Arbeit wiederholen bei schlechtem Gesamtdurchschnitt?

    • (1) 17.09.18 - 15:05

      Hallo ihr Lieben,

      mein Sohn bekam heute eine Arbeit in Chemie zurück. Er hat eine 5. Der Gesamtdurchschnitt der Klasse liegt bei 5,2. Die Arbeit bestand aus 2 Nummern und die 2. Nummer hat nur eine Schülerin in der Klasse überhaupt verstanden und eine 3 auf die Arbeit bekommen. Alle anderen 27 Schüler haben 0/15 Punkten bei der 2. Nummer. Auf die 1. Nummer gab es nur 10 Punkte, so dass im Prinzip keiner eine 4 erreichen konnte. Jetzt hat eine Mutter der Klasse den Chemielehrer darauf angesprochen, ob er diese Arbeit nicht wiederholen können und es scheinbar nicht an der Dummheit oder Faulheit einzelner Schüler liegen kann. Als Antwort bekam sie, dass eine Schülerin die Note 3 erreicht hat und somit bewiesen wäre, dass der Test zu schaffen gewesen ist. Weiß hier jemand ob die Schüler das Recht haben, dass ab einem bestimmten Durchschnitt ein Test wiederholt wird? Bundesland ist Thüringen.

      LG
      Michaela

      • Hallo!

        Bei wichtigen Arbeiten werden hier grundsätzlich die beste, die schlechteste und eine "mittlere" im Fachbereich vorgelegt - zu eienr Zweitkorrektur.

        Grundsätzlich würde es mcih wundern, wenn der Durchschnitt entscheidet ob eine Arbeit gewertet wird oder nicht. In der 5./6. Klasse hatte die Mathelehrerin und die Englisch-Lehreirn mal Tests schreiben lassen um zu "demonstrieren", dass eben gerade gar nichts gelernt wird, außer auf den letzten Drücker für die Klausur. Natürlcih waren das durch die Bank 5er und 6er und nur vereinzelt welche die "bestanden" haben. Und selbstverständlich haben die Arbeiten gezählt.
        Meistens ging es um stinkende grassierende Faulheit oder globalem Missachten von mündl. HAs (Lest bis xy das Kapitel z durch.)
        Später hatte die Latein-Lehrerin auch mal so einen "Test" zur Leistungsdemonstration.

        Ich würde nur dann irgendwas mit dem Lehrer zu besprechen haben, wenn es definitiv schlulaufbahneentscheidend ist, oder er sich offensichlich in dem Stoff vertan hat (ganz anderer Stoff als jemals in der Klasse besprochen oder als HA aufegegeben).
        Ansonsten würde ich sagen: "Denkzettel!"

        LG, I.

        • Ich persönlich hätte es eh nicht angesprochen. Ich sehe die 5 meines Sohnes jetzt nicht als so dramatisch an. Es war die 1. Arbeit in diesem Schuljahr und eigentlich ist er in Chemie recht gut. Von daher habe ich keine Bedenken, dass er das nicht ausgleichen könnte. Ich habe ihn nur darauf hingewiesen, dass nächste Mal vor der Arbeit zu fragen, falls die Aufgabenstellung nicht eindeutig ist und sehe die Note auch eher als Lektion. Ein Paar Mütter haben ihre Kids nur schon wuschig gemacht, dass dies nicht rechtens sei und diese Kinder wiederum den Rest. Und bevor man auf sein Recht beharrt, sollte man sich auch sicher sein 😉. Deshalb habe ich lieber gefragt ob sich hier jemand damit auskennt bevor ich falsche Infos weitergebe.

      (4) 17.09.18 - 15:48

      Hallo Michaela,

      in Thüringen gibt es keine Regelung, was das Wiederholen von schlecht ausgefallenen Arbeiten angeht. In anderen Bundesländern gibt es die, dann entscheidet aber normalerweise auch der Schulleiter über eine Wiederholung und gibt dem nur statt, wenn der Stoff im Unterricht nicht ausreichend vermittelt wurde. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass eine unglückliche Fragestellung kein Grund für eine Wiederholung ist.
      Grundsätzlich gilt das auch nur für Klassenarbeiten und nicht für Tests.

      lG, Kathrin

      • (5) 17.09.18 - 16:18

        Vielen lieben Dank für deine Antwort. Ich habe mir so etwas schon gedacht und meinte es auch schon mal gehört zu haben. Ich wollte jetzt nur keine falschen Informationen an die Kids weiter geben.

    Ich kenne es noch so, dass bei solch schlechten Notenschnitten die Arbeiten dem Direktor vorgelegt und von diesem genehmigt werden müssen. Dieser prüft anhand Klassenbuch etc., ob der abgefragte Stoff auch durchgenommen wurde (das ist natülich nicht manipulaitionssicher, ich weiss). Und auch, ob die Aufgaben fair waren, machbar, etc.

    Ihr könntet an die Elternvertretung herantreten, dass diese hier mit Klassenlehrer etc. die Sachlage durchsprechen kann.

    Solch ein hartes Ergebnis kenne ich nur aus der Uni...

    • Die Uni ist es leider nicht, sondern nur die 8. Klasse Gymnasium 😉. Ich war auch überrascht. Dass eine Arbeit mal schlechter ausfällt, kam schon öfters mal vor, aber einen solchen Schnitt habe ich selbst zu meiner Schulzeit nie erlebt. Der Chemielehrer sagte mal im Scherz zur Klasse "Die eine Hälfte von euch ist dumm, die andere Hälfte strohdumm." Vielleicht hatte er gar nicht so unrecht 😂.

      • Geiler Lehrer, solche Sprüche sind bei vielen Witzig, kommt aber bei einigen nicht gut an... erinnert mich an meinen damaligen Physiklehrer.

        "Was wollt ihr hier? Deutschland braucht noch Maurer!"

        Solche Typen sterben nie aus...

Soviel ich es weiß, gilt es nur bei einer Klassenarbeit und die kann "nur" der Schulleiter für ungültig erklären, nicht der Lehrer.
Bin mir aber nicht sicher, ob sowas schulinterne oder bundesländische Regeln sind oder rechtliche Regeln des Kultusministerium.

(10) 17.09.18 - 16:58

naja -- prinzipiell ist doch die Frage, ob man überhaupt eine Arbeit mit nur zwei Fragen stellen darf?

da gehts jetzt nicht ums wiederholen dieser Arbeit sondern prinzipiell mal die Frage, ob es überhaupt zulässig ist, solch eine Arbeit zu stellen... -- ich würde den Elternbeirat mit dieser Frage an den Lehrer wenden lassen....

  • (11) 17.09.18 - 21:52

    Sehe ich auch so. Eigentlich sollte es ja möglich sein, dass jede Note vorkommen kann. Wenn es aber wohl auch keine Teilpunkte gab, klappt das bei nur 2 Aufgaben natürlich nichtmal ansatzweise.

    (12) 18.09.18 - 08:23

    Ähm....sie schrieb von 2 "Nummern", nicht von 2 Fragen.

    8.Klasse Chemie.....ich denke, es handelte sich um 2 Aufgabengebiete, mit jeweils mehreren Teilaufgaben, die möglicherweise aufeinander aufbauen.

    Wenn es für eine "Nummer" 10 bzw. 15 Punkte zu erreichen gibt, wird es sich bei der Lösung nicht um jeweils einen Antwortsatz handeln.

    GLG

    (13) 18.09.18 - 09:12

    Ich finde es in Chemie nicht so ungewöhntlich, wenn eine Aufgabe z.B. lautet "Beschreibe und erkläre Redoxreaktionen!" und dann Definition sowie die Beschreibung einer Reaktion inklusive Wort- und Reaktionsgleichung erwartet wird. Da kann man schon auf 10 Punkte kommen, ohne dass das nochmal in Teilfragen aufgedröselt wird. Das ist für eine 8.Klasse an einem Gymnasium in meinen Augen absolut ok. Es kommt da also schon drauf an, wie die Aufgabe genau formuliert ist...

    "1. Interpretieren Sie den Anfang des Romans von Saša Stanišić.
    2. Vergleichen Sie den Anfang des Romans von Saša Stanišić mit dem Textauszug von Thomas Mann unter ausgewählten Aspekten."
    Das war die Musteraufgabenstellung für das diesjährige Deutschabitur auf erhöhtem Anforderungsniveau in MV. Auch nur 2 Fragen... und trotzdem ne vollwertige Abiturprüfung ;-)

    • empfehlen kann ich hier: Musste wissen: Chemie.....super erklärt......youtube

      Da verstehst du dann auch Oxidation und Redoxreaktionen.....und das Periodensystem ist auch gleich einleuchtender.....warum Chemielehrer immer so kompliziert erklären, war schon zu meiner Zeit furchtbar.....

Natürlich ist das zulässig. Das kommt total darauf an, ob das eine einfache Sachaufgabe ist oder ob die Aufgabe vielleicht war: Vergleiche das Bohr'sche Atommodell mit dem Atommodell von Rutherford.

Hier Gymnasium und ehrlich gesagt, Chemie ist hier ein Fach, indem viele Kinder keine guten Noten schreiben.....evtl. liegt es daran, dass ein epochaler Unterricht erfolgt. Wie ist denn die Gewichtung der Noten 60:40? Die letzte Chemiearbeit in der 7. Klasse fiel hier ebenfalls sehr schlecht aus. Keine 2, mehrere 3er aber viele 4er, 5er. Eine Wiederholung gab es hier auch nicht.

Man behält ja in der Regel den Test nach der Auswertung, da man ihn ja auch als Eltern in der Regel gegenzeichnen muss, dass man über die Note in Kenntnis gesetzt wurde. So war es bei mir jedenfalls. Gewöhnlich steht auf dem Test auch nicht selten, der Klassenspiegel drauf.

Damit würde ich, wenn der Lehrer keine Gesprächsbereitschaft signalisiert. Tatsächlich zum Vorgesetzten gehen, sprich dem Direktor. Und ganz sachlich die Lage erklären. Praktisch ist, wenn das die Eltern übernehmen die auch den Elternberat leiten, dafür gibts die ja. Und man dann einfach mal in den Raum wirft, ob es hier nicht ratsam wäre, das Thema erneut durch zu gehen und den Test (natürlich mit geänderten Fragen nicht 1 zu 1 den selben Test) zu wiederholen. Denn offenkundig wurde das Thema entweder nicht ausreichend begreifbar erklärt oder die Fragestellung war zu komplex/verwirrend, dass sie von der Masse der Schüler nicht verstanden wurde.

Meine Nichte geht aufs Gymnasium und die hatten letztes Jahr tatsächlich in einem Fach, den Fall das die komplette Klasse bei einem Test durchgerauscht ist und katastrophale Notenwerte erreicht wurden. Wenn das der Fall ist, ist das eigentlich, für einen objektiv engagierten Lehrer immer das offensichtliche Zeichen. Das der Fehler hier eher beim Lehrer zu suchen ist. Der entweder ein Thema nicht kompetent oder ausreichend begreifbar erklären konnte oder die Kinder zwar das Thema beherrschen - aber die Fragen zu "bescheuert" gestellt wurden und falsch interpretiert wurde von der Masse. In deren Fall gab es zwei Wochen später eine Wiederholung vom Test.

Ist natürlich was anderes wenn einzelne komplett durch nen Test durchrasseln. Aber wenn praktisch alle durchrutschen und diejenige die ne 3 bekommen hat, ja auch nur die 2. Frage glücklicherweise korrekt interpretieren konnte... zeigt es, dass die 1. Nummer immernoch nicht lösbar gilt.

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