"Verplantes Kind" - Realschule oder Gymnasium?

Hallo, es geht mal wieder um unseren Sohn (10). Ich hatte ja bereits mal ein Thema zu seiner Unordnung (das mir leider etwas entgleist ist, hatte ich den Eindruck, aber andere Sache). Es steht jetzt schon länger im Raum, ob er auf die Realschule geht oder auf das Gymnasium. Seine Noten würden fürs Gymie locker reichen. Dennoch plädieren ich und alle Lehrer für die Realschule. Mein Mann ist eher für das Gymnasium, er sieht aber auch den Punkt für die Realschule. Unser Sohn selbst würde lieber aufs Gymnasium, ich habe aber den Eindruck, dass er keinerlei Ahnung hat, was ihn da erwartet. Sein Opa dagegen ist vollkommen für das Gymnasium und redet auch immer auf unseren Sohn ein, dass das mit seinen Noten doch die einzige Möglichkeit wäre, was unseren Sohn auch verunsichert
.
Alles in allem ins die Situation etwas verfahren.

Zu den Gründen, warum seine Lehrer und ich für die Realschule plädieren: Er ist eben sehr verplant. Sein Ranzen, wie gesagt, wird nur mit viel Hilfe und Widerwillen gut gepackt, kommt er aus der Schule heim, fehlt aber oft wieder die Hälfte. Oft schicke ich ihn gleich nach der Schule wieder los, damit er fehlende Hefte und Stifte noch holt. Seine Hefte sehen auch entsprechend aus. Er ist manchmal so mit dem Kopf in den Wolken, dass er sich ins Klassenzimmer setzt und nicht merkt, dass die anderen gar nicht da sind (z. B. weil Sport oder Musik ist), dann muss er geholt werden.

Bei Proben vergibt er oft Punkte, weil er z. B., eine Aufgabe vollkommen übersieht oder aber, obwohl bereits x mal geübt, Maßangaben wie Kilometer, Meter, cm vergisst. Dann hat er alles richtig gerechnet und trotzdem eine 2 oder eine 3, weil diese Angaben eben fehlen. Oder alles richtig gemacht aber dennoch eine 2, weil er eine Aufgabe mit höherer Punktzahl einfach übersehen hat.
Oder er wird nicht fertig, denn auch sein Arbeitstempo ist oft sehr langsam, oft schafft er Hefteinträge nicht in der Zeit und muss sie dann von anderen kopieren.
Auch setzt er die Hefteinträge oft wie Kraut und Rüben, da übersieht er eine Seite, die ist dann leer, 3 Tage später füllt er die Lücke mit dem dann aktuellen Hefteintrag, dann sind seine Hefteinträge z. B. in der Reihenfolge 1,2,3,7,4,5,9,6,8,10 etc.
Er lernt nur partiell gerne, nämlich in seinen Interessensschwerpunkten. Derzeit geht das noch, er gleicht es mit Klugheit und schneller Auffassungsgabe aus, aber auf Dauer wird er da, meinen die Lehrer, mit straucheln. Wenn ihn was nicht interessiert, kann er auch manchmal echt provozierend werden und hängt z. B. über der Bank und erklärt, das alles wäre "laaaangweilig" (das aber wohl eher am Ende des Unterrichts, da er diesen nie stört).

Auf der anderen Seite hat er v. a. für Sachen, die ihn interessieren, ein fotografisches Gedächtnis. Er schaut einmal drüber und kann widergeben, was da steht, oft 1 zu 1 oder sogar noch ergänzt mit Hintergrundwissen, das er sich anderswo erworben hat. Deshalb hat er in Proben, in denen es stark um Textverständnis geht und in Multiple choice Tests prinzipiell 0 Fehler (außer, er übersieht mal was). Er interessiert sich v. a. im naturwissenschaftlichen und historischen Bereich für sehr viele Dinge, merkt sich alles und kann darüber dozieren wie ein Großer (z. B. geht er regelmäßig zum Familientag ins geologische Museum und fachsimpelt da mit den Studenten, die jedes Mal total begeistert von dem Kind sind). Er kann reden und locker Referate halten, mit hohem fachlichen Anspruch. Sein IQ ist hoch, mit großer Inselbegabung auf Logik und Textverständnis.
Seine Lehrerin meinte erst neulich, sie ist jedes Mal wieder erstaunt, dass er mit diesen Hefteinträgen und diesem Arbeitsverhalten trotzdem gute Noten hält.
Auch ist sein Sozialverhalten in der Klasse sehr gut und er hält sich an alle Regeln des sozialen Zusammenhalts (naja, nicht unbedingt daheim, aber auswärts), manchmal fast schon zu sklavisch (indem er dann ganz unruhig wird, wenn sich andere nicht daran halten und auch mal Leute anpflaumt, weil diese über die Wiese rennen, die doch ein "betreten verboten"-Schild hat), aber insgesamt sehr gut und sicher.

Insgesamt sagen alle Lehrer über ihn, dass er vom Intellekt her und vielen seiner Fähigkeiten ein Kind für das Gymnasium wäre, nicht aber vom Arbeitsverhalten und der "Verplantheit" her. Ich glaube, es wäre für ihn insgesamt einfach viel leichter und mit weniger Frustration verbunden, auf die Real zu gehen und dann eben auf die FOS oder so.

Hat jemand von euch vielleicht ein ähnliches Kind und wie habt ihr euch dann entschieden?

Wenn die Noten passen und ER das auch will, dann lasst ihn doch aufs Gymnasium.:-D
Er ist so und so gezwungen, was an seinem Verhalten zu ändern. Mit seiner derartigen "Verplantheit" würde er auch auf der Realschule scheitern. Da kann er ja mit seinem Intellekt auch nicht das ausgleichen, was ihm an Organisation fehlt. Oder wie habt ihr euch das vorgestellt?#zitter

Es ist in der Realschule einfach anders. Erstens muss man nicht so oft das Klassenzimmer wechseln. Dann sind die Hefteinträge, die ein Problem darstellen, niemals so umfangreich von der Tafel abzuschreiben, zumindest wurde mir das mehrfach bestätigt. Der Stoff ist zudem insgesamt weniger, da käme er trotz Verplantheit sicher besser hinterher. Wie gesagt, es ist die auch die übereinstimmende Empfehlung aller Lehrer.

P. S. Und ich denke, fürs Gymie muss man einfach prinzipiell gerne lernen. Das ist bei ihm eben nicht umfassend der Fall, sondern nur in Interessenschwerpunkten. Wir waren bei Beratungslehrern beider Schulformen und diese sagten übereinstimmend, das für das Gymnasium "Spaß am Lernen" absolute Voraussetzung wäre. Wichtiger noch als Intelligenz.

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Ich hätte auf der Realschule die Bedenken dass er als zerstreuter Besserwisser (sorry ist etwas gemein, aber das ist das Bild was ich nach deinem langen Text habe), sehr schnell ein Außenseiter ist. Vom intellekt wird ihm eher niemand das Wasser reichen können und seine ständig verplantheit kommt drauf an wie die aufgenommen wird. Außerdem wüsste ich nicht warum ein Realschüler es bzgl selbstorganisation es einfacher hat.
Ich würde offen und ehrlich mit ihm sprechen.

Also nein, Besserwisser eigentlich nicht. Er belehrt ja selten jemanden (außer mal beim Punkt "verboten"). Ansonsten ist er eher so begeistert von Thema X und Y, das er andere damit anstecken kann.

Auch gleichaltrige? Oder nur erwachsene? Interessiert er sich auch für Dinge die seine Klassenkameraden interessant finden?

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Ich hab ein Kind auf dem Gymnasium und eins auf der Realschule. Mein Realschulkind hat bei weitem mehr Hausaufgaben auf. Die fünfte und sechste Klasse ähneln sich doch sehr, abgesehen von der zweiten Fremdsprache. Auf dem Gymnasium finde ich dass die Schule genauer auf ihre Schüler achtet, mehr anbietet (kostenloser Instrumentalunterricht, mehr spannende Kurse usw.
Allgemein ist das Gymnasium hier toller. Auf der Realschule sind neben mehr Hausaufgaben die Schüler auch mehr sich selbst überlassen. Kommen sie wo nicht mit, haben sie Pech. Auf dem Gymnasium gibt es Intensivierungsstunden nach Bedarf.

Was das lernen angeht und ordentlich sein sind beide Schulen gleich. Und auch auf der Mittelschule muss man sein zeug ordentlich beisammen halten.

Aber das Arbeitstempo ist doch nicht dasselbe, oder? Das Arbeitstempo ist ja auch ein großes Problem.

Nochmal ergänzend: Es würde keine normale staatliche Realschule werden, sondern eine private mit kleinen Klassen.

Was schon ein wichtiger Hinweis ist.... Und sicher für euch die entspanntere Lösung wäre ....

Ich sehe ihn dennoch eher auf dem Gymnasium
......

Jedenfalls wird er was seine Verplantheit angeht so oder so dazu lernen müssen und warum ihm die Chance nehmen, wenn er es will und den Intellekt dazu hat.

Ich kannte so einige verplante Kinder auf dem Gymnasium und sie haben sich schlicht weiterentwickelt. Entscheidend ist ob er mit dem Stoff zurecht kommt, an der Organisation muss er so oder so arbeiten. Und das müssen alle Kinder auf dem Gymnasium. Im Notfall könnte er immer noch wechseln...

Mein kleiner Sohn geht auf eine private kirchliche Realschule. Der Anspruch ist hoch und steht in Klasse 5 dem Gymnasium in nichts nach.
In der 6. Klasse kommt die zweite Fremdsprache hinzu (Französisch). In der Schule ist ein Musikinstrument verpflichtend bis Ende Klasse 8. Die Schule ist zwar insgesamt klein (2 zügig) aber es sind pro Klasse 33 Kinder.

Ich glaube dein Sohn wird überall lernen müssen und sich organisieren lernen. Da ist die Realschule deutlich Konsequenter als das Gymnasium!

Mein Großer geht aufs Gymnasium uns scheint vom Typ er zu sein wie dein Kind. Oftmals langsam und unkonzentriert und verpeilt. Er hat eine wahnsinnig hohe Auffassungsgabe,vermutlich auch irgendwie fotographische Fähigkeiten und vermutlich auch eine recht hohe Intelligenz.
Laut seiner Lehrer bleibt er weit hinter seinen Fähigkeiten auf Grund seiner Konzentration.
Er ist kein 1er Schüler aber kommt mit seiner Art zu arbeiten gut durch die Schule mit einem Schnitt von 2.1.

Daher würde ich ihn zum Gymnasium schicken
Lg

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siehst Du irgend eine Chance, diese Verplantheit in geregelte Bahnen zu kriegen? Ihn besser zu organisieren? -- wenn ich jetzt meinen 5. Klässler ankucke, da bezweifle ich, dass er heute, wie Du ihn beschreibst, ausreichend organisiert sein wird und vor allen Dingen die Kerninformationen so mitkriegt oder mitschreibt, die für eine gute Note bei der Arbeit nötig sind, erreichen kann ... --- man kann in wenigen Worten in einem Forum das Kind nicht vollumfassend beschreiben, wie es vielleicht nötig wäre, -- aber so wie du schreibst, und was ich in diesem Ordnungs-Threat gelesen habe, zeigt er eben nicht mal die BEREITSCHAFT, das zu ändern und sich zu organisieren - er befolgt Mitbring -Anweisungen nicht usw.... - ... DAS wäre das K.O. Kriterium für mich .

Er zeigt die Bereitschaft durchaus dann, wenn ihn was interessiert (oder er jemanden sehr mag). Wann nicht, dann stellt er auf stur. Ich sehe derzeit wenig Chancen, das wirklich umfassend zu ändern. Zumal ich ja im Prinzip auch ähnlich bin und auch als Kind so war, nur etwas milder. Weniger Sachen scheint gut zu funktionieren.

Ich für meinen Teil würde ihn eher aufs Gymnasium schicken. Den Intellekt hat er ja. Realschule könnte ihn maßlos langweilen.
Und - er entwickelt sich ja weiter und lernt dazu, er ist ja jetzt erst 10.
Die Dinge, mit denen er jetzt Probleme hat, würden ihm auch auf der Realschule vor Probleme stellen.
Da kann man nur konsequent hinterher sein bis es es irgendwann von allein ändert.

würden IHN vor Probleme stellen... #augen

Ich würde für Gymnasium plädieren - aus dem Grund, dass solche "Verpeiler" (ich habe selber so ein Exemplar) später auch in den Berufsstrukturen, die auf die Realschule folgen, nicht gut aufgehoben sind. Die kommen eher klar, wenn sie sich mit einem Studium irgendwo verwirklichen können, glaube ich.

Wirklich? Mein Mann und eine Freundin haben von der Uni auf die FH gewechselt, beide, weil sie die schulischen Strukturen dort viel besser fanden für die Selbstorga.

Ich habe in einigen Dingen ein ähnliches Kind....er vergisst zwar sein Zeug nicht, weiß aber schulisch oft nicht wo der Hammer hängt. Vorbereitung Klassenarbeiten, pünktlich Referate erstellen, wissen welche Hausaufgaben auf sind....nicht nötig, wird völlig überbewertet. Er hat auch eine sehr schnelle Auffassungsgabe und merkt sich viele Dinge. Inzwischen ist er in der 9. Klasse Gymnasium, nie ein guter Schüler aber er kommt durch. Viele Punkte in Arbeiten werden vergeben wegen halb gelesen Aufgaben, Rechnen mit falschen Zahlen, nicht vorbereitet sein uns so weiter im Regelfall selbst gemachte Baustellen. Ich denke diese Dinge wären auf der Realschule oft noch schlimmer, da er abschaltet sobald er es kann und die Fehlerquote in einfachen Aufgaben die höchste ist.
Schick ihn auf seine Wunschschule helfe ihm so gut es geht bei der Orga... ich habe dieses Jahr damit aufgehört und die Orga übergeben, die Reibungspunkte wurden zu groß....

So wie du es beschreibst würde ich ihn definitiv auf's Gymnasium schicken, allerdings mit ihm besprechen, dass er da etwas organisierter und disziplinierter drangehen muss.
Auf dem Gymnasium wird auch nur mit Wasser gekocht, und die fast 40% deutscher Gymnasiasten sind nicht alles hochintelligente, perfekt organisierte Musterschüler.

Meinem Sohn habe ich mal eine Eulenpostkarte mit dem Spruch auf den Schreibtisch gestellt: "Wenn du keine Ahnung hast, versuch wenigstens intelligent auszusehen", weil er es seit der Grundschule auch immer wieder geschafft hat, bestimmten Lehrern zu vermitteln, dass das was diese gerade vortragen seeehr langweilig sei. Dieses provokante Verhalten sollte man sich schlicht abgewöhnen. Unhöflich und unnötig.

Auf der anderen Seite sollte ein Lehrer auch nicht (aus gekränkter Eitelkeit ?) vom Gymnasium abraten, wenn die Auffassungsgabe etc. stimmt, finde ich. Und: wenn ein Kind wirklich auf's Gymnasium WILL, wird es sich auch bemühen, diese Motivation würde ich nicht unterschätzen.

Wenn ER das will und die Noten passen, dann lass ihn gehen.

Sonst passiert es Dir am Ende wie meinen Eltern. Dachten auch sie tun mir was Gutes, weniger Druck blabla. Ich durfte nicht aufs Gym, musste auf die Real.

Ich bin heute 38 und werfe es meinen Eltern bis heute vor. Ich habe die Schule gehasst und mich deswegen erstrecht nicht angestrengt. Meine kompletten 20er waren wegen diesem Thema geprägt von Konflikten mit meinen Eltern. Ich habe sie dafür regelrecht angefangen zu verachten.

Wer bitte setzt überhaupt das Gerücht in die Welt, in der Real müssten nie Zimmer gewechselt werden? Wir sind JEDEN TAG 1-3 mal „umgezogen“. Außerdem ist das das dämlichste Argument das ich im Bezug auf Schulwahl jemals gehört habe.

Und dann das Andere. Oh ja. Vergessen. Die Real ist ja total minderwertig und anspruchslos. Da macht es ja Nichts wenn das Kind verpeilt und langsam ist. DU HAST KEINE AHNUNG. Wenn DAS wirklich der Grund ist, lass ihn auf der Hauptschule. Auch in Realschule „darf“ das nicht sein.

So wie er erst Real und dann Fos machen kann, könnte er im Fall des Versagens vom Gyn runter in die Real. Aber hey. Das wäre ja dann wahrscheinlich euch Eltern unangenehm und peinlich das jemand erzählen zu müssen. NeeNee, dann gehen wir doch lieber gleich den für uns sicheren, aber fürs Kind umständlicheren Weg. Davon ab bekommt man auf der Fos nur fachgebundenes Abi. Wenn er jetzt Medizin studieren wollte? Ginge nicht!

Nein, wie ich ihn kenne, wäre das für ihn sehr schlimm (also runter vom Gymmie). Er sieht so etwas schnell als Versagen.

Dass man auf der FH nur Fachabi machen kann, stimmt nicht. in 3 Jahren kann man dort auch allgemeine Hochschulreife machen.

Und bei einem Kind, das es schafft, 15 Minuten in einem leeren Zimmer zu sitzen, ohne dass ihm dabei was komisch vorkommt, bis sich die Klassenkameraden auf die Suche nach ihm machen, das zudem in jedem Zimmer mindestens 3 Stifte und 1 Heft "anbaut" ist es halt doch von Bedeutung, ob oft der RAumn gewechselt wird. Insofern ist das für ihn nicht lächerlich, sondern real ein Problem. Das hat die Klassenlehrerein auch mehrmals schon so thematisiert.

Wie wäre es mit der Gesamtschule, da kann man ja nach seinem Lernvermögen her die verschiedenen Schulabschlüsse machen? Oder Sekundarschule, wo in den letzten bedien Schuljahren auf die Oberstufe vorbereitet wird. (hier jedenfalls).

Da hätte euer Sohn noch Zeit festzustellen, ob das Gymnasium für ihn geeignet ist. er hat noch etwas Zeit und vielleicht platzt der Knoten, was das Lernen, Tempo und Organisieren an geht.

Leider wohnen wir in Bayern, wo das total unüblich ist. Die nächste Gesamt ist ewig weit weg. Wären wir in Bawü, würde ich das auch bevorzugen

Ok, hier (NRW) bei uns gibt es 3 gibt es im weiteren Umkreis, aber noch erreichbar 3 Gesamtschulen. Außerdem wurden 2012 und 2013 hier sogenannte Sekundarschulen gegründet. Dafür liefen die Schulformen Hauptschule und Realschule aus.

In den Sekundarschulen gehen die Schüler, die früher Haupt- bzw. Realschulempfehlung hatten gemeinsam in eine Klasse, in der 7. Klasse wird dann nach den verschiedenen Abschlüssen in unterschiedliche Kurse geteilt. Wer für Oberstufe Gymnasium geeignet ist, hat Unterricht in Kl. 10 bei Lehrern, die intensiv auf den Übergang in die Oberstufe vorbereiten (können).
Auch verpflichtet sich manches Gymnasium oder das Berufskolleg, nach der 10.Kl. die Schüler von den Sekundarschulen tatsächlich anzunehmen für Oberstufe..

Also läuft das ähnlich wie gesamtschule ab, auch mit der Befähigung für die Oberstufe. Sowas gibt es nicht in Bayer?

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Hallo

Wir haben auch so ein verplantes und recht intelligentes Kind. Jedoch erst in Klasse 2. Es ist eurem Kind ähnlich, wenn man vom fotografischen Gedächtnis absieht. Dafür kann er, noch, in den Tests gute Punktzahlen abliefern. Das wird sich sicher mit steigendem Zeitdruck ändern. Er hat eine ADS Diagnose.
Bei mit besteht ein sehr begründeter Verdacht es auch zu haben. Auch ich war so. Theoretisch alles da, praktisch Flüchtigkeitsfehler und Unaufmerksamkeiten wie unvollständig verarbeitete Aufgabenstellungen.... immer als letztes fertig. Immer irgendwie unordentlich.

Unser ältestes Kind hat lediglich den Hsng zum Chaos und zur Flüchtigkeit. Ihm helfen jetzt am Gym die klaren Strukturen. An der Real würde es vielleicht ähnlich sein. Die steigenden Anforderungen haben auf ihn tatsächlich einen positiven Effekt. Er ist fokussierter und anstrengungsbereiter geworden. Ich denke manch kluges Kind wird auf der Real auf Dauer nicht genügend gefordert und leistet weniger als es vermag.

Lg

Hallo,

ihr habt doch sicher eine Schulbesichtigungstour gemacht?

An welcher Schule fühlte sich dein Sohn am wohlsten bzw. wo wirkte er am glücklichsten?

Meiner Meinung nach sollte er diese Schule wählen. Ich habe immer wieder das Gefühl, das Kinder intuitiv die für sich passende Schule wählen.

Juniors Zimmer schaut aus wie nach einem Bombenangriff, die Schultasche hat etwas Messihaftes und das Kind wirkt z.T wie ein zerstreuter Professor der sich in einen ausbrechenden Vulkan verwandelt. Er hat den Schnitt fürs Gymnasium also werde ich den Teufel tun, ihn an eine Realschule anzumelden auf Grund seines Wesens.

Ansonsten habe mir bekannte Eltern für ihre Kinder eine Schule mit Ganztag, offen oder gebunden gewählt. In der Regel mit Erfolg.

LG Reina

Am glücklichsten wirkte er auf mich in eben jener privaten Real mit kleinen Klassen und Nachmittagsangeboten wie Roboticskurs etc.Kost halt, wär es mir aber auf jeden Fall wert.

Keine Wahlkurse an euren Gymnasien? Hier überbieten die sich bald, Robotik ist "Standard" und dazu kommen jetzt Neigungsklassen.

Bis wann müsst ihr euch entscheiden? Hier starten die Anmeldungen ab 6. Mai.

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Wenn trotz der Verpeiltheit die Noten stimmen, seh ich das Problem nicht. Verpeiltheit ist ja jetzt auch keine Spezialität der Realschule, Ordnung halten muss man da auch lernen.

Mein damals verpeiltes Grundschulkind war auf dem Gymnasium und hat letztes Jahr Abi gemacht. Mein anderes verpeiltes Kind geht auch aufs Gymnasium.
Mein superordentliches Kind geht auf die Realschule, der hat andere Baustellen.

Er braucht eben viel Struktur einerseits und andererseits kommt noch das langsame Arbeitstempo dazu und die Unlust, bei Sachen, wo es ums sture Auswendiglernen geht (Vokabeln Länder, Hauptstädte ... so Sachen). In der Real würde wenigstens die zweite Fremdsprache wegfallen

Und damit und mit dem massiven Rechtschreibproblem hat er die Noten fürs Gymnasium?
Die gleichen Probleme (Rechtschreiben und Auswendiglernen) hat mein Mittlerer und geht deshalb auf die Realschule. Aber er hätte auch deswegen die Noten fürs Gymnasium nicht gehabt.

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Ach ja, was ich vergessen habe zu schreiben, ist sein wirklich massives Rechtschreibproblem. In einem Satz von 4 oder 5 Wörtern 10 Fehler ist beileibe keine Seltenheit.

So ganz kann ich dir die Geschichte nicht abnehmen. Bei einem Satz von 5 Wörtern knapp 10 Fehler zu machen schließt eigentlich eine Gymnasialempfehlung aus - auch eine Realschulempfehlung.

Nö. Nicht bei einer anerkannten Rechtschreibstörung, wodurch keine Benotung der Rechtschreibung erfolgt.

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Ich würde ihn aufs Gymnasium gehen lassen. Argumente dafür: Er möchte hin und sein IQ ist hoch. (Wurde er getestet?)

Ja. Im Zuge der Diagnostik zur Rechtschreibstörung. Der ist sehr hoch. Aber IQ ist ja nicht alles, da gibt es bei ihm halt andere Baustellen.

Hallo,

ich finde, dass man seinem Kind die höchst mögliche Schulbildung mit geben sollte. Er hat die Quali für das Gymnasium, also würde ich es auch auf dem Gymnasium versuchen, dafür ist die Erprobungsstufe da. Und wer weiß, vielleicht macht er ja in nächsten Jahr den großen Entwicklungsschritt im Bereich Selbstorganisation etc.

LG Morgain

Warum denn? Wenn Abi über die Real doch ebenso zu erreichen ist?

Hallo,

weil der Wechsel von der Realschule auf das Gymnasium in die 11. Klasse hart ist und meist von Nachhilfe begleitet ist um die Wissenslücken zu füllen. Direkt auf das Gymnasium zu gehen ist in dieser Hinsicht leichter. Denn man muss keinen Stoff nachholen, kennt schon die MItschüler+innen und auch die Lehrer+innen und das Umfeld.

LG Morgain

Ganz ehrlich...

Man wächst mit seinen Aufgaben.

Hier in Bayern ist es so dass ich kaum Unterschiede zwischen Realschule und Gymnasium sehe. Mein Sohn (14) wäre egal auf welcher Schule nicht (!) besser als jetzt. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer.

Er geht auf eine Realschule. Jetzt 8. klasse.
Er hat einen zweier, Dreier schnitt. Nicht weil er keine Einsen schafft sondern weil er so faul ist dass er auch vieren reinhaut die er dann mit einsen ausgleicht. Aber halt immer nur dann wenn es sein muss. Nach dem Motto „huch die vier da sieht ja jetzt nicht so schick aus... schnell ein paar gute Noten rein hauen damit am Zeugnis dann eine 2 oder 3 steht.

Er könnte so viel mehr. Den Anspruch hat er halt nicht. Ranzen packen ??? Hahahahaha
Hausaufgaben aufschreiben ?! Pffffft ...

Die Noten wären nicht besser oder schlechter wenn er jetzt auf einer Hauptschule wäre und auch nicht anders wäre er auf dem Gymnasium!

Da bin ich mir GANZ sicher und seine Lehrer auch!!

Über die Schludrigkeit deines Kindes kannst du dich also überall gleich aufregen.
Warum dann nicht herrlich lange bis zum Abitur :P

Lass ihn aufs Gymnasium!
Du wirst dich immer wieder nur wundern und fragen wie er das schafft :D

Hey,

Ich hab das Gefühl, dass du dich aus welchen Gründen auch immer schon für die Realschule entschieden hast, obwohl es nicjt das ist, was dein Sohn will und auch die Fakten für das Gymnasium sprechen.

Ich kann dir ja mal aus der Sicht eines so verplanten Schülers schreiben. Ich war auch immer verplant und bin es heute noch. Ich war und bin unordentlich. Meine Notizen sind unordentlich, ich vergesse viel. Es ist mir sogar schob mehr als einmal passiert, dass ich beim Bäcker bezahlt habe und ohne mein Essen raus bin. Meine Tasche in der Schule war immer unordentlich. Hefter hatte ich generell nicht so richtig. Ich hab alles irgendwie in meinem Block gesammelt.
Und trotzdem war ich eine sehr gute Schülerin und hab im Endeffekt auf einem sehr anspruchsvollen Gymnasium ein Abitur mit 1,6 gemacht und anschließend Bachelor und Master gemacht.
Ich bin auch heute noch unordentlich und schlecht organisiert. Aber man lernt, wir man damit umgeht und trotzdem klar kommt. Dein Sohn ist noch jung, er hat nix lange Zeit, um das zu lernen. Und das sind alles einfach keine Gründe für Angst vor dem Gymnasium.

Viel Glück bei der Entscheidung!

Für mich stimmt das. Weil ich den Eindruck habe a) er will nur zum Gymmi, weil da x und y auch hingehen. Nicht aus eigenem Antrieb heraus, er weiß gar nicht, was ihn da erwartet b) er war auf der privaten Real viel glücklicher und hat sich gleich mit den anderen verstanden. c) er kommt mit "zuviel", einfach nicht klar. Vielen Sachen, vielen Fächern, vielen Schülern, großer Schule. Ich würde mich der Meinung meines Mannes und meines Sohnes notfalls quasi beugen", aber ja überzeugt bin ich nicht davon.
Auch, weil ich ebenfalls so ein verplantes Kind war, das sich mit viel Mühe, vielen Tränen, am Ende miesem Selbstbewusstsein (ich krieg es einfach nicht richtig hin), dauernder Zitterpartie und 1x Durchfallen (und 2x fast Durchfallen) durchs Gymmi geschleppt hat.

Gutes Abi hatte ich dann übrigens auch. Aber alles vorher war ab Klasse 7 eine einzige Katastrophe, v. a. bis Klasse 11. Und das lag v. a. an meiner Verplantheit, Langsamkeit und den schlechten Hefteinträgen.

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Dein Text ist zwar etwas länger her und ich habe auch nicht alle Antworten gelesen, möchte dir dennoch was dazu schreiben!

Viele Punkte die du beschreibst, erinnern an meinen Sohn, im Leben würde ich nicht darüber nachdenken ihn auf eine Realschule zu schicken!
Ich bin insgesamt ubglaublich froh darüber, dass er die Grundschule fast durch hat, ohne der Klassenclown oder sonst ein Störenfried zu werden. Ich weiß, dass er sich zu 99% im Unterricht langweilt, weil er entweder den Stoff durch 1x hören schon kann, oder schon vorher kannte. Die "Taktik" meines Sohnes ist auch, sich in seiner Welt zu "beamen" wenn er sich mal wieder langweilt, dadurch passieren so Sachen wie ein komplett anderes Buch rausholen und lesen, anstatt dem Unterricht offensichtlich folgen. Gerade die ersten 2 Schuljahre war er unglaublich langsam und hat sehr oft deswegen Verwarnungen einkassiert. Ich konnte ihn verstehen, auch wenn ich das natürllich nicht toleriert habe. Aber mein Sohn hatte schon vor Einschulung mehrere Bücher gelesen und konnte besser Schreiben, als ein 2.- oder 3.-Klässler. Natürlich ist es frustrierend wenn man das ganze Jahr Buchstaben schreiben üben muss.
Der Ranzen meines Sohnes sieht auch unterirdisch aus. Neue Sachen sehen nach spätestens einer Schulwoche aus, als wären sie schon ein Jahr in Benutzung. Seine Hefteinträge sind auch sehr selten ordentlich. Aber was soll's?! Lehrer hätten gerne ordentlich beschriebene und strukturierte Hefte, aber mein Kind kommt mit seinem "Chaos" in seinen Heften sehr gut klar und das ist erstmal das Wichtigste!
Mein Sohn könnte vom Wissen her auch lauter 1en schreiben, dennoch ist eine 1 eher selten. Meist sind es zweier und eine 4 hat er auch schon hinbekommen. Weder die Lehrer, noch wir schieben das auf Wissenslücken, uns ist allen klar, dass er sich nicht darauf konzentriert und die Aufgaben einfach nur überfliegt. Das liegt aber daran, dass er das ganze als zu einfach empfindet. Mir ist nämlich aufgefallen, dass sobald es schwieriger wird, ihm das Thema einen Ansatz an Lernen abverlangt, er deutlich konzentrierter an die Sache rangeht und dadurch kaum bis gar keine Fehler mehr macht.
Er hat auch Glück, dass seine Klassenlehrerin ihm seit der 3. Klasse andere Hausaufgaben aufgibt. Sie sind deutlich schwerer und teilweise sind es Aufgaben, die in der Schule noch nicht mal besprochen wurden oder werden. Das hat zumindest die Hausaufgabensituation zu Hause sehr entspannt. Früher konnte er an 5 Matheaufgaben im Zehnerbereich 3 Stunden sitzen, ohne auch nur eine zu lösen, heute sitzt er hochkonzentriert und gerne an Aufgaben dran, die zeitlich aufgrund der Schwere auch locker mal 2 Stunden erfordern.

Mein Sohn freut sich wahnsinnig auf das Gymnasium, in der Hoffnung dort etwas mehr gefordert zu werden, würde ich ihn auf eine Realschule stecken, würde er eingehen! Er wäre weitere Jahre komplett unterfordert und würde mit Sicherheit irgendwann rein garnichts mehr für die Schule machen.

Er hat jetzt die Grundschule fast durch und ist durch sein sehr auffällig gutes soziales Verhalten in der ganzen Schule bekannt. Er hat sich in 4 Jahren Grundschule nicht ein einziges mal mit einem Kind gestritten und selbst die wildesten Kinder hören auf ihn. Dieses soziale Verhalten, hat dazu geführt, dass er bei allen Schülern, egal welchen Jahrgangs, beliebt ist und respektiert wird und das obwohl er auch nicht im geringsten auf die typischen Jungsspiele steht und die Sachen die ihn interessieren, in aller Regel kein Interesse bei anderen Gleichaltrigen weckt. Wobei ER es auch schafft die Kinder mit manchen Sachen zu begeistern.

Hast du mal darüber nachgedacht, oder mal beobachtet, wie sich dein Kind verhält, wenn der Schulstoff etwas "herausfordernder" ist? Haben die Lehrer in eurer Schule deinem Sohn mal die Gelegenheit gegeben sich mit anderen Aufgaben zu beschäftigen, da sie ja gemerkt haben, dass er mit dem Schulstoff unterfordert ist? Habt ihr euch mal darüber Gedanken gemacht, wie frustrierend es sein kann, wenn man sich täglich in der Schule langweilt? Ich habe mal spaßeshalber 1x eine ganze Seite einen Buchstaben geschrieben, wie es die Erstklässler machen müssen. Nach einer halben Seite fand ich das sooo ätzend, das kannst du dir nicht vorstellen! Natürlich ist das frustrierend, wenn man dann ein Jahr lang im deutsch Unterricht fast nichts anderes macht, als ganze Seiten zu füllen mit ein und dem selben Buchstaben oder Wort. Natürlich lenkt man sich dann in der Schule wärend des Unterrichts mit anderen Sachen ab und erweckt damit bei den anderen einen verpeilten Eindruck.

Ich würde an eurer Stelle, das Gymnasium auswählen und notfalls kann er immer noch auf die Realschule wechseln, aber wenn dein Sohn tatsächlich in etwa so gestrickt ist wie mein Sohn, gehe ich eher davon aus, dass er das Gymnasium, trotz seiner jetzigen "Verpeiltheit", schafft.

Die Klassenlehrerin meines Sohnes, hat ohne den geringsten Zweifel das Gymnasium empfohlen. Allerdings hat sie vier Jahre lang meinen Sohn auch gut beobachtet. Ihr ist sehr schnell aufgefallen, dass er sofort mit Eifer sich am Unterricht beteiligt, sobald ein neues Thema angefangen wird und dass seine mündliche Mitarbeit stark nachlässt, sobald sich das Thema in die Länge zieht. Sie hat versucht mit anderen Hausaufgaben, ihn bei Laune zu halten. So wurde er auch motiviert im Unterricht etwas mehr und schneller mit zu arbeiten, da die schwereren Hausaufgaben eine Art "Belohnung" darstellen. Sie hat immer nach Wegen gesucht, ihn aus seiner "Verpeiltheit" rauszuholen, ihr war allerdings schnell bewusst, dass er nicht wirklich verpeilt ist, sondern sich langweilt.
Auch was seine Unordnung im Ranzen angeht, hat sie nach Wegen gesucht, wie er das in den Griff bekommt. Eine Zeitlang lief das auch gut, bis es mal wieder kein Thema war zwischen ihm und seiner Lehrerin. Aber wie gesagt, was soll's solange ER nicht den Überblick verliert! ;-)