Schule und berufliche Orientierung - Quo vadis?

    • (1) 15.03.19 - 11:10

      Die Frage steht schon da.

      Quo vadis, wohin hhehst Du oder wohin soll die Reise gehen. Im Moment laufen sich in der Schule meines Kindes wiedermal die verschiedensten Unternehmensvertreter sowie die von Polizei udn Bundeswehr die Hacken wund und informieren bzw. werben für ihre Sache.

      Meiner Meinung ist das eigene Interesse, aber auch und vielleicht wichtiger die zukunftfähigkeit des Berufes und das zu erwartenend Einkommen wichtig. Ich kenne einige, gerade Frauen die sich gerne Berufe aussuchten die nicht ausreichen die Miete zu zahlen. Das ist für mich nicht zielführend. Mich interessieren vor allem auch welche Branchen udn Berufe viel versprechend sein könnten. Viele junge Leute konzentrieren sich im Grunde nur auf wenige Berufe oder Studienfächer, bin aber überzeugt, dass es viel viel mehr gibt. In welchen Branchen oder Unternehmen arbeitet ihr, was ist aus eurer Sicht interessant oder könnte es werden.

      HG
      Frena

      • Viel wichtiger als Geld finde ich, dass man etwas macht worauf man wirklich Bock hat!

        Ich habe einen Beruf gelernt, den ich schrecklich finde. Ich bin einfach nur mit Bauchschmerzen hin - und extrem froh, dass ich den Absprung geschafft hab.

        Und genau das ist mir für meine Kinder (die sind noch klein) wichtig! Wenn sie Friseur werden wollen, dann ist das so.

            • Das sehe ich nicht so. Schließlich möchte ich, dass meine Kinder sich finaziell selbst tragen und vernünftig leben können, aber das ist nicht meine Frage gewesen und interssiert mich daher auch nicht.

        "Viel wichtiger als Geld finde ich, dass man etwas macht worauf man wirklich Bock hat!"

        Naja, wenn man damit keine Stelle findet, hat man auch nichts davon.
        Dann arbeitet man nachher doch wieder irgendwas, worauf man wenig Lust hat.

        Alternativ kenne ich Leute, die deutschland- oder sogar europaweit umziehen müssen, um eine Stelle zu bekommen, die nicht selten befristet ist, womit das Trara nach ein bis drei Jahren von vorne los geht. #schwitz
        Das sind z.B. Biologen und Archäologen.

        Ich glaube auch nicht, dass viele Leute, die sehr wenig verdienen, auf Dauer glücklich sind.
        Als Friseur hast Du entweder einen eigenen Salon, der gut geht, oder einen Mann, der gut verdient. Ansonsten musst Du sehr sparsam leben.

    (7) 15.03.19 - 12:09

    Hallo,

    ich habe Geologie studiert, weil es mich interessiert hat und weil es damals schien, als käme man damit irgendwo im Bereich Umweltschutz unter. Letztendlich gibt es in dem Bereich aber kaum Stellen und viele davon sind langweilige Baugrunduntersuchungen. Teilzeit ist da auch nicht erwünscht.
    Die meisten Geologen arbeiten nicht als Geologen.

    Nach dem Studium habe ich daher noch eine Ausbildung als Fachinformatikerin-Anwendungsentwicklung gemacht und arbeite seitdem als IT-lerin.
    So langsam geht mir das aber auch auf den Wecker, weil gerade im Bereich Software-Entwicklung ständig irgendwelche neuen, hippen Technologien auf den Markt kommen, bei denen man nie weiß, ob sie nicht in zwei Jahren wieder in der Versenkung verschwunden sind.
    Im Prinzip ist man ständig damit beschäftigt, neues zu lernen und sobald man es kann, kommt das nächste Thema um die Ecke, und man fängt von vorne an.
    Momentan will ich aus mehreren Gründen die Stelle wechseln.
    Mit meinem Teilzeit-Wunsch brauche ich in der freien Wirtschaft im Bereich IT erfahrungsgemäß gar nicht ankommen, also wieder irgendwie Öffentlicher Dienst.
    Da gibt es aber kaum Stellen für Software-Entwickler. Ob mich einer als Admin für was auch immer anlernt, was ich am liebsten hätte, weiß ich nicht.

    Ich denke, der IT-Bereich hat auf jeden Fall Zukunft. Aber da würde ich nicht die Softwareentwicklung, sondern die Systemadministration empfehlen. Da ist mehr Konstanz.
    Wenn man in den Bereich will, ist es allerdings klug, wenn man nicht nur eine Ausbildung, sondern ein Informatik-Studium oder zumindest irgendein Studium hat.
    Die Arbeitgeber leiten aus irgendeinem Studienabschluss ab, dass man in der Lage ist, sich neue Inhalte eigenständig anzueignen.
    Sehr beliebt sind z.B. Mathematiker oder Physiker mit IT-Kenntnissen.

    Die Bachalor-Abschlüsse scheinen bei den Arbeitgebern übrigens eher unbeliebt zu sein. Diese Leute konkurrieren mit denen, die eine Ausbildung gemacht haben.

    Wenn ich mir den Arbeitsmarkt allgemein ansehe, sind zukunftsfähige Berufe Pflegeberufe, Lehrer, Erzieher und alle Handwerksberufe, die sich um Gebäude drehen.
    Allerdings sind die Pflegeberufe, Grundschullehrer und der Beruf der Erzieherin stressig und schlecht bezahlt.

    Ich überlege sogar manchmal, ob ich nicht auf ein Handwerk umsteigen soll, aber dafür bin ich wohl schon zu alt und in Teilzeit kann man schlecht eine Ausbildung machen. ;-)

    LG

    Heike

    • (8) 15.03.19 - 12:25

      Klasse und vielen Dank für deien Schilderung und persönlichen Einblicke. Ja, es stimmt, die Aufgaben und Anforderungen sind sehr komplex und immer schnelllebiger. Daher sehe ich eine gute Ausbildung umso wichtiger an, sie ist letztendlich nur die Eintrittskart in dieBerufswelt mit der Forderung des ständigen Lernes und Weiterqualifikation. Ich gehe zwingend davon aus, das nur entsprechend qualifiziertes Personal bzw Menschen letztendlich erfolgreich sein werden, da sie geistig flexibel sind. MeinMann geht im April mit ihm auf die BAUMA in München, das ist si einen Maschinenmesse für spezielle Einsätze. Erinteressiert sich aktuell sehr dafür. es geht darum auch zu zeigen welche Möglichkeiten an weltweiten Unternehmen zur Verfügung stehen.

      (9) 16.03.19 - 08:07

      Ich bin auch aus dem IT Bereich und kann Deine Sichtweise nicht nachvollziehen.
      >> Im Prinzip ist man ständig damit beschäftigt, neues zu lernen <<
      Das stimmt und ich finde es toll, das man ständig dazulernt.

      Teilzeit:
      Damit hatte ich nie Probleme. Natürlich suchen die Firmen erstmal Vollzeit - eingestellt wird man aber auch in Teilzeit. Besser als niemanden für die vakante Stelle zu finden. Gut ein Drittel meiner Kollegen arbeiten Teilzeit. Sei es wegen Familie oder weil sie als Freiberufler noch eigene Projekte verfolgen.

      Entwicklung oder Administration:
      In meiner jetzigen Firma kamen auf eine ausgeschriebene Admin-Stelle 15 Bewerbungen, auf eine ausgeschrieben Entwicklerstelle kommen im Schnitt 2.

      Ausbildung oder Studium:
      Nach meiner Erfahrung ist das egal, solange man was kann. Wenn das nicht aus den bisherigen Projekten hervorgeht, werden im Gespräch Fachfragen / -aufgaben gestellt. Wer die bewältigt und sich auch sonst nicht als Vollpfosten präsentiert, hat den Job.


      Grüsse
      BiDi

(10) 15.03.19 - 13:50

"Mich interessieren vor allem auch welche Branchen udn Berufe viel versprechend sein könnten."

Wahrsagen lernen :-p

Ernsthaft!
Diese Frage beschäftigte schon viele und ging bei einigen nach hinten los.

Freunde studierten, was damals lukrativ aussah, damals sehr gesucht war. Einige Jahre später wurden sie von Technologien ersetzt, ihren Beruf gibt es nicht mehr oder es haben so viele studiert, dass es mehr Bewerber als freie Stellen gibt.
Arbeite zum Hungerlohn in deiner Branche oder suche dir was anderes.

Einige haben daher umgeschult, neue Ausbildung, zweites Studium, zweite Ausbildung mit Ü40.
Das was sie ursprünglich gelernt haben, mit Aussicht auf goldene Zeiten, ist vorbei. Also machen sie was anderes, womit sie sich jetzt ernähren können. Jetzt in der zweiten Ausbildung mehr verdienen als (arbeitslos) in ihrem ursprünglichen (damals gut bezahlten Beruf).


Mir wurde das Handwerk ausgeredet, weil es nicht viel abwerfen würde. Damit würdest du nie eine Familie ernähren können.
Durch das selektieren "wir nehmen nur noch Azubis mit Abitur", wurden weniger ausgebildet, der niedrige Verdienst ebenso.

Ergebnis: Handwerker werden händeringend gesucht, Azubis ebenfalls. Lange Wartezeiten für Kunden.


IT-Branche oder Wirtschaftsinformatik, BWL womit sich zu meiner Zeit einige eine goldene Nase erhofften, brauchen heute viel Ausdauer, Überstunden, Weiterbildungen, um sich irgendwie über die Runden zu halten.
Viele haben inzwischen gewechselt.

Gesundheit: manche Berufe macht man nur kurze Zeit.
Besonders, wenn sie einem nicht so wirklich liegen.
Damit kann man vielleicht zwar Geld verdienen, aber gibt es dann wegen Krankheit wieder aus.


Ziel sollte daher etwas sein, was man gerne macht, wo man seine Stärken nutzen kann.
Nichts überlaufenes Nehmen. Seine eigene Niesche finden. Auch über Umwege, Weiterbildungen, Berufserfahrung.

Mut zur Veränderung, wenn es nicht passt.
Ohne alles zu überstürzen.

  • (11) 15.03.19 - 14:01

    ...stimmt, das ist geradezu pervers. Früher nahmen wir die Kinder in die Lehre ab der 9. Klasse (3. Oberstufe).

    Heute nehmen wir junge Erwachsene mit Abitur. Das ist so beschränkt. Die sind oder fühlen sich so erwachsen, dass sie auch nicht mehr von der Pike auf lernen wollen, wie was geht. Sie fühlen sich gerade im EDV-Bereich den älteren, erfahrenen Mitarbeitern sooo weit überlegen, dass sie sich einbilden, nur schon desswegen sich nicht sagen lassen zu müssen. Schaffen es aber nicht mal, das Natel für 3 Stunden wegzulegen... Können nichts praktisches erledigen...

    Wir Arbeitsplatz-Ausbilder sehen uns wieder nach den unverbrauchten Jugendlichen, die einfach neugierig und fröhlich sind. Und sich nicht intellektuell eh jedem überlegen fühlen und sich für alles zu schade sind. Aber eben - die Chefs stellen lieber die mit Abi an. Die sind dann nach 3 Jahren Ausbildung alt genug um eine Schwangerschaftsvertretung zu übernehmen oder ein Sabbatical zu überbrücken... oder als ewiger Praktikant schlecht bezahlt aber immer mit der Angst vor dem Jobverlust durch die Firma getrieben zu werden...

(12) 15.03.19 - 13:55

Die Frage ist müssig.... da ja nicht alle Berufe der Welt für jeden geeignet sind. Du müsstest schreiben, was dein Kind genau ist - Alter, Geschlecht, Schule, Noten, Fähigkeiten, Schwächen....
Geh doch einfach zur Berufsberatung mit deinem und an einige Berufsmessen. Dann seht ihr mehr.
Es muss ja auch selber entscheiden (oder Anhand seiner Noten überhaupt die Möglichkeit haben) ob es eine Berufslehre oder ein Studium machen will.

Und klar - Facharbeiter sind gefragt, IT ist gefragt - Jobs, die durch Roboter oder Sprachsteuerungen nicht eh überflüssig werden. Oder durch automatische Hochregallager etc.

(14) 15.03.19 - 13:59

Wir alt ist Dein "Kind"? Junge oder Mädchen?
Welcher Schulabschluss ist zu erwarten?
Wo liegen die Interessen?

(15) 15.03.19 - 14:00

Hallo,
also hier in bei uns (Sachsen) scheinen im Moment sehr viele Branchen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern zu suchen, an fast allen Firmen sind Aushänge, was für Stellen angeboten werden - sicher eine Folge des Geburtenrückgangs nach der Wende.
Besonders gesucht werden aber Lehrer/Erzieher (letztere leider immer noch schlecht bezahlt), Ärzte (trotz großem Mangel weiterhin wenig Studienzulassungen), Pflegepersonal, viele Handwerksberufe (vor allem diejenigen, die einen Meisterabschluss machen) und ganz besonders auch technische Studienberufe (Informatik, Elektrotechnik, Mechatronik, Werkstoffkunde, Maschinenbau etc.). Bei den technischen Studienberufen gibt es sehr wenig Studenten und fast eine Arbeitsplatzgarantie.
Oder die neu geschaffenen Studienrichtungen, wie "medical assistant" - ein Beruf zwischen Arzt und Pflege mit teilweise ärztlichen Befugnissen.
Meinem Kind etwas einreden, weil die Verdienstmöglichkeiten gut sind, würde ich allerdings auch nicht, aber gut informieren, in manches hineinschnuppern lassen und wenig bekannte Alternativen ergründen, wo sich hinter einem, vielleicht im ersten Moment uninteressanten Begriff interessante Tätigkeiten verbergen - z.B. kann man als Werkstoffkundler auch als Kriminaltechniker arbeiten.
Gute Wahl Euch!

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