Bus fahren

    • (1) 15.09.18 - 15:41

      Hallo,
      meine Tochter geht seit 2 Wochen im Nachbardorf in die 1. Klasse.
      Nach der Schule fährt ein Bus zu uns. Jetzt üben wir immer wieder mal, damit sie die Busstrecke kennt.
      Trotzdem bin ich noch unsicher: es ist ein Linienbus und der Busfahrer würde sie sicher nicht ans Aussteigen erinnern. Sie fährt auch alleine, der Bus ist praktisch leer. Sie müßte also rechtzeitig auf den "Stop"-Knopf drücken und wenn der Bus dann an der Haltestelle hält (neulich hat ein Busfahrer auch vergessen zu halten, trotz drücken) eben aussteigen.

      Was ist aber, wenn sie zu weit fährt? Eine Haltestelle ginge noch, von dort aus könnte sie auch nach Hause laufen. Danach landet sie in einer Gegend, die sie gar nicht kennt und dann im nächsten Dorf an einer anderen Grundschule.

      Ab wann sind eure Kinder alleine Bus gefahren? Und würdet ihr ein Handy mitgeben? Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass sie mittags verträumt sitzen bleibt und zu weit fährt? Und selbst wenn sie ein Handy hätte: sie könnte mir ja gar nicht sagen, wo sie gelandet wäre, sie kann ja noch keine Schilder lesen...

      Wie habt ihr das in der 1.Klasse gemacht? Oder ist das einfach noch zu früh für Linienbusse über Land?

      LG!

      • Hallo,

        da stellt sich die Frage, wie verträumt das Kind ist und es sich oft vertut oder es eher die Ausnahme bleibt.
        Für ersteres Verhalten dann ein Handy zur Beruhigung.

        Ansonsten auch üben, was passiert, wenn es mal wirklich zu weit fährt. Es sollte sich doch auskennen, wissen, wann der nächste Bus zurück fährt, welche Linie, prägnante Punkte zu jeder Haltestelle kennen.
        Klingt ein bisschen viel, aber eigentlich kommt es schnell damit zurecht.

        Was ich noch empfehlen kann, immer vorne beim Busfahrer zu sitzen, irgendwann kennen die einen schon, auch wenn die Fahrer wechseln. Gerade bei wenig Passagieren ist das ein Vorteil. Evtl. ist derjenige auch so nett und hat ein Auge aufs Kind.

        Wenn es dem Kind aber zuviel ist und du zeitlich nicht gebunden bist, könntest du mit ihm die Vereinbarung treffen, an der Haltestelle zu bleiben und es wird nach einer gewissen Wartezeit deinerseits von dir abgeholt.

        VG und viel Erfolg, midnatsol

        • Ja, du hast recht - da werden wir wohl mal einen längeren Ausflug machen und bis zur Endhaltestelle und zurück fahren... Was für ein Aufwand.
          Oder eben doch ein Handy mitgeben.

          Im Prinzip fährt ihr Bus wohl dieselbe Strecke wieder zurück. Nur wenn sie am Ende aussteigt hat sie ein Problem: ihre Linie fährt nur 3x am Tag...

          • Klar, erstmal ist es ein Aufwand, aber die wichtige Lektion dabei ist wirklich die: das Kind schiebt keine Panik und startet nicht blindlings Aktionen, bei denen es in Gefahr gerät, wenn du merkst, es fühlt sich selbst mit Handy selbstbewusster, dann gib ihr eines mit, das musst du auch nicht rechtfertigen.

            Aber sie schafft das schon, #klee

      Wir fahren schon immer sehr viel Bus, daher kennt es mein Kind.

      In neuen Gegenden fahren wir auch gerne mal zur Endhaltestelle und wieder zurück. Einfach so, kleiner Ausflug.

      Nebeneffekt: mein Kind weiß dann ungefähr wo sie ist, hat es schon mal gesehen.
      Ich auch.
      Würde mein Kind dann mal zu weit fahren, könnte ich einigermaßen einschätzen wo sie ist, anhand der Beschreibung. Einfach, weil ich es selbst dann schon mal gesehen habe.

      Außerdem erlebt mein Kind dann auch die Erfahrung: wo man hinkommt, kommt man auch wieder zurück.
      So weiß sie, dass es Bushaltestellen gibt, wo lieber noch nicht aussteigt. Lieber 1-2 Haltestellen später. Dort ist dann die Retour-Haltestelle gleich gegenüber, während man an anderen erst mal suchen müsste.
      Das nimmt den Schrecken und das Neue.


      Neue Strecken fahren wir auch gemeinsam.
      Früher sind wir auch so viel zusammen gefahren und haben dann gesteigert: sie sitzt woanders als ich oder ich steige eine Haltestelle später zu oder früher ein.
      Das meiste lasse ich sie machen. Dadurch bekomme ich mit, wie gut sie es kann oder noch nicht und ihr gibt es die Selbständigkeit selbst daran zu denken. Im Zweifel fahren wir beide zu weit.

      Als Beifahrer bin ich eine Katastrophe.Weil ich weiß, dass ich nie selbst fahren würde, schalte ich ab.
      Im Bus ist es ähnlich, wenn ich weiß, dass sich jemand besser auskennt. Das ist wohl natürlich. Deswegen lasse ich mein Kind dann auch probieren und machen.


      Handy finde ich eine sehr gute Idee. Tastenhandy. Da hält dann auch der Akku länger. Schnellwahlsystem macht es zusätzlich einfach.
      Das hatte meine auch. Für's Bus fahren oder wenn sie Strecken ohne mich ging.

      Je nachdem wie gut ich mich auskannte, sagte ich dann, dass ich mit dem nächsten Bus nachkomme oder beschrieb ihr, mit welchem Bus sie zurückfahren kann. Eben weil ich die Strecke auch schon gefahren bin. ;-)

        • Beim Tastenhandy hält der oft Tage lang, auch über eine Woche. Meistens prüfe ich den sonnstags selbst auch noch mal. Auch mit Telefonieren ist dann noch einiges geladen.

          Beim Smartphone (Nutzung nur zu Hause seit der weiterführenden Schule) ist der Akku nach 1 höchstens 2 Tagen leer. Auch wenn sie nicht mit WLAN verbunden ist oder mal spielt.

          Außerdem hält der Akku auch bei Kälte und Temperaturschwankungen besser durch (Tastenhandy)


          Tastenhandy hat sie eines für "ältere" Menschen. Große Tasten und vor allem Schnellspeicher. Drei Nummern, die direkt angewählt werden können. Am Anfang war das sehr hilfreich. Lesen konnte sie da zwar schon, aber sie hatte noch nicht die Geduld bei den Kontakten zu suchen.
          Das hat sich super bewährt.
          Für den Anfang würde ich das sehr empfehlen. Zur weiterführenden Schule kann sie dann immer noch umsteigen. Für den Anfang reicht telefonieren aus und grade das ist wichtig.
          Meiner hat da auch geholfen, wirklich mit mir reden zu können. Und mich ohne langes Suchen zu erreichen.

    sei mir nicht böse, wenn sie praktisch alleine im Bus sitzt, soll sie sich vorne hinsetzen und dem Busfahrer sagen, das sie an X raus muss.

    Ich kenne echt keinen, der das komplett ignoriert udd auf dem Land sowieso nicht, da kennen die Fahrer ihre Kids.

    ög
    lisa

    • Hm, vielleicht bin ich da ja unnötig nervös.

      Allerdings wollte ich mich neulich, als wir das erste Mal gefahren sind, nur kurz vergewissern, ob wir auch im richtigen Bus sind - waren wir auch, aber den Namen unserer Haltestelle kannte der Fahrer gar nicht! Er konnte nur die Strecke beschreiben, die er fährt, aber damit wäre meine Tochter überfordert gewesen.
      Sonst war der aber sehr nett.

      Und auf einer anderen Linie ist neulich ein Fahrer an der Haltestelle vorbeigerauscht, obwohl wir gedrückt hatten. Kurz vor Feierabend, kann passieren. Wir sind dann schnell aufgestanden, er hat's gemerkt und uns ein paar Meter weiter raus gelassen. Aber meine Tochter wäre sicher nicht so geistesgegenwärtig...

      • Lieber ein bisschen nervös und dafür ausprobieren, als losschicken und dann ist Überforderung da.

        Mit ein bisschen Übung geht das mit der Zeit.

        Wir wohnen auch eher ländlich, aber nicht alle Busfahrer kennen sich aus, nicht alle sind freundlich. Manche erkenne ich wieder, manche sind auch neu oder fahren die Strecke selbst zum ersten mal.

        Wie man den Busfahrer fragen kann ist zwar wichtig. Darauf verlassen würde ich mich aber nicht.

        Mehrere Möglichkeiten haben tut auch ganz gut.
        Je nach Tagesform (und Laune des Busfahrers) traut sich meine mal selbst zu fragen, mal ruft sie lieber an (jetzt nicht mehr so, früher häufiger).

        Es ist gut, wenn sie mehrere Möglichkeiten kennt und diese nutzen kann, wie es zur Situation dann passt.

Also ich finde in der zweiten klasse bekommt ein Kind das gut hin. Ich bin bereits ab der ersten Klasse alleine Linienbus gefahren, mir wurde da deutlich der ernst erklärt und mir war bewusst, ich muss aufpassen und rechtzeitig auf den Knopf drücken, sonst lande ich sonstwo. Und zu der Zeit gab's noch keine Handys ;)

Fahr mit ihr mit, zeig ihr einen Punkt, an dem sie spätestens den Knopf drücken muss, das sie sich danach an dem roten licht umschaut, das der bus auch wirklich hält und dann lässt du sie quasi "alleine" fahren, setzt dich von ihr getrennt hin und lässt sie alleine machen. Dann siehst du von alleine, ob sie das kann. Wobei ich mir da ziemlich sicher bin... zweitklässler sind nicht auf den Kopf gefallen ;)

Aus diesem Grund haben unsere Kinder ein Handy bekommen mit installierter Life App drauf, worüber wir die Kinder informiert haben. Das ist ein Tracker. Da sieht man ziemlich genau wo die Kinder auf der Karte sind.

Wenn es mal nicht geklappt hat, haben sie angerufen und dann haben wir besprochen was zu tun ist oder sie abgeholt, auch wenn sie nicht wussten, wo sie waren. War tatsächlich ein paar Mal der Fall. Wir fanden es super so.

Mit der App konnte ich außerdem sehen ob sie pünktlich zur Schule gehen ohne sie nerven oder fragen zu müssen.

Sie sind jetzt 5. Klasse. Und so langsam streunern sie auch durch die Stadt und treffen Freunde hier und da. Wir sind alle entspannter dabei. Und wenn sie wo eingesammelt werden wollen, gucken sie einmal drauf, ob wir zufällig in der Nähe sind. Mein Mann repariert Technik und kurvt immer viel von Kunde zu Kunde. Es passiert oft, dass es gut passt. Ich kann nur sagen, es ist praktisch.

Wir hatten erst bedenken, ob uns der Aspekt der Kontrolle stört, aber wenn man Vertrauen untereinander hat, was soll einen da schon stören? Ganz ehrlich...man geht halt zur Schule, zur Arbeit, zu Freunden....das bespricht man ja eh. Wenn sie es jetzt irgendwann nicht mehr wollen sollten, würden wir es löschen, aber für die Grundschulzeit war es praktisch.

Hat uns auch einige Male geholfen, wo Horterzieher krank wurden und ne Vertretung kam, die dann aber nicht den Zettel zum wann die Kinder los gehen dürfen in der Woche finden konnte, und sie deshalb da behalten hat. Wenn ich dann Zuhause mich gewundert habe, wo sie bleiben. App an...aha sind noch immer in der Schule ....da wird dann wohl was schief gelaufen sein.... Hort angerufen.... Missverständnis geklärt....Kinder gingen nach Hause.

Wir fanden es sehr entspannt und praktisch.

Hallo

Sie soll dem Busfahrer Bescheid geben, das geht schon.

Was ich nicht verstehe

Du schreibst das ihr immer mal übt.
Was heißt das "immer mal"?

Sowas übt man bis es klappt.
Vielleicht kannst du sie von der Haltestelle abholen.

Was es mir als Busfahrerin ärgert ist das die Eltern ihre Kinder auf den Schulweg nicht vorbereiten, ich denke immer das die Eltern kein Interesse haben.

Es ist jedes Jahr das gleiche die Kinder wissen nicht in welchen Bus sie müssen oder wie die Haltestelle heißt wo sie raus müssen.

Wenn bei mir ein kind zu weit fährt, beruhige ich es und frage wo es raus muss und setze es auf dem Rückweg ab.
Wenn das Kind die Telefonnummer hat rufe ich sogar an damit sich keiner Sorgen machen muss.

Ein einfaches Dankeschön kommt aber selten von den Eltern

  • Das ist natürlich ein super Service! Ich fürchte einfach, dass meine Tochter zu schüchtern wäre, um zum Busfahrer zu gehen und zu sagen, dass sie zu weitgefahren ist...


    "Immer mal" heißt, wir üben immer dann, wenn mein Mann Zeit hat, mich an ihrer Schule abzusetzen. Sonst bleibt ja mein Auto dort stehen. Mit dem Bus komme ich nicht hin - die fahren bei uns nicht stündlich sondern eher 3x am Tag.

    Wir haben erst bei der Einschulung erfahren, dass sie ein (kostenloses) Busticket bekommt - wir gehören eigentlich zu einem anderen Schulbezirk. Es ist also ein Entgegenkommen der Stadt - sie hätte ja auch zu "unserer" Schule zu Fuß gehen können, auch wenn das weit ist.
    Wir hätten ihr sonst wohl erst ab der 2. Klasse ein Busticket gekauft. Aber jetzt hat sie es und freut sich aufs Busfahren ;-) Also überlegen wir eben schon, ab wann das geht und ich hole sie, wenn möglich, so ab, dass wir zusammen mit dem Bus nach Hause fahren.

Hallo,
Unsere Tochter fährt seit der ersten Klasse mit dem Bus. Unsere erste Anweisung war: wenn du bei deiner Station nicht aussteigst, egal was passiert, steig nicht aus dem Bus.

Sie sollte zum Busfahrer gehen und ihm sagen dass sie zu weit gefahren ist. Sie bekam einen Zettel mit meiner Nummer drauf, die sie dem Busfahrer geben sollte.

Es ist nie dazu gekommen. Die Kinder sind geschickter als man denkt.

Wir haben vorab geübt und es lief bis jetzt problemlos.

Alles Gute und nur Mut!

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