Probleme in der ersten Klasse

    • (1) 05.12.18 - 18:20

      Nun habe ich mich hier angemeldet in der Hoffnung auf etwas Gedankenaustausch.

      Unsere Tochter ist im August in die Schule gekommen und scheinbar hat sie ernsthafte fachliche Schwierigkeiten, was mich irgendwie so schnell nach 3 Monaten Schule ganz kalt erwischt.

      Sie nimmt schon jetzt regelmäßig am Foerderunterricht teil (es werden immer wieder Kinder gesondert aus dem Unterricht genommen und in kleiner Gruppe gefoerdert) und beim eltetnsprechtag wurde mir mitgeteilt, ihre Schrift müsse sich aendern, sie sei so zu langsam. Beim Rechnen hat sie meines Erachtens immer so 1/4 der Aufgaben falsch, hinzu kommt die spiegelschrift auch bei den Zahlen.

      Ich finde, sie macht großartige Fortschritte und rechnet und schreibt fuer die kurze Zeit doch völlig in Ordnung. Aber von der Schule häufen sich die Signale, dass es nicht zu reichen scheint. Und ich denke:jetzt schon?

      Sie geht grundsätzlich gerne in die Schule, freut sich an den Buchstaben, aber langsam merkt sie, dass die täglichen rueckmeldungen in Form von fehlenden smileys unter den Aufgaben etc nichts Gutes bedeuten...

      Ich merke, daß sie etwas Zeit braucht, ihr das alles nicht soo leicht fällt.

      Das führt fuer mich zu der frage:was sollte der schüler nach drei Monaten koennen? (die unglückliche Formulierung ist mir bewusst, sie ist Ausdruck auch meiner orientierungslisigkeit...) ich dachte, es sei normal, dass ihr zb das lesen von sätzen und kleinen Texten noch grosse mühe bereitet und bei all dem Neuen während des langen Schultag dann eben 5+4 auch mal gleich 8 ist oder 6plus 3 gleich 10 ist.

      Nun werden wir als Eltern nochmal zum Gespräch gebeten und ich denke: was ist nur los?

      Um hier keine Romane zu schreiben, schließe ich an dieser Stelle und freue mich ueber Gedanken u Anregungen.

      • Ich finde es schon mal gut, dass es bei euch eine Fördergruppe gibt und sie es ernst nehmen.
        Was Kinder jetzt schon können müssen, keine Ahnung mehr, meine ist bereits in der 8.Klasse. Bei uns hieß es damals, das die Kinder bis Weihnachten lesen können...o.k. sie konnten alle und alles lesen...nicht fließend, eher stockend, aber sie konnten alles entziffern und bis 10 rechnen, denke ich mal, sollte jetzt nach über 3 Monaten keine Probleme bereiten.
        Ich denke mal, dass die Schlußlichter der Klasse prinzipiell für den vorhandenen Förderunterricht gedacht sind, egal ob ein Jahrgang mal fitter ist oder nicht.

        • Herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, mir zu antworten.

          Leider bereiten ihr die Rechenaufgaben Schwierigkeiten, wenn sie es nicht fehlerfrei kann, und das Schreiben auch. Aber ich dachte, das sei im Rahmen des Normalen...

          Sie hatte sich so auf die Schule gefreut und ich haette erwartet, am Anfang werden die Kinder nicht ständig bewertet. Ich frage mich, ob da im Raum steht, dass sie die erste Klasse wiederholen soll, wenn wir da nochmal zum gespräch gebeten werden. Das war die Idee meines Mannes, was ich ziemlich schlimm fuer sie fände.

          Ich selbst empfinde das Tempo einfach als enorm, nachdem ich mich da reingedacht habe, wie es ist, da im Sommer bei Null gestartet zu sein.

          • (4) 05.12.18 - 19:50

            Ich frage mich, ob da im Raum steht, dass sie die erste Klasse wiederholen soll, wenn wir da nochmal zum gespräch gebeten werden.
            Es ist vom Bundesland abhängig ob Lehrer das überhaupt entscheiden dürfen. Da müsstest du mal googln.

          • Jetzt ist es noch viel zu früh über eine Klassenwiederholung nachzudenken. Setze dich mit der Lehrerin zusammen, wir ihr auch Zuhause sinnvoll fördern könnt. Wie ihr die Schreibgeschwindigkeit fördern könnt....Zählen und Rechnen üben tut man Zuhause im Alltag am Besten...mit Weintrauben, Smarties und co.immerwieder bitten, dir 11 Weintrauben rüberzulangen...lenkt etwas vom Schulstress ab. Oder beim Einkaufen die Wasserflaschen im Kasten abzählen lassen , indem du fragst, ob sie mal die Anzahl übrerprüfen kann..oder Muffins backen, dann 8 St. auf diesen Teller geben lassen, 6 auf den anderen, dann fragen wieviel es eigentlich ingesamt sind etc.

      (6) 05.12.18 - 19:33

      Hallo, am Ende der ZWEITEN Klasse müssen Kinder unbekannte, einfache Texte lesen können. Sie sollten ebenfalls Ende der Zweiten Klasse den Zahlenraum von 100 sicher beherrschen, geometrische Formen erkennen, größer und kleiner sicher anwenden können.

      Gruß Sol

    • (7) 05.12.18 - 22:30

      Hallo,

      erst mal um dich zu beruhigen, jedes Kind ist individuell und hat sein eigenes Tempo. Gerade am Anfang. Mein Mittlerer bekam auch im Lesen und Schreiben Förderunterricht in der Grundschule. Er konnte bis zum Halbjahr 2. Klasse sehr schlecht lesen und schreiben. Mittlerweile ist er in der 8. Klasse Gymnasium und hatte in Deutsch seit der 3. Klasse nie schlechter als 2 auf dem Zeugnis. Förderunterricht ist nichts schlechtes. Es fördert Kinder da wo es Schwierigkeiten gibt. Was aber auch ganz wichtig ist, dass Eltern aber auch einsehen, dass Bedarf ist. Es gibt ungefähre Richtlinien wo Kinder wann stehen sollten. Viele Kinder sehen die Kinder noch als zu "klein" an. "Sie sind doch erst so kurz in der Schule und müssen das schon alles können." Das soll jetzt nicht negativ gegen dich gewertet sein. Den Gedanken haben viele Eltern, aber Lehrer weißen nicht zum Spaß darauf hin. Gerade am Anfang muss man am Ball bleiben damit die Kinder mit den anderen auf ein Level kommen. Können irgendwann alle lesen und ein Kind nicht, werden für das Kind die Lücken größer. Eltern empfinden es oft als Beleidigung wenn Lehrern von Förderunterricht sprechen. Als würde ihr Kind als dumm oder minder begabt angesehen werden. Das ist Blödsinn. Die Lehrer versuchen nur zu helfen, dass die Kinder aufschließen können.

      Meine Tochter ist in der 2. Klasse. Es ist also noch nicht so lange her, dass sie eingeschult wurde. Hier war es so, dass die Richtlinie im Lesen bis Weihnachten lag. Bis dahin sollten alle Buchstaben gekonnt werden und auch kleine Texte flüssig gelesen werden. Du siehst ja im Lesebuch die Texte, die sie gerade behandeln. Diese Texte müssen flüssig gelesen werden. In Mathe sah es so aus, dass der Zahlenbereich bis 10 sitzen musste. Vorwärts, Rückwärts, kreuz und quer im Schlaf. Plus und Minus, größer und kleiner als. Nach Weihnachten wurde hier mit dem 10er-Übertritt begonnen. Da muss der 10er-Bereich ohne Überlegung sitzen. Beim Schreiben sollten die Linien eingehalten werden und natürlich auch die richtige Schreibweise. Klar, es kommt vor, dass ab und zu noch mal eine Zahl verkehrt herum geschrieben wird, aber das sollte die Ausnahme sein. Hier war es ab und zu die 7 und das e. Das bekommt man durch üben aber raus.

      Was aber auch immer beim Tempo zu beachten ist, ist wie weit die Mehrheit der Klasse ist. Mein Mittlerer und meine Kleine hatten/haben die gleiche Grundschullehrerin. Die Klasse meines Mittleren war eher schwach von den Leistungen und dementsprechend langsamer kam die Lehrerin voran. Die Klasse meiner Tochter ist in allen Bereichen sehr leistungsstark. Sie waren unheimlich schnell. Ein Kind, dass in der leistungsstarken Klasse eventuell Mittelmaß ist, ist in einer leistungsschwachen Klasse gut. Das muss man anfangs abwägen. Kommt die Klasse sehr schnell voran und treibt zum weitermachen? Dann muss die Lehrerin die etwas Schwächeren dementsprechend fördern, dass sie mitkommen.

      Meinem Sohn hat der Förderunterricht gut getan. Er hing in den ersten 1 1/2 Jahren sehr hinterher. Er war ein sehr junger Schüler und war irgendwie noch nicht so weit. Ab 2. Halbjahr in der 2. Klasse ist er völlig durchgestartet. Seit dem hatte er nie wieder Schulprobleme. Heute merkt man nicht mehr, dass er anfangs nicht lesen und schreiben konnte.

      Mach dich nicht so verrückt, nimm an was die Schule euch bietet. Wird was bemängelt, ist das keine Kritik. Geh offen in Gespräche und vertraue der Lehrerin.

      LG
      Michaela

      (8) 06.12.18 - 02:19

      Mein sohn hatte in der ersten klasse auch seine schwierigkeiten.

      Die anderen kids konnten schon schreiben lesen und teilweise rechnen.

      Da die anderen so leistungsstark war hies es immer man kann nicht extra auf meinen Sohn warten.

      Er müsste schneller und genauer werden.

      Er hatt die erste klasse geschafft wir haben ihn dann aber auf die förderschule.

      Seitdem er dort ist holt er vieles auf und kommt viel besser klar er ist wieder motiviert.

      Es ist eine gemischte klasse 2, 3 und 4 klasse werden gemeinsam unterrichet.

      15 kids insgesammt und 2 bis 3 lehrkräfte die können viel besser auf die stärken und schwächen der einzelnen kids eingehen.

      Ich bin froh das wir uns so entschieden haben.

      • (9) 06.12.18 - 06:16

        Nur weil angeblich alle anderen bereits mit Schuleintritt weiter sind (lesen und schreiben können) muss ein Schüler/ eine Schülerin die „normal weit“ (also dem Stand der 1. Klasse entsprechend) noch lang nicht automatisch auf ne Förderschule.
        Dann muss dieses Kind deutlich unter dem allg. Durchschnittsniveau der 1. Klasse liegen.

    (10) 06.12.18 - 06:05

    Hallo Clara,

    mach dich mal nicht verrückt. Geh in dieses Gespräch und dann weißt du, wie es die Lehrerin sieht. Sie kann dir bestimmt auch Tipps geben, was ihr tun könnt, wie ihr eurer Tochter helfen könnt.
    Gespiegelte Zahlen und Buchstaben sind eine Zeit lang nicht ungewöhnlich. Ihr solltet es aber im Auge behalten.

    LG

    Isabel

    Die Frage ist doch auch , wieviel wurde mit den anderen Kindern schon vorgeübt. Ich war damals sehr erschrocken....Da konnten Kinder schon lesen und kannten Schwungübungen. Ich habe schnell gemerkt, dass ich was tun musste. Unser Kindergarten war unterbesetzt etc. Richtig wach wurde ich , als ein Freund hier war und die beiden Hausaufgaben machten....meiner kam nicht hinterher. Matheübungen - er schaffte 5 Aufgaben - andere alle....
    Damals war klar, nur mit Training und Wecker und viel Geduld wird das Ruder umgerissen. Ich muss sagen, ich bin älter und hatte die Grundschule anders in Erinnerung. Da unser Kind dann auch noch ein Kannkind war - alles nicht so einfach. Allerdings fiel mir auf, was er machte, dass war richtig - sehr sehr langsam und sehr gründlich aber sehr sehr langsam.
    Nun, zum Ende der der Grundschule hatte er Forderunterricht in Mathe, Lesewettbewerb gewonnen . Jetzt 8. Kl. Gym und ein guter Schüler. Bei uns war es also eine Übungssache und ich war anfänglich sehr verunsichert als die Schule seine Schnelligkeit monierte ich dachte halt, vieles wird in der Schule erfolgen - sehr naiv.

    (12) 06.12.18 - 09:05

    Also, ich hab hier auch eine Erstklässlerin & ich denke nicht, dass Dein Kind aus dem Rahmen fällt. Vermutlich ist die Klasse sehr leistungsstark und die Schule sehr anspruchsvoll. Gespiegelte Buchstaben können vorkommen, allerdings kommt es auf die Häufigkeit an. Auch dass sich sich mal verrechnet ist nicht ungwöhnlich.

    Warte mal die Weihnachtsferien ab, oftmals hat sich danach der Stoff gefestigt.

    VG,

    Andrea

    (13) 06.12.18 - 09:07

    Hallo,

    ich finde es ehrlich gesagt erschreckend, wie weit das Kind nach 3 Monaten Schule schon sein muss. Die Schule hat doch gerade mal angefangen.

    Mein Sohn wurde ebenfalls im August eingeschult und kann noch lange nicht lesen! Muss er auch gar nicht, er lernt erstmal die Buchstaben. Gott sei Dank nehmen sie sich an seiner Schule sehr viel Zeit dafür. Die Buchstaben werden geknetet, in Sand geschrieben, Seile werden gelegt usw. Einfach um die einzelnen Buchstaben zu verinnerlichen und ich finde das gut so. Das Lesen kommt dann schon noch.

    Von meinem Kollegen der Sohn muss schon seit den Herbstferien jeden Tag 10 min lesen üben. Ja, ich könnte mich da jetzt stressen, mache ich aber nicht. Alles zu seiner Zeit.

    Ich finde es sehr schade für deine Tochter. Muss der Leistungsdruck jetzt schon sein?

    LG

    (14) 06.12.18 - 09:32

    Hallo,

    ganz genau, weiß ich auch nicht mehr, was die Kinder hier in der 1. Klasse wann können sollten. Unsere Kinder sind in der 6. und in der 4. Klasse.

    Was ich aber beobachte, ist, dass verschiedene Lehrer hier an der gleichen Grundschule sehr unterschiedliche Geschwindigkeiten und Ansprüche an den Tag legen.

    Ich habe hier an der Grundschule drei anspruchsvolle, flotte Lehrerinnen und zwei langsame, wenig anspruchsvolle erlebt.

    Von daher kann man schlecht vergleichen, wie weit die Kinder sein sollten, wenn man Eltern mit Kindern aus verschiedenen Klassen und Schulen fragt. Bundesländerübergreifend sind auch noch die Lehrpläne verschieden.

    Jetzt mag man denken, dass es für die Kinder angenehmer ist, wenn die Lehrer gemütlich unterwegs sind, aber dann kommt das böse Erwachen auf der weiterführenden Schule, weil die Kinder Lücken haben und mit dem Lerntempo überfordert sind (zumindest hier an den Gymnasien).

    Was das Lesen angeht, wird hier erwartet, dass die Eltern zu Hause mit den Kindern möglichst täglich üben und zwar auch dann, wenn es kein Leseblatt als Hausaufgabe gab.
    Unsere Kinder taten sich beide anfangs schwer mit dem Lesen lernen, und wir hatten hier einige Kämpfe, weil sie keine Lust hatten, zu üben. Aber irgendwann platzt der Knoten. Dann klappt das Lesen und dann macht es auch Spaß, weil man interessantere Bücher lesen kann.
    Da müssen die Kinder leider durch.

    Beim Rechnen unter 10 dürfen die Kinder hier am Anfang noch die Finger nehmen. Da kann man sich eigentlich kaum verrechnen.
    Wenn Deine Tochter das trotzdem schafft, muss sie leider auch das zu Hause üben.
    Man kann das ja netter gestalten, indem man Spiele spielt, bei denen man rechnen muss oder so.

    Schule ist nun einmal kein Kindergarten mehr.
    Ich kann nur davor warnen, den Kindern am Anfang lästiges Lernen zu Hause zu ersparen, wenn sie Lücken haben.
    Wenn die Grundlagen fehlen, zieht sich das durch die gesamte Schulzeit.

    Es heißt übrigens nicht, dass Kinder, die sich anfangs schwer tun, immer Probleme in der Schule haben. Bei manchen sind das lediglich Startschwierigkeiten, und es läuft, wenn die überwunden sind.
    Aber sie müssen überwunden werden, sonst hängen sie den Kindern ewig nach.

    Ich finde es übrigens gut, dass Eure Lehrerin jetzt schon Alarm schlägt. Dann habt Ihr nämlich Zeit, aktiv zu werden.

    Die alte Lehrerin unseres Sohnes hat bei einem Mädchen drei Wochen (!) vor Ende des 1. Schuljahrs Bescheid gesagt, dass das Kind mit den mangelhaften Kenntnissen in Mathe nicht in die 2. Klasse versetzt werden könne. Vorher hieß es immer nur, in Mathe sei das Kind ja nicht so gut... #aerger
    Die Eltern sind aus allen Wolken gefallen. Die wären nämlich aktiv geworden, wenn sie vorher gewusst hätten, dass das Problem solche Ausmaße hat. So war nichts mehr zu machen, und das Kind hat die Klasse wiederholt (und hat jetzt zumindest eine wesentlich bessere Lehrerin).


    LG

    Heike

    (15) 06.12.18 - 10:07

    Meine Tochter besucht derzeit ebenfalls die erste Klasse. Einschulung Anfang August.

    Aktuell addieren sie in Mathe bis 10, Unterscheiden Links und Rechts und arbeiten mit < und > als.
    In Deutsch lernen sie gerade das M als 5.Buchstaben, gelesen wir hier noch gar nicht.

    Hier wird allerdings vorausgesetzt, dass die Kinder den Unterrichtsstoff der bislang durchgenommen wurde auch sicher beherrschen. Da das Arbeitstempo ziemlich langsam (für unser Kind) ist, sehe ich da auch kein Problem.


    Ich kann nicht beurteilen, wieso dein Kind Probleme hat und ich weiß auch nicht in wieweit sie bislang von Zuhause Unterstützung bekommt. Das es Förderunterricht in der Schule gibt, finde ich aber super! :-) Bestimmt möchte die Schule deinem Kind nur helfen. ;-) Hier kamen gerade zwei Jungen in die Vorschule, da sie dem Unterricht der 1.Klasse noch nicht gewachsen waren. Dort werden sie nun optimal auf die 1.Klasse vorbereitet.

    (16) 06.12.18 - 11:53

    In der Schule meines Sohnes wurden die Kinder von Anfang an genau beobachtet. Die Schule bietet, gerade für die Erstklässler, Förderunterricht für unterschiedliche Bereiche an. Mein Sohn hat das zwar nicht gebraucht, aber ich fand das super und die meisten Eltern die ich kenne, auch. Sie haben Förderunterricht für Kinder mit falscher Stifthaltung, für Kinder die zu langsam sind, für Kinder die ein Problem mit Zahlen haben, für Kinder die ein Problem mit Buchstaben haben...
    Die Eltern wurden dann informiert und die Kinder bekamen eine Extrastunde in der Woche zum jeweiligen "Problem". Dieser Unterricht ist nicht verpflichtend, die Eltern können das ablehnen und die Kinder bleiben auch nur solange dabei, wie es wirklich nötig ist, damit jedes Kind, das Bedarf hat, in den jeweiligen Kurs kommen kann.

    Ich persönlich finde es eine super Sache, weil sofort begonnen wird die Kinder entsprechend zu fördern. Ich glaube die Kurse fangen direkt nach den Herbstferien an, bis dahin haben die Lehrer Zeit ihre Schüler zu beobachten.

    Dann gibt es in dieser Schule noch verpflichtenden Förderunterricht, da müssen, soweit ich weiß, die Kinder daran teilnehmen. Da sind aber auch Kinder, die eine noch intensivere Förderung brauchen.

    An deiner Stelle würde ich das Gespräch mit der Klassenlehrerin abwarten. Hör dir erstmal an, wie sie die Situation einschätzt, schließlich weiß sie am Besten wie weit die Kinder sein müssten und welche Probleme deine Tochter wirklich hat. Ihr Eltern habt keinen direkten Vergleich, ihr seht "nur" IHRE Fortschritte, ob sie jedoch wirklich angemessen voran kommt, könnt ihr schlecht beurteilen.
    Was ihr aber mit der Lehrerin auch dringend besprechen solltet, ist dass eure Tochter langsam die Motivation verliert, wenn sie nie ein Lob bekommt. Eine gute Lehrerin weiß wie sie dem entgegenwirken kann. Bleibt aber beim Gespräch sachlich und werdet nicht persönlich!

    Du musst es so sehen, alle Kinder sind unterschiedlich, für deine Tochter empfindest du das Tempo und das was gefordert wird, als zu schnell, die Fehler die sie noch macht als harmlos und für noch vertretbar. Ich habe (und mein Sohn erstrecht!) gerade die 1. Klasse als suuuuper lahm empfunden und diese Fehler, die du angesprochen hast, sind kurz vor Weihnachten nicht (mehr) passiert.

    Wie gesagt, hör dir erstmal an was die Lehrerin zu berichten hat und sei froh wenn die Schule einen ordentlichen Förderunterricht anbietet, so hat deine Tochter die Chance den Anschluss nicht zu verlieren! Förderunterricht bedeutet NICHT, dass deine Tochter ein grundsätzliches Problem hat, sie braucht vielleicht einfach nur etwas mehr Zeit in der Schule richtig anzukommen. Sie braucht vielleicht nur eine andere Art der Erklärungen um Zahlen richtig zu erfassen und zu verstehen.

    (17) 06.12.18 - 12:29

    Ich würde mich davon noch nie beeindrucken lassen. Von meinen beiden kenne ich die Gespräche aus der ersten Klasse noch Recht gut, die immer in die Richtung gingen ...zu langsam....zu unsicher....lesen üben.... üben üben üben.

    Hätte ich auf all das gehört, was die Lehrer so gesagt haben, hätte mein Kind jeden Tag Bücher verschlingen müssen und Seitenweise gerechnet und wäre jetzt mit dem nötigen Kleingeld auf Harvard.

    Die Realität ist, dass sie jetzt 5 Jahre weiter super Noten haben, meine eine Tochter ist Klassensprecherin, die andere hat nur 1-er Kopfnoten. Und ich denke, sie werden beide die Gym-Empfehlung bekommen. Bei meiner einen Tochter ist beim flüssigen lesen so wie man das kennt, erst Ende der zweiten Klasse mit viel Ach und Krach der Knoten geplatzt, während die andere schon Bücher freiwillig las. Jetzt liest sie witzigerweise mehr als wir vermutlich alle zusammen.

    Und Mathe lief auch nicht immer reibungslos. Aber was soll ich Dir sagen. Die Lehrer waren einfach sehr ambitioniert und schnell. Hohe Ansprüche führen oft tatsächlich zu schnelleren und besseren Ergebnissen bei den Kindern, aber der Druck kann halt auch das Ganze ins Gegenteil Umschlagen lassen. Als wir einmal einen Lehrerwechsel hatten, kam eine Lehrerin die auch toll war, aber sich eher daran orientiert hat, dass es auch das letzte Kind der Klasse versteht. Dementsprechend langsam war plötzlich der Unterricht und mein e Tochter musste nichts mehr zusätzlich tun. Nun ist wieder eine andere Lehrkraft da und alles muss wieder schnell gehen.

    Sag einfach Ja und Amen beim Gespräch. Das ihr fleißig übt, gebt euer bestes, aber übertreibt es nicht und Du wirst sehr wahrscheinlich feststellen, dass sie 1-2 Jahre weiter den Bogen raus hat und gut mitkommt.

    In der ersten Klasse sind eben manche Kinder noch eher langsam oder verträumt oder verspielt und die Lehrer neigen schnell dazu das in den Fokus zu rücken, aber die Wahrheit ist, dass sie sich entwickeln und da kann auch einfach Mal Peng einen Sprung geben.....und das hat nicht nur was mit üben oder dem Unterricht zu tun und kann niemand genau vorhersehen. Daher mach dich nicht verrückt. Ich kenne viele bei denen es so war, die trotzdem gut durch die Schulzeit gekommen sind.

    Deine Tochter liest sich für mich von ihrer Leistung her wie ein normales altersgerecht entwickeltes Kind, dass sich schon noch verbessern wird wenn man es unterstützt und Zeit zur Entwicklung einräumt.

    (18) 06.12.18 - 17:41

    Danke fuer eure Beiträge. Ein paar andere Impulse sind wirklich interessant zu lesen.

    Irgendwie wirkt sie auf mich insofern überfordert von der Situation, als dass sie merkt, dass das, was sie tut, nicht zu reichen scheint.sie kann dann auf einmal Dinge nicht, die sie in ausgeglichener Stimmung schon konnte.

    Bin ziemlich verzweifelt. Dazu muss ich sagen, dass sie grundsätzlich immer als kluges Maedchen beschrieben wird, die irgendwie schon immer sehr weit denkt und sich viele Gedanken macht. Etwas einfacher strukturiert fällt ja manches leichter.

    Daneben verarbeitet sie nicht durch erzählen sondern berichtet kaum aus der Schule.

    Vielleicht ist nach dem gespräch manches klarer.

    • (19) 07.12.18 - 09:53

      Es ist normal, dass man auch mal Phasen hat, wo man "überfordert" ist. Ich persönlich finde, dass heute schnell viel verlangt wird. Meine Grundschule war überhaupt nicht so anstrengend wie die meiner Kinder.

      Glaub mir, an ihr ist nichts verkehrt. Es ist noch nicht mal Weihnachten. Sie ist 1. Klasse. Sie hat erst wenige Monate Unterricht und die sind von Ferien unterbrochen. Ihr müsst einfach dran bleiben und jeden Tag eine Viertel Stunde am besten spielerisch üben. Investiert ein bisschen Geld in schöne Lernspiele, die ihr Abwechslung geben, motiviert sie und zeigt ihr dass Lernen auch Mal Freude machen jann.

      Es gibt viele Wege nach Rom und auch das Lernen muss erstmal gelernt werden. Da gibt es auch verschiedene Typen. Und man muss erstmal rausfinden, was bei einem selbst hilft, dass man es im Kopf behält. Das kann man gar nicht sofort wissen. Da ist es normal auch mal zeitweise Frustration zu ertragen, solange man besser früher als später lernt, dass es durch Üben besser wird und man dann auch seine erst kleinen, dann größeren Erfolge hat. Es ist gar nicht so verkehrt, wenn Kinder das Lernen früh lernen müssen.

      Es gibt diese - macht alles von alleine - Typen, aber so sind wirklich bei weitem nicht alle Kinder. Mein Cousin hat gerade sein Fachabitur gemacht. Er war eines der Kinder, die immer etwas tun mussten und dem nie was zugeflogen ist. Meine Cousine war so schlecht in Mathe, dass sie nur mit ach und Krach in den ersten Grundschuljahren versetzt wurde und schon in Klasse 1 Mathe Nachhilfe hatte. Sie kam dann auf die Realschule. Und heute macht sie gerade ihr Abitur und will Lehrerin werden. Meine Freundin auf dem Gymnasium hat die 1. Klasse tatsächlich wiederholen müssen und trotzdem 1er Abi gemacht. Sie ist heute Kommissarin.
      Ich selbst hab immer was tun müssen, trotzdem habe ich Abi geschafft und studiert und meinen Master mit 1,4 gemacht. Es ist jetzt noch lange nicht Zeit sie wo einzusortieren. Es ist noch nicht aller Tage Abend. Ihr Gehirn ist auch immer noch in der Entwicklung. Gerade fehlen vielleicht noch ein paar Synapsenverbindungen und du zweifelst, ob es wohl jemals was wird. Aber mal ehrlich, dass gab es doch sicher auch schon vorher Mal und dann könnte sie es plötzlich doch und hat dich überrascht. Kinder entwickeln sich ...ihr Körper....ihr Kopf....

      Gerade ist halt alles noch neu und schwerer als gedacht, aber sobald es Klick gemacht hat, wirst du merken, dass es sich auch nochmal wieder etwas entspannt. Und ganz im Notfall bleibt sie halt bisschen länger in der Schulanfängerstufe. Auch dann ist es noch nicht aller Tage Abend. Unterstützt sie einfach und gebt ihr Zeit.

      Bis zum Ende des Kindergartens glauben die meisten Eltern dass ihre Kinder sowas wie Hochbegabte sind und Du bist bei weitem nicht die einzige die davon überrascht wird, dass es doch gar nicht so leicht ist sein Kind durch die ersten Jahre zu bringen bis sie wirklich im Schulalltag angekommen sind.

Eines meiner Kinder hatte auch schon in der ersten Klasse Problemchen und nach meiner Erfahrung würde ich es ernst nehmen.
Es kann sich auswachsen oder eben nicht....
Wir haben täglich geübt...nie länger als 10 Minuten so ca 4 mal...viel wiederholt
Das Kind braucht bis zum heutigen Tag Unterstützung ist jetz 17 Jahre...es muss bei Euch nicht so sein!
Aber so Kinder gibt es eben
Aber warum „ eiskalt getroffen“ wir haben nicht vergessen zu lachen und es als Aufgabe zu sehen
Mein Kind ist so glücklich und zufrieden herangewachsen und hat sein Selbstbewusstsein nicht verloren

  • Danke auch fuer deinen Erfahrungsbericht. 4 mal täglich 10 min liest sich zunächst wenig. Ich merke aber in der letzten Zeit, dass, wenn das so in der Richtung läuft, der ganze zb Samstag doch sehr davon geprägt ist. Es fängt damit an, dass ich schon am Morgen daran denke, zuegig - zb vor einer Spiel verabredung-mit der ersten "Einheit" zu beginnen, damit Luft zwischendurch und der Abend frei ist.

    Ein Aspekt ist auch:sie besucht eine Ganztagsschule und hat grundsätzlich einen 17 Uhr Betreuungsplatz. Die Hausaufgaben werden in der Schule gemacht. Seitdem ich von den Schwierigkeiten Weiss, versuche ich sie gegen 15:30 Uhr abzuholen, um am Nachmittag noch Luft zum Nachschauen der ha zu haben. Aber insgesamt ist danach einfach nicht mehr viel vom Tag uebrig...

    Naechste Woche haben wir einen Termin beim Ergotherapeuten wegen stifthaltung, linkshaendigkeit, Schrift. Die Lehrerin hielt meine Idee da fuer ganz sinnvoll.

    • Uns haben diese Einheiten geholfen und ja,es beherrscht einen Teil des Lebens....ist aber denke ich die Aufgabe von Eltern.
      Über Stunden lernen bringt nur Frust.
      10 Minuten Einheiten intensiv über den Tag verteilt und immer und immer und immer wiederholen,gerade die Fehler.
      Wir habe unseren Lebensstandard eingeschränkt damit mehr Zeit für das Kind bleibt...es hat sich gelohnt.
      Kein Therapeut hat uns helfen können,alleine die Übung hat geholfen.
      Es wird keiner kommen der dies für Euch löst
      UND
      Lieben Lieben Lieben

(23) 09.12.18 - 06:50

Es gibt ganz tolle Möglichkeiten für zu Hause.
Lies mal Hefte
Mathe Stars Hefte
App König der Mathematik Junior
App Fragenbär Mathematik 1. Klasse
Wenn es mit dem Lesen gar nicht klappt, schau dir mal das Intraact Plus Konzept an. (Meine Kinder haben beide damit lesen gelernt. Der Ältere mit dem Buch, der Jüngere mit der App)
Alle Spiele mit Würfeln eignen sich zum rechnen.
Tiptoi hat auch mehrere Bücher und Spiele für Mathe und Deutsch.
Es gibt auch diese Rechenschiffchen aus Holz mit 20 blau-roten Spielsteinen. Das kann auch helfen. Ansonsten viel rechnen im Alltag.
Viele Grüße

  • (24) 09.12.18 - 11:50

    Dass es die Aufgabe der Eltern. Ist, steht ja ausser Frage. Die Frage ist, was es mit dem Kind macht, wenn es gar keinen freien Tag mehr gibt und der Ablauf fuer lerneinheiten strukturiert ist.

    (25) 09.12.18 - 11:52

    Danke fuer die Tipps, julimaus! Wir haben hier gerade eine Leidenschaft fuer das Spiel halligalli entdeckt. Erscheint mir auch sinnvoll ins Sachen erstes rechnen, gerade wenn es soviel Spaß macht.

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