Freundin in der Grundschule

    • (1) 12.06.18 - 09:29

      Hallo liebe Mitmamas,

      meine Tochter besucht die erste Klasse und hat dort eine Freundin gefunden, die auch ganz in der Nähe von uns wohnt (Kleinstadt). Wir und deren Eltern haben uns gefreut, dass die Mädels sich gefunden haben, zumal Besuche und gemeinsame Unternehmungen (Stadtfest, Schwimmen gehen, Hausaufgaben abholen etc.) auch ohne grosse Logistik machbar sind.

      Nach einiger Zeit klagte unsere Tochter (6), eher so nebenbei, ganz verschämt, dass die sich nicht traue auch mit anderen Kindern in der Pause zu spielen oder sich in der Klasse neben ein anderes Kind zu setzen (die neue Freundin hatte es ihr verboten). Sie dürfe freiwillige Hausaufgaben nur an Tagen machen, an denen Freundin diese auch machen wollte, ansonsten gäbe es Ärger von der Freundin ( "Wir sind doch Freundinnen, du darfst nicht einfach OHNE mich Extraaufgaben machen!").

      Sie weinte in den kommenden Wochen öfter und berichtete, die Freundin fände ihre Kleidung, ihre Frisur oder ihr Spielzeug nicht schön (" Ich soll mir andere Sachen anziehen... ") - wobei sich herausstellte, dass es sich bei den kritisierten Kleidungsstücken und dem Spielzeug eher um begehrte Sachen unter den Kids in der Klasse handelt (Wendepailletten-Shirts etc.) , die die Freundin an solchen Tagen mal nicht mithatte bzw. trug.
      Gespielt wurde wohl in der Pause hauptsächlich nur, worauf die Freundin Lust hatte.

      Meine Tochter hatte riesig Angst vor der Wut der Freundin, wenn mal was gegen deren Willen geschehen sollte. "Die grenzt mich dann aus, schimpft bei den anderen über mich, sagt Schimpfwörter über mich und dann lässt sie mich stehen und redet den Tag nicht mehr mit mir." Meine Tochter ist da aus weniger hartem Holz und nimmt sich so etwas zu sehr zu Herzen.

      Ich habe dann ein Gespräch mit der Lehrerin gesucht und meine Tochter berichten lassen, damit sie ein wenig Mut entwickeln konnte, sich auch mal zu wehren oder selbst zu entscheiden, Extra-Hausaufgaben zu machen. Die Lehrerin hatte die Probleme selbst schon bemerkt, die zwei auseinandergesetzt und ermutigte meine Tochter auch mal mit anderen zu spielen. Wir luden dann auch mal andere Kinder ein und reduzierten den Kontakt zur Freundin ein wenig und bestärkten unser Kind, den Streit auch mal auszuhalten und sich nicht immer vollkommen dominieren zu lassen.

      Die Eltern des Mädchens sprach ich nicht an, wir kennen uns noch nicht lange\gut und ich könnte mir vorstellen, dass die "Kritik" an ihrem Kind persönlich nehmen würden (beim eigenen Kind ist man immer recht empfindlich, finde ich). Sie sind zum Teil impulsiv und recht streng zur Tochter und hätten diese wahrscheinlich auch "runtergeputzt", was die Stimmung unter den Kindern wohl nicht entspannen würde.

      Nun forscht die Mutter ständig, warum wir denn ein wenig auf Abstand gegangen sind und uns nicht mehr so oft melden. Grundsätzlich spielen die zwei gerne zusammen, das sieht auch die Mutter. Auf Dauer merke ich jedoch, wie meine Tochter weinerlich und unsicher wird, wenn sie nur mit der dominanten Freundin spielt und sich nicht auch mal abgrenzt, streitet und mit anderen spielt.

      Sollte man sich als Eltern überhaupt einmischen oder eher die Kids das regeln lassen? Ist es sinnvoll das auf die Eltern auszudehnen und dann evt. einen "unter-Eltern-Streit" zu provozieren oder ist es sogar daneben die andere Partei nicht zu informieren. Wir sehr ihr das?

      (5) 12.06.18 - 09:53

      Da deine Tochter noch sehr jung ist, hätte ich in so einem Fall auch den Kontakt eingeschränkt. Du hast die Eltern schon höflich-diplomatisch umschrieben. Es wird wohl einen Grund haben, warum die Freundin so dominant ist. Ich würde bei solchen Eltern nicht direkt die Wahrheit sagen. Ganz höflich-diplomatisch wie Du bisher warst, würde ich so weitermachen. 3 Jahre sind lang und bei manchen Eltern hält man lieber Abstand. ;-)

      Alles Gute!

      Wir sind in ähnlicher Situation mit unserem Jüngsten (2. Klasse), allerdings ohne diese Unterdrückungsnummer, das lässt der Jüngste sich nämlich nicht gefallen.
      Die 2 kennen sich seit dem Kindergarten und waren die ganzen Jahre beste Freunde.
      Dann fing der Freund an, alles schlecht zu machen, was Kleinsohn hat und macht und sich selbst als supertoll darzustellen und anzugeben ohne Ende.
      Tja, irgendwann hatte Kleinsohn die Nase voll und suchte sich andere Freunde-das passte ihm natürlich nicht und er wurde gewalttätig.
      Der Mutter braucht man damit nicht zu kommen, sie sucht die Schuld grundsätzlich bei anderen Kindern.
      Inzwischen bewirft der Junge unseren Sohn und seine Freunde in den Pausen mit Sand und kleinen Steinen...wenn die zurück werfen, dann geht der Junge petzen, aber die Lehrer wissen inzwischen Bescheid und gehen da nicht drauf ein.
      Wenn das jetzt so weiter geht, werde ich mich wohl auch nochmal an die Klassenlehrerin wenden müssen, dass sie in den Pausen mal ein Auge auf die Gruppe hat und den Jungen vielleicht mal woanders hinschickt zum spielen.
      Du hast bisher alles richtig gemacht, auf Nachfrage der Mutter würde ich sagen, dass sie wohl mal eine Auszeit voneinander brauchen.

    • Du kannst doch einfach sagen, dass in dem Alter Freundschaften noch nicht so fest sind und du dich da nicht einmischt

      Hallo...

      unsere Tochter ist bzw. war in einer ähnlichen Situation, sie ist allerdings schon in der 4. Klasse.
      Seit dem KiGa kennen sich die Kinder alle untereinander, sie sind auch alle in eine Klasse gekommen, was ich heute als Fehler sehe. Ein Junge mit dem sie sehr gut befreundet war, ist heute ein richtiger Mobber. Er beschimpft unsere Tochter, macht sie bei anderen Kindern schlecht, wird handgreiflich usw.

      Warum er das macht? Ich kann mir denken, dass er einfach nur eifersüchtig ist und die volle Aufmerksamkeit von ihr haben möchte. Diese gibt sie ihm allerdings nicht mehr. Unsere Tochter ist sehr beliebt in der Klasse, ist sehr selbstbewusst, weiß was sich gehört du was nicht, sagt offen ihre Meinung. Sie sagt von sich aus, dass sie sich ihre Freunde selbst aussucht und auf solche Menschen verzichten kann. Sie ist heute soweit, dass sie Situationen verlässt, wenn sie merkt, dass er wieder Ärger machen will.

      Wir als Eltern haben uns nicht eingemischt. Aber die Mutter des Jungen hat uns gefragt, warum sie nicht mehr zum spielen usw. kommt. Daraufhin hat unsere Tochter ihr zu verstehen gegeben, dass sie den Kontakt nicht mehr möchte. Seit dem herrscht auch Funkstille zwischen uns Eltern, was ich absolut nicht verstehen kann. Selbst zur Abschlussfeier der Grundschulzeit wird sie mit ihrem Sohn nicht kommen, was ich sehr schade finde, denn es ist ein Fest für die Kinder.

      Bestärke dein Kind, damit es selbstbewusster wird und selbst entscheidet, was gut und was nicht gut ist. Gib ihr den Mut es auch zu sagen.

      Alles Gute & VG
      xam.

      ja die Geschichte kommt mir bekannt, soeine Freundin hatte meine Tochter auch mal, das beste war den Kontakt komplett einzuschränken, meiner Tochter habe ich damals gesagt, das echte Freunde soetwas nicht machen ... sie fühlte sich auch befreit, als sie von uns zu hören bekam das sie mit dem Mädchen nicht mehr spielen muss...allerdings präge sie diese erfahrung, nach dem Mädchen sortierte meine Tochter zwischen Freunden und bekannten...

      Hallo ☺️

      Meine Tochter besucht noch die vierte Klasse. Ich kenne das Geschriebene von dir wieder, solche Situationen hatten wir öfter- mit verschiedenen Kinder und sogar meine Tochter war mal in der Rolle, als dass sie eine Freundin völlig für sich beanspruchen wollte.
      Ich habe dies selbst beobachten können und durch Gespräche hat sich die Situation entspannt. Als meine Tochter eine sehr dominante Freundin hatte, habe ich ihr den Umgang nicht untersagt aber immer wieder mit ihr darüber gesprochen.
      Zur Sozialkompetenz gehört ja nicht nur dazu, dass Kinder lernen im Umgang mit anderen fair zu sein und nicht immer das Sagen haben zu wollen, sondern auch mit Kindern, die eine solche Eigenschaft besitzen, umgehen zu können. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder es eigentlich ganz gut schaffen sich abzugrenzen, wenn es ihnen keinen Spaß mehr macht und es zu viel des Guten wird. Ich finde es wichtig, dass Kinder diese Erfahrungen machen können. Ich würde mich nur aktiv einmischen, wenn die Ausmaße wirklich so weit gehen, dass das Kind tatsächlich starke Probleme dadurch hat, selbes gilt auch für Eltern , auch da würde ich persönlich warten, bis ich Kontakt aufnehmen würde.

      Die Eltern streiten und diskutieren vielleicht ( schon erlebt, aber nicht persönlich) und die Kinder hocken schon längst wieder zusammen und haben alles wieder vergessen 😀

      Hallo, ich finde, du bist den richtigen Weg gegangen, die Eltern des Mädchens würde ich da nicht weiter involvieren. Kinderfreundschaften wechseln eben auch mal, auf Nachfrage würde ich da locker und unverbindlich sowas wie "Ach, du weißt doch, wie die Mädels manchmal sind" antworten.
      Ich würde den Kontakt mit dem dominanten Mädchen nicht forcieren, es reicht, wenn sie ab und an in der Schule zusammen spielen. So ein einseitiges Bestimmen ist auf Dauer nicht gesund und deine Tochter wird merken, dass ihr andere/ verschiedene Kontakte gut tun. Alles Gute!

    Kinder können das nicht alleine aregeln, deswegen finde ich es super, das du den Kontakt zwischen den beiden enschränkst.
    Schau mal, ob ihr in der Nähe einen Selbstbehauptungskurs (nicht Selbstverteidigung) für Kinder gibt. Dort lernen sie mit solchen Situationen umzugehen, Nein zu sagen und sich mit der Sprache zu wehren. Kann deiner Tochter nicht schaden, wenn sie diesem Mädchen die Stirn bietet.
    Das Problem wird nämlich auch sein, das andere Mädchen - die vielleicht das Spiel schon durchschauen wie falsch das andere Mädchen ist, Abstand von deiner Tochter nehmen, weil sie ja mit ihr befreundet ist.

    lg
    lisa

    Meine Tochter hat eine sehr nette Freundin, die auch manchmal (früher oft, inzwischen selten) solche Anwandlungen hat, und sich z.B. zurückgesetzt fühlt, wenn meine Tochter auch mit anderen Freunden spielt.
    Wenn sie über merkwürdige Situationen berichtet hat (Freundschaftsarmband wurde wieder eingezogen etc.), habe ich meiner Tochter gesagt, dass es eine Stärke ist, wenn man nicht rumzickt, und solche "Spielchen" einfach abhakt. Und dass ich stolz bin, dass sie das schon kann. Und dass manche Kinder das etwas früher und andere etwas später lernen, und das ganz normal ist. So war es dann auch.

    Die beiden sind immer noch sehr enge Freundinnen, aber beide haben auch andere Freundinnen. (In ganz akuten Situationen haben wir Mütter uns auch mal kurzgeschlossen, als das komplizierte Mädchen Abends mal sehr geweint hat und die Mutter aus ihren Schilderungen nicht verstehen konnte, was das Problem ist. Wir Mütter waren uns beide einig, dass wir uns da weitgehend raus halten.)

    Ich würde mich möglichst nicht einmischen, aber meine Tochter eben ermutigen, das zu tun, was sie für richtig hält, und durchaus mal anzusprechen, wie ein Verhalten wirkt. Also dass es der Vorteil der der Dominanz ist, sich in seinen Wünschen durchzusetzen, der Nachteil aber ist, dass andere irgendwann keine Lust mehr haben mit einem zu spielen. Oder dass die Unterordnung den Vorteil hat, dass es keine Konflikte mit der dominanten Freundin gibt, der Nachteil aber ist, dass man eigene Wünsche ständig zurück stellt. Und dass es wichtig ist, einen Weg finden, der sich für beide gerecht und richtig anfühlt.

    In dem Alter lernen die Kinder gerade in solchen Freundschaften ganz viel Sozialverhalten. Offensichtlich muss die Freundin einfach noch ein paar Erfahrungen machen. Das heisst aber nicht von vornherein, dass sie keine gute Freundin für deine Tochter ist, insbesondere, wenn die beiden meistens schön miteinander spielen.

    (15) 12.06.18 - 20:03

    Ich finde sehr Schade, dass in keinen der Antworten zu finden ist, es einfach den Eltern direkt zu sagen. Wie soll sich ein Verhalten ändern, wenn man sich einfach zurück zieht? Ich hatte eine ähnliche Situation mit einer befreundeten Familie. Wir haben ganz offen mit den Eltern gesprochen und sie hatten die Möglichkeit zu reagieren.
    Ich würde der Mutter die Situation schildern. Was zu Hause läuft, kannst du doch garnicht beurteilen.

Top Diskussionen anzeigen