Schulempfehlung

    • (1) 24.02.19 - 11:01

      Hallo!

      Mein Sohn hat von sein Lehrer eine Realschuleempfehlung bekommen. Was mich durch aus, nicht stört und wäre für mich auch kein Problem gewesen, wenn der Lehrer das nicht so argumentiert hätte.

      "Tun sie mir den gefallen, aber stecken sie ihr Sohn nicht in einer der zwei Realschulen in der Umgebung. Dafür ist ihr Sohn zur Schade und würde unter gehen. Wenn dann eine private Realschule, G9 oder privaten Gymnasium. Es ist mir sehr schwer gefallen, aber das Schulsystem für ihren Sohn gibt es noch nicht. "

      Zur den Noten:
      Mathe 1,75
      Deutsch 3,0
      Sachkunde 1,75
      Englisch 1,0

      Mein Sohn ist zur diesen Noten gelangen ohne zu lernen. Er lernt nur für Test.

      Die Begründung für die Empfehlung war seine 3 in Deutsch und weil er bei seine Wochenpläne ein bisschen zu langsam arbeitet. Was auch berechtigt ist. Was mich bis jetzt immer noch mein Kopf zerbricht ist das "ABER von Lehrer.

      Übrigens mein Sohn ist sehr wissbegierig, weiß viel und überhaupt nicht schüchtern. Und würde gerne einen bestimmtes Gymnasium gehen

      G9 und privaten Gymnasium sind bei uns in Stuttgart so überfüllt, das wir keine Chance haben. Private Realschulen sind alle zu weit weg. Was für uns in Frage kommt ist eine der Realschule aus unsere Umgebung oder G8.

      Was würdet ihr mir empfehlen aus Erfahrung.

      Danke Euch im Voraus!

      • die Frage ist: er hat also nie "lernen gelernt" .... könnt ihr das nachholen bzw. ihm das "lernern-lernen" beibringen? war die 3 eine 3,5 mit mündlich eben die 3 -- oder war es eine 2,5, die eben aufgerundet wurde? --- das wäre interessant....

        Ist er bereit, auch 2 Stunden am Tag hinzusitzen und zu lernen? -- dann kann das doch mit dem Gym. was werden... --- Deutsch würde ich halt einfach ab jetzt täglich 10 Minuten Rechtschreibung lernen -- plus 2-3 Übungsaufsätze die Woche.... -- Deutsch kann man sich aneignen durch Übung.... (war er in Grammatik gut, aber in Rechtschreibung+ Aufsätzen schlechter? -- dann kann man das üben....)

        • Also es war eine 2,75 die durch eine misslungen Aufsatz zu 3 wurde. Grammatik ist er gut, seine Schwierigkeiten liegen beim Diktat.

          • ein kind mit einem hauptfach 3 würde ich nicht ans gymnasium stecken. 2-3 aufsätze die woche ist ab klasse 8 spätestens nicht mehr zu machen. die kinder sitzen an einem übungsaufsatz dann 2-3 stunden. soviel stress nur für die schule? tu ihn an die öffentliche real, schaut euch beide schulen an, er darf mitentscheiden, welche es sein soll. das wird schon. abi kann er immer noch machen, wenn er das später können und wollen wird.

            • Selma bis vor kurz habe ich es genau wie du gedacht und ich hätte mein Kind nicht einmal mit eine Gymnasiale Empfehlung auf den Gymnasium geschickt. Es aber so, dass hier in Stuttgart Die Qualität der Realschule stark nachgelassen hat. Und selbst der Lehrer es mir nicht empfiehlt.

              Ich danke euch alle für eure Meinung!

              • ...und die lässt immer weiter nach, wenn alle kinder, die es vielleicht unter umständen mit ganz viel mühe irgendwie durch die gymnasiale unterstufe schaffen, ans gym gesteckt werden statt an die realschule. ich verstehe dich, ist völlig legitim, dass du zum gym tendierst.

                ich unterrichte diese überfordertern unterstufenschüler jeden tag am gym. es ist nicht schön, wenn man zusehen muss, wie ein bemühtes, offenes, williges kind immer mehr zumacht oder zu stören beginnt, trauriger und zurückhaltender wird etc. (je nach typ...), weil die misserfolge trotz arbeitseinsatz es so runterziehen. da wünsche ich dem kind doch lieber eine schullaufbahn, wo es erfolg hat, sich der einsatz lohnt und die guten noten verdient eingefahren werden, weil die ansprüche zu den stärken des kindes besser passen.

                "einfach mal probieren am gym" hat leider fast immer einen sehr hohen persönlichen preis für betreffenden kinder. ihr selbstwert leider darunter ganz massiv. und das alles wegen schule? meines erachtens ist es das echt nicht wert.

                • ich glaube, sie meint es anders..., nämlich, dass in der offenen Schulwahl in der Realschule (zumindest bei uns) massenhaft Kinder sind, die mehr als eindeutig in die Hauptschule gehören, oder sonderpädagogische Schulen sogar, -- die Sprache nicht beherrschen, und dort das Niveau in überfüllten Klassen der Realschule auf leider extrem konfliktbehaftet und problematisch und grenzwertig schlechtem Klassendurchschnitt runterziehen (mal ganz dipolomatisch ausgedrückt hier).

                  Alleine deshalb wollte ich meinen sehr pfiffigen, aber ruhigen und schüchternen Sohn, der einfach Startschwierigkeiten in Deutsch hatte, nicht dort hinschicken.... --- wir haben in der vierten Klasse regelmässig geübt und heute (inder 5ten) hier und da... und es ist alles gut: die anderen Fächer marschiert er mit 1- 1,5 oder 2+ im Gymi "durch" (alle Fächer, - nicht nur Hauptfächer) .... und Deutsch gabs halt ne 3+ .... man kann nicht überall gut sein... -- er wäre auf der örtlichen Realschule echt am falschen Platz gewesen.... -- er hatte trotz Schnitt von 1,6 eine Real-Empfehlung (warum, verstehen wir bis heute nicht - aber die Klassenlehrerin gab es erst ein halbes Jahr, somit haben wir sie nicht ernst genommen) und unser Bauchgefühl, seinem Wunsch aufs Gymy nachzugehen, war die einzig richtige Entscheidung.... --- ich kann die Überlegungen der TE verstehen....

                  okay: auch hier gibts im Gymi eindeutig Kinder, die auf die Real gehören und zur 6en oder 7ten runtergehen.... ---- hier werden 5 Klassen dann zu 4 Klassen, da 15-20% der kinder wieder runtergehen...--- auch das sehe ich , .... aber man muss immer den Einzelfall ankucken und nicht über den Kamm scheren....

                  • Danke Muffin357 du sprichst mir aus der Seele.
                    Bei uns in der Umgebung gibts auch keine Werkrealschulen mehr. Nur zwei Gemeinschaftschulen die ein bisschen weiter weg sind. Also werden dieses Jahr alle Werkreal Kandidaten auf der Realschule gehen.

                (9) 24.02.19 - 14:08

                ""einfach mal probieren am gym" hat leider fast immer einen sehr hohen persönlichen preis für betreffenden kinder. ihr selbstwert leider darunter ganz massiv. und das alles wegen schule? meines erachtens ist es das echt nicht wert."

                Unterforderte Kinder sind aber genauso problematisch, wie überforderte, und wenn das Niveau an den beiden Realschulen, von denen die Fragestellerin spricht, eher unterirdisch ist, weil sich dort die Hauptschüler tummeln, weil die Hauptschulen geschlossen wurden, wird ein intelligentes Kind da auch nicht glücklich.

                Unser Sohn (9) war in der 2. Klasse massiv unterfordert. Das war überhaupt nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, weil er kurz davor stand, die Schule komplett zu verweigern. #schwitz

                Mal ganz zu schweigen davon, dass Schulen mit niedrigem Niveau häufig große Probleme mit dem Sozialverhalten ihrer Schüler haben und dass es für ein normales Kind eine Zumutung darstellt, mit denen eine Schule besuchen zu müssen.

                LG

                Heike

                • (10) 24.02.19 - 14:45

                  dazu der forschungsstand:
                  unterforderte kinder sind in der pubertät kein problem, jedenfalls eher selten. so gut wie alle hochegbaten sind am gymnasium unterfordert, trotzdem werden höchstens (!) um die 20% auffällig. die meisten flutschen so durch und haben halt viel zeit für anderes. ein teenager ist i.a. nicht sehr unglücklich, wenn die schule langweilig und leicht zu bewältigen ist. sie interessiert ihn eh nur sehr sekundär, wenn überhaupt. peers sind spannend, liebe ist spannend, sozialbeziheungen aller art sind spannend. mode ist spannend. trends sind spannend. lehrer und schule sind .... örgs. muss halt sein.

                  für gs-kinder ist das anders, daher ist hier springen und co ein häufiges mittel, um auf unterforderungsbedingte probleme zu reagieren. gs-kinder sind aber keine pubertierenden, von denen wir aber reden, wenn wir von der wahl der sekundarschule reden. spätestens ab halbjahr sechste klasse pubertiert die mehrheit munter vor sich hin, man kann es wirklich riechen. pumakäfig ist nichts dagegen.

                  insofern: unterforderung an der rs ist nichts schlimmes. nach oben wechseln kann das kind bei motivation immer noch. dagegen ist der wechsel nach unten leider fast immer mit leid verknüpft, weil dem versagen galore, häufig trotz mühe und einsatz, vorausgeht.

                  zu dem angeblich miesen sozialverhalten der meisten sus an der rs oder mittelschule: das ist ein vorurteil. meine gymnasiasten sind mindestens genauso daneben. die hauen halt nicht zu, dafür würden sie schnell entfernt werden, aber subtil sticheln oder sonstwas fieses aushecken, das können viele von denen extrem gut. wohlstandsverwahrlosung lässt grüßen. wer ernsthaft glaubt, das sozialklima an schulen der 'bürgerlichen' sei irgendwie besser, der hat mit sicherheit noch nicht viele schulen länger von innen als erwachsener erlebt.

      2 Stunden? Täglich? Na dann läuft aber auch etwas schief... für 5. Klasse wäre das
      Schon recht viel

      (12) 24.02.19 - 21:07

      Hallo,

      2 Stunden jeden Tag lernen???? Das muss ganz sicher nicht jedes Kind, das auf einem Gymnasium ist und würde ich persönlich auch für völlig abstrus halten. Vielen reicht es durchaus einfach aktiv am Unterricht teilzunehmen und vor Arbeiten nochmal kurz zu wiederholen. Ich verstehe nicht, warum hier immer so ein Schreckensbild der gymnasialen Bildung gemalt wird.

      • Danke, ich auch nicht! Hier ist sehr viel Freizeit vorhanden und mein Kind ist "nur" ein normales Kind....weder hochbegabt etc. 2 Stunden täglich....Mein Kind würde mir was husten...

        war missverständlich ausgedrückt... aber mit Hausaufaufgaben und lernen auf ne ARbeit sind es schon ein paar Mal die Woche 2 Stunden "lernen" .... also inklusive HA ... und ich rede jetzt nicht nur von der Fünften, sondern auch von später, wo es dann einfach ganze Aufsätze sind, Referate, die alle noch zusätzlich zu den HA und auf Arbeiten lernen halt irgendwann zu machen sind.... -- die 8.KLasse hier, hat auch zweimal bis 5 schule und an diesen Tagen hält sich kein Lehrer dran, weniger HA zu geben, -- sprich, - da hockt man dann abends grad noch weiter dran..... -- klar: nicht jede Woche ewig, aber im schnitt einfach doch da und prägend für Lernzeit....

Ja, dann lasst es ihm doch auf dem Wunschgymnasium versuchen?!?
Wenn es nicht klappt, kann er doch immer noch auf ne andere Schule wechseln.#gruebel

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