Ergotherapie : Rezept verweigert von der Ärztin

    • (1) 13.08.18 - 21:18

      Hallo , ich bin heute hier beigetreten um evt. Tipps von euch zu bekommen . Mein Sohn ist heute zur Schule gekommen . Seit dem Frühjahr besuchen wir ein mal in der Woche die Ergotherapie . Er hat bedarf in feinmotorik . Damit er es leichter in der Schule hat , schlug uns die Schulärztin vor zum Ergotherapeuten zu gehen . Nun haben wir 2 Rezepte a 10 Behandlungen hinter uns . Das 3. jetzt angefangen . Nun stellt sich unsere Kinderärztin quer ein 4. auszustellen , mit der Begründung ab dem schuleintritt macht das die Kinder- und Jungendpsychiatrie . Unsere Ergotherapeutin ist aus allen Wolken gefallen . Einem Kind stehen bis zu 6 Rezepte zu !! Kann mir evtl jemand helfen warum sich die Ärztin so quer stellt ????? Danke für eure Antworten

      • (2) 13.08.18 - 21:25

        Wir hatten vor ein paar Jahren für unseren Sohn ein paar Rezepte Ergotherapie von der Kinderärztin bekommen, da war er erst in der Grundschule, dann in der weiterführenden Schule. Allerdings war er schon im SPZ durchdiagnostiziert worden, hatte ADHS, LRS und eine feinmotorische Störung mit visueller Wahrnehmungsstörung. Das SOZ hatte Ergotherapie empfohlen. Die Rezepte waren kein Problem. Ist aber schon ein paar Jahre her.

        Vielleicht möchte die Kinderärztin, dass Dein Sohn eine klare Diagnose vom Facharzt hat, bevor noch weiter Ergo-Rezepte ausgestellt werden? 30 Einheiten sind ja schon eine ganze Menge!

        (3) 13.08.18 - 22:12

        Schreibt die Ergotherapeutin regelmässig Bericht über den Stand Deines Kindes und deren Fortschritte?

        Warum hat das erst die Schulärztin erkannt und nicht der Kiga vorher?
        War es überhaupt eine Ärztin? Sachbearbeiter mit Weiterbildung machen auch die Einschuluntersuchungen, meistens weiss man gar nicht, das es gar keine Ärztin ist.

        Wenn er so viele Einheiten schon bekommen hat, muss es ja im Endeffekt was schwerwiegendes sein. Nur von einer einmaligen Begutachtung kann man nicht gleich alles erkennnen, was dem Kiga und kinderärztin noch nicht aufgefallen ist.
        Nur weil das Kind bis zu 6. Rezepten bekommen kann, heisst es nicht, das man es auch benötigt....es gibt leider viele Therapeuten, die sich somit ihre Kundschaft langfristig halten möchten.

        Ansonsten würde ich mal zur Frühförderstelle gehen und das Kind checken lassen.

        (4) 14.08.18 - 05:47

        Die Ärzte haben ein bestimmtes Budget für solche Therapien. Wenn sie das überschreiten und weiter Rezepte ausstellen, müssen sie die Behandlungen aus eigener Tasche zahlen, es sei denn es liegt eine entsprechende Diagnose vor. Und die Aussage einer Schulärztin: 'Wäre gut, wenn...' ist nunmal keine Diagnose.

        Grüsse
        BiDi

      • (5) 14.08.18 - 07:04

        Das hatten wir auch, die Kinderärztin wollte es in unserem Fall nicht weil es teuer ist und auf ihr Konto geht, wir sollten uns weitere Rezepte von Kinderzentrum holen. Haben wir dann auch gemacht, abberdings hat die Ergo nicht wirklich was gebracht, die Zeit hätten wir rückblickend besser verbringen können. Unser Sohn ging ab dem 3. Lebensjahr bis zum 9. Lebensjahr zur Ergo ohne wirklich sichtbare Erfolge.

        LG
        Visilo

        Hallo!

        Es gibt sehr gute Gründe warum eine Ärztin "sich weigert" bis zu 6 Rezepte am Stück auszustellen:

        1. Es ist nach 30 Sitzungen klar, dass der Therapieerfolg nicht sichtbar ist -> dann sollte man eine tiefergreifende Diagnostik anfangen und daraufhin die RICHTIGE Therapie finden. Das ist sehr im Sinne des Kindes, und natürlich nicht so sehr gut für die Dauerbeauftragung der Ergo, die damit Geld macht, aber nicht am Therapieerfolg gemessen wird. Mit dem Verweis zum Kinderpsychiater hat die Ärztin nichts anderes gemacht als die Vermutung geäußert, dass Ergo nicht so das richtige ist und man sollte diagnostisch tiefer graben. Offensichtlich vermutet sie auch kein neurologisches Problem
        udn hat Dich auch nicht zum Neurologen geschickt und offensichtlich vermutet sie auch kein ortthopädisches Problem.
        Ich finde die Ärztin handelt sehr im Sinne Deines Kindes!

        2. Das Budget der KiÄ ist begrenzt für alle Arten von Therapie, damit nicht sinnlos und ohne Erfolgsaussicht Threpaien verschrieben werden, die zwar nichts bringen, aber auch nciht weh tun. -> das ist Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Niemend wird Deinem Kind weitere Therapien verweigern, die nachweislich wirken und nachweislich indiziert sind.
        Mit einer "richtigen" Diagnose von einem (Fach)arzt lassen sich individuell Therapieverlängerungen begründen - hat der Arzt tatsächlich Arbeit damit! Ich kenne das Thema von meinen Schwiegerletern, die Dauertherapien haben und sich immer wundern, warum sie so um Rezepte kämpfen müssen. Und sie rennen von einem Arzt zum näüchsten der wieder das volle Programm verschreibt bis zur Ausschöpfung des Budgets. Die Therapien sind seit JAHREN nachweislich erfolglos, aber alternative Therapien der Schulmedizin wollen sie nicht machen .... Tja was soll man sagen.

        Und nun zu Dir: was genau war der Fortschritt, den Dein Sohn gemacht während der 30 Stunden Ergo, die nicht der natürlichen Entwicklung entsprechen würden?
        Ist das ganze Rumgekarre zur Therapie lohnend, oder würdest Du mehr erwarten?
        Wie groß ist noch das Defizit das er aufholen muss? Ist das Tempo in dem dieses Defizit aufgeholt wird ausreichend um in absehbarar Zeit keine Ergo mehr zu benötigen?

        LG, I.

        LG, I.

      • (7) 14.08.18 - 13:41

        Hallo,
        leider haben sich die Gesetze diesbezüglich geändert. Einem Kind oder Erwachsenem stehen praktisch unbegrenzt Therapieeinheiten zu, nur braucht es dazu auch eine bestimmte Diagnose. Mit anderen Diagnosen sind die Therapieeinheiten extrem limitiert. Ohne weitere Diagnostik darf der Arzt mal ein Rezept ausstellen, aber mehr auch nicht.

        Die Ärztin stellt sich so quer, weil die Gesetze es so vorsehen.

        Ich weiß nicht, mit welchem Hintergrund deine Kinderärztin euch in die KJP verweist. Meine Kinder sind in der KJP in Behandlung, aber die Rezepte für Logo, Ergo und Physio kommen vom Kinderarzt. Allerdings haben sie mit Frühkindlichem Autismus auch DIE Diagnose, bei dem man quasi lebenslänglich therapiert werden darf. Steht bei euch eine derartige Diagnose im Raum? Dann würde die,Überweisung in die KJP Sinn machen. Bei den Rezeptbegründungen steht bei uns immer "Frühkindlicher Autismus" drauf.

        • (8) 14.08.18 - 14:28

          https://www.g-ba.de/downloads/62-492-1484/HeilM-RL_2017-09-21_iK-2018-01-01.pdf

          Also von pauschal 6 Rezepten steht da nix mehr. Und es steht einem zu, was medizinisch absolut notwendig ist UND was versichert ist. Leider steht einem nicht zu, was für die Schule gut wäre.

          • (9) 14.08.18 - 17:23

            Warum leider? Eltern sind da auch immer mit in der Pflicht und ich denke gerade in dem Bereich Feinmotorik kann man sich als Eltern auch gut die Übungen zeigen lassen und zu Hause fortführen, so dass man wenn ein Rezept durch ist auch erst mal wieder selber arbeiten kann, gerade wenn man im "Grenzbereich" "muss nicht, täte gut" ist.

            Bei einem Kind mit "echtem" Therapiebedarf kann ein SPZ soweit ich weiß sogar unbegrenzt verschreiben.

            Mir täte auch vieles gut, ein Wellnesswochenende zum Stressabbau, dann wäre ich vielleicht auch nicht so infektanfällig wie gerade, aber ich käme nie auf die Idee dass das meine Krankenkasse zahlt. Man kann auch nicht alles als "Kassenleistung" einfordern.

            • (10) 14.08.18 - 19:31

              Dann weißt du leider falsch. Auch ein SPZ darf nicht unbegrenzt verschreiben. Eigentlich darf sogar ausgerechnet ein SPZ gar nicht verschreiben, denn ein SPZ dient eher der übergeordneten Diagnostik und ersetzt keinen Kinderarzt. Nachdem bei meinen Kindern die Diagnostik durch war, gab es bei uns einen Abschlussbericht an den Kinderarzt mit einen Packen an Empfehlungen vom SPZ - wir waren seit 6 Jahren nicht mehr dort. Meine Kinder erhalten noch immer Therapien, sind noch immer schwerst mehrfachbehindert, haben noch immer einen Pflegegrad,...
              Manche SPZ (sehr wenige) haben auch therapiert und entsprechende Rezepte ausgestellt. Das waren aber Ausnahmen. Die Regel ist das nicht.
              Seit 2017 gilt der Link, den ich gepostet habe - auch für SPZs.

              (11) 14.08.18 - 20:58

              Wellnesswochenende zum Stressabba?
              Bei vielen wird es als Kur über Wochen genutzt#rofl Ist halt typisch Deutsch

      (12) 14.08.18 - 17:19

      Moin,

      in meinen Augen stellt sie sich zurecht quer.
      Es steht einem gar keine Ergotherapie zu wenn man keine Diagnose und keinen festgestellten Therapiebedarf hat!
      Dieses 6 Rezepte ist das Maximum was einem Kind verordnet werden darf ohne dass durch eine weiterführende Diagnostik durch Spezialisten weiterer Therapiebedarf festgestellt wird! Und wenn Deine Ärztin den Bedarf anzweifelt oder den Sinn der Therapie wenn z.B. kein Erfolg sichtbar wäre handelt sie völlig korrekt!

      Die Ärztin hat ein Budget, das begrenzt ist, und das verwenden sie für

      a) leichte Fälle, da seit ihr mit 3 Rezepten schon drüber hinaus
      b) um bei schweren Fällen die Wartezeit auf eine Diagnostik im SPZ schon mal zu überbrücken
      c) wenn das SPZ längeren Bedarf festgestellt hat und dem Arzt die Berichte vorliegen.

      Und noch was: Eltern sind da auch immer mit in der Pflicht. Lasst Ihr Euch die Übungen zeigen, macht ihr "Hausaufgaben"? Das wird eigentlich erwartet, und wenn das nicht der Fall ist könnte das auch ein Grund sein dass die Ärztin sich quer stellt.

      LG
      WuschElke

      • (13) 15.08.18 - 10:55

        Wo habt ihr das nur mit den 6 Rezepten her?
        Ein Arzt darf 1 Rezept verordnen (Erstverordnung). Danach darf es noch 1 (!) Folgeverordnung geben. Beide Rezepte dürfen maximal jeweils 10 Therapieeinheiten haben.
        Nach den beiden Rezepten sieht die Rechtssprechung eine Diagnostik vor. Welche Untersuchungen hier genau geschehen müssen, sind auch vorgeschrieben. Ab der 2. Folgeverordnung (= 3. Rezept) muss der Arzt immer begründen, warum er das Rezept ausstellt.
        Bei Verordnungen außerhalb des Regelfalls reichen dann die einfachen Gründe und Untersuchungen nicht mehr. Entweder man beantragt bei der Krankenkasse die Übernahme der Kosten für ein Jahr oder man hat eben eine der Behinderungen, bei denen die Krankenkasse eine generelle Genehmigung erteilt.

        Es gibt keine pauschalen 6 Rezepte.

        Das SPZ hat mit Therapien leider gar nichts zu wollen. Das darf die empfehlen, ist da sonst aber außen vor. Wenn die Krankenkasse nicht zahlt, hat man da echt schlechte Karten. Und die Krankenkasse interessiert es nicht, was das SPZ sagt.

    (14) 14.08.18 - 19:31

    wahrscheinlich muss geschaut , ob da noch fördernbedarf für andere Dinge besteht

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