Harter Trainer oder bin ich zu empfindlich?

    • (1) 16.08.18 - 13:40

      Hallo,

      mein mittlerer Sohn (13 Jahre) trainiert in einem Leistungszentrum Fußball. Sie spielen auf Landesebene. Nun hat er sich vor ein paar Wochen in der Freizeit beim bolzen einen Kapselriss im Mittelfuß zugezogen. Laut Arzt nichts dramatisches. Der Fuß wurde eine Zeit ruhig gestellt und gut war es. Beim normalen Laufen hatte er keine Probleme mehr und für mich war der Fall erledigt. Nun hatten sie letzte Woche das erste Spiel in der Saison. Er spielte, ohne vorheriges Training, das erste Mal seit der Verletzung. Da es ein Pokalspiel war und es nach Abpfiff unentschieden stand, folgte Verlängerung und Elfmeterschießen. Er spielte die komplette Zeit und klagte hinterher über massive Schmerzen in der Ferse. Die waren nach 2 Tagen besser und ich schickte ihn vorgestern zum Training. Davon kam er wieder mit starken Schmerzen in der Ferse nach Hause. Also machte ich für heute einen Arzttermin um das abklären zu lassen. Meine Vermutung ist, dass das Spiel zu viel war und er den Fuß dadurch fehl belastet hat. Jetzt sagte ich dem Trainer Bescheid, dass wir heute erst mal zum Arzt gehen um das abklären zu lassen und ich ihm noch mal Bescheid gebe. Darauf reagierte er schon sehr gereizt und fragte ob er nicht zum Training kommt. Ich sagte, dass dies der Sportmediziner entscheiden soll und fragte ob er darauf achten könnte, dass, falls er mit trainiert, darauf achtet ob er humpelt. Mein Sohn ist ziemlich verbissen und ehrgeizig und würde nie zugeben, dass er nicht mehr kann. Ich bekam zur Antwort, dass die Kids im Training immer über ihre Grenzen müssen und da öfters einer humpelt und Schmerzen hat. Wenn die Jungs nicht über ihre Grenzen gehen würden und er sie nicht so hart ran nehmen würde, wären sie nicht so erfolgreich. Ist ja alles schön und gut. Aber mein Sohn hatte vor ein paar Wochen eine Verletzung. Es ist ja nun nicht so, dass er Muskelkater hat. Sehe ich das nun zu eng und bin zu empfindlich? Meine Sorge ist, dass er den Fuß tatsächlich fehl belastet und er dadurch einen Schaden davon trägt. Vielleicht reagiere ich aber auch nur über weil man als Mutter gleich reagiert wenn das Kind Schmerzen hat.

      LG

      • (2) 16.08.18 - 14:04

        Hallo,
        Gesundheit geht definitiv über Erfolg! Ich finde nicht, dass du verbissen bist. Ich halte die Art und Weise des Trainers für grob fahrlässig, es sind immer noch Kinder/Heranwachsende, die er da trainiert und die unter seiner Obhut sind in der Trainingszeit, er trägt Versntwortung und tauscht nicht Puppe A gg. Puppe B aus, wenn diese nicht mehr so funktioniert. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dort weiterhin ein gutes Gefühl hätte.
        Gute Besserung für deinen Sohn!
        VG

        Hallo michback,
        für mich wäre diese Entscheidung sehr leicht. Der Mediziner hat das Sagen, und wenn mein Kind Schmerzen hat, treffe ich die Entscheidung. Und ob der Trainer da hart oder weich ist, wäre mir schnurzegal.
        Der Trainer hat andere Interessen als Du oder Dein Sohn, da soll der Sohn funktionieren, auch, damit der Trainer Erfolge hat.
        Und wenn ein Sport gesundheitsgefährdend ist, ist es kein Sport sondern die reine Unvernunft.
        Deinem Sohn wird es natürlich stinken, wenn Deine Entscheidung anders ist, als die des Trainers. Allerdings ginge mir die Gesundheit meines Kindes vor, da können alle anderen sagen, was sie wollen.
        Und lass Dir bloss nicht erzählen, diese Schmerzen hätten keine Bedeutung.
        Aber so dumm schätze ich Dich nicht ein, dass Du das glaubst.

        Gruss Bernd

        (4) 16.08.18 - 14:21

        Eine gewisse Härte gehört zum Leistungssport - ABER Gesundheit ist nunmal die Voraussetzung dafür - daher hat der Mediziner hier das sagen.

      • (5) 16.08.18 - 15:35

        Sicherlich hat der Mediziner das letzte Wort!!!
        ABER, dein Sohn spielt das Punktspiel und hat hinterher Schmerzen
        er geht zum Training und hat hinterher Schmerzen

        sorry, für den Trainer ist es überhaupt nicht ersichtlich, das er überhaupt was hat.
        Hat er dem Trainer was gesagt? Hat er abgebrochen, etc. Du schreibst nur „hinterher“ hat er Schmerzen gehabt und das dein Sohn verbissen ist und nicht zugeben würde, das er nicht kann.
        Besonders beim Fussball kommen immer wieder „Wehwehchen“ nach dem Training und danach ist wieder alles gut....das wissen die Trainer leider zu gut.

        Meine Kids haben auch Leistungstraining und was die Trainer da ständig hören, warum die Spieler mal wieder nicht kommen.....da kannst ein Buch drüber schreiben.

        Lasst es abklären und vielleicht dem Trainer viel früher ins Bpot holen, damit er weiss, das er besser auf deinen Sohn achten soll/muss, wenn dein Sohn über seine körperlichen Grenzen geht.

        lg
        lisa

        • (6) 16.08.18 - 16:35

          Sorry, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Für das Spiel und das Training trifft den Trainer keine Verantwortung. Mein Sohn hat seinen Mund nicht aufgemacht und riechen kann es der Trainer nicht. Ich rief ihn an um das heutige Training abzusagen wegen dem Arzttermin. Da reagierte er angesäuert. Als ich ihn bat ein Auge auf ihn zu haben, gerade weil er nichts sagt, kam, dass alle Schmerzen haben weil sie über ihre Grenzen müssen. Anders wäre kein Erfolg möglich. Jedes Mal zum Arzt zu rennen wäre sinnlos.

          • (7) 16.08.18 - 16:43

            naja, dann solltet ihr versuchen das Team zu wechseln.
            Es stimmt schon, was der Trainer sagt, Fussballer sind hart im nehmen, was die alles einstecken müssen #gruebel. Liga Spieler (...) z.B. schlucken vor dem Spiel Schmerztabletten, sonst würden viel mehr vom Platz gehen.

            Wenn ich denke, welche Blessuren bein Bruder ständig nach dem Training, Spiele, etc. hatte...wäre nix für mich gewesen. Und ich denke, es ist heutzutage nicht leichter geworden

            Es gibt leider viele Sportarten, wo junge Erwachsene körperlich schon Schäden ohne Ende haben, teilweise sogar mit dem Sport aufhören müssen.
            Das müsst ihr für Euch abwegen, ob der Trainer zu Euch passt.

            lg
            lisa

            • (8) 16.08.18 - 17:39

              Der Trainer passt eigentlich. Bisher gab es da auch keine Probleme. Er trainiert dort schon seit 3 Jahren. Ich muss aber auch dazu sagen, dass er sich die bisherigen Verletzungen immer beim Spiel oder Training zugezogen hat, dies gleich penibelst behandelt wurde wegen der Versicherung. Ich bin auch eigentlich nicht empfindlich oder erschrocken wenn er was hat oder melde ihn aus nichtigen Gründen vom Training ab. Deshalb hat mich die Reaktion heute so erschreckt. Aber der Trainer hat sich schlussendlich entschuldigt und ich verstehe ihn jetzt auch irgendwie. Laut ihm sind viele Mütter überempfindlich wenn sich die Sprösslinge anstrengen müssen und rennen wegen Nichtigkeit zum Arzt. Er kann eigentlich gut einschätzen ob eine Verletzung Behandlung bedarf. Dass ein Kind mit kaputtem Band und Kapselriss noch ein komplettes Spiel durch rennt und 2 Tage später damit noch 2 Stunden trainiert, ohne dass es auffällt, ist ihm in seiner Trainerlaufbahn noch nicht unter gekommen. Mir persönlich kam es ja auch erst vorgestern nach dem Training komisch vor.

              • (9) 17.08.18 - 09:32

                Dann hast du doch die Lösung !
                Nicht der Trainer ist Schuld sondern Dein Sohn.
                Wenn er nicht rechtzeitig sagt das er Schmerzen hat,und solch einen Mist macht, hat er irgendwann ein kaputtes Bein.

                Sensibilisere Deinen Sohn!
                lg
                lisa

          (10) 16.08.18 - 16:45

          Ja deun Fehler ist das du den Termin aufs Training legst, dass kann man anders machen oder so das man hinterher noch zum training kommt, Leistungszentrum bedeutet Höchstleistung , ich empfehle dir Pferdesalbe zu besorgen die hilft gut bei kleinen Verletzungen gerade bei sowas wie du beschreibst ansonsten heißes Bad und wöchentlich Sauna..

          Und Trainer in solchen Einrichtungen wissen wo die Grenze ist...wenn du kein Vertrauen hast dann ist das nicht gut.

          • (11) 16.08.18 - 16:58

            Ich vertraue den Trainern und habe auch nichts dagegen, wenn die Kids über ihre Grenzen gebracht werden. Er trainiert dort schon 3 Jahre. Natürlich kam es da auch schon öfters zu Zerrungen, Überlastungen und sonstigen Kleinigkeiten. Auch schon zu etwas größeren Verletzungen. Ebenso mache ich dem Trainer keine Vorwürfe, dass mein Sohn durch gespielt hat und das komplette Training durchgezogen hat. Er hat ja nicht gesagt, dass ihm was weh tut. Mir kamen diese Schmerzen nur anders und stärker vor als sonst und seine Fußstellung beim Laufen war komisch. Deshalb war ich um den schnellen Termin froh. Der Termin war 4 Stunden vor dem Training. Theoretisch hätte er es noch schaffen können. Ich habe dem Trainer nur vorsichtshalber Bescheid gesagt, falls es länger dauert und er später kommt oder tatsächlich so verletzt ist, dass er ausfällt. Und ihn gebeten, falls er kommt, auf den Fuß zu achten weil Junior nicht sagt wenn nichts geht.

    (12) 16.08.18 - 16:36

    Naja ich würde sagen hier handelst du definitiv Richtig zum Arzt zu gehen, aber das hättest du schon eher machen müssen und dann am Vormittag ... auch beim Fussball kann man trainieren wenn man den Fuss nicht belasten kann, deshalb kann ich den Trainer gut verstehen das er genervt ist das du das Training absagst, wenn der Arzt jetzt sagt Vorsicht beim Fuss dann wird der Trainer darauf achten, aber dein Sohn kann dann andere Sachen trainieren, hier gehen die Kinder immer zum training, wenn wirklich mal was nicht geht, wird halt das trainert was geht oder sie sind einfach dabei helfen bei irgendwas, das nennt man Teamgeist...bei solchen Aktionen könnte es dazu führen das dein Kind irgendweann razusfliegt, und ja bei Leistung gehen Kinder oft an ihre Grenzen gerade deswegen sollte man mit dem Arzt besuch nicht zu lang warten ...

    dann ist noch die Frage wusste der trainer von der Freizeit verletzung?

    • (13) 16.08.18 - 16:46

      Hier hat die Schule schon begonnen und mein Sohn ist natürlich am Vormittag in der Schule. Der Termin war beim Sportmediziner und der frühestmögliche, den ich bekommen habe, weil ein Patient abgesagt hat. Auf einen anderen hätte ich länger warten müssen.

(14) 16.08.18 - 16:42

Gut, dass mein Instinkt sagte, dass ein Arztbesuch besser ist. Zu dem Kapselriss kommt jetzt noch ein Bänderriss und ein abgeklemmter Nerv. Junior hat jetzt einen geschienten Fuß, erfreut sich an Krücken und ist stinksauer, dass ich ihn zum Arzt geschleppt habe. Dieses Jahr spielt er kein Fußball mehr. Der Trainer hat sich nach der Diagnose entschuldigt. Er hat sich wohl schon viele fadenscheinige Ausreden anhören müssen, weil die Kinder Zuhause gejammert haben und die Mütter gleich gerannt sind. Das verstehe ich auch irgendwie. Vielen lieben Dank für eure Antworten.

  • (15) 16.08.18 - 16:58

    Oh je, davon habt ihr jetzt länger etwas! Dein Sohn muss jetzt lernen, in Zukunft besser in sich hineinzuhorchen und auf sich aufzupassen, zu sagen, wenn etwas schmerzt oder er eine Pause braucht.
    Alles Gute!

    • (16) 16.08.18 - 17:02

      Ich hoffe, er hat daraus gelernt. Der Arzt hat ihm klar gesagt, dass der Schaden geringer hätte sein können, wenn er früher was gesagt hätte.

(17) 16.08.18 - 17:44

so lange pause, nun das finde ich aber sehr hart ... ich wünsche deinem Sohn viel Erfolg dass er dadurch keine negative Einschnitte bekommt...

(19) 16.08.18 - 18:53

Hallo
Alles in allem scheint das ja kein sonderlich professioneller Trainer zu sein #gruebel Nach Verletzung ohne Training aufstellen, mit dem Wissen dass das auch noch in Verlängerung gehen kann #kratz Von 0 auf 100 und mehr ist nicht gut.
Im Leistungsbereich läuft es natürlich anders als im Dorf Verein. Aber das heißt ja eigentlich auch ein professionellerer Umgang mit Verletzungen. Über die eigenen Grenzen gehen würde ich jetzt auch nicht gleichsetzen mit sich kaputt machen. Mal ein Ziepen hier und da, außer Puste sein,... ist was anderes.
So oder so, Sohn wird lernen müssen Stop zu sagen. Junge Leistungssportler die mit der Volljährigkeit oder gar davor Sportinvaliden sind gibt es leider genug.

LG

  • Ich hatte das Gefühl, dass er die Verletzung nicht so ernst genommen hat weil sie in der Freizeit passiert ist. Professionell ist der Einstieg von 0 auf 100 tatsächlich nicht. Vielleicht hätte ich ihn auch noch mal darauf hinweisen sollen.

Kein professioneller Trainer, würde bei erneut auftretende Schmerzen, nach einer Verletzung so leichtsinnig daher reden. Jeder würde darauf bestehen es nochmals abklären zu lassen. Landesebene und so ein Amateuertrainer?

  • Da hast du allerdings Recht. Aber eher mache ich dem Arzt einen Vorwurf, der sein ok zum Sport gegeben hat. Ich mache mir nun allerdings Vorwürfe, dass ich dem Arzt nicht explizit nach Leistungssport gefragt habe. Mir wurde vom behandelnden Orthopäden gesagt, dass er wieder voll belasten und Sport treiben darf. Der Sportmediziner sagte jetzt, dass der Fuß viel länger hätte ruhig gestellt werden müssen. Ich denke mir jetzt, dass der Orthopäde eventuell vom Schulsport ausging und mache mir Vorwürfe nicht genauer nachgefragt zu haben. Vor dem letzten Spiel fragte mich der Trainer ob der Junior wieder fit sei und ich sagte, dass der Orthopäde sein ok zum Sport gibt. Es ist alles irgendwie blöd gelaufen. Ich hätte aber auch im Traum nicht daran gedacht, dass solche Konsequenzen folgen. Mein Sohn ist die letzten 2 Wochen normal gelaufen und auch gerannt, war schwimmen etc. Im Prinzip beschwerdefrei.

    • Es gibt genügend Profisportler, die nach Verletzungen wieder beschwerdefrei ins Training einsteigen und erst durch stetige Belastungen oder evtl. neuen Treffer, wieder Beschwerden von alten Verletzungen aufkommen. Der Arzt selber kann nur ersichtlich erkennen, ob was verheilt ist und die Aussage des Verletzten annehmen, wenn er keine Schmerzen mehr hat. Aber kommen mit stärkeren Belastungen wieder schmerzen auf, muss der Trainer das ernst nehmen.

      (24) 17.08.18 - 09:48

      Nun ja der Trainer hat hier aber definitiv nichts falsch gemacht, du hättest eigentlich als Mutter sofort einen Sportmediziner aufsuchen müsse nach der ersten Verletzungh ...

      ...ist jetzt blöd gelaufen, aber dem Trainer kann man keine Vorwürfe machen, er hat auch richtig gehandelt, da er es nicht besser wusste...nun haben alle dazu gelernt...alles wird gut

      • (25) 17.08.18 - 10:32

        Ich war mit ihm nach der ersten Verletzung in der Notaufnahme im Krankenhaus. Dort wurde die Verletzung festgestellt und ich bzw. mein Sohn wurde direkt zu einem Orthopäden überwiesen, der ihn behandelte. Den Sportmediziner habe ich jetzt selbst gesucht. In der Regel wartet man da länger auf einen Termin. Wir hatten nur Glück kurzfristig einen Termin zu bekommen, da ein Patient kurz vorher abgesagt hat. Wäre kein Termin frei gewesen, hätte ich wieder zum Orthopäden gemusst.

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