Respektlosigkeit; Konsequenzen für 7 Jährigen

    • (1) 20.06.18 - 10:17

      Hallo zusammen.

      Mein Sohn (7,5) geht in die 1. Klasse. Er war schon immer hibbelig, in manchen Situationen überdreht, aufmüpfig (das letzte Wort). ADHS kann ausgeschlossen werden. Er kann sich gut konzentrieren, kann gut alleine spielen, Dinge kombinieren, lässt sich im Spiel was einfallen (improvisieren). Schulisch gesehen kommt er trotz allem gut mit und ist auf Stand.

      Sein Verhalten ist aber seit ca einem halben Jahr grenzwertig. In der Schule ist es so geregelt, dass nach dem Unterricht der Hort die Kinder übernimmt. Es gibt dann für die 1. Klasse nach der 4. bzw. 5. Std (je nach Tag) Mittagessen und eine halbe Std. ruhen oder freies Spiel, je nach dem wie die Kinder "drauf" sind. Dann gibt es nochmal eine 3/4 Std. Lernzeit (Hausaufgabenzeit). Diese wird zusammen mit Hortner und Lehrer betreut.
      In all den Jahren (meine Tochter ist 6. Klasse dort) lief dieses System super. In diesem Schuljahr in dieser Klasse ist alles anders. Es sind in der Klasse mehrere Jungs mit Defiziten. Sie hören gar nicht hin, wenn jmd was sagt, albern rum, lachen über alles, auch über Mecker oder Strafen. Ich habe hospitiert und mich erschrocken über diese "Machtlosigkeit" der Erwachsenen.

      Mein Sohn hat sich, sagen wir mal, davon inspirieren lassen, da es heute leider keine wirklichen Konsequenzen der Lehrer geben darf. Teilweise wird es sogar darauf angelegt, vor die Tür gesetzt zu werden, dann muss wenigstens kein Unterricht oder Lernzeit oder auch Ruhen mitgemacht werden. Mit den betroffenen Eltern gab es mehrere Gespräche. Ich komme mir nur leider so vor als wäre ich die Einzige, die beim eigenen Kind ein Fehlverhalten sieht. Die anderen finden ihre Jungs ja gar nicht so schlimm und meinen die Lehrer/Hortner sind nur zu doof ihre Arbeit zu machen. Ich sehe das definitiv anders.

      Nun ja, wir haben einige Sachen probiert wie Belohnungskalender, Stubenarrest, Medienverbot, Spielbesuche gestrichen. Das hält dann auch für ne Weile an und die Lehrer können über meinen Sohn nichts schlimmes sagen. Er hat nur hin und wieder ein vorlautes Mundwerk (nicht beleidigend oder so) aber sagt zB ganz offen, dass er für diese Aufgabe grad "keinen Bock" hat und zieht das auch durch. Heißt, Stift wird weggelegt und es wird nichts mehr gemacht. Er muss es nachholen, keine Frage, aber zH wird dann geheult und gemeckert, wie unfair das alles ist. Er fängt dann an, aus Protest zB die Zahlen überdimensional groß zu krakeln oder Wörter extrem in die Länge zu ziehen. Oder er malt eine ganze Seite mit Kringel oder Fratzen voll. Es ist für alle Seiten echt belastend.

      Aus den Schul AG's ist er zwischendurch mal rausgeflogen, weil er nur Faxen gemacht hat. Dann geht es wieder ne Weile gut bis er wieder meint, auffallen zu müssen. Ich kann da auch kein System hinter erkennen. Mal fällt er auf, wenn die anderen Jungs dabei sind, die ihn dann natürlich dafür feiern, weil er sich ja was getraut hat, manchmal brauch er aber diese Bestätigung nur für sich selbst.

      Seit neuestem hat er es auf einen Hortner abgesehen, den er seit dem Kindergarten schon kennt. Ein Mann, gehbehindert und aus Sicht der Kinder auch sonst wohl komplett behindert. Ich selbst mag ihn, da er immer freundlich ist und trotz seiner Beeinträchtigungen auch einen Draht zu den meisten Kindern hat. Den hat mein Sohn aber jetzt schon mehrfach mit Ausdrücken beleidigt oder auch einfach nur aufgemotzt, getreu dem Motto "ich bin stärker wie du". Unmittelbar danach, so sagte man mir, hat er aber wohl gemerkt, dass die Aktion nicht lustig, sondern einfach nur peinlich und dumm war. Jedesmal beim Abholen, wenn mir das gesagt wurde, hab ich ihn mir dann geschnappt und er durfte sich auch in Anwesenheit anderer Kinder entschuldigen. Den Zusammenhang hat er schon verstanden, auch wenn schon ne Stunde vergangen ist.

      Gestern war wieder so ein Sch...tag. Er hat jetzt wieder Stubenarrest, aber diesmal so, dass er nichts außer einem Luftmatratze und Tisch und Stuhl zum Arbeiten im Zimmer hat. Kein Spielzeug, keine Sachen, nichts (wir haben aktuell einen leeren Raum, den wir eigentlich renovieren wollten, aber nun eben dafür nutzen). Gestern "durfte" er dann rechnen, rechnen, rechnen. Und er hat alles richtig gelöst, keine Kritzeleien, hat sauber geschrieben. Habe ihn für den Rest der Woche aus der Schule genommen wegen div. Arztterminen (blöder Zufall).

      Was mich aber wurmt, dass das ja auch keine Lösung sein kann. Sobald ich die Leine wieder lockerer lasse und er wieder mit uns zusammen sitzen darf, dreht er in der Schule wieder frei. Zu Hause benimmt er sich, hilft dann zB auch im Haushalt oder im Garten. Aber in der Schule, insbesondere im Hort ist er ein anderer Junge.

      Ich bin es auch leid, mir den Mund fusselig zu reden, sowohl mit ihm als auch mit den Lehrern/Hortnern. Ich sehe es so, dass im Hort auch härter durchgegriffen werden müsse, aber man sagte mir, was ich auch verstehe, dass denen dort die Hände gebunden sind, da es heutzutage viele Eltern gibt, die nicht mal damit was zu tun haben, dann auf der Matte stehen und sich beschweren.

      So, genug geschrieben. Ideen? Und danke fürs Leben bis hierher.

      nineeleven

      • (2) 20.06.18 - 11:13

        Hallo,

        Ui, du bist aber streng!

        „Er hat jetzt wieder Stubenarrest, aber diesmal so, dass er nichts außer einem Luftmatratze und Tisch und Stuhl zum Arbeiten im Zimmer hat. Kein Spielzeug, keine Sachen, nichts (wir haben aktuell einen leeren Raum, den wir eigentlich renovieren wollten, aber nun eben dafür nutzen). Gestern "durfte" er dann rechnen, rechnen, rechnen. Und er hat alles richtig gelöst, keine Kritzeleien, hat sauber geschrieben.“

        Sowas finde ich ehrlich gesagt heftig und glaube auch nicht, dass solche Maßnahmen sein Empathievermögen stärken oder seinen Respekt vor seinen Mitmenschen festigen.

        Ich finde es gut, dass du das Verhalten deines Sohnes nicht tolerierst aber lass dich doch mal unverbindlich bei einer Erziehungsberatungsstelle beraten, bevor du dein Kind in einem leeren Raum verbannst. Das kann ja nicht die einzige Alternative sein.

        Wäre ein Klassenwechsel oder gar Schulwechsel eventuell möglich?
        Die Grupoendynamik scheint ja unheilvoll zu sein,

        lg

        • (3) 20.06.18 - 11:26

          Hallo! Danke für deine Antwort. Ja es klingt sicher erstmal sehr grob mit dem leeren Zimmer. Nachdem ich aber bei dem anderen Stubenarrest feststellen musste, dass er sich wieder viel zu leicht von anderen Dingen hat ablenken lassen, habe ich mich jetzt eben dazu entschieden. Es wurde mir trotz allem Negativen immer wieder gesagt, dass er auch ganz anders kann. Daher verstehe ich diese Ausritte eben nicht. Und ich glaube, dass er, sobald er wieder Spielerchen machen kann, wieder in die nicht schönen Verhaltensmuster zurückfällt.

          Ich sags dir ganz ehrlich. Er hat den Hortner als "dreckiges mieses Dreckschwein" bezeichnet, weil er das mal irgwo aufgeschnappt hat und lustig fand. Die eigentliche Bedeutung war ihm in dem Moment nicht bewusst. Trotzdem geht das nicht und ich kann und will da auch nichts schön- oder kleinreden.

          Es ist eine kleine Dorfschule mit Klasse 1-6 und insgesamt rund 120 Schülern. Daher geht ein Klassenwechsel nicht, da nur eine 1. Klasse vorhanden ist. Schulwechsel, ja daran hatte ich schonmal gedacht. Aber ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, da er in der Klasse nicht der treibende Keil ist und ich denke, dafür müsste insgesamt in der Klasse mal was passieren.

          Gruppendynamik, ja die ist leider Gottes immens vorhanden. Sämtliche Ideen meinerseits gehen ins Leere, weil auch einfach das Personal dafür fehlt, eine Klasse von 19 Kindern in mehreren Gruppen aufzuteilen.

          Es geht mir mehr darum, wie ich als Mutter ihn zurück auf Spur bringen kann und er sich von diesem Blödsinn endlich mal löst. Er sieht ja auch selber ein, dass der Quatsch den er und die anderen betreiben, blöd für alle anderen (Lehrer, Hortner und Mitschüler) ist. Aber in diesen Moment vergisst er alles und hängt mittendrin.

          Es fällt mir auch mittlerweise wahnsinnig schwer, ihn für gute Sachen oder Tage noch zu loben, einfach, weil ich es nicht fühle, sondern als normales Verhalten voraussetze.

          LG!

          • Wenn er es selbst einsieht, wie blöd und falsch sein Verhalten ist und es trotzdem in gewissen Situationen nicht lassen kann, dann ändern Strafen doch auch nichts daran.

            • (5) 21.06.18 - 08:39

              Und dann zuckt man die Schultern und sagt, das Kind sei eben so, da könne man nichts machen, oder wie?

              Leider haben mittlerweile viel zu viele Eltern diese Einstellung. Diese anderen verhaltensoriginellen Kinder haben wahrscheinlich auch solche Eltern.

              Es gibt drei Möglichkeiten, entweder das Kind ist übermütig, weil es keinen Bock hat, sich empathisch zu benehmen. Dann helfen Strafen durchaus.

              Die andere Möglichkeit ist, dass das Kind ein grundlegendes Problem wegen was auch immer hat. Dann helfen Strafen nicht, und man muss Ursachenforschung betreiben.

              Die dritte Möglichkeit ist eine psychische Störung, bei der man speziell vorgehen muss, aber ADHS wurde hier ja wohl bereits ausgeschlossen.

              • (6) 21.06.18 - 13:05

                Ja, das ist das Problem von Straf-Eltern, dass sie glauben, die einzige Alternative zu Strafen sei Schulterzucken. Hauptsache , erst mal bestraft, bringt zwar nix, aber man hat wenigstens nicht nichts gemacht;-).

                Punkt drei fällt anscheinend aus, wobei es halt wirklich sehr danach klingt, und nicht klar ist, wer das ausgeschlossen hat.
                Bleibt aber immer noch Punkt zwei. Da das Kind Bluter ist, und sowas ja nicht spurlos an einem vorbei geht, wäre Punkt zwei ja nicht unwahrscheinlich.

                Aber man muss schon zugeben, mit Strafen hat man es als Eltern am einfachsten. Auch wenn das Verhalten dadurch nicht besser wird oder häufig sogar noch schlimmer wird, sind alle Betroffenen außer dem Kind zufrieden und als Eltern muss man sich nicht vorwerfen lassen, nur zugeschaut zu haben;-).

      Erstmal ein großes Lob an dich, dass du eine, der wenigen realistische Mutter bist, die nicht nur immer die Schuld bei Anderen sucht.
      Es ist schwer, wenn in Klassen oder Gruppen etliche aufmerksamkeitsdefizite Schüler sind, die Feedback von Schüler durch lachen oder Sprüche wie cool bekommen und es dadurch noch ärger hochspielt, vorallem wenn deren Eltern es einfach ignorieren und den Lehrer etc. die Schuld des Versagens zuschieben. Sowas sind interessenlose oder überforderte Eltern, die durch Ignoration den bequemsten Weg haben.
      Sowas sollte in einem Elternabend von Lehrern und realistische Eltern mal verstärkt als Brennpunkthema angesprochen werden, sofern die betroffenen Eltern zum Elternabend kommen....aus Erfahrung bleiben meist solche Eltern von sowas fern. MIch würde es auch nerven, stets sein Kind wieder als Mitläufer in die soziale Realität holen zu müssen, weil solche Negativerhaltenskinder heutzutage den Ton angeben, was als cool zählt (früher nannte man es eher asozial) .Ich glaube heutztage gibt es keine Klasse mehr, wo vereinzelnte Kinder ein Fall für den Kinderpsychlogen sind, aber solange manche Eltern die Probleme nicht erkennen wollen, wird es schwierig.

      Ich finde es gut, dass du nicht die Augen verschließt und versuchst, deinem Sohn die Grenzen aufzuzeigen. Ich kann mir aber vorstellen, dass es extrem schwierig wird, wenn nicht alle Eltern und Lehrer und Erzieher an einem Strang ziehen.

      Ich würde mich mal erkundigen, was für Projekte / Programme es bei euch in der Nähe gibt, die sich mit Sozialverhalten, gewaltfreier Konfliktlösung & Co beschäftigen. Und dann die Schulleitung mit ins Boot holen und gucken, dass regelmäßig mit den Kindern gearbeitet wird, damit sich diese negative Dynamik gar nicht erst festsetzen kann.

      lg

      Was heißt "ADHS kann ausgeschlossen werden"?
      Er wurde komplett getestet und hat es nicht? Was sagt denn der untersuchende Psychiater zu seinem Verhalten?

      Mein Jüngster hat ADHS. Bei der ersten Untersuchung wollte es die Psychiaterin auch erst ausschließen, weil er sich in der Einzelsituiation auch völlig unauffällig benehmen kann, während er in der Schule völlig abdrehte.

      Während der Schularbeiten alles was ablenkt entfernen ist sicher keine schlechte Idee. Medien reduzieren sicher auch nicht. Aber über solche Strafaktionen kann ich nur den Kopf schütteln, damit kommt man wher nicht weiter.

      (10) 20.06.18 - 12:50

      Lass das ein Scherz sein .
      Du sperrst einen 7-jahrigen ohne alles (keine persönlichen Dinge) in ein leeres Zimmer mit Matratze und Stuhl und rühmst dich? Gleichzeitig nimmst du ihn aus der Schule trotz Schulpflicht. Wenn ich dich kennen würde und so was mit bekäme würde ich ne anonyme Meldung machen beim Jugend-Gesundheitsdienst.
      DU hast echt ein ernstes Problem.
      Bitte geh zu Erziehungsberatung... das ist krank. Ich mag gar nicht lange drum rum reden... aber nichts von dem was du schreibst rechtfertig Knast-ähnliche zustande. Am besten du schiebst ihn noch sein Essen unter die Tür durch.

      • (11) 20.06.18 - 13:24

        Hallo. Ich danke auch dir für deine Antwort.

        Ich rühme mich keineswegs. Wenn du das rausgelesen hast, dann tut es mir leid, mich missverständlich ausgedrückt zu haben. Um ehrlich zu sein bin ich einfach am Ende mit meinem Latein. Ich toleriere es nicht, wenn ein 7 jähriger eine erwachsene Aufsichtsperson beleidigt. Und mit einer Entschuldigung ist es nunmal nicht mehr getan, da er es trotzdem immer wieder tut, um sich entweder selbst was zu beweisen oder die anderen Jungs zu unterhalten. Anstatt Kopfkino, mich anzeigen zu wollen, gib mir doch bitte einen Anreiz, was DU stattdessen machen würdest.

        Ja, ich habe ihn für den Rest der Woche aus der Schule genommen, da wir diese Woche noch etliche Arzttermine haben. Er hat die Bluterkrankheit und hatte eine Gelenkblutung die mit Infusionen behandelt wurde. Jetzt stehen etliche Nachkontrollen an wie MRT, Blutkontrollen und Ultraschall. Er war nach Absprache mit Arzt und Lehrern sogar mit Flexüle in der Schule, um nicht zuviel zu verpassen (ich spritze ihm in Heimbehandlung selber). Aber JETZT geht es nunmal eben nicht anders, da ich schon froh bin überhaupt so schnell einen MRT Termin bekommen zu haben. Das tut hier aber nichts zur Sache, soll dir aber verdeutlichen, dass ich ihn nicht aus Jux und Dallerei aus der Schule nehme.

        LG

        • Diese Erkrankung solltest du bei dem Verhalten im Blick haben! Er merkt in dem Alter, dass er nicht so unverwundbar ist wie ein gesundes Kind und die anderen merken es wahrscheinlich auch. Ich denke, er markiert den dicken Max zum Ausgleich dafür... Schonmal drüber nachgedacht?

          • Ja, auch das haben wir bereits bedacht.

            Nun ist es so, dass seine Krankheit bisher in der Schule nie aufgefallen ist, da wir die Heimbehandlung ja wie gesagt zH machen, die Arztkontrolltermine außerhalb der Schulzeit legen und er sich halt bisher nichts großes getan hat. Jetzt hat er aber dummerweise so arg sein Knie verletzt, dass eine mehrwöchige Behandlung notwendig wurde, auch indem im ein Venenzugang gelegt werden musste um das Spritzen zu erleichtern. Und weil eben die Heilung jetzt so lange gedauert hat, bekommen wir die zusätzlichen Arzttermine reingedrückt, die ich mir leider Gottes nicht aussuchen kann.

            Ja, wir hatten auch schon desöfteren Diskussionen mit ihm, da er dachte, ihm kann nichts passieren, weil Mama ihn schon wieder gesund spritzen wird. Er geht sehr selbstbewusst mit der Krankheit um, war körperlich gesehen auch sehr sorgsam, als er jetzt die Flexüle tragen musste, hat nicht getobt oder sich sonst wie "in Gefahr" gebracht. Aber sein Mundwerk war davon leider nicht betroffen. Und ja, wir haben es auch schon abklären lassen, ob er mit dem Verhalten etwas kompensieren will. Aber leider können wir die Behandlung nicht einstellen, sie bleibt sein Leben lang. Also hilft nur reden #bla

            Manchmal wünsche ich mir, ich könnte jetzt ein paar Jahre überspringen, bis er lernen muss, sich selbst zu spritzen, damit er merkt, er selbst hat nun die Verantwortung für sich.

            Theoretisch klingt immer alles so einfach.

            Danke dir!

            • (14) 20.06.18 - 16:07

              Das ist doch ein guter Anknüpfungspunkt. Frag ihn doch mal wie er sich fühlen würde, wenn man ihn wegen seines Handicaps, für das er ja nichts kann, beleidigen, beschimpfen und mobben würde.

              Ich halte es immer für eine gute Idee, anzuregen, sich in einen Menschen rein zu versetzen. Das auszuhalten, was er austeilt.

              Vielleicht ist er mit seiner Wahrnehmung und allgemein sozial nicht so weit entwickelt, wie er es für sein Alter sein sollte. Habt ihr mal mit dem Kinderarzt darüber gesprochen?

              LG

        (15) 20.06.18 - 14:32

        Das ändert aber ab deiner drakonischen Strafe nichts. Und ganz ehrlich, was machst du wenn er mal richtigen Mist baut, also klaut oder dergleichen? Ihn in den Keller einsperren?
        Ich bitte dich. Du reagierst total über!
        Was in der Schule passiert, muss auch in der Schule geregelt werden von Lehrern und Erziehern ( im
        Normalfall sind im
        Hört ausgebildete Erzieher). Da kann man den Erziehern auch klar den Rücken stärken.
        Eine Beleidigung ist nicht toll, aber wenn er sich entschuldigt hat und (du sagst auch selber er hat es aufgeschnappt), dann muss auch gut sein. Erzieher im Hort müssen auch ihre erziehungsaufgaben wahrnehmen. Bei uns ist das so. Alles ausgebildete Erzieher die sich nicht von sieben-jährigen auf der Nase rum
        Tanzen lassen. Und dass die Kinder nicht eingesperrt oder geschlagen werden von Erziehern, das sollte einleuchten.
        Du projektiert das Verhalten der sehr auffälligen Jungs auf deinen Sohn und scheinst ihn permanent bestrafen zu wollen. Tut mir leid. Aber dein Vorgehen bringt garnichts außer dass du vertrauen bei ihm verlierst. Lernen wird er mit einsperren jedenfalls nichts.

        Ich habe eine Tochter und zwei Jungs. Daher kann ich sehr wohl das Verhalten vergleichen. Jungs sind in gewissen Phasen wilder und augmüpfiger und in anderen Phasen aber auch wieder sehr sensibel. Daher bin ich überzeugt davon, dass du damit mehr zerstörst als gut machst.

        • (16) 20.06.18 - 15:05

          Hallo.

          Also ich schließe ihn ja nun nicht ein ;-) Ich war gestern nur echt am Ar..., weil es eben nicht das erste Mal war. Da habe ich ihn auch entschuldigen lassen, wir haben drüber geredet, dass sowas nicht geht und gut war. Jetzt war er aber "Wiederholungstäter" und darüber war ich sehr verärgert.

          Ich habe auch etlichen Antworten hier aber schon Ideen und Denkanstöße bekommen.

          Ich will auch nicht sagen, dass alles richtig ist, was ich mache. Und in gewisser Weise zeige ich ihm damit natürlich meine Machtlosigkeit, mir nicht anders zu helfen zu wissen. Das ist mir klar. Aber ich bin nicht der Typ, der zig Mal sagt, wie traurig und enttäuscht ich bin. Weil ich eben merke, dass ihm das nicht nahe genug geht, um sein Verhalten zu ändern. Ich glaube manchmal echt, dass er dieses Gefühl des schlechten Gewissens seinen Eltern gegenüber gar nicht kennt, so wie ich das als Kind hatte.

          In diesem Sinne, ich bleibe dran und reflektiere!

          Danke dir!

          • (17) 20.06.18 - 15:55

            Deinem Beitrag entnehme ich, dass du deinem Sohn schon oft gesagt hast, wie enttäuscht du von ihm bist?
            Dann wundert mich das alles nicht sonderlich muss ich sagen. ICH wäre zerbrochen daran, hätte meine Mutter so etwas zu mir gesagt!
            Er ist ein 7 jähriger Junge - meine Güte! Er macht Fehler und das oft. Er lernt die Welt zu verstehen und die Gesellschaft und das kann verdammt hart sein. Ich möchte als Mutter versuchen, immer hinter meinen Kindern zu stehen, sie zu stärken und mit ihnen zusammen Ursachen zu erkunden, wenn fragwürdiges Verhalten auftritt.
            Das was du tust, ist ja nur Symptombehandlung - an der Ursache ändern Strafen überhaupt nichts.
            Und nebenbei finde ich, Schule ist überhaupt kein "natürliches" Umfeld, da wird oft viel Druck erzeugt, Kinder müssen lange still sitzen, obwohl sie es einfach noch nicht KÖNNEN, Sachen machen, die ihnen Null Spaß machen, irgendwo muss der Druck, der entsteht, wenn man sich als Kind so verbiegt, ja raus. Viele Kinder können sich gut an diese Gesellschaft anpassen, manche aber eben nicht. Und da - finde ich, ist es ist die Aufgabe der Eltern, das zu erkennen und nach einer Lösung zu suchen und nicht das Kind in das System zu quetschen.

            Mein Rat: Geh zu deinem Sohn, sag es tut dir Leid, du wusstest dir nicht zu helfen, aber es war falsch ihn zu strafen (denn du bist das Vorbild, von dir lernt er, wie man sich aufrichtig entschuldigt), versuche euer Verhältnis zu stärken und herauszufinden, wo auf seiner Seite ein Problem ist, was ihm zu Schaffen macht. Frag ihn, was jetzt im Moment seine größte Sorge ist. Rede mit ihm und sei für ihn da, anstatt gegen ihn zu arbeiten.

            • (18) 20.06.18 - 16:32

              Sie hat geschrieben "NICHT der Typ..." Ursachenforschung würde ich natürlich auch betreiben und miteinander reden, aber bei Wiederholungen von Beleidigungen gäbe es bei mir auch eine Strafpredigt und Strafe. Wie die genau aussehen würde, weiß ich nicht, weil ich noch nie in der Situation war. Kind kann ruhig merken, dass Eltern so ein Verhalten nicht dulden.

              • (19) 20.06.18 - 16:42

                "nicht der Typ, der zig mal sagt" - klingt für mich, als hätte sie es zumindest ein paar Mal gesagt. Aber das kann wohl nur die TE beantworten. Ich denke es gibt einen Unterschied, ob man ein Verhalten nicht duldet oder ob man seinem Kind vermittelt, dass es einen enttäuscht hat (und das kann man ja auch, ohne das konkret auszusprechen).

                • (20) 20.06.18 - 16:54

                  Hallo auch dir!

                  Ich meine damit, dass ich eben nicht jedesmal, wenn etwas vorgefallen ist, ihm sage, wie traurig mich das macht. Ich habe bereits von mehreren Leuten aus der Schule gehört, dass es den Kindern im allgemeinen Schietegal ist, ob der Lehrer/Hortner/Elternteil jetzt traurig ist oder nicht. Es geht mir um den Begriff "traurig". ZB der Begriff "wütend" fruchtet da eher. Nur so als Beispiel. Es gibt auch Tage, in denen er nicht ganz so krass drauf war, er aber trotzdem mal an seine Aufgaben in der Schule erinnert werden musste. Das haken wir dann ab, indem ich sage "ok, heute war nicht so ein guter Tag. Morgen klappt es bestimmt besser". Und natürlich vermittle ich ihm, dass es doch viel besser, schöner und einfacher ist, wenn man eben nicht immer nur Mecker bekommt. Ich dulde es aber andererseits auch nicht, wenn ich dann hören muss, dass er mit Begriffen um sich wirft, nur um lustig zu sein oder Aufmerksamkeit (negativ wie positiv) zu bekommen. Da kann ich nicht sagen "ich bin enttäuscht", sondern eben "das dulde ich nicht" und bin eben auch streng.

                  Bitte auch nicht falsch verstehen, ich palaver ja auch nicht jeden Tag bis ins Verderben mit ihm. Es gibt auch gute Tage, wo ich ihm sage dass ich stolz auf ihn bin und wir dann weiter normal miteinander umgehen, ohne aufs Verderben irgendwelche Themen auszudiskutieren/durchkauen.

                  Ich glaube auch, dass es durchaus ok ist, dem eigenen Kind auch mal zu sagen, dass man enttäuscht von bestimmten Dingen ist, oder verärgert oder auch wütend. Warum darf nur ein Kind seine Gefühle rauslassen, ein Elternteil muss aber immer die Continuance bewahren?

                  Ich finde es ehrlich gesagt bedenklich, jedem Kind einen psychologischen Knacks anzudichten, wenn es mal ordentlich Mecker bekommt. Wir reden hier nicht von Prügel oder Schläge, sondern von ersten Ansagen, dass dieses oder jenes Verhalten nicht geht.

                  LG

                  • (21) 20.06.18 - 21:29

                    Also du hast ja nach Ideen gefragt und ich hab dir meinen Rat gegeben, weiß nicht, ob da was falsch rübergekommen ist? Schreib ich jetzt nur weil das so klingt, als würdest du versuchen mir meine Meinung wegzudiskutieren oder dich zu erklären, das brauchst du nicht, es ticken ja alle unterschiedlich und deine Situation ist nunmal wie sie ist und dachte vielleicht hilft dir eine andere Sichtweise, denn ich denke schon, dass unsere Sichtweisen sehr verschieden sind. Viele blocken direkt ab, wenn sie Kommentare bekommen, die nicht ihrer Vorstellung entsprechen. Denke es ist gut, einen kurzen Moment innezuhalten, seine eigenen Vorstellungen beiseite zu schieben und sich in die andere Seite hineinzuversetzen und dann zu entscheiden, ob das was für einen ist oder nicht.

                    Vielleicht hast du das aber ja auch getan schon bevor du geantwortet hast - das sollte jetzt kein Angriff auf dich sein :-)

                    Klingt vielleicht kleinlich, aber ich achte schon auf meine Worte und finde es macht einen Unterschied, ob ich das Verhalten des Kindes bemängel oder wirklich sage "Du hast mich enttäuscht" "Du machst mich traurig" - denn das wäre gegen die Person an sich. Wenn man aber sagt "Was du getan hast, macht mich traurig", kann derjenige was an seinem Verhalten ändern - nur so am Rande, damit man meinen vorigen Kommentar vielleicht besser versteht.
                    Ich greif mal ein paar Sachen auf, die du geschrieben hast.

                    Ich muss sagen ich bin nicht so erfahren darin, wieviel Empathie ein 7jähriger so hat - deiner hat es anscheinend im Moment nicht so? Kannst du an anderen Situationen festmachen, wie gut er sich generell in andere hineinversetzen kann?
                    Ich würde in dem Alter eigentlich gar nicht so sehr auf Gefühle der anderen pochen "Es ärgert mich, wenn du im Unterricht laut bist", sondern eher klare Verhaltensregeln geben "Im Unterricht wird nicht rumgeschrien, weil das die anderen Kinder stört." Natürlich kann darauf eine Konsequenz folgen "Wenn du es doch tust, musst du vor die Tür gehen, bis du wieder bereit bist, still zu sein" (an Lehrerstelle wäre ich auch dafür, das Kind wieder hineinzulassen, sobald es das möchte - zumindest beim ersten Mal - Kinder müssen ja aus ihren Fehlern lernen können).

                    "Und natürlich vermittle ich ihm, dass es doch viel besser, schöner und einfacher ist, wenn man eben nicht immer nur Mecker bekommt. " - wenn er Gemecker mit lachen kommentiert und die Sachen eigentlich macht, um Aufmerksamkeit zu bekommen, ist klar, warum diese Methode nicht fruchtet.

                    "Bitte auch nicht falsch verstehen, ich palaver ja auch nicht jeden Tag bis ins Verderben mit ihm." - ich würde das gar nicht so negativ sehen, ich denke einige Sachen muss man mit Kindern immer und immer wieder diskutieren, bis sie es dann verstanden haben, wir Eltern haben nur oft keine Lust oder keine Kraft dazu - aber das ist meist nicht die Schuld der Kinder. Aber meiner Meinung nach ist es keine "Schwäche" der Eltern, wenn die viel mit den Kindern diskutieren, sondern eher eine Stärke - Konsequenzen können ja zeitgleich trotzdem folgen.

                    • einige Sachen muss man mit Kindern immer und immer wieder diskutieren, bis sie es dann verstanden haben......

                      Es gibt allerdings Kinder, bei denen es nicht hilft - ich kann die TE verstehen, dass sie schon am Ende mit ihrem Latein ist. Ich habe 13 Jahre lang erfolglos versucht, meinem Sohn zu vermitteln, warum er in die Schule gehen muss. Mit unwahrscheinlich vielen Diskussionen, Unternehmungen, Anreizen, Belohnungen für Kleinigkeiten, Therapien bei Erziehungsberatern, teils auch drakonischen Strafen (erst wenn er wirklich wieder mal tagelang schwänzte oder wochenlang bei Hausaufgaben log und ich dauernd in der Schule antreten musste) - es war umsonst. Er machte einfach dicht und weder ich noch wirklich gutmütige Lehrer oder Berater bekamen eine Antwort.
                      Er schaffte dann den Realschulabschluß nur, weil ich wirklich die ganzen Jahre mit ihm lernte und dahinter war - und erst nach einer abgebrochenen Ausbildung und der Bundeswehrzeit hat er es eeeendlich begriffen, dass er für sich und sein Leben lernt, da war er dann schon über 20 Jahre alt. Ich wünsche eine solche Schulzeit eines Kindes niemandem.
                      Als ich ihn dann mal als Erwachsenen fragte, warum das in der Schule so war, bekam ich nur die Antwort "ich hatte einfach überhaupt keinen Bock auf Schule und das ganze Theater"......
                      LG Moni

                      • Ohje, ja das klingt wirklich anstrengend!
                        Mein Bruder war da ziemlich ähnlich drauf, hat aber die Kurve schon gekriegt, als er aufs Internat wechselte und dort sein Abi gemacht - jetzt ist er echt wie ausgewechselt und reist mit seinen 19 Jahren monatelang allein durch Norwegen! :-D (hach bin ich stolz)

                        Bestärkt mich mal wieder in der Ansicht, dass oft Schule das Problem ist und nicht die Kinder und unser Bildungssystem längst überholt ist, was die Wissenschaft auch bestätigt! Ich frage mich immer, warum wir die Wissenschaft eigentlich haben, wenn wir sie dann nicht nutzen, um Sachen zu ändern..

                        • Es war nicht nur "die Schule" allein schuld - es lag einfach auch sehr viel an ihm selber. Es gibt leider geborene Faulpelze - der Spruch stammt nicht von mir #schwitz Ich habe ihn schon nach der ersten, sehr anstrengenden Klasse in eine Privatschule wechseln lassen mit kleinen Klassen und unwahrscheinlich engagierten Lehrern und einer guten Nachmittags-Hausaufgabenbetreuung. Junge und ältere Lehrer gemischt. Waren nur sehr wenig "seltsame" Lehrer in den Jahren dabei. Später die zweijährige Berufsfachschule - er machte eine dreijährige draus - auch hier waren nicht alle Lehrer un-engagiert - im Gegenteil - man bot ihm viele Wege an, ihn beim Lernen zu unterstützen. Ich selber saß fast jeden Abend bei ihm, lernte mit ihm - es war alles für die Katz. Er wollte einfach nichts "einsehen".
                          Mein Mann und ich haben pädagogisch auch viele Fehler gemacht - vor 35 Jahren erzog man ohnehin komplett anders - aber ich habe meinem Sohn immer und immer wieder gesagt, dass ich ihn lieb habe und er mir absolut nicht egal sei, deswegen bliebe ich ja auch so "an ihm dran". Aber ob das angekommen ist, weiß ich bis heute nicht - leider.
                          Witzigerweise ist er felsenfest schon immer überzeugt davon, dass ich viel mehr Zeit/Aufwand/Geld seiner Schwester zukommen ließ - die komplett unproblematisch und ohne jegliche Hilfe von mir lernte und Ausbildung machte......#gruebel
                          Gibt sicher auch hierfür einen Fachbegriff...aber das ist mittlerweile auch egal.
                          Finde ich echt super, dass sich Dein Bruder berappelt hat - ist nicht schön, mit anzusehen, wenn jemand sein Leben systematisch verbaut.
                          LG

                          Ich meinte auch nicht eine bestimmte Schule, sondern das Schulsystem an sich, egal ob privat oder öffentlich und unabhängig von den Lehrern (obwohl die am ehesten die Schule ausmachen). Es gibt Schulen, da haben Kinder keine Hausaufgaben, werden nicht zum Unterricht gezwungen, sie entscheiden selbst und lernen eben das, was sie lernen wollen - aber davon gibt es wenige und viele Erwachsene sehen das kritisch. Ich hör an dieser Stelle wohl auch mal lieber auf, sonst artet das in diesem Thread noch aus, hat nichts mit dem Ausgangspost zu tun.
                          Wollte nur sagen, dass es auch Alternativen gibt.

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