Marburger Konzentrationstraining

    • (1) 30.11.18 - 21:55

      Ich hab hier das manual dazu liegen und finde es einfach toll.
      Jetzt meine Frage: hat jemand von euch erfahrung damit? Hat es euren kindern geholfen? Und wer hat es durchgeführt? Kinderpsychotherapeut? Ergotherapeut? Lerntherapeut?
      Bezahlt das die Krankenkasse?
      Die Schulung für das Training kostett 380EUR und würde 2 Tage dauern. Hinzu kämen Kosten für Unterkunft und Fahrt. Mein AG übernimmt das nicht, da es nicht in unseren Leistungen vorgesehen wird (Berufseinstiegsbegleitung) wobei der großteil meiner schüler davon profitieren könnte. Ich lese mich momentan nur durch und schau, wie ich es anbringen kann.

      Mein Sohn hat ADS und ich finde dass es ihm helfen würde. Aber ich bin seine Mama, nicht seine Therapeutin.... an wen tritt man da heran?

      • Unser Sohn hat das Training bereits mehrfach gemacht und nimmt jedes mal wieder etwas mit. Durchgeführt wurde es einmal in der Ergo, einmal in einer sozialpädagogischen Praxis, einmal von einer Therapeutin (ich weiß gar nicht mehr welche Qualifikation sie hatte) in einem Familienzentrum. Zweimal davon haben wir selbst bezahlt.

        Unserem Kind hilft es. Auch die Wiederholung. Es waren einmal ca 12, einmal 9 Monate dazwischen. Wir haben im Auge es nächstes Jahr noch mal zu machen.

        Wir selbst setzen bestimmte Dinge im Rahmen der Hausaufgaben um: Erst bewegen, dann runter kommen, Störfaktoren möglichst abstellen (Pipi, Durst, zu kalt.....), Sachen auspacken, Aufgaben erfassen und genau benennen was zu tun ist, Punkt für Punkt abarbeiten, Selbstkontrolle, loben!! Wir haben diese Zettel zum Punkte sammeln und eine Schatztruhe mit kleinen Geschenken/Gutscheinen zum aussuchen.

        In der Theorie hört sich das (für mich) toll an. In der Praxis ist es ein Weg. Und der wird für unser ADS Kind einfacher. In der Schule gibt es mittlerweile auch Besserung. Dort wurde ihm entgegen gekommen (Einzelplatz). Und seitdem kann er immer besser mit diesem Schema die Aufgaben angehen.

        (3) 30.11.18 - 23:04

        Mein Sohn hat es durch, er fand es weder schlecht noch hat es ihm geholfen, es waren nette Nachmittage, nicht mehr und nicht weniger. Bei uns hat es die Kasse bezahlt und ein Ergotherapeutin hat es gemacht. Mein Sohn konnte aber das Erlernte aus einer 5er Gruppe nicht auf eine absolut überdrehte, tobende 28 er Klasse übertragen. Im ruhigen Rahmen war es gut aber im realen Schulalltag wo die Kinder über Tische und Bänke gingen hat es nichts genützt.

        LG
        Visilo

        • (4) 01.12.18 - 09:44

          Hallo,

          das sind meine Gedanken zu solchen Trainings.

          Zu Hause sagt man den Kindern auch als Eltern, dass sie alle Sachen, die sie brauchen, auspacken und sich erstmal einen Überblick verschaffen sollen usw.
          Ich denke, dafür brauchen die meisten Kinder keinen Kurs.

          Das Problem bei ADS-Kindern ist aber die unruhige Klasse, in der sie sich von allem ablenken lassen.

          Realistisch wäre, solche Trainings irgendwo durchzuführen, wo ähnlich viel Unruhe herrscht.

          In meiner Abteilung (IT) wird es übrigens schon auf Dauer für nicht zumutbar erachtet, wenn vier Kollegen in einem Büro sitzen, obwohl da schlimmstenfalls jemand im ruhigen Tonfall telefoniert oder sich mit einem Kollegen unterhält, und keiner über Tische und Bänke hopst, mit Dingen wirft und seine Mitmenschen ärgert.

          LG

          Heike

          • (5) 01.12.18 - 11:25

            Ziel des Trainings ist ja auch, dass die Kinder Strategien erlernen in der Schule oder sonstwo die gestellten Aufgaben in angemessener Zeit zu bewältigen. Da kann man wunderbar zu Hause trainieren. Das es für Kinder mit ADS in der Situation im unruhigen Klassenverband nicht direkt umzusetzen ist, das ist doch irgendwie logisch. Wenn die Strategie im optimierten Umfeld trainiert ist und automatisiert wurde, dann kann es durchaus hilfreich sein. Sicher nicht immer. Aber zum Beispiel bei Klassenarbeiten, wenn es denn hoffentlich ruhiger im der Umgebung ist. Das ist unsere Erfahrung. Kein Allheilmittel, aber durchaus ein sinnvoller Baustein von vielen.

      (6) 01.12.18 - 08:34

      Hallo,

      mein Sohn hat eine Konzentrationsstörung. Bei ihm wurde das Marburger Konzentrationstraining bei der Ergotherapie gemacht. Gebracht hat es gar nichts. Geschadet hat es aber auch nicht. Meine Freundin hat mit ihrer Tochter aber sehr gute Erfolge dadurch erzielt. In der selben Ergotherapie. Ich denke, der Erfolg ist bei jedem Kind individuell.
      Hier haben am besten Konzentrationsübungen Zuhause geholfen. Die ganz banalen, die man im Internet als PDF zum Ausdrucken findet. Das hat seine Konzentrationsspanne erheblich erweitert.

      LG
      Michaela

    • Hi,

      mein Mittlerer hat(te) ADS in leichter Form und er hat das Marburger Konzentrationstraining bei der Ergotherapie gemacht, die vom Kinderarzt verschrieben wurde.
      Hat ihn ein Stück weiter gebracht, aber irgendwann stagnierte das und wir haben die Therapie beendet.
      Jetzt, mit 13, hat er überhaupt keine Konzentrationsprobleme mehr und von ADS ist auch nicht mehr die Rede.

      lg

      • Das liest sich super. Meinst du sein ADS hat sich quasi verwachsen? Unser mittleres Kind hat diese Diagnose erhalten. Meine persönliche Einschätzung ist auch 'eine leichte Form'. Er ist ein ehrgeiziges und kluges Kind. Daher hoffe ich auf diese Eigenschaften und den Faktor Zeit. Er möchte sich konzentrieren können wie es sich viele andere in seiner Klasse schaffen.

        • Es war eine bittere Zeit...es fing quasi in der 1. Klasse an und ich bin die ganze Grundschulzeit immer wieder in der Schule gewesen, zum x.ten "Ihr Sohn hat xyz gemacht" Gespräch. Es gab ständig Anrufe, weil er den Unterricht gestört hat, rumgelaufen ist, Geräusche von sich gegeben hat und die ganze Klasse genervt hat.
          Die Muttis haben sich zusammen gerottet, weil ihre Kinder sich nicht konzentrieren konnten wegen meinem Sohn--es war schrecklich.
          Aber--ich habe eine stetige Verbesserung gesehen. Er hat immer weiter an sich gearbeitet und sich immer weiter entwickelt. In der 4. Klasse wurde es dann etwas besser, so dass wir es gewagt haben, ihn am Gym anzumelden (er hat einen getesteten IQ von 131). Aber das ging da total schief, er war überfordert und zwar nicht zu knapp. Dazu kam dann noch Migräne mit Erbrechen und wir haben ihn wieder runter genommen auf eine Gesamtschule.
          Dort blüht er seitdem auf und neuerdings hat ihn auch der Ehrgeiz gepackt, dass er nicht nur auf Hauptschulniveau arbeiten will, sondern in die E-Kurse will. Die Noten sind dementsprechend, sodass er im nächsten HJ auf jeden Fall wechseln kann.
          Er ist ruhig geworden, konzentriert und weiß auch ganz genau, was er will.
          Ich würde also sagen, dass sich sein ADS verwachsen hat. Ich wünsche deinem Kind viel Glück!

    Du fragst ob sich die Fortbildung für DICH lohnt. Das dein Sohn ADS hat ist nur Zufall und hat eigentlich nichts mit der Frage zu tun? Habe ich das so richtig verstanden?

    Ich arbeite an einer Grundschule und mir hat die Fortbildung Marburger Konzentrationstraining sehr geholfen und zwar doppelt. Zum einen im Umgang mit den Schülern und zum anderen hat sich meine innere Einstellung verändert.

    Ich habe auch 380 Euro gezahlt,sie aber als Steuerrückzahlung zurück bekommen.

    • Falls ich das training eh selbst bezahlen muss würde ich das gegenrechnen und abwägen, ob es besser ist, es selbst durchzuführen, oder von wem anders zu machen.
      Von wem anders hat natürlich den vorteil, dass einfach noch jemand anders auf meinen sohn einwirkt und ich mir keine sorgen machen muss, dass ich mein kind vollfruste, wenn es nicht mit macht.... ;-)
      Ich ruf nächste woche an und frag, wie es aussieht.
      Außerdem hab ich das training für jugendliche... so albern wie das klingt, aber die 2 Jahre unterschied machen da momentan viel aus. Ich denke, dass meins da noch nicht das richtige ist und er lieber das training für kinder machen sollte.

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