Hausaufgaben über die Ferien

    • (1) 18.04.19 - 19:24
      eir

      Abend:-)
      Mich interessiert eure Sicht der Dinge. Mein Sohn besucht die 5 Klasse einer staatlich anerkannten Privatschule.
      Um genauer zu sein, ein bilinguales Gymnasium. Die Schule hat vor kurzem verkündet, dass sie ab diesem Jahr über die Sommerferien in allen Stufen Leseaufgaben über die Ferien vergeben wird. Darauf wird vor den Ferien bereits hingearbeitet, nach den Ferien wird dann mit den Ergebnissen weiter gemacht. Jede Klassenstufe bekommt einen englischen Text , dem jeweiligen Leistungsstand angepasst, ein vorgeschriebenes Buch und eine größere Liste,aus der ein Buch ausgewählt werden soll. Dazu gibt es für den Text und die Bücher einen Fragebogen, dessen Fragen vor, während und nach dem Lesen beantwortet werden müssen (keine spezifischen, sondern z.B. sowas wie Gedanken nachdem der Klappentext gelesen wurde usw. usf.).
      Die ersten Eltern mit Kindern in der Klasse meines Sohnes haben sich jetzt beschwert. Sie finden das geht generell überhaupt nicht, schon gar nicht so viel. Auch dass es sich ja um eine Privatschule handelt, spielt bei ihrem Ärger eine Rolle #kratz Viel näheres weiß ich noch nicht. Wir hatten die Woche eine Veranstaltung von der Schule aus, daher weiß ich nur, dass sie noch keine Antwort von erhalten haben.
      Die Schule erklärte auch, wie sie zu dieser Entscheidung gekommen sind und dass sie das 2 Jahre ausgearbeitet haben. Viele Lehrer der Schule kommen aus dem Ausland, fremdsprachlicher Unterricht wird nur von Muttersprachlern unterrichtet, und diese bringen Dinge aus ihren Heimatländern ein. So kamen sie zu dieser Idee.
      In unserem Bundesland steht zu Hausaufgaben und FERIEN auch tatsächlich nichts im Schulgesetz. Ich hörte mal, das entscheidet hier jeweils die Gesamtlehrerkonferenz mit Zustimmung der Schulkonferenz.
      Am Anfang war ich ehrlich gesagt auch nicht so begeistert, aber mittlerweile finde ich die Idee auch gut. Auch weil die Zeit direkt vor den Ferien sehr effektiv genutzt wird, es aber auch noch einige schöne Aktionen geben wird. Mein Kind selbst ist bisher noch eher schwer zum lesen zu begeistern. Ganz anders als wir Eltern. Aber auf das freut er sich schon, weil er nicht nur liest und dann Schluss ist. Denn englischen Text werden sie im neuen Jahr als Theaterspiel nachstellen. Auch das findet er toll.
      Der Text ist nicht so lang, die Bücher werden alle nach den jeweiligen Altersempfehlungen ausgesucht. Ich denke, über die ganzen Ferien gesehen, ist das wirklich nicht so viel.
      Wie seht ihr das?

      Liebe Grüße

      • (2) 18.04.19 - 20:03

        Ich denke, es ist das gute Recht der Schule das so zu handhaben. Es ist eine Privatschule und kann das scheinbar für sich so entscheiden.
        Privatschulen müssen ja nicht zwangsläufig immer nur Vorteile für Schüler und Eltern haben. ;-)

        Ich sehe das wie du: Lesen schadet nicht.#winke

        • (3) 18.04.19 - 20:09

          Nur steht hier im Bundesland ja tatsächlich nichts im Schulgesetz. Es dürfte als im Zweifelsfall mit Zustimmung der Konferenz jede Schule. Bis ich das ganze nochmal nachgelesen habe, war mir das so auch nicht mehr im Kopf.
          Gebrauch davon, mache glaube ich nur wenige Schulen so richtig. Interessant ist es dennoch. Hier wird ja bei dem Thema meist schnell auf das Schulgesetz verwiesen.Aber eine bundesweite Reglung gibt es halt nicht...

          • (4) 18.04.19 - 20:28

            Ich verstehe ganz ehrlich gesagt gar nicht, weshalb man deswegen das Schulgesetz wälzt.

            Sie haben Hausaufgaben über die Ferien zu erledigen. Na und? Hatten/Haben meine Kinder auch manchmal... Wieso macht man sich da die Mühe und recherchiert über die Rechtslage? Ich dachte, du empfindest es ja auch nicht als "tragisch"?#schock

            • (5) 18.04.19 - 20:45

              In meinem Fall, weil ich genau wissen wollte, ob die Eltern die dagegen sind etwas in der Hand haben könnten ;-)
              Ich sehe du bist hier seit mehreren Jahre angemeldet. Du hast ernsthaft noch nie eine Diskussion mitbekommen, wo schon bei Hausaufgaben für die nächste Stunde nach dem WE sofort diese Keule geschwungen wurde?
              Hier gefragt habe ich, weil ich einfach mal die generellen Stimmen hören wollte. Auch weil ich tatsächlich neugierig bin wie andere Eltern zur Aufgabenstellung reagieren. Ich erinnere mich dunkel an eine Frage, bei der es einfach ein Haufen Arbeitsblätter waren. Da waren die Reaktionen sehr negativ und womit dann alle gleich ankamen, muss ich dir nicht sagen ;-) Ob das anders ist, wenn man die Hausaufgabe gut findet?

              • (6) 18.04.19 - 20:47

                "Du hast ernsthaft noch nie eine Diskussion mitbekommen, wo schon bei Hausaufgaben für die nächste Stunde nach dem WE sofort diese Keule geschwungen wurde? "

                Ja, habe ich in der Tat.

                Aber das sind generell Leute "von einem besonderen Schlag".;-)

                • (7) 18.04.19 - 20:51

                  :-D
                  Das könnte man sagen. Ich habe mich vergangenes Jahr nach einer längeren Zeit wieder hier angemeldet. Das war definitiv ein Thema, das mir nachhaltig im Kopf geblieben ist. Deshalb bin ich mal gespannt, was für Antworten noch kommen.

      (8) 18.04.19 - 21:07

      In der Schweiz ist das nicht unüblich. Und ich finde es nicht schlimm. Man hat 6 Wochen Zeit.
      Zusammen anschauen und gegebenfalls einen Zeitplan ausarbeiten.
      Das tolle ist die Kinder sind so bei der Sache und kommen dann auch leichter in der Schule wieder an.

      (9) 18.04.19 - 21:33

      Privatschulen dürfen doch ohnehin ihr eigenes Süppchen kochen und halten sich nur sehr begrenzt an das Gesetz.
      Ansonsten kenne ich Hausaufgaben über die Ferien durchaus. Allerdings gibt es ein paar „Regeln“. Die Hausaufgaben gehen nie vom letzten Schultag zum ersten Schultag - da ist noch gut Schulzeit dazwischen. Das Kind könnte bei äußerst zügiger Arbeit die Aufgaben auch noch in der Schulzeit/am Wochenende schaffen. Das Kind/ die Eltern kannten diese Regelung bereits vorher.
      Übliche Hausaufgabe für Sprachen ist immer Lesen und Lesetagebuch schreiben. Ganz typische Hausaufgabe für Mathe ist das 1x1 in allen Varianten. Mein Ältester ist jetzt 6. Klasse und das 1x1 (natürlich das Große 1x1) ist immernoch Thema - Taschenrechner ist übrigens noch nicht erlaubt in der Schule, obwohl das Schulgesetz diesen ab der 5. Klasse eigentlich erlaubt. Finde ich aber gut so.

      (10) 18.04.19 - 21:54

      Hallo,

      ich sehe bei sowas auch immer Eltern vor mir, bei denen das dann nicht ganz so unkompliziert läuft wie bei dir.

      Kind keine Lust zum lesen, tut sich vielleicht auch schwer damit und braucht Hilfe. Eltern haben nicht die gesamten Ferien über frei, müssen ohnehin schon Betreuung organisieren. Wenn sie arbeiten, können sich ihrem Kind nicht auf die Füße treten, dass es lesen soll. Wenn sie selbst Urlaub haben, wollen sie aber wegfahren - und dann das Generve ums "Mach deine Hausaufgaben" auch nicht haben.

      Da kann ich schon verstehen, wenn man da ist.

      LG

      (11) 19.04.19 - 06:13

      In Niedersachsen sind Hausaufgaben über die Ferien nicht erlaubt. Es sei denn, es handelt sich um Lektüre. Das steht übrigens nicht im Schulgesetz, sondern in einem Erlass des Kultusministeriums.

      Und bei meinen Jungs ist es durchaus üblich, das es sie ein- bis zweimal im Jahr 'erwischt'.

      Grüsse
      BiDi

      (12) 19.04.19 - 09:23

      Guten Morgen,

      Ich finde die Ferien sollten der Erholung Dienen. Ich bekomme im Urlaub auch keine Projekte die ich erledigen soll.

      Lg celest

      • So sehe ich das auch!

        (14) 19.04.19 - 14:50

        Du hast vermutlich auch 30 Urlaubstage im Jahr und nicht wie Schüler 60.

        Wenn die Lektüre in den Unterrichtstagen neben den anderen Hausaufgaben und Testvorbereitungen absolviert werden soll, wird das entweder ziemlich stressig oder zieht sich ewig.

        Und: Es geht darum ein Buch zu lesen. Altersgerechte Belletristik. Keine binomische Formeln oder Lateinvokabeln. Meine Jungs betrachten jede Hausaufgabe, die länger als 15 Minuten dauert als Menschenrechtsverletzung. Über die Ferien-Lektüren haben sie sich noch nie beschwert - auch wenn es nicht jedes Buch schaffte, sie nachhaltig zu begeistern.

        Grüsse
        BiDi

    (15) 19.04.19 - 09:40

    Meine Enkelin hatte letztes Jahr über die Ferien die gleiche Aufgabe, allerdings in Deutsch. Komplettes Buch lesen, darüber schreiben und 2 oder 3 Wochen nach Ferienende präsentieren. Bei einem bilingualen Gymnasium kann ich mir das eben dann auch in englisch vorstellen. Meine Enkelin geht auch auf eine Privatschule und letztes Jahr war sie auch in der 5. Klasse Gym.
    Sie fand die Aufgabe übrigens nicht tragisch. Vor der Buchpräsentation vor der Klasse hatte sie mehr Bammel.
    Wenn der Text nicht so lang ist, verstehe ich die Aufregung von Eltern nicht. Würden sie sich bei einer staatlichen Schule weniger aufregen? Welche Ansprüche stellen sie an die Privatschule? Dass sie allen Wünschen der Eltern entgegenkommen? #cool
    LG Moni

    (16) 19.04.19 - 10:07

    Eine Liste von Schülerrechten https://www.radiolippe.de/fileadmin/upload/on_air/2017/vvh_2017/Liste_Schuelerrechte_online.pdf

    Hausaufgaben in den Ferien steht nur "sollte nicht", kein darf nicht

    (17) 19.04.19 - 11:25

    als ich selbst kind war, kann ich mich dran erinnern auch Hausaufgaben aufgehabt zu haben , und geschadet hat es nicht,
    gerad in der heutigen Zeit ,finde ich Leseaufgaben gut.

    Helen

    (18) 19.04.19 - 11:31

    Völlig in Ordnung! Lesen und sein Textverständnis verbessern schadet nie! Mich wundert immer, warum viele Eltern es völlig in Ordnung finden, wenn ihr Kind in den Ferien stundenlang am Handy, PS oder TV hängt, aber wenn es mal lesen soll, ist das plötzlich contra Entspannung?!
    Von mir #pro!

    (19) 07.05.19 - 09:58

    In den Ferien zu lernen beziehungsweise etwas zu lesen ist in meinen Augen etwas vollkommen normales. Es gehört elementar dazu in den Ferien für die Schule zu arbeiten. Zumal sechs Wochen Sommerferien jetzt ja auch wirklich planbar ist. Also wenn man zwei Wochen tatsächlich auf Wanderung durch den Amazonas ist und dabei keine Bücher mitnehmen will hat man doch noch vier Wochen Zeit.

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