8-Jähriger Angst vor dem Alleinelaufen

    • (1) 29.08.18 - 21:14

      Hallo zusammen!

      Ich erhoffe mir Meinungen und Lösungen zu folgendem Problem:

      Mein Sohn (8, 3. Klasse) geht seit der 1.Klasse allein bzw. in einer Gruppe zur Schule und auch wieder nach Hause. Schulweg ist ein knapper Kilometer geradeaus mit einer Straßenüberquerung.
      Schon kurz vor den Sommerferien hat sich die Gruppe "aufgelöst" (Umzug, Schulwechsel). Er hatte dann noch einen Laufpartner, es ging aber problemlos.

      Mit Beginn des neuen Schuljahres (vor 2,5 Wochen) oder schon in den Ferien machte ein Gerücht in den sozialen Medien die Runde. Es gäbe einen bösen Mann der Kinder fängt (ausgeschmückt mit zahlreichen Details).
      Ich bin weder bei Facebook, noch habe ich Whatsapp. Ich habe davon also nicht viel mitbekommen. Unter den Eltern werden Warnungen verschickt und so schaukelt sich das Ganze jetzt hoch. Kinder erzählen, sie wären nur knapp entkommen usw.

      Um es kurz zu machen, der Laufpartner von meinem Sohn wird mit dem Auto gebracht und geholt und mein Sohn ist völlig verunsichert. Früh läuft er nach wie vor, weil es zu der Zeit viele Kinder un Jugendliche und Mamas mit Schulanfängern unterwegs sind. Aber mittags möchte er geholt werden, weil er ganz allein Angst hat (nun hat er auch zu Zeiten Schluss, die nicht so üblich sind und wenig bis keine Kinder unterwegs sind).

      Ich kann ihn verstehen und ich habe auch nicht die geringste Ahnung, wie viel Wahrheit in diesem Gerücht steckt.

      Ich tendiere dazu das Ganze auszusitzen, ihn eben zu holen (was kein Problem ist) und zu hoffen, dass das schnell vorbei geht (wie auch immer).

      Falls sich jemand fragt, natürlich habe ich Kontakt zu anderen Eltern, aber da wurde das mehr oder weniger als (schlechter) Scherz oder Panikmache abgetan (das hat verschiedene Gründe) und nicht weiter beachtet.

      Wie würdet ihr handeln?

      Vielen Dank und LG #winke

      Hallo,

      hol ihn ab, bestärke ihn und vielleicht hilft ein Selbstverteigigungskurs damit er sich besser fühlt und auch lernt mit solchen Leuten im Notfall um zu gehen.

      Gruß

      • Danke!
        Sowas wird hier leider nicht angeboten.
        Ich bin nur ins Zweifeln geraten, weil einige andere meinten, man darf auf solche Gerüchte und Befindlichkeiten keine Rücksicht nehmen, weil es die Kinder nur noch mehr verunsichert (die ihre Kinder aber immer bringen und holen)...ich überlege zu schnell, ob ich richtig reagiere #klatsch
        LG #winke

    Hallo,

    wenn es sich einrichten lässt, würde ich ihn erst an der Schule abholen und dann die Entfernung Stück für Stück vergrößern, bis er sich wieder sicher genug fühlt, die ganze Strecke zu bewältigen.
    Den Schulweg noch einmal neu ausloten:
    Gibt es Bekannte oder nette Nachbarn auf dem Weg, zu denen er im Notfall hinein „flüchten“ könnte? Oder Notinseln auf dem Weg?


    Oder dich mit dem Abholen abwechseln mit anderen Eltern.

    Auch wenn es nur ein dummes Gerücht sein sollte, erstmal geht die Sicherheit des Kindes vor. Das würde ich nicht so abtun und irgendwann kommt auch wieder das Vertrauen zurück.

    VG, midnatsol

    • Danke!
      Das sind gute Ideen! Die Stückelung des Weges kam mir auch schon in den Sinn, mal sehen, ob es klappt!
      Prinzipiell weiß er, wie er sich verhalten soll, aber die ausgeschmückten Horrorgeschichten (manches glaubt er nicht wirklich z.B. dass der Mann kein Gesicht hätte, aber ein gewisses Unwohlsein bleibt trotzdem) machen ihm ganz schön zu schaffen.

      LG #winke

      • Solche Quatschgeschichten lösen bei Kindern doch starke Ängste aus. Gruselige Vorstellung, auch für mich. #zitter

        Ich wünsche euch alles Gute, #klee.

        Hallo.

        Wurde das denn auch mal in der Schule angesprochen? Meistens reagieren die ja auch oder sollten es zumindest. Und die Polizei sollte das dann auch wissen. Zeugen scheint es ja genug zu geben, wenn schon Kinder betroffen sind.

        LG

Hi,

mein 3. Klässler läuft auch alleine zur Schule und hier gab es auch ab und zu Warnungen, bezüglich "böser Männer".
Mein Sohn ist viel draußen mit Freunden und hat daher von klein auf Verhaltensregeln mit auf den Weg bekommen.
Gut, wenn neben ihm jetzt der obligatorische Kastenwagen anhält und er ins Auto gezerrt wird, hat er natürlich keine Chance. Aber wenn man so denkt, dann darf man seine Kinder erst rauslassen, wenn sie Erwachsenen kontra geben können oder einfach aus dem pädomuster raus sind (wie z.b. mein 1,85 m großer 15jähriger).
Aber wenn er wirklich weiterhin Angst hat, dann hole ihn ab und hoffe, dass der Spuk bald zu Ende ist ;-)

lg

Hallo :)

Ich würde meinen Sohn auf jeden Fall abholen, denn ich würde nicht wollen, dass er Angst hat.
Die Idee nach und nach die Distanz zu verlängen ist doch schon mal ein guter Vorschlag.

Was ich allerdings nicht machen würde: abwarten bis der Spuk vorbei ist.

Rede mit ihm darüber, immer und immer wieder. Bei uns werden solche Themen relativ offen in der Schule kommuniziert , so konnte viel Angst genommen werden, da die Lehrer nichts ausgeschmückt haben.
Auch gut finde ich einen „sicher stark“ Kurs, der bei uns in der Schule angeboten wurde. Vielleicht wäre das auch was für eure Schule, da das Thema ja doch sehr aktuell ist und anscheinend viele Kinder verunsichert.

Lg

in so einer Situation hilft Mut machen und wenig drauf eingehen...

komplett abholen sehe ich als "aufgeben" -- Angst anerkennen .... warum solltest du ihn denn sonst abholen??? --- psychologisch das falsche Signal ...: wenn man sein Kind abholt heisst das: "dann ist vielleicht doch was dran, wenn sogar die mama mich abholt" ....

deswegen würde ich alles dran setzen, Mut zu machen und wie die Jahre vorher auch auf Heimlaufen bestehen.... --- wenn es hilft, dann eben bewusster doch "Mitläufer" suchen ... oder falls das noch geht: einfach ignorieren und durchstehen....

Hallo!

Ich würde erst einmal checken, was an den Gerüchten dran ist. Wenn es diesen "bösen Mann" tatsächlich gibt, ist das der Polizei bekannt (wobei das dann aber über offiziellere Medien sicher auch kommuniziert worden wäre). Ich würde vielleicht einfach einmal mein Kind schnappen und mit ihm auf die nächste Polizeidienststelle gehen. Dort kann man nachfragen, Gerüchte entkräftigen, und bestenfalls können die Polizisten dem Kind sogar die Angst nehmen.
Und ansonsten würde ich mein Kind vielleicht ein paar Tage lang abholen (zu Fuß) und dann vereinbaren, dass ich ihm entgegen gehe. So kann das Kind dann nach und nach ein immer weiteres Stück des Weges wieder alleine zurücklegen.

LG

Hallo, ich musste als Kind in diesem Alter ganz allein mit dem Bus in die Stadt fahren und zum Ballettunterricht. Da ich auf dem Dorf aufgewachsen bin, hatte ich auch immer Angst. Hol deinen Sohn lieber ab!

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