Erstklässler vor die Klassentür setzen?

    • (1) 14.09.18 - 15:03

      Hallo,

      ich wollte euch mal um eure Meinung zu folgendem bitten:

      Meine Tochter ist vor 5 Wochen eingeschult worden. Mir wurde von ihr und anderen Kindern erzählt, dass die Klassenlehrerin gerne mal störende Kinder an einen Tisch vor den Klassenraum setzt. Da sollen die Kinder dann weiterarbeiten.
      Sie hat viele Einzelarbeitsplätze in der Klasse. Deswegen frage ich mich gerade, ob man frisch eingeschulte Kinder direkt vor die Tür setzen muss??? #kratz

      Mich interessiert es einfach, ob es bei euch auch so gehandhabt wird?

      Viele Grüße!

      Claudeline78

      • Wieso stören die Kinder den Unterricht? Und wieso stören sie weiter auch wenn sie wissen, dass sie dann an einem extra Tisch sitzen müssen?

        Die Praxis der Lehrerin kann ich nachvollziehen. Eltern, die eher die Praxis als das Verhalten der Kinder hinterfragen, nicht.

        LG

        • Das sind frisch eingeschulte Erstklässer, die davor wahrscheinlich noch nie lange still sitzen mussten. Da wäre eine Versetzung an einen Einzelplatz angemessener! Mal davon abgesehen wie sie die Kinder vor der Klasse beaufsichtigen möchte - oder werden die dann praktisch aufgegeben?

          • Denkst du, die Lehrerin begleitet das Kind auch zum Klo und in die Pause? Es handelt sich um SCHULkinder und nicht um eine 24/7 Supervision. Selbstverständlich kann auch ein normal entwickelter 1.Klässler mal 20/25 min sich in Ruhe etwas erarbeiten vor der Klasse...

      Hallo,

      hier darf man kein Kind allein vor die Tür setzen, da dann die Aufsichtspflicht nicht erfüllt werden kann.

      Allerdings findet der Unterricht in der GS meines Sohnes immer in mehreren Räumen gleichzeitig statt, alles bei offenen Türen und der Flur wird in den Lernbereich miteinbezogen. So kann es auch dort vorkommen, dass Kinder am Einzeltisch auf dem Flur sitzen, um sich dort konzentriert mit Aufgaben beschäftigen zu können und andere nicht zu stören.

      Ich halte es für durchaus legitim, ab und zu eine kurze "räumliche Trennung" anzuordnen, um die Ruhe in der Klasse zu erhalten. Auch den "störenden" Kindern fällt es dann leichter, wieder zur Ruhe zu kommen.
      So lange die Kinder nicht komplett aus dem Blickfeld der Lehrer geraten keine schlechte Lösung.

      LG

      • Auf dem Klo wäre das Kind "komplett aus dem Blickfeld" - bei euch nicht? Gibt es bei euch in der Pause auch pro Kind 1 Erwachsenen? Hier sind es 2 Pausenaufsichten für 170 Kinder auf 2 Schulhöfen. Da sind ziemlich viele "komplett aus dem Blickfeld". Ich glaube, du hast das mit der Aufsichtspflicht nicht ganz verstanden.

        • Bei uns ist es so, dass die Aufsichtspflicht während der Pausen eine andere ist als die während der Unterrichtszeit.

          Erstere ist natürlich lockerer, aber trotzdem durch Pausenaufsichten geregelt.

          Die Aufsichtspflicht während des Unterrichts ist aber nicht verhandelbar und obliegt mir zu 100%, sprich: ich bin absolut dafür verantwortlich, was mit dem Schüler oder der Schülerin geschieht.

          Kann sein, dass das bei euch anders ist.

          :-)
          Ich gebe nur das wieder, was bei uns in der Schule Regel ist.
          Es wird kein Kind allein auf den Flur gesetzt bei geschlossenen Klassentüren. So viel ich weiß, ist da in der Vergangenheit einiges passiert bzw. manche Kinder haben Blödsinn angestellt oder sind abgehauen. Also wurde es so beschlossen.

          Wir haben allerdings auch mehr Pausenaufsichten, aber ganz sicher nicht 1:1 ;-)

          • *So viel ich weiß, ist da in der Vergangenheit einiges passiert bzw. manche Kinder haben Blödsinn angestellt oder sind abgehauen. Also wurde es so beschlossen.*

            Das wäre dann wohl, wie du wahrscheinlich auch gemeint hast, die Erklärung.

            Rechtlich gesehen ist es so, dass die Aufsichtspflicht grundsätzlich NICHT verletzt ist, wenn ein Kind vor der Tür sitzt. Bei Grundschulkindern gilt: Solange die Lehrperson jederzeit aus der Tür gucken kann, fühlt das Kind sich beaufsichtigt und das geht rechtlich in Ordnung. Die Formulierung im Gesetz lautet: "Das Kind muss sich beaufsichtigt FÜHLEN".

            Haarig wird es, wenn davon auszugehen ist, dass das Kind nicht die Reife fürs "draußen sitzen" besitzt. Wenn mir ein Kind schonmal raus auf die Straße geflitzt ist, nachdem ich es vor die Tür gesetzt habe, dann wirds grenzwertig wenn ich es trotzdem nochmal tue.

            Ich denke, bei euch wird es einen solchen Hintergrund gegeben haben. Das bedeutet dann aber nicht automatisch, dass die Kinder an anderen Schulen auch nicht vor die Tür gesetzt werden dürfen.

            LG

        Hallo,

        nö, ist bei uns auch so, in allen Grundschulen, die ich kenne. Aufsichtspflichtverletzung.

        Habe eine Bekannte, die bei der Prüfung das Glück hatte, ein störendes Kind in den Nebenraum mit Verbindungstür setzen zu können. Sonst hätte sie sich anders behelfen müssen.
        Vor die Tür setzen: glatt durchgefallen.

        Der Lehrberuf ist fordernd, keine Frage, aber dafür muss man auch geschaffen sein und solche Situationen händeln können.

        VG, midnatsol

        • Tja, leider ist der Lehrerberuf sehr geschützt.... viele würden in der freien Wirtschaft untergeghen wie faule Kartoffeln.

          • Das habe ich mir insgeheim auch gedacht. ;-)

            Ich möchte/könnte nicht unterrichten, ich glaube/hoffe, dass hierzulande noch die guten Pädagogen in der Überzahl sind, allerdings kenne ich genügend Beispiele, die, wie du richtig schriebst, zu geschützt sind, gerade im Beamtenstatus und nicht im Grundschulbereich.

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