Pausen streichen in der 1. Klasse

    • (1) 21.06.18 - 21:19

      Hallo ihr Lieben,

      unser Sohn ist in der ersten Klasse und wir staunen immer wieder über gewisse Strafmaßnahmen seiner Klassenlehrerin.
      Seit ein paar Wochen gibt es folgende Neuerung (wobei ich das bisher nur von meinem Sohn weiß, und fast nicht glauben kann) :
      Wenn ein Kind im Unterricht die Arbeitsblätter oder Ähnliches zu langsam bearbeitet, muss es in der Pause drinnen bleiben und weiterarbeiten. 😬
      Also hat das betroffene Kind keine (lange) Pause. Meinem Sohn ist das einmal passiert, er hat sich dann in der Pause ganz doll beeilt und hatte sehr schnell alles fertig, die Lehrerin kam aber erst kurz vorm Pausenende (15 Minuten Pause) um die Aufgaben zu kontrollieren. Er konnte also keine Pause mehr machen. Seitdem ist er fix. Aber es gibt nunmal auch Schüler, die sich auch beeilen, aber es einfach nicht schneller schaffen 😫 Mir tun die Knirpse furchtbar leid, soviel Druck in der ersten Klasse.
      Meine Frage, ist es zulässig, dass Lehrer über viele Wochen hinweg als normale "Strafe" langsamen Schülern die Pausen verwehren?? In der 1. Klasse? Habt ihr da Erfahrungen oder ähnliches an eurer Grundschule erlebt?

      LG attherassel (die dachte dass Schule auch Spaß machen soll)

      • (2) 21.06.18 - 21:24

        Hey du. Ich weiß nicht wo ihr wohnt, aber ich stell dir mal den Link zur Gesetzesordnung in SH rein:

        http://www.gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de/jportal/?quelle=jlink&query=SchulG+SH&psml=bsshoprod.psml&max=true&aiz=true

        Da steht allerdings, dass das die Schulkonferenz festlegen darf. Aber habs auch nur überflogen jetzt schnell

        Jetzt mal ganz ehrlich: Wenn da einer 90 Minuten gar nichts macht, findest du es nicht vollkommen legitim, wenn er dann eben später in die Pause geht? Immerhin hat das Kind ja schon vorher ,Pause‘ gemacht. Irgendeine Handhabe muss die Lehrerin doch haben. Sonst kommen nachher alle Eltern an und beschweren sich, ihr Kind würde nichts lernen. Oder sie beschweren sich, ihr Kind müsse zu Hause alles nacharbeiten. Klar soll in erster Linie motiviert werden aber es gibt auch Kinder, denen Konsequenzen auch mal ganz gut tun.

        • Vielen Dank für deine Antwort, sehr interessant es unter diesem Gesichtspunkt zu sehen. Allerdings kommt die Lehrerin ja leider erst nach ca 10 Minuten wieder um zu kontrollieren was das Kind geschafft hat, es bleibt also tatsächlich kaum Pause übrig.
          Aber du hast auch Recht, Eltern beschweren sich über ALLES.
          Mein Sohn ist ja nicht betroffen, aber ich kenne ein paar der langsamen Kinder, die machen das nicht "extra", die sind einfach so langsam und verträumt. Ich glaube nicht dass Pausenentzug diese Kinder schneller werden lässt...

          • Hm, also wenn sie überfordert sind, dann muss schon irgendwann eine andere Lösung her, das stimmt. Aber ausprobieren finde ich in Ordnung. Vielleicht denkt das ein oder andere Kind ja dann doch noch einmal an seine Aufgaben.
            Wenn dein Kind nicht unmittelbar betroffen ist: Eltern suchen gerne ,die Schuld‘ für Probleme bei der Lehrerin. Aber ohne ein Vertrauensverhältnis geht es nicht. Ich wette mit dir, dass die Lehrerin mit diesen Maßnahmen das beste für das Kind möchte. Nämlich, dass das Kind etwas lernt. Das sollte natürlich nicht die erste Wahl sein (motivieren und Mut zusprechen ist immer noch besser) aber es kann ein Baustein sein.

            (6) 22.06.18 - 09:05

            "Mein Sohn ist ja nicht betroffen, aber ich kenne ein paar der langsamen Kinder, die machen das nicht "extra", die sind einfach so langsam und verträumt. Ich glaube nicht dass Pausenentzug diese Kinder schneller werden lässt... "

            Das stimmt zwar, aber wie soll man es denn handhaben?
            Die Alternativen finde ich nicht besser. Die Lehrerin versucht eben, die Kinder auf einen Stand zu bringen.

            Man könnte das Kind zu Hause nacharbeiten lassen, dann geht aber dort seine Freizeit verloren, bzw. da müssen dann auch die Eltern dahinter stehen.
            Das hat die Lehrerin unserer Tochter so gemacht und bekam dafür Feuer von den Eltern dieser Kinder.

            Man könnte das Kind "in seinem Tempo" machen lassen, wie es so schön heißt, nur verliert es dann den Anschluss, arbeitet irgendwann nur noch mit extra Heften für Kinder, die sich mit dem Lernen schwer tun und darf anschließend die erste Klasse wiederholen. (Es sei denn, es ist ein I-Kind, von dem man nicht mehr erwarten kann.)
            Ich schätze, auch davon sind die wenigsten Eltern begeistert.

            Man könnte auch das Tempo der gesamten Klasse runter fahren, damit möglichst jeder mitkommt. Das hat die alte Lehrerin unseres Sohnes gemacht.
            Der "Erfolg" war, dass unser Sohn (8) vor Langeweile buchstäblich die Wände hoch ging, weil alles zigmal ganz gemütlich wiederholt wurde.
            Dabei ist unser Sohn interessanterweise selbst so ein langsam schreibendes, verträumtes Kind. Wenn er den Eindruck hat, er hätte alle Zeit der Welt, nimmt er sich die. #schwitz
            Nur wurde, seiner Meinung nach, viel zu viel Zeit auf ein Thema verwandt bis das nächste kam. Er ist dann gesprungen und musste sich dafür auch in der Geschwindigkeit deutlich steigern. Aber er kann das, wie gesagt, wenn er will.

            LG

            Heike

          • (7) 22.06.18 - 19:08

            Wenn die Kinder unbeaufsichtigt im KLassenzimmer sind, ist das auf keinen Fall in Ordnung. Wenn da was passiert, hat die Lehrerin ein großes Problem.

      (8) 21.06.18 - 21:32

      Du weißt ja nicht, was da wirklich dran ist, bzw wie das tatsächlich gedacht ist.

      Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass wirklich langsame Schüler regelmäßig in der Pause nacharbeiten sollen. (wenn doch, würde ich mich darüber auch aufregen...)

      Eher glaube ich, dass das eine Art Strafmaßnahme für Unterrichtsstörer o.ä. sein soll, also für Schüler, die durchaus schneller arbeiten könnten, aber nicht wollen.
      Bei deinem Sohn scheint es ja schon zu wirken;-)

    (10) 21.06.18 - 21:42

    Hallo
    Also ich gebe den Kindern Hausaufgaben mit nach Hause, wenn sie in der Hausaufgabenzeit zum wiederholten mal nicht genug schaffen ( was sehr individuell ist). Ich finde aber Kinder dürfen auch mal einen schlechten Tag haben und wenig schaffen.

    Die Eltern bekomme dann von mir einen kleinen Brief, was vorgefallen ist und wie viele Minuten zu Hause woran gearbeitet werden soll. Der Zettel kommt mit Unterschrift zurück und gut ist. Meist sind es 10 Minuten. Allerdings gibt es auch Kinder die es zu Hause nicht machen und die arbeiten dann auch mal in der Pause ( 1. und 2. Klässler in einer Flexklasse betreuue ich).

    Meine Tochter geht in die 2te Klasse und dort an der Schule gibt es das nicht.
    Dort wo ich arbeite arbeiten die Kinder Stoff aus dem Unterricht nicjt in den Pausen nach. Da wird meist mit Eltern Rücksprache gehalten was zu Hause möglich ist. Aber sie füllen "Denkzettel" aus. Eine Aufarbeitung bei Fehlverhalten. Allerdings gemeinsam mir einem Erwachsenen in der ersten Klasse.

    • (11) 21.06.18 - 21:47

      Vielen Dank für deine Nachricht, es handelt sich aber nicht um Hausaufgabenzeit, sondern ganz normaler Vormittagsunterricht.
      Aber deine Art mit langsamen Schülern umzugehen klingt sehr "am Schüler dran". Finde ich gut.

(12) 21.06.18 - 22:44

Na ja, wenn jemand zwei Stunden nichts macht, war das wie Pause. Dann finde ich es auch legitim die 15 Minuten Pause zum
arbeiten zu nutzen.

Nicht schön wäre es, wenn es Schüler mit wirklichem Defizit beträgt - die einfach nicht können. An der Schule meiner Großen trifft es tatsächlich die Störer.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Lehrerin nur aus Langsamkeit die Pause entzieht (in der Pause soll sich ja durch das Pausebrot gestärkt werden, nötiger Toilettengang und austoben).
Ich denke eher, dass es Störenfriede betrifft, die während dem Unterricht ihren Arbeitsblatt nicht wirklich folgen.So eine Art Strafe....
Mal bei der Lehrerin nachfragen, ob es stimmt und wodurch die Pausenstreichung entsteht.

(15) 22.06.18 - 05:58

Bei uns mussten in den ersten beiden Klassen nicht geschaffter Unterrichtsstoff von den Kindern in den Ferien aufgearbeitet werden, das empfinde ich als deutlich unangenehmer als mal eine Pause ausfallen zu lassen... Zumal es bei uns leider nicht daran lag, dass die Schüler gebummelt haben (unser Sohn arbeitet schon immer gut und gerne mit, hatte aber auch zum Teil noch über 30 Seiten zu nachzuholen), sondern dass die Lehrerin den Unterrichtsstoff nicht geschafft hat...

Unser Sohn hat sich meistens in der Woche vor den Ferien freiwillig von mittags bis abends hingesetzt und hat das vor den Ferien bearbeitet, mit der Konsequenz, dass er in den Ferien dann Korrekturen vornehmen durfte... Zu den nächsten Ferien hat er der Lehrerin dann das Heft schon 4 Tage vor Schulende hingelegt, damit er endlich mal ungestört Ferien machen konnte...

Diese Lehrerin ist mittlerweile nicht mehr an der Schule, worüber ich persönlich auch froh bin... Seitdem haben die Kinder auch Ferien, die sie genießen können...

LG

(16) 22.06.18 - 07:18

Hi,
ersteinmal, was macht die Lehrerin, wenn die Kinder absichtlich trödeln - dein Sohn hat es ja dann in kurzer Zeit geschafft- und sie es als Hausaufgaben abgibt?
Woher soll die Lehrerin wissen, das dein Sohn auf einmal so schnell ist, soll sie alle zwei Minuten kontolliern?
Er hat draus gelernt, vielleicht lernen andere Kids auch dadurch sofort , wie Schule funktioniert!!!!

In der Grundschule gibt es einen Richtwert, das die Hausaufgabenzeit nicht länger als 30 Minuten sein sollte.
Viele Eltern halten sich daran, meinst du, das solche Kids, den Stoff überhaupt schaffen zu erarbeiten?

In der ersten Klasse haben die mehr als Spass in der Schule aber Schule ist ja nun auch kein Kindergarten mehr, wann sollen die Kinder denn anfangen zu lernen, konzentriert ein paar Aufgaben zu erledigen.

Warte ab, die Schulzeit wird schlimmer, dagegen lohnt sich nicht, so etwas zu erwähnen#rofl

lg
lisa

lg
lisa

In Ausnahmesituationen mag das vielleicht noch funktionieren. Leider verstehen viele Lehrer aber nicht, dass sie sich damit selber keinen Gefallen tun.

Viele Kinder bewegen sich nicht mehr. Sie werden morgens zur Schule gefahren, sitzen dann den ganzen Tag in der Schule rum, Pause und Sportunterricht fallen aus, weil die Kinder trödeln oder zu laut sind. Dann in der Betreuung gammeln sie auch die meiste Zeit rum, werden wieder dem Auto abgeholt und verbringen dann noch erschreckend viel Zeit vor irgendwelchem Bildschirmen.

Um sich gut konzentrieren zu können, braucht das Gehirn aber Sauerstoff und Bewegung. Wenn ein Kind also schon in der Mathestunde keine Konzentration hatte, sich nicht mal diese wenigen Minuten Pause bewegen durfte, dann hat es anschließend in der Deutschstunde auch keine Konzentration.

Es wäre viel effektiver, wenn man dem Trödler erlauben würde, mal zwei Runden über den Schulhof zu rennen.

Klar, bei einem Kind, das heute einfach mal keine Lust hat, dann der Entzug der Pause helfen. Aber es bringt sehr wenig, wenn ich ein Kind strafe, weil es sich nicht konzentrieren KANN, oder wenn Verständnisprobleme vorliegen.

Der Klassenlehrerin meines Sohnes habe ich sehr deutlich gesagt, was ich von Pausen- oder Sportverboten halte. Sollte er extrem trödeln, darf sie ihn aber gerne freitags nach der letzten Stunde nacharbeiten lassen. Aber so hat er seine kleinen Bewegungspausen im Schultag und später ins Wochenende dürfen findet er auch nicht erstrebenswert.

lg

(19) 22.06.18 - 08:46

Hallo,
ich weiß nicht, ob es rechtens ist, die Pause zu streichen.
Aber die Klassenlehrerin unseres Sohnes hält es so, dass die Sachen, die in der Stunde nicht geschafft werden, zusätzlich zu den Hausaufgaben gemacht werden müssen. Sie kontrolliert auch stichprobenartig, ob auch alles gemacht wurde.
LG
Elsa01

(20) 22.06.18 - 09:46

Hallo!

Also für die erste Klasse finde ich das schon sehr extrem. Meine gehörten auch zu denjenigen die eher langsam waren. Sie konnten es einfach in der 1. Klasse nicht schneller. Ich denke nicht dass es die Kinder dazu animieren wird schneller zu werden. Unsere Klassenlehrerin hat sogar eine Weile lang jede Hausaufgabe die nicht mit Namen des Schülers versehen war vor der gesamten Klasse zerrissen. Da sind wir auf die Barrikaden. Ich finde die sinnlosen Bestrafungen bringen gar nichts.

Pausen brauchen die Kinder dringendst.

LG Gabi

Das wird hier auch so gehandhabt. Finde ich auch richtig so--ein AB sollte man in 45 Minuten schaffen können. Grade in der 1. Klasse ist das ja nix kompliziertes.
Aber hier werden nicht die Kinder bestraft, die ECHTE Schwierigkeiten haben, sondern die mit dem Nachbarn quatschen, stören, sich mit anderen Dingen beschäftigen etc. Meine Söhne waren davon auch mal betroffen und haben dann geguckt, dass sie konzentrierter arbeiten, so wie dein Sohn es ja auch getan hat. Ziel erreicht ;-)

(22) 22.06.18 - 10:38

Hallo,

da musst du der Lehrerin schon vertrauen, dass sie im Blick hat, welches Kind einfach nicht mehr schafft und welches Kind absichtlich nichts tut.

Ich finde, wer im Unterricht Pause macht, kann ruhig in der Pause Arbeitsmaterial bearbeiten.

LG

bei 3 schulkindern, wobei der 3 die erste klasse fast hinter sich hat, gab es selbst in unterschiedlichen Bundesländern nie soviel in der Schule zu tun, das es nicht machbar wäre, wer da trödelt hat pech gehabt finde die Methode der Lehrkraft gut, solche trödler halten sonst oft unnötig die gesamte Klasse auf.

(24) 22.06.18 - 15:16

Die Lehrerin meines Kindes hatte mal was ähnliches gemacht.

ABER nicht als Strafe!
Sie kommunizierte das auch offen beim Elternabend!

Ziel: herausfinden, was dem Kind hilft, was greift.

In deinem Beispiel: dein Sohn ist seither motivierter, es schneller zu schaffen und strengt sich mehr an.
DAS würde die Lehrerin auch so (an)erkennen und sich künftig über den Fortschritt freuen. Dann auch beibehalten, wenn betreffende Kinder absichtlich trödeln, sich stark ablenken lassen etc.
Nicht um die Pause zu streichen, sondern als Erinnerung an die eigene Motivation.

Kinder, die dann auch nicht fertig werden oder die das stresst, würde sie was anderes ausprobieren.
z.B. auch um herauszufinden, ob das Kind sich generell nicht so gut konzentrieren kann oder ob es in der "Pause" besser klappt, weil es dann deutlich ruhiger ist.
Wie reagiert das Kind in der anderen Situation?

Sie sagte klar, dass es keine Strafe sein soll,
auch dass Eltern fragen können, wenn sie unsicher sind oder Kind dazu was erzählt.

Ja, meine war davon auch mal betroffen.
Das hat uns enorm weiter gebracht. Lehrerin und ich konnten darüber reden - und somit eine Lösung finden. Bzw. mein Kind schimpfte zwar mal, weil andere Kinder es Bestrafung nannten (dadurch fühlte sie sich erst ungerecht behandelt), aber gleichzeitig erkannte sie für sich eine neue Art von Motivation.


Die Pause komplett und dauerhaft zu streichen ist natürlich Mist.
Aber als Einzefall, um Erkenntnis daraus zu gewinnen und/oder das Kind zu motivieren, gute Idee.

(25) 23.06.18 - 23:15

Also ich finde das völlig verrückt.
In der ersten Klasse sollte es (meiner Meinung nach), darum gehen, Kinder zum lernen allgemein zu motivieren und nicht das Thema Schule schon mieszumachen. Wenn ein Kind vorher unkonzentriert war und deswegen die Aufgaben nicht geschafft hat, braucht es doch erst recht eine Pause! Draußen sein, sich bewegen, spielen - dabei lernen Kinder auch! Auf dem Schulhof sein ist doch keine "verschwendete" Zeit. Lehrer tun manchmal so, als würden sie Geld bekommen für richtig ausgefüllt Arbeitsblätter und ein halb ausgefülltes Blatt ist gleich eine Katastrophe, dabei sollte es darauf gar nicht ankommen.

Top Diskussionen anzeigen