Sohn (11) macht nichts in den Ferien - Hilfe

    • (1) 02.08.18 - 13:57

      Ihr Lieben.
      Wir werden noch wahnsinnig. Unser Großer geht einfach nicht nach draußen zum spielen. Die ersten anderthalb Wochen waren wir alle doll krank, er zuerst wieder fit. Hatte sich aber gewünscht, nix zu machen eine Woche. Alles ok soweit, kann man verstehen. Danach haben wir viel gemacht mit den Kindern - er fand alles doof, selber macht er leider nichts. Jetzt ist unser Baby mit 40 Fieber krank und er hängt mir immer noch nur am Popo. Er sagt angeblich ALLE Freunde, Klassenkameraden sind im Urlaub, die die da sind wollen nix machen außer ein PC Spiel das er nicht mag.
      Er geht seit 15 Wochen zur Ergo. Die ganze Woche dreht sich nur darum, was er der Therapeutin zeigen kann. Dauernd plant er, was er alles kaufen will, macht sich jetzt schon verrückt wegen der Jugendweihe in 2 Jahren. Ich kriege ihn nicht ins hier und jetzt. Er hängt nur am Handy und wenn ich mit ihm rede, dass ich mir schlimme Sorgen mache um ihn, fühlt er sich angegriffen. Er motzt den ganzen Tag nur rum. Er ist nur happy wenn er mir stundenlang Sachen erzählen kann. Auch nur solange ich alles toll finde, sonst wird er sauer.
      Mein Mann und ich hatten beschlossen ihn machen zu lassen und positives zu bestärken, aber das schaffe ich nicht! Ich sehe kaum positives. Hilfe bekomme ich kaum noch von ihm, wenn dann macht er widerwillig alles anders als besprochen und ich brauche länger um es wieder gerade zu biegen als hätte ich es gemacht.

      Wie können wir ihm nur helfen? Und auch wie können wir uns helfen? Ich gehe schon regelmäßig mit der Kleinen spazieren oder länger einkaufen, um mal kurz Ruhe zu haben. Er erwartet nicht nur volles elterliches Programm, sondern auch dass wir den Part seiner Freunde und Therapeuten übernehmen, rund um die Uhr!

      Unser mittlerer (8) ist zwar viel viel anstrengender, aber er geht morgens oft auf den Spielplatz und nachmittags in die Bücherei wenn kein Ausflug geplant ist.

      Freue mich über Tipps :)
      Liebe Grüße

      • Hallo,
        warum habt ihr denn nicht lange vor den Ferien etwas organisiert? Hier gibt es div. Zeltlager von der Stadt oder auch der Kirche, Ausflüge, Ferienprogramm vom Jugendzentrum etc.pp., oft für sehr kleines Geld, mit/ohne Übernachtung, wie man mag!
        Mit 11 alleine rausgehen und "spielen" - die Zeiten sind vorbei. Wenn, dann mit Kumpels zum Skaterplatz, ins Freibad, zur Eisdiele, Boulderhalle etc.
        6 Wochen sind doch total öde nur mit Mama/Papa zuhause - für den 8Jährigen und erst recht für einen fast-Jugendlichen.
        VG & gute Besserung für euer Baby!

        • Huhu,
          Die Ferienprogramme waren alle über 100€ pro Kind. Das fand ich zu krass. Er hatte auch an keinem Interesse bekundet.
          Ich habe ansonsten genug Ausflüge organisiert für die Ferien, es stehen auch noch viele an. Zum Informatikkurs geht er noch alleine zb. Aber das sehe ich noch nicht kommen, ich denke er wird sich nicht trauen. Die Familienausflüge findet er aber immer alle doof und macht dann allen schlechte Laune. Da wünsche ich mir schon mal eins zwei Tage wieder, wo man auch mal Kraft tanken kann für die nächsten Ausflüge und auch mal Zeit für andere wichtige Sachen im Haushalt zb ist. Wo die Großen beide draußen spielen sind. Vielleicht sogar drinne spielen, hauptsache nicht rund um die Uhr hinter mir stehen 😅
          Es kommt halt auch keiner mehr ihn abholen für Unternehmungen und er geht auch nicht zu jemanden fragen. Deswegen erwartet er diese Freundeausflüge ja von uns...

          • Hm...er hat auf nichts Bock, dir sind 100€ für die langen Sommerferien zuviel, dann gibt's wohl keine Lösung. Einen ständigen Schatten würde ich mir verbitten und stundenlanges Gedaddel/Fernsehen und Co. gäbe es hier auch nicht. Ich habe auch ein 11jähriges Kind. Das war erst 1 Woche mit der Jugendfeuerwehr im Zeltlager, dann mal 2 einzelne Tage mit dem Jugendzentrum unterwegs (Barfußpark und Freizeitpark), hat eine Halbtagesradtour mit der großen Schwester gemacht, viel gelesen, dann waren wir als Familie im Urlaub und die letzte Woche trifft mein Kind sich mit Freunden, geht ins Freibad, bereitet sich etwas auf die Schule vor. So ein Abhängen und schlechte Laune verbreiten gibt's hier nicht, bei keinem meiner 3 Kids.

            • Mir wären 100€ pro Kind EXTRA zu dem ganzen Geld der Ferienausflüge zu viel, vor allem da er da ja auch auf nix Lust hätte. Das ist echt viel geld für paar Tage, dafür dass dann immer noch 5 Wochen gefüllt werden müssen.
              Bei euch scheint das aber gut zu funktionieren, vor allem wenn du sagst mit Freunden und Schwester stehen auch Unternehmungen an, das plant meiner ja gar nicht. Was machen denn deine Mädels an den Tagen wo nichts geplant ist?
              Fernsehen haben wir keinen und PC ist auch nur 1 oder 2 mal die Woche. Das Handy hab ich ihm halt gelassen, auch in der Hoffnung dass er mit seinen Freunden schreibt...
              Vielleicht doch mal eingrenzen, aber dann wirds nur noch mehr miese Laune seinerseits geben.

              • An vielen Tagen ist hier überhaupt nichts geplant. Meine Mädchen schlafen ausgiebig aus und entscheiden dann meist getrennt oder auch mal gemeinsam, worauf sie Lust haben. Sie rufen eine Freundin an (wie heute), gehen in die Stadt bummeln oder Eis essen, in die Bücherei, ins Freibad, lesen, räumen ihre Zimmer um, die 11Jährige beschäftigt sich gerade gerne mit Upcycling von Kleidung, sie hören CD (oder Spotify), springen Trampolin, gehen mit dem Kleinen auf den Spielplatz, backen etwas, führen Nachbarshunde aus, die 13Jährige babysittet bei Nachbarn, sie üben Klavier / Klarinette, die Große turnt ausgiebig, klar machen sie auch mal was am Handy oder Tablet...da gibt's 1 Mio. Dinge. Hier war allerdings von ganz klein auf klar, dass ich NICHT der Entertainer meiner Kinder bin bin. Klar machen wir auch mal was zusammen, aber nicht täglich. VG

                • Das hört sich nach sehr entspannten Ferien bei euch an :-)
                  Mein Kleiner macht ähnliche Sachen wie deine Mädels und der findet seine Ferien auch ok so. Nur der Große halt nicht. Alles was er neu anfängt überfordert ihn und er schmeißt es wieder hin leider. Und dann kommt er halt maulen wie doof alles ist. Bei uns ist auch klar, dass wir als Eltern keine Bespaßer sind, er will ja auch eigentlich gar keine Vorschläge. Wir sollen ihm nur stundenlang zuhören...

      Ich hab auch eine Tochter in dem Alter, die gerade alles, was wir machen, blöd findet. Ich würde ihm als erstes das Handy abnehmen und Elektronik nur zu bestimmten Zeiten erlauben. Ich würd auch mal was mit ihm spielen etc., aber dann von ihm verlangen, dass er sich selbst beschäftigen muss.

      (9) 02.08.18 - 15:37

      Hallo,

      warum willst Du ihm "helfen"? #kratz
      Dein Sohn braucht keine "Hilfe". Er hat schlicht und ergreifend Langeweile und keinen Bock auf das, was Du ihm an Beschäftigung anbietest oder vorschlägst.
      Das einzige Problem daran ist, dass er offenbar gewohnt ist, bespasst zu werden, wenn er mault.

      Ich würde ihm an Deiner Stelle mitteilen, dass Du ja gerne mal eine Runde mit ihm quatschst, aber nicht den ganzen Tag, und dass Du Dich auch nicht dafür zuständig fühlst, Dir alles mögliche auszudenken, wie Du ihn angemessen bespaßen könntest.
      Ich würde ihm ein paar Dinge vorschlagen, die er alleine, mit seinem Bruder oder mit Freunden tun könnte und ansonsten soll er mal selbst kreativ werden.

      Die Zeit am Handy oder ähnlichem würde ich begrenzen.

      Bei unserer Großen (11) funktioniert es ziemlich gut, wenn ich ihr sage, was alles an Arbeit in Haus und Garten vorhanden ist, die sie mit mir zusammen oder ohne mich erledigen kann, wenn sie Langeweile hat.
      Dann hat sie meistens ganz schnell Ideen, was sie stattdessen tun könnte. ;-)

      Sie hat z.B. letzte Woche im Wendehammer teils alleine, teils mit ihrem Bruder mit Straßenkreide eine große Stadt mit Straßen gemalt, die mit dem Fahrrad zu befahren waren. Dazu haben sie sich noch Spiele ausgedacht, die sie da drin gespielt haben.
      Das einzige, was ich tun musste, war, mehrfach Kreide nachzukaufen.

      LG

      Heike

      • (10) 02.08.18 - 17:27

        Ich bespaße ihn meiner Meinung nach nicht. Er ist halt nur dauernd immer wieder in meiner Nähe und ich kann ja nicht ständig sagen, dass ich nicht mit ihm reden will, da wird ja jeder Mensch garstig. Aber das artet immer so aus in Beklagungen von ihm was alles doof ist. Und das macht mir Stress den ganzen Tag seine negative Stimmung aushalten zu müssen.

        Haha ja, wenn ich das so wie du sage mit den Haushaltspflichten sind auch ratzfratz alle weg :-D

        Ich glaube auch dass sein Handy ihn blockiert, er hat überhaupt keine sinnvollen Ideen mehr.

        Was deine Tochter macht finde ich super :) das würde ich mir von meinem Sohn auch wünschen.

        • (11) 02.08.18 - 19:46

          Statt ihm immer was vorzusetzen an Aktion würde ich ihn ehrlich gesagt auflaufen lassen. ihm sagen, da ihm deine Planung nie gefällt, machst du nichts mehr bis ER was vorgeschagen hat. Da er am Handy ist kann er ja auch im Internet nach Ideen schauen.

          Ich würde ihm auch immwr wieder klipp und klar sagen, dass du gern was mit ihm machst, es dir aber keinen Spaß macht, was vorzuschlagen solange er alles doof findet und rum murrt. Ganz ehrlich, ich würde ihn dann auch ne Zeit in sein Zimmer verbannen und mir meinen Freiraum einfordern. So nach dem Motto, ich mach jetzt 1(oder 2) Stunden frei und keiner stört mich. Danach können wir was zusammen machen. Überleg DU dir was.!

          Für mich wäre in den Ferien z.B. auch ne Beschäftigung, mit meinem Kind oder beiden ne Spiel mit Wii oder so zu machen..

          Können denn die Brüder nicht zusammen spielen? Meine Beiden ( Sohn+Tochter) haben in dem Alter gerne im Garten gezeltet oder in den kälteren Jahreszeiten in den Ferien einer beim Anderen auf der Luftmatratze im Zimmer übernachtet. das selbe auch mit Freunden gemacht. Ich würde mein Kind echt etwas unter Druck setzen , dass es sich was überlegen soll. Hier wurden meist aus der Langeweile heraus die besten Ideen geboren. Aber sicher auch nur, weil sie nicht immer bespaßt wurden von uns Eltern, im Gegenteil.

          • (12) 02.08.18 - 21:17

            Das finde ich gut, ihn nächste mal was vorschlagen und planen zu lassen :)

            Ach mit seinem Bruder macht er schon lange nichts mehr, den kann er ebenso wenig leiden wie die Kinder im Umkreis :(

            Naja er möchte nicht direkt bespaßt werden, nur ewig reden reden reden.

            • (13) 03.08.18 - 11:27

              Ok, aber auch wenn er dich zuredet, nimm dir den freiraum. in dem alter kannst du doch für dich deine Grenzen setzen. Eben sagen, jetzt nicht du möchtest jetzt DEINE freie Zeit/Ruhe. Und wenn er reden möchte, das kann er doch auch mit Freunden.

              Das kannten meine Kinder von Anfang an, bei uns gab es z.B. immer MIttagsruhe, d.h. nicht schlafen, aber jeder zieht sich zurück in sein Zimmer für z.B. 1 Stunde. Aber auch mitten am Tag haben das die Kinder schon in ganz jungen Jahren akzeptiert.

              KAnn es sein, dass DAS ist bei euch das Problem ist? Dein Sohn braucht sich nicht oft alleine beschäftigen? Da solltest du einfach Regeln aufstellen, und klipp und klar sagen, dass es dich nervt dass er dich immer vollquatscht. Sollte er mit 11 ja wohl verstehen.

              • (14) 03.08.18 - 17:55

                Ich sage ihm schon oft, dass ich jetzt einfach keine Lust habe, aber er wird davon noch frustrierter und trauriger. Und dann höre ich auch mal zu obwohl ich keine Lust habe, weil er so traurig ist. Nervt mich aber und das merkt er, auch wenn ich es versuche zu verstecken. Auch doof.

                Meiner schafft das nicht mal wenn die Tür zu ist. Ähh Mamaaa, ich hab was ganz wichtiges...

            (15) 03.08.18 - 13:51

            Man muss nicht jeden mögen...

            aber wisst ihr warum er so viele in seinem Alter nicht mag?

            Bei anderen Interessen könnte man ihn mit Kindern ähnlicher Interessen zusammenbringen.
            Bei anderen Gründen, käme es auf die Gründe an.

            • (16) 03.08.18 - 18:08

              Er hat ganz andere Interessen, ja. Er mag Youtube und Filme drehen und Lego. Das mag keiner aus seiner Klasse. Die anderen spielen wohl nur noch Fort Knight oder so und Musically, das ist ihm zu doof.
              Der Große Cut kam aber wirklich auch jetzt in den Ferien. Davor kamen hin und wieder Kinder ihn abholen. Er hat aber dann auch oft abgesagt, vielleicht haben sie da einfach keine Lust mehr drauf.
              Das Freunde Problem haben wir schon immer. Er mochte von Anfang an Kinder nicht und stürzte sich auf alle Erwachsene die mit ihm reden wollten. Er idealisiert zb seine Ergotherapeuten gerade auf schärfste. Sie sagt ja niemal negative Sachen so wie doofe Eltern. Das macht mir Sorgen, dass er da so klammert.

              Er hatte sich ja auch gewünscht die erste Woche komplett nichts machen zu dürfen. Da habe ich mir noch nichts bei gedacht. Mittlerweile sind wir nur noch gestresst und hängen uns den ganzen Tag auf der Pelle. Er fühlt sich genervt weil wir fragen wann er denn mal was unternehmen möchte.

              Nun kam raus, er weiß wohl gar nicht wann vor allem sein bester Freund in den Ferien zu Hause ist. Er fragt einfach nicht. Er sagte jetzt, er hat einfach keine Lust darauf. Das war das erste Kind dass er auch vergöttert hat wie Erwachsene. Er sagt aber auch dass nichts vorgefallen ist... wer weiß. Mit den anderen Kindern gab es seit jeher ein großes auf und ab. Eigentlich mag Ali alle nicht habe versucht hin und wieder sich zusammen zu raufen. Was vor den Ferien schon gut geklappt hatte. Daher ist der Kontrast zu jetzt sehr groß.

              Ich weiß auch nicht wie ich ihn mit Kindern zusammen bringen soll die ähnliche Interessen haben :(

              • (17) 03.08.18 - 19:36

                Das kenne ich von mir damals. Der Kopf war weiter und das Verhalten nicht altersgerecht. Ich verstand Kinder nicht und Kinder fanden mich anstrengend (das eine verstanden sie nicht und das andere war ihnen nicht alterspassend).

                Geholfen haben mir damals Aktivitäten, die mich interessierten. Sternwarte, Steinemesse und co. Dort lernte ich dann Menschen mit ähnlichen Interessen kennen. Das hat meinen Rededrang zwar nicht gestoppt, aber doch gedämpft. Außerdem lernte ich nebenbei etwas dazu. Außerdem quasselte ich nicht irgendwas, sondern hatte wenigstens Themen mit Inhalt.

                Bekommt ihr Begleittherapie zum ADS/ADHS? Kennt sich die Ergotherapie damit aus?
                Oder ist das mehr wegen der Motorik?
                Weiß sie bescheid wegen dem idealisieren?
                Einfach damit sie darauf eingehen und euch eine Stütze sein kann?

                Gibt es bei euch Ferienaktivitäten, die mit Filme drehen zu tun haben?
                Oder etwas weiter weg / Städte im Umkreis: Filmakademie mit Ferienschnuppertag für Kinder. VHS mit Kinderprogrammtagen? Veranstalter die etwas in der Umgebung anbieten?

                Hat er Möglichkeiten selbst Filme zu drehen?
                Ohne dass die Familie non stop mitagieren muss? (mal als Statisten ok, nur nicht im Dauerzustand)


                Den Wunsch mal gar nichts zu tun hatte ich als Kind auch oft.
                Eben weil mir die H bedingte Entspannung fehlte.

                Aber was ich heute als Erwachsne merke: auch mit Medikament (nur nicht so intensiv):

                ohne Rahmen geht es nicht!
                Im Urlaub specke ich mein Programm auf ein Minimum herunter. ABER ich brauche immer einen Rahmen.
                Zeit für Puffer, Entspannung, mal nichts tun (mit Medikament geht das, ohne geht es bei mir nicht), Zeit für spontan sein (lesen, dösen etc.).
                Aber ganz ohne Programm geht es nicht. Dann drehe ich durch, drehe mich so lange um meine eigene Achse, dass mir schwindelig wird. dann mache ich mich selbst kirre und erholt bin ich dann schon dreimal nicht.

                Programm heißt für mich (als Erwachsene): ich gebe mir vor, dass ich Einkaufen gehe. Tag x oder y. Ich gebe mir vor, was in Frage kommt, welche Unternehmungen möglich sind.
                Nicht alles durchorganisiert, das wäre mir zu viel. Aber so 1-3 Anhaltspunkte pro Tag an denen ich mich orientieren kann. Wenn es dann andere werden ist es auch ok. Aber gedanklich brauche ich diese und ganz ohne geht es bei mir nicht.

                Bei meinem Kind ist es etwas einfacher. Sie findet fast immer was zu spielen oder zu tun.

                • (18) 07.08.18 - 15:05

                  Etwas später, aber ich möchte dir noch gern antworten.

                  Du warst also ähnlich wie mein Großer als Kind. Das ist interessant, denn durch deine Beschreibung verstehe ich ihn etwas besser. Ich glaube ich war auch ähnlich nur kann ich mich kaum an meine Kindheit erinnern. Ich weiß nur dass meine Mama viele Eigenschaften von uns unterdrückt hat. Deshalb fühle ich mich auch immer schlecht wenn ich ihn z.b. abweise wenn er so wahnsinnig viel quatschen will. Mittlerweile bemerke ich auch, dass ich gar nicht so ruhig und schüchtern bin wie es mir mein Selbstbild Jahre lang vorgegaukelt hat, sondern auch sehr wild und wenn man mich lässt den ganzen Tag am quatschen und bewegen.
                  Bei ihm konnte ich das jetzt lange nicht akzeptieren, da er eigentlich auch ein sehr ruhiger Mensch immer war, schon als Baby. Doch ich merke immer mehr diese innere Unruhe die sich dann durch für mich nervige Tätigkeiten äußert. Z.b. einfach laute Geräusche machen, irgendwo rauf Trommeln, zappeln. Da ist ziemlich viel Aktivitäten in ihm, wofür er in letzter Zeit oft Ärger gekriegt hat, weil es einfach alle wahnsinnig stresst. Aber da hat es in den letzten Tagen bei mir klick gemacht, er hat einfach wahnsinnig viel Unruhe in sich so wie ich auch, nur "traut" er sich diese rauszulassen. Auch wenn die Methoden vielleicht etwas anstrengend sind.

                  Ich habe mich damals auch einfach meinen Interessen gewidmet und stundenlang gelesen. Nur bei ihm scheint das derzeit alles ungünstig zu verlaufen, da seine Interessen nicht sehr präzise sind. Ich wüsste nicht wo ich da anfangen sollte. Er selbst ja auch nicht.

                  Was meinst du denn mit Begleittherapie? Mit der Ergotherapie haben wir als Eltern absolut gar nichts zu tun, da sie sich ja nur mit ihm beschäftigt. Er fährt auch alleine hin da sie meinte sie braucht uns nicht dafür. Vielleicht könnte man da mal ein Gespräch vereinbaren. Bei der Ergotherapie bastelt er immer irgendwelche Sachen und kann ihr in der Stunde alles erzählen was ihn beschäftigt. Sie reagiert darauf natürlich sehr therapeutisch professionell interessiert und das findet er richtig klasse. Sie sagt halt nie negative Sachen oder Bedenken oder ihre Meinung, also fühlt er sich richtig toll angenommen. Ich mache mir halt nur Sorgen da sie ja "nur" eine Therapeutin ist und auch irgendwann nicht mehr in unserem Umfeld und dann bricht nachher alles über ihm zusammen.
                  In zwei Wochen haben wir wieder mit der Psychologin einen Termin. Quasi ein Auswertungsgespräch wie es in den letzten Wochen gelaufen ist und wie es weitergehen soll. Da werde ich mal sagen dass mir das bisherige nicht wirklich etwas gebracht hat bzw den Kindern. Ich befürchte auch wenn ich das mit dem idealisieren bei der Psychologin anspreche, würde meinen Sohn wieder sehr sauer auf mich sein weil " das stimmt ja gar nicht"! Oder so.

                  Bisher habe ich noch nichts gefunden in den Ferien zum Thema Filme drehen. Also für die Herbstferien habe ich etwas gefunden vielleicht melde ich ihn da mal an. Wir würden ja sogar mitmachen beim Filme drehen, aber er kommt einfach nicht in Gang. da ist es ihm den einen Tag zu warm, am nächsten Tag brauch er ganz dringend noch ein Mikrofon dafür, am ehesten ein neues Handy oder eine Speicherkarte. Und so verbringt er seinen ganzen Ferien damit zu überlegen was er alles noch dafür kaufen müsste (Geld dafür hat er). Dann geht es aber auch die nächsten Tage nur darum wann denn seine Sachen per Post ankommen oder wann er sie abholen kann. Wenn sie dann da sind geht es schon wieder darum dass er noch irgendetwas anderes braucht. Das uns nervt echt doll.

                  Ok also das mit dem Nichtstun ist schon mal nicht bedenklich. Das kann ich halt nicht wirklich nachvollziehen da ich immer tausend Sachen gleichzeitig zu tun habe 😅

                  Also du meinst wir brauchen mehr Eckpfeiler im Tag neben dem Essen? Quasi dass man morgen gesagt dass man mit eben noch einkaufen geht oder nachmittags ein Spiel spielt? So in etwa? Ich kann mich noch erinnern dass wir vor einigen Monaten begonnen hatten ein Tagesprotokoll für den nächsten Tag zu schreiben in dem alle Termine drinne stehen und was jeder vor hat und was man zu tun hat. Das fand er super. Vielleicht würde ihm das schon reichen sich besser auf den nächsten Tag zu konzentrieren.

                  • (19) 07.08.18 - 17:05

                    Das mit der Unruhe kann auch sein, dass ihr gegenseitig eure Unruhe spürt und auf eure Weise damit umgeht. Er lebt sie aus, was dich stresst, was er spürt und noch mehr auslebt.

                    Kennt sich die Psychologin mit ADS/ADHS denn wirklich aus?
                    Stellt sie nur die Diagnose? Kann sie es auch begleiten? (ich habe da meine Zweifel, wenn sie euch ans Internet verweist). Welche Tipps hat sie so?

                    Das mit der anderen Therapeutin würde ich ansprechen. Diese Gefahr sehe ich auch.
                    Kannst du mit der Ergotherapeutin mal sprechen?
                    Ich kenne es so, dass es bei Kindertherapien auch mit Eltern immer mal wieder Zwischengespräche gibt. Wie läuft es, wie läuft es im Alltag, welche Veränderungen sollten sein, welche Themen stehen an usw. Was hat sich verbessert, wo sollte Unterstützung hin (Schwerpunkte).

                    Was sagt der Kinderarzt? Oder derjenige, der die Ergotherapie verordnet?
                    Gibt es da Zwischengespräche was sich verbessert hat?

                    Therapien sind sinnvoll, wenn sie mit Maß und Ziel eingesetzt werden.

                    Es ist schön, dass er bei der Ergotherapeutin einiges loswerden kann.
                    Die Frage ist, ob ihm das auf der anderen Ebene auch dauerhaft gut tut, wenn er sie idealisiert. Da kann ich deine Bedenken schon verstehen.
                    Vielleicht zeigt er sich bei ihr auch von seiner besten Seite und deswegen schimpft sie nie.
                    (das kenne ich von vielen Kindern, die ihre Musiklehrer/innen mögen). Allerdings ansprechen würde ich es schon bei ihr.

                    Das mit der Herangehensweise an sein Filprojekt kenne ich nur zu gut.
                    ADS/ADHS heißt oft auch sich zu verzetteln. Das drumherum so sehr zu planen, ohne das eigentliche tatsächlich zu machen.

                    Könnte es sein, dass er da Unterstützung braucht?
                    Beim Sortieren, beim Fokusieren?

                    Wie gehe ich heran an ein Projekt?
                    Was brauche ich dazu? - Während er auf die Utensilien wartet, könnte er ein Drehbuch schreiben. Einen konkreten Plan machen, wie er es umsetzen kann.

                    Nicht er braucht alles haben, damit es perfekt werden kann.
                    Sondern fokusieren, damit er mit dem, was er schon hat, schon erste Übungen machen soll.

                    Dazu braucht er wahrscheinlich noch Hilfe.
                    Wie gehe ich ran an ein Projekt.
                    Welche Schritte sind zu tun.
                    EINFACH ANFANGEN (Startbegleitung)


                    "Also du meinst wir brauchen mehr Eckpfeiler im Tag neben dem Essen? "

                    Das kann sehr helfen.

                    Es muss nicht alles durstrukturiert sein! Aber Eckpfeiler trifft es richtig gut.

                    Welche Termine stehen an
                    Was könnte man in der Zwischenzeit tun.
                    Welche Zeit hat er zur Verfügung
                    Was könnte er in dieser Zeit tun.

                    Vorher überlegen, worauf er sich am nächsten Tag freuen kann. Damit er am nächsten Tag gleich loslegen kann. Ohne erst mal bis zum Abend zu überlegen, was könnte er tun....



                    "Das fand er super. Vielleicht würde ihm das schon reichen sich besser auf den nächsten Tag zu konzentrieren. "

                    Wenn er das super fand, würde ich das wieder einführen.

                    Uns hilft es das zu besprechen (ohne aufzuschreiben). Aber schon so, dass jeder weiß, worum es geht, was auf uns zu kommt.

                    Wenn wir nicht wissen, wie das Wetter wird, dann besprechen wir 2-3 Möglichkeiten, diese halten wir aber auch als MÖGLICH fest.
                    Möglich heißt: wenn es klappt ist es schön, wenn es nicht klappt, dann ist es auch ok.

                    Aber dann haben wir schon mal einen Plan, eine Idee.
                    Mit der Idee können wir auch vorbereiten. "Morgen gehen wir vielleicht ins Freibad".
                    Die Tasche stellen wir dann schon bereit.

                    Das hilft uns im Alltag.
                    Hierbei fällt mir auch das Filmprojekt wieder ein.
                    "WAs brauche ich dzau, wie bereite ich es vor" ;-)

(20) 02.08.18 - 15:51

Wie war es denn früher?
Gab es schon Zeiten, in denen er sich selbst beschäftigen konnte? Oder war es früher auch schon so, nur noch nicht soooo anstrengend?

Bei meiner ist es so:
es gibt Eigenarten, die hatte sie schon immer. Ob ich sie anstrengend fand, hing immer auch davon ab, wie es mir selbst geht/ging.

Ändern geht da nur langfristig über Jahre und auch eher in Richtung: lernen damit umzugehen, damit es nicht allzu anstrengend ist.


Und es gibt Eigenarten bei denen ich manchmal frage: ui, wo kommen die denn her?
Wenn sie plötzlich oder wieder in altes Verhalten zurückfällt, was nicht zum Alter passt, wenn sie etwas nicht mehr kann, was sie schon mal konnte,
dann frage ich mich: wo kommt das her?

Wo kommt es her, damit ich Anhaltspunkte habe, wie ich es ändern kann.

An den langfristigen Eigenarten (erziehungs)arbeite ich seit Jahren. Da freue ich mich, dass es überwiegend besser wird. Auch wenn ich es mir in stressigen Zeiten wünschen würde, erwarte ich keine Wunder.
Altersentsprechende Regeln gibt es.

Bei kurzfristigen Neuerungen frage ich Freunde, Kinderarzt, mein Kind. Was ist los, was braucht mein Kind.

Manchmal braucht mein Kind aktives non-stop reden. Dies dauert dann aber nur wenige Tage und hängt mit Ereignissen und Phasen zusammen.
Oder mein Kind braucht klare Regeln was Bespaßung, Dauerbeschallung etc. betrifft: um sich wieder selbst finden zu können.

Manchmal hilft es sehr gut, wenn ich meinem Kind die Wahl lasse (z.B. was möchtest du jetzt machen?)
und manchmal ist das kontraproduktiv. Dann ist es sinnvoller für alle, wenn ich aufspüre, was mein Kind braucht (und was ICH BRAUCHE) und da dann ein klares Ergebnis aufstelle. Wahlmöglichkeiten aus genau Möglichkeiten.
(z.B. wir gehen jetzt raus. Freibad oder Spielplatz? ... Eisdiele stünde in dem Moment nicht zur Verfügung).


Daher die Frage: wie war es früher bei euch?
Ist es nur momentan so? Seit einiger Zeit?
Oder war es auch früher schon so, nur konntest du da noch anders darauf eingehen?



"Mein Mann und ich hatten beschlossen ihn machen zu lassen und positives zu bestärken, aber das schaffe ich nicht! Ich sehe kaum positives. Hilfe bekomme ich kaum noch von ihm, wenn dann macht er widerwillig alles anders als besprochen und ich brauche länger um es wieder gerade zu biegen als hätte ich es gemacht."

Bekommst du die Hilfe nicht von deinem Mann oder nicht von deinem Sohn?
Logisch wäre, dass du deinen Mann meinst, aber der Formulierung bin ich mit aktuell zu wenig Schlaf, nicht sicher genug.

Warum hilft dir dein Mann nicht?
Resigniert er?


Tipps zur Änderung kann ich dir nicht wirklich geben.
Solche Phasen kenne ich von mir, einer Freundin und einem Freund auch.
Allerdings habe ich ADHS, eine Freundin ADS und der besagte Freund Asperger Autismus.
Anstrengend war es für alle dieser Eltern. Geholfen haben aber bei jedem nur andere Wege.
Bei meinem Kind in einer ähnlichen (nicht ganz so stark ausgeprägten Phase) noch mal ein ganz anderer Weg.



"Wie können wir ihm nur helfen? Und auch wie können wir uns helfen? Ich gehe schon regelmäßig mit der Kleinen spazieren oder länger einkaufen, um mal kurz Ruhe zu haben. Er erwartet nicht nur volles elterliches Programm, sondern auch dass wir den Part seiner Freunde und Therapeuten übernehmen, rund um die Uhr!"

Was sagen denn seine Therapeuten dazu?
Könnten sie euch vor den Ferien Tipps geben?

Hat er Freunde?
Sind sie wirklich alle im Urlaub?
Braucht er noch Unterstützung bei der Kontaktaufnahme oder macht er das sonst selbständig (andere einladen, sich verabreden?)

  • (21) 03.08.18 - 18:42

    Danke dir nochmal für deine umfassende Auseinandersetzung! Das hat mir viele Denkanstöße gegeben.

    Du hast recht, es ist halt gerade sehr schlimm, weil es mir auch nicht gut geht, ich bin auch jetzt schon das 2.mal in den Ferien krank, dazu das Baby mit Fieber. Da habe ich nicht mehr die Kraft das 7. Mal mit ihm zu überlegen wo denn sein Paket bleibt und ob Hermes oder DHL blöder ist. Vor allem nicht wenn er die Kleine schon wieder wach macht weil er irgendetwas super wichtiges fragen muss :-/

    Du sagst dass du auch ADHS hast. Ich habe ähnliche Probleme selbst. Mein Großer hat ADS diagnostiziert, der Kleine ADHS (deswegen sagte ich, das ist noch etwas aufreibender, weil dazu noch diese Energie kommt, die der Große nicht hat). Du wirkst sehr reflektiert, wie hast du das geschafft!?
    Ich lese und übe und mache, aber habe das Gefühl, wir drehen uns immer nur weiter im Kreis.

    Ich weiß, dass es gerade etwas schwerer ist wegen 2 Gründen. Der kleine hatte letzte Woche seine Freidrehphase, da ist nun plötzlich komplett Ruhe und da fällt es umso mehr auf dass der Große auch so viel negatives mit sich rumschleppt, was uns alle runter zieht. Zweitens haben wir Ausnahmetage gemacht beim Essen und nun einen leichten Histaminschub der auch immer alle Symptome verstärkt. Doch rausgegangen ist er ja schon vorher nicht.

    Früher hat er ganz toll Lego gebaut, ganze Städte. Nun will er ja sein Lego verkaufen für einen Laptop und spielt daher gar nichts mehr...

    Er sagt er geht erst raus wenn sein Lego sortiert ist und verkauft, aber ich sehe ihn kaum dran.

    Mit der Hilfe meinte ich meinen Sohn^^. Obwohl mein Mann mit dem Jungen sehr überfordert ist. Wir sind endlich soweit dasd er sich den Kleinen schnappt wenn der droht zu eskalieren, doch er weiß nicht was er mit dem Großen machen soll. Vor den Ferien war er oft mit ihm Fahrrad fahren, da hat der Große auch keine Lust mehr drauf...

    Die Ergotherapeutin ist ja nur für ihn, da besteht kein Kontakt. Die Psychologin hilft mir gar nicht, die verteilt ja nur Überweisungen. Also da gibt es keine Hilfe.

    • (22) 03.08.18 - 19:23

      Habt ihr mal Elterntraining bekommen?

      Das ist zwar kein Wundermittel, aber hilft in manchen Punkten enorm.
      Ich habe so etwas ähnliches für mich als Erwachsene bekomme.

      Tipps wie ADS/ADHS funktioniert, wie es sich im Alltags auswirkt
      Stärken von sinnvollen Handlungsweisen
      Tipps, wie ich mich selbst besser händeln kann.
      Eine Mischung aus "mich akzeptieren, so wie ich bin" und Tipps "ändern, was für mich unerträglich ist" mit dem ADHS-Weg (weil normale Erziehungstipps / Alltagstipps) so gar nicht fruchten bei mir.


      Bei dem Rededrang hatte ich sofort an ADS/ADHS gedacht, schon beim Lesen.
      Wollte aber nicht damit herausrücken - ich hätte ja auch daneben liegen können.
      Aber grade, wenn das zu Grunde liegt, ist es eben anders, anders schwierig.

      So Tipps wie Schweigespiel oder soll sich mal alleine beschäftigen funktioniert dann halt nicht.
      Es ist zwar ein Teil des Zieles, eines langen Weges. Aber einfach so erwarten ist halt ... kontraproduktiv.

      Das H oder den Rededrang zu unterbinden mit festen Zeiten, kann passieren,d ass es danach dann doppelt/dreifach so intensiv zurück kommt. Wie ein Boomerang.

      Mir selbst helfen da verschiedene Wege.
      Übungen mich zu fokusieren (musste ich mir mühsam selbst beibringen, um nicht aufzufallen früher)
      Medikation (mit Medikament geht es mir sehr viel besser. Ich brauche weniger Energie für angenehmere Verhaltensweisen. Dadurch geht es mir selbst besser)
      Umlenken. Mein H lässt sich nicht unterbinden oder wegdrücken. Es geht schon ... mal ... für kurze Zeit .... aber danach kommt es eben doppelt und dreifach zurück.
      Da hilft dann eher umleiten. Meine Energie woanders reinstecken.
      Computerspiele können zwar auch ein Weg sein. Hierbei besteht aber bei mir hohe Sutchgefahr. Das muss ich mir dann selbst eingestehen und zugestehen. Ganz ohne kann ich nicht. U.a. weil es mein H umleiten kann. Aber ich muss sehr aufpassen und mir selbst große Grenzen setzen. Nicht verbieten, aber eben mir Zeiten einräumen: jetzt darf ich. Dafür mache ich zu anderen Zeiten dann nicht. Bewusstes ein- und ausschalten.

      Sport funktioniert bei mir nur mäßig. Seit ich krank war, noch schwieriger.
      Alles zu Fuß machen, was geht, hilft mir enorm. Das baut Energie ab.

      Schwach werden, weil es für den Moment praktischer ist. Kann ich verstehen. Da muss ich arg auf mich selbst aufpassen. Da schleicht sich schnell der Schlendrian ein und dann brauche ich das 20fache an Energie um es wieder zu ändern.


      Ist dein Mann überfordert oder kratzt selbst schon an Kräftemangel?
      Wenn ja, würde ich darauf achten, dass ihr als Familie Hilfe bekommt. Elterntraining, Auszeiten etc.

      Ist es eher eine Art Überforderung, Resignation. Kraft ist zwar noch da, aber kaum noch Motivation?
      dann würde ich auch in Richtung Elterntraing tendieren. Hier allerdings deinen Mann mehr mit einspannen.
      Wenn es dir besser geht, kannst du auch wieder mehr übernehmen. Dann kann er wieder lockerer lassen. So im Wechsel eben.

      Gibt es Gruppen bei euch wo ihr euch austauschen könnt? Andere Eltern mit ADS/ADHS?

      Habt ihr Eltern mal die Möglichkeit auszuschnaufen?


      Könntet ihr den Rededrang eures Sohnes umleiten?
      Z.B. schreib alles auf?
      Das hilft bei mir: 1. weil es mir wegen der Arbeit dann nicht mehr sooo wichtig ist 2. weil ich dann loswerde, was mich wirklich drückt (Masse an Gefühlen, die andere besser sortieren könnten, ich sie aber nicht sortieren kann) 3. weil ich dadurch in Bewegung bin und das H dadurch Bewegung hat.

      Auch andere Möglichkeiten zum Umleiten.

      Langeweile und ADS/ADHS ist nicht immer eine gute Kombination #schein #schock manchmal schon, manchmal nicht.
      Beschäftigung suchen eher ungünstig, Energie umleiten ist bei mir sinnvoller.

      Andere Tipps kann ich nicht wirklich geben.
      Nur Kraft rüber schicken, damit du auch mal durchatmen kannst.

      • (23) 07.08.18 - 15:36

        Das mit dem elterntraining habe ich auch schon mal irgendwo gehört. Woher bekomme ich denn das? Ist das etwas vom Psychologen oder muss ich mir das selbst irgendwo als Kurs suchen und bezahlen? Das würde mich sehr interessieren.

        Ich werde mich mal wieder intensiver mit dem ADS Thema beschäftigen, habe auch bemerkt dass ich mehrere Probleme habe die eher darauf hindeuten als auf die Diagnose die ich bekommen habe. Ich finde es auch echt schade dass wir bei der Psychologin überhaupt nicht informiert wurden sondern sie sagte wir sollen uns im Internet selber Gruppen suchen und uns informieren. Das fällt mir richtig schwer da ich viele viele Themen gleichzeitig gerade bearbeite und mich nicht konzentrieren kann und es alleine sortieren kann.

        Alleine habe ich es schon geschafft das bei meinen Kindern eine Histaminintoleranz diagnostiziert wurde. Wenn wir darauf achten und uns gesund ernähren kann ich die Symptome so weit reduzieren als würden sie Medikamente bekommen. Einige Kinder in der Klasse meines kleinen haben zwischenzeitlich Medikamente bekommen und waren dann auf dem gleichen Level wie er, dann waren sie kurzfristig mal wieder interessant als richtige Spielpartner. Ansonsten muss er sich schon sehr schlecht ernähren um von den Symptomen her auf das gleiche Level zu kommen wie die meisten aus seiner Kasse.

        Bei uns funktionieren auch die meisten gängigen Erziehungstipps gar nicht! Deswegen finde ich es ungünstig dass zu pauschalisieren. Wenn ich versuche mit den Kindern streng und konsequent umzugehen drehen mir beide total am Rad, der kleine rastet dann total aus und der große ist nur noch wütend. Das ist ja aber genau das was die Psychologen erwarten dass man es noch mehr strukturiert alles. Das macht aber auf mich und die Kinder so einen enormen Druck das hier alles eskaliert!
        Gerade versuchen wir es auf jeden Fall mit Gewaltfreier Kommunikation und bedürfnisorientierte Erziehung, jedoch ist das sehr schwierig da ist ja jetzt elf Jahre schon anders gelaufen ist und der Umschwung so schwierig ist. Generell glaube ich aber dass die beiden gut darauf reagieren, nur ist es sehr schwer dass wir alle Situationen und jedes einzelne Kind aus zu balancieren. Wie du selbst sagtest braucht jeder andere Sachen um sich zu beruhigen und zu " funktionieren".

        Wie genau lenkst du denn dein Rededrang und deine Aktivität um? Ich habe auch bemerkt dass wenn ich nein zu ihm sage und die nicht reden lasse oder Geräusche machen lasse wird es danach viel schlimmer. Bei mir selber merke ich es, dass meine innere Anspannung immer schlimmer wird und mir die Brust zerfetzt. Eigentlich bräuchte ich auch ganz viel reden und Bewegung und da ich es mir selbst verbiete umzufunktionieren bin ich so furchtbar angespannt den ganzen Tag. Wahrscheinlich bin ich auch etwas wütend auf ihn weil er sich so etwas erlaubt was ich mir nicht erlauben würde.

        Ja zu Fuß gehen hilft mir auch deswegen meinte ich ja dass ich dann mit der kleinen einfach spazieren gehe wenn es mir zuviel wird das hilft schonmal ganz gut. Was hattest du denn für Sport versucht und weswegen bist du denn krank geworden? Ich weiß auch nicht welchen Sport ich machen soll und vor allem wann. An Tagen an denen ich einen guten Zugang zu mir habe hüpfe und tanze ich dann einfach herum und danach geht es mir schon viel besser. An vielen Tagen bin ich aber viel zu angespannt dafür und kann es schon gar nicht wenn jemand zu Hause ist. Da bin ich also kein besonders gutes Vorbild für ihn.
        Er wollte eigentlich in den Ferien für einen Marathon trainieren für den er sich angemeldet hat, ist aber bisher noch nicht einmal laufen gegangen. Schade eigentlich.

        Also ich würde sagen bei meinem Mann ist nicht mehr wirklich viel Kraft da und auch keine Motivation. Ich bin wenigstens hochmotiviert habe aber auch kaum noch Kraft. Mit Mann finde ich es meistens echt viel schwerer drei Kinder zu erziehen, weil man die ganze Zeit noch mit ihm diskutieren muss was geht und was nicht geht und so etwas. Wenn er mal nicht da ist läuft es ja meistens ziemlich rund, es sei denn er hat die Situation verlassen als es hier schon am eskalieren war dann natürlich nicht. Gibt es neben dem elterntraining auch ein Männer Training 😅.

        Mit dem aufschreiben bei meinem Sohn ist auch eine gute Idee. Er kam sonst immer noch wenn die Kleine fast schlief und musste zig Sachen los werden. Sie wurde dann stets wieder wach. Mittlerweile schreibt er mir eine lange gute nacht whats app. In der steht auch noch das wichtigste was er loswerden muss. Klappt ganz gut. Ich muss nur zügig antworten, sonst kommt er trotzdem.

        Hat deine Tochter auch Schwierigkeiten oder läuft das ganz gut? Hast du noch weitere Kinder?

        Wenn du möchtest können wir auch privat weiter schreiben, das Thema ist ja nun sehr in die Tiefe gegangen. Das hat mir aber schon sehr geholfen!

(24) 02.08.18 - 16:44

Ich glaube du brauchst ihm nicht helfen, er ist elf und benimmt sich meiner Meinung nach völlig normal. Mein Sohn ist ebenfalls elf und findet aktuell ziemlich viel doof, wenn ich ihn lassen würde, würde er ständig Handy, Fernsehen und sein Tablet anhaben. Gibt es aber nicht. Natürlich darf er abends auch mal 2 Stunden an sein Tablet, aber nachmittags erwarte ich das er sich anderweitig beschäftigt. Aktuell ist er mit seinem Bruder (9 Jahre) im Freibad. Vorgestern hat er mit 2 Freunden bei denen im Garten gezeltet, gestern war ein Freund hier. Morgen werde ich wohl mit allen dreien schön gemütlich im klimatisierten Kino sitzen. Geguckt wird dann allerdings das was auch die kleine Schwester schauen darf. So richtig spielen (also mit Autos, Schleich usw.) tut mein Sohn gar nicht mehr. Er liest viel oder spielt mit seinem Bruder/oder Freunden Gesellschaftsspiele. Aktuell "hängen sie rum", gehen zum Kiosk, ins Schwimmbad, spielen Fußball oder fahren ins Einkaufszentrum.

  • (25) 03.08.18 - 19:40

    Das hört sich bei dir nach ganz normalen Jungsferien an :)

    Meiner würde glaube ich noch gerne mit Autos oder Schleich etc spielen. Nur macht da natürlich keiner mit und allein ist es ihm peinlich. Bis vor ner Weile hat er in guten Phasen ausgiebig mit seinem Bruder so Kinderspiele gespielt, gern auch Playmobil. Vielleicht liegt da der Hund begraben. Die beiden können sich zur Zeit überhaupt nicht ab und sein Bruder war seit jeher das einzige Kind im Umkreis mit genau den gleichen Interessen. Da wir nicht viel an den Medien hängen fehlt den beiden auch immer das Verständnis für Freunde die nur TV schauen oder über Spiel xy reden.

    Ach, viel Spaß im Kino! Was schaut ihr denn? Wir wollen vielleicht Hotel transsilvanien gucken, wenn die Kleine gesund ist und beim Papa bleibt, da wäre sogar mein Großer dabei :)

Top Diskussionen anzeigen