Vom Gymnasium auf die Realschule

    • (1) 03.12.18 - 09:19

      Hallo in die Runde,

      Gerne würde ich hören ob es Eltern gibt,die ihr Kind vom Gymnasium ganz bewusst auf die Realschule umgeschult haben.
      Weil die Noten immer gerade so waren...
      Wie ging es dem Kind und Euch damit?
      Ich würde mich wirklich sehr über Antworten von Betroffenen freuen

      Danke!

      • Hi

        um welches Bundesland und welche Klasse geht es denn?

        Vorab - wir haben es nicht gemacht, haben aber unsere Tochter bei einer eingeschränkten Gymnasial-Empfehlung lieber auf die Realschule geschickt. Nur in 2. Linie wegen der Noten - in erster Linie, weil wir Zweifel hatten, ob sie dem Druck auf dem Gymnasium stand halten kann...

        Wir kommen aus NRW. Hier ist es ja so, dass die 5. und 6. Klasse die Orientierungsstufe sind. In der 5 kann man nicht sitzen bleiben, dafür wird in der 6 aber geprüft, ob es die richtige Schulform ist. Bei einer Nichtversetzung in Klasse 6 entscheidet daher die Klassenkonferenz, ob das Kind auf der Schule verbleiben darf oder eine Schulform runter wechseln muss. Und ich sehe, was in der 5. an der Realschule in der Klasse meiner Tochter abgeht... Das ist ja an der Realschule ähnlich wie am Gymnasium, da auch hier Kinder kommen, die vielleicht an der Hauptschule besser aufgehoben gewesen wären. Aber 6er in den Arbeiten in den Hauptfächern sind nicht selten. Ich habe keine Ahnung, welche Kinder es sind, auch nicht, ob es immer die gleichen Kinder sind (interessiert mich auch nicht solange es nicht mein Kind ist - und geht mich dann auch nichts an) - aber ich sehe ja den Klassenspiegel...

        Ich glaube wenn mein Kind Mitte der 5 schon in der Situation wäre, dass es so gar nicht läuft , würde ich mit meinem Kind reden. Evtl ist ein selbstentschiedener Wechsel nach oder in der 5 ja dann doch angenehmer als ein erzwungener nach der 6.... Außerdem machen ja auch anhaltende Miserfolge nicht unbedingt glücklich. Klar - dass man mal ne Arbeit versemmelt, kann passieren - aber wenn es sich häuft, ist das glaube ich auch für das Kind alles andere als angenehm...

        LG
        Frauke

        Die Freundin meiner Tochter wechselte damals in der Mitte 6.Klasse vom Gym auf die Real, nach den Weihnachtsferien.
        Es kommt aber auch auf das Kind darauf an, warum es zu den Noten kam, ob Überforderung oder Faulheit oder beides.
        Bei ihrer Freundin war es eine Mischung aus Beiden , überfordert mit dem Stoff (Mathe, Latein und Englisch) und keine Motivation sich hinzusetzen , um es zu verstehen und zu lernen , sogar Lernfächer wie Geschichte, Informatik rieselten durch Unmotivation in den Keller und tat sich dann auch auf der Real weiterhin schwer, weil sie in den Fremdsprachen und Mathe zuviel große Lücke hatte, die sie nicht mehr schließen konnte und wiederholt jetzt sie 7.Klasse.
        Mein Patenkind ging damals in der 9.Klasse vom Gym auf die Wirtschaftsschule runter, weil sie den Fremdsprachen Englisch, Spanisch und Französich nicht mehr mächtig wurde und ihr eine Versetzungsgefährtung blühte....machte nach 2 Jahren ihren mittleren Abschluss als Klassenbeste.

        Die einen blühen beim Runtergehen auf, andere stolpern weiter....

        Die Noten immer grade so - ist eigentlich nun kein Grund. Die wichtigste Frage ist immer: was will dein Kind. Schließlich geht das zur Schule und nicht Du.
        Wenn dein Kind glücklich ist , dann ist alles fein. Wenn dein Kind unglücklich ist, dann gilt es den Grund zu finden und dann zu entscheiden.

        Es gibt grade bei den Jungs Minimalisten, die kommen mit drei und vier super durchs Schulleben. Da hilft auch kein Schulwechsel.

        Und dann gibt es andere Kinder die bei drei bis vier zusammenbrechen und verzeifeln ( Fragt sich immer wieviel Druck von den Eltern das eigentliche Problem ist).
        Da kann ein Schulwechsel Sinn machen.

      • Hi, der Mittlere hat nach der 5. das Gym verlassen und ist auf eine Gesamtschule gewechselt.
        Die Entscheidung fiel, als die Noten noch OK waren--keine Glanzleistungen, aber auch keine 5er und 6er. Aber der Stress verursachte Migräne Attacken und er stellte nach und nach die Mitarbeit ein--kurz und gut es war nur noch eine Quälerei für das Kind.
        In der Gesamtschule ist er dagegen richtig aufgeblüht, die Entscheidung war für uns goldrichtig.

        lg

        Ich kann da jetzt nur von mir persönlich sprechen.

        Mit super Noten aufs Gymnasium gekommen. Von Jahr zu Jahr schwächer geworden. 8. Klasse gerade so mit Nachprüfung geschafft. 9. Klasse sitzen geblieben, dann lieber direkt auf Realschule gewechselt. Dort 9 und 10 Klasse gemacht. Das war für mich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Habe dann meine mittlere Reife mit Quali als Klassenbeste gemacht. Natürlich hätte ich dann wieder aufs Gym wechseln können, aber ich hatte die Schn... voll von Schule und wollte arbeiten.
        Das bereue ich natürlich im Nachhinein, aber irgendwie war es nachvollziehbar. #schein

      • Ganz lieben Dank für die ganzen Antworten!
        Ich wollte nur eine Menung da ich. Ich oft in Diskussion finde um da Gymnasium und mir teilweise auch einige Kinder um mich rum wirklich leid tun.
        Wir sind hier in Baden-Württemberg den Weg der Gesamtschule gegangen( da haben schon alle die Nase gerümpft) und haben nun drei große Kinder die ohne Druck im G8 stehen und bis zur 9 Klasse noch eine „Kindheit“ hatten
        Zwei Freunde meines Sohnes kommen gerade so durch die Schule un Shanna dieses Stress seit der 5 Klasse,die sind gleich auf das Gymnasium.
        Es gibt sicher die Überflieger,aber die Kinder wo es laut Eltern so toll klappt haben kaum noch Freizeit und sind nur am Lernen.
        Danke für Eure Meinungen,Sie ergänzen doch mein Bild
        Lieben Gruß

      Der Freund meines Sohnes ist "gegangen". Notenmäßig hätte er bleiben können, aber der Mutter (und ihm) war es einfach zu viel Schule. Jeden Tag war etwas für die Schule "tun" bestimmend für die ganze Familie und das wollte keiner mehr.

      Er ist dann zum zweiten Halbjahr in der 6. Klasse gegangen.
      Jetzt (Klasse 8) geht´s ihm gut, er ist auch wieder so, wie ich ihn kannte. Die Mutter sagt auch, das war richtig. Er ist kein Überflieger und hat auch jetzt mal eine vier dabei, aber er muß zu Hause erheblich weniger machen, um dabei zu bleiben.

    (11) 03.12.18 - 20:57

    Unser Sohn ist im Sommer nach der siebten Klasse Gymnasium auf die Realschule gewechselt. Die Noten waren noch im grünen Bereich, also alles vertreten von eins bis vier, aber er wollte nicht mehr. Es war ihm zu viel Stress, zu viel Lernen und es kam immer häufiger vor, dass ich zu Hause 'nachhelfen' und erklären musste. Das kann es dann auf lange Sicht nicht sein. Beim Fußball möchte er nicht zurückstecken und ist dadurch immer öfter ins Rotieren gekommen. Deswegen haben wir nach dem Zwischenzeugnis im Februar überlegt, auch unter Einbeziehung seiner Lehrer, und sind gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, dass die Realschule im Moment der bessere Weg für ihn ist. Studieren kann er sich derzeit sowieso nicht vorstellen und sollte sich das ändern ... wer weiß, was in drei Jahren ist. Dann kann er, wenn er möchte, das Abitur immer noch machen.

    Auf der Realschule läuft alles bestens, er schreibt ohne großen Aufwand sehr gute bis gute Noten, hat keinen Mittagsunterricht mehr, wir merken richtig, wie er aufatmet.

    Wer in den Nebenfächern auf dem Gymnasium schlechte Noten hat, wird auf der Realschule keinen deut besser sein. Das sind ganz einfach Fleißfächer und da wird einem auch auf der Realschule nix geschenkt.

    Wer sich mit Mathe, Sprachen etc auf dem
    Gymnasium schwer tut und deshalb wechseln will muss hier bei uns damit rechnen vom Regen in die Traufe zu kommen. Die Realschule ist in Fachrichtungen gesplittet. Mathe, BWR, Französisch, Kunst

    BWR und Kunst ist chronisch überfüllt, weil das die meisten nehmen, da leichter.
    Wer also vom Gym kommt und Schwierigkeiten in Mathe oder Sprachen hatte, wird sehr (!) sicher in der Mathe Klasse oder der Französisch Klasse landen. Hat also rein gar nix gewonnen.

    Daher würde ich den Wechsel vom Gym auf Real nicht empfehlen wenn’s nicht sein muss.

    Vielleicht gibts auch Schulen in denen das sinnvoller gelöst wird. Hier bei uns ist das leider so.

    • Ich habe um echte Erfahrenen gebeten und nicht um so einen theoretischen Blödsinn.
      Meine Kinder sind alle auf dem Gymnasium und ich war auf der Realschule
      Es sind Welten!
      Meine beste Freundin( heute studiert) ist vom Gymnasium weil Sie es nicht gepackt,die Jahre danach waren für Sie sehr einfach.
      Ich könnte noch viele Beispiele anbringen
      Dies war aber nicht meine Frage...
      Danke für die tollen Antworten bis jetzt!

      • Das ist kein "theoretischer Blödsinn" sondern (zumindest hier bei uns) ganz einfach Fakten, die hier ganz viele Kinder schon betroffen haben und weiterhin betreffen werden.

        Je nachdem in welchem Bundesland man lebt kann man Schulen überhaupt nicht miteinander vergleichen. Und zwar bei der Grundschule bereits angefangen !!

        Wenn Du doch aber bereits Erfahrungen hast, eigene und auch durch Deine beste Freundin und die Antworten die dir gefallen bereits kennst, sehe ich in Deiner Frage keinen Sinn.

        #winke

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