Ankreuz-Zeugnisse versus Berichtszeugnisse Seite: 2

        • (26) 17.04.19 - 19:22

          Hallo,

          ein Berichtszeugnis wie du es beschreibst, ist natürlich überhaupt nicht aussagekräftig. Ich sehe den Sinn in diesen positiven Formulierungen auch nicht wirklich. Das führt doch eher zum Gegenteil, dass Eltern sich in etwas positiv gemeintes nachher etwas schlechtes hineinfabulieren, weil sie "zwischen den Zeilen lesen".
          Welches Bundesland ist das denn?
          Oder wird da bei euch vielleicht "positiv" mit "wohlwollend" verwechselt?

          Ich meine, ich muss ja nicht schreiben: "X hat keine Ahnung vom Zwanzigerraum".
          Es geht auch: "X kann sich noch nicht sicher im Zwanzigerraum orientieren. Er benötigt viel Begleitung und Anschauungsmaterial, um sich die Zahlen vorzustellen und einfache Rechnungen durchzuführen. Oft verfällt er noch ins zählende Rechnen"

          Wäre das zweitere denn bei euch schon verboten?

          LG

          • (27) 18.04.19 - 13:40

            Ich schreibe nicht so gern, woher ich komme. Ich hoffe, das siehst du mir nach.

            Man kann das für das ganze Bundesland auch nicht verallgemeinern. Es ist von Schule zu Schule sehr unterschiedlich, der/die Schulleiter/in liest ja noch mal drüber und fordert ggf. Veränderungen. Manche Zeugnisse sind daher wohlwollender als andere.

            Grundsätzlich sollen aber Formulierungen wie "kann noch nicht" nicht im Zeugnis stehen. Das Berichtszeugnis der 1. und 2. Klasse soll widerspiegeln, was das Kind kann, nicht was es können sollte. Hilfe und Anschauungsmaterial dürfen dann schon erwähnt werden, aber das allein nützt Eltern nicht so viel.

            Hier sind Klasse 1 und 2 eine Einheit, schafft ein Kind den Sprung in die 3 nicht, wird das Zeugnis in Klasse 2 realistischer formuliert, bzw. wird dann mehr am Soll-Stand Ende Klasse 2 gemessen. Zumindest ist das meine Beobachtung.

            • (28) 18.04.19 - 19:19

              Hallo,

              ach so, ich dachte, das sei in eurem BL per Erlass geregelt. Ja, Schulleitung kann so etwas vorgeben. Ich bin froh, dass unsere das nicht tut. So wissen die Eltern, woran sie sind. Dadurch wissen sie dann auch, dass eine positive Formulierung wirklich positiv gemeint ist.Ist doch eigentlich für alle Beteiligten viel besser.

              Ich finde, man kann auch bei einer negativen Beschreibung noch etwas hinzufügen, das Mut macht. Zum Beispiel, indem man am Anfang etwas positives schreibt und zum Schluss nochmal. Ist ja niemals alles schlecht bei einem Kind.
              Ich habe noch nie erlebt, dass meine Formulierungen als demotivierend empfunden wurden.

              LG

      (29) 17.04.19 - 18:47

      Ich persönlich schätze ein echtes Berichtszeugnis wirklich wert. Ich lese sie mehrmals, kopiere sie mir und lese sie auch innerhalb der Familie (also Kind, Eltern und Geschwister, manchmal Großeltern) vor. Ein sogfältig erstelltes Zeugnis zeigt, dass ein Kinde seiner Lehrerin wichtig ist, und dass es wirklich als Mensch gesehen und wahrgenommen wird.

      Allerdings gibt des auch sogenannte Berichtszeugnisse, denen man zehn Meter gegen den Wind anmerkt, dass sie aus Textbausteinen generiert sind. Die wirken austauschbar und lieblos. (Spürt man tatsächlich auf den ersten Blick.)

      Ich finde ein Ankreuzzeugnis dahingehend sinnvoll als Vergleich ob es sich mit der Selbsteinschätzung des Kindes deckt (die Lehrerin meiner Drittklässlern hat zum Halbjahr die Kinder selbst eines für sich ausfüllen lassen und Kind- und Lehrerzeugnis wurden dann gemeinsam durchgesprochen).

      Als Endjahreszeugnis einer Pädagogin finde ich es (zu) wenig aussagekräftig, denn da interessiert mich eben auch die Art der Mitarbeit, die Rolle innerhalb der Klasse, die Fähigkeit außerschulisches Verständnis mit einzubringen, die Teamfähigkeit, die Weiterentwicklung, viele Faktoren, die man nicht in Doppelsmilie, Einfachsmilie, Glattstrich-Smilie und Traurig-Smilie pressen kann. Zumal zum Schuljahresende ja auch kein Elterngespräch stattfindet, das Zeugnis also die einzige Info ist.

      Ich finde es daher toll, dass du dir diese Mühe machst! Und ich denke, dass die Eltern deiner Schüler das ebenfalls so sehen.

      • (30) 17.04.19 - 19:50

        Hallo,

        danke für deine differenzierte Rückmeldung, die ich nur unterschreiben kann.

        Ja, ich weiß, dass "meine" Eltern mir da dankbar sind. Ich bekomme ab und an eine Mail nach den Zeugnissen. ;-) Und für eine Mail, die geschrieben wird sind sicher zehn dankbar, ohne etwas zu sagen (was ich auch nicht erwarte!)

        Ich wollte hier mal wissen, wie es im Allgemeinen aussieht. :-)

        Diese lieblosen Bausteine-Monster nerven mich tierisch, wenn ich sie mal Korrektur lesen muss. Ja gut, ich meine, ich formuliere auch nicht bei jedem Kind "rechnet sicher im Zahlenraum bis zwanzig" um, damit es individuell ist. #rofl

        Aber wer ein vernünftiges und kohärentes Textzeugnis schreibt, der hat einen treffenden Satz schneller selbst geschrieben, als ihn aus einem Wust von Formulierungshilfen rauszusuchen.
        Von Berufsanfängern mal abgesehen. Denen spreche ich durchaus zu, mal ein paar Formulierungsbeispiele zu nutzen, um "reinzukommen". Aber das ist ja ein Sonderfall.

        LG

    (31) 17.04.19 - 19:29

    Hallo

    Ich bin gerade in der ADS Diagnose und benötige dafür meiner 80er Jahre Grundschulzeugnisse. Handgeschrieben, eine Din A 4 Seite voll. Ich war zu Tränen gerührt als ich sie heute erstmals selbst gelesen habe. Jemand hat sich so viele Gedanken um mich gemacht. Ich fand es richtig schön. Meine Leistungen und mein Wesen wurde gut beschrieben. Was mir Richtung Diagnose helfen wird. Ich freue mich trotz der nicht so tollen Leistung damals heute darüber.

    Wenn ich da im Vergleich die Kreuze unserer Kinder sehe, ist das viel unpersönlicher aber schön übersichtlich. Mir fällt es leicht zu erkennen wo die Stärke
    sind und wo Unterstützung notwendig ist . Zusätzlich wird an unserer GS noch ein relativ umfangreicher Kommentar frei formuliert ergänzt.
    Was ich bei den Kreuzen schade fand, war das schon beim ersten Zeugnis in der Klasse von Kind 2 verglichen wurde. Du hast aber mehr Mitte oder rechts.... kannte ich von Kind 1 nicht so. Beim Text hätte es diese Möglichkeit nicht gegeben.

    LG

  • (32) 17.04.19 - 19:31

    Hallo,
    in meinem Berichtszeugnis von früher (NRW) stand Kind kann A gut oder sehr sicher, kann sich in B noch steigern und ist in C unsicher.
    Da wussten Kinder und Eltern, was Sache ist.
    Bei unserer Tochter (auch NRW) war alles positiv formuliert. Jedes Kind hielt sich daher für super in der Schule, und die Eltern rätselten, welche Formulierung in Wirklichkeit wie gemeint war und nervten damit die Lehrer.
    Daraufhin ist die Schule auf Ankreuz-Zeugnisse umgestiegen.
    Das war mir sehr recht, denn so entfällt diese blöde Raterei, was welche Formulierung in Wirklichkeit heissen soll. Das finde ich auch bei Arbeitszeugnissen furchtbar.
    So sehen Kinder und Eltern auf einen Blick, wo es hapert. Genaueres kann man immer noch mit dem Lehrer besprechen.

    LG

    Heike

    • (33) 17.04.19 - 19:38

      Hallo,

      ich komme auch aus NRW. Hier MUSS niemand ein Schleifchen um die Formulierungen binden. Ich sage den Eltern auch immer ausdrücklich: Das sind KEINE Arbeitszeugnisse, das ist gemeint wie es da steht.

      LG

Ich kenne Ankreuzzeugnisse nicht, kann daher nicht vergleichen 🤗
Ich denke, sie haben schon auch ihre Vorteile und wenn man die richtigen Aussagem formuliert, kann es auch weniger defizitorientiert sein.
Mein Neffe hat in Klasse 1 Honigtöpfe als Rückmeldung erhalten - unterschiedlich hoch gefüllt mit Honig (natürlich nur als Bild). Das fand ich sehr eindeutig. 😅 Aber ja, letztlich ist da kein Prozess abzulesen. Das ist dann wie bei den Noten - die spiegeln auch nur den Ist-Stand und nicht, ob z.B. eine Steigerung oder ein Leistungsabfall vorhanden war.

Ich bin ebenfalls Grundschullehrerin und kenne nur das Berichtszeugnis. Ich empfinde es als genauer und man bringt hier und da auch z.B. das Arbeitsverhalten u.a. mit ein oder eben den gesamten Lernprozess. Dennoch müssen(!) wir ja das Zeugnis sehr wohlwollend und positiv formulieren, sodass ich mir nicht sicher bin, ob alle Eltern die "Codes" verstehen. Ganz abgesehen davon, dass viele Eltern es eh gar nicht / nicht richtig lesen. Ich hatte mal Eltern, die haben erst in der 3. Klasse angemerkt, dass ich den Zweitnamen ihrer Tochter falsch geschrieben habe - auf 4 Zeugnissen...

Am effektivsten finde ich tatsächlich das persönliche Elterngespräch oder wie wir es machen - ein Zeugnisgespräch mit Eltern und Kind. Lieber würde ich mir für jedes Gespräch 1 Stunde Zeit nehmen und ausführlich mit den Eltern sprechen, statt diese blöden Berichte formulieren. Im Gespräch kann man gleich Fragen beantworten und viel besser den Lernstand darstellen... Da gibt es mMn viel weniger Missverständnisse. Leider müssen wir beides machen - Zeugnis und Gespräch, was wiederum vom Zeitaufwand (zu) heftig ist...

Hier auch Bayern...
Es gab in den ersten beiden Klassen Ankreuzzeugnisse in Verbindung mit einem Gespräch mit Lehrerin, Schüler und Elternteil. Das Endzeugnis in der zweiten Klasse war mit Noten, soweit ich mich erinnere. Oh Gott, bin ich alt, jetzt habe ich das schon wieder vergessen! Jetzt in der dritten Klasse zum Halbjahr konnten sie es sich aussuchen und sie wollten auf jeden Fall ein ganz normales Noten Zeugnis. Ich war da auch sehr dafür, ich will einfach wissen, wie sie stehen. Und die Kinder wollen es auch sehen. Liegt vielleicht auch daran, dass sie sehr gute Noten haben, da Können wir alle natürlich auch bei Notenzeugnissen sehr entspannt sein. Inwieweit sie sich bemühen oder nicht bemühen und wo ihre Einzelschwächen sind oder nicht sind, sehe ich selber anhand der Hausaufgaben oder häuslichen Übungen, dazu brauche ich nicht unbedingt lange Ausführungen von der Lehrkraft.
Berichtszeugnisse, so wie du sie beschreibst, kenne ich überhaupt nicht, zum Glück, ganz ehrlich gesagt, das wäre mir echt zu umständlich zu lesen. Was für eine immense Arbeit für den Lehrer, da würde ich mich jetzt auch fragen, ob das überhaupt gelesen und honoriert wird. Nachdem ich Personalerin bin und schon viele Arbeitszeugnisse verklausulieren musste, bin ich da möglicherweise auch schon vorgeschädigt, dieses „um jeden Preis positiv formulieren müssen“ führt bei mir manchmal nur zum Kopfschütteln. Was ich jetzt aber bei kleinen Kindern eher noch verstehen kann als bei Erwachsenen Menschen im Arbeitsverhältnis.
Aber natürlich toll, dass du dir so viel Arbeit machst und nicht einfach nur irgendwas hin schreibst!

  • Hallo,

    vielen Dank für deine Antwort!

    Einge hier haben beschrieben, dass bei ihnen die Zeugnisse auf Teufel komm raus positiv klingen müssen. Bei uns ist das nicht so. Wobei da manchmal auch Schulleitung ein Wörtchen mitredet. Und wenn die dann der Ansicht ist, man müsse alles in Watte packen - naja.

    Also ich schreibe da durchaus Sachen rein wie: "War häufig in Konflikte verwickelt und wurde dabei auch handgreiflich. In klärenden Gesprächen fiel es ihm schwer, seinen Eigenanteil am Streit zu sehen." Da weiß dann auch jeder Bescheid, noch negativer muss ja nun wirklich nicht sein. Aber man kann halt noch dazu schreiben: "Wenn man ihm Zeit einräumte, sich zu beruhigen, war er anschließend offen für Schlichtungsgespräche." Das ist dann nicht so bodenlos wie "alle Kreuzchen hinten".

    Wenn negative Zeugnisse verboten wären in NRW, dann wären ja auch Ankreuz-Zeugnisse verboten. ;-)

    LG

(37) 18.04.19 - 01:11

Die Lernentwicklungsberichte waren immer so positiv bei meiner Tochter, dass ich befürchtete, dass sie wie Arbeitszeugnisse erstellt wurden.
Mit versteckten negativen Punkten, die eben schöngeredet wurden.

Dann gab es ein paar Jahre Ankreuzzeugnisse. So grob konnte man, meiner Meinung nach, eine Note ermitteln.

Jetzt gibt es endlich Noten!!! #schwitz

(38) 18.04.19 - 07:42

Hallo,

ich kenne keine Ankreuzzeugnisse, sondern nur die Berichte. Natürlich liest man sich die als Eltern aufmerksam durch. Ich zumindest. Als mein ältester Sohn in der 8. Klasse war, halfen uns die ausführlichen Zeugnisse der ersten beiden Schuljahre deutlich weiter. Mein Sohn war schon immer sehr unkonzentriert und hibbelig. Seine Leistungen waren aber stets sehr gut und gut. Gegen Ende der 7. Klasse fielen seine Leistungen massiv ab. Auch den Lehrern fiel auf, dass es nicht am Verständnis des Stoffes liegt, sondern an seiner Konzentration und rieten dazu, dies klären zu lassen. Wir rannten von Arzt zu Arzt um eine Überweisung zu bekommen. Überall wurden wir abgewimmelt mit den Worten: "Das ist die Pubertät und völlig normal. Die Leistungen sind noch zu gut um von Schulproblemen zu sprechen." Ich merkte aber, dass es nichts mit Pubertät zu tun hat und mein Sohn sagte selbst, dass ihn das tierisch nervt und er nicht anders kann. Er war innerlich extrem unruhig und angespannt. Die Ärzte stellten mich als Mutter hin, die eine 3 für eine schlechte Note hält und deshalb ihrem Sohn eine Krankheit andichten will und verharrten weiterhin auf der These, dass dies die Pubertät sei. Als es Zeugnisse gab, schaute ich mir die Zeugnismappe an und las die ausführlichen Zeugnisse der ersten beiden Schuljahre. Die Lehrerin hatte treffend die Probleme beschrieben, die ihm 8 Jahre später zum Verhängnis wurden. Konzentrationsprobleme, Unruhe etc. Diese Zeugnisse habe ich dann mit zum Arzt genommen und hatte nun endlich den Beweis, dass mein Sohn das schon immer hat. Wir bekamen eine Überweisung zur Diagnostik. Es kam ein verkapptes ADHS heraus mit einer Konzentrationsstörung, die er bis dahin mit seiner überdurchschnittlichen Intelligenz verstecken konnte. Hätte es die Zeugnisse nicht gegeben, hätte uns keiner ernst genommen.

LG
Michaela

Meine Kinder sind mit der GS durch und haben in Schuljahr 1 und 2 Berichtszeugnisse bekommen in 3 und 4 Noten.

Ich war immer zufrieden mit dem, was es gab, ich habe meine Kinder in jedem ihrer Zeugnisse erkannt und konnte so von einer ehrlichen Bewertung ausgehen.

Freunde meiner Kinder (andere Lehrerin) haben aber in Schuljahr 1 und 2 verwirrende Botschaften erhalten. In meinen Augen wurden bei ihnen wilkürlich Textbausteine aneinander gereiht. Bei einem Kind, okay, passiert mal, aber bei dreien von denen ich weiß????.
Will sagen: Es gibt auf beiden Seiten der Zeugnisse ( Ersteller und Betrachter) Menschen, die sich intensiv damit auseinandersetzen, sich Gedanken machen, hinterfragen, Bedeutungen entschlüsseln und eben die jenigen, für die ein Zeugnis nur ein weiteres Schulhalbjahr beendet.

Und wenn es an deiner Schule irgendwann zum Kreuze machen kommt, die Option eines Kommentars bleibt ja. Also kannst du weiterhin alles mitgeben, was du zu dem KInd zu sagen hast.

Verstehe das bitte nicht falsch. Ich habe wirklich eine Menge Respekt vor dem Lehrerinnen Beruf.

  • Hallo,

    nein, ich verstehe das nicht falsch. Mich nerven schlechte Berichtszeugnisse genauso. Wobei das an unserer Schule zur Zeit eher nicht vorkommt. Hier und da ein Berufsanfänger, der aus Unsicherheit lieber schwammig formuliert - sonst alles gut. ;-)

    Wobei ich selbst diese Form als angenehmer empfinde, weil wenigstens ein kohärenter Text rauskommt. Bei den Kreuzchen war für mich das Problem, dass ich gedanklich immer "springen" und "puzzeln" musste, wenn die Kreuzchen mal hier und mal da waren. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Aber ich fands halt schwer zu lesen.

    Ankreuzzeugnisse wird es bei uns keine geben.

    LG

(41) 18.04.19 - 11:24

Also ich weiß nicht so genau wie umfangreich bei dir ein Berichtszeugnis ist, aber bei uns standen in den "Textzeugnissen" dann so ein paar Sätze, die ich mir selber hätte zusammen reimen können und die ich im Grunde als "nett" aber Recht wertlos empfunden habe.

Vor dem Schulwechsel gab es bei meiner einen Tochter ein Ankreuzzeugnis, dass war in meinen Augen sehr ausführlich und in so viele Teilbereiche untergliedert, dass ich Ruckzuck ableiten könnte, wo man was tun könnte und wo alles in Butter ist.

Ich fand dieses Zeugnis viel besser.

Kein Zeugnis ersetzt aber das Entwicklungsgespräch mit dem Klassenlehrer vorab.

Von mir aus können sich die Klassenlehrer die Aufsätze über die Kinder sparen, aber dieses Gespräch sollte verpflichtend gemacht werden.

(42) 18.04.19 - 16:19

Ich finde das Ankreuz-Zeugnis genauso dämlich wie das Lernentwicklungsgespräch. Absolut nichtssagend, im schlimmsten Fall verwirrend.

(43) 18.04.19 - 21:10

Ich finde es toll wie es unsere Grundschule macht. Da setzt sich die Lehrerin mit Schülerin und Eltern zusammen (30 min). Dann holt sie Kärtchen raus, auf denen z.B. steht "rechnen bis 20", "lesen", "an Regeln halten", "Schriftbild", "Vortrag halten" usw. Diese soll das Kind unter 4 Kategorien (kann ich sehr gut, kann ich gut, muss ich noch üben etc.) legen, nach der eigenen Einschätzung. Lehrerin macht ein Foto. Dann legen die Eltern die Karten und sie macht ein Foto. Zum Schluss legt sie die Karten nach ihren Eindrücken und es wird grob besprochen. Im Zeugnis gibt es einen Bericht (der mich natürlich sehr interessiert). Da kann man Fragen stellen.

(45) 19.04.19 - 08:53

Ich bin selbst Lehrer - die meisten Eltern können mit Berichtszeugnissen nichts anfangen („Und welche Note ist das jetzt?“) und Profis lesen aus den Berichten die Noten raus. Machen wir uns nix vor, da sind Noten drin verschlüsselt.

„Max hat unter Anleitung das 1x1 vorgetragen“ => 5

  • (46) 19.04.19 - 09:49

    Hallo,

    das ist natürlich so, wenn man nur in Noten denkt. Das tut aber nicht jeder.

    Beispiel: Für deine Zeugnisformulierung "trägt das Einmaleins unter Anleitung vor" gebe ich dir die Note vier.

    Und jetzt? Welche Erkenntnis ziehst du daraus?

    Hier meine Erklärung dazu: Wenn du solche Berichtszeugnisse schreibst, musst du dich nicht wundern, wenn sie nicht verstanden werden. Natürlich hat man eine Ahnung, was du meinst. Deshalb geb ich dir ja auch noch ne vier.

    Aber: Wie trägt man denn das Einmaleins vor? Bei der Einerreihe anfangen und bei der Zehnerreihe aufhören? Und wie leitet man das an? "Jetzt kommt die Fünferreihe" oder wie?

    Das Kind kann keine Reihe auswendig, oder nur die leichten (2er 5er 10er-Reihe), oder es macht bei den schwierigen Reihen noch vereinzelt Fehler, oder es nennt jedes Ergebnis wie aus der Pistole geschossen.

    Wenn es ein Ergebnis nicht auswendig kann, dann leitet es entweder eine schwierige Aufgabe aus einer leichten her (9*8=10*8-1*8) oder es geht die Reihe durch und addiert. Oder es kann nicht mal addieren und zählt. Dann sollte aber schleunigst ein Dyskalkulie-Test gemacht werden. Kind kann aber auch Dyskalkulie haben und jede Aufgabe wie aus der Pistole geschossen nennen. Weil es gut auswendig lernen kann.

    Dann steht da "Beherrscht das Einmaleins", aber ein Einserkandidat ist das Kind bestimmt nicht.

    LG

    • (47) 19.04.19 - 15:29

      Das ist mir bewusst - war ein einfaches Beispiel schnell ausgedacht. Aber 99% aller Berichtszeugnisse enthalten verklausulierte Noteb

      • (48) 19.04.19 - 15:59

        Du weißt, wie 99% der Lehrer Berichtszeugnisse schreiben? Donnerwetter.

        • (49) 19.04.19 - 16:38

          Zumindest 99% der Grundschulzeugnisse, die ich an meiner weiterführenden Schule sehe, sind nach dem selben Schema.

          • (50) 19.04.19 - 18:06

            Das sind dann aber diese Berichte für die weiterführenden Schule?

            Da wäre ich vorsichtig. Es gibt ein Zeugnisprogramm, das die meisten Grundschulen nutzen, weil es den Datenschutz-Anforderungen so ziemlich als einziges gerecht wird. Wir nutzen das auch. Und in diesem Zeugnisprogramm kann man für die Empfehlungen an die weiterführenden Schulen NUR Satzbausteine anklicken. Nichts selbst schreiben. Das ist in dem Formular nicht vorgesehen.

            Das klingt tatsächlich grauenvoll und ich warne die Eltern immer vor.

            Aber auch wenn dem nicht so ist, dürfte die Zahl der Grundschulen, die euch zuliefern begrenzt und nicht sonderlich repräsentativ sein.

            LG

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