Wie kann ich dem kleinen Mann helfen ?

    • (1) 29.06.18 - 22:00

      Hallöchen #winke ,
      ich bin mir nicht sicher in welchem Forum zu schreiben richtig wäre , hoffe es passt hier rein !
      Also das Problem : einer meiner Söhne (9) hat einen neuen Freund aus seiner Klasse , welcher ca. seit Februar fast täglich bei uns ist , er ist acht . Das er immer bei uns ist , ist gar kein Problem . Ich besitze einen ziemlich großen Reiterhof , fast nur Therapie-Pferde , Kinder sind bei uns an jeder Ecke :-) .
      Anfangs dachte ich es sind die Tiere , die ihn anziehen aber mittlerweile glaube ich der kleine versteckt sich bei uns#schmoll.
      Vor drei Wochen hat er meinem Sohn erzählt , sein Papa hat ihm mit dem Kopf auf ein Fensterbrett geschlagen , weil er ihm nicht bei den Hausaufgaben helfen wollte oder konnte.
      Er hat mir selber erzählt , dass er immer mit seinem kleinen Bruder (1,5) , von seinem Papa im Kinderzimmer eingesperrt wird , weil er nicht auf die beiden aufpassen möchte . Seine Mama arbeitet anscheinend #gruebel !
      Letzte Woche hatte er Geburtstag , ich hatte als Geschenk so'n Ninjago Set von Lego gekauft und wollte meinen Sohn dann hinbringen aber schon Morgens als mein Sohn in der Schule war kam der kleine bei mir auf dem Hof an , sagte er hat heute Geburtstag , freute sich meinte aber auch , dass keine Kinder kommen dürfen , weil der Papa das nicht wollte ...
      Ich fragte warum er nicht in der Schule ist und ob er denn schöne Geschenke bekommen habe aber er sagte , dass Mama keine Zeit hatte und das ihm am Wochenende ein Ausflug zu Oma versprochen wurde und dass sie ganz leckeren Kuchen macht .
      Ich habe in der Schule angerufen die sagten , dass die Familie Probleme hat und ob ich nicht erstmal auf den kleinen aufpassen kann ??????
      Hallo ? Schulpflicht ?
      Na gut , wir haben dann ne Party gemacht ! Kurzer Hand und mit Geschenk !!!
      Es war echt schön , er war glücklich , seit dem sagt er mir immer wieder er wünscht sich zu meiner Familie zu gehören und dass er wünscht ich wäre seine Mama#heul !!!
      Er findet alles was wir haben oder machen soooo schön , er will NIE nach Hause , wenn sein Papa da ist seine Mama aber noch nicht .
      Was kann ich machen um ihm wirklich zu helfen ? Habe die Befürchtung , dass es nicht in meiner Macht liegt .
      Jugendamt haben wir bei uns nicht direkt , Alpendorf !!! Allgemein kein großes Amts oder Behörden aufkommen .
      Zu Hause , in Leonforte (Sizilien) , hätte ich ihn einfach erstmal behalten ...
      Hat einer von euch eine Idee , wie man dem kleinen das Leben leichter machen kann ???
      #sorry für den laaaangen Text #gaehn

      • (2) 29.06.18 - 22:52

        Hi,

        sehr frustrierend, was du schreibst... Spontan hab ich auch sofort ans Jugendamt gedacht (hab dort sehr gute Erfahrungen gemacht).

        Vorschlag 1: Vielleicht kannst du auch einen langen Telefontermin mit einem Jugendamt ausmachen. Irgendwo wird ja eine Stadt mit Jugendamt sein.

        Vorschlag 2: Kinderarzt: Unserer hat oft gute Empfehlungen, an wen man sich wenden kann.

        Die Eltern ansprechen könnte man natürlich versuchen, aber - natürlich ohne irgendjemanden zu kennen - kann ich mir vorstellen, dass es allein schon schwierig sein wird, jemanden zu erwischen. Und wenn man mit Gesprächen was erreichen will, sollte derjenige natürlich gerade entspannt sein, in guter Stimmung. Wenn das jemand ist, den man schnell auf dem falschen Fuß erwischt, wird das nix --> ist glaube ich, keine gute Option.

        Eher nochmal in der Schule nachfragen. Im Zweifel dürfen sie dir nichts sagen, aber vielleicht gibt es da ja jemanden, der doch was sagt und das weiter bringt.

        Und dann... wie war das? Die italienische Variante?

        Seine Mutter scheint mir hier eine unbekannte Variable zu sein. Kannst du rauskriegen, wo sie arbeitet oder sie erreichen?

        Viele Grüße

        Hallo,

        zunächst mal finde ich es sehr großherzig von Dir, wie nahezu bedingungslos der kleine Freund Deines Sohnes Dir/Euch jederzeit willkommen ist #pro:-)!

        Das, was er bei Euch an Fürsorge, Aufmerksamkeit und Zuwendung scheinbar täglich bekommt, kennt er von zu Hause offensichtlich nicht. Kennst Du seine Eltern? Zurzeit scheint es ihnen ja egal bis "ganz recht" zu sein, dass ihr Sohn sich ständig bei Euch aufhält. Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen, sind oft nicht böse darum, wenn sich Jemand Anderes "automatisch" kümmert. Aber Vorsicht: das kann durchaus schnell ins Gegenteil "kippen", z.B. wenn der Junge das, was er Dir erzählt, auch zu Hause äußert (Wunsch, bei Euch zu wohnen sowie nach "anderen Eltern"). Da spielen dann oft Kränkungen und die eigene Biografie der Kindeseltern eine Rolle. Für den Jungen wäre es auf jeden Fall traurig, wenn er dann plötzlich nicht mehr zu Euch dürfte. Auch insgesamt solltest Du schauen, dass die Zeit, die er bei Euch verbringt, nicht Überhand nimmt. Ich weiss, wie schwer es fällt, gerade bedürftigen Kindern auch mal Grenzen aufzuzeigen in Richtung, "Heute passt es bei uns nicht!" oder "nur bis ... Uhr", aber Du tust ihm mittelfristig sonst keinen Gefallen. Gerade solche Kinder profitieren letztlich von Struktur und Verlässlichkeit, indem Du ihm z.B. sagst, wann er morgen kommen darf und dass Ihr Euch dann auf ihn freut.

        Der andere Aspekt ist die Kindeswohlgefährdung, die offensichtlich für den Jungen- und vor allem dessen kleinen Bruder- besteht. Auch, wenn Ihr sehr ländlich wohnt, gibt es definitiv ein Jugendamt, das für Euch zuständig ist! Das kannst Du auf jeden Fall googlen oder auch in Eurem Rathaus erfragen. Meist gibt es da sogar direkt eine/n Ansprechpartner/in vom Jugendamt. Ich finde es deshalb so wichtig, dass Du Dich dort meldest, weil es wie gesagt jederzeit sein kann, dass die Eltern des kleinen Jungen ihm den Kontakt zu Euch verbieten und sein "Halt" dadurch wegbricht (das wäre sehr schlimm für ihn). Dafür- und auch, weil Du das nicht in dem Umfang dauerhaft leisten kannst und solltest- muss meines Erachtens der Hilfebedarf der Familie aus fachlicher Sicht überprüft werden. Gerade die Gewaltbereitschaft des Vaters bereitet mir Bauchschmerzen- schlimm, was der "große" Bruder da erzählt hat mit der Fensterbank. Und nicht auszudenken, wenn solche und ähnliche Dinge auch dem Kleinen angetan werden #schmoll!

        Wie gesagt: ich finde es großartig, wie bedingungslos Du den Jungen bei Euch willkommen heisst! Aus Erfahrung kann ich Dir jedoch sagen, dass das- leider jederzeit- "nach hinten los gehen" kann ohne fachliche Unterstützung. Der Junge wäre dann- mehr denn je- der Leidtragende. Und es ist wichtig, die Gefährdung der Kinder dauerhaft abzuwenden!

        Falls Du weitere Fragen hast, vor allem bezüglich des Jugendamtes, melde Dich jederzeit gern- auch über meine VK!

        Liebe Grüße & alles Gute #blume,

        Kathrin

        • Ich finde es sehr merkwürdig, dass die Schule zu dir sagt, du sollst ersteinmal auf den Jungen aufpassen??

          Normalerweise wird in so einem Fall das JA eingeschaltet und die Kinder notfalls (auch wenn man es keinem wünscht) aus der Familie geholt, auch vorübergehend.

          Ich würde ihm jetzt nicht die Ersatzmutter vormachen, sondern lieber vielleicht mal mit der Mutter persönlich reden, was da bei denen los ist.

          • In ländlichen Gebieten kann es durchaus sein, dass die Schule so reagiert, hatte auch schon so "gestrandete" Kinder bei mir, die einfach über Wochen/Monate mehrheitlich bei mir waren, nachdem sie von meinen Kindern "mitgebracht" wurden, ohne offizielle Regelung. Im Hintergrund liefen jedoch Gespräche, Jugendamt und Schule suchten nach Lösungen und waren froh, einfach eine niederschwellige, inoffizielle Lösung für den Moment zu haben.

      Wie es klingt, ist das Problem der Papa und nicht die Mama die Arbeiten geht.
      Bevor man nicht mit der Mutter darüber gesprochen hat, würde ich ihr nicht schon zuvor das JA an den Hals hetzen. Vielleicht bekommt sie gar nicht alles mit oder ist selbst unzufrieden mit der jetzigen Situation. Nach einem Gespräch mit seiner Mutter wäre man einen Schritt schlauer und kann dann dementsprechend mit dem Notwendigen eingreifen.

      • Hallo,

        je nachdem, ob/wie gesprächsbereit die Kindeseltern sind. Lassen sie sich auf ein Gespräch mit solchem Inhalt ein, wäre das möglicher Weise förderlich für das Wohl der Kinder.

        Die Realität sieht leider meist anders aus, Eltern, die ihre Kinder misshandeln und oder vernachlässigen, wünschen oft keinerlei Einmischung. Als Laie in diesem Kontext läuft man dann Gefahr, dass solche Gespräche eskalieren, der Junge z.B. ein Kontakt-Verbot zur Familie der TE bekommt, etc. .

        Es geht überhaupt nicht darum, der Familie Jemanden "auf den Hals zu hetzen"- hier herrschen offensichtlich immer noch äußert fragwürdige Ansichten über die Arbeit/Vorgehensweise der Jugendämter- sondern zunächst darum, das Wohl der beiden Kinder sicher zu stellen und mögliche Gefahren abzuwenden. Und zwar nicht "eventuell", sondern umgehend. Und in dem Zusammenhang der Familie eine für sie passende Hilfe anzubieten. Dass die Kindesmutter nicht weiß, wie es während ihrer Arbeitszeiten zu Hause "rund geht", möchte man sicher gern glauben- ist allerdings leider eher unwahrscheinlich.

        Viele Grüße,

        Kathrin

    (8) 01.07.18 - 09:49

    Habt ihr wirklich gar kein Jugendamt oder wisst ihr nur nicht, welches offiziell zuständig ist, sich inoffiziell aber drückt?

    Gibt es von eurem Landkreis eine Homepage? Vielleicht dort mal nachsehen, welche Ämter es gibt?

    Oft ist es ja so, dass ein Jugendamt für x Dörfer, Städte etc. zuständig ist. Die Einteilung ist dann wieder nach Landkreisen, Ortnamen oder nach Nachnamen der Kinder. Manchmal etwas wirr.

    Evtl. mal bei einem Jugendamt anrufen, dass von der Entfernung her am nächsten ist und fragen, welche Stelle für euch zuständig ist.
    Schwierig könnte es werden, wenn das Kind in einem anderen "Einzugsgebiet" ist, als ihr. Meistens geht es offiziell nach dem betroffenen Kind, aber je nachdem wen man erwischt, kann man auch weitergeschoben werden.

    Versuchen würde ich es. Erst mal zum Informieren, was du in deiner Situation tun kannst.

    Pro Familia, Caritas, Kinderschutzbund könnten vielleicht auch was wissen.
    1. Tipps, was du tun könntest, was du nicht tun solltest, in welcher Reihenfolge
    2. wer für welches Gebiet zuständig ist. Manchmal wissen sie das.

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