Kind (fast 8) randaliert

    • (1) 19.11.18 - 15:18

      Hallo erst mal. Mein 3. Kind ist jetzt in der 2. Klasse. Er wird 8 in 2 Wochen. Heute hat mich die Schule angerufen, weil er randaliert hat. Er hat die Lehrer und die Sekretärin getreten, um sich geschlagen und rum gebrüllt. Ich sollte ihn sofort abholen. Hab ich auch getan und ihn dann mal als erstes gefragt was los gewesen ist. Er sagte er wäre in der ersten Pause von 2 Jungs in den Dreck geworfen und getreten worden.

      Der ausraster war aber zur letzten Stunde. Dies ist jetzt schon das 2. Mal und ich habe es ihm beim ersten mal schon erklärt was das die Konsequenzen nach sich ziehen kann. Beim ersten mal hat er von der Schule 1 Tag schulverbot bekommen (keine Strafe wie ich finde)

      Jetzt bekommt er von der Schule keinerlei Strafen und ich Frage mich wie ich am besten reagieren soll. Entschuldigen bei den beteiligten finde ich in jedem Fall angebracht und der armen Sekretärin, die ihn beaufsichtigen musste bis ich da war, soll er morgen ne Kleinigkeit mitbringen.

      Aber welche Konsequenz soll er bekommen? Bin da etwas ratlos . Die Schule meinte das sie sich mit dem Jugendamt evtl auseinander setzen müssen deswegen.

      Ansonsten ist er in der Schule ein lieber , aufmerksamer Schüler, der gut mitkommt mit dem schulstoff.

      LG

      • Hallo Zuckerzicke

        Hmmm, also mich würde an deiner Stelle vor allem interessieren, wie es dazu gekommen ist, dass er so ausgerastet ist.
        Er sagt, in der ersten Pause sei er getreten und in den Dreck geworfen worden. Waren das denn Kinder, mit denen er schon öfter Probleme hatte? Und was ist danach passiert? Hat er das jemandem erzählt? Wurde darauf irgendwie reagiert? Vielleicht hat er die Situation in sich hinein gefressen und ist dann wegen einem Kommentar oder Ähnlichem explodiert. Das sind sehr wenige Infos.
        Wenn die Schule schon mal mit einem Tag Schulverbot reagiert hat, ist aber ja sicher schon öfter etwas vorgefallen. Schulausschluss ist ja schon ein drastisches Mittel.
        Dass er sich bei der Sekretärin entschuldigt finde ich zwar richtig, ich würde aber dennoch nach dem Hergang des Ganzen fragen. Es rastet ja niemand völlig unbegründet aus. Wie ist das denn zu Hause? Hat er da Schwierigkeiten mit Frust umzugehen und wird aggressiv?

        Lg

        (3) 19.11.18 - 15:52

        Hallo,

        Wie lange ist der erste Ausraster her?
        Hat er auch zu Hause Ausraster?
        Was passiert normalerweise wenn er ungerecht behandelt wird?

        Ich glaube nicht das der Ausraster an dem Vorfall liegt, den er genannt hat. Ich glaube aber das er selbst das als Grund wahrnimmt. Ihr müsst den eigentlichen Grund finden.

        Zeige und erkläre ihm bitte Alternativen. Vom Kopf her wissen und im eigenen Handeln beachten sind zwei paar Schuhe.
        Ich hatte als Kind diese Ausraster und die Konsequenzen der Erwachsenen haben mir Null geholfen. Es gab für mich nur diese Konsequenzen. Niemand hatte sich die Mühe gemacht heraus zu finden warum ich ständig ausgerastet bin.

        Aggressives Verhalten kann körperliche Ursachen haben.
        Was machen seine Vitamin Werte , seine Schilddrüsenwerte und sein Blutzucker?

        Gruß Sol

        • (4) 19.11.18 - 15:57

          Er ist zu Hause auch am rum brüllen und irgendwo gegen treten wenn ihm was nicht gefällt. Der erste ausraster ist ein paar Wochen her.

          Die Kinder die ihn in der ersten Pause geärgert haben, triezen ihn öfter auf dem Heimweg. Die bekommen dann ne Ansage und evtl Ne schreibarbeit und das war's.

          Zu Hause ist er seit ungefähr einem Jahr so. Seine Blutwerte sind alle in Ordnung. Ich weiss also nicht woran es liegt. Aber ich würde ihn so gerne helfen .

          • (5) 19.11.18 - 16:22

            Habt ihr Platz für einen Boxsack? Da könnte er dann gegen hauen. Falls ihr einen Kamin habt könnte er Holz hacken. Oder er beginnt mit einem anderen Sport.

            • (6) 19.11.18 - 17:07

              Platz für einen boxsack haben wir. Ist eine gute Idee. Bringt ihm nur in der Schule nichts. Sport ist schwierig bei ihm , da er von Geburt an Muskel hypoton, also Muskelschwach ist. Nach kurzer Zeit körperlicher Betätigung hat er leider Schmerzen

          (7) 19.11.18 - 17:22

          Geringe Frustrationstoleranz und keine Ahnung, wie er damit umgehen soll.
          Evtl wurde ihm von euch immer alles abgenommen und oder durch euch geklärt oder geschlichtet.
          Seit einem Jahr geht das so zu Hause? Dann ist ja klar, dass sich das irgendwann auch auf andere Bereiche ausweitet.
          Welche Konsequenzen hat er zu Hause?

          Suche einen Therapeuten der mit euch allen arbeitet.

          • Wir haben ihm nie alles abgenommen. Sondern ihm immer zuerst alleine probieren lassen.

            Seit dem er in die Schule geht, also seit September letzten Jahres, ist er so agressiv geworden.

            • (9) 19.11.18 - 18:23

              Das glaube ich dir. Aber irgendwoher muss das ja kommen und wenn es sich ausweitet müsst ihr was machen.
              Deshalb der Vorschlag mit dem Therapeuten.

    Ausrasten und Treten klingt nach starken Frustabbau....ihr müsst herausfinden woher es kommt, was die Ursache dafür ist.
    Macht euch einen gefallen und macht einen Termin beim Kinderpsychologen, damit könnt ihr wahnsinnig punkten, wenn es wirklich zu einem Jugendamtbesuch kommt.

(14) 19.11.18 - 17:49

Hi,
Unterrichtsausschluss dient auch dazu, andere vor einem Kind zu schützen🤔, ausrastende und um sich schlagende Kinder sind u.U. nicht beschulbar und können der Schule verwiesen werden, da ist ein eintägiger U-Ausschluss eine der ersten Stufen.
Kinder, die sich auch ggü. Erwachsene nicht regulieren können, sind doch eher die Ausnahme. Ich denke, dass bei eurem Sohn etwas im Argen liegt und bevor er richtig Probleme bekommt, würde ich ihn dochmal bei Profis vorstellen.
Die Schilddrüsenwerte beim KiA sind wohl nicht allzu aussagekräftig, vielleicht doch nochmal zum Spezialisten. Eine Kollegin von mir schwört drauf, dass wenn die Schilddrüsen anständig untersucht und behandelt würden, dass sich viele ADHS-Fälle erledigen würden. Vielleicht ist was dran (auch wenn sie nur Lehrerin mit familiärer Leidensgeschichte ist).

vlg tina

  • (15) 19.11.18 - 18:15

    " Eine Kollegin von mir schwört drauf, dass wenn die Schilddrüsen anständig untersucht und behandelt würden, dass sich viele ADHS-Fälle erledigen würden. Vielleicht ist was dran (auch wenn sie nur Lehrerin mit familiärer Leidensgeschichte ist)."

    Bei Erwachsenen muss/sollte die Schilddrüse in der Tat aussagekräftig geprüft (und ggf. eingestellt sein), damit eine ADHS-Diagnose möglich ist.

    ADHS selbst ist oft erblich und hat andere Faktoren. Aber es stimmt durchaus, dass außer Rand und Band geratene Schilddrüsenwerte, Diabetis, Hirntumore und andere Erkrankungen ADHS-ähnlich zeigen können.

    Bei der erwachsenen ADHS-Diagnose sind hierzu einige Bluttests und Komplett-Durchchecken lassen ein Teil der Diagnostik. Find ich gut :-)

    (16) 19.11.18 - 21:17

    Da gebe ich deiner Freundin Recht. Bei mir waren die Schilddrüsenwerte vor 2 Jahren total durcheinander. Es kam im Prinzip schleichend. Ich war nervös, dauernd gereizt, war ruhelos und rastlos, hatte massive Konzentrationsprobleme und war auch ganz schnell auf 180. Als dann Herzrhythmusstörungen dazu kamen, ging ich zum Hausarzt. Dieser tippte sofort auf die Schilddrüse. Er schickte mich aber gleich zu einem Spezialisten und sagte mir, dass er das weder richtig diagnostizieren noch behandeln könne. Nachdem ich richtig eingestellt war, fühlte ich mich wie neugeboren.

(17) 19.11.18 - 18:05

Bei der Art der Konsequenzen achte ich auch darauf
- wie kam es dazu
- wie war mein Kind in der Lage oder auch nicht

Bsp. wütend, bewusstes Treten. Klare Konsequenzen, deutliche Ansagen
- zwar auch darüber reden und in Ruhe andere Verhaltensweisen aufzeigen, jedoch deutlicherer Ausdruck, dass absichtliches Treten ein NO GO ist.

Verzweifeltes um sich treten, brüllen vor Verzweiflung, neben sich stehend, selbst nicht mitbekommen, was das eigene Verhalten betrifft:
- Konsequenzen ja, aber etwas andere
- in Ruhe !! reden (was braucht mein Kind, was war los, wie kam es dazu)
- evtl. mit Lehrern, Kinderarzt etc. sprechen

kommt es häufiger vor, wie kommt es soweit, dass ein Kind "weggetreten" sein kann. Wie belastend war die Situation, was ist vorgefallen.
Welche Form von Hilfe braucht das Kind (um künftig nicht mehr wegzutreten, sondern bewusster - und anders - handeln - zu können)

(18) 20.11.18 - 16:56

Vermutlich bekommt er bis jetzt immer seinen Willen, kann daher mit Ablehnung nicht umgehen und kennt auch keine Konsequenzen.

Es sollte sofort eine harte Reaktion zuhause erfolgen, beispielsweise 2 Wochen kein Fernsehen / Treffen mit Freund / am Tablet spielen etc, also irgendwas was er sehr gerne macht. Auch wenn das ein sportliches Hobby ist. Diese Konsequenz auf gar keinen Fall aufweichen, auch wenn er noch so jammert und sich gebessert zeigt

  • (19) 21.11.18 - 10:43

    Damit ist der Ursache leider nicht geholfen.
    Man sollte dem Kind aufzeigen, wie es mit Frust, aggression, wut anders umgehen kann!
    Das bestrafen hilft dem Kind da leider wenig!

(20) 20.11.18 - 22:14

Hallo,

wenn Ihr es Euch leisten könnt, würde ich mir an Eurer Stelle einen Kinderpsychiater suchen, den Ihr privat zahlt.

Dann habt Ihr nämlich spätestens in drei Wochen einen Termin, und so, wie Euer Sohn sich aufführt, kann er in drei Monaten schon von der Schule geflogen sein.

Hier an der Grundschule gibt es eine Reihe von gewalttätigen Kindern. Unser Sohn hatte auch mal eine Phase, wo er aggressiv war, aber ich habe in den sechs Jahren, die ich diese Schule kenne, nur ein einziges Kind erlebt, das nach Lehrern getreten und geschlagen hat. Da gab es den Verdacht, dass es Autist war, und die Eltern haben es von der Schule genommen, bevor es rausgeworfen wurde.

Das war übrigens ein ausgesprochen netter Junge, so lange man ihn nicht geärgert hat. Aber solche Situationen kommen an Schulen nunmal vor, und Kinder die dann so extrem ausrasten, sind gefährlich.

Als unser Sohn zu Höchstformen auflief, was schlechtes Benehmen anging, gab es tagelang Verabredeverbot und zwar ohne Fernsehen oder Computer. Das fand er nicht witzig.
Aber bei ihm gab es einen Grund, warum er so gefrustet war und nachdem wir den gefunden und beseitigt hatten und er außerdem ein paar Therapiestunden, wie man mit Frust umgeht, hinter sich hatte, war sein Verhalten in der Schule wieder in Ordnung.

"Beim ersten mal hat er von der Schule 1 Tag schulverbot bekommen (keine Strafe wie ich finde) "

Das ist die Warnung an Euch, aktiv zu werden, bevor Euer Sohn komplett von der Schule fliegt...

Ich fände es auch sinnvoll, wenn die Kinder bei umfangreicherm Fehlverhalten etwas schreiben müssten, warum sie XY gemacht haben und warum es schlecht war, dass sie es getan haben, aber hier an der Grundschule gibt es so etwas auch nicht. Das macht nur das Gymnasium unserer Tochter.

LG

Heike

(21) 22.11.18 - 20:44

Hallo,

*Beim ersten mal hat er von der Schule 1 Tag schulverbot bekommen (keine Strafe wie ich finde)*

Der Fehler liegt dann bei dir.
Ein Kind, das für einen Tag suspendiert wurde, sollte nicht "frei bekommen".
Besser wäre es gewesen, mit ihm den Schulstoff nachzuarbeiten UND aufzuarbeiten (schriftlich!), was vorgefallen ist und wir er seine Probleme beim nächsten Mal regelkonform lösen kann.

Ansonsten hast du schon einige hilfreiche Tipps bekommen.

LG

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