Dyskalkulie und Schulprobleme

    • (1) 13.11.18 - 15:30

      Guten Tag liebe Gemeinde,

      Ich bin ganz neu hier weil ich mir hier etwas Hilfe oder Zuspruch erhoffe.
      Meine Tochter ist 7 Jahre und in der 2ten Klasse. Zum August musst wir umziehen und somit fand ein Schulwechsel statt. Wir haben den Umzug extra in die Sommerferien gelegt damit sie zusammen zeitgleich mit den anderen Kinder "neu" starten kann.
      Schon in der ersten Klasse haben wir Matheschwierigkeiten festgestellt, diese jedoch waren noch im Rahmen. Nach dem Schulbeginn in der 2ten Klasse bemerkte ich das sie sich immer schwerer tat. Es flossen viele Tränen, die Ergebnisse in Mathe waren fernab von dem was sie vorher konnte, wir haben uns fast nur noch gestritten und somit habe ich das Gespräch mit der Lehrerin gesucht. Das Gespräch fand 6 Wochen nach den Ferien statt und ab da sprach die Lehrerin schon von Versetzung in die erste Klasse. Sie liess sich im Gespräch schon kaum davon abbringen aber gab uns weitere 3 Wochen um das Defizit aufzuarbeiten. Natürlich gab das nichts. Im 2ten Gespräch ging es fast wieder nur um die Versetzung. Ich räumte uns Zeit ein um meine Tochter testen zu lassen und verschob die Entscheidung auf Ende Januar, zum zweiten Halbjahr.
      Am 29.10.2018 bekamen wir die Ergebnisse und meine Tochter leidet an Dyskalkulie. am 30.10.2018 teilte ich dies der Lehrerin mit. Vor 2 Tagen sprach sie mich morgens vor der Schule an das sie ein neues Gespräch möchte und zwar sieht sie eine Versetzung in klasse 1 unaufhaltsam und möchte diese nun durchführen (am besten schon gestern statt morgen). In Mathe sei meine Tochter ja so unfassbar schlecht und käme nicht ansatzweise an die Mitschüler ran (Wohlbemerkt NUR in Mathe). Zu Wort lies sie mich nicht kommen, dieses kurze Gespräch fand statt zwischen Tür und Angel während meine Tochter neben mir stand.
      Heute erhielt ich einen Mathetest mit der Aussage : "... kann die geforderten Additions- u. Ergänzungsaufgaben nicht lösen". Der erste Test nach Diagnose wurde betitelt mit "...hatte grosse Schwierigkeiten"

      Ich habe das Gefühl das meine Tochter bei dieser Lehrerin absolut keine Chancen auf Erfolg bekommen wird. Unser Therapeut rät dringend von einer Versetzung ab. Das Gespräch mit der Psychiaterin steht noch aus. Die erste Förderstunde ebenso. Es ist ja auch noch alles ganz frisch.

      Nichtsdestotrotz drängt die Lehrerin auf Versetzung. Sie ändert unsere Vereinbarungen eigenständig und gibt uns keine Zeit. Weder wir bekommen die Zeit Lösungen zu finden, noch meine Tochter um die Defizite aufzuarbeiten. Im Gegenteil, sie muss sogar als einzige Schülerin an einen Einzeltisch, obwohl sie niemanden stört. Sie macht in Mathe nur nicht richtig mit, weil sie es einfach nicht versteht.
      Ich habe das Gefühl die Lehrerin will sie einfach nur abschieben, denn immer wieder wird betont das sie keine Zeit habe um 28 Kinder individuell zu fördern oder gar die Hausaufgaben zu kontrollieren.



      Geht es irgendwem genauso? Musste das auch alles durchmachen?
      Ich möchte doch nur das die Dyskalkulie anerkannt wird und sie deswegen nicht noch bestraft wird. :-(
      Ich hoffe so sehr irgendjemand hat sich alles durchgelesen und kann mir vielleicht etwas Hoffnung schenken. Momentan bereue ich unseren Umzug zutiefst. #schmoll

      • (2) 13.11.18 - 15:48

        Hallo,
        Eine Rückstufung nützt ja nichts, das Problem basiert ja nicht auf Lücken, sondern auf einer Störung. Die Lehrkraft sollte dies eigentlich wissen.
        Je nach Bundesland nützt diese Diagnose nur nix, weil es dort kein Pendant zur Legasthenie gibt.
        Schwierig, da etwas zu raten, schon wieder ein Schulwechsel ist blöd, Parallelklasse scheint es nicht zu geben....
        ich würde mein Kind in der 2. klasse lassen und warten, was de Therapie bringt. Eventuell nach einer alternativen Schulform schauen, um Druck rauszunehmen.
        LG
        Delfinchen

        (3) 13.11.18 - 16:11

        Hallo,
        Erst einmal zurückstufen bei Dyskalkulie bringt gar nichts.
        Aus welchem Bundesland kommt ihr? Zurückstufen ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Mal können dies die Lehrer entscheiden, mal müssen dies die Eltern beantragen. Mal ist es nach den geraden Jahren Lehrerwillen und mal nach den ungeraden. Da würde ich mich schlau machen.

        Meiner Tochter hat es geholfen, dass der zuständige Schulpsychologe die Lehrer zur Dyskalkulie beraten hatte. In Zeiten von Integration und Inklusion bekommt meine Tochter, nur in Mathe, andere Klassenarbeiten.
        Der Einzeltisch kann helfen.

        Aufarbeitung dauert je nach Ausprägung Jahre. Viele Jugendämter zahlen die Therapie erst, wenn das Kind massiv und eindeutig von einer seelischen Behinderung bedroht ist. Schulschwänzen und Depressionen gelten als eindeutig.

        Gruß Sol

        • (4) 13.11.18 - 18:03

          Wir kommen aus NRW. Ich werde mich mal schlau machen, bisher sprach die Lehrerin aber immer von einem "freiwilligen" Rücktritt. Ich vermute das die Eltern es also beantragen müssen, zumindest in der Schuleingangsphase.
          Die Lehrerin wartet ja eigentlich nur auf unser Okay. Das möchte ich ihr aber absolut nicht geben.

          • (5) 13.11.18 - 18:38

            Komme aus RLP daher weiss ich nicht,
            ob es bei euch anders ist.

            Bei uns müssen die Eltern einen Antrag auf "Nachteilsausgleich" stellen bei LRS und dys. Das Kind bekommt dann differenzierte Aufgaben und eine angemessene Bewertung.

            Wenn sie sonst gut mitkommt im Unterricht halte ich eine Rückstufung für falsch.

      Hallo,

      Der Text deiner Tochter könnte von uns sein.

      Ich schreibe dir mal unseren weg auf. Vielleicht kann ich dir etwas Mut machen.

      Bei uns fing auch alles in der 2 Klasse an. Wir ließen unsere damals 7 jährige Tochter in einem Spz testen und es steĺlte sich eine massive Dyskalkulie heraus. Es waren wirklich richtig, richtig schlechte Ergebnisse.

      Wir haben direkt 2 Tage später mit einer speziellen Dyskalkulietherapeutin angefangen zu üben. Dieses kostet leider einiges an Geld. Aber wenn es hilft, ist es gut. Die beiden haben wirklich bei 0 angegangen. Klötzchen legen, ganz viel über Mengen Verständnis. Wirklich Stoff aus der ersten Klasse. Anfang dieses Schuljahres in der 3 .klasse hat sie ihre erste Arbeit geschrieben, die benotet wurde und obwohl sie total nervös war. Kam sie mit einer 2 nachhause. Wir waren alle so stolz und sie am meisten.


      Ich möchte dir nur sagen. Lass dich nicht verunsichern. Sag der Lehrerin das du möchtest das sie die Zeit bekommt für die Therapie und Ende des 2 Schuljahres könnt ihr euch nochmal zusammen setzten. Wenn sie zurückgestuft wird, bringt das einfach nichts. Weil es das Problem nicht ändert. Ausser das die Lehrerin sich nicht mehr kümmern muss, sondern jemand anderes.

      Lasst euch nicht untergekommen.

      Übrigens wir kommen auch aus NRW und einen geregelten Nachteilsausgleich gibt es nicht. Du kannst bei der Schule nachfragen ob sie euch entgegen kommen. Dann bekommt sie mehr Zeit bei arbeiten oder wird in Mathe nicht benotet. Aber das liegt im Ermessen der Schule. Wir haben es damals abgelehnt und wollten erstmal schauen was die Therapie bringt.

      Hallo,

      rechtlich gesehen braucht sie in NRW deine Zustimmung, ansonsten kann sie dein Kind erst am Ende der zweiten Klasse zurückgehen lassen.

      Die Frage ist: BRINGT dir das etwas?

      28 Kinder in einer Klasse sind tatsächlich eine Hausnummer. Vor allem, wenn es keinen Sonderpädagogen oder wenigstens einen Praktikanten gibt, der mit deinem Kind mal in Ruhe ein paar Übungen machen kann. Das Problem ist nämlich: Es gibt sehr gutes Anschauungsmaterial für Dyskalkulie Kinder, ABER! das Kind muss zu Beginn sehr eng angeleitet werden, bis es den Umgang damit beherrscht.

      Ich hatte mal ein Kind mit Dyskalkulie in der Klasse, das drei Jahre in der Eingangsstufe verbracht hat und bei dem das die richtige Entscheidung war. Gut, bei diesem Kind kam noch die Scheidung der Eltern dazu, die verarbeitet werden musste. Und ausserdem arbeiten wir jahrgangsübergreifend, das ist ein grosser Vorteil, denn dann muss das Kind die Lerngruppe nicht wechseln.

      Aber. Durch dieses Jahr mehr Zeit konnte das Kind tatsächlich in der dritten Klasse normal mitschwimmen und auch benotet werden. Es stand dann solide 3 in Mathe, und das hätte zu Beginn des 2. Schulbesuchsjahrs NIEMAND gedacht. Inzwischen ist sie auf der Realschule die Klassenbeste (wahrscheinlich nicht in Mathe, aber insgesamt) und wird evtl. aufs Gymnasium wechseln.

      Vielleicht findet deine Tochter in der ersten Klasse eine Lehrerin, die sie besser begleiten kann? Vielleicht ist die Klasse auch kleiner? Dann wäre das durchaus eine Überlegung wert!

      Ich habe bei Dyskalkulie Kindern gute Erfahrungen gemacht mit dem Material von Montessouri, damit sie sich vom zählen lösen. Allerdings nutze ich nicht das Original Perlenmaterial, und zwar aus einem ganz praktischen Grund: Das hat Ösen an den Seiten und der Zahlenvergleich funktioniert dann bei Rechenaufgaben nicht.

      Ich mache das so (kannst du zu Hause selbst machen):
      Ich erstelle kleine Rechenstreifen aus Pappe. Statt Perlenketten haben die Kinder Pappstreifen mit Kästchen zum abzählen. Die Rechenstreifen haben die gleiche Farbe wie die Montessouri-Perlen: 1=rot, 2=grün, 3=rosa, 4=gelb, fünf=hellblau, sechs=lila, sieben=weiss, acht=braun, neun=dunkelblau und 10=orange.

      Dann kannst du mit deinem Kind mit den Streifen hantieren: Es legt den orangen 10-er Streifen vor sich hin. Du legst den Sechserstreifen drunter. Wie viel fehlt bis zur 10?

      Am Anfang zählen die Kinder natürlich. Aber irgendwann haben sie die Länge der Streifen und die Farben so verinnerlicht, dass sie ganz schnell zum richtigen Streifen greifen.

      Das Ganze kannst du auch nutzen, wenn du den Zahlenraum erweiterst.

      Das Gute ist - im Gegensatz zu dem "normalen" Anschauungsmaterial, das ich bisher verwendet habe: Die GANZE Zahl ist sofort verfügbar. Die Kinder müssen nicht mehr drei und sieben Plättchen abzählen, wenn sie drei plus sieben rechnen. Sie lösen sich dadurch viel eher von der Zählerei, ein Gespür für die Grössen baut sich viel besser auf.

      Das hier sind die Original-Perlen von Montessouri:

      https://www.ebay.de/i/332711127743?chn=ps

      Aber wie gesagt, die dämlichen Ösen machen Grössenvergleiche bei plus unmöglich. Und bei minus lege ich mit dem Kind die Streifen übereinander und wir gucken, was übrig bleibt - auch das wird bei Perlen schwierig.

      Ich wünsche euch alles Gute!

      LG

      • Hallo!
        Zum eigentlichen Thema kann ich leider nichts beitragen, aber die Idee mit der Veranschaulichung Finde ich sehr hilfreich. Meine eine Tochter hatte zwar keine Dyskalkulie, aber hat sich sehr schwergetan, das Rechnen mit Zehnerübergang zu verstehen. Ich habe gemerkt, dass sie sich die Zahlen einfach nicht vorstellen konnte. Mit Rechenstäbchen, ähnlich wie die von ilva08 beschrieben, fiel es ihr sehr viel leichter. Wir haben die Stäbe allerdings nicht selber gebastelt, sondern einfach welche bestellt: Rechenstäbchen Montessori-Material-Würfelmaterial. Damit konnten wir ihr die Thematik wahrsten Sinne des Wortes „begreiflich“ machen. Hat wirklich Wunder bewirkt!
        LG

        • Ah, danke für den Link - die kannte ich noch nicht! Hatte schon überlegt, normale DINES Zehnerstäbe zu kaufen, zu sägen und anzumalen. ;-)

          Dann habe ich aber in einem Werk über Dyskalkulie gelesen, dass Rechenstäbe ohne Einkerbungen den Vorteil haben, dass die Kinder gar nicht mehr zählen können. Diese Stäbe ohne Kerbung sollte man nutzen, wenn das Kind schon "weiter" ist.

          Und da habe ich dann mit meinen Pappstreifen "2 in1". Da diese nämlich nur vorne mit Kästchen bedruckt sind, kann ich sie einfach umdrehen. :-p


          LG

    Hallo,

    zum einen kann die Lehrerin nicht mitten im Schuljahr entscheiden, das Kind eine Klasse tiefer zu tun. Da habt ihr Eltern das letzte Wort. Mein Sohn hat eine Konzentrationsstörung und sackte auch in seinen Leistungen ab. Da hatten wir mit der Lehrerin das Gleiche Problem. Hier waren die Probleme auch nur in Mathe. Ich habe der Lehrerin klipp und klar gesagt, dass wir Eltern entscheiden in welche Klasse unser Sohn geht und er definitiv nicht zurück gestuft wird. Außer, er schafft am Ende des Jahres die Versetzung nicht. Ebenso habe ich mitgeteilt, dass wir das Problem kennen, eine Diagnostik läuft, das Kind in Behandlung ist und ich keine weiteren Gespräche wünsche, sollten sie eine Rückversetzung in die untere Klassenstufe beinhalten. Als nächstes war ich bei der Schulleitung, habe die Diagnose mitgeteilt und auch ein Schreiben des Psychiaters, in dem die Diagnose bestätigt war und welche Maßnahmen nun geschehen um das Problem zu lösen. Ebenso wurden diverse Vorschläge gebracht, um dem Kind zu helfen oder einen Nachteilsausgleich zu bekommen. Beim Psychiater habe ich von dem Vorschlag des Klassenwechsels berichtet. Dieser sagte, dass das totaler Blödsinn ist. Dem Kind mangelt es ja nicht an Intelligenz, sondern es hat ein Defizit. Dieses hätte es in jeder anderen Klasse auch. Außerdem hielt dieser es für bedenklich für die kindliche Psyche. Dies hat er dem Direktor auch in seinem Schreiben mitgeteilt. Der Schulleiter hatte dann die Aufgabe, dies seinen Kollegen mitzuteilen.

    LG
    Michaela

    • (12) 17.11.18 - 08:46

      *Beim Psychiater habe ich von dem Vorschlag des Klassenwechsels berichtet. Dieser sagte, dass das totaler Blödsinn ist.*

      Mal ganz ab von der Frage, ob die Wiederholung jetzt bei deinem Kind sinnvoll gewesen wäre oder nicht (auch Lehrer können irren).

      Diesem Psychiater wünsche ich eine Horde von Lehrern an den Hals, die ihm erklären, welche seiner Patienten-Kinder ADHS Medikamente brauchen und welche nicht. Und in welcher Dosierung am besten gleich mit. #schein

      Dann lernt dieser Schuster vielleicht, bei seinen Leisten zu bleiben.

      LG

(13) 14.11.18 - 07:22

Morgen.

Bleib auf deinem Weg, schon deinem Kind zuliebe.

Ich hatte es auch genau in dieser Zeit mit einer meiner Töchter durch. Nur dass sie keine Defizite in diesem Sinne hatte, sie hatte das ADHS-Träumerle. Somit schaltete sie einfach ab und kam dadurch in Deutsch nicht mit bzw. verpasste dann eben die Aufgabenstellung. Somit drängte die eine Lehrerin auch auf Rückstufung. Muss dazu erklären, es war eine Flexklasse, in der eine Zwischenklasse errichtet werden sollte, d. h. Kinder werden extra gefördert in eine sogenannte Zwischenklasse. Diese konnten sie nur errichten, wenn entsprechende Schüleranzahl mit Defiziten vorhanden waren. Und genau für diese Klasse fehlte noch eine Schülerin/Schüler. Und dieses sollte meine Tochter dann "werden". Ich habe dagegen gehalten, weil sie ja keine Defizite hatte, sondern eben nur träumte. Aber in der 1. bzw. 2. Klasse noch völlig normal. Ich habe natürlich dagegen gehalten und da fing die Mobberei an. Führte dahin, dass meine Tochter nicht mehr in die Schule ging. Wir sind dann bis zum Schulamt gegangen, da die Direktorin nicht hinter uns stand. Psychologischer Test sagte aus, dass sie auf keinen Fall zurückgestuft werden sollte, denn sie hat das Wissen, muss nur an die Konzentration arbeiten. Und somit sind wir dann eben in eine Therapie mit ihr reingerutscht, was ihr sehr geholfen hatte. Auch sollte sie in die LRS-Schiene geschoben werden. Brauchte sie aber nicht mehr, da durch die Therapie die Fortschritte schnell ersichtlich waren. Später (durch einige Eltern) habe ich erfahren, dass die bestimmte Lehrerin eben versuchte, diese Zwischenklasse zu eröffnen und suchte dann nach eben anderen Kindern. Die Eltern von diesen Kindern waren auch verwirrt, waren aber wahrscheinlich verunsichert dagegen zu halten. Meinem Kind hat es sehr geholfen, da sie zur 3. Klasse dann eben richtig durchstartete (Klassenlehrerwechsel). Diese Lehrerin wurde abgemahnt, weil sie eben nicht immer den Dienstweg gegangen ist.

Ich will damit sagen, hör auf deine Gefühle und auf das Wissen deines Kindes. Sie hat nur dieses Defizit, welches man mit Therapie und Förderkursen dämpfen kann.

Alles Gute und viel Kraft. Trau deinem Kind.

LG

(14) 14.11.18 - 08:25

Guten morgen,

mein Sohn hat auch Dyskalkulie, aber zum Glück war es eben seine Lehrerin die uns in der 2. Klasse darauf gebracht hat und ihn bis zum Ende der GS toll unterstützt hat.

Mach mit der Lehrkraft einen Gesprächstermin aus, zeitnah. Im Idealfall auch mit der Schulleitung dazu und für dich auch eine 2. Person die mitkommt.
Lege nochmal dar was ihr jetzt alles angeschoben habt und das deine Tochter auf keinen Fall in die 1. Klasse zurück geht. Das würde sie nur zusätzlich belasten und in den anderen Bereichen hat sie ja offensichtlich kein Problem.

Lass dir von der Förderkraft Material empfehlen mit dem diese auch arbeitet. Zudem hat unser Sohn damals immer Mini Aufgaben für zu Hause bekommen (tgl. 5-10 Min.)
Wir sind auch aus NRW und einen Nachteilsausgleich gibt es nicht.

Aus meiner Erfahrung ist noch eines ganz wichtig. Zeig deiner Tochter wie toll sie ist, was sie alles gut kann. Mathe ist wichtig im Leben, aber eben nicht alles.
Unser Sohn ist inzwischen 12,5 Jahre alt und in der 7. Klasse einer Realschule. Dort in der bilingualen Klasse (Englisch) da Sprachen ihm sehr liegen und er sich dort Bestätigung holt.
Mathe ist immer ein Thema, wird es immer bleiben und wir freuen uns über jede hart erarbeitete 4. Mündlich ist er super und bemüht sich. Wir sind von Anfang an offen damit umgegangen. Seine Mitschüler wissen davon und auch seine bisherigen Mathelehrer waren/sind immer auf seiner Seite #pro

LG
Tanja

(15) 15.11.18 - 22:52

Mein Sohn hat das auch, wir wollten ihn zurück versetzten weil er zusätzlich noch eine Legasthenie hat aber da hat bis jetzt keine Schule mitgespielt.

Durch Geometrie konnte er sich immer auf eine 5 retten, also Klassenziel erreicht. Er ist jetzt in der 8. Klasse und Mathe ist Horror, wir haben 3 Jahre die Dyskalkulie Therapie gemacht und auch grösstenteils selber bezahlt, hat genau 0 gebracht auch wenn die Therapeutin immer meinte bei 90% der Kinder hilft es. Ich kenne kein Kind wo es wirklich geholfen hat.

Denkst du es würde ihr helfen das Jahr zu wiederholen? Ich sehe das bei meinem Sohn, die Defizite seid der 1. Klasse verschleppt wurden, da half auch keine Therapie oder Nachhilfe. Im Moment geht er 4 Stunden wöchentlich zur Nachhilfe und mit etwas Glück bekommt er vielleicht eine 4, das passt für uns.

Wir wären froh gewesen wenn wir ihm noch 1 Jahr hätten geben können. Ihr könnt auch eine Notenaussetzung beantragen, das hilft vorübergehend, das hatten wir in der 3. Klasse in Deutsch, das brachte etwas Ruhe rein, allerdings ändert es nichts am Problem.
Mein Sohn durfte im Unterricht immer Hilfsmittel benutzen, in den Proben allerdings nicht das hatten wir mit dem Lehrer vereinbart.

Ich drücke euch die Daumen das die Therapie was bringt denn spätestens mit dem 1*1 wird es die Hölle für euch und deine Tochter.

LG
Visilo

Schau dir mal www.meistercody.com an. Das ist von der Uni Bochum entwickelt worden für Dyskalkulie und LRS. Vielleicht wäre das was?

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