Keine Freunde

    • (1) 11.04.19 - 13:54

      Hallo!

      Ich weiß langsam nicht mehr, wie ich meiner Tochter noch helfen kann. Sie hat einfach keine Freunde mehr, wird nirgends mehr eingeladen und läuft in der Schule nur mit.
      Das ganze hat sich so in der Grundschulzeit entwickelt. Im Kindergarten war sie super integriert, hat sogar im letzten Jahr in der neuen Gruppe super schnell Anschluss und eben neue Freunde gefunden. 2 ihrer Kindergartenfreundinnen sind sogar bei meiner Tochter in die Klasse gekommen, außerdem ihre beste Freundin aus der Nachbarschaft.
      Auch nach der Einschulung lief alles super, unsere Tochter hat andere Kinder kennengelernt und auch hier schnell neue Freundschaften geknüpft. Sie war eigentlich bei allen sehr beliebt.
      In der 2. Klasse fingen dann ein paar Jungen an, meine Tochter immer wieder zu ärgern und zu mobben, da zeigte sich schon, dass ihre vermeintlichen Freundinnen nicht zu ihr hielten, trotzdem hatte sie eigentlich Freundinnen, mit denen sie regelmäßig gespielt hat und wo sie auch eingeladen wurde.
      Ab der 3. Klasse bröckelten diese Freundschaften aber nach und nach alle Weg, und mittlerweile ist wirklich keiner mehr übrig geblieben. In der Schule wird sie zwar so nicht ausgegrenzt, aber Nachmittagsverabredungen finden überhaupt nicht mehr statt. Mit einem Mädchen wollte sie sich ein paar Mal verabreden, da ist immer eine andere Klassenkameradin dazwischen gegrätscht "Nein, an dem Tag spielt die L. schon mit mir!" (auch wenn das so noch gar nicht verabredet war), und das Mädchen zählt leider eher zu den stillen, schüchternen Mädchen, die da nicht widersprechen (Es ist im Grunde auch dieses eine Mädchen, was meiner Tochter immer wieder das Leben schwer macht).
      Im Grunde würde ich jetzt sagen - was solls, nach den Sommerferien steht eh der Schulwechsel an, da findet sie sicher neue Freunde, da lohnt es sich nicht, in alte Freundschaften, die keine mehr sind, groß zu investieren (sie wird als einzige aus der Klasse an diese Schule wechseln). Aber meine Tochter leidet unter der Situation. Insbesondere wenn Geburtstage etc. anstehen, ist meine Tochter oft das einzige Mädchen, was nicht eingeladen wird, und das macht sie natürlich traurig. Gestern kam sie nach der Schule wieder und fragte "Mama, krieg ich einen Zauberwürfel? Alle anderen haben einen, nur ich nicht." Eigentlich gebe ich auf dieses "Alle anderen haben, dürfen..." nichts, aber bei näherem Nachfragen stellte sich heraus, dass eben wieder ein Kind zum Geburtstag eingeladen hatte mit dem Hinweis, dass die Kinder einen Zauberwürfel mitbringen sollen. Und da meine Tochter keinen hat, war sie nicht eingeladen. Ich vermute zwar, dass das nur ein Vorwand war, aber meine Tochter tat mir so leid, dass ich mit ihr ins Spielwarengeschäft gefahren bin, damit sie sich einen Zauberwürfel kaufen konnte (bezahlen musste sie ihn selber). Ich bin mir zwar sicher, dass sie trotzdem nicht zu dem Geburtstag darf, aber meine Tochter war erst einmal beruhigt.
      Ich würde meiner Tochter jetzt gerne helfen, weiß aber beim besten Willen nicht wie. Außer der Tatsache, dass meine Tochter in der 3. Klasse Klassensprecherin war, wo ihre Hauptaufgabe aber die Unterstützung der Lehrer in gewissen Situationen war (Kinder an die Tafel schreiben, die in Abwesenheit der Lehrer laut sind etc.), fällt mir jetzt auch nichts ein, was diesen Bruch bewirkt haben könnte.
      Vielleicht weiß jemand von Euch noch Rat? Mit der Klassenlehrerin stehe ich immer wieder im Kontakt, aber so wirklich bewirken kann die diesbezüglich natürlich auch nichts. Sie kann zwar erreichen, dass meine Tochter in der Schule nicht geärgert wird, aber auf die Freizeit der Kinder hat sie natürlich keinen Einfluss.

      LG

      • (2) 11.04.19 - 14:57

        Freundschaften kommen nicht von heute auf morgen... -- und wenn ich als mama was dauf geben würde, wenn eine MItschülerin morgens sagt: "da spiele ich schon mit xy", dann wären auch keine Verabredungen entstanden,

        also bei uns ist es so, dass die Mamas die Verabredungen ausmachen. --- klar, die Mädels reden in der SChule drüber, mal irgendwann miteinander zu spielen.. -- aber wirklich AUSMACHEN tun das die Mamas....
        Hast Du das bisher regelmässig gemacht? --- nur durch regelmässiges mittags miteinander spielen, festigen sich Freundschaften, dass sie auch morgens während der Schulzeit verteidigt werden, -- nicht früher...

        vielleicht hast du diesen Punkt auch in Deiner Schilderung ausgelassen, -- aber an Deiner STelle würde ich mich als Mama mehr für das Verabreden einsetzen, -- Spielmittage ausmachen und dann sieht man ja, welche Mädchen gut miteinander können, und wo eine festere Freundschaft entsteht....

        Zumindest in der 5ten würde ich hier von Anfang an mal als Mama (weil man ja auch Taxi ist), in die Verabredungen eingreifen und etwas offensiv planen...

        dann wären mal die äusseren VOrraussetzungen für Freundschaften geschaffen... -- und wie es dann läuft, sieht man ....

        • (3) 11.04.19 - 15:32

          Dass die Mütter die Verabredungen ausgemacht haben, war bei uns eigentlich nie so. Die Kinder haben in der Schule verabredet an einem bestimmten Tag zusammen zu spielen, dann wurde zuhause abgeklärt, ob es passt und eben noch einmal telefoniert - das war es dann. In den ersten beiden Klassen hat das auch immer gut funktioniert, aber seit der 3. irgendwie nicht mehr. Meine Tochter ergreift da schon auch die Initiative, aber es kommt nichts dabei rum. Mit dem Mädchen in der Nachbarschaft hat sie sich früher regelmäßig spontan getroffen, ist einfach rüber gelaufen, hat geklingelt, und so haben die Kinder eigentlich ständig zusammen gehangen, das war nie ein Problem. Seit dem Herbst ist auch das vorbei. Bei schönem Wetter treffen sich die Kinder spontan draußen, aber wenn die Sonnen nicht scheint, besuchen sie sich auch nicht. Hier muss ich allerdings sagen, dass in 80% der Fälle unsere Tochter zu dem Mädchen gegangen ist, das Mädchen selbst ist aber eher selten bei uns, obwohl wir eigentlich nie etwas dagegen gesagt haben. Die Kleine ist aber auch am liebsten zuhause. Auch kann ich mich nur an sehr wenige Tage erinnern, wo meine Tochter gefragt hat, ob sie jemanden besuchen darf - bei den anderen Mädels aus der Klasse ist es meist so, dass die zu uns kommen.
          Naja, und der letzte Besuch einer Klassenkameradin endete quasi in einem Fiasko (es war übrigens das Mädchen, was meiner Tochter gerne das Leben schwer macht, ihr alle Freundschaften streitig macht...) Dieses Mädchen war bei uns, sie wurde gegen 15:00 gebracht, dann sind die Mädchen hoch ins Kinderzimmer, und nach nicht einmal 2 Stunden wollte das Mädchen wieder heim unter dem Vorwand, sie hätte noch Hausaufgaben zu erledigen. Ich wusste allerdings, dass die Mutter auf einem Geburtstag war, und so war das erst einmal nicht möglich, irgendwann hat sich das Mädchen dann aber doch zu Fuß auf den Weg zu der Freundin gemacht, wo die Mutter war (sehr ländliche Gegend, ich hab meine beiden noch mit geschickt, damit sie nicht alleine gehen musste). Die Hausaufgaben waren ganz klar ein Vorwand, an dem Tag hatte es Zeugnisse gegeben und die Kinder hatten keine Aufgaben.
          Am nächsten Schultag hat dann das Mädchen erzählt, bei meiner Tochter wäre es total blöd gewesen, die hätte überhaupt nichts zu spielen gehabt, es wäre total langweilig gewesen. Meine Tochter hatte mir allerdings am gleichen Abend noch erzählt, dass das Mädchen sich direkt ihr Tablet geschnappt hatte, als das Zeitlimit erreicht war, wollte sie heim (passt auch von der Zeit her). Aller Spielvorschläge meiner Tochter wurden abgelehnt. Aber in der Schule hat natürlich der Ruf meiner Tochter weiter gelitten, ihr hat natürlich keiner geglaubt.

          Danke aber für Deine Antwort, ich werde es mir fürs nächste Schuljahr auf jeden Fall merken.

          LG

          (4) 11.04.19 - 15:34

          Hallo, Kindergarten, 1./2. Klasse mischen Mamas evtl. noch mit - aber doch nicht mehr bei einer 9Jährigen! In dem Alter machen die Kinder selbstständig Verabredungen und fragen maximal, ob es passt. Selbst mein gerade 5Jähriger wählt selbstständig die Telefonnummer seiner Freunde und fragt, ob XY Lust hat, sich zu verabreden.
          Ich finde es okay, das Kind zu unterstützen oder Vorschläge zu machen - aber eine Verabredung für das Kind treffen? In dem Alter eher nicht mehr. Käme auch etwas komisch, in Klasse 4/5 unter Müttern auszumachen, ob X mal mit Y spielen will ;-)! VG

          • (5) 11.04.19 - 15:52

            tja -- bei uns ist es so, dass sich die Kinder dauernd verabreden oder "irgendwann" mal miteinander spielen wollen..

            ich meine jetzt nicht wirklich einmischen, -- sondern: ab diesem Punkt ist es Mama-Sache, ganz einfach, weil Mama das Taxi sein muss oder andere MIttagstermine anstehen, die die Kinder nicht im Blick haben...
            und die TE hat eben kein Kind, das da selbst aktiv wird: also muss mama halt mal etwas aktiver werden... --- finde ich jetzt angemessen, ihm auf die Sprünge zu helfen... und es geht weniger um die Frage, "Ob", -- sondern eher "WANN".

            du kannst laufende Freundschaften, so wie du es beschreibst doch nicht einfach mit der Siuation der TE gleichstellen.....

            • (6) 11.04.19 - 16:02

              Auch wieder wahr!

              Wobei es irgendwann auch seltsam wirkt, wenn die Mutter von X. bei der Mutter von Y. anruft, ob die 2 sich mal verabreden wollen ;-). Das geht nur eine bestimmte Zeit, irgendwann (Kl. 5/6) müssen die Kids das dann selbstständig regeln, sofern sie möchten.

          (7) 11.04.19 - 16:28

          Bei uns ist auch so, dass wir Mütter uns kurzschließen, wann es wie und wo passt... Die Kinder beschließen halt nur, dass sie miteinander spielen wollen, aber das letzte Wort und das Treffen wirklich verabreden tun wir Mütter, eben je nach anstehenden Terminen etc, die die Kinder nun mal nicht komplett im Kopf haben... Kinder sind 9 und 10 Jahre alt...

          • (8) 11.04.19 - 16:56

            Kenne ich so gar nicht, schon gar nicht in der weiterführenden Schule :-)! Die Kids telefonieren selbstständig, halten eben Rücksprache (evtl. Fahrdienst oder wg. Terminen), das war's dann aber auch schon.

            (9) 11.04.19 - 18:33

            Das kenne ich in dem Alter nicht mehr. Meine Tochter ist 8 und die Kinder verabreden sich in der Schule und sagen dann daheim Bescheid, dass sie mit xyz verabredet sind. Falls es doch mal nicht klappt, schließt man sich kurz und sagt ab. Aber auch das machen die Kinder per Telefon selbständig. Ein Kind im Alter von 8 Jahren und aufwärts kennt doch seine Termine. Jedenfalls kenne ich kein Kind, das seine Termine nicht kennt. Hobbys sind eh immer am selben Tag. Die Kinder haben im Freundeskreis schon raus wer wann Musikschule, Fußball, Tanzen etc. hat und wer an welchem Tag Zeit hat. Stehen Termine außer Plan an, sage ich meiner Tochter, dass sie am Nachmittag keine Zeit hat weil xyz ansteht. Ich finde es eher ungewöhnlich, dass Kinder die Tagespläne nicht kennen und sich über die Mütter verabredet wird.

            (10) 11.04.19 - 19:41

            In dem Alter haben meine Beiden aber mit den Freunden geplant, sie spielen zusammen. Aber allen Kindern war klar, dass man erst noch zuhause nachfragt ob es dort passt. Und wenn es nicht ging, dann haben die Kinder sich gegenseitig kurz Bescheid gesagt. Und gut war.

            Wie ich in einem ähnlichen Thread schon schrieb: warum akzeptiert man es nicht, dass es zwischen Kindern irgendwann nicht mehr passt. Warum will man unbedingt ein fremdes Kind überreden mit dem eigenen Kind zu spielen?
            Und auch das hab ich schon geschrieben: Man sollte sein Kind darin bestärken, dass es nicht auf die Anderen angewiesen ist: Dass sein Kind niemanden hinterherrennen muß und um die Freundschaft betteln.

            Das Selbstbewußtsein eines Kindes stärken hilft meiner Meinung nach sehr, Enttäuschungen zu verarbeiten, sprich in diesem Fall mit der Situation umzugehen.

            @TE.
            Ich z.B. hätte nie mein Kind aus dem Grund nen Zauberwürfel kaufen lassen, sondern ihm vermittlet, dass solche Menschen keine guten Freunde sind. Sorry, das ist für mich eine etwas andere Art, sich eine Freundschaft zu erkaufen: Darf sich dein Kind auch ein mehrere Euro teures Handy kaufen, wenn nur Kinder mit solch einem Handy eingeladen sind?
            Die Situation mit dem Zauberwürfel hätte ich als Anlass genommen, meinem Kind einiges über Freundschaften und gute Freunde zu erklären.Auch Enttäuschungen gehören zum Leben, irgendwann kann Muttern nicht mehr klärend begreifen.

      (12) 12.04.19 - 00:45

      Ich finde die grundsätzliche Frage ganz interessant, wieviel "sozialkontaktaquise" seitens der Eltern in welchem Alter gut/noetig/moeglich... Ist. Hängt ja von vielen Aspekten ab. Zum Beispiel ob ländlich, wo man zum nachbarskind rueberlaufen kann oder nicht. Klar ist wohl, dass man in der 7. Klasse nicht mehr einfach mal so andere muttis anruft, ob mein kleines sich mal mit ihrer kleinen, ne schon klar, geht gar nicht. Aber wie ist so die meinungslage was die 1.klasse angeht? Kann und sollte man da alles geben als Eltern? Oder muessen die Kinder selber die Grundlage dafür schaffen, dass man einen Schritt weiter gehen kann und die Besuche terminieren? Und wie ist das in der 2. und 3.?

(13) 11.04.19 - 15:15

Hat sie denn auch außerhalb der Schule keine Kontakte?

Meine Tochter hatte es in der GS auch sehr schwer, einfach weil sie nicht mainstream genug ist, aber sie hatte immer zwei sehr liebe Freundinnen außerhalb der Schule. dadurch war es ihr egal, ob sie nun in ihrer Klasse enge Freunde hatte oder nicht

  • (14) 11.04.19 - 17:14

    Außerhalb der Schule hat sie durchaus Kontakte, allerdings keine so intensiven. Das liegt teils auch daran, dass die Kinder sehr weit voneinander entfernt wohnen, da sind spontane Verabredungen noch schlechter zu treffen. Und außerdem nutzen ihr die Kontakte herzlich wenig, wenn sie weinend von der Schule kommt, weil sie mal wieder nicht zum Geburtstag eingeladen wurde und mir erzählt "Sogar die D. wurde eingeladen!" - D. ist ein Mädchen., was mit 8 oder 9 Jahren aus der Ukraine nach Deutschland kam, eigentlich ein gutes Jahr älter ist als die anderen Kinder in der Klasse, aufgrund der nach wie vor mangelhaften Sprachkenntnisse aber in der Klasse meiner Tochter ist (seit der 2. Klasse). Mit dem Mädchen kann man sich kaum normal unterhalten, weil ihre Deutschkenntnisse zu schlecht sind, von daher hat sie es natürlich noch schwerer Freundschaften zu knüpfen. Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass man dieses Mädchen nicht zum Geburtstag einladen soll, aber für meine Tochter ist es bedeutungsvoll, dass ein Mädchen, mit dem kaum jemand spricht, zu einem Geburtstag eingeladen wird und sie selbst eben nicht.

    LG

    • (15) 11.04.19 - 20:53

      Ich sag immer noch, das ist dann deine Aufgabe, dein Kind so zu stärken, dass es damit umgehen kann, dass es nicht zu jedem Geburtstag eingeladen ist. Und mrir kann keiner erzählen, dass jedes andere Mädchen zu ALLEN Geburtstagsfeiern der Anderen eingeladen ist.

      • (16) 12.04.19 - 00:46

        Es ist nicht das Problem, dass sie nicht zu jedem Geburtstag eingeladen ist. Das Problem ist, dass sie seit 14 Monaten zu Keinem Geburtstag eingeladen wurde. Wie soll sie denn verstehen, dass alle eingeladen werden nur sie nicht. Wie soll sie verstehen, dass alle Kinder sich gegenseitig besuchen, nur zu ihr will keiner kommen? Da muss sich ein Kind doch fragen "Was stimmt mit mir nicht?" Und wie soll ich sie denn stärken. Der Mensch ist ein Herdentier, ein Mensch braucht soziale Kontakte. Wie soll ich ihr da vermitteln, dass sie keine Freunde braucht?

        LG

(17) 11.04.19 - 15:37

Vielleicht machst du ihre Beliebtheit an den falschen Punkten fest. Fühlt sie sich denn wirklich immer außen vor?

Und was tut sie dagegen? Wie viele Kinder hat sie denn mal Nachmittags zu sich eingeladen? Hat sie auch mal ein anderes Kind gefragt oder immer dasselbe? Ist sie dran geblieben als andere dazwischen gegrätscht sind? Müssen es immer nur Mädchen sein? Hat sie einfach Mal zum quatschen wenn angerufen und gefragt?

Freundschaften in dem Alter sind oft eher lose und bestehen nicht unbedingt aus der Art Freunde, die sich heldenhaft vor einen schmeißen, um die Kugel abzufangen. Freundschaften aus der Kita überleben zum Großteil nicht genauso in der Schule. Diese Erwartungshaltung ist unrealistisch. Die Kinder orientieren und strukturieren sich neu.

Verabredungen, gerade wenn sie unter den Kindern getroffen werden, können auch schon mal platzen, weil die Kids vielleicht sich zu einer Zeit verabredet haben, wo eigentlich schon etwas anderes feststand. Das passiert hier laufend. Und ist kein Beinbruch.

Und irgendwie muss sie ja auch gewählt worden sein zur Klassensprecherin. Das werden selten unbeliebte Kinder.

Wirkliche Vorfälle scheint es auch nicht zu geben. Dass es immer Mal das ein oder andere Kind gibt dass einen ärgert, halte ich für eine normale Erfahrung, die die Klassenlehrerin offenbar soweit im Griff hat.

Und Geburtstagspartys als Barometer da finde ich deine Schilderung etwas unrealistisch. Die wenigsten Eltern werden erlauben, dass alle Kinder oder von mir aus alle Mädchen der Klasse eingeladen werden. Sie werden eine Zahl festlegen und da wird sie eben nicht unter den Top 5 sein. Das muss aber nicht bedeuten daß keiner sie mag. Viele feiern auch gar nicht oder nur im kleinen Kreis. Diese richtig großen Partys sind eher die Ausnahme und auch da gibt es Genzen.

Wen lädt sie denn zum Geburtstag ein und was macht ihr? Partys und Unternehmungen sind oft eine super Gelegenheit einen anderen Zugang zu den Kindern außerhalb der Schule zu bekommen. Man muss ja nicht immer darauf warten, dass andere einladen. Dafür muss man schon was tun und aufgeschlossen sein.

Ich würde ihr Selbstvertrauen stärken z.b. durch Sport oder Hobbies. Wenn sie etwas besonders gut kann, dann wird ihr das vielleicht Bewunderer einbringen. Oder aber du hörst dich um was die Kids aus ihrer Klasse so in ihrer Freizeit machen. Meine eine Tochter hat erst Freundschaft mit einem Mädel geschlossen als sie sich nachmittags zufällig im gleichen Tanzkurs begegnet sind.

Ansonsten würde ich auf die meisten deiner Kriterien eher keine Panik schieben. Und ich finde schon, dass man etwas in soziale Kontakte investieren sollte und signalisieren sollte dass einen die anderen interessieren und wichtig sind. Vielleicht bleiben nicht alle ein Leben lang, aber sich raus zu halten und immer das Extrading zu machen, kann einen separieren. Und wenn alle ständig was haben, was nur sie nicht bekommt, würde ich mir manchmal denken....warum eigentlich nicht. Kommt natürlich auf die Sache an. Aber wenn alle gerade auf diese Schleimdinger stehen, mein Gott....Ostern naht, würde ich ihr ne Packung schenken Vielleicht macht es Spaß.


Ich denke ihr sehr da manche Dinge ein bisschen zu eng oder legt da zu viel hinein . Und wenn wirklich gar nichts zurück kommt, auch dann kann man anders Freunde finden, vielleicht mehr außerhalb der Schule.

  • (18) 11.04.19 - 17:08

    In der ersten Klasse war unsere Tochter in der Nachmittagsbetreuung, an den Tagen, wo sie nicht dort war, hatte sie eigentlich regelmäßig Besuch, das war nie das Problem. Auch in der 2. Klasse und zu Beginn der 3. Klasse sind immer wieder Verabredungen zustande gekommen, seit dem hat es dann aber stetig abgenommen. Ich glaube da eigentlich nicht, dass meine Tochter sich nicht mehr verabreden wollte, aber es ist manchmal auch schwierig einen passenden Tag zu finden. Mal haben die anderen Kinder nachmittags Termine, mal meine Tochter. Es war auch häufiger so, dass die Kinder sich in der Schule verabredet hatten, meine Tochter dann mittags angerufen hat und das andere Mädchen doch nicht konnte. Teilweise hat meine Tochter mehrfach nachmittags versucht, das andere Mädchen zu erreichen, die Mutter hat irgendwann gesagt, das Mädchen ruft zurück, und meine Tochter hat den ganzen Abend auf den Rückruf gewartet.
    Was die Geburtstage angeht: Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass da alle Mädchen der Klasse eingeladen sind. Es ist eine kleine Klasse mit lediglich 16 Kindern, davon die Hälfte Mädchen. 7 Kinder zum Geburtstag einzuladen, halte ich bei 9jährigen für durchaus realistisch. Und dass eine Mutter bei 6 eingeladenen Kindern verbietet, das 7. Mädchen aus der Klasse auch noch einzuladen, halte ich auch eher für unwahrscheinlich.
    Was die eigenen Geburtstagseinladungen angeht - da ist das letzte Jahr einfach blöd gelaufen. Meine Tochter hatte an einem Mittwoch Geburtstag, an dem Tag ist die Klasse bis Freitag auf Klassenfahrt gefahren und wir konnte nicht feiern. Meine Tochter wollte aber ihren Geburtstag auch keine Ewigkeit hinauszögern, und so hatten wir direkt den Samstag drauf geplant. Dummerweise hatte an dem Tag eine Klassenkameradin Geburtstag und alle Kinder eingeladen (die feiert grundsätzlich mit Übernachtungsparty und auch immer mit sehr vielen Gästen). Und da alle Kinder zugesagt hatten, zur Geburtstagsfeier des anderen Mädchens zu gehen, hat meine Tochter keine Einladungen mehr ausgesprochen bzw. nur noch die Mädels aus der Nachbarschaft und zwei aus dem Sportverein eingeladen. Im Jahr zuvor hatten wir eine ähnliche Kollision, da hatte das andere Mädchen freitags zu Übernachtungsparty eingeladen und samstags hatte meine Tochter gefeiert. Da haben aus der Schule nur 2 Mädchen die Einladung angenommen. Naja, und ich kann meine Tochter verstehen, wenn im einen Jahr schon alle Kinder absagen, warum soll man sie im nächsten Jahr noch einladen - zumal wenn alle schon bei der Freundin zugesagt haben ("zu mir kommt ja doch keiner:-("). Trotzdem hat sie dieses Jahr vor wieder groß zu feiern - mal sehen ob das klappt.
    Ansonsten ist es tatsächlich so, sie fühlt sich außen vor, und sogar der Kleine Bruder hat schon mitbekommen, dass sie keine Freundinnen hat. Neulich waren wir beim Kinderarzt, der Kleine war eigentlich nur so mit, Termin war mit der Großen. Die Kinderärztin hat sich mit unserer Tochter unterhalten, hat nach den Freundinnen gefragt, unsere Tochter hat nicht gleich geantwortet, so sagte unser Kleiner "Die S. hat doch gar keine Freundin!"
    Vielleicht kam das in meinem Ausgangsthread nicht so rüber, aber meine Tochter bemüht sich schon dabei zu sein, Freundschaften zu knüpfen und aufrecht zu erhalten, aber es kommt einfach nichts zurück. Und was ist eine Freundschaft wert, die immer nur von einer Seite ausgeht? Es ist auch nicht so, dass alle anderen Kinder Dinge bekommen, nur meine Tochter nicht. Das mit dem Zauberwürfel war z.B. gestern das erste Mal zur Sprache gekommen. Und bei aller Liebe - ich überhäufe meine Tochter nun nicht außer der Reihe mit Geschenken. So ein Ding kostet immerhin um die 10€. Bisher hatte sie aber noch nie davon gesprochen, dass sie so ein Teil wollte, das war mir gestern völlig neu. Als damals die Fidget-Spinner in waren, hat sie auch recht schnell einen gehabt, das ist überhaupt nie ein Problem gewesen. Aber riechen kann ich nun wirklich nicht, was die anderen Kids in der Schule so treiben. In der Freizeit ist aber anscheinend auch der der coolste, der die besten Play-Station-Spiele hat. Aber da hört es bei mir auf. Die Kinder nutzen so schon jede Medienzeit, die sie irgendwie bekommen können. Wenn wir auch noch eine Konsole zuhause hätten, gäbe es noch mehr Kampf und v.A. die Große würde noch weniger einfach spielen. Ich finde auch nicht, dass 9jährige sich zum Play-Station Spielen verabreden müssen.

    LG

Du hast einen Satz fallen lassen, der mir gleich ins Auge fiel. Das mit der Klassensprecherin. Einen ähnlichen Fall kenne ich aus der Nachbarschaft. Er sollte ähnliche Tätigkeiten für die Lehrerin erledigen. Kinder an die Tafel schreiben z.B.
Zum Schluss stand er ganz alleine da und wurde nicht mehr zu den Geburtstagen eingeladen und durfte nicht mehr mitspielen.
An deiner Stelle würde ich selbst eine Party veranstalten und Kinder aus der Klasse einladen. Sozusagen den Schritt nach vorne machen. Einfach mal abwarten, was passiert. Ansonsten wurde ich einfach die letzten Monate abwarten und es dabei belassen, wenn sowieso ein Schulwechsel ansteht.

  • Ich weiß schon ganz sichet, dass ich mit allen mir zur Verfügung stehrnden Mitteln verhindern werde, dass mein Sohn sich in der Grundschule zum Klassensprecher wählen lässt. M.E. braucht es in der Grundschule nun wirklich noch keine Klassensprecher. Wenn man sich ie eigentliche Funktion eines Klassensprechers einmal anschaut: in erster Linie soll er die Interessen der Schüler gegenüber den Lehrern vertreten und Ansprechpartner bei klasseninternen Problemen sein - kann so etwas ein 8jähriger schon? So etwas hat meine Tochter nie gemacht. Allenfalls musste sie sich im Namen der Klasse bei einzelnen Schülern entschuldigen, wenn die Klasse einen Mitschüler ungerecht behandelt hat - das von einer 8jährigen zu verlangen, die vielleicht sogar am Wenigsten für den Konflikt konnte, finde ich schon ganz schön hart.
    LG

    • (21) 11.04.19 - 20:18

      Bitte was musste deine Tochter machen? Im Namen der Klasse entschuldigen? Hat der Leerkörper einen Sockenschuss?

      Da bleibt emotional doch nur im Gedächtnis das sie sich (ständig) entschuldigen musste. Genau wie das petzen (an die Tafel schreiben), geht ja mal gar nicht.

(22) 11.04.19 - 20:11

Hallo, ich habe meine Tochter eine Zeit lang gezwungen zum Kindertreff zu gehen. Die Verabredungen innerhalb der Klasse hatten massiv abgenommen. Sie hatte darunter gelitten. Das Selbstwertgefühl war unten, sie hatte sich nicht getraut zum Kindertreffen zu gehen. Also habe ich sie gezwungen, erpresst und manipuliert.
Es hat gedauert aber jetzt fragt sie von sich aus ob sie hin darf. Irgendwer spielt da immer mit ihr. Da treffen sich Kinder aus dem ganzen Stadtteil vom Erstklässler bis zu den 12 jährigen ist jeder willkommen.
Habt ihr sowas in der Nähe? Oder einen Manschaftsverein?

In der Zeit als ich manipuliert hatte, hätte ich den Zauberwürfel bezahlt und sie anschließend zum Kindertreffen geschickt.

Gruß Sol

  • (23) 12.04.19 - 01:01

    So etwas gibt es bei uns leider nicht. Allenfalls im Stadtzentrum, aber da müsste sie auch erst einmal hinkommen. Wir wohnen ziemlich außerhalb, bei uns gibt es lediglich einen Musikverein, der die Jugendarbeit aber auf die örtliche Musikschule und die Grundschule abgewälzt. Und im Nachbardorf gibt es einen Fußballverein und die Jugendfeuerwehr. Fußball hat sie mal gespielt, da hatte sie es als einziges Mädchen unter den Jungs extrem schwer. Und für die Jugendfeuerwehr ist sie noch zu jung, die fangen erst mit 10 an.
    Sie ist aber in diversen Gruppen, aber so richtige Freundschaften sind da nicht entstanden.

    LG

Ich würde vermutlich aktiver eingreifen, auch wenn das hier einige helicopternd finden.
Macht deine Tochter nichts im Verein oder so? Bei uns ist es total üblich z.B. beim Start in der Musikschule rumzuhorchen, ob nicht ein anderes Kind auch starten will. Oft will eins und zack hat man eine gemeinsame Nachmittagsverabredung und verlängert die durch gemeinsames Spielen vor oder nach dem Termin.

Die Tabletgöre hätte ich sicher nicht ziehen lassen, sondern wäre ins Animateusen-Kostüm gesprungen und wäre mit beiden irgendwo hin hergefahren oder hätte was mit ihnen gespielt.

Bei Spielverabredungen bleiben wir als Eltern auch sehr am Ball. Es ist ja ein verdammtes Kunststück bei Ganz Tag plus Hobbys irgendwelche Termine darüber hinaus unterzubringen.

Kann deine Tochter nicht zu was “Coolem“ einladen? Seife machen, Schokomaske herstellen und Wellness machen, Schleim herstellen?

Ich würde da vermutlich eine Offensive starten...

Es tut mir total leid, dass es deiner Tochter so geht wie es ihr geht...

Oft schießen sich Kinder bei anderen auch selbst ins Aus.

Hier mal ein Beispiel..
Meine Tochters beste Kindergartenfreundin, entwickelte im Laufe der GS-Zeit ein erbliches Aufmerksamkeitsdefizit, indem sie alle Kleingkeiten den Lehrern petze, um bei ihnen angesehen zu sein, wenn sie ihren Bestimmerwillen nicht bekam, weinend zu den Lehrern als Opfer gerannt Über andere Mädchen lästerte, um damit ihre Freundin für sich zu vereinahmen und später kamen noch tägliche Fantasiegeschichten dazu.

Am besten mal ein Gespräch mit der Lehrerin suchen, was sie dazu meint oder mitbekommt, dass sie so augegrenzt wird. Irgendwelchen Grund im Verhalten / Umgang muss es ja haben, warum alle Mädchen sie meiden...es werden ja nicht alle Mädchen in der Klasse, so übercoole Bestimmer sein.

Bei uns werden eigentlich die störenfriedenen , übercoolen eher belächelt und gemeidet, da sie meist eh nicht die Hellsten in der Schule sind.

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