Würdet ihr eure Kinder für Demonstrationen die Schule schwänzen lassen?

Würdet ihr eure Kinder für Demonstrationen die Schule schwänzen lassen?

    • (1) 19.02.19 - 16:28

      Sie ist in aller Munde:
      Greta Thunberg und ihre Freitagsdemos für die Zukunft.
      Sie klagt an, dass zu lange nichts gegen die Klimaerwärmung getan wurde und nimmt die Sache in die Hand. Und mit ihr Tausende anderer Kinder/Jugendliche auf der ganzen Welt.
      Dafür ernten sie und ihre Mitstreiter nicht nur Lob sondern auch Kritik, sie würden wertvolle Schulzeit verpassen.

      Wie seht ihr das? Würdet ihr eure Kinder die Schule schwänzen lassen, um auf Demos zu gehen?

      • Mein Kind darf gern streiken und für seine Überzeugung einstehen. Aber ausgerechnet jeden Freitag während der Schulzeit...das hat nun schon ein Geschmäckle. Hier weiß man nicht wirklich, ob das Kind streikt um nicht zur Schule zu müssen, oder weil ihm die Umwelt wirklich etwas bedeutet.
        Ich bin mir sicher Greta Thunberg weiß genau, wie wichtig die Umwelt ist und sie macht das auch aus exakt diesem einen einzigen Grund - aber wieviel Mitläufer sind bei den restlichen Kindern dabei, die einfach nur froh sind, dass sie wieder einmal die Lehrer und die Eltern ausgetrickst und einen freien Schultag hatten.
        Ergo: Wenn mein Kind für die Umwelt streiken möchte, darf es das samstags oder nach der Schule! Wie wichtig die Umwelt und deren Schutz ist, lernen wir nämlich in der Schule und nicht, indem wir sie schwänzen.

        • (3) 19.02.19 - 17:55

          Wie wichtig die Natur ist, wußte meine Tochter schon im Kindergarten. Das hat sie ganz sicher nicht (nur) in der Schule gelernt.

          Leider beweisen die Jugendlichen, das sie den richtigen Weg gehen. Die Politik merkt es. Ich bezweifle stark, dass Samstag Demonstrationen genau so wirksam wären. Und bis jetzt kommt von Seiten der Politik erst mal nur ziemlich viel heiße Luft. Die Jugendlichen müssen noch ein Weilchen die Schule schwänzen.

          • Von der Schule lernen sie wenigstens, wie umweltfreundliches es ist die öffentlichen Verkehrsmittel und Schulbusse zu nehmen, um sich bequem von den Eltern vor die Schultür fahren lassen und wie umweltbewußt regionale Lebensmittel sind, anstatt Fastfood, Frost- und Dosenfutter frisch und regional, anstatt Banane, Kiwi , Ananas und co. lieber saisonelles , heimisches Obst.
            Wenn ein Kind selbst nicht bereit ist, auf Flugreisen und ferne Strecken zu meiden, sich seine Essgewohnheiten und Nahrungsmittel regional zu sehen und auf kurzlebigen Konsumwahn in Spielzeug und co. zu reduzieren, brauchen sich auch nicht Demonstrieren. Denn die Vernunft fängt erst bei jedem persönlich an, bevor man andere belehren möchte....

            • Genau so ist es.
              Am Freitag vor den Ferien wo in der Schule nichts außer Frühstück und Video gucken ansteht, waren die Anzahl der Demonstranten stark gesunken. Ein Schelm er dabei böses denkt...
              Sag den Kindern und Jugendlichen, sie sollen das Rad zur Schule nehmen statt im SUV von Mama gefahren zu werden. Da ist das Geschrei groß.
              Für mich ist das alles nur Propaganda und alle springen auf den Zug auf. Ich denke, die wenigsten der Demonstranten achten darauf, nachhaltig zu leben und auf Konsum zu verzichten. Jedes zweite Jahr ein neues Smartphone ist nicht sehr umweltschonend...

              • An der Schule, an der ich arbeite, wird ziemlich hart gegen das schwänzen vorgegangen. Die Kinder haben also mit Konsequenzen zu rechnen und trotzdem gehen sie demonstrieren. Ich sehe dort Kinder, die sich für eine andere Klimapolitik einsetzen.

          (9) 20.02.19 - 08:38

          Ich finde eigentlich nicht, dass man zwangsweise freitags vormittags demonstrieren muss um etwas zu bewegen. Man vergleiche doch mal die Montagsdemos - die haben, so wissen wir heute, wirklich etwas bewegt. Die Menschen haben ihr eigenes Leben mit den Demos riskiert (mit der Erinnerung an den Aufstand von 1953).
          Und man glaubt es kaum...aber die Montagsdemo war 17:00 Uhr. Eigentlich eine gute Zeit. Denn wer sagt denn, das Klimaschutz nur etwas für Kinder ist? Vielleicht würde sich der ein oder andere arbeitstätige Jugendliche oder Erwachsene auch gern beteiligen. Ein 17-jähriger Azubi hat wohl keine Zukunft?

          Verstehe mich nicht falsch. Klimaschutz ist wichtig. Für Klimaschutz kämpfen ist wichtig. Aber DIESER Weg an speziell DIESEM Tag und dann auch noch JEDE Woche ist definitiv falsch.

          Für mich heißt Klimaschutz nicht demonstrieren, sondern ICH stelle MIR selbst die Frage, was wir als Familie tun können, um die Umwelt zu entlasten. Nicht selten wirkt sich das ja direkt positiv auf unsere Gesundheit aus.

          Vielleicht wäre in einigen Jahrzehnten eine echt große Entdeckung eines heutigen Kindes gekommen, um all die Klimaprobleme zu lösen...nur leider hat der Kleine Einstein ein paar Arbeiten nicht mitgeschrieben und dort eine 6 kassiert, weil er geschwänzt hat. Das wichtigste, was er aus der Aktion gelernt hat, war sowieso: Schwänzen ist ok. Mama und Papa unterstützen das. Klein Einstein schafft also weder das Abi und das Studium versucht er gar nicht erst.
          Ergo: Nur WISSEN löst Probleme - Demonstrierationen speziell während der Schulzeit SCHAFFT Probleme. Unsere kleinen Demonstranten, ja auch Greta, bedienen sich aktuell vom Wissen, welches die Generationen vor ihr erworben haben. Zusammenhänge kennen sie nicht. Kindergartenwissen zur Umwelt und zum Klima reichen nicht um sie zu schützen.

          • Streik und Demonstration sind zwei verschiedene Sachen.
            Im Streik verweigert man was bzw. mehrere (z.B. Arbeit, Schule, Essen etc.) um mit Druck an Ziel zukommen oder zu wollen..
            Demonstration ist eine öffentliche Meinungsäußerung oder öffentlich auf Missständen hinzuweisen (von mehreren Personen und Gruppen).
            Sobald es in der Schulzeit ist , gilt es als Streik.

            Greta z.B. verweigert freitags ihre staatliche Schulpflicht um der Regierung und der Bevölkerung hinzuweisen, es ernst zu nehmen und zu handeln , um auch evtl. Massenstreiks zu fördern.

            (11) 20.02.19 - 12:33

            Die Montagsdemos waren um 17 Uhr, weil in den Kirchen Gottesdienste waren und die Partei eine Versammlung hatte. Die Uhrzeit hatte mit dem Feierabend der Demonstranten fast nichts zu tun.
            Die Demos waren rechtswidrig nach dem bestehenden System! Da ist doch glatt eine Parallele zum Schulstreik.

            In einigen Jahrzehnten ist es , wenn es so weiter läuft, zu spät. Es muss jetzt gemacht werden.
            Wissen das nicht genutzt wird löst null Komma nix an Problemen.

            Jeder Mensch greift auf Wissen der Allgemeinheit zurück. Und das meiste Wissen ist alt. Es wird nur regelmäßig ignoriert und anschließend vergessen.
            In der Schule werden die einzelnen Fächer noch viel zu häufig getrennt von einander betrachtet, Zusammenhänge gibt es da nicht. Die Schule ansich ist daher nicht gerade das beste Beispiel um Zusammenhänge zu lernen.
            Geschichte wurde in meiner Schulzeit oft nur mit den Jahreszahlen und ein bisschen Politik unterrichtet. Das Klima wurde immer ausgelassen.
            Die Hexenverfolgungen waren so ausgeprägt, weil es eine kleine Eiszeit gab. Es gab Jahre mit mehr als 6 Monaten Winter und dazwischen war kein richtiger Sommer. Die Leute hatten Angst.
            Wenn man zu viele Wälder abholzt entsteht Wassermangel, Wassermangel führt zu Baum sterben und die Abwärtsspirale kommt in Gang. Und irgendwann läuft der Mensch los und sucht sich eine neue Heimat, meistens kommt es dann auch zu mindest einem Krieg.
            usw usf

            Wenn dir die Uhrzeit der Schüler nicht passt, du darfst für deinen Feierabend Demos organisieren und beantragen.

    Hallo,

    definitiv würde ich mein Kind nicht schwänzen lassen. Hier herrscht an vielen Schulen derzeit Lehrermangel und Unterricht fällt aus. Gerade an den Regelschulen und Grundschulen sieht es mau aus. Die Eltern gehen auf die Barrikaden weil Stunden ausfallen. Auf der anderen Seite lassen sie ihre Kinder streiken und dem Unterricht fern bleiben. Für mich ist das absolut unverständliche Doppelmoral. Ich würde es nicht erlauben. Es herrscht Schulpflicht und meine Kinder müssten hin, auch wenn sie die einzigen im Unterricht wären.

    LG
    Michaela

Für mich macht es einen Unterschied im Verständnis, ob es ein Kind aus eigener Idee , eigenen Willen und Überzeugung macht , wie Greta oder ob es nur Trittbrettfahrer machen wo nur Schule schwänzen wollen und sich jeden morgen noch von Mama zur Schule fahren lassen....zum Thema Umwelt.

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