Eltern mit Smartphones - Tipp!

    • (1) 25.09.18 - 19:27

      Hallo ihr Lieben,
      ich bin Lehrerin einer 4. Klasse und wollte euch unbedingt teilhaben lassen. Wir hatten heute das Thema Handys - pro und kontra. Ein Kontraargument lautete: meine Mutter ist ständig damit beschäftigt. Ich habe dann meine Schüler gefragt, bei wem es zu Hause denn wirklich so ist und wer das Gefühl hat, dass die Eltern zu viel Zeit am Handy verbringen. Erschreckenderweise haben sich fast alle Kinder gemeldet. Häufig wurde gesagt, dass von den Eltern ein „ich schreibe nur noch eine Nachricht zu Ende, dann spielen wir was“ kommt. Und wenn die Kinder dann später nochmal nachschauen, sind die Eltern mit etwas anderem beschäftigt. Oder aber es wird auf dem Handy gezockt und zu den Kindern gesagt „es läuft gerade so gut, später“.
      Versteht mich nicht falsch, ich verbringe natürlich nicht den Alltag in den Familien meiner Schüler. Dennoch hat mir das Gespräch heute zu denken gegeben. Ich habe selbst eine kleine Tochter und achte darauf, in ihrer Gegenwart möglichst selten das Handy in der Hand zu haben. Nun möchte ich noch mehr darauf achten.
      Also schaut doch bei euch nach, wie ihr es so handhabt und vielleicht erkennt sich der ein oder andere ja wieder. Spielt mit euren Kindern, verbringt Zeit mit ihnen! Es kommt noch schnell genug die Zeit, in der sie erst einmal nichts mehr mit euch zu tun haben wollen und lieber ihr eigenes Ding machen. 😜

      Hatte bis Weihnachten kein Handy....meine Familie schon.....ich als Mama habe Zettel geschrieben etc. Was soll ich sagen, Weihnachten habe ich ein Handy geschenkt bekommen - von meinem Sohn! Damit ich immer erreichbar bin....

    • Ich finde es auch gut, dass dieses Thema, durch eine Kinder-Demo letzte Woche daraufhin verbreitet auch in den Medien verbreitet drankommt, damit manchen Eltern mal gravierend vor dem Kopf gestoßen wird.
      Egal ob Mütter mit Kinderwägen, ob Eltern mit Kinder Wartezimmer beim Kinderarztpraxis, in Restaurants, Busse oder Schwimmbäder....viele Eltern Tadeln ununterbrochen darauf herum und nehmen ihre Kinder gar nicht mehr richtig wahr. Ich bin noch vom alten Schlag, brauche mein Handy zu 90% geschäftlich, ansonsten privat in Erreichbarkeit innerhalb der Familie und dann kurze Nachrichten per WA für Freunde, nur zu Verabredungen ausmachen.

      Email, Forum und Internet nur über Rechner im Büro oder Laptop wie gerade jetzt im WZ ;-), Tochter (13) ist gerade duschen..#schein.

      (6) 25.09.18 - 20:51

      Ich bin ein totaler Handyjunkie und geh mir damit selbst auf den Zeiger. Ich versuche seit ein paar Wochen, das Handy auszuschalten, sobald der Sohn und ich nachmittags zuhause sind.
      Ich hoffe, dass die Entzugserscheinungen bald nachlassen. Ich finde es selbst total krank und will das ganz sicher nicht für meinen Sohn, dass er ne Zombie-Mama hat, deren Gesicht ständig vom Display beleuchtet wird.

    • Hallo,

      erschreckend, aber nicht verwunderlich. Hier sieht man so etwas an jeder Ecke. In Bus und Bahn fällt mir das ganz besonders auf. Da entdecken die Kinder so viel, aber die Eltern hören ihnen gar nicht zu - bis sie irgendwelchen Unsinn machen. Dann werden sie angeranzt und es wird gleich weiter gedaddelt. Das betrifft nicht nur Eltern, von denen man nichts anderes erwartet, sondern durchaus auch Eltern, die auf den ersten Blick "ganz normal" wirken. Wenn Eltern sich mit ihren (kleinen) Kindern unterhalten, fällt das mittlerweile tatsächlich auf. Ich wurde schon recht oft angesprochen, weil ich kein Handy in der Hand halte und mit meinen Kindern die Welt entdecke.

      Der Trend zu weniger direkter Kommunikation ist wirklich schrecklich. Damit erziehen viele Eltern ihren Kinder die Motivation zum Lernen schon sehr früh ab.

      LG

      (8) 26.09.18 - 11:03

      Hallo,

      das fällt mir in der Öffentlichkeit total auf.
      Man sieht so viele Mütter Kinderwagen schieben und dabei nur auf's Handy glotzen. Ich glaube auch nicht, dass das zu Hause anders läuft.
      Letztendlich ist das Vernachlässiung. Diese Kinder erfahren weder Zuwendung, noch lernen sie etwas, weil Mama sich nicht mit ihnen beschäftigt.
      Ich denke, da kommen noch ganz große Probleme auf die Gesellschaft zu, weil diese Kinder wichtige Verknüpfungen im Gehirn nicht bilden können. Das kann man später gar nicht mehr ausgleichen.

      Ich selbst vergrabe mein Handy eher irgendwo und bekomme es nicht mit, wenn mich jemand erreichen will. WhatsApp will ich nicht, also werde ich auch nicht zugespamt. ;-)
      Ich sitze nur öfter länger vor meinem Notebook, aber auch nicht dann, wenn die Kinder (8 und 11) etwas von mir möchten.

      Meine Tochter (11) übernimmt das übrigens mehr oder weniger. Die kann man auch total schlecht über ihr Handy erreichen, und sie will nicht in die Klassengruppe, weil da hunderte sinnfreier Nachrichten kursieren, mit denen sie sich nicht befassen will. #rofl
      Sie spielt nur auch mal auf dem Handy, aber das ist zeitlich wirklich im Rahmen.

      LG

      Heike

      Hallo,

      diese Entwicklung beobachte ich hier in der Großstadt schon seit Jahren.
      Manche Kinder sehen das Gesicht Ihrer Eltern nur noch hinter dem Smartphone versteckt.
      In Bussen und Bahnen kommt man sich manchmal vor, wie in einem Science Fiction Film, weil wirklich alle Ihren Kopf geneigt haben und stumm Ihr Telefon anstarren.
      Wie oft habe ich schon Leute fast umgefahren, weil sie von Ihrer Umwelt nichts mehr mitbekommen.
      Besonders erschreckend sind aber Kleinkinder, denen man ein entwickeltes, analoges, Foto zeigt und sie dann mit Ihren kleinen Fingern drüber wischen, damit das nächste Foto kommt#schock
      Wir besitzen bewusst kein Smartphone, sondern nur billig Handys, die außer SMS schreiben und telefonieren, absolut nichts können.
      Unser 6 jähriger Sohn beschwert sich zwar manchmal, dass alle anderen Eltern ein Smartphone haben, aber wenn wir ihn dann fragen, wozu wir das brauchen, fällt ihm außer "Fotos machen" nichts ein...
      Wenn wir unterwegs sind macht mich das manchmal richtig glücklich, nicht dauernd aufs Handy schauen zu müssen, aus Angst eine Nachricht zu verpassen#freu
      In sozialen Netzwerken sind wir auch nicht aktiv und haben nur analoge Freunde.
      Ich kann zwar nicht ausschließen, irgendwann mal ein Smartphone zu besitzen, aber dann würde ich mich auch sehr bewusst damit auseinandersetzen, wie viel Zeit ich damit verbringen möchte.
      Mir tun beschriebene Kinder Leid und ich glaube, dass in den meisten Klassenzimmern solch eine Umfrage genauso ausfallen würde!

      LG
      Sushi

      Wie recht du hast...leider...
      Mich hindert daheim aber oft das nicht vorhandene Internet und der bescheidene Handyempfang, so dass ich gezwungen bin zum "normalen Leben"! #schein

      Ja, ich verbringe viel Zeit mit meinem Kind, ohne Handy.
      Diese Zeiten nehme ich mir bewusst.
      Handy ist auch fast immer lautlos bei mir. Das ist das einfachste, um es nicht zu vergessen vor der Arbeit wieder umzustellen #schein
      Erreichbar bin ich über Festnetz, wobei mein Kind mehr Anrufe bekommt als ich :-p

      Ob ich laut meinem Kind zu viel oder zu wenig am Handy bin, ist sehr tagesformabhängig.

      Es gibt Tage, da sehe ich abends, dass mir tagsüber einige geschrieben haben und mir fiel es gar nicht auf. Freundeskreisinterne Regelung: wenn es wichtig ist, rufen wir an! Wenn es warten kann oder nur zur allgemeinen Information dient, reicht eine Whats app. ;-)
      Hat mein Kind dann ihren "ich will mich nicht allein beschäftigen Tag", bin ich dann abends, wenn ich doch mal drauf sehe, gefühlt stundenlang dran.

      Dann gibt es auch Tage, da ist mein Kind viel beschäftigt: lesen, spielen, chillen oder sonstiges und ich bin an dem Tag viel zu lange am Handy und ich rufe abends zum Abendessen: da kann es dann schon auch vorkommen, dass mein Kind dann sagt, ach Mama, stör mich jetzt nicht, spiel doch mit deinem Handy und ruf mich später noch mal oder mach noch Papierkram. #schein #rofl

      Meistens ist es wirklich der Papierkram, der mich aufhält. Beim Haushalt hat sie auch ihre Aufgaben und da kann ich nebenher auch aktiv zu hören oder für Fragen da sein. Beim Papierkram brauche ich volle Konzentration. Nach einer Pause nehme ich mir dann aber auch aktiv Zeit für mein Kind. Dieses ich mach noch schnell und dann das nächste und dann ist die Woche rum, moche ich schon als Kind nicht.


      Was mir allerdings aufgefallen ist:
      in der Grundschule gab es einige Eltern, die am Elternabend unter dem Tisch mit dem Handy gespielt haben.
      Auch die Massenbewegung: alle drängen sich in die letzte Reihe, niemand will vorne sitzen.

      Da dachte ich schon einige Male: hoppla. So intensiv war das in meiner Schulzeit (als Schüler) nicht. Unter dem Tisch gelesen oder Hausaufgaben gemacht, haben schon einige. Und vorne sitzen wollten damals auch nur wenige (erste Reihe nur einer, aber 2. Reihe war sehr beliebt, 3. mittel und 4. war wieder etwas beliebt).

      Aber so wie an den Elternabenden, das fand ich schon erstaunlich.

      An der weiterführenden Schule habe ich noch niemanden mit Handy beim Elternabend spielen sehen. Der Hype auf die letzte Reihe ist dort aber noch stärker als in der Grundschule.
      Wohl gemerkt bei den Eltern! Bei den Schülern gab es nach Erzählungen meines Kindes eher Diskussionen, wer in die erste und zweite Reihe darf, weil da sehr viele hinwollten.

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