Versäumten Schulstoff nachholen

    • (1) 06.09.18 - 20:19

      Hallo

      Wir werden bald zur Kur fahren. Leider werden 1,5 Wochen davon auf die Schulzeit fallen. Ich hab im Februar den Antrag gestellt und eben für Ende September nen Termin bekommen.
      Mein Sohn geht in die 6. Klasse eines Gymnasiums. Ich hatte kurz nach Zusage der Kasse im März Bescheid gesagt, dass wir 3 Wochen zur Kur fahren werden.
      Vier Wochen vor Beginn der Kur habe ich Post von der Klinik bekommen und es nun in der Schule offiziell gemacht.
      Die Lehrerin habe ich gebeten, uns beim Nachholen des Schulstoffes zu unterstützen. Mein Vorschlag war, dass ein Kind aus seiner Klasse seine Heftet täglich abfotografiert und die Bilder sowie die Hausaufgaben per Whatsapp versendet. Sie solle daran erinnern, damit das klappt.
      In der Vergangenheit habe ich miterlebt, wie schlecht das kommunizieren von verpassten Lernstoff funktioniert. Am Dienstag war mein Sohn krank daheim. Er hat am Montag noch einen Klassenkameraden gefragt, ob dieser ihm die Sachen schickt. Er hatte zugesagt. Am Dienstag erfuhr ich dann, dass 17:00 immer noch nichts gekommen war (Mein Sohn ist auch nicht auf die Idee gekommen nachzuhaken - Ich komme gewöhnlich erst 17:00 von Arbeit). Selbst auf direkte Nachfrage per Whatsapp kam nichts. In der Schulgruppe sowieso nichts. Ein Anrufversuch von ihm wurde weggedrückt.
      Ich habe den Verdacht, dass mein Sohn nicht sonderlich beliebt ist. Er stört oft den Unterricht und spielt sehr grob.
      Trotzdem muss er nun mal Gelegenheit bekommen, versäumten Schulstoff nachzuholen.
      Hefter ausleihen hatten wir auch schon. A) hat sich unser Sohn in den Mitschriften nicht zurecht gefunden, weil sie stellenweise unvollständig und wild durcheinander geheftet waren und b) weil er Teile nicht wieder zurück gegeben hat.
      Das alles habe ich der Lehrerin per Mail geschrieben. Dass es meinem Sohn eben an Gewissenhaftigkeit fehlt und seinen Mitschülern genauso und dass sie bitte unterstützen soll, dass die Unterrichtsinhalge bei ihm ankommen. 1,5 Wochen finde ich auch viel. Das holt er nie und nimmer nach den Herbstferien nach! Ich hab nach der Kur auch keinen Urlaub, so, dass ich ihn unterstützen könnte. Bei mir geht's sofort am nächsten Tag mit 150% los.
      Die Lehrerin lehnte es ab, irgendwelche Verantwortung für mein Anliegen zu übernehmen. Ich hab inzwischen eine Idee für eine Alternative, aber ich bin irgendwie geplättet, dass sie sich da einfach weigert.
      Wie läuft das denn bei euch, wenn eure Kinder länger der Schule fern bleiben müssen?
      Ich kenne es noch so aus meiner Schulzeit, dass dann Kinder den Auftrag bekamen, einen Hausbesuch zu machen. Selbst zu mir kamen welche, obwohl ich selbst auch sehr unbeliebt war.
      Hat sich das heutzutage geändert?

      LG Plitzplautz

      • Also auch zu meiner Zeit sind Lehrer eines Gymnasiums (!!!) nicht anderen Kindern (die für die Kur nichts können) hinterhergerannt, um irgendwas für ein einzelnes Kind zu erledigen.

        Vielmehr sollte dein Sohn in der Lage sein, sich um diese Sache zu kümmern. Dass du ihn dabei unterstützt (offensichtlich noch unterstützen musst), ist in eurem Fall eben so.

        In dieser Sache mal ein Lösungsvorschlag: Wieso fragst du nicht die Lehrerin, welches Kind sie als besonders gewissenhaft einschätzt? Dann kannst du gezielt auf Kind und Eltern zugehen (bzw. dein Sohn) und um Unterstützung BITTEN!

        • Mein Kind kann doch da auch nichts dafür.

          • (4) 07.09.18 - 07:08

            #schock Er hat die Teile nicht zurückgegeben und du wunderst dich??

            Mein Sohn hatte im letzten Schuljahr 70 Fehltage inclusive. Rehaaufenthalt 4 Wochen.

            Ich habe eine Mutter und eine nette Mitschülerin, von denen ich die Sachen bekomme.

            Unter den Kindern hat das auch nicht geklappt, sonst hätte er wiederholen müssen.

            Ich weiß, viele sehen das anders, aber wenn dein Kind etwas nicht kann, ist es deine Aufgabe, es ihm zu zeigen. Unterstütze ihn, sich die Unterlagen zu besorgen, ruf bei allen Eltern durch, irgendwie so.

      Mein Sohn (5.Klasse, Grundschule (hier 6 Jahre) ) fährt im Oktober 4 Wochen auf Reha. Davon sind 2 Wochen Ferien.
      Er bekommt in der Reha-Klinik Ersatzunterricht in den Hauptfächern, dafür gibt es ein Formular für die Schule, indem die Lehrer festhalten, was sie in der Zeit im Unterricht machen.

      Ansonsten werden Arbeitsblätter und Hausaufgaben, wenn ein Kind krank ist, in dessen Fach in der Schule gelegt.

      • (7) 07.09.18 - 12:29

        Ja, man hat Ersatzunterricht. Nur sobald man in den höheren Klassen ist, kann man das dort vergessen. Es gibt keinen relevanten Unterricht. Ersatzunterricht heißt bestenfalls noch, dass die Lehrer aus der Stammschule irgendwelche Zettel geschickt haben, die dann dort vor der Lehrerin abgearbeitet werden. Diese Lehrerin ist garantiert keine Fachlehrerin und ob sie Fragen beantworten kann ist höchst fraglich. Man ist dort ziemlich auf sich allein gestellt. Für Kinder der Grundschule klappt das noch toll, aber Gymnasium kann man vergessen. Das ist viel zu spezialisiert.

        Ersatzschule heißt alle schulpflichtigen Kinder einer Einrichtung besuchen ein Klassenzimmer. Da ist alles andere vollkommen egal.

    Hallo,

    mein Sohn hatte vergangenes Jahr einen Unfall und hat 6 Wochen gefehlt. Wenn nicht sogar mehr..

    Ich hatte eine Mappe hinterlegt, mit der Bitte, dort Material und Infos für ihn zu sammeln.
    Nun ja, insgesamt waren es 2 Arbeitsblätter und 2 kleine Notizzettel, diese betrafen die Fächer Deutsch und Mathe. Mehr Infos gab es von Lehrerseite nicht...

    Ach so, das war zum Ende der 5. Klasse..
    Ich habe dann von Mitschülern, die zum Krankenbesuch kamen, alles kopiert..

    LG Silver

(11) 06.09.18 - 21:19

Ich kenne es so: (auch aus meiner Schulzeit damals):

Kind krank: Kind muss sich selbst um den versäumten Stoff kümmern.
D.h. andere aus der Klasse fragen, Lehrer fragen, wenn Zettel verteilt wurden, die nicht anderen mitgegeben wurden.

Eltern konnten ihr Kind unterstützen, in dem sie es ermutigten, andere anzurufen, Kind ermutigten hinterher zu sein.

So läuft es bei meiner auch.


Kur:
Wenn man der Schule mitteilt, von wann bis wann die Kur dauern wird und um die Freistellung bittet, wird von der Schule zusammengestellt, was in der Zeit dran genommen wird. Je nachdem wie weit die Lehrer vorbereitet sind, geben sie mit, was sie vor haben in der Zeit dran zu nehmen.
Themen, Blätter, Buchseiten.
Alles weitere wie Hausaufgaben im Detail sind Aufgaben des Schülers sich selbst darum zu kümmern.


Schüleraustausch:
schulintern organisiert, aber nicht die ganze Klasse betroffen:
jeder regelt selbst vorher, wer die Unterlagen mitnehmen wird.

Manche haben das sehr zuverlässig gemacht, andere gar nicht.

(12) 06.09.18 - 21:25

Tut mir leid, falls das jetzt hart klingt, aber was sollen Lehrer denn noch alles machen?

Du und dein Kind sind zur Kur, also müsst ihr euch auch den Stoff besorgen.
Lehrer haben weiß Gott mehr zu tun, als sich um "Einzelschicksale" zu kümmern.

Und das ist nicht böse gemeint, sondern nun mal realistisch.

  • (13) 06.09.18 - 21:37

    Ich halte es jetzt nicht zu viel verlangt, ein Kind mal am unterrichtstag zu fragen ob's die heftseiten fotografiert und versendet hat. Das beansprucht einmal den Mund der Lehrerin und vier mal den Daumen des Kindes.

    • (14) 06.09.18 - 21:38

      Aber dafür wird sie nicht bezahlt, ist dann die "Schuldige", wenn sie mal einen Tag vor lauter Stress vergisst zu fragen und und und.

      Ich kann sie verstehen. Du willst ja die Kur, also kümmere dich doch einfach selber um den Lernstoff deines Kindes.

      (15) 07.09.18 - 04:41

      ... wenn das Kind den Auftrag ausgeführt. Falls nicht, erfordert es endlose Diskussionen, Suche nach Alternativen und danach kann sie sich von Dir Vorwürfe anhören, warum es nicht geklappt hat. Und nach Euren bisherigen Erfahrungen wird das nicht klappen.

      Grüsse
      BiDi

      Hat die Lehrerin die Klasse denn überhaupt jeden Tag?

      ...es gibt ja noch mehr Kinder, die sie unterrichten muss..

      Das ist das Problem, du erwartest von der Lehrein sich darum zu kümmern. Es ist aber die Aufgabe deines Sohnes, dies mit einem Mitschüler zu vereinbaren und wenn er noch nicht in der Lage ist , dann eben deine, es eine andere Mutter zu Fragen, zu Bitten und zu vereinbaren.

      Du weißt lange genug, dass ihr "wahrscheinlich" auf Kur geht, in dieser Zeit hätte man schon längst eine Sprechstunde mit der Lehrerin vereinbaren können, um sich zu informieren, wie man die fehlende Zeit mit Lernstoff und Hausaufgaben abdecken kann. Sie hätte euch schon gesagt, wie das so abläuft oder beim persönlichen Gespräch unter vier Augen Unterstützung angeboten.
      Aber per e-mail sie aufforden und erwarten, dass sie sich drum kümmern sollte, kann ich schon verstehen, dass dann nicht viel zu erwarten ist. Aber du schreibst selbst , dass du und dein Sohn nicht so beliebt seid, dafür wird es schon einen Grund geben und das erfährt man jetzt mit Desinteresse von anderen.

      Es ist nicht Aufgabe des Klassen- und aller Fachlehrer, sich darum zu kümmern, dass Klein Fritz alles fotografiert und an zuverlässig Klein Ole verschickt.
      Dein Kind mag dein Erdmittelpunkt sein, aber gewiss nicht der der (an unserer Schule) Ü100 Lehrer und 1300 Schüler.
      "Verlangen" kannst du gar nichts!

(20) 06.09.18 - 21:25

Hi,

ich hab mal von einer Bekannten gehört, die beruflich zwischendurch im Ausland waren (3 Monate Indien). Die haben den geplanten Schulstoff vorab bekommen und dort selbst unterrichtet. Als ich sie gesprochen habe, ging es um zwei Grundschulkinder und ein Gymnasialkind. In ihrem Fall hat das super geklappt. Sie meinte, auch das Unterrichten sei in viel kürzerer Zeit passiert, weil es halt Einzelunterricht war. Und die Kinder waren wohl sehr motiviert. Sie meinte auch, dass sie das schon mehrfach gemacht haben, weswegen die Schule das gut mitmacht, weil sie schon gezeigt haben, dass es funktioniert hat.
Ich hab auch unter Anderem deshalb blöd geschaut, weil zB meine Tochter sich oft nichts von mir erklären lassen möchte.

Also, es kann offenbar auch anders gehen.

Viele Grüße

  • (21) 06.09.18 - 21:42

    Das mit dem selbst unterrichten würde bei uns auch funktionieren. Wir mussten mal in 4 Tagen 4 Wochen Unterricht nachholen, weil mein Sohn einfach nicht mitgeschrieben hatte. Das geht hervorragend, da wir so auch im optimalen Rhythmus arbeiten können (60min arbeiten, 20 min Pause)
    Wenn's das gibt, dass die Schule einem die Unterrichtsinhalte mitgibt, wär's kein Problem. Arbeiten wir halt Schulbücher und Hefte durch. Alles bestens.

    • Ich verstehe es immer noch nicht...

      Wenn das so gut funktioniert hat, wo ist dann das Problem???

      Ihr habt die Bücher und die Arbeitshefte und wisst ungefähr, was man in 1,5 Wochen (nicht Jahre!!!!) so schafft.

      Im Zweifelsfall hat er dann (weil es ja so super funktioniert) schon etwas vorgearbeitet. Falls ihr Angst habt, dass das nicht gewollt ist: Arbeitshefte vorher kopieren.

      Fertig!

      • Das Problem ist, dass mir nicht gesagt wird WAS dran kommt. Dann arbeiten wir auf Versuch vor. Find ich persönlich blöd.

        • Meine Güte, so schwer ist das doch nicht!!! Wenn ich es richtig verstanden hab, sind Ferien und dann Kur.

          Ja mei, da wird oft direkt am Stoff vor den Ferien angeknüpft, wiederholt und vielleicht ein WENIG weitergemacht oder vertieft.

          Falls doch in dem ein oder anderen Fach was ganz anderes drankommt, muss er nur wenig nachholen...

          • Du hast das falsch verstanden.
            Er verpasst 1,5 Wochen vor den Ferien.

            Ich möchte nicht blind irgendwas vorarbeiten. Meine Schulzeit ist ne Weile her, ob ich da korrekt anknüpfe ist fraglich.
            Außerdem bin ich dann unsicher beim vermitteln und das sorgt für Stress. Da vertraue ich ganz darauf, wie ich mich und meinen Sohn kenne.
            Hab keine lust mit dem Schulkram unsere Kur kaputt zu machen. Die Kur soll uns zusammenbringen und nicht stressen.

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