Runter vom Gymnasium 8. Klasse Bayern?

    • (1) 11.04.19 - 18:14

      Hallo!
      Ich bin gerade komplett überfordert mit dem Wunsch meiner 14-jährigen Tochter, die unbedingt vom Gymnasium auf die Realschule wechseln möchte. Ihre Noten sind ok. Nur in Latein tut sie sich schwer. Da steht sie fast auf einer 5. Sie meint, der Druck sei zu groß. Sie sitzt jeden Tag bis 18 Uhr und macht Hausaufgaben oder lernt. Zeit für Freunde ist nur am Wochenende. Sie ist super integriert, arbeitet in der Schülervertretung mit, ist beliebt. Ich bat die Klassenlehrerin un ein Gespräch mit meiner Tochter. Die Lehrerin ist der Meinung, dass das Potenzial da ist. Der Mathelehrer meint, sie sei sicher unterfordert auf der Realschule in Mathe. Ist meiner Tochter alles egal. Abi könne sie auch auf der Fachoberschule machen nach dem Realschulabschluß.
      Sie wollte vor 1 Jahr schon wechseln, da konnte ich sie motivieren, sich durchzubeißen. Jetzt ist nicht mit ihr zu reden. Soll ich zustimmen? Sie sagt, das Gymnasium schadet ihrer Psyche. Sie will nicht mehr. Ihr ist sehr wohl klar, dass man auf der Realschule auch lernen muss, aber immerhin wäre dann Latein weg.
      Was würdet ihr tun?
      LG Katharina

      • Hallo

        Ich kann nicht wirklich aus Erfahrung sprechen, da mein Wechsel aufgrund schlechter Noten absolut notwendig war. Das ist auch viele Jahre her. Mir ging es nach dem Gym viel besser.
        Jeden Tag bis 18 Uhr nur Schule. Das ist wirklich viel. So viel arbeiten viele Erwachsene nicht. Daher würde ich den Wunsch deiner Tochter nicht leichtfertig ablehnen.

        Lg

        Ich kann da nur von meiner Schwester berichten bei der es genauso war. Sie hatte es sehr schwer auf dem Gym, es war eine Qual, immer Gegenwind, immer alles anstrengend. Sie ist dann auf die Realschule und hat endlich mal Rückenwind gehabt, hat mit Leichtigkeit in allen Fächern super Noten gehabt und einen sehr guten erweiterten Realschulabschluss gemacht. Danach ist sie zurück aufs Gym und hat nochmal die Kraft gehabt die Zähne zusammen zu beißen und das Abi zu machen. Sie ist sich sicher, dass sie dauerhaft auf dem Gym keine Kraft mehr fürs Abi gehabt hätte und mit Fachhochschulreife o.ä. angefangen wäre. So hat sie anschließend eine Ausbildung gemacht, danach noch ein sehr kompliziertes Studium und ist heute richtig „oben angekommen“.

        Das einzig blöde waren immer die Vorurteile „Ach das Kind geht jetzt auf die Realschule....na, dann wird die wohl nicht studieren später“. Hat nichts zu sagen. Also nur Mut!

        • Hier ist die Realschule hoch angesehen. Von daher wird niemand was Blödes sagen. Auch mit Abitur studiert man nicht unbedingt. Ich habe nach dem Abitur angefangen zu studieren, habe es abgebrochen und meinen Traumberuf über eine Lehre gemacht. ;-) Da haben auch alle gesagt, warum hast Du Abitur gemacht? Weil ich gerne zur Schule gegangen bin und ein Spätzünder war. Erst nach dem Abitur wusste ich, was ich machen möchte

      Hallo Katharina, bin in einer ähnlichen Situation und möchte eine Entscheidung aber meinem Sohn ebenfalls 14 Jahre 8. Klasse Gymnasium Bayern überlassen. Er ist im Gegensatz zu Deiner Tochter mittelmäßig und kommt gerade so durch (hat den Schuljahresstart wie jedes Jahr komplett verschlafen) und holt jetzt wieder auf mit Leistungen die OK sind. Ich finde aber die Kinder sollten in diesem Alter den Weg selbst entscheiden dürfen, meiner will bleiben und zur Not auch wiederholen wenn es nötig wird. Die Kinder müssen letztendlich ja auch die Leistung tragen und bringen (auch wenn ich persönlich) nicht begeistert wäre finde ich in dem Alter schon entscheidend was die Tochter will. Gerade Mädels sind ja in dem Alter schon etwas weiter. Wege gibt es später noch viele zum Abitur, es wird Dir nichts bringen wenn Deine Tochter ein Leistungsverweigerer wird weil Sie keine Bock hat und nicht ernst genommen wird. Nicht vergessen es ist Ihr Leben und Euer Einfluss wird die nächsten Monate so oder so radikal schwinden. Da wäre es mir persönlich lieber meinem Kind das Gefühl zu geben das ich es ernst nehme. Viel Erfolg bei der Entscheidung

      • Ich denke auch, der einzig richtige Weg ist, sie entscheiden zu lassen und den Weg mit ihr zu gehen mit voller Unterstützung. Nur so wird sie glücklich. Ich habe sie vor 1 Jahr überredet, durchzuhalten, mit jeglicher Unterstützung bezüglich Latein, Nachhilfe, mit ihr gelernt. Leider war das so aufwendig, dass andere Fächer zu kurz kamen.

    Sie soll den Hintern zusamen kneifen und wöchentliche Lateinnachhife und fertig! Diese ständige fliehen und ausweichen und dass dann auch nun gut heissen geht gar nicht!

    • Und dann soll ein junger Mensch daran zerbrechen? Tolle Einstellung. Das hat mit fliehen nichts zu tun,wenn ein Kind sichvselbst ein Jahr schon durch schleift und selbst merkt das es nicht funktioniert.. Das ist eine gesunde Selbstwahrnehmung auf die sie stolz sein kann.
      Es gibt viele Wege zum Abi. Und selbst ohne Abi,kann sie einen Weg wählen mit dem die glücklich ist.

      • Als ihre Mutter hätte ich ein Interesse daran, dass sie ein gutes Abitur macht und nicht dieses landläufige Abi.

        • Was ist denn ein „landläufiges Abi“? 1er Abis werden inflationär, das ist auch nichts mehr wert. Am Ende kommt es darauf an eine guten Ausbildugsplatz oder Studienplatz zu bekommen und da ist auch Engagement, etc. nötig. Wer sich schon bis zum Abi gequält hat, hat danach i.d.R. auch keinen Bock gleich wieder zur „Schule“ (Uni) zu gehen.

          Als ihre Mutter hättest du das Interesse, an guten Noten und an der Psyche? Ausserdem ist sie nicht mehr 8, sondern 14 Jahre alt und ein "landläufiges" Abitur....#aha

          (12) 12.04.19 - 09:14

          Was ist denn ein landläufiges Abi? #kratz

          Es interessiert letztendlich keinen, ob man sein Abi auf einer Schule gemacht hat, wo man es nachgeworfen bekam, oder anderswo.

          Die Universitäten etc. achten nur auf den Notendurchschnitt, und die Arbeitgeber auch.
          Es sei denn, man bewirbt sich bei einer kleineren Firma in der gleichen Stadt, wo die Verantwortlichen wissen, wie welche Schulen angesehen sind.

          Abgesehen davon muss man kein Abi haben, um im Leben erfolgreich zu sein.
          Es macht es einfacher. Aber es gibt auch genug Akademiker, die finanziell mehr schlecht als recht durch's Leben krauchen, z.B. viele Geisteswissenschaftler.

          Wenn ich mir dagegen angucke, was gerade im Handwerk läuft, werden die Akademiker in ein paar Jahren vor den Handwerkermeistern knien, mit Geldscheinen wedeln und sie anbetteln, bei ihnen zuerst den Wasserschaden oder das Dach zu reparieren. ;-)

          Die Gesundheit geht immer vor. Wenn das Mädchen sich auf dem Gymnasium ins Burn-Out arbeitet, hat auch keiner was davon.
          Dann lieber Realschule und später nochmal gucken, was geht.

          (13) 12.04.19 - 12:53

          Hallo!

          Warum?

          Gruß

          misses_b

    Sie hat seit 1 Jahr Latein-Nachhilfe

    Krasse Einstellung. Es ist ein Kind, kein Erwachsener. Wenn man in der 8. schon „den Arsch zusammen kneifen“ soll, dann soll man das den Rest des Lebens sicher noch so weiter machen.

    Was richtet man da psychologisch an? Immer nur Tortur, irgendwann Angst zur Schule zu gehen,... Da schwindet das Selbstwertgefühl. Dabei wäre es ganz einfach auf der Realschule Positiverfahrubgen mit Lernen zu machen und dadurch Selbstbewusstsein aufzubauen.

    Schlimm, wenn Kinder schon so durch die Schulbahn gepeitscht werden! Und wofür? Für die Eltern?

    • Und wofür? Für die Eltern?

      Nein, für den eigenen Erfolg und für die Stärkung der eigenen Persönlichkeit nie aufgeben zu haben und natürlich für einen vielleicht besseren beruflichen Erfolg und besseren Gehalt.

      • Es ist einfach albern bei einem 8.Klässler an späteren beruflichen Erfolg und Gehalt zu denken und erwachsene Maßstäbe anzulegen („nicht aufgegeben zu haben“). Erfolg und Wohlstand erreicht man mit Leistungswillen, damit, dass man für ein Themengebiet brennt und dafür dann nicht aufgibt. Wenn das Kind aber in der Schule so mit mehreren Fächern überfordert ist, dass gar keine Zeit bleibt seine Stärken und Interessen auszubauen, dann wird genau das ausbleiben. Da hilft dann auch kein gutes Abi mehr. Im übrigen kommt man mit Quälerei auch nicht zu einem guten Abi, sondern einfach nur zum Abi auf dem Papier.

        Ich finde Abi machen auch wichtig, um sich alle Wege offen zu halten und nicht irgendwann zu denken „Ach, xy wäre meine Leidenschaft, aber ich hab leider keine Hochschulreife“. Wie gut das Abi ist, ist aus meiner Sicht fast zweitrangig, denn in jeden Studiengang kommt man mit entsprechender Wartezeit rein und auch die lässt sich sinnvoll überbrücken.

        (18) 12.04.19 - 09:25

        Sorry, aber Du hast anscheinend wenig Lebenserfahrung.

        Offenbar hast Du noch nie erlebt, wie erwachsene Menschen mit Deiner Einstellung sich einfach zusammen gerissen und weiter gemacht haben - bis sie mit Burn-Out zusammen geklappt sind und dann entweder jahrelang oder sogar auf Dauer berufsunfähig waren.
        Tja, da ist dann Schluss mit beruflichem Erfolg und viel Geld verdienen.
        Die Leute sind danach, in der Regel, froh, wenn sie überhaupt noch irgendeinen Job machen können, ohne wieder zusammen zu brechen.
        Und das sind dann nicht die Jobs, wo man das dicke Geld scheffelt.

        Ja, man sollte nicht beim kleinsten Widerstand aufgeben, aber das Mädchen beißt seit einem Jahr die Zähne zusammen und macht und tut, und es wird nicht besser.

        Manchmal ist es klüger, einen Schritt zurück zu machen, um später wieder durchstarten zu können.

Da sie schon letztes Jahr wechseln wollte,würde ich da hat nicht lange um den großen Brei reden und sie in einer Realschule anmelden.

Die kann sich ja sehr gut selbst einschätzen und später immer noch Abi auf anderen Weg machen. Schon alleine bis 18:00 Uhr an den Sufgaben sitzen ist doch nicht schön.

Ich würde da kein Drama machen,es ist ihr Wunsch,sie hat es euch Eltern zuliebe ein Jahr noch durch gezogen und sagt selbst es ginge ihr nicht gut damit. Die kennt die Konsequenzen wie neue Schule und neue Mitschüler und nimmt das in Kauf. Das alleine zeigt sich schon,das sie ihrer Wahrnehmung sehr reif ist.

  • Die - Sie ....

    Ein Drama mache ich nicht, ich hab nur ein bisschen Angst, dass sie es bereut. Aber sie kam mit dem Wunsch komplett vorbereitet. Alle Wege aufgezeigt, wie man danach zum Abitur kommt, wo das geht in fahrbarer Nähe zu uns. Wie wieviel Zeit das in Anspruch nimmt etc. Das heißt, das entsteht nicht aus einer Laune raus, sondern ist komplett durchdacht und ein ernster Wunsch. Ich werde den Weg mit ihr gehen. Nur mein Mann ist noch komplett dagegen und meint, sie gibt zu schnell auf. Er kennt das aber nicht. Er ist als 1er Kanditat durch die komplette Schule und erwartet irgendwie, dass es seine Kinder auch so meistern. Diese Erwartungshaltung hätte ich nie. Habe auch ein Abitur. Aber ich will, dass meine Kinder glücklich sind

    • manchmal muss man sie auch lassen...einfach deshalb, weil sie dann wieder motiviert sind. Abitur heisst heute nicht mehr, dass man viel Geld und erfolgreich ist. Erfolgreich sind heute die, die die richtige Idee und Motivation an den Tag legen und ich denke auch, dass das Handwerk in den nächsten Jahren noch einmal richtig durchstarten wird....

Wenn es bereits das zweite Schuljahr ist, wo sie runter möchte, würde ich sie lassen. Da sie auch die FOS im Visier hat , hat sie doch einen guten Vorsatz.
Da kann sie bis zur 12. Klasse Fachabi machen und mit der 13. immer noch allgemeines Abi...
Schwierig wird es jetzt nur mit dem Zweigwahl beim Wechsel, da sie vorraussichtlich eh notenlich in die 9. wechselt, nach den Sommerferien, da sie bereits zwei Jahre verpasst hat.
Welchen Zweig möchte sie den gehen falls sie wechselt?
Da wäre ihr Französisch anstatt Latein ihr zum Vorteil gekommen, wäre auf der Realschule etliches vorraus und für die FOS als 2. Fremdsprache bereits vorhanden.

  • Sie hat seit der 8 auch noch Französisch. Sprachlicher Zweig auf dem Gymnasium. Da lernen die Kids in 3 Jahren soviel Französisch, wie die anderen in 5. Von daher will die Realschule diskutieren, ob sie in den sprachlichen Zweig darf mit einem Test. Ansonsten geht sie in den Technischen Zweig, das sei ohne Probleme möglich. Und Mathe und Physik hat sie im Moment 2er.

    • Technischer Zweig direkt, sagt mir jetzt nicht viel (wahrscheinlich Richtung mathematischer Zweig ?)

      Bei uns bieten die Realschulen

      mathemathischer-naturwissenschaftlicher Zweig > Schwerpunkt technische Mathematik+Physik und Chemie

      Sprachlicher Zweig > franzsösisch

      wirtschaftlicher Zeig > BWR+Wirtschaft und Recht+ IT

      sozialer Zweig > Sozialwesen


      Naja auf der FOS können auch Neusprachen Spanisch, italienisch und co.gewählt werden, viele 10.Klasseabgänger vom Gym legen auf der FOS ihr französisch oftmals ab, wenn es ihnen zuvor Schwierigkeiten bescherte.

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