1 Klasse wiederholen sinnvoll?

    • (1) 07.11.18 - 20:09

      Hallo,
      Ich hab ja schon über die Schul Probleme meiner Tochter berichtet.
      Der letzte Stand mit der Lehrerin war, das wir vermehrt üben und zu Hause eine 1:1 Betreuung bei den Hausaufgaben leisten.
      Sie meinte das sie noch nicht über eine zurückstellung nachdenkt.
      Das war vor den Herbstferien.
      Die Schule hat in der 2ten Oktober Woche wieder begonnen und es ist natürlich unverändert. Deutsch ist sehr!schlecht,Mathe Mittelmaß.
      Heute hat die Lehrerin angerufen und gesagt das wir uns zusammen setzten müssen und über eine rückstellung ins erste reden sollen.
      Der Termin ist am 19.11. Am 21.11 haben wir unseren ersten Termin im Frühförderungs Zentrum um auf Ursachen Vorschung zu gehen.
      Im Raum steht LRS.
      Jetzt meine Frage, hatte das jemand schon und hat es dem Kind geholfen wieder in die erste Klasse zurück zu gehen?
      Wenn es meinem Kind hilft,bin ich der letzte der sich weigert,aber ich habe eine Heidenangst,das wir in einem Jahr vor dem selben Problem steht,und was dann....

      Noch kurz die Probleme:
      - Diktat sehr schlecht, sie hört teilweise ganze Wörter nicht und verwechselt zu 90% d und b.
      - Mathe sie verwechselt teilweise noch + und-, vergisst zwischendurch die 10er beim rechnen.
      - sie ist sehr! Langsam und lässt sich leicht ablenken.
      Beim Spielen kann sie sehr konzentriert sein.
      Ich bin echt verzweifelt

      • Wenn es ein LRS ist, dann bringt wiederholen nichts. Das ist eine Teilleistungsschwäche und da muss gezielt gefördert werden. LRS kann und sollte von geschultem Personal oder Psychologen diagnostiziert werden. Dann erfolgt idR eine Förderung und später Nachteilsausgleich u.ä. Wie genau das in eurem BL gehandhabt wird, weiß die Lehrerin sicher.

        Wenn deine Tochter allerdings auch in Mathe Schwierigkeiten hat, ist es vermutlich keine TEILleistungsschwäche, sondern ihr fällt halt insgesamt das Lernen schwer.
        Es ist wichtig, dass die Fehler genau analysiert werden: Verwechselt sie z.B. nur + und -, d.h. 3-4=7 oder rechnet sie falsch?
        Daraus kann man auf das tatsächliche Problem schließen. Wahrnehmung? Lernen? Konzentration?

        Prinzipiell muss ich sagen, dass ich ggf. immer empfehle die 1. Klasse zu wiederholen. In der 1. Klasse werden einfach die Grundlagen gelegt und die müssen sitzen. Wenn die Grundlagen nicht da sind, nützt ein Wiederholen höherer Klassenstufen meist nichts mehr...

        • Die Testung läuft jetzt am 21.11 an,die Termine dauern halt immer ewig.
          Es ist so schwierig.
          Wenn ich mit ihr zu Hause Mathe übe klappt es meistens ganz gut,vielleicht stresst sie sich auch in der Schule zu sehr.
          Wir Sind eine kleine Dorfschule mit 4 Klassen, 4 Lehrern + die Rektorin.
          Da ist leider kein großer Raum für Förderung.
          Es gibt 1-2 Förderstunden in der Woche für die ganze Schule,rein kommt,wer es am nötigsten hat.
          Laut Lehrerin hat es ihr immer sehr gut getan, aber sie wäre kein Kind für eine Förderschule.
          Ich will halt nur das beste für sie...
          Ach ja, rechenbeispiel 12-5 = 17 12+7=9

          • Ich kann da aus der Ferne leider nichts diagnostizieren. Bei uns gibt es noch LRS-Klassen, d.h. Kinder besuchen zeitweise eine andere Schule (keine Förderschule) und werden dort gezielt in Deutsch gefördert. Das ist toll, manche schaffen danach das Gymnasium. Außerdem bekommen die Kinder später (theoretisch bis zum Abitur) einen Nachteilsausgleich oder Notenaussetzung in DE und ENG und in den anderen Fächern Hilfe beim Lesen. Deshalb ist es seeeehr wichtig, dass das ordentlich getestet wird.

            Vielleicht könnt ihr parallel noch einen Termin beim Schulpsycholgen machen, um Wahrnehmung und Konzentration zu testen. Die Lernsituation zu Hause (1:1) lässt sich leider überhaupt nicht mit den schulischen Bedingungen vergleichen...

            Wie schätzt du deine Tochter ein? Würde sie mit der Zurückstellung gut klarkommen? Denke daran, dass der Frust noch größer wird, wenn sie nicht mitkommt und meiner!!! Meinung nach ist das wiederholen der 2. Klasse (wenn jetzt keine Zurückstellung) nicht so effektiv wie das Wiederholen der 1. Klasse...

            Selbst mir als Lehrerin fallen solche Entscheidungen nicht leicht 😏 Es gibt halt da keine pauschale Antwort und sooo viele Sachen, die eine Rolle spielen.

            • Erstmal Danke für die qualifizierte Antwort.
              Wir haben schonmal darüber gesprochen das sie evtl zurück muss,aber da war sie total dagegen,aber wenn es sein muss....
              Einen Schulpsychologen haben wir glaub ich gar nicht,aber das wird auch in dem Förderzentrum getestet.
              Die zusätzliche Förderung wäre natürlich Klasse, keine Ahnung ob das hier umsetzbar ist.
              Lg

              Hallo,

              das kann ich nur bestätigen. So sehe ich das auch. Bin auch Lehrerin ;-).

              LG

              Isabel

      Ich würde das ablehnen.
      Ich stimme einer Maßnahme prinzipiell nur zu, wenn diese erfolgsversprechend ist. Dieser Vorschlag ist aber eher wie die Suche der Nadel im Heuhaufen. Daher ERST Ursachenforschung und DANACH Rückstellung, falls notwendig.

      Habt ihr mal einen IQ-Test machen lassen? Du schreibst, sie hat ein Deutschproblem, sie hat ein Matheproblem und sie ist sehr, sehr langsam inkl. Konzentrationsproblem- damit hast du schon so ziemlich alle Punkte eines IQ-Tests genannt.

      LRS erklärt nicht das Matheproblem der 2. Klasse und auch nicht das sehr, sehr langsam sein inkl. des Konzentrationsproblems.

      Geh zu einem Arzt deines Vertrauens und lass einen IQ-Test machen. Der Rest ergibt sich dann daraus. Ist es ein durchschnittlicher IQ, kannst du auf LRS und Dyskalkulie testen lassen, falls nicht ... hast du schon die Antwort. Vor LRS und Dyskalkulie würde ich noch die Ohren prüfen lassen und ggf. auf AVWS testen.

      Warum sage ich dir das alles. Mein Ältester hat seine 3. Klasse auch nicht bestanden und ist nur aus emotional/sozialen vorgerückt. Leider haben seine Klassenlehrerinnen es vollkommen versäumt uns irgendwie mal über Probleme zu informieren. Wir bekamen erst im Mai die Info, dass wir in die Schule zum Gespräch kommen dürfen. In den Sommerferien habe ich dann alles Mögliche an Diagnostik angeleiert. Danach gab es Nachteilsausgleiche. Ein Fach nicht bestanden hat er nie wieder - heute ist er in der 6. Klasse (IGS) und hat Noten von 1-3. Die Rückstellung ist nicht immer das Allheilmittel. Mein Sohn ist übrigens auch extrem langsam. Aber er kommt trotzdem im Unterricht mit. Solange er den Stoff begreift und die Arbeiten schafft, ist es ok. Es gibt eine Vereinbarung mit den Lehrern, dass er im Unterricht einfach weniger machen muss.

      • Hi du .
        Ohren wollte ich gerad auch schreiben
        Die mal ueberpruefen lassen

        Hallo,
        Ich vermute das sie den Stoff nicht nachholen kann,auch wenn wir eine Diagnose haben,wird sie (zur Zeit) dem Lernstoff nicht gerecht.
        Mitte November haben wir ja den Termin im Frühförderungszentrum und da werden alle Testungen( LRS, Intelligenztest..) durchgeführt.
        Beim Pädaudiologen waren wir schon 3 mal, im Abstand von jeweils 6 Monaten und es wurde gesagt das wir nicht nochmal kommen müssten,da alles okay wäre.
        Im Januar haben wir dort den nächsten Termin,auf Anraten der Kinderärztin.
        Halb jährliche Augenarzt Termine werden natürlich auch wahrgenommen,die waren bis jetzt alle unauffällig.
        Das Problem ist,das die Festung ewig dauert,und dann hat sie ja noch keine Therapie.

    Hallo,

    Mit meinem jüngsten Schulkind waren wir vor einem Jahr am selben Punkt und hatten uns letztendlich für die Wiederholung entschieden.
    Zum Hintergrund: ihre anfängliche Sprachverzögerung hat sich als Sprachentwicklungsstörung manifestiert. Sie war mit 6 als Muss-Kind eingeschult worden. Bis zu den Herbstferien lief es noch einigermaßen gut, aber ab dann wurde der Schulalltag zu einer immer größeren und kaum zu bewältigenden Herausforderung. Sie konnte unter Hindergrundgeräuschen nicht mehr hören und verarbeiten, was die Lehrer erzählten. Daher durchliefen wir auch die komplette Diagnostikschiene. Mittlerweile ist man sich sicher, dass es ADS mit einer auditiven Teilleistungsstörung ist. Man kann sich das so vorstellen, dass bei ihr die Filterfunktion über den auditiven Kanal nicht altersgerecht funktioniert und damit der Arbeitsspeicher permanent überlastet wird. Sie bekommt Logopädie und heilpädagogische Förderung. Das läuft alles neben der Schule. Im Vordergrund stand aber immer ihr Selbstvertrauen nicht flöten gehen zu lassen. Es hat sie sehr belastet, dass sie nicht mit den anderen Kindern mithalten konnte. Es war für sie anfangs auch nicht leicht zu akzeptieren, dass sie in eine neue Klasse musste. Zum Glück hatte sie eine super neue Lehrerin bekommen, die das auffangen konnte. Jetzt kommt sie gut mit, hat die so wichtigen Erfolgserlebnisse. Sie schreibt gerne, lesen wird auch langsam. Es kann sein, dass sich noch eine LRS herauskristallisiert, dass wird aber erst in der 2. Klasse getestet. Denn beim hörenden Unterscheiden von Lauten hat sie nach wie vor Probleme. Hier helfen eingeübte visuelle Hilfsmittel (wie z.B. Lippenbewegung, Gesten).
    Ich finde im Nachgang, dass die Wiederholung die richtige Entscheidung war, denn zum Einen war Zeit für die Diagnostik. Zum Anderen brauchen manche Kinder einfach Reifungszeit. Viele Defizite entstehen auch, weil man dem kindlichen Gehirn Dinge abverlangt, für die es einfach noch nicht reif ist. So wie es Kinder gibt, die sich mit 4 das Lesen beibringen gibt es halt auch Kinder, die erst mit 7 dazu in der Lage sind...

HI,
wir haben unsere Jüngste auch die erste KLasse wiederholen lassen und das war eine wirklich gute Entscheidung. Sie konnte zwar am Ende der ersten Klasse mehr oder weniger flüssig lesen und rechnen, war aber mit der ganzen ORganisation des Schultages komplett überfordert. Erst war sie traurig, dann aber ganz froh mit der Entscheidung. Nun ist sie in der dritten KLasse und hat noch nichts schlechter als eine 3 geschrieben - mangelnder INtellekt war es nicht, eher einfach zu früh ... ich würde den Schritt für sie gehen - tut sicherlich auch ihrem Selbstbewusstsein gut, nicht mehr die langsamste etc zu sein ...
LG

  • Ja,ihr Selbstbewusst ist schön sehr angeknackst.
    Sie war ein Muss Kind bei Einschulung, aber vielleicht(zu den evtl Diagnosen die jetzt abgeklärt werden) einfach noch nicht so weit.
    Als sie 2 Jahre und 8 Monate als ihr kleiner Bruder an Leukämie erkrankt ist und ich fast 6 Monate durchgehend mit ihm im Krankenhaus war. Dann nochmal 1,5 Jahre wo sehr viel auf ihn zugeschnitten war,und sie immer zurück stecken musste.
    Jetzt ist er wieder gesund und damals war sie super taff,vielleicht spielt das auch alles mit rein....

Hallo,

ich fände das Wiederholen der 1. Klasse sinnvoll. Die Grundlagen werden in der 1. Klasse gelegt und die müssen sitzen. Außerdem würde ich sie einem Kinderpsychiater vorstellen um eine genaue Diagnose zu erhalten. Ich denke mal, dass da mehr im Argen liegt als LRS. Mit einer gestellten Diagnose könnt ihr dann noch mal neu starten.

LG
Michaela

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