Brauche dringend Rat, Kind weint jeden Morgen

    • (1) 15.08.18 - 10:02

      Hallo alle zusammen,

      ich bin total verzweifelt und weis nicht mehr weiter. Meine Tochter ist in die 2. Klasse gekommen. Schon beim Schulstart letztes Jahr hat sie zwei Wochen lang jeden Morgen geweint als ich sie in der Schule abgegeben hatte. Das hat sich dann eingependelt. Nun sind die Ferien vorbei und sie hat am ersten Schultag schon wieder so geweint. Nun sind wir in der zweiten Woche und es kommt mir vor als ob es schlimmer werden würde als besser. Die Lehrerin sagt sie beruhigt sich dann recht zügig wieder und hat ab und an Bauchweh. Das das Bauchweh vor aufregung ist kann ich mir denken. Abholen musste ich sie noch nicht. Sie ist sehr senisbel und nah am Wasser gebaut. Kenne ich von mir selbst. In der Schule ist soweit auch alles in Ordnung. Mittags wenn sie geholt wird ist immer alles bestens und sie ist sehr fröhlich. Ich vermute mal dass das Problem ist dass sie von mir nicht weg will. Sie hat momentan eine Phase wo sie sehr an mir klebt. Seit den Ferien weint sie auch an den Wochenenden wo sie bei ihrem Papa ist. Wir haben uns schon früh getrennt und sie ist so groß geworden dass sie alle zwei Wochen bei ihrem Papa ist. Das war auch nie groß ein Problem. Aber momentan kommt es mir so vor als wäre alles für sie ein Problem. Und ich weiß nicht weiter. Wie kann ich ihr helfen? Unterstützen? Ich kann sie noch nicht mal mit dem Bus zur Schule fahren lassen da hier keiner fährt. Da müsste ich sie morgens um sieben in eine andere Ortschaft fahren und das wäre doch ein ziemlicher Hick Hack morgens. Ob das so förderlich ist bezweifel ich. Wie kann ich ihr mehr selbstbewusstsein geben? Ich bin auch keine von den "Helikoper" Müttern, die ihren Kinder nichts zutrauen. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir helfen :-(

      • Für eine Mama, vor allem für eine sensible Mama, ist das ganz schrecklich, wenn das Kind morgens weint und Bauchweh bekommt.

        Wenn sie sich aber schnell beruhigt und dann mittags auch ganz fröhlich ist, dann ist es wohl nur die Umstellung. Da würde ich mir nicht so große Sorgen machen.

        Ich bin auch ein empfindlicher Mensch, und ich habe gelernt, die Symptome wie Bauchweh als etwas Gutes zu empfinden: Ja, der Bauch tut weh, aber dadurch merke ich ganz schnell, wenn ich etwas mache, das ich gerade nicht möchte. Manchmal muss ich es trotzdem machen, weil es nötig ist und gewöhne mich wieder daran. Manchmal hilft es mir aber auch im Privatleben zu merken, dass mir etwas nicht gut tut und ich besser auf mich achten kann.

        Dass sie sich so spürt muss nicht an einem Mangel an Selbstbewusstsein liegen. Sie kann auch einfach so sein, und das ist ja nichts schlechtes. Dann reicht es auch, wenn man darüber spricht. Das hilft beim Verarbeiten.

        Wenn Du das Selbstbewusstsein trotzdem stärken möchtest (schadet ja nicht), dann würde ich empfehlen, dass sie sich einem Verein anschliesst, wenn sie Sport mag, oder irgendeinen Kurs macht, der sie interessiert. Bei meinen Kindern hat der Vereinssport sehr dazu beigetragen, dass sie sich wohl und sicher in ihrem Körper fühlen.
        Trotzdem sind beide sensibel und bekommen auch Bauchweh, wenn sie z.B. aufgeregt sind. Sie kennen das von sich, nehmen es an und können dadurch schon dazu beitragen, dass es weniger wird.

        Ich kenne Erwachsene, die vor jeder Reise Durchfall bekommen oder Jugendliche, die vor dem ersten Schultag Fieber haben oder Menschen, die vor Auftritten spucken müssen.
        Der Körper reagiert auf die Seele. Das kann man sogar für sich nutzen, wenn man zum Beispiel im Geiste Entspannungsübungen macht, die den Körper dann entspannen lassen.

        Entspannungsübungen machen meine Kinder sehr gerne, vor allem Traumreisen. Vielleicht mag deine Tochter das auch?

        Hallo,

        gibst Du Dein Kind wirklich in der Schule ab? Ich würde versuchen, sie einen großen Teil allein bewältigen zu lassen, ohne Dich!

        LG

        klar: die Zeit regelt das, -- aber bis dahin:

        wie wäre es, wenn ihr euch mit einer Freundin aus der Klasse schon auf dem Schulweg verabredet? -- die MÄdels sollen schonmal quatschen und die letzten Meter dann gemeinsam gehen.. -- das lenkt vielleicht auf gute Art ab? Wenn es vom Weg nicht geht, dann halt die letzten Meter ... aber eben gemeinsam mit Freundin in die SChule gehen, statt mit Mama ...

        vor allen Dingen solltest Du ihr nicht zeigen, wie sehr dich das beschäftigt... -- zumindest dem Kind gegenüber runterspielen bzw. dem nicht so viel Bedeutung beimessen hilft sehr ...

        nutze viele positive bemerkungen...-- du freust dich, was du ihr heute nach der schule tolles neues erzählst, was gemacht wurde ... --- gib ihr direkt aufgaben zum Schulanfang (ein Freundebuch zurück geben, - der Lehrerin einen Zettel geben, eine Freundin fragen,was sie mittags macht zum Verabreden .... etc.... - Essensmarken kaufen, -- oder was sich halt so anbietet, dass der Kopf gleich an der SChultüre abgelenkt ist mit einer Aufgabe...

      • Wie ist es von der Müdigkeit her?
        Schläft sie momentan unruhiger (effektiv weniger)

        Bauchweh kenne ich vor mir als Erwachsene.
        Wenn ich nachdem Urlaub wieder früher raus muss. Nicht früher, aber müssen.

        Nachts wache ich bewusster auf, weil ich Angst habe zu verschlafen.
        Morgens kommen mir die Tränen vor Müdigkeit.
        Mein Körper fühlt sich noch anders an.
        Ich liebe meine Arbeit und gehe sehr gerne hin.
        Nur die Umstellung bereitet mir - Umstellung ;-)

        Es dauert dann eine Zeit.
        Andere Gewohnheiten würde ich in dieser Zeit am liebsten beibehalten.
        Was mir im Alltag sonst nicht auffällt, ist in Umstellungsphasen nach Urlaub wichtiger. Das brauche ich dann, um mich zu sortieren.


        Wenn es nicht besser wird bei mir, steckt was anderes dahinter.
        Beginnende Krankheit, Infekt.
        Aber meistens wird es besser.

        Wenn ihr das kennt, würde ich das die ersten zwei-drei Wochen noch annehmen/dulden, dann aber ausschleichen
        oder ganz klar sagen: bis dahin bringe ich dich zu Stelle x, dann zu Stelle y und sie darauf vorbereiten, dass sie wieder einiges selbst macht.
        Bei meiner variiert es. Manchmal braucht sie klare Ansagen, damit sie weiß woran sie ist. Dann meckert sich, freut sich aber, dass ich es ihr zu traue
        und manchmal braucht sie es, dass ich es ausschleiche. Stück für Stück und langsam.

        Das entscheide ich meistens nach Gefühl und Beobachtung, wie sich mein Kind gerade verhält/zeigt.

        Hallo,

        wie versteht sie sich denn mit ihren Klassenkameraden? Kann es sein, dass sie gemobbt wird? Für mich wäre so ein Verhalten sehr alarmierend. Ich wurde in der Grundschule auch gemobbt und trotzdem ich ganz gut damit klarkam, hatte ich eine Weile jeden Abend geweint und hatte sehr oft Bauchweh.... aber nie zu dem Punkt, dass ich nicht in die Schule gehen wollte. Oder macht ihr der Unterricht selbst Angst?

        LG Morlin

      • Ich hab's mir sofort gedacht: Du bist schwanger! Dein Kind spürt, dass da was im Busch ist! Kinder haben sensible Antennen.
        VG

        Hallo,

        meine Tochter hatte auch so Phasen....wichtig war, dass ich sie nicht bis zur Schule oder auf den Schulhof gebracht habe. Optimal war es, wenn ihre Freundin sie bei uns zu Hause abgeholt hat und sie dann zusammen gelaufen sind. Sobald ich bis zur Schule mitgegangen bin, gab es Tränen...
        LG

        Hallo,

        ich kenne das als Mutter nicht, aber als Lehrerin.

        Das sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. ;-) Trotzdem kannst du ja mal versuchen, ob bei dir hilft, was meinen Schülern hilft.

        Ich sage den Kindern: "Das ist Schulbauchweh, was du hast. Das ist normal, viele Kinder haben das ab und an. Allerdings geht es nur wieder weg, wenn du in der Schule bleibst."

        Vielen Kindern hilft das, weil das unwohle Gefühl dann einen Namen hat (Schulbauchweh) und eine Behandlungsmethode (in der Schule bleiben).

        Aber wie gesagt, Lehrerin und Mutter sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Ich hab das Problem als Mutter nicht, könnte mir aber vorstellen, dass mein Sohn bei mir als Mutter anders reagieren würde als meine Schüler bei mir als Lehrerin. #rofl

        Ich wünsche euch, dass diese Phase bald vorbei geht! :-)

        LG

        Danke für eure Erfahrungsberichte und Tips. In der Schule wird sie nicht gemobbt, eher im Gegenteil. Sie ist sehr beliebt und kommt mit jedem klar. Auch die Lehrerin mag sie sehr gerne. Das Problem ist meiner Meinung nach tatsächlich das von mir weg gehen. Ich habe ihr heute die Aufgabe mit in die Schule gegeben ihr Freundebuch der Lehrerin zu geben und ihrer neuen Freundin die Einladung für einen Besuch bei uns daheim. Gestern Abend haben wir dann noch ihrem Sorgenfresser die Sorge "ich will morgens nicht mehr weinen" gegeben und dieser durfte auch mit zur Schule. Es hat heute Morgen gut geklappt. Sehr gut sogar. Kein Weinen, kein Klammern. Ich hoffe das wir da ein großes Stück geschafft haben und es Morgen auch wieder ohne Tränen klappt. Habe gestern auch nochmal viel mit ihr gesprochen. Viel Verständnis gezeigt aber auch viel Klartext gesprochen. Dem Bauchweh einen Namen zu geben find ich eine super Idee. Das werd ich mir auf jeden Fall mal merken. DANKE euch. Als Mama ist man manchmal wirklich ratlos.

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