hochbegabtes Kind - Pupertät- Schulwechsel (?) - wie geht es weiter?

    • (1) 08.11.18 - 09:11
      Inaktiv

      Hallo,

      oft gelingt es mir nicht mich gut auszudrücken aber ich versuche es mal.

      Lange haben wir nicht gewusst, warum unsere Tochter "tickt, wie sie tickt".
      Ja, wir wussten dass sie schneller als Kinder in ihrem Alter ist, im "Begreifen"
      aber haben es nie wirklich wahr genommen.

      Jetzt kam es zur "Explosion" ihrer Gefühle und auf einmal hat sich bei uns alles überschlagen!

      Fakt ist:

      Sie hat jetzt getestete 134 Punkte im IQ Test.
      Sie ist mit 13 Jahren in der 10.Klasse eines Gymnasiums.
      "ihre" Schule weiß nicht mehr, wie sie damit umgehen sollen...
      ...mit ihrer Hochsensibilität und ihrer introvertierten Art (mündl. Leistung 0- da Menschenscheu, welches jetzt in der 10. noch schlimmer geworden ist)

      Sie kommt mit Gesprächsthemen , wie Befriedigung-Küssen-Partnerschaften und sogar Schminken nicht zu recht.

      Sie fühlt sich hin- und her-gerissen und will "ihre" jetzige Klasse ( die sie erst seid Schuljahresbeginn 09/18 besucht) nicht verlassen- "die sind doch alle so nett zu mir"

      Nächste Woche darf sie "schnuppern" im Hochbegabtenzug eines etwas weiter entfernten Gymnasiums. ( als Bsp.: sie fährt jetzt mit dem Zug um 6:59 Uhr und führe dann um 6:41 Uhr)

      Ich denke sie wäre dort besser aufgehoben,...

      ..., weil sie dort eine Klasse von ca. 15 max. 16 Schüler/innen haben.
      ..., weil sie dort 14 Jahre Erfahrung mit Hochbegabten haben.
      ..., weil sie dort für introvertierte "Kinder" einen Schulhund haben.

      Wie aber kann ich mit dem Thema zu Hause umgehen?
      Ich möchte nicht, dass sie sich bedrängt fühlt und auch nicht, dass sie unglücklich ist!

      Habt ihr eine Idee?
      Oder Fragen zur besseren Ideenfindung?

      Grüße
      hasieklein

      • (2) 08.11.18 - 09:33

        Hallo,
        Ist sie überhaupt bereit in der anderen Schule zu schnuppern? Wenn ja schnuppern abwarten und beten , dass es ihr gefällt. 😇

        Gruß Sol

      (4) 08.11.18 - 10:26

      Hier gehört meine Antwort hin:

      Hallo,
      Mit 13 in der 10. ist aber auch hart :-( Sie hat also 2 Klassen übersprungen?

      Ich drücke euch die Daumen, dass es ihr in der neuen Schule gut gefällt und dass sie wissen mit ihr umzugehen.

      Bei uns kam jetzt beim Kleinen einen Verdacht auf Hochbegabung wie aus heiterem Himmel (ja, er ist ein schlaues Kerlchen, aber man hat wenig davon mitgekriegt, dass er VIEL mehr kann als er im Alltag/Schule zeigt) und ich bin noch mit meinem Gefühlen etwas durcheinander und habe großen Respekt vor der Aufgabe, ihn gerecht zu sein.

      VG

      • (5) 08.11.18 - 10:37

        Ja...mit 6 eingeschult...auf Rat der Klassenlehrerin zum 2.Halbjahr in Klasse 2 gewechselt...dann Gymnasium...sich nie wohlgefühlt in ihrer Klasse...dann entschieden wir uns zu G9 statt G8 (war wohl ein Fehler?)...und dieses Jahr :

        8.Klasse->Sommerferien(9.Klasse gelernt)-> 10.Klasse (diesmal war es ihr Wunsch!)

        • (6) 08.11.18 - 10:49

          Sie hat also in den Sommerferien das ganze Schulstoff der 9. Klasse alleine gelernt?

          Das ist krass! Ich weiß nicht, ob ich das zugestimmt hätte, außer sie hat in der 8. sehr gelitten. Habt ihr drüber nachgedacht, sie einfach die Klasse wechseln zu lassen?

          Aber es ist so oder so eine schwierige Entscheidung.

          Wie gesagt: Daumen sind ganz feste gedrückt für die neue Schule!

          • (7) 08.11.18 - 12:17

            Für sie war es Spaß, so dass sie Freude hatte.

            Sie hat die Gabe Fachbücher zu einmal zu lesen und den Inhalt auswendig zu wissen.

            Zumindest in Biologie, Chemie und Mathe!

            Zur Zeit bringt sie sich selbst Spanisch bei, obwohl sie kein Spanisch hat.

            Soll ich es ihr verbieten?

            Dann leidet sie wieder.

            Sie wünscht sich sehnlichst akzeptiert zu werden, wie sie ist.

            Danke fürs Daumen drücken!

            • (8) 08.11.18 - 14:56

              Ich hätte sie nie daran gehindert zu lernen, was auch immer ihr gefällt, aber ich weiß nicht, ob ich das Überspringen erneut zugestimmt hätte.

              Habt ihr mit der Schule über andere Möglichkeiten gesprochen? Extra Kurse? Oder anspruchsvolle Hobbys? Oder eben die Klasse wechseln, wenn sie sich da nicht wohl gefüllt hat? Ich meine, sie war vom Stoff her am Ende der 8. Klasse nicht so weit, dass sie einfach so übersprungen wäre, sondern hat ganz gezielt die Inhalte der 9. in den Ferien gepaukt als eine Art Flucht aus ihrer Klasse, wenn ich das richtig verstanden habe.

              Wie gesagt, ich weiß, das Thema ist nicht einfach, aber auch so hast du immer noch ein unglückliches Kind und ich denke schon, dass diese viel ältere Mitschüler, die ganz andere Themen haben, ein Teil des Problems sind.

              VG

      Bitte behandle deinen Sohn nicht mit mehr Respekt seit du weißt, dass er hochbegabt ist.
      Du läufst sonst Gefahr, dass er aufgrund seiner Besonderheit einen besonders goßen Respekt von seinen Mitmenschen erwartet.
      Aber jedes Kind verdient denselben Respekt und nicht ein Hochbegabtes mehr als das gemeine Fußvolk.

      • (10) 08.11.18 - 14:58

        Du hast nicht verstanden, was ich meine.

        Ich habe nicht geschrieben, dass ich mehr Respekt vor meinem Sohn habe, sondern dass ich großen Respekt (um nicht zu sagen Angst) habe vor der Aufgabe, die das bedeutet. Wie du hier siehst, kann das zu Probleme führen und ich hoffe, ich weiß gut damit umzugehen.

    Es gibt viele Kinder die eine oder gar zwei Klassen überspringen, und da steckt nicht immer gleich eine hochbegabung hinter.

    • Ich weiß nicht ganz, wie du das meinst, denn ich habe nichts Gegenteiliges behauptet.

      Und ja, bei einer Klasse kann ich mir gut vorstellen. Bei 2 Klassen stelle ich das in Frage. Das wird, wenn überhaupt, eine große Ausnahme.

(13) 08.11.18 - 13:35

Hallo!
Entscheidet euch nach dem Schnuppern...
Sie sind doch alle nett zu ihr, wo liegt das Problem?
LG

(14) 08.11.18 - 14:35

Gibt es denn die Möglichkeit zu schnuppern? Sie wird ja auch merken, dass sie anders ist, dass sie irgendwie andere Interessen hat.

Morgens 15 Minuten früher mit dem Zug finde ich vertretbar.

Ich würde wenn irgendwie möglich die potentielle neue Schule mit ihr anschauen. Evt. gibt es auch die Möglichkeit, dass ein Lehrer/Lehrerin der sie aktuell unterrichtet und der versteht was das Problem ist, sie begleitet. Ich kenne es von mir selber, dass ich in dem Alter mich hinter meiner Mutter total versteckt habe und verstummt bin. Wenn ich aber auf mich gestellt war da offener war.

(15) 08.11.18 - 16:22

Bitte gib mal in Onkel Google ein "Forum für Eltern hochbegabter Kinder" - hier springt einiges hoch - ich denke mal, da kannst Du viele Tipps bekommen.
LG Moni

(16) 08.11.18 - 18:25

Möchte sie schnuppern?
Wenn ja, schnuppern lassen und hoffen, dass sie sich an der neuen Schule wohlfühlt.

Wenn sie Angst hat:
kommt darauf an wie. Braucht sie Unterstützung zur Überwindung? Dann unterstützen.
Wäre sie damit überfordert und würde dann komplett abblocken: dann u.U. ihr die Umstellungszeit geben, bis sie selbst an dem Punkt ist, dass sie wechseln möchte.

Das Perfekte ist manchmal nicht das Beste und das Beste nicht immer das Beste, sondern nur die halbgute vorübergehende Lösung ;-)

Wichtig ist, wo sie sich wohl fühlt. Vor allem wenn sie sowieso im Fühlen intensiver fühlt.


Ist bei ihr noch Asperger oder eine Autismusform mit dabei?
Oder ist das Interesse einfach (noch) anders, weil sie so viel jünger ist?

Hat sich nachmittags die Möglichkeit Gleichgesinnte zu treffen? Hobbies, die ihren Interessen entsprechen?

Manchen reicht es, wenn sie sich nachmittags mit anderen autauschen können, die ähnliche Intressen haben, mit denen sie sich auf der intellektuellen Ebene austauschen können und schulisch dann durchzugehen.

Wie hoch wird das mündliche bei euch bewertet?
Eine Freundin hat bis zum Abitur fast nie etwas gesagt. Trotzdem kam sie damit irgendwie durch. Bei manchen Lehrern mit 1 (ruhige Kinder mit nur auf Abfrage richtigen Antworten bevorzugt), bei anderen Lehrern mit Mitarbeit 3 und Abzug in der Zeugnisnote weil sie zu still war.
Letztlich machte sie ein gutes Abitur. Nach den mündlichen Noten kräht heute keiner mehr. Nach dem Studium hat sie einen Beruf gefunden, bei dem sie nicht viel reden muss.


Hochbegabtenzug kann super sein, kann genau passend sein.
Es kann aber auch nach hinten losgehen, wenn dann die Erwartungen anders sind.
Würde ihr helfen sich dort zu entfalten oder würde sie sich unter Druck setzen?

Schnuppern ist eine gute Idee und dann abwarten wie es ihr geht, wie sie sich fühlt.

(18) 08.11.18 - 18:33

Ich finde es wichtig, dass sie Hochbegabtenförderung erhält. Du kannst dich ja mal mit Mensa.de auseinandersetzen.
Ist das eine Privatschule, oder wie können die sonst die geringe Schülerzahl garantieren? Die Erfahrung klingt schon mal gut.

Ich weiß nicht, was du für Weltwunder von einem Schulhund erwartest, aber das ist kein Therapeut. Die Schulen meiner Kinder hatten/haben schon immer Schulhunde. Nur die werden nicht für spezielle Kinder genutzt. Ein Hund gehört zu einer Person, einem Lehrer. Der Hund begleitet immer diesen Lehrer. Wenn der Lehrer also an dem Tag, wo er den Hund mit hat, mal eine Stunde in der Klasse deiner Tochter unterrichtet, ist der Hund dabei.

(19) 08.11.18 - 22:53

Hallo
Sehr schweres Thema. Ich habe das Gefühl, das lässt einen nie los. Auch wenn es vermeintlich gerade gut passt. Meine Tochter ist letzten Monat 10 geworden und geht in die 6 Klasse. Die weiterführende Schule war leider ein totaler Reinfall und sie war dort sehr unglücklich. Mittlerweile sind wir umgezogen und hatten hier mehr Möglichkeiten als in Deutschland. Die Variante die wir gewählt haben, war tatsächlich nicht die, die von den Voraussetzungen am besten erschien. Das hat mehrere Gründe. Die Balance stimmte/stimmt dort aktuell einfach am meisten. Diesen Sommer hätte sie auch auf eine Art Begabtenzug wechseln können. Allerdings wäre der Weg nicht alleine zu bewältigen und die Fahrtzeit nicht gerade wenig. Private Hobbys wären schwer bis nicht mehr drin gewesen. Daran hängt sie daran sehr. Sie lernt zB. seit einigen Jahren privat Fremdsprachen. Jetzt geht sie auf die reguläre Schule vor Ort und hat Zusatzunterricht (nicht speziell für Hochbegabte, ist eine Art Vertiefter Unterricht an dem jeder nach erfolgreicher Testung teilnehmen darf).
Du siehst, wir stecken selbst drin.
Wie hat sie die Chance sich das Ganze anzuschauen denn aufgenommen? Wo genau liegen die Probleme mit der aktuellen Schule und wie sieht die Kommunikation zwischen euch aus? Die eigenen Vorstellungen können noch so toll sein, wenn sie sich absolut nicht wohl fühlt, wird es nicht hilfreich sein. Ich würde also erst einmal ohne Erwartung an den Schnupper Termin ran gehen. Vielleicht ergibt es sich ohnehin ganz von alleine. Gleichzeitig würde ich mich mit der aktuellen Schule an einen Tisch setzen und schauen wo die Probleme liegen. Habt Ihr Hilfe von außen?
Das würde ich auch dringend angehen. Die Themen mit denen sie nicht klar kommt, werden ihr auch in einem Hochbegabtenzug begegnen. Kann sie denn sagen, womit sie dabei denn genau zu kämpfen hat? Die eigenen Pubertät und die Veränderungen, Mitschüler die deutlich weiter sind als sie,...?

LG

Wenn die zusätzliche Fahrzeit vertretbar ist, würde ich Deiner Tochter sehr ans Herz legen, die Hochbegabten-Schule auszuprobieren....!! ...das Schöne daran wäre, dass sie z.B. nicht mehr viel jünger wäre als die Mitschüler & dennoch "Gleichgesinnte" hätte, die ähnlich motiviert und von schneller Auffassungsgabe sind, wie sie selbst. Die Atmosphäre in solchen Schulen ist atemberaubend (schön!), zumal, wenn die Schule sich auch um das soziale Engagement und die soziale Verantwortung von "Hochbegabten" kümmert.

  • (23) 11.11.18 - 10:10

    Danke! Du hast Recht!

    Und sie freut sich riesig auf morgen!

    Ich glaube es wird ihr gefallen!

    Wir sollten uns einfach von niemand mehr verunsichern lassen, dass ist mir nun klar geworden!

    Danke!

(24) 09.11.18 - 09:51

Hallo,

ich denke, wenn sie in dieser Hochbegabten-Klasse wieder unter Gleichaltrigen ist, die auch noch ähnlich ticken, wie sie, wird das besser laufen.
Mit 13 ist das Thema Liebe und Sexualität unter den Jugendlichen nun einmal anders besetzt, als mit 15.
Wenn Deine Tochter auch noch introvertiert ist, ist ihr das ganze vermutlich noch peinlicher, als den meisten anderen 13-jährigen.

Wahrscheinlich wird sie das auch so sehen, wenn sie sich die Schule angesehen hat. Momentan ist das die Angst vor dem unbekannten.

An Deiner Stelle würde ich Deiner Tochter sagen, dass sie sich die Schule ganz unverbindlich und offen anschauen soll, weil Du das Gefühl hast, dass sie sich da besser aufgehoben fühlen könnte, weil da noch mehr Kinder sind, die so sind, wie sie.

Wenn sie es da total blöd findet, lasst Ihr es eben mit dem Wechsel. Das würde ich ihr auch so sagen.
Kinder in eine bestimmte Schule zu zwingen, macht, meiner Meinung nach, grundsätzlich keinen Sinn.

LG

Heike

  • (25) 09.11.18 - 11:46

    Liebe Heike,

    danke für deinen guten Beitrag.
    Genau wegen deinem letzten Satz hatten wir damals dieses Gymnasium gewählt (sie hatte es gewählt).

    Es ist für mich immer das Wichtigste, weil ich denke die Kinder gehen dort zur Schule und nicht wir Eltern.

    Jedoch steht für mich eines fest, ich will auch das Gefühl von der Schule haben, dass mein Kind dort gut aufgehoben ist!

    Sollte sie sich also gegen den Wechsel entscheiden, dann muss ich erneut mit dem Direktor reden. Denn so kann es nicht weiter gehen!
    Leider verliert er scheinbar seine Schüler allgemein aus den Augen!
    Hauptsache das Image stimmt!
    :-(

    Da mir einige Fälle bekannt sind und unsere Tochter kein Einzellfall ist!

    Schienensuizid, Mobbing und Borderline; Essstörungen ect. alles sehr thematisiert und all diese Mädchen vertrauen den Lehrern und der Schulleitung sich nicht mehr an!!!

    Unsere Tochter hat es gewagt und wurde bitter enttäuscht.

    Und Vertrauen ist so wichtig, wie die richtige Förderung!

    lg

    Ulla

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