Ankreuz-Zeugnisse versus Berichtszeugnisse Seite: 3

                  • (51) 19.04.19 - 20:56

                    Das ist mir auch bewusst, aber die Eltern kommen teilweise mit allen Zeugnissen an.

                    Nur weil ich an einer weiterführenden Schule bin, bedeutet das nicht, dass ich gar keine Ahnung von der Primarstufe habe.

                    Wie gesagt, meiner Erfahrung nach sind ein Großteil der Berichtszeugnisse einfach codierte Noten. Darauf deutet auch Unmengen an Literatur zu dieser Thematik hin. Und ich denke, das weißt du auch.

                    • (52) 20.04.19 - 08:26

                      Ich denke, der Punkt ist tatsächlich, dass du in Noten denkst und ich nicht.

                      Ich sehe eine Leistung, die sich in jedem Fach in bestimmte Einzelleistungen untergliedert. Dazu schreibe ich einen Bericht. Wenn ich ein Kind im dritten oder vierten Schuljahr habe, generiere ich aus dem Gesamtbild der Leistungen eine Note. Im ersten und zweiten Schuljahr tue ich das nicht. Wozu auch?

                      Ich finde eine gerechte Notengebung unheimlich schwierig und es gibt zahlreiche Untersuchungen dazu, dass ein und dieselbe Leistung von unterschiedlichen Lehrern Noten zwischen 1 und 5 erhält.

                      Um es mal mit deinen Worten zu sagen: Ich denke, das weiß du auch.

                      Deshalb kann ich nicht ganz nachvollziehen, weshalb es dir so wichtig ist, "dass man da überall eine Note rauslesen kann".
                      Für mich als Mutter wäre es sehr viel wichtiger, ob das Kind die Rechtschreibregeln aus Schusseligkeit nicht beachtet. Oder ob es Schwierigkeiten hat, sich Lernwörter einzuprägen oder ob es ein handfestes Problem hat, Laute abzuhören. In allen drei Fällen kann sogar die gleiche Note dabei rauskommen. Aber man müsste jeweils komplett unterschiedlich rangehen, um das Problem zu lösen.

                      Ich schrieb woanders, dass es für Noten trotzdem gute Argumente gibt. An weiterführenden Schulen wären Berichtszeugnisse für Fachlehrer m. E. nicht stemmbar, da könnte gar nicht viel anderes bei rauskommen als "Textbausteine in 5-6 Abstufungen". Deshalb sollte das hier auch überhaupt keine Diskussion pro und contra Noten werden.

                      Aber dass man so in seinem Bewertungssystem gefangen ist, dass man nur noch in Noten denken kann, wenn man eine Schülerleistung sieht, das ist schon irgendwie - traurig.

                      LG

      (53) 19.04.19 - 11:27

      Hallo, am Anfang bekam meine Tochter Bausteinzeugnise und diese waren fürchterlich. Diese Satzbausteine haben irgendein Kind beschrieben aber nicht meines. Jetzt gibt es Notenzeugnisse und damit kann ich mehr anfangen.

      Gruß Sol

      • (54) 19.04.19 - 15:36

        Hallo,

        ja, das mit den Satzbausteinen scheint immer noch ein weit verbreitetes Phänomen zu sein.

        Ich meinte gar nicht die Diskussion "Berichte versus Noten". Da sehe ich bei beidem Vor- und Nachteile. Und solange noch so viele "Satzbaustein-Zeugnisse" geschrieben werden, kommen wir ohnehin nicht ohne Noten aus.

        Ich denke auch, dass es an der weiterführenden Schule überhaupt nicht zu schaffen wäre, zu jedem Fach Beurteilungen zu schreiben. So ein Fachlehrer hat locker mal 200 verschiedene Schüler. #schock Was soll denn dabei rauskommen, wenn nicht Satzbausteine mit unterschiedlichen Belobigungs-Abstufungen. Und dann kann man auch gleich Noten hinschreiben.
        Zumal dann schriftliche Beurteilungen z. B. im Fach Physik für Otto Normalo ganz sicher nicht verständlich wären.

        Ich meinte diese Ankreuz-Zeugnisse in der Grundschule und wollte wissen, ob andere Eltern diese auch als so schwer lesbar empfinden.

        LG

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