10jährige möchte sich nicht mehr verabreden

    • (1) 16.09.18 - 09:23

      Ich mache mir seit längerem Sorgen um meine Tochter. Sie möchte sich nicht mehr verabreden. Wenn Verabredungen zustande kommen, dann nur weil ich sie quasi dazu überrede.

      Sie war schon immer ein ruhigeres, sensibles Kind. Hatte aber immer genug Freunde und bis vor ca einem dreiviertel Jahr fast täglich Verabredungen. Da war es mir sogar oft zu viel....

      Mittlerweile ist es ihr sogar zu viel wenn auch nur eine Freundin anruft oder ihr eine Whatsapp schreibt. Sie geht dann oft nicht ran oder beantwortet die Nachrichten nicht. Ich war als Kind da ganz anderes und wäre ich heute in ihrem Alter, ich würde bis tief in die Nacht mit meinen Freundinnen schreiben 😊

      Ich habe Angst daß sie sich zum Einzelgänger entwickelt und habe Probleme damit, sie so zu akzeptieren wie sie ist.

      Seit Sommer geht sie auf eine neue Schule (5. Klasse). So wie sie sagt, hat sie dort guten Kontakt zu ihren Mitschülern, wobei da auch viele aus ihrer alten Klasse dabei sind. Melden tut sich hier kaum jemand und wenn, blockt sie es meist ab.

      Gibt es hier vielleicht noch jemanden mit solch einem Kind? Oder kann mir vielleicht jemand mit einem älteren Kind sagen, daß sich das wieder legt?
      Wenn sie schon immer so gewesen wäre, würde ich es ja verstehen. Aber wie bereits erwähnt war es auch mal anders bei ihr.

      Reden kann ich mit ihr darüber nicht sehr gut. Sie reagiert immer ziemlich genervt und zuckt nur mit den Schultern...

      Bin für jedes aufmunternde Wort dankbar.

      LG
      Rain

      • Hallo,

        Was macht deine Tochter denn nach der Schule? Hat sie sonst noch Hobbys?

        Welchen Eindruck hast du sonst von deiner Tochter? Ist sie fröhlich oder eher gedrückter Stimmung?

        LG marci

        • Sie geht einmal die Woche zum Tanzen. Sie versteht sich dort mit allen gut, hat aber weiter keinen Kontakt zu den Mädchen.

          Zuhause macht sie nicht viel. Schaut Youtube oder malt schon mal was.
          Ab und an geht sie in den Garten auf's Trampolin. Das war's.

          Bedrückt ist sie eigentlich nicht. Nur ruhiger als früher.

      Hallo,

      Das sich ihr sozial Verhalten dermaßen verändert hat, könnte Stress dahinter stecken. Und dann würde ich es nicht so laufen lassen.
      Aber hör doch bitte auf dein Kind mit anderen insbesondere mit dir zu vergleichen. Das macht zusätzlichen Stress.

      Wenn du Probleme hast (sie zu akzeptieren) musst du auch bei dir ansetzen.

      Gruß Sol

    • Ich hatte auch so eine Phase mit ca 12. Das schlimmste war meine Mutter, welche mich quasi dazu zwingen wollte mich zu verabreden.
      Ich bin dann stundenlang durch die Gegend gelaufen, während sie dachte ich bin bei Freunden.
      Alles was ich wollte war meine Ruhe.

      Sie ist nicht du, akzeptiere das bitte!

      Hallo.
      Mein Sohn ist genauso ;)
      Wenn er aus der Schule kommt(6. Klasse, noch anschließend OGS), ist er froh wenn er seine Ruhe hat.
      Dort in der Schule reicht ihm anscheinend der Kontakt mit anderen Schülern/Freunde. Er hat in der Woche noch 2 Termine(Schlagzeug Unterricht und Musikzug Probe).
      Lernen/wiederholen steht auch fast täglich an.

      Verabredungen kommen sehr selten zu Stande, eher mal am Wochenende.
      Er braucht wohl Ruhe und die bekommt er. Ausgeglichen ist er aber...

      Schönes Wochenende
      LG
      Annett

    • Also, wenn meine Tochter von stetigen Verabredungen in kurzer Zeit auf null runterfahren würde, Anrufe und Nachrichten ignorieren würde, so dass sich bereits kaum noch jemand meldet, würde ich mir auch Sorgen machen.

      Dass man mit ihr nicht mehr reden kann, weil sie nur genervt reagiert, kann sowohl an dir liegen, weil du sie zu Verabredungen drängen möchtest, was sie aber nicht will, denn sie wird einen Grund dafür haben, sowie auch , weil es evtl. mit ihren Freunden seit einer gewissen Zeit nicht mehr so gut läuft.(Streitereien, Zickereien, peinlicher Vorfall, evtl. etwas Mobbing).
      Ab wann ignoriert man Kontakt mit seinen Freunden? Normalerweise, wenn was vorgefallen ist, oder?
      Anstatt, sie zu Verabredungen zu schieben, solltest du eher mal herausfinden, warum sie momentan alles an Privatkontakte meidet.

      • Ich versuche ja, es herauszufinden. Aber wie, wenn sie nichts sagt? Wenn ich sie frage, dann ist sie sofort genervt und sagt "ich möchte einfach nicht" oder "ich habe jetzt keine Lust auf xy"
        Letzteres finde ich vollkommen ok. Man hat halt nicht immer Lust auf bestimmte Personen.

        Ich werde sie jetzt, mal wieder, in Ruhe lassen. Ich weiß, daß das richtig ist. Aber oft fällt es mir so schwer....

        LG und Danke für deine Antwort

        • Bei solchen Problemen kommt es viel auf das Verhältnis und Vertauen untereinander drauf an. Natürlich reagieren Kinder manchmal auf Nachfragen genervt. Zum einen, weil sie oft über sich selbst genervt sind, aber auch weil ihnen was peinlich ist oder eh Unverständnis oder Vorwürfe von Eltern erwarten und dies dann stets zum Thema wird. Und da du nicht wußtest, wodurch diese Kontaktignoration entstanden ist, war zur Verabredungen drängen und deinen Vergleiche zu deiner Kindheit gerade der falsche Weg, um deiner Tochter evtl. Sorgen zu entlocken.
          Um Vertrauen zu beizubehalten oder zu erlangen, muss man sich als Eltern auch zusammenreißen, um nicht mit anschließenden Vorwürfen und stetigen thematisieren, das Vertauen zu verspielen, auch wenn die Gründe oft negativ sind...ändern kann man es eh nicht mehr. Als Eltern muss man dem Kind beweisen, dass sie stets ein offenes Ohr haben, ihnen Vertrauen kann und mit Rat und Tat zur Seite stehen.Ist jetzt gerade wichtig, wo jetzt die Pubertät beginnt, wo sie sowieso etwas Gefühlchaos bekommen. Wo sie Eltern als vertrautes Beratungsnest benötigen und nicht als zusätzlichen nervigen Stressfaktror.

    Hat sich was bei ihr verändert?

    Neue Schule: längere Zeiten?
    Gab es Probleme in der Schule?

    Ohne zu wissen was los ist, ist es schwer zu handeln.

    Es gibt Zeiten, da möchte ich mich nicht verabreden, weil die Woche anstrengend war. Es gibt Zeiten, da treffe ich mich gerne mit anderen, weil wenig los war.

    Neue Schule kann auch müde machen. Längere Zeiten, längerer Weg, Umstellung, mehr Hirnforderung, so dass einfach mehr Pause gebraucht wird.


    Je länger die Schule/Hortzeiten bei meiner warten, desto weniger wollte sie sich treffen. "Die anderen sehe ich doch schon im Hort, ich will meine Ruhe!"

    Wenn wenig los ist, möchte sie sich öfter treffen.


    Liegt was gruppendynamisches vor?
    Auch wenn es die gleichen Kinder sind, kann sich die Gruppe verändert haben.

    Was passiert, wenn du sie damit für ein Wochen in Ruhe lässt. Es akzeptierst wie es ist? Taut sie dann wieder auf oder verkriecht sich noch mehr?

    Manchmal reicht in Ruhe lassen wirklich aus!
    Wenn es dadurch aber schlimmer wird oder für sie schlimmer, würde ich reagieren.
    Die Frage ist, zu welchem Zeitpunkt.

    Was sagen ihre Lehrer?
    Hat sie sich generell verändert? Wenn ja, wie?

    Braucht sie einfach nur Abstand und Ruhe?

    Vergleichen bringt nicht viel. Meine Geschwister waren anders als ich. Es hat genervt, wenn ich verglichen wurde.

    • Dir vielen Dank für deine Antwort.

      Sie ist seit 2,5 Wochen auf der weiterführenden Schule.
      Das Problem hatten wir aber vor dem Schulwechsel schon. Man kann sagen so seit Ende letzten Jahres.

      Ich weiß daß vergleichen nichts bringt und auch falsch ist, lässt sich aber leider so leicht nicht abstellen :-(
      Ich werde es aber weiterhin versuchen.

      Ich werde sie jetzt erst mal in Ruhe lassen und sehen was passiert

      • Meine Vermutung liegt darin, dass was vorgefallen sein muss mit den alten Freundinnen , mit anschließenden Zickereien und Sturheit. Das entweder deine Tochter ausgegrenzt wird oder sich deine sich selbst ausgrenzt.

        Wenn ich meine Tochter so betrachte (inzw.13J. ) und es gab mal Zickereien und mal eine (kurze) Auszeit mit Freundinnen.War es dann so..... fand sie sich im Recht, hat sie mit mir darüber offen geredet und gejammert , war aber was und sie wollte nicht darüber reden , war sie auf Nachfragen auch genervt, dann kam aber durch einfühlsvollen Gesprächen heraus, dass sie sich mit Verhalten oder einer Reaktion selbst ins Aus schoß.
        Meine Tochter war halt nur dann über sich selbst genervt und lernte daraus, wenn man anderen mal Unrecht tut und zur Einsicht kommt, eine Entschuldigung die Probleme schnell wieder löst und Sturheit die Probleme wachsen läßt und das Freundschaften ankratzt werden.

Sie ist eben ein Teenager geworden, da kann sich eine Persönlichkeit und die Interessen schnell ändern.
Wie hier schon viele schrieben, wollte auch ich einfach meine Ruhe haben. Freundeskontakt in der Schule hat mir ausgereicht. Die Schulfreunde hatten eben andere Interessen, die mich nicht interessierten. Ich wollte mich nicht verbiegen, um anderen (auch meinen Eltern) zu gefallen. Meine Mutter hat mich immer gedrängt und hat sich eingemischt bei Freundschaften. Das hat mich fertig gemacht. Ich bin alleine unterwegs gewesen, um diesem ständigen Genörgel, welches mir das Gefühl gab, dass mit mir etwas nicht stimmt, aus dem Weg zu gehen. Ich bin bei Problemen deshalb nie zu meinen Eltern gegangen. Dräng sie nicht, dann kommt sie irgendwann zu dir, falls ein Problem vorliegt. Und wenn keins vorliegt, dann ist das eben momentan die Lebenseinstellung deiner Tochter, welche du akzeptieren solltest.
In der Pubertät muss sich ein Mädchen mit so allerlei Dingen auseinandersetzen, die einem Erwachsenen nichtig vorkommen. Vielleicht beschäftigt sie dieser "Wandel"?

  • "Sie ist eben ein Teenager geworden, da kann sich eine Persönlichkeit und die Interessen schnell ändern."
    Das Kind ist gerade mal 10 Jahre. Ein Teenager ist man ab 13, darin liegt ein himmelweiter Unterschied zu einer 10Jährigen.

    • Nein, es gibt kein festes Alter dabei ... Meine Nichte ist 9 und steckt schon mitten drin. Kinderarzt bestätigte dies und auch, dass das nicht ungewöhnlich ist mit 9/10 Jahren. Ab 10 ist es durchaus normal ein Teenager zu werden, auch wenn viele Eltern das nicht wahr haben wollen.

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