Null Bock auf Schule

    • (1) 11.01.19 - 08:25

      Hallo!

      Meine Mittlere ist 6 und seit September in der 1. Klasse.

      Leider hat sie wirklich so gar keine Lust auf Schule, von Hausaufgaben ganz zu schweigen.
      Fachlich hat sie keine Schwierigkeiten, sie liest, schreibt und rechnet ganz ordentlich. Aber die Motivation ist einfach nicht vorhanden und nicht selten gibt es bei den Hausaufgaben Tränen.

      Bin da wohl verwöhnt vom Großen, da gab es von Beginn an keinerlei Probleme.

      Wie motiviert ihr eure Null-Bock-Kinder und wie um alles in der Welt schaffen wir die Pflichtschuljahre, wenn's jetzt schon so ein Kampf ist??

      Danke schon mal und liebe Grüße aus dem verschneiten Österreich!

      Claudi

      • (2) 11.01.19 - 09:16

        diese Phase hatten beide Kinder, als sie mal nach dem neuen und aufregenden im "Schulalltag" angekommen waren... ---

        bei uns half die stricke "Regelmässigkeit" --- einfach weil IMMER nach dem Mittagessen nach einer Pause, die HA dran waren und erst danach spielen und Verabredungen dran waren....

        ansonsten--- ich hab mich anfangs in der ersten Klasse schon motivierend zum Clown gemacht - und versucht, das auf die humorvolle umzubiegen... --- Die AUfgaben etwas spaßhafter vorlesen usw... -- spielchen draus machen, -- wettrennen .... ---

        klar: sie MÜSSEN HA machen... aber es hilft es auch nicht, das zu wissen, -- sondern ich finde es halt am besten, hier alles aufs positive umzulenken, auch wenn ich mich zum hirsch mache...

        Ich würde darauf achten, dass sie im Tagesablauf, nachdem Sie nach Hause gekommen ist und vielleicht was gegessen hat, gleich und zuerst die HA macht und dass was so gelernt werden muss, für die Schule. Und danach die Freizeit.

        Wenn sie sehr trödelt und hinausschiebt oder diskutiert würde ich tatsächlich mit einer Stoppuhr arbeiten. Also die Aufgabe zusammen anschauen, schauen, ob sie sie versteht, gemeinsam eine Zeit fest legen und die Uhr läuft. Ziel ist es die HA in der Zeitvorgabe nach Möglichkeit zu schaffen. Eine Art Wettbewerb.

        Danach dem Kind freudig mitteilen, dass es ja nun ganz zackig fertig geworden ist und jetzt viiiieel mehr Freizeit hat. Loben, loben, loben. Bei Diskutieren hart bleiben und sagen, dass sie dadurch durch das jammerm am Ende nur weniger Zeit zum Spielen hat, weil die HA länger dauern.

        Langfristig soll sie lernen, dass HA ein Muss sind, das immer zuerst vor allem anderen ansteht. Und je zügiger man konzentriert arbeitet, desto eher kann man machen was man will. Und durch zügiges Arbeiten ist man oft auch wesentlich schneller fertig.

        Willst Du mit ihr zusätzlich üben, tu es nicht über die üblichen Schulbücher, sondern lieber spielerisch. Das motiviert Kinder, für die Schule eher nervt, viel mehr. Z.b. Tip Toi bietet Lesebücher mit Mitlesehilfe, Spiele mit Mathe wie Zahlenroboter oder Lesespiele. Auch für Englisch gibt es Spiele. Oder nutze Würfelspiele oder Brettspiele z.b. von Noris für die 1.-2. Klasse.

        Auch Lern-PC oder Lern Konsolen-Spiele oder Lern Apps sind nicht zu verachten. Kinder finden es meist cool die Technik zu nutzen und rechnen oder lesen interaktiv oft bereitwilliger.

        Man kann auch Rechenspiele oder Silbenlesen mit Bewegungsspielen verbinden.

        Für solche Sachen wie Vokabeln lernen oder Mathe das 1x1 kann ich Mitsingen empfehlen. Die CD lässt man einfach laufen, während das Kind spielt und es merkt sich schon Mal einen ganzen Teil einfach nur über's Mitsingen der lustigen Lieder.

        Es gibt viele Spielerische Lernhilfen. Nutz sie. Wenn sie die Erfolge merkt und lernt, dass Lernen nicht nur öde ist, wird sich ihre Haltung im Laufe der Zeit geben.

        Ach ja und horche Mal ein bisschen nach, ob die sozial Anschluss gefunden hat. Freunde haben in der Schule ist ein hoher Motivator zur Schule zu gehen. Sich gegenseitig helfen, zusammen in der Pause spielen, dass kann den Schulalltag viel schöner gestalten.

        Falls sie da Probleme hat, ladet öfter einzelne Kinder aus der Klasse zum Spielen ein.

      • (5) 11.01.19 - 13:05

        Sie hat ja auch die Umstellung vom KiGa zur Schule und aller Anfang ist schwer. Das gibt sich mit der Zeit.

        Ich bin bis zum letzten Tag meiner Schulzeit sehr ungern und meist antriebslos dort hingegegangen.

      (7) 11.01.19 - 13:30

      Zuerst habe ich mit der Lehrerin gesprochen. Das war wichtig: für sie und für mich und für's Kind.

      Wie läuft es in der Schule?
      Wie läuft es zu Hause?
      Welche Knackpunkte gibt es usw.

      Und dann haben wir zusammen überlegt, wer was tun kann.
      Sie in der Schule.
      Ich zu Hause (und Tipps für das Wie!)
      = damit wir das Kind dazu bringen können, dass es klappt (ohne das Kind dabei zu übergehen). Dem Kind bei den Punkten unterstützen, was sie braucht ; damit sie das erledigt, was sie soll.

      Es hat gedauert, Zeit und Nerven gekostet und ich war sehr oft in der Schule.
      Aber es hat sich gelohnt!

      Das ging aber nur, weil ich mit der Lehrerin zusammen gearbeitet habe und Kind dann mitgezogen hat mit der Zeit. Alleine hätten wir das jeweils nicht geschafft.

      Aber vielleicht machst Du ihr auch einfach zu viel Druck? Du schreibst, dass sie in der Schule keine Probleme hat, dass sie gut liest und rechnet. Dann ist doch alles gut.
      Ich würde ihr da auch mal beipflichten, denn bei schönem Winterwetter hat auch nicht jeder Lust darauf, sich frühmorgens aus dem Bett zu quälen und zur Schule zu laufen. Gib ihr doch mal Recht und sag: "Ich kann verstehen, dass Du heute keine Lust hast zur Schule zu gehen, ich würde auch viel lieber noch im Bett bleiben und heute ausschlafen. Aber leider muss ich auch zur Arbeit. Aber dafür sehen wir uns heute nachmittag und trinken einen schönen warmen Kakao zusammen und spielen gemeinsam."
      Sag ihr, dass Du Dich darüber freust, dass sie schon so gut lesen und rechnen kann. Und sag ihr, dass Du Dich darauf freust, wenn sie Dir bald ein Buch vorlesen kann oder der Omi einen Brief schreiben kann. etc.
      Und extra lernen würde ich (außer Hausaufgaben, die ja eh Pflicht sind) nicht, wenn es keine Probleme in der Schule gibt und sie nicht will.

      Weiß die Lehrerin wie deine Tochter fühlt? Sprich mal mit der Lehrerin über dein Kind, nicht über seine Leistungen. Dazu würde ich mir ein Termin geben lassen, außerhalb von Sprechtagen.

      Ich denke, dort würde ich ansetzen. Dazu parallel auch mal das Töchterchen fragen, was genau Schule so ätzend macht.

      Aus beiden Darstellungen (Lehrerin/Tochter) kannst du dir ein besseres Bild machen und vielleicht so Änderungen herbeiführen.
      Oder etwas zusammen verabreden, man weiß ja nicht wo der Schuh drückt.

      Alles Gute.

      (10) 12.01.19 - 09:51

      Hallo,

      meine hatten das wenn sie nicht genug gefordert waren. Das kommt in der 1. Klasse häufig vor, weil alle Kinder erst auf einen Nenner gebracht werden müssen. Hier war es so, dass ca. ab 2. die Lehrerin allen Kindern gerecht werden konnte und die Langeweile war weg. Meine Tochter konnte z.B. schon lesen und etwas schreiben als sie in die Schule kam. Klar, es war anfangs langweilig weil einige hinterher hinkten. Als diese dann aber aufgeholt hatten und teilweise auch besser waren, war der Ansporn und die Forderung wieder da. Ich finde die 1. Klasse schwierig. Die Kinder kommen frisch aus dem Kindergarten. Manche sind voll motiviert, manche haben noch gar nicht begriffen um was es geht. Der eine Teil ist schnell überfordert und die Lehrerin muss das Tempo drosseln, dem anderen Teil wird langweilig und wird demotiviert. Das relativiert sich im Laufe der 2. Klasse.

      LG
      Michaela

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