Bus verpasst - und was dann geschah

    • (1) 30.01.19 - 12:55

      Hallo!

      Letzten Montag ist etwas passiert, was mich immer noch grübeln lässt.

      Folgender Sachverhalt:
      Unsere Grundschule ist ca. 2 km von zuhause entfernt, es gibt einen "sicheren" Weg auf einer kleinen Nebenstraße, den alle "zu-Fuß-Kinder" gehen.
      Und es gibt den Weg entlang der Hauptstraße, ohne Bürgersteig o.ä., wo ziemlich gebrettert wird. (ländliche Gegend)

      Meine Tochter (6) geht in die 1. Klasse und ist noch keinen der beiden Wege gegangen. Morgens bringe ich sie auf dem Weg zur Arbeit, Mittags fährt sie mit dem Bus nach Hause.

      Wir haben natürlich schon oft über die Sache bezüglich "nicht mit Fremden mitfahren" gesprochen. Und sie hat meine Telefonnummer innen in ihrer Schultasche vermerkt, damit sie jemanden bitten kann, mich anzurufen, wenn was ist.

      So weit die Theorie.

      Die Praxis lief folgendermaßen:
      Marlene soll um 11:45 daheim sein, um 12:10 ist sie immer noch nicht da. Ich bin raus, eine Runde durch die Nachbarschaft, die Mama einer Schulfreundin angerufen.

      Noch während ich telefoniere, kommt ein Auto angefahren mit einer Frau mittleren Alters und meiner Tochter auf dem Beifahrersitz.
      Kind hatte den Bus verpasst.

      Die Frau erzählt, sie habe meine Tochter entlang der gefährlichen Hauptstraße aufgelesen, sie hatte Angst, dass ihr was passieren könnte.
      Sie hatte meiner Tochter (die zögerte einzusteigen) gesagt, dass man normalerweise nicht mit Fremden mitfahren dürfte, in ihrem Fall sei das aber ok, da sie eine Frau und auch Mama sei.

      Als Marlene im Auto saß, stellte sich heraus, dass die Frau meine Familie flüchtig kennt, sie wusste auch, wo wir wohnen. Aber da saß das Kind halt schon im Auto.

      So, in dem Moment hab ich nicht groß reagiert, hab mich bei der Dame bedankt und bin mit meiner Tochter nach Hause.

      Jetzt im Nachhinein beschäftigt mich die Sache sehr.
      Klar bin ich der Dame dankbar, dass sie auf mein Kind geachtet hat. Auf der betreffenden Straße fahren die meisten wie die Idioten.

      Aber wie war das nochmal? Wir fahren nicht mit Fremden mit?!

      Gilt das für Männer oder für alle?
      Und wie fremd ist eigentlich fremd in einem Kaff, wo nahezu jeder jeden kennt?
      Und dann ist da ja noch der nicht fremde Herr Onkel oder Nachbar - ist "nicht fremd" gleichzusetzen mit vertrauenswürdig?
      In wie weit kann ein Kind seinem Gefühl trauen?

      Und was zum Teufel sage ich meinem Kind, wenn ich selbst so viele Fragen habe??

      Klar, zur Situation "Bus verpassen" haben wir jetzt Vorkehrungen getroffen. Wieder rein in die Schule, Erwachsenen bitten, mich anzurufen (das mit der Telefonnummer hatte sie vergessen) und dann kann man besprechen, ob sie den sicheren Weg heimgeht oder wir sie abholen.

      Aber das wird vermutlich nicht die einzige Situation bleiben, die theoretisch in den kommenden Jahren auftreten könnte.

      Also, was konkret soll man seinen Kindern (auf dem Land) raten? Ich bin echt überfragt und merke, dass meine Tochter das Ganze auch verunsichert.

      Vor allem, weil für Kinder die Gefahr so abstrakt ist. Man kann ja nicht grade detailliert erklären, was "böse Menschen" mit kleinen Kindern anstellen können...

      Lange Rede, kurzer Sinn:

      Mich würde sehr interessieren, wie andere Eltern diese Sache handhaben und ob es Antworten auf meine Frage geben kann.

      Danke!
      LG Claudi

      • Hi,

        ja die Frau ist fremd.
        Gerade die Definition vin Fremd ist schwierig, deswegen soll man eher dem Kind sagen, bei wem es mitfahren darf, Mama, Papa, Oma etc. Alle anderen nicht.
        Auch nicht mit der Mama des besten Freund , wenn es nicht abgesprochen ist(Spielverabredung etc)
        Und dann am besten testen lassen, ob sie nicht wirklich einsteigt.

        LG
        ChaosSid

        (3) 30.01.19 - 13:07

        Hallo.

        Also alleine laufen geht gar nicht. Das würde ich verbieten. Wie du schon schreibst, zurück zur Schule und anrufen (lassen). Dann könnt ihr entscheiden, ob sie läuft oder ihr sie abholt. Sollte jemand sich vorab schon bereit erklärt haben, sie mitzunehmen, dann soll die Dame anrufen, um nachzufragen.

        Alles Gute.

        LG

        PS: Ich wäre auch so eine Mutter, die dann ein Kind mitnehmen würde. Aber ich würde dem Kind von mir aus anbieten zu telefonieren oder ich würde mit der Mutter telefonieren. Aber das Problem dabei ist, dass viele Kinder gar keine Nummer bei haben. Also was bleibt übrig, vielleicht ein Handy oder so eine Uhr, wo man sie orten kann.

        https://www.google.com/search?q=Ortungsuhr+f%C3%BCr+Kinder&client=firefox-b-ab&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjG18mCvJXgAhUkWRUIHWQ-A04Q_AUIDygC&biw=1920&bih=877

        Hallo,

        ich will mal ehrlich sein. Natürlich sollen auch unsere Kinder zu niemandem ins Auto steigen, den sie nicht kenn, ABER ich persönlich hätte mehr Probleme damit wenn es ein Mann wäre #zitter. Warum? Wahrscheinlich weil wir durch die Verbrechen die durch die Medien gehen mehr Männer als Täter präsentiert bekommen oder einfach gesagt, weil es mehr Männer sind.

        Ich finde es gut, dass ihr das nochmal besprochen habt, so dass sie dann wieder in die Schule geht und du angerufen wirst. Möglich wäre auch noch ein Handy (kein Smartphone) wo deine Nummer (und andere wichtige) drin ist und sie ruft selbst an. Sie ist ja mit einem zögern eingestiegen und hat sich dann von der Frau überzeugen lassen, was natürlich auch hätte schief gehen können, aber ist es ja zum Glück nicht.

        Jeder, den dein Kind nicht kennt ist fremd, unabhängig davon ob der jenige weiß, wo ihr wohnt, oder auch Mama/Papa ist.

        Es gibt ja eben auch die Situationen, in denen Leute Kinder entführen wollen. Bsp. deine Mama ist im KH ich fahr dich schnell hin, das eigene Kind wird das nicht hinterfragen, weil es sich zum einen Sorgen macht und zum anderen nicht auf Idee kommt entführt zu werden. In diesem Fall finde ich es gut ein Codewort zu vereinbaren. Wenn sie also angesprochen wird, dass irgendwas passiert sei und er/sie deine Tochter nun schnell zu dir bringt fragt sie nach dem Codewort (Bsp. Blume).

        Ob das in der Praxis dann so klappt weiß ich natürlich nicht. Schlimm, dass man heutzutage über sowas nachdenken muss.

        Lg Annika

      • Hallo,
        mich wundert, dass ihr eine so kurze Strecke von 2 km noch nie zu Fuß, mit Fahrrad, Roller etc. einstudiert habt. Wie kommt das? Meine hatten in der GS genau so einen Weg, wie du ihn beschreibst, exakt 1,9 km. Also knapp an Busfahrkarte vorbei. Sie sind täglich morgens und mittags gelaufen, später, als die Jüngere keine Schwester mehr auf der GS hatte, ist sie im Winter Bus gefahren. Da hat sie ihn auch mal verpasst, unsere Nachbarin 3 Häuser weiter wollte sie mitnehmen, aber sie (2. Klasse) hat abgelehnt und ist einfach gelaufen!
        Ich würde eure Geschichte nun zum Anlass nehmen, den Weg zu üben, sie ihn öfter laufen lassen mit den anderen Kids statt sie zu fahren und nochmal eindringlich darüber zu sprechen, mit gar keinem Fremden zu fahren. Egal ob Mann oder Frau.
        VG

        • (6) 31.01.19 - 11:48

          Hallo.

          Die Länge der Strecke wird nicht das Problem sein, sondern die stark befahrene Straße wäre mein Problem. Und wenn es dort keinen Radweg gibt, wird sie auf der Straße laufen müssen. Und das würde ich meinem Kind nicht zumuten bzw. erlauben.

          LG

          • (7) 31.01.19 - 11:53

            Na, es scheint ja weitere Laufkinder zu geben, die die 2 km nicht kutschiert werden ;-). Ein Radweg ist keine gute Idee, um darauf zu laufen. Das Kind ist übrigens auch nur auf dem direkten sicheren (!) Gehweg versichert.

      (8) 30.01.19 - 14:37

      Du musst Deiner Tochter einbläuen, dass eben auch in solch einer Situation IMMER die Telefonnummer angerufen werden muss. -- erst dann, wenn Mama am Telefon das Okay gegeben hat, steigt sie ein ...

      ich fand das in der 1. Klasse von meinem Sohn grandios(!) --- wir sind JEDE Woche seit Krabbelalter mit der Besten Freundin und deren Kinder zusammen.... --- mindenstens 1mal -- wir kennen uns also eng und gut...--- als es ein Riesen Gewitter gab, hat sie gefragt, ob sie ihn heimfahren soll und selbst da hat er gesagt: "nur, wenn du die Mama jetzt anrufst und sie mir sagt, das ist okay" --- ich war STOLZ WIE BOLLE auf ihn .... --- Regel ist Regel .... (ohne die Gefahr in den Vordergrund zu stellen heisst die Regel immer: "ich weiß wo du bist und wie du von A nach B kommst - immer! " das ist die Regel und die soll immer eingehalten werden... ).

      Solche Regeln kann man aufstellen, ohne den Kindern Angst vor Perversen zu machen und ein böses Menschenbild zur Abschreckung zu schildern....

      • (9) 30.01.19 - 15:06

        Hier war auch ganz genauso. Unser Nachbar, den er seit Geburt kannte und noch dazu sein Schwimmtrainer war.

        Und das sogar in der 5. oder 6. Klasse.

        LG

    (10) 30.01.19 - 15:17

    Hallo,
    Unser Kind geht ebenfalls in die 1. Klasse. Den konkreten Fall des Bus verpassens hatten wir auch schon.
    Meinem Kind sage ich, dass es wenn der Bus us weg ist, es zurück zur Schule gehen soll. Von dort aus kann es mich anrufen lassen. Sollte die Tür der Schule aus irgendeinem Grund zu sein, ist nebenan der Kindergarten. Auch von dort kann es mich anrufen lassen. Ich möchte nicht, dass er sich zu Fuss auf den Heimweg macht....dies wären ca 4 km....aber ich wüsste dann ja nicht, welchen Weg es nimmt und wo ich suchen sollte....
    Natürlich thematisieren wir das Thema nicht mit Fremden mitzugehen oder -fahren immer wieder ...
    Lg

    (11) 30.01.19 - 16:59

    Hallo,

    hier empfiehlt ein Mann, der an unserer Grundschule Selbstbehauptungskurse in Zusammenarbeit mit der Polizei veranstaltet, den Kindern 5 Personen zu nennen, bei denen sie mitfahren dürfen, ohne dass es vorher abgesprochen wurde.
    Bei allen anderen dürfen sie nur nach Absprache mitfahren.

    Ich würde mit meinem Kind den Fussweg durch die Nebenstraßen einüben. Dann kann sie den nehmen, wenn sie den Bus verpasst hat.

    LG

    Heike

    (12) 30.01.19 - 17:36

    Hallo,
    Frauen begehen auch Verbrechen an Kindern. Die meisten Übergriffe machen Personen aus dem Umfeld der Kinder.

    Meine Tochter darf bei niemanden einsteigen ohne, dass ich das weiß.

    Gruß Sol

    Wir hatten zum Abschluss des Kindergarten einen Tag Training zu solchen Situationen. Die Empfehlung war, dass wir mit unserem Kind ein Codewort ausmachen. Wenn ich jemanden beauftrage in abzuholen, dann kennt diese Person das Codewort und er darf mit gehen. Bei jemandem der das Codewort nicht kennt, darf er nicht mit. Wird es gebraucht, gibt es danach ein neues Codewort. Oma, Opa, eine sehr gute Freundin und meine Geschwister plus Partner gelten als Vertraute und er darf immer mit. Bei allen anderen nur mit Codewort.
    Die Differenzierung fremd und bekannt, kann sie in dem Alter noch nicht so machen, wie es passend wäre. Gerade auf dem Dorf wo viele sie wahrscheinlich kennen und sie die Leute vom sehen vielleicht auch. Das kommt erst mit der Zeit.

    ich mache es so:

    Meine Kinder dürfen bei den Eltern von Klassenkameraden und Vereinskameraden mitfahren, wenn die Eltern mich kurz anrufen. Das passiert bei uns in Fällen, wenn kurzfristig das Training ausfällt oder ähnliches.

    Gab schon lustige Situationen -die mir aber gezeigt haben, dass meine Kinder es verstanden haben.

    Jetzt bin ich selber aber auch eine Mutter, die angehalten hätte um Deine Tochter mitzunehmen.Auch wenn ich Dich nur flüchtig gekannt hätte - Ich hätte mir gedacht: Ups, da ist was schief gelaufen und die Gefahr an der Straße ist zu groß.

    Nur hätte ich Dich vermutlich angerufen - Ich frage nämlich tatsächlich nach der Nummer, weil ich das von meinen Kindern auch möchte.

    Ich würde mit Deiner Tochter reden, dass in Zukunft angerufen werden muss bzw. sie in das Sekretariat zurück gehen muss - Ich denke sie hat einfach nicht daran gedacht, dass sie Eure Telefonmummer in Schulranzen hat...

    (15) 30.01.19 - 18:58

    Bei uns ist es so dass meine Kids nur mut Leuten mit gehen wenn es mit uns Eltern so vereinbart wurde. Egal ob Mann oder Frau. Aber meine Kids sollen auch nicht wenn sie allein sind mit Fremden reden. Das mit der tel. Nr und Fremden reden, waere fuer mich also.auch nicht ok. Bei uns an der gs gilt, wenn der Bus nicht faehrt zurueck zur Schule und von dort aus Eltern anrufen lassen.

    • (16) 30.01.19 - 19:36

      Schulkinder gehen aber doch auch mal ohne Eltern zum Bäcker, in den Supermarkt, fahren ab 3./4./5. Klasse mal mit dem Bus etc. - das sind doch alles Fremde. Sie dürfen dann nicht sprechen? Diese Regel ließe sich bei uns nicht durchsetzen und ich fände sie auch unsinnig. Spielt mein Sohn (5) beim Freund, kommt dessen Tante vorbei - dann nicht mit ihr sprechen? Oder er ist im Sportverein mit 2 Trainern. Einer davon ist krank, kommt ein Ersatztrainer - was dann?
      Mir ist klar, dass der Hintergrund "kein Vertrauen aufbauen" ist, trotzdem erachte ich diese Regelung als nicht durchführbar, in keinem Alter. VG

Hallo,

Ja Theorie und Praxis liegen oft weit entfernt.

Wir haben als meine Tochter klein war ein Buch auf dem Flohmarkt gefunden es heißt “ich kenn dich nicht, ich komm nicht mit.“
Egal wie oft ich dieses Buch vorgelesen habe, es jagt mir immer den Puls nach oben und meine Stimme beebt und meiner Maus geht es genauso. Bitte lies ihr das einmal vor, ich empfehle es jedem.

Meine Tochter fragte auch was denn die bösen machen und ich bin da schon detaillierter geworden und sagte das es Menschen gibt die Kinder dann ganz doll anschreien und hauen. Klar kann man nicht alle Sachen erzählen.

Ja die Sache mit den Frauen und den Männern... ich habe immer von bösen Menschen gesprochen Männer wie Frauen. Andererseits habe ich ihr gesagt, dass wenn wir sie verlieren oder ähnliches, dass sie eine Frau um Hilfe bitten soll.

Auch haben wir sie vor Schwindeleien gewarnt wie: kannst du mir helfen und mir schnell den Weg zeigen oder schnell, deine Mama ist im Krankenhaus, ich soll dich schnell dahin bringen etc.

Ob sie es am Ende immer zu 100% umsetzen würde weiß ich nicht aber ich denke fast schon. Es ist eben ein schmaler grad zwischen dem sensibilisieren der Kinder und dem Traumatisieren. Ich möchte ja auch nicht, dass sie in jedem was böses sieht.

  • "ich habe immer von bösen Menschen gesprochen Männer wie Frauen. Andererseits habe ich ihr gesagt, dass wenn wir sie verlieren oder ähnliches, dass sie eine Frau um Hilfe bitten soll. "

    #kratz und wenn keine Frau greifbar ist, soll sie dann nicht um Hilfe bitten? Du tust ja so, als wären nahezu alle Männer Schwerverbrecher, dabei ist die Gefahr auf so einen zu geraten unglaublich gering!

    Ich habe meinem Kind immer gesagt, wenn wir uns aus den Augen verlieren, soll er ersteinmal schauen einen Verkäufer/Verkäuferin anzusprechen, wenn das nicht möglich ist, dann soll er einen Passanten um Hilfe bitten. Auf die Idee ihn auf die Frauen hinzuweisen wäre ich im Leben nicht gekommen, die schnellste Hilfe wäre mir in diesem Fall weitaus wichtiger, zumal die Gefahr auf einen Sexualverbrecher/in zu geraten viel zu gering ist. Abgesehen davon, dass die meisten Sexualverbrechen innerhalb der Famielie stattfinden.

(23) 30.01.19 - 19:52

HI,
fremd ist fremd - egal ob Mann oder Frau. Wir wohnen auch auf dem Dorf, jeder "kennt" jeden irgendwie ... trotzdem dürfen die Kinder nirgends mitfahren, wenn sie die Person nicht namentlich kennen.
Ich würde an deiner Stelle mit meiner Tochter den Fussweg noch üben - sollte sie also den Bus nochmal versäumen, kann sie schnell heimlaufen, 2 km sind jetzt ja kein Wahnsinnsweg. Zumal man im Dorf normalerweise eh alles kennt.

LG
MIm

(24) 30.01.19 - 20:37

Ich habe meinem Kind gesagt, bei wem sie konkret mitfahren darf.
Auch ohne Rücksprache mit mir, weil die Personen mich dann sicher informieren werden.
Alle anderen nicht.

Aber ich habe auch Hilfe zur Selbsthilfe mitgegeben.
Auto habe ich nicht, daher fällt die Option "ich komme dich abholen" weg.

Bus verpasst:
- den nächsten Bus nehmen!
Sie darf alleine Bus fahren, kennt die Strecken und ich kenne die Busfahrpläne auswendig (ich fahre selbst)
Zu Orten, wo der Bus 2x am Tag fährt, fährt sie nicht alleine hin. Entweder begleite ich sie oder Eltern/Gastgeberkind begleiten sie zur Bushaltestelle und warten, bis der Bus wirklich kommt. Kommt der Bus nicht, gehen sie zusammen zu den Eltern, die mich dann informieren oder mein Kind bringen.
Dort, wo mein Kind spielen darf, darf sie auch mitfahren. Zumal ich dann ja auch weiß, wo sie ist/bei wem sie ist.

- Telefon.
Als sie die ersten Wege alleine gemacht hat, bei denen sie auf unpraktischen Strecken unterwegs war bzw. Bus gefahren ist, bekam sie ein Tastenhandy. Ohne Internet.
Sekretariat hat vor Schulschluss zu, Telefonzellen gibt es nicht mehr. Sporttraining kann auch unerwartet mal ausfallen.
Selbst wenn ich den Anruf zu Hause bekommen würde, dass das Training ausfällt, kann ich nicht ohne Auto nicht hinfahren und mein Kind einsammeln.
Daher war das eine Zwischenlösung. Nicht für jede Sitatuation, aber für eigenständige Wege ohne Begleitung (Erwachsene/Freunde etc.) bei längeren Wegen.

- Wege ablaufen
Welcher Weg ist der sicherste.
Wie kommt sie wo am geschicktesten hin.
Vor allem für Alltagswege.

Für nicht Alltagswege zeigte ich ihr ein paar Orientierungstricks. Das aber erst nach und nach. Im Grundschulalter Begleitung durch mit, ortskundige Freunde (Spielbesuche). Im Zweifel eben auch das Handy: anrufen, Ort beschreiben. Dann bin ich informiert. Entweder sage ich dann, wo sie hingehen kann oder bitte sie zu warten, bis ich da bin. Das dauert eben etwas. Aber auch deswegen hat sich das Handy bewährt, weil somit mein Kind nicht komplett alleine wartet, sondern in Kontakt bleiben kann.

Schulwege haben wir geübt. Auch für die weiterführende Schule.
Nein, du gehst nicht den kürzesten Weg, sondern den bekannten!

Hallo, dass da bei dir jetzt das Kopfkino anspringt kann ich voll verstehen. Diese Fragen hätte ich mir an deiner Stelle auch gestellt.

Mich wundert nur etwas dass sie z. B den sicheren Weg nicht kennt, als Plan B sozusagen. Den wäre ich mit ihr längst schon abgelaufen. Ich kenne hier einige die knapp 2 km seit der 1.Klasse zu Fuß bewältigen und wir wohnen in Stadtrandlage, auch sehr ländlich geprägt mit viel landwirtschaftlichem und Durchgangsvekehr.

Mein Großer ist nun in die Schule gekommen und ist unheimlich selbstsicher und weiß sich irgendwie in jeder Situation zu helfen. Da komme ich ich manchmal aus dem Staunen nicht mehr raus und mich haben schon einige auf seine außergewöhnlichen sozialen Kompetenzen angesprochen. Er hat mal einen Geldbeutel auf der Straße gefunden und ihm selbständig beim nahe gelegenen Postamt abgegeben weil "die ihn gleich verschicken können"und nicht den Nächstbesten auf der Straße in die Hand gedrückt.

Als wir uns mal im Freizeitparkgedränge verloren hatten hat er eine fremde Frau gebeten bei uns anzurufen. Da war er 5. Die Nummer hatte er sich schon eingeprägt. Ebenso hatte er schon mal eine Situation richtig eingeschätzt und einen Erwachsenen gebeten den Notruf zu wählen, da dieser nur tatenlos rumstand.

Er hat schon von Kleinauf auf Radioberichte/Nachrichten reagiert und uns gefragt was da los ist. Wir konnten das nicht alles vor ihm verbergen und ich habe natürlich immer versucht es altersgerecht zu verpacken. Wir haben dann immer über alles gesprochen und wenn z. B ein Kind sich verlaufen hatte, hat er sich immer Gedanken dazu gemacht was er in diesem Fall gemacht hätte oder wie er hätte helfen können etc. Bei ihm bin ich mir sicher, er würde nie mit jemanden mitgehen...

Letztens erzählte er mir von Trickbetrügern und Killerclowns - verrückt was da bei Erstklässlern schon alles die Runde macht... Da bleibt mir nur immer die Themen aufzugreifen... aber das gibt ihm auch unheimlich viel Sicherheit in allen Lebenslagen. Irgendwie haben wir beide immerzu das Bedürfnis alle möglichen Situationen durchzuspielen, wobei er immer die Themen auf den Tisch bringt, die ihn beschäftigen. Es ist für ihn immer Thema wie z. B die Mitmenschen miteinander umgehen, warum sie so handeln und was wer besser machen könnte...

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