Sonderpädagogischer Förderbedarf

    • (1) 11.07.18 - 18:33

      Hallo!

      Kennt sich jemand mit sonderpädagogischer Förderbedarf bei Inklusion aus?

      Es gibt doch 7 mögliche sonderpädagogische Förderbedarfe. Welcher Bedarf hat welche Auswirkungen oder Folgen bzw. welche Förderung zur Folge?

      Stimmt es, dass man beim sonderpäd. Förderbedarf Lernen keinen normalen Abschluss machen kann?

      LG

      Bei uns in Sachsen kann man sich beim Kultusministerium solche Broschüren zu diesem Thema bestellen und alles genau nachlesen. Schau doch mal, ob es das bei euch auch gibt. Da hast du dann wirklich qualifizierte Aussagen. Hier in Sachsen ist ein Hauptschulabschluss möglich beim Schwerpunkt Lernen, allerdings nur ein Hauptschulabschluss der Förderschule. Steht dann auch so drauf. Zudem gibt es die Möglichkeit eines Berufsvorbereitungsjahres.

    • Hallo,
      Wenn dein Kind jetzt in der GS in die Förderschule Schwerpunkt Lernen geht, kann es trotzdem auf eine Regelschule wechseln, wenn ihr das möchtet oder die Schule der Ansicht ist, dass kein Förderbedarf mehr besteht.
      Wir haben bei uns immer wieder ehemalige Förderschüler, die dann ganz normal den Quali machen.
      Bleibt dein Kind an der Förderschule und macht dort den Abschluss, steht auf dem Zeugnis natürlich die Schulform drauf.
      Unsere Förderschule hat aber sehr gute Verbindungen zu unterschiedlichen Betrieben, so dass die Förderschüler eher einen Ausbildungsplatz finden als unsere schwachen Mittelschüler, die dann gerade so den Hauptschulabschluss schaffen.
      LG
      Delfinchen

      Hallo,
      In NRW ist es so, dass Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt Lernen nach 10 Jahren einen Hauptschulabschluss mache können, der mit dem "normalen" Hauptschulabschluss nach 9 Jahren gleichzusetzen ist, das geht aber nur, wenn die Noten/Leistungen dementsprechend sind. In Bayern wird es wahrscheinlich ähnlich sein.
      Ich weiß nicht, inwieweit das auch an Inklusionsschulen angeboten wird.

      Bei vielen Kindern kann der Förderbedarf aber schon eher aufgehoben werden, so dass sie einen ganz normalen Abschluss machen können. Generell bedeutet der Förderbedarf Lernen, dass die Schüler zieldifferent zur Regelschule unterrichtet werden, also einen anderen Lehrplan haben, während Schüler mit anderen Förderbedarfen, z.B. Sprache oder EsE zeitgleich nach den Regellehrplänen unterrichtet werden (es sei denn, sie haben zusätzlich auch noch einen Förderbedarf Lernen).

    • Ansonsten wird die Förderung natürlich an den jeweiligen Förderbedarf angepasst, in Inklusionsklassen kann das manchmal schwer sein, da ein Sonderpädagoge, wenn er z.B. in den Förderbedarfen Lernen und EsE ausgebildet ist, von der Förderung bei anderen Bedarfen keine oder nur wenig Erfahrung hat und sich erstmal einarbeiten müsste.

      Ansonsten ist noch wichtig, weil viele das gerne vergessen, dass ein Förderbedarf Lernen auch in der Inklusion bedeutet, dass das Kind zieldifferent beschult wird, also auch, wenn es inklusiv an einer Realschule beschult würde und dort Rückmeldungen zu guten Leistungen bekäme, nicht automatisch einen Realschulabschluss bekäme, weil bei den guten Leistungen von den individuellen Möglichkeiten des Kindes im zieldifferenten Bildungsgang Lernen ausgegangen wird und nicht vom "Standard" der restlichen, zielgleichen Klasse.

      Hi,
      zumindest in BaWü kann ein Kind mit L-Fö einen Abschluss machen, sofern es dazu in der Lage ist. Eine meiner Schülerinnen kam als L-Fö in der 7. von einer Förderschule zu uns, der Bedarf ist mittlerweile aufgehoben und sie packt das alles wunderbar.

      vlg tina

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