Plötzlich Ausgrenzung 1. Klasse

    • (1) 03.12.18 - 08:29

      Hallo,
      Mir fällt dieser Beitrag sehr schwer. Es geht um meinen 7 jährigen Sohn.
      Er ist seit August in der ersten Klasse.
      Damals wurden die Klassen nach sozialen Kompetenzen (was immer das sein soll) zusammen gelegt und er war der einzige aus seinem Kindergarten der in eine andere Klasse kam während alle anderen zusammen blieben.
      Nun war es so dass er in den Pausen oft mit seinen alten Freunden gespielt hat und da auch ein junge aus seiner Klasse dabei war. Die zwei schienen sich anzufreunden.
      Nun ist dieser junge aber sehr (wie drück ich es aus... ) gemein. Er sagte meinem Sohn immer er sei dumm und kann nichts. Daraufhin suchte ich das Gespräch mit der Lehrerin. Das Problem sei bekannt und er macht es auch bei anderen. Es wurde nochmal geredet. Und da geht das Drama los. Seit dem ist der Junge böse auf meinen Sohn und grenzt ihn überall aus. Er macht ihn bei anderen Kindern schlecht und er darf nirgends mehr mitspielen. Mein Sohn ist ständig alleine. Es haben sich zwei Gruppen gebildet. In die eine kommt er nicht mehr rein da er ja immer bei den anderen war. Und bei den anderen wird er jetzt ausgegrenzt.
      Das tut mir so in der Seele weh. Ich sehe wie unglücklich er ist. Er versteht es nicht. Er hatte noch nie Probleme Freude zu finden und jetzt das.
      Nun weiß ich nicht wie ich mich verhalten soll. Er möchte nicht das ich mich noch einmal einmische. Das verstehe ich und akzeptiere es. War ja beim letzten Mal auch wenig erfolgreich.
      Ich würde ja auch mal die Mutti des Kindes fragen. Sie war schon ein paar mal bei uns und wir haben ihre Nummer. Aber auch sie verhält sich plötzlich komisch. Und wie gesagt, möchte mein Sohn das nicht.
      Ich sage ihm jetzt jeden Tag das er ein toller Mensch ist und sehr gut in der Schule. Wir üben wie er sich verhalten soll wenn er wieder weggeschickt wird. Er lässt sich leider auch viel gefallen und ist sensibel. Das macht es nicht leichter.
      Habt ihr noch Tipps für mich.
      Mich belastet das sehr. Ich wurde in der Schule gemobbt über Jahre. Mittlerweile habe ich gute Freunde und Kollegen und und habe es gut verarbeitet. Aber mir bricht das Herz wenn es meinem Sohn auch so geht nur weil er diese beschissene Sensibilität von mir geerbt hat. Obwohl er eigentlich so gar nicht in dieses schema passt und eigentlich nie Probleme hatte.
      Lange Rede kurzer Sinn. Schön wenn ihr bis hierhin gelesen habt.
      Wünsche euch einen schönen Tag

      • Wir hatten dies beim Sohn auch und sind sofort gegangen,ist es ein Dauerzustand und alle schauen weg.....wird es nichts mehr.
        Erspare es Deinem Kind!
        Meine Erfahrung geht leider in die Richtung...die Opfer werde weiter zu Opfern gemacht und es wird Immer der Grund am Opferkind gesucht.
        Das wirst Du oft hören.
        Heute ist mein Sohn in einer tollen Klasse mit sozial tollen Kindern und Eltern(!) es ist toll.
        Die Eltern aus der alten Klasse die am schlimmsten gewettert haben,sind heute mit ihrem Kind in der gleichen Situation...
        Jetzt verstehen Sie es( viele nicht!) und jetzt komm sicher..wegrennen...was zeigst Du Deunem Kind damit
        Bla bla
        Hilf Deinem Sohn!

        Bei uns in der GS damals gab es auch hin und wieder mal Streit, wo hier und da ein Kind über längere Zeit ausgegrenzt wurde. Sobald es der Lehrer/in mitgekam, wurde dies in der Klasse angesprochen....ohne Namen zu nennen, wurden Täter und Mitläufer ihr unfaires Fehlverhalten nahe gelegt und auch hingedeutet dies selbst weiterhin zu beobachten und nicht weiter zu dulden, sowie alle es mal nachvollziehen sollten, wenn sie mal der Außenseiter werden und auch so von Mitläufer behandelt werden, obwohl derjenige ihn/ihr nie was getan haben.
        Mitläufer verhielten sich dann daraufhin meist neutral und dadurch stand der Täter alleine da und verlor dadurch auch seine Macht. In der Schule sitzt die Lehrkraft am direkten Hebel, da schadet es nicht, solche Fälle in der gesamten Klasse anzusprechen um solches Verhalten aufzulösen und für die Zukunft etwas vorzubeugen.....Täter sind nur so stark, wie man es zuläßt...1.Schritt deren Mitläufer zur Vernunft zu bringen.

        Sprich halt mal dessen Mutter an, wieso sie plötzlich so komisch ist....ob sie weiß, was wirklich vorgefallen sind, um mal zu erfahren, was für eine Version ihr Junge ihr erzählt hat...aber ohne Vorwürfe etc, sondern ein ruhiges Gespräch zum Faktenausstausch..wenn sie Freunde waren, vielleicht wäre ein privates Treffen mit einem klärenden Aussprache möglich.

        Bestärke deinen Sohn darin, weiter aktiv zu bleiben und auf andere zuzugehen. Dass er nicht mehr in andere Gruppen reinkommt, halte ich für vorschnell geurteilt. Strukturen in Klassen sind niemals in Stein gemeißelt und ändern sich ständig.

        Mein Sohn hat neulich eine selbst gemalte Visitenkarte von einem Jungen bekommen (mit Name und Telefonnummer), der gerne mit ihm spielen wollte und fand das großartig. (Das ist ja auch ein Kompliment a la "Ich finde dich sympathisch" und wer wird nicht gerne sympathisch gefunden?).
        Ich würde deinen Sohn also ermuntern, Kinder, die er sympathisch findet, ruhig mal auf ein Spieldate einzuladen.

        Was übt ihr denn, wie er sich verhalten soll, wenn er weggeschickt wird? Ich würde mit ihm üben, dass er selbstbewusst sagt, dass er das gemein findet und einfach nur mitspielen möchte. Sinnvoll ist in einer solchen Situation sicher auch, einzelne Kinder anzusprechen und direkt zu fragen, ob man mitspielen kann, um die Anonymität der Gruppe zu umgehen, in der es sich leichter ausgrenzt.

        Die Klassenleitung würde ich auch ins Boot holen, damit sie deinen Sohn gezielt in Gruppenaktivitäten einbinden kann und ein Auge auf den Querulanten hat.

        Ich verstehe, dass einem als Mama das Herz blutet. Ich kriege auch sofort einen Kloß im Hals, wenn ich bei meinem Sohn Ausgrenzung wittere, aber das hilft dem Kind ja auch nicht. Ich würde es weiterhin darin bestärken, auf andere zuzugehen.... Das wird schon!

      • Wie wäre es, wenn Dein Sohn ein paar Jungs aus der Gruppe Nachmittags einlädt und ihr Etwas ganz Tolles zusammen unternehmt (z.B Indoor Spielplatz, Kino)?
        Vielleicht bricht das Treffen das Eis (wieder)?
        Ich würde ihn auch bestärken, weiter auf die anderen Kinder zuzugehen und sich nicht einschüchtern zu lassen.

        Ansonsten soll er den Jungen, der ihn als dumm hinstellt, auch mal angreifen vor den Anderen- Jeder hat Schwachstellen.
        Jetzt werden hier Viele aufschreien- aber ich finde, ab einem gewissen Punkt muss man sich wehren und seinen Standpunkt klar machen!
        Immer nur Schlucken geht auch nicht, sonst werden die Grenzen immer weiter nach Hinten gesetzt und man ist das Mobbing Opfer, weil Alle wissen, man lässt sich Alles gefallen und wehrt sich nicht!

        Hierzu ein Beispiel, das mir eine Kundin berichtet hat:
        Ihre Tochter ist klein und zierlich. Sie wurde im Ballet von einem großen Mädchen ständig als Baby bezeichnet, weil sie 1 Kopf kleiner ist, als die Anderen. Die anderen Mädchen ließen sich anstecken und machten mit- so dass die Tochter der Kundin irgendwann gar nicht mehr ins Ballett wollte.
        Eines Tages wehrte sich die Tochter aber, nachdem ihre Mutter sie dazu bestärkt hatte!
        Sie antwortete dem großen Mädchen vor Allen Anderen: " Ich bin klein- aber DU bist ein dickes fettes Riesenbaby!"
        Das Mädchen schaute verdutzt und kam dann später in der Kabine auf die Tochter zu und bittete sie, dass sie in Zukunft nichts Böses mehr zueinander sagen.
        Seitdem ist die Sache geklärt und Ruhe.

        Ich wünsche Euch, dass ihr das auch gut klären könnt!
        Alles Gute!

        Hallo,

        ich würde mit der Klassenlehrerin darüber sprechen.

        Die Grundschullehrerin unserer Tochter hat solche Situationen immer gut wieder eingerenkt bekommen.
        Sie hat vor allem den Stuhlkreis dazu benutzt, um allgemein mit den Kindern darüber zu sprechen, wie man sich fühlt, wenn andere sich so und so einem gegenüber verhalten.
        Die Klasse hatte einen super Zusammenhalt.
        Die Lehrerin kann auch als neutrale Person mit der anderen Mutter sprechen.

        Falls das nicht funktioniert, würde ich überlegen, die Schule zu wechseln, denn dann fahren sich diese Verhaltensweisen bei den Kindern ein und man hat gute Chancen, ein langjähriges Opfer zu werden, wie Du es ja auch erlebt hast.

        " Obwohl er eigentlich so gar nicht in dieses schema passt und eigentlich nie Probleme hatte."

        Mobbing-Opfer kann jeder werden. Einer Bekannten von unserer Tochter passiert das gerade an der weiterführenden Schule und die ist eigentlich auch ein selbstbewusstes Kind, was keine Probleme hat, Kontakte zu knüpfen.
        In der Grundschule hat sie niemand gemobbt.

        LG

        Heike

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