallo,

        an unserer Realschule (NRW) gibt es so einen Quatsch nicht. Da werden die Fächer einzeln erteilt.
        Das kenne ich nur von den Gesamtschulen.

        LG
        Tanja

        (6) 07.06.18 - 13:23

        Nicht unbedingt, wir sind auch aus NRW und es gibt seit Jahren hier in den unteren Klassen 5 und 6 das Fach NaWi. Ist eine Mischung aus Bio, Chemie und Physik allerdings je nach Lehrer, bei unserer Lütten, sehr Bio geprägt.

    (9) 06.06.18 - 16:20

    Hallo,

    mein Rat: Versuch dich zu entspannen! Es wird sich schon alles finden.

    LER und WAT sind nicht neu, beides gab es schon vor vielen Jahren, allerdings in den höheren Klassenstufen und nicht durchgängig. Da sind die "Feldversuche" wahrscheinlich abgeschlossen und man führt die Fächer nun auch in den unteren Klassenstufen ein.

    Die Zusammenfassung der Naturwissenschaften gibt es auch in anderen Bundesländern. Biologie und Chemie hängen nunmal zusammen und sollen nicht mehr getrennt von einander betrachtet werden. Außerdem kommt man damit wahrscheinlich auch dem Mangel an ausgebildeten Lehrern entgegen #schein

    Diese erhalten Weiterbildungen und neue Lehrer werden gleich entsprechend ausgebildet. Da kann man immer Glück oder Pech haben. Was nutzt ein Lehrer, der fachlich top ist, aber nicht erklären kann...

    Versuchskaninchen war ich übrigens auch - sowohl in meiner Schulzeit als auch im Studium. Ständig hat sich etwas verändert und irgendjemand musste ja der Erste sein. Das war früher wie heute so.

    Ich denke auch, dass die Kinder trotzdem auf dem Gymnasium klarkommen werden. Wie soll der Übertritt schon laufen? Wie immer. Es wird Kinder geben, die auf dem Gymnasium zurechtkommen und Kinder, die dort fehl am Platz sind.

    LG

    (10) 06.06.18 - 17:29

    Hast du früher irgendwann in deiner Schule gelernt, was NAturWIssenschaftliche Fächer sind? Das hieß nämlich auch früher schon so. Da die Stunden in der 5. Klasse für Bio, Chemie und Physik so minimal sind, hat man es einfach zusammengefasst. Ab Klasse 6 wird langsam ausgegliedert. Macht auch Sinn. Mein Sohn hat das Fach jetzt insgesamt 4 Stunden pro Woche. Damit kann man ein Thema sogar den Kids sinnvoll und schnell beibringen. Es braucht dazu eben nicht ein Halbjahr. Eine ziemlich kinderfreundliche Erfindung also. Es macht keinen Spaß, wenn der Lehrer nur eins Stunde pro Woche ein Fach unterrichten darf und in der Stunde braucht er dann mindestens 15 Minuten, damit der Stoff der letzten Stunde wiederholt wird.
    GeWi, kenne ich jetzt nicht - ich nehme aber an, dass ist identisch mit unseren Gl- Gesellschaftslehre. Das beinhaltet Geschichte, Gesellschaftskunde, Politik und Geographie. Aber auch hier gilt, dass ab Klasse 6 die ersten Fächer ausgegliedert werden.
    Ethik ist bei uns verpflichtend für Alle.
    Und ein Berliner, der über einen Mix aus AL, Technik und Werken schimpft, weil angeblich keine Erfahrungen vorliegen.... - nun, wenn irgendwo Erfahrungen über solche Unterrichtsfächer vorliegen, dann ja wohl im östlichen Teil Deutschlands.

    (11) 06.06.18 - 17:55

    In jedem BL denken sich Schulpolitiker was Tolles aus. Dann zieh nach Bayern. Da ist die Welt noch halbwegs in Ordnung. 😁

    (12) 06.06.18 - 19:43

    Huhu.
    In Berlin und Brandenburg geht die Grundschule ja bis klasse 6.
    In Berlin studierst du Mathe deutsch sachunterricht und dazu kannst du dir eine Vertiefung wählen. Das kann nawi gewi englisch usw sein.
    In nawi hast du dann Bio Physik Chemie im Studium (neu musst du nur noch 2 davon belegen) in gewi weiß ich es nicht genau.
    Ich persönlich finde die Zusammenlegung sinnvoll denn wie erklärst du z.b. Funktionen im menschlichen Körper ohne Chemie (Stoffe im körper) Biologie (Vererbung) Physik (optik). Es hängt ja doch oft zusammen und wenn man ein Thema richtig behandeln will muss es Fächerübergreifend unterrichtet werden. Ähnlich bei gewi. Nimmst du zb. 2. Weltkrieg ist grundsätzlich Geschichte aber wie kam es dazu (soziales Gefüge) welche politischen Dinge spielten eine Rolle. Ggf den Bezug zur aktuellen Lebenswelt wie sind die sozialen Gefüge heute wie sieht heute die politische Lage aus usw.
    Liebe Grüße

    • (13) 07.06.18 - 09:06

      In B-W sind die Fächer getrennt, und der Lehrplan berücksichtigt, dass Vorkenntnisse (Chemie-Biologie) oder (Geschichte-Gemeinschaftskunde- z.T. Deutsch) vorhanden sind.

      Hier gibt es ein einziges solche Kombifach als Wahlfach ab Klasse 8 "NWT" (Naturwissenschaft und Technik). Für dieses Fach gibt es lt. Rektor in ganz B-W keine 50 studierten Lehrer, an der Schule meines Sohnes überhaupt keinen. Daher unterrichten hauptsächliche Erdkunde- und Biolehrer - und die Technik bleibt auf auf der Strecke, da geht es um Ernährung, Bodenproben etc...

      Ich bin für klare Fächer und kluge Lehrer, die den Boden zu verwandten Themen schlagen. Kann dich völlig verstehen, dass du kein Freund von solchen Black-Box-Fächern bist.

(14) 06.06.18 - 20:40

Huhu,
ich berichte dir mal aus der Sicht einer sogenannten NaWi - Lehrerin. Ich unterrichte allerdings an einer Oberschule, die vor allem Hauptschüler und Förderschüler beherbergt. Deswegen kann ich dir wenig über Gymnasien berichten.
Zunächst: Wir haben Lehrermangel. Es gibt Schulen, da kommen auf sieben Klassen fünf Lehrer. Es ist einfach ein total großes Problem. Das lässt sich nicht ändern, es gibt kaum Leute, die sich für den Lehrerberuf entscheiden. Blöde Geschichte allerdings ist es nicht ohne weiteres und vor allem kurzfristig zu lösen. Deswegen müssen wir mit dem klarkommen, was es gibt.
NaWi kann ganz unterschiedlich gestaltet sein. Man kann es epochal unterrichten also z.B. in Semester oder Trimester aufgeteilt. (Hast du an manchen Privatschulen übrigens auch). Dann kann es aber auch sein, dass die Fächer gemeinsam unterrichtet werden. Das wäre der didaktisch (in meinen Augen) sinnvollere Weg. Allerdings ist das schwierig umzusetzen. Ein Beispiel, damit du dir das vorstellen kannst: Wir unterrichten Jahreszeiten. Im Bereich Bio lernen die Kinder die Anpassungen von Pflanzen und Tieren, Frühblüher etc. kennen. Der Storch wird behandelt, dabei kann die Physik des Fluges und Magnetismus abgehandelt werden.
Weiteres Beispiel: Wetter. Ich habe Physik im Bereich Wärmelehre, ich habe Chemie im Bereich Teilchenmodell, ich habe Auswirkungen auf den Menschen (Bio) und sogar noch Erdkunde. Es ist also möglich den Unterricht so zu gestalten, dass die Fächer abgedeckt werden. Vor allem werden die Kinder so vorbereitet, dass sie die Umwelt als ganzes wahrnehmen und sehen, dass die Wissenschaften eng miteinander verknüpft sind. Es ist aber auch eine Herausforderung die Unterrichtseinheiten entsprechend zu gestalten. Ob es an der zukünftigen Schule gut klappt: Weiß keiner. Es ist aber didaktisch gesehen sehr modern. Ein Nachteil ist dabei immer, dass wahrscheinlich einzelne Fächer ein wenig zurückstehen.
Ich habe übrigens die Fächer Biologie und Deutsch studiert. Ich bin somit für Physik und Chemie nur zum Teil gerüstet. Es obliegt somit meiner Verantwortung über Fortbildungen und im Gespräch/ der Planung mit meinen Kollegen, mich weiterzubilden und so fit für den Unterricht zu bekommen. Es werden übrigens an den Unis immer seltener überhaupt noch Chemielehrer ausgebildet. Das ist also ein allgemeines Problem.
Wenn ich mich recht erinnere, gab es bei uns in Nds. zur Zeit der Orientierungsstufe auch Fächer wie Wuk. Es ist im Grunde genommen also nichts neues.
Ich hoffe ich konnte dir helfen.
Liebe Grüße #winke

  • Ja, konntest du wirklich. Ich kann mir das mit den Verbindungen in der Praxis selber nicht so gut vorstellen. Vermutlich weil wir es eben selbst nicht so hatten. Es klingt im Wesentlichen so, dass der Vorteil eine zusammenhängende "ganzheitliche" Sicht auf ein Thema eröffnet, die Qualität nun aber einfach noch mehr mit dem Weiterbildungs und Gestaltungsengagement des Lehrers steht und fällt.

    Wuk... Oh ja. Kenne ich auch noch :-D

(17) 06.06.18 - 23:26

Ja, andere Bundesläbder handhaben das auch so. In Thüringen gibt es beispielsweise in den Klassenstufen 5 und 6 MNT (Mensch-Natur-Technik) als Zusammenspiel von Biologie, Physik und Chemie.
Eigentlich ist diese Unterrichtsform genau das , was man erreichen möchte: Echtes Lernen, indem Zusammenhänge beleuchtet werden (Beispielsweise chemiesche Prozesse bei Pflanzen, Hebelgesetze und Kraft am Beispiel des menschlichen Körpers). Das macht die Themen für die Kinder gerade zu Beginn des richtigen naturwissenschaftlichen Unterrichts wesentlich greifbarer als das reine Pauken von Formeln in Physik, Reaktionsgleichungen in Chemie und Pflanzenteilen in Bio.
Geschichte versteht man nur wirklich, wenn man die Orte auch geografisch einordnen kann. Nur, wenn man weiß, wie Klima und Vegetation in den Alpen sind, kann man die Feldzüge Hannibals einordnen. Die Bedeutung von Religionen für die politische Entwicklungen der damaligen Zeit begreifen usw...
Fehlt mir dieser Überblick, kann ich gute Noten schreiben, wenn ich brav Namen und Jahreszahlen auswendig lerne. Aber genau das wird ja am Bildungssystem u.a. immer wieder kritisiert: Bulemielernen ohne wirkliches Verständnis.

Ja, da werden beispielsweise in Nawi Lehrkräfte vor den Kindern stehen, die nicht Chemie, Physik und Biologie studiert haben, sondern lediglich eines oder zwei dieser Fächer. Aber mal ganz ehrlich: Der Stoff ist bis einschließlich zur 10. Klassen nun auch wirklich kein Hexenwerk. Das heißt, dass jemand, die*der ein MINT-Fach studiert hat, grundsätzlich in der Lage sein sollte, sich das notwendige Wissen der anderen Fächer aneignen zu können.

  • (18) 07.06.18 - 08:04

    Hätte ich mal deinen Beitrag zuerst gelesen, hätte ich mir mein Plädoyer sparen können. ;-)
    Genau so sehe ich das das auch! Der Einstieg in die Themen wird erleichtert, in dem keine Formeln gepaukt werden, sondern in dem erst einmal - sehr praxisnah und mit Experimenten - die Gesetzmäßigkeiten, Phänomene und Zusammenhänge vermittelt werden.

    Ich finde das super und wünschte mir, ich hätte in der Schule damals schon so viele tolle Möglichkeiten gehabt. In Bio war das höchste der Gefühle ein ausgestopftes verstaubtes Präparat und diese tollen eingerollten Schautafeln.
    Heute hat die Schule Terrarien mit Schnecken und Insekten, Mikroskope etc.

(19) 07.06.18 - 07:20

Hallo.

Ich habe am 19.6. dahingehend eine Elternversammlung. Mein Sohn kommt auch in die 5. Klasse. Ich kann ja mal berichten, wie es bei mir ausgegangen ist. Bin mal gespannt.

LG

PS: Ich komme aus Biesenthal.;-)

(20) 07.06.18 - 07:37

Hallo,

hier in Thüringen gibt es in der 5. und 6. Klasse auch kein Bio, Physik und Chemie. Das ist zusammengefasst MNT (Mensch-Natur-Technik). Unterrichtet wird es hier von dem Lehrer, der Bio und Chemie unterrichtet. Erst ab Klasse 7 sind die einzelnen Fächer getrennt. Soweit ich weiß, ist das in vielen Bundesländern so. Da heißt es dann nur anders. MNT hat hier an HSK (Heimat-Sachkunde) aus der Grundschule angeschlossen. Im Prinzip waren nur Geo und Geschichte wirklich neu.

LG
Michaela

(21) 07.06.18 - 07:57

Physik, Chemie und Bio hatte man "früher" am Gymnasium erst ab der 6. oder 7. Klasse.
Es ist doch toll, dass diese Themen nun schon in der 5. Klasse behandelt werden. Der Einstieg wird dann leichter fallen.
Ich hatte Physik damals in Bayern ab der 7. Klasse, es ging direkt mit Formeln los. Meine Kinder hatten Physik ab der 6. Klasse, aber es wird dort noch nicht gerechnet, sondern es werden physikalische Phämomene erschlossen, auch viel mit Experimenten.
Mein Sohn hat gerade mit seinem Freund den "Cool bleiben" Wettberb gewonnen, bei dem die Aufgabe war, ein Behältnis zu bauen, das einen Eiswürfel möglichst lange kühl hält. Ich denke, durch diese Art von Einstieg werden meine Kinder einen besseren Zugang zu Naturwissenschaften erhalten als ich damals.

Auch Geschichte, Politik und Sozialkunde wurde vorher erst in den höheren Klassen gelehrt. Ich finde es gut, dass diese Themen nun schon früher als Kombifächer eingeführt werden.

Ob man das Fach nun einfach Ethik, Praktische Philosophie oder Lebenseinstellung nennt, ist doch zweitrangig, wichtig sind die Themen. Mein Sohn hat in Philo so Themen behandelt wie "Was ist schön?", "Darf man Tiere essen?", "Körpersprache" und "Cybermobbing". Auch hier bin ich ein Fan!

Werken, Arbeitslehre, Technik... darunter kann ich mir wenig vorstellen (was ist Arbeitslehre?), aber für mich klingt es spannend.

Gibt es noch Kunst, Musik und Theater, wie heißt das Fach denn? KuMuTh? :-p

Die Welt um uns ändert sich und es sind in Zukunft andere Fähigkeiten gefragt als vor 50 Jahren. Sinnvoll und notwendig, dass die Lehrpläne angepasst werden. Nicht immer gelingt das im ersten Wurf, aber es wird schon in die richtige Richtung gehen...

LG, Felisha

  • (22) 07.06.18 - 09:12

    "Physik, Chemie und Bio hatte man "früher" am Gymnasium erst ab der 6. oder 7. Klasse."

    Biologie wurde in Brandenburg "früher" bereits in der Grundschule, ab Klasse 5, unterrichtet. Ebenso Geographie, Geschichte und Politische Bildung. Physik ab Klasse 6. Die Fächer werden also nicht früher eingeführt, sondern verbunden. Ethik gab es als solches lange Zeit gar nicht, da kein Ersatzfach für Religion benötigt wurde.

(23) 07.06.18 - 08:18

Ich kann hier vom Gymnasium unserer Kids in HH berichten. Es gibt in Klasse 5 u. 6 das Fach NWT (Natur-Wissenschaft-Technik)...das ist eine Mischung aus Bio,Physik,Chemie,Technik ....erst in Klasse 7 werden diese Fächer dann einzeln unterrichtet.Der Klassenlehrer unserer Tochter unterrichtet das Fach z.Bsp. ,ich finde es sehr gut ...viele Sachen sind doch auch fächerübergreifend.
Der Lehrer hat z.Bsp. auch einen Bienenstock an d. Schule ,es gibt einen Schulgarten usw. ,es wird echt toll unterrichtet ....

LG Kerstin

(24) 07.06.18 - 09:17

Worüber man sich so Gedanken machen kann...


Meiner Meinung nach ist vollkommen egal, wie man die Fächer nennt. Bio, Physik und Chemie sind doch eigentlich sowieso ein Fach.

Mein großer Sohn hatte das Glück, dass eine Lehrerin sowohl NaWi als auch Kunst in seiner Klasse unterrichtete. Die freute sich wie Bolle, dass sie alle Fächer miteinander verbinden konnte, weil in Bio und Physik z.B viel gezeichnet wird. Die Kinder haben echt viel gelernt und sind im Vergleich zu Schülern von anderen Grundschulen auf dem Gymnasium bestens gerüstet. Außerdem hatten sie großen Spaß dabei und waren alle hochmotiviert.

Auf dem Gymnasium werden die Wahlpflichtfächer ChePhy oder BiPhy oder CheBi angeboten. Mein naturwissenschaftlich sehr interessierter Sohn hat aber nichts davon gewählt, weil seine Grundschullehrerin nicht mehr zu toppen ist.
Auch in anderen Fächern wird auf seiner jetzigen Schule manches kombiniert oder in Epochen unterrichtet. Was ist dein Problem damit?

(25) 07.06.18 - 11:03

Ich kann aus Lehrerperspektive etwas Senf dazu geben:
Ich habe an einer Privatschule unterrichtet, die sich auf die Fahnen geschrieben hatte, Kindorientierter zu unterrichten. Die Erkenntnisse der Neurowissenschaften der letzten Jahrzehnte zeigt deutlich, dass das Schubladenlernen nicht der Natur des Menschen entspricht. Daher gehen die Tendenzen immer mehr zum ganzheitlichen Lernen und dahin, handlungsorientierter zu arbeiten. Das bedeutet im Fach Nawi z.B. Wenn man das Thema Fliegen sich vornimmt, dass man sich die physikalischen Grundlagen anschaut, mit Modellen experimentiert und eben auch nach den Besonderheiten beim Vogel schaut. Oder Wasser: ebenfalls ein Gebiet, dass man aus physikalischer, chemischer und biologischer Sicht super unterrichten kann. Man muss nur mal die Lehrpläne nebeneinander legen und wird feststellen, wieviel es Themen zerpflückt wurden, die sich aber viel besser im Ganzen betrachten lassen. Ich hatte an der Privatschule mit meinen Kollegen der Physik und Chemie einen Lehrplan für das Fach Nawi kreiert, obwohl es bei uns die Fächer noch einzeln gibt. Und es war toll, mit den Kindern so zu arbeiten. Ja, es verlangte viel Vorbereitung und der Unterricht musste offener gestaltet werden als der übliche frontale Schubladenunterricht. Aber das Ergebnis war toll: zufriedene Schüler mit echten Aha-Erlebnissen! Das wertet einfach alles auf.
Und zur Qualifikation kann ich nur sagen: ich habe Biologie studiert, mein Studium lief nicht ohne Physik, Chemie, Mathematik, Informatik und Englisch. Was im Studium lief, war um ein Vielfaches intensiver als unsere Rahmenlehrpläne dies vorsehen. Und es ist tatsächlich so: die Weiterbildung liegt ganz in der Verantwortung des Lehrers, im Fach selbst muss man auch weiterlernen, oder man steckt halt seine Nase über den Tellerrand. Wie einige hier schon schrieben: es steht und fällt mit der Bereitschaft des Lehrers/Teams.

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