Brille! .... wie man so etwas so lange kaschieren kann

    • (1) 17.01.19 - 17:04

      Meine Tochter ist in der Dritten Klasse -- liest abends im Bett auch schon solche "Text"Bücher, wie Drei !!! und so ... -- sie malt viel und oft... -- oft stützt sie den Kopf in die Hand beim schreiben --- ... sieht also faul oder müde aus, aber niemals nach "nase-auf-dem-Blatt-Augen-Probleme"

      in der Schule ist sie laut Lehrerin langsam, oft abwesend, träumt......
      ... Zuhause brauchte sie auch immer lange bei den Hausaufgaben -- aber da die Lehrerin schon Richtung Konzentration und Träumen argumentiert hat und sie mittags eben sehr Müde ist, haben wir immer in diese Richtung geschaut und versucht an Konzentration usw... zu üben... an die Augen hat nie jemand gedacht, da sie ja viel liest...

      und JETZT ... -- Mitte Dritte Klasse kommt raus, dass sie wirklich arg schlecht sieht... ---
      da sie die Hausaufgaben, bis ich sie kontrolliere weitgehend alleine macht und auch Bücher liest, bin ich niiiiieeee auf die Idee gekommen, es könnte was mit den Augen sein ....

      und jetzt fragen wir nachdem das rauskam also nach .... testen Sie mt Abständen und SChriftgrössen usw.... : -- und sie erzählt, dass sie immer mitschreibt, wenn die Lehrerin laut spricht beim Tafelschreiben, da sie das nicht sieht... aber das "war ja schon immer so" --- und wenn die "lehrerin mal nicht mitspricht, dann kuck ich halt beim Nachbarn oder fragt diesen .... , ... war immer schon so ...." .... -- sowas sagt sie mit Selbstverständlichkeit, weil sie es einfach nicht anders kennt....

      Bei der Einschulungsuntersuchung war alles noch in Ordnung. Dort waren wir beim Sehtest.

      Sie kann 10cm große Buchstaben auf 4m Entfernung nicht erkennen... Das Buch im Buchständer am Kopf des Heftes ist ihr schon zu weit weg .... sie legt es halt nebendran ......

      in ein paar Tagen ist der Zweite Augenarzt-Termin mit Tropfen zur Feststellung der korrekten Brillenstärke .... und ich bin einfach nur geschockt und überrascht, wie ein Kind das sooooo lange kaschieren kann, ohne dass man das merkt........ auch in der Schule..... --- erschreckend....
      aber es wird halt oft singen- und klatschen gemacht -- es gibt viele viele kopierte Blätter, ... dieser Frontalunterricht mit Abschreiben von der Tafel, wie wir das in der Schulzeit gemacht haben, findet gar nicht mehr so oft statt-..... also hat es auch die Lehrerin nicht bemerkt....

      warum erzähle ich das?

      So oft liest man hier von ADS-Verdachten, von unkonzentrierten Kindern, --- von langsamen Kindern usw... ----- bitte denkt an die Geschichte meiner Tochter, .... sie sieht echt nicht gut und konnte das bis Mitte der Dritten Klasse kaschieren, ohne dass irgend jemand was gemerkt hat .... ----

      Lasst bei irgendwelchen Zweifeln oder langsamen Kindern die Augen testen und denkt nicht gleich an ADS oder sowas..... ---- .... wer weiß .... vielleicht geht es anderen auch so wie mir ?

      • Unsere Drittklässlerin hat morgen einen Augenarzttermin, um eine Fehlsichtigkeit festzustellen, allerdings ist uns aufgefallen, dass sie alles auffallend nah vor die Augen hält... Sie sagt zwar, es ist eine Angewohnheit, aber mein Mann und ich sind beide Brillenträger und somit wollen wir es natürlich abklären lassen...

        Kinder sind halt sehr kreativ und ich denke, auch wenn es natürlich für euch jetzt wirklich sehr plötzlich kommt, solltet ihr auch ein wenig stolz auf eure Tochter sein, dass sie so kreativ Lösungen für sich gefunden hat, um eben trotzdem in der Schule mitzukommen... Klar, fällt grad nicht wirklich leicht, aber sie ist zumindest erfinderisch...

        Ansonsten stimme ich dir zu, AD(H)S ist leicht gerufen, wenn irgendwas nicht klappt, wie es soll... Trotzdem sollte man ganzheitlich untersuchen, ob wirklich so eine Diagnose dahintersteht oder doch nur eine ganz harmlose Beeinträchtigung dahintersteckt...

        LG

        • Bei uns war es ähnlich.
          Ich bin mit dem großen Sohn zum Augenarzt weil der so oft stolperte, am Türrahmen aneckte, Gläser umkippte etc. Malen usw konnte man ihn mit jagen. Und da wir in der Familie fast alle eine Brille tragen dachte ich es schadet ja nicht mal gucken zu lassen. Aber er brauchte und braucht bis heute keine Brille. Allerdings hat er ADHS und es war tatsächlich unanchtsamkeit, impulsivität...losrennen ehe er geguckt hatte und rums.
          Den kleinen Sohn hatte ich nur dabei weil ich keinen hatte wo er bleiben konnte. Der Augenarzt meinte "Wenn er schon mit ist guck ich bei ihm auch nach. Wenn sie alle Brillenträger sind sollten wir das auch die nächsten Jahre regelmäßig machen. Bei Kindern merkt man das oft erst sehr spät das sie schlecht sehen". Und tatsächlich, mein kleiner Sohn trägt seit dem Brille und es wurde festgestellt das er nicht richtig 3dimensional sehen kann. Hätte ich nie gedacht, der saß beim Vorlesen immer ganz entspannt neben mir, hinten angelehnt und nicht Nase auf dem Buch, er stolperte und fiel fast nie....also gegenteil seines Bruders. Erklärung des Augenarztes: Die Sehschwäche können Kinder sehr gut ausgleichen, auch wenn es mehrere Dioptrien sind. Und das er nichts umkippt etc liegt daran das er es nicht kennt richtig 3-D zu sehen. So wie er sieht hat er sich dran gewöhnt.
          Das die Brille nötig war haben wir ganz schnell bemerkt. Beim Optiker abgeholt, aufgesetzt und nicht wieder abgesetzt. Ich habe ihn nie anhalten müssen die Brille auf zu setzen. Vom 1. Tag an war das morgens das erste nach dem Aufwachen und ist es abends das letzte die Brille aus zu ziehen. Damals war er 3. Das würde ein Kind in dem Alter ja nicht tun wenn es keine deutliche Erleichterung durch die Brille hätte.

      Bei meinem Sohn war es ne Hörschwäche... Haben wir in der 1. Klasse gemerkt... Rechtschreibung klappte nicht... Und Felix hätte auch 1000 Varianten, um zu kaschieren, dass er etwas nicht verstanden hat...

      Die Lehrerin war aber (auch nach der Diagnose und nem LRS-ausschluss weiterhin der festen Überzeugung, es sei ne LRS, und ggf auch ADS, weil er so verträumt wirkte... Dabei war er nur hochkonzentriert, um alles mitzubekommen und wirkte dabei manchmal abwesend.....

      Es ist wirklich nicht immer alles so, wie es auf den ersten Blick scheint...

      Jetzt mit Hörgeräten läuft es deutlich besser...

    • Daher sollten Zähne und Augen regelmäßig durch die Fachärzte kontrolliert werden, sprich Zähne zweimal und Augen einmal jährlich.

      Du möchtest gar nicht wissen wie viele sprachauffällige Kinder ich an Fachärzte weitergeschickt habe.

      Ich wünsche mir, auf der einen Seite mehr Eigenverantwortung der Eltern und auf der anderen Seite, dass Kinderärzte ihre Seh- und Hörteste nur als Screening sehen und bei kleinsten Unsicherheiten an ihre Kollegen verweisen.


      LG

      Ich habe beides. Diagnose ADHS (Erwachsenenalter) und Brille seit dem Kleinkindalter.

      Wegen unfähigem Augenarzt stimmte die Brille jedoch bis zur Pubertät nie. Nach einem Wechsel des Arztes bekam ich eine Brille, die über 10 Jahre richtig war.

      Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich GESEHEN . Das war ein AHA Effekt.

      Ich wusste vorher schon, dass ich anders war. Augen-Op hatte ich auch, weil ich oft wo runtergefallen bin und das Schielen nicht zu übersehen war.
      Ich konnte auch sagen, wenn eine Brille NICHT stimmte. Dann sah ich nämlich schlechter. :-p Was GUT sehen bedeutet, habe ich aber erst in der Pubertät erfahren. :-p

      Bis dahin kannte ich viele Tricks. Die von deiner Tochter genannten und viele mehr. Es ging ja trotzdem.



      ADHS Diagnose bekam ich im Erwachsenenalter. Lange nachdem ich eine passende Brille hatte.



      Mein Kind hat seit dem Kindergartenalter eine Brille.

      Von den Werten her bräuchte sie keine. Weil aber die Augen unterschiedliche Werte haben, bekam sie die Brille zur Erleichterung. Im Gegensatz zu mir als Kind, trägt sie ihre Brille sehr gerne. Grund: sie selbst spürte sofort die Erleichterung.

      Viele Erwachsene, die ich kenne, nehmen lieber die Konzentrationsprobleme, schlechtes Sehen, Kopfschmerzen in Kauf. Jedenfalls diejenigen, die mit Ü30 oder Ü40 das erste mal eine Brille brauchen. Sie fühlen sich dadurch alt. Selbst massive Beeinträchtigungen und steigende Unfallgefahr nehmen sie in Kauf.

      Erwachsene, die U20 die erste Brille bekommen haben, nehmen diese als Selbstverständlich und gehen bei Veränderungen zum Augenarzt.


      Bei Konzentrationsproblemen frage ich grundsätzlich immer erst Augen, Ohren ab!

      Der Kinderarzt macht den Sehtest standardmäßig.
      Dieser sagte jedoch dazu: er erkennt nur so offensichtliche Sehprobleme, die Eltern im Alltag längst auffallen müssten.

      Bsp. ich bin als Kind oft runtergefallen, weil ich keine Kanten erkennen konnte.

      Mein Kind hat jede noch so kleine Stecknadel in Ton auf Ton auf dem Untergrund gesehen. Auch heute noch, wenn ich meine - sehr gut eingestellte Brilel - aufhabe, sieht mein Kind wesentlich besser als ich.
      Dennoch hat sie Sehprobleme. Zu Beginn der Behandlung lag ein Auge bei ca. 30% Sehkraft. Im Alltag ist nichts aufgefallen.

      Weil ich aber über viele Jahre einen *** als Augenarzt hatte und viele Brillenträger sind und weil der Kinderarzt sagte, dass die Standardtests nicht wirklich etwas bringen (nur das, was er mit bloßem Auge auch so erkennen würde), sind wir früh zum Kinderarzt.

      Ab Brille fing mein Kind an Bilderbücher zu mögen. Davor machte sie einen Bogen darum.


      Beim Schuluntersuchungstest wurde nur auf den Fragebogen gesehen. Aha, Brille. Dann sparen wir uns den Sehtest. Das ist nur für diejenigen, die noch nie beim Augenarzt waren. Wirklich was erkennen kann man da auch nicht. Dazu müsste das Kind schon extrem schlechte Augen haben. Wenn sie einen Verdacht haben, gehen Sie direkt zum Augenarzt. Das macht mehr Sinn. Da sie schon eine Brille hat, erst recht. Da bringt der Test gar nichts bei uns.

      Sie sagte auch dazu, dass bei Verdacht zum Augenarzt überwieden würde.

      Das Kind einer Freundin war beim Schuluntersuchungs Sehtest ohne Probleme. Die Mutter ist dann trotzdem mit ihrem Kind zum Augenarzt. Testperson sagte zwar, dass alles ok sei, aber nur was diesen Test betrifft. Bei Verdacht, lieber prüfen lassen.

      Tjaja, zwei Wochen später hatte das Kind eine Brille, relativ schlechte Werte.
      Beim Test war vieles erahnt. Nicht geraten, aber schemenhaft erahnt.

      Das kann mein Hirn heute auch noch gut. Gib mir einen Text der in etwa so aussieht IiiIIIIIiiiii ... dann kann ich Wörter erahnen. Nicht wissen, nicht lesen, aber zusammenfügen.

      Schwierig wird es, wenn alles Großgeschrieben ist. Jedoch haben kleingeschriebene Buchstaben andere Höhen. f (zwei 1.Klässlerlinien), a nur eine, g auch zwei Zeilen jedoch nach unten. Somit kann ich Wörter ausschließen oder für möglich erachten. Einfach weil ich trainiert bin.



      Kinder von Freunden haben ADS/ADHS. Erste Fragen vom Kinderarzt
      1. war das Kind schon beim Augenarzt?! Was kam dabei raus
      2. war das Kind schon beim Ohrenarzt?
      3. war das Kind schon beim Pädaudiologen?

      Wie ist es in folgenden Situationen?
      - beim Toben
      - beim Ruhig sitzen
      - beim Lernen
      - beim Basteln
      - draußen
      - im Verein
      uvm.

      Auch Bluttests wurden vor der Diagnose gemacht.

      Bei mir als Erwachsene zur ADHS Diagnostik mussten auch Augenarzt vorgewiesen werden. Geprüft wurden auch Leberwerte, Schilddrüsenwerte, Diabetis, MRT (Ausschluss Hirntumor) und vieles mehr. #winke

      • Hi Zahnweh, hattest du dann OP als Kind? Und was wurde da gemacht? Hat es geholfen?

        Ich frage, weil bei unserem Kind lt Orthoptistin Okklusion nichts mehr bringt und beim nächsten Termin schaut der Operateur drauf.
        Was für einen Strabismus hattest du?
        Wurde dein Schielen neben der Sehhilfe nebenbei (im Vorfeld OP - falls es eine SchielOP war) auch noch behandelt?

        Wenn deine Brille als Kind - durch falsche Ermittlungen von seiten eures damaligen Augenarztes - so lange falsche Werte hatte, hatte es dann überhaupt was geholfen?
        Was für eine Sichtigkeit hattest du denn? Ich weiß ich stelle viele Fragen, aber ich lese so gerne Erfahrungsberichte, weil unser Kind leider keine gute Augen hat, obwohl sein Visus noch im Rahmen ist. Bisher wurden die Werte leider schlechter, ich weiß nicht ob sie je besser werden können. Die OP hilft vllt.

        Und konntest du im Laufe der Zeit noch räumliches Sehen entwickeln?

        Liebe Grüße und klar kann ich es verstehen, wenn du die vielen Nachfragereien meinerseits nicht beantworten möchtest. Ich dachte mir, ich versuche es einfach mal.

        • BEi Strabismus hilft meist kein Abkleben mehr. Es wird ja nur abgeklebt um dem anderen Auge zu ermöglichen eine bessere SEhleistung zu bekommen. WEnn die Orthoptistin sagt, dass die jetzt erreicht ist und noch kein 3 D sehen vorhanden ist, helfen entweder Prismen in einer Brille oder eine Op wen die Augachsen zu weit auseinander sind.

          • Hallo laila1984, unser Kleiner startet mit Brille und Okklusion als er korrigiert 1 Jahr alt war. Unser Kind zeigt einen Strabismus divergens (Exotropie/Auswärtsschielen) intermittierend. Zunächst betraf das stets nur ein Auge. Nach rund 2 Jahren zeigte er dann ein intermittierendes, alternierendes Auswärtsschielen.
            Der Strabismus wurde deswegen therapiert, um das schwächere Auge zu animieren. Beide Augen sind nicht gleich gut/schlecht, haben also eine Dioptriedifferenz.

            Als Baby hatte er Retinopathie, wesshalb wir bereits ab Geburt augenärztlich betreut und engmaschig kontrolliert wurden. Doch erst mit korrigiert einem Jahr wurde das Schielen auffällig.
            Zwischen Oktober und Dezember letzen Jahres waren wir in insgesamt 3 Kliniken, darunter auch in einer Uniklinik. Und die Orthoptisenmeinungen fielen unterschiedlich aus. Im Dezember hieß es, dass er es noch schafft beiden Augen dazu zu holen wenn er sich auf etwas konzentriert. Jetzt im Januar heißt es, dass er es nicht mehr schafft und das Schielen nur noch das eine Auge betrifft (Führungswechsel) und eine OP notwendig ist.

            Von unserer Augenklinik hatten wir das letzte halbe Jahr keine Indikation mehr bzgl Okklusion und laut anderen Augenkliniken wäre das kontraproduktiv gewesen.

            Eine Expertise lautete, wir sollen sogar beide Augen tageweise im Wechsel abkleben um beide Augen zu trainieren, da er alternierend schielte.
            Wir als Eltern waren bei so vielen verschiedenen Expertisen echt überfragt, aber wir konnten ja nicht hingegen der Indikation von seiten unserer Augentagesklinik auf eigene Faust abkleben. Schwierig.

            Dazu kommt eine Sehnvervenschädigung bei unserem Kind, eine Opticusatrophie - lt. Uniklinik sehr wahrscheinlich verursacht durch seine damaligen Hirnblutungen.

            Er bekam jetzt im Kinderkrankenhaus eine VEP, deren Ergebnisse noch ausstehen. Zudem wird unsere Augenklinik ein Photo der Sehnerven aufnehmen, damit wir in ca. einem Jahr Vergleichsaufnahmen im Hinblick der Optikusatrophie.

            Ich kenne 2 Fälle bei welchen eine SchielOP zu einer Fixierung des Augenstellung führte, also die OP mehr Schaden anrichtete als alles andere. Dies führte zu kontinuierlichen Doppelbildern, Kopfschmerzen und so weiter.
            FolgeOPs konnten das nicht mehr kitten.
            Wir sind also schon am Überlegen, ob wir uns nicht in einer Augenklinik mit den Schwerpunkten Kinder-/Neuroophthalmologie, Sehnervschädigungen und Glaukomdiagnostik (da sie die Gerätschaften zur kontaktlosen Augeninnendruckmessung verfügen sollten) eine Zweitmeinung bzgl OP einholen. Aber die Suche gestaltet sich halt schwierig, weil wir nicht wissen, wer wirklich gut ist. Eine Ärztin/Klinik wüssten wir, aber die Wartezeiten sind unheimlich lang und der Besuch wäre aufgrund der Entfernung mit einer Übernachtung verbunden.

            Prismenbrille nutzt unserem Kind leider nix. Wir haben aber jetzt zumindest eine mit Tönung geordert, weil er aufgrund der Exotropie recht blend-/lichtempfindlich ist.

            Stereosehen hat er wohl nicht, getestet wurde wiederholt mit dem Lang-Stereotest I + II.
            Sein Visus ist mit und ohne Brille glücklicherweise noch recht gut (bds. 0,5). Aber ohne Brille ist sein Visus genauso hoch, als mit Brille - zeigte also keinen Unterschied.

            Die Brille setzt er leider auch gefühlte 100mal am Tag ab, wir sind also sehr dahinter, dass er sie wieder aufsetzt. Die Kita unterstützt hier auch so gut sie kann.

            Wenn die Empfehlungen der Orthoptistinnen miteinander konform gegangen wären, dann fiele uns die Planung leichter. Aber so ist es für uns nicht so einfach.
            Wir haben uns jetzt dafür entschieden, erstmal die Ergebnisse der VEP abzuwarten und dann weiter zu überlegen. Der Operateur hat auch erst in einem halben Jahr einen Termin frei, wobei das lt unserer Orthoptistin "eigentlich zu lang hin sei" und ein früherer Termin besser wäre. Aber da es erst in einem halben Jahr soweit ist, dass der Operateur unser Kind anschaut, haben wir ohnehin Zeit uns noch etwas schlau zu machen und ggf. eine Zweitmeinung einzuholen.

            Liebe Grüße, Snow

            • Korrektur (habe mich schlampig ausgedrückt weil ich soeben auf dem Sprung bin und mich beeilt hatte):

              "Der Strabismus wurde deswegen mit Okklusion therapiert, um das schwächere und schielende Auge zu animieren/trainieren. Beide Augen sind nicht gleich gut/schlecht, haben also zudem eine Dioptriedifferenz. "

        Hallo Snowdrops,

        jetzt habe ich endlich Zeit und Ruhe darauf zu antworten. Ich brauchte erst das Gefühl mich darauf einzulassen. Das ging zwischen Tür und Angel der letzten Tage nicht.

        Mit den Fachbegriffen kenne ich mich zu wenig aus. Daher die Laienbeschreibung.

        Runtergefallen bin ich als Kleinkind überall. Das Schielen war für jeden sofort sichtbar.
        Daher Augenarzt.

        Dieser ließ mir die Augen tropfen und passte DANACH die Brille an (siehst du damit besser/schlechter) usw.

        Beim nächsten Termin wieder. Nur dass die Sehschule meinte, meine Werte hätten sich verschlechtert und das läge daran, dass ich die Brille nie tragen würde.

        Also wieder tropfen und dann wieder mit getropften Augen die Brillengläser vor der Nase aussuchen.

        Dass das Quatsch ist, habe ich im Kindergartenalter schon gesagt, aber die Erwachsenen wollten es besser wissen. Meine Mutter hörte auf den Arzt (je größer der Mist, desto mehr hörte sie darauf).

        Im Kindergartenalter sprach meine Mutter den Arzt mehrfach darauf an, ob Abkleben helfen würde. Sie hatte davon gelesen. Augenarzt lehnte ab. Das sei nicht nötig!

        Er versuchte es mit Gleitsichtbrille, Lesebrille (angeblich war ich stark weitsichtig), sonstigem. Sehschule schimpfte immer mit mir, dass die Brille nicht stimmte, weil ich sie nie trug. - wie denn auch, wenn ich damit nichts gesehen habe!

        Im Grundschulalter sprach meine Mutter den Augenarzt wieder aufs Abkleben an.
        Seine Antwort: das sei viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel zu spät. Das hätte man viel früher machen müssen!!! (nun, er behandelte mich seit ich 1,5 oder 2 Jahre alt war).

        Also bekam ich Folie auf die Brille (die ohnehin nicht stimmte). Das störte mich so sehr, dass ich mir das Auge selbst abklebte. Wegen der Folie durfte ich die Brille nicht abnehmen. Beim Schlechten Auge hatte ich keinen Unterschied ob ich nun schlecht - ohne Brille - oder schlecht - mit Brille - sah. Beim Besseren störte mich die Folie enorm. Ohne Brille sah ich nämlich besser.

        Weil gar nichts davon etwas brachte, gab es dann eine Schiel-Op.
        Damit verschwanden meine Nackenprobleme und meine falsche Schreibkörperhaltung. Ich hing nicht mehr schräg über meinem Heft.

        Die falschen Brillenwerte stimmten weiterhin nicht. An seinem System erst Tropfen, dann mit getropften Augen sagen ob es nun besser/schlechter sei, änderte sich dort nichts.

        Räumlich sehen konnte ich laut Augenarzt noch nie. Ich würde nicht so reagieren wie andere Kinder, daher wäre bewiesen, dass ich es nicht könne.

        Schillerbilder konnte ich noch nie erkennen damals.

        Nystagmus erkannte dieser Arzt bei mir übrigens erst im Grundschulalter kurz vor der Schiel-OP

        Dann kam ich zu einem Augenarzt, der anders war.
        Innerhalb von 2 Minuten erkannte er den Nystagmus, innerhalb von 3 Minuten hatte er mir eine Brille angepasst, deren Werte über viele Jahre wirklich stimmten und ich wirklich etwas sehen konnte damit!

        Der nächste Augenarzt war auch super.
        Bei meinem Kind hat er sofort erkannt, was los war, die Werte mit Tropfen ausgemessen und bei einem anderen! Termin die Feinheiten abgestimmt.
        Bei ihr wurde direkt von Anfang an abgeklebt. Von ca. 30% konnte das Auge auf 100% gesteigert werden. Geschielt hat sie nie.

        Während ich auf bei ihrer Untersuchung dabei war, sah ich auf ein Schillerbild und ich erkannte fast alles! Das war ein AHA Erlebnis!

        Ein weiterer Augenarzt erklärte mir, dass ich kein Nystagmus haben könnte. Auf Nachfrage warum, antwortete er verblüfft: "weil ich mich damit nicht auskenne".
        Da es mehrere Ärzte in der Praxis waren und es Zufall war, wo man hinkommt und nur er da war, wenn die Sehschule da war, haben wir gewechselt.

        Der nächste Augenarzt sowie einmal Vertretung, haben sofort den Nystagmus erkannt. Zumindest innerhalb der ersten 5-10 Minuten.


        Ob ich räumlich sehen kann oder nicht, weiß ich nicht. Ich glaube aber schon.
        Die Beschreibungen von Menschen, die NICHT räumlich sehen können, passen nicht zu dem, was ich sehe.

        Ich bin motorisch ungeschickt und greife teilweise daneben. Da sehe ich aber auch, dass ich daneben greife. Die Hand richtig zu steuern, klappt nur bedingt.
        In der handwerklichen Ausbildung hatte ich da auch keine Probleme. Motorik war in der Zeit etwas besser. Mit der richtigen Brille ging es auch ganz gut.
        Daher glaube ich schon, dass ich räumlich sehen kann.

        Warum und wie das gekommen ist, weiß ich nicht.


        Mit meinem Kind bin ich schon früh zum Augenarzt. Ein Familienzweig hat bei uns Brillen, ich musste sowieso wieder zur Kontrolle und auch wenn sie scheinbar sehr gut gesehen hat, wusste ich, dass Kinder das gut kompensieren können.

        Und der Kinderarzt sagte selbst: das, was sie bei der U an Augenfehlern erkennen können, haben die Eltern meist sowieso schon längst selbst bemerkt (oder andere Laien mit bloßen Augen). Der U-Augentest ist eigentlich dann, wenn es eigentlich sowieso schon fast zu spät ist.
        Er hilft eben dann, wenn Eltern selbst schon bemerkt haben, DASS etwas ist, aber es nicht wahrhaben wollen und sich weigern zum Augenarzt zu gehen. Dann ist der U-Test eine Aufmunterung. Das, was der U-Test aufdeckt ist das, wo die meisten Eltern eben selbst schon längst beim Augenarzt waren.

Ein Lehrer ist kein Mediziner und kann nur seine Beobachtungen wiedergeben. Abklären müsst ihr das und eigene Initiative zeigen.

"wie ein Kind das sooooo lange kaschieren kann, ohne dass man das merkt........ auch in der Schule..... --- erschreckend....aber es wird halt oft singen- und klatschen gemacht -- es gibt viele viele kopierte Blätter, ... dieser Frontalunterricht mit Abschreiben von der Tafel, wie wir das in der Schulzeit gemacht haben, findet gar nicht mehr so oft statt-..... also hat es auch die Lehrerin nicht bemerkt...."

Und DU als Mutter?
Warum hast du es nicht bemerkt?
Du machst es dir echt leicht, die Fehler bei anderen zu findne.
Es ist DEINE Aufgaben, auf dein Kind auf solche Sachen zu Achten und dann ggf. regelmäßig Kontrolltermine wahrzunehmen. Dann hätte dein Kind schon viel eher Hilfe bekommen.

  • Meine Schwester war mir ihren Sohn bei allen regelmässigen Kontrollen. Nur war das auffällig. Dann mussten Sie sich einen neuen Kinderärztin suchen. Erst die stellte fest,das was nicht stimmt. Vorher hat niemand,nicht mal der Arzt was gemerkt.
    Sodas kommt schleichend. Und je älter die Kinder werden,desto weniger U-Untersuchung gibt es. Ich höre immer wieder das Eltern überrascht sind,das ihre Kinder eine Brille brauchen eben,weil sie sich gut tarnen und vieles normal im Alltag ist.
    Selbst ich habe lange nicht gemerkt das ich eine Brille brauche. Erst als ich wg. Kopfschmerzen beim Arzt war kam es raus. Vorher dachte ich immer ,das sie Welt eben so ist die ich sie sehe.
    Finde es unfair der TE Vorwürfe zu machen,obwohl sie nur warnen möchte.

    • Gut, dass sie darauf hinweist.
      Wäre aber auch ohne

      " auch in der Schule..... --- erschreckend....
      aber es wird halt oft singen- und klatschen gemacht -- es gibt viele viele kopierte Blätter, ... dieser Frontalunterricht mit Abschreiben von der Tafel, wie wir das in der Schulzeit gemacht haben, findet gar nicht mehr so oft statt-."

      gegangen.

      Gerade weil es so ist, dass es Kinder gibt, die das gut auffangen können, so dass man lange nichts merkt, hat doch dann keiner was versäumt. Da sie jedoch ein Versäumnis bei der Schule sieht, muss sie sich die Frage, warum sie selber nichts gemerkt hat, gefallen lassen.

      • Hättest du richtig gelesen, würdest du wissen, dass sie sogar gleich zu Beginn ihres Posts geschrieben hat, dass auch ihr selbst nichts aufgefallen ist. Sie hat beschrieben, wie SIE ihr Kind wahrgenommen hat und warum sie noch nicht mal auf den Gedanken gekommen ist, dass da etwas sein könnte.
        Glaubst du nicht, sie macht sich selbst die größten Vorwürfe? Meinst du echt, so eine Aussage, wie deine, braucht man in dem Fall als Mutter?

        Und NEIN, die Frage warum sie nichts gesehen muss sie sich nicht gefallen lassen - jedenfalls nicht von dir. Vielleicht irgendwann einmal von ihrer Tochter, aber definitiv nicht von dir.

        Nur weil Kinder nicht wissen, dass es anders normal ist und daher mit ihrem Zustand zurechtzukommen lernen, heißt es nicht, dass kein Schaden entsteht. Je später hilfreiche Therapien starten, desto weniger wirken sie. Gerade beim Augenlicht.
        Mein Sohn sieht heute 100% auf beiden Augen dank Therapien, die noch im Kleinkindalter begonnen haben. Sein linkes Auge war bei Geburt fast vollkommen blind. Er konnte nur hell/dunkel erkennen, nicht einmal Umrisse. Zum Augenarzt sind wir damals eigentlich wegen seines extremen Schielens gegangen - sein linkes Auge konnte er praktisch gar nicht bewegen. Er konnte ganz normal greifen und ist auch nicht gegen Wände gelaufen. Später wurde uns klar, dass er mit den Schatten räumlich sieht.

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