Verdacht auf LRS wird nicht ernstgenommen

Hallo zusammen,

mein Sohn besucht die 3. Klasse und ist ein guter Schüler.
Allerdings hat er massive Probleme mit der Rechtschreibung.
Als Beispiel:
- er lässt Buchstaben weg
- er verdreht Buchstaben innerhalb eines Wortes
- er verwechselt Buchstaben (b und d, q und p usw.)
- er beherrscht einfache Regeln nicht (Satzanfang immer groß, Punkt am Satzende usw.)
- er schreibt nach Gehör (ich schbiele)

Es gibt noch mehr, was mir aufgefallen ist.

Seine Lehrerin aus Klasse 1 und 2 hat gesagt, dass das noch "klick" machen wird. Nun hat er seit der 3. Klasse eine neue Lehrerin. Diese sieht das auch nicht so dramatisch und befürchtete, dass das daran liegt, dass mein Sohn ein versteckter Linkshänder sei. Ich fühle mich überhaupt nicht ernst genommen.

Die aktuelle Lehrerin bat uns, ihn nicht zu korrigieren, damit es ihn nicht frustriert. Alles schön gut und wir halten uns auch daran. Nur so lernt er es doch auch nicht richtig! Er denkt doch, dass es richtig sei, wie er es schreibt.

Wir haben ihn testen lassen auf LRS (lesen kann er aber und macht er such gerne). Der Psychologe sagte, dass der Rechtschreibtest auffällig sei und typische Fehler gemacht wurden, die für eine Schwäche sprechen. Allerdings waren die anderen Tests (Intelligenztest usw.) unauffällig und er müsse die Ergebnisse im Ganzen sehen und könne sie nicht einzeln betrachten. Somit war die Diagnose der Rechtschreibschwäche und die damit verbundene Lerntherapie vom Tisch.

Ich weiß leider nicht, wie ich meinem Kind, das im nächsten Jahr auf die weiterführende Schule wechselt, helfen soll.

Hallo,

das Credo lautet schlicht und ergreifend üben.

Macht man in einer LRS Therapie auch, nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern nach einer Fehleranalyse. Die Fehleranalyse hast du gemacht, also wird dies geübt. Man muss sich manchmal auch über den Rat der Lehrer hinwegsetzen, insbesondere dann, wenn sie Schwachsinn sind.

Ansonsten, mit dem KIA sprechen über ein Diagnostikrezept für die Ergotherapie, hier dann jemanden suchen der sich mit Linkshändigkeit in allen Facetten auskennt. Den Gang zum Augen- und Ohrenarzt.

Ach so, auch die Akzeptanz, dass es schlechte Rechtschreiber gibt hilft allen beteiligten, denn die Welt geht davon nicht unter, sagt die Logopädin.


LG Reina

Danke Reina für deine Antwort.
Sicher geht die Welt nicht unter. Nur baut doch eins aufs nächste auf. Es beginnt in Deutsch und geht querbeet durch alle Fächer.
Ich, als Mutter, sehe mich überfordert, ihm richtig zu helfen. Meiner Meinung nach gehört das in die Hände von Fachleuten.

Das mit der möglichen Linkshändigkeit sehe ich als absoluten Quatsch an. Er wurde als Baby/Kleinkind nie gezwungen, irgendwas mit rechts zu greifen. Er hat auch nie Anzeichen gehabt, die linke Seite zu präferieren.
Ich würde gerne Tipps und Hilfestellungen von der Schule bekommen. Stattdessen bekam ich die "Diagnose" der versteckten Linkshändigkeit und das war es.

Die Lehrer haben dir/euch ja einen Tipp gegeben, woran das liegen könnte, dies finde ich sollte abgeklärt werden und das können die Ergos ganz gut. Auch die Wahrnehmungsprobleme im Bereich Raum-Lage klären diese ab ( p -q, d-b, 3-E Verwechslungen), diese können verstärkt bei Linkshändigkeit auftreten.

Hilfreich könnte eine gute Nachhilfe sein. Auch gibt es Kinder, deren Rechtschreibbewusstsein sich erst in der weiterführenden Schule entwickelt und es gibt mündlich sehr viel stärkere Kinder, als sie dies schriftlich zeigen können. So ein Exemplar ist mein Sohn.

Schreiben lernt man durch schreiben und dies tun wir inzwischen viel zu selten.

Es gibt inzwischen sehr gute Übungshefte im gut sortierten Buchhandel u. a. von Klett und Duden. Vielleicht gibt es auch Übungshefte speziell für euer Bundesland mit Berücksichtigung des Lehrplanes, gibt es zumindest für Bayern. Und dann heißt es wirklich schlicht und ergreifend üben, dies mag nicht immer spaßig und cool sein, aber es hilft ungemein. Unser Sohn darf dies übrigens auch immer wieder, besonders zum Ende der Sommerferien oder wenn wir feststellen, er versteht irgendetwas nicht.

Als Therapeutin kann ich dir noch den Tipp der Zielvereinbarung geben. Dies mache ich immer mit meinen Patienten, mein Mann mit seinen Schülern und wir mit unserem Sohn. Der formuliert inzwischen sehr klar seine Ziele und arbeitet dann darauf hin, sei es in der Schule oder auch im Sport.

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LRS wird dann diagnostiziert, wenn der sprachbasierte Test und der nonverbale (Intelligenztest) auffällig unterschiedlich ausfallen. Da in der 3. Klasse naturgemäß die Schriftsprache noch nicht sehr weit sein kann, ist's in diesem Alter mit der Diagnose vermutlich nicht ganz so eindeutig.

So oder so: Letztendlich wird dein Kind mit dieser Schwierigkeit leben und zurecht kommen müssen. Habe auch ein Kind, das sich rechtschreibtechnisch sehr schwer getan hat, ist aber schon merklich besser geworden. Braucht halt Arbeit, das Leben ist nicht immer gerecht.

Ich finde die Bücher von Günther Thomé sehr nützlich. Und, auch wenn das kein Trost ist: die Rechtschreibung ist generell heute bei sehr vielen Kindern deutlich schlechter geworden aufgrund des unsäglichen "Schreiben nach Gehör" und anderen Experimenten auf dem Rücken der Kinder.

Ich würde seine Aufgaben mit ihm immer wieder durchgehen und ihn seine Fehler selbst suchen lassen, egal was die Lehrerin zum Thema "Korrigieren" sagt. Aber nicht jeden einzelnen Fehler, sondern alles, was er schon wissen kann: Groß und Kleinschreibung (Wortarten), und die üblichen Techniken wie Silbenschwingen, Verlängern etc. So zumindest mache ich es bei meiner Drittklässlerin.
LG d.

Üben, üben, üben...

Meine Kinder haben beide mit dem Rechtschreibtrainer (Selbstlernheft) vom Jandorf Verlag gearbeitet.
Das hat beiden sehr geholfen.

Kurzum:

Ich erkenne meine Kleine in der Beschreibung deines Sohnes wieder.

Sie ist tatsächlich versteckter Linkshänder. Da ich selbst extremer (!) Linkshänder bin, hab ich das von Anfang an beobachtet (die Beobachtung liegt auf BEOBACHTET).

Sie hat sich im Alter von 4 selbst "umgewöhnt" (sozusagen für das entschieden, was alle machen), kam mit 6 (Februar-Kind) in die Schule und war eine tolle Schülerin - außer der Rechtschreibung.

Sie selbst wusste, dass das ihre absolute Schwäche ist und hat sich TROTZDEM in der 4. Klasse für eine Begabtenklasse beworben.

Dort im Bewerbungsgespräch (!) hat sie tatsächlich von ihrer Abneigung zur Rechtschreibung berichtet.

Sie besucht seit knapp 2 Jahren diese Klasse. Sie schreibt viel, viel mehr als in der Grundschule. Und siehe da - das war nach einem guten Jahr nie wieder ein Thema.

Nix Schwäche. Nix Therapie. Nix Problem. Es hat einfach "Klick" gemacht - einfach deshalb, weil sie jetzt viel schreibt!!!!

Im übrigen war ICH diejenige, die der Grundschule erklärt hat: Ruhe bewahren!

Die wollten mich zur Diagnostik - und bevor das überhaupt stattfinden sollte - im gleichen Atemzug zur Ergo und Logo schicken.

Aus meiner Sicht in einem solchen Fall vollkommen übrig! Mein Kind war stattdessen im Wald spielen - und ist damals wie heute ein glückliches Kind!!!

Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass mein Sohn wegen einer Dyslalie bereits 2,5 Jahre beim Logopäden in Behandlung war. Gleichzeitig fand Ergotherapie statt, da er Probleme in der Feinmotorik aufwies. Er kann z. B. keine Schreibschrift schreiben und darf stattdessen in Druckbuchstaben schreiben. Das hat ihm schon sehr geholfen. Er vermeidet es, mit dem Füller zu schreiben. Stattdessen favorisiert er den Bleistift. Da achtet auch keiner drauf, dass e den Bleistift mal beiseite legt und stattdessen den Füller nutzt.

Ich verstehe dein Problem noch immer nicht...

Hast du meinen Text gelesen?

Entspanne doch bitte mal und lass dein Kind in SEINEM Tempo wachsen!!!!

Den Füller habe ich (als Linkshänder) lange Zeit abgrundtief gehasst. Heute (mit Mitte 30) ist er mein bester Freund.

Nur weil dein Kind schon mit 2 in der Therapie war, rechtfertigt das nicht jetzt eine weitere - möglicherweise unnötige Therapie.

Der Intelligenztest muss doch bei einer LRS normal sein? Geh nochmal zu einem Diagnostik-Zentrum, SPZ oder Ähnliches hin und lass dich von erfahrenen Leuten beraten! Mir kommt das sehr seltsam vor!

Der Intelligenztest war leicht überdurchschnittlich. Das war ja das "Problem".

SPZ sagt, dass sie nicht zuständig sind. Ich fühle mich total unverstanden. Man hat als Mutter doch einen Instinkt?!

Ich arbeite selbst an einer Schule und selbst "meine" Schulleitung sagt, dass es sehr auffällig sei. Sie kennt die Arbeiten meines Sohnes.

Der durchschnittliche IQ muss mindestens normal sein und der sprachliche schriftliche Teil schlecht

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Hallo,
https://www.legakids.net/eltern-lehrer/kinder-mit-lrs/kleine-checkliste-lrs/

Unter Hilfe vor Ort findest du Ansprechpartner. Es klingt durchaus nach isolierter Rechtschreibschwäche. Es kann natürlich auch andere Ursachen haben.

Gruß Sol

Du hast schon einige Tipps bekommen. Zur Abklärung lass dir einen Termin bei einem
speziellen HNO-Arzt geben, einen sogenannten Pädaudiologen

http://www.phoniatrie-saar.de/diagnostik-und-therapie/info/der-phoniater-und-paedaudiologe/

Wegen der LRS, daraus kann auch schnell Legasthenie werden, würde ich einen Kinderpsychiater oder eine Sozialpädiatrie (kurz SPZ) zur Diagnostik aufsuchen.

Ich stand damals auch vor dieser Problematik in der 4. Klasse wegen den Übergang weiterführender Schule. Die Rechtschreibung eine absolute Katastrophe und Mathematik sehr überspitzt gesagt war mein Kind "Einstein". Krasser ging es nicht. Er war schon mit 5 Jahren beim Neuropädriater (Kinderneurologe mit kleinem SPZ) wegen seiner feinmotorischen Probleme. Dort war er ein Jahr in Behandlung. In der Zwischenzeit war (bin ich immer noch) mit dem kleinen Bruder (Autist) dort in Behandlung. Als mein Großer 10 Jahre wurde, fragte ich wegen den ganzen Verdachtsmomenten wegen Legasthenie, bekam auch einen Termin. Mit dem Diagnostiktermin musste ich mich auch beeilen, weil ich das Jugendamt wegen Antrag auf Eingliederungshilfe nach gemäß § 35a SGB VIII gestellt hatte:

https://www.bvl-legasthenie.de/beratung-und-service/finanzierung.html

Unser Neuropädriater hat unseren Großen getestet und zusätzlich eine Überweisung zum Pädaudiologen gegeben. Es kam zwei Diagnosen raus: Legasthenie (bei recht hoher Intelligenz, der Teil der für die Legasthenie war im unteren Bereich der normalen Intelligenz) und AVWS (auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungstörung)

Mein großer Sohn hatte ab der 5. Klasse Realschule Nachteilsausgleich gehabt. Die Noten für die Rechtschreibung wurde in den Fächern Deutsch und teilweise auch in Englisch nicht erteilt.. Mein Sohn ist heute 20 Jahre alt, ist fertiger Metallbau-Geselle.
Und beruflich hat er mehrere Optionen. Und Plan B ist eventuell ab Sommer ein Jahr zur Schule zu gehen und die Fachhochschulreife zu machen und eventuell zu studieren.

LG Hinzwife

LRS nannte man früher, teilweise auch jetzt noch Legasthenie. Ist aber das Selbe.

Nicht wirklich.

Legasthenie ist eine angeborene, genetisch vererbbare Störung.
LRS ist eine erworbene Schwäche (schwere Erkrankungen, familiäre Probleme,...).
Legasthenie und LRS werden vollkommen unterschiedlich therapiert.

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ganz einfach: korrigiere ihn. übe mit ihm. --- finde einen WEg und eine spielerische Art, ihn so zu korrigieren, dass der Frust eben nicht nach hinten losgeht.... ---

diese weichgespülte Pädagogik wird halt nunmal keinen guten Schüler und keinen guten Rechtschreiber aus Deinem Kind machen. ---
NATÜRLICH wirst Du ihn korrigieren, - und zwar im ganzen Heft und in allen Fächern... -- wichtig ist nur, dass du einen Weg findest, wie es zur Regemässigkeit ohne Frist wird. ---

"nicht zu korrigeren" ist der falsche Weg, sondern bewusst einen Weg suchen, wie ihr im "Guten" korrigieren und üben könnt. ---

Anders wird das nix. punkt. --- Du hilfst ihm, indem du jetzt anfängst, regelmässig Konzentration und Rechtschreibung zu üben. --- alles andere ist weichgespülte Pädagogik, die euch nicht weiterhelfen wird.

wer heutzutage glaubt, diese Masche "nicht zu korrigeren" sei der richtige Weg, -- der liegt falsch. --- Wichtig ist, dass man einen "guten Weg" findet, zu korrigeren und mit Spaß zu üben.

Ich danke dir. Du bestätigst mich in meiner Meinung, dass der Vorschlag der Lehrerin nicht richtig ist.
Ich hoffe, dass ich meinem Sohn helfen kann. Manchmal bringt es mich auch an den Rand der Verzweiflung. :-(

ich hab das jetzt mit zwei Kindern durch und kann nur die Haare raufen.

Das zählt schon (sorry) als Tierquälerei, wenn ein Kind mal mehr als eine halbe Seite abschreiben muss... --- oder mal etwas mehr schreiben muss...."die armen Kinder" ... -- sorry, -- aber woher sollen die Kinder denn lernen, Aufsätze zu schreiben, Spannungsbögen zu entwickeln, wenn sie in der Grundschule nicht einfach mal schreiben, schreiben und nochmals schreiben?

Mein Sohn hatte eine Deutsch-Lehrerin, die sehr viel Grammatik-Blätter ausgeteilt hat. Mit Lücken ausfüllen. -- Auch mal Rechtschreib-Blätter mit Übungen...

Die Kids haben gerade mal 2 Wochen vor einem Aufsatz 2-3 Aufsätze geübt und das war es dann fürs Halbjahr. -- der Rest war Plakat und Präsentation üben, Blätter ausfüllen oder die Jahreslektüre lesen...

tja: un nu? -- -in der Fünften Klasse sollen die Kinder auf mindestens 2 Seiten Spannungsbögen korrigieren und sind nicht in der Lage mit Konzept ein paar Sätze aufs Blatt zu bringen.... ----- Fazit: schlechte DeutschNoten.

Das werde ich jetzt bei der zweiten ind er 3ten Klasse nicht druchgehen lassen... -- sie übt mehr und ja: sie wird korrigiert. ---- und ja: sie schreibt auch hier und da mal ganze Seiten. --- Zum Beispiel einen Brief an ihre Freundin oder so ....--- wir finden da immer was....

Ich hatte erst ein Gespräch mit einem Lehrer, der mir von den Riesigen Unterschieden bei den Kindern in einer Klasse erzählt hat. -- Da können einige nicht richtig deutsch oder kommen nicht hinterher und deshalb wird der Unterricht an diese schwachen Schüler angepasst und die schnellen bekommen Zusatzblätter. ---- schön: wer gut ist, wird mit Zusatzarbeit bestraft. so sehe ich das. -- ergo: die guten werden faul und langsam, weil sie ja sonst extrablätter machen "müssen" .... ---- tja: es lebe das singen udn klatschen und die weichgespülten Unterrichtsmethoden. ----

Man kann auch mit Spaß "fordern" ... klar: das ist eine Herausforderung. Aber deshalb sind sie Lehrer und sollten das auch gelernt haben. ---

Mein Sohn ist übrigens in der 5. Klasse. Jetzt vor OStern gabs die Ansage: ab jetzt zählt die Rechtschreibung KOMPLETT. - überall in allen Fächern und besonders auch in Aufsätzen und wird NOtenrelevant. --- TOLL! --- 4,5 Jahre werden die Kinder weichgespült und jetzt sollen sie es von jetzt auf nachher 100% beherrschen. -> Finde den Fehler!.

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Hallo,

warum akzeptierst du das "Ergebnis" des Gutachters = Psychologen nicht? Was heißt "Verdacht"? Entweder der Psychloge stellt das fest, dann ist es kein "Verdacht" mehr,, oder dein Sohn hat das Problem (hoffentlich) nicht. Was willst du erreichen?? Dass dein Sohn eine Sonderbehandlung bekommt? An dem Rechtschreibproblem kann man arbeiten! Er liest ja ancheinds gut, so wie ich verstanden habe?

Bei meiner Tochter wurde in der 4. Klasse eine Lesestörung festgestellt - auf meine Intuition hin haben wir sie beim Psychologen vorgestellt. Die Lehrer waren sich nicht sicher. Hat sich aber dann doch eindeutig beim Psychologen bestätigt. Die Rechtschreibstörung.... nun ja. Nicht ja und nicht nein = genau auf der Linie, wo die Störung zum Tragen kommt - also nicht Fleisch und nicht Fisch.

Die Lesestörung ist bestätigt und sie erhält bei Schulaufgaben Zeitverlängerung. Der Rest = Rechtschreibung. Da müssen wir halt etwas mehr dran arbeiten und sie hat mehr Schwierigkeiten als Kinder, bei der diese Schwierigkeit nicht besteht. Lt. Meinung Schulpsychologin (die hat den Test auch nochmal gemacht) "eigentlich schon", aber halt total doof...sagen wir mal erklärenderweise für Laien so, sie hat 10%, bräuchte aber 9 %, damit es eine Störung ist, das jetzt mal ganz einfach erklärt.

An Deiner Stelle würde ich den Test Ende der 4. Klasse nochmal beim Psychologen durchführen lassen. Und wenn wieder das gleiche Ergebnis: dann ist es halt so. Ist - das kann ich so aus Erfahrung sagen - nicht das totale Drama. Klar, es wird in Deutsch, Latein und Englisch nie eine 1, aber man kann dran arbeiten. Wenn der IQ ansonsten stimmt, dürfte es in den anderen Fächern recht gut laufen. Da würde ich mir keine Sorgen machen. Ja, klar, es bedeutet mehr Anstrengung, aber wenn man das akzeptiert hat, kann man gut mit händeln.

VG
Gael

PS: Ich spreche hier von Legasthenie, um keine Irritationen aufkommen zu lassen. Bei den beiden Cousins meiner Tochter ist die leider voll bestätigt. Beim Bruder meines Mannes (Vater von den beiden Jungs) auch. Mein Mann hat sich nie testen lassen, aber naja... ich behaupte mal: Lesestörung definitiv - der braucht die dreifache Zeit um einen Text zu lesen im Gegensatz zu mir und die sprachlichen Noten waren mittel. Mathe, Physik usw. dagegen 1er-Schüler. Die Lesetörung hat er somit wohl an unsere eine Tochter weitervererbt. Unsere zweite Tochter hat damit null Probleme (ist nach mir;-)). In Mathe sind beide Kids super.... Gottseidank sind da NICHT meine Gene dominant vererbt worden#schwitz Wobei... Physik war ich komischerweise gut. Aber meine räumliche Vorstellung uiuiui... Mathe: mein Hassfach und der Taschenrechner - mein bester Freund;-)

VG
Gael

Ich wundere mich immer wieder... Dein Kind wurde von mindestens 2 Lehrern unterrichtet und "begutachtet" und hat einen Test beim Psychologen hinter sich und statt diesen Experten zu vertrauen, fragst du hier im Forum nach, wo jeder Möchtegern Tipps und Ratschläge geben kann...

Die Punkte, die du angibst sprechen nicht unbedingt für eine LRS. Welche Buchstaben lässt er denn aus? Wo verdreht er?
Das er nach Gehör schreibt ist prinzipiell prima. Er muss nun noch lernen Regeln anzuwenden. Das kannst du durch Üben unterstützen. Groß- und Kleinschreibung und Punktion haben z.B. auch nichts mit LRS zu tun, Buchstaben drehen und spiegeln ist typisch für (umgewöhnte) Linkshänder...

Kauf deinem Sohn ein Rechtschreib- Übungsheft und übt zu Hause. Ansonsten mach es am besten so, wie die Lehrer es dir geraten haben. Gar keine Fehler zu berichtigen halte ich zwar auch nicht für optimal aber es kommt immer drauf an: Ging es um das Schreiben an sich (z.B. eine Geschichte ausdenken) oder war es eine Rechtschreibübung... Wenn z.B. Wörter mit "sp" gesammelt werden, dann sollte er schon "Spiel" richtig schreiben und das würde ich an der Stelle auch korrigieren.

Hallo,
was ich nicht verstehe ist die Diagnose des Psychologen wenn alles in der Norm liegt aber der Rechtschreibtest deutlich auffällig gibt es die Diangose "isolierte Rechtschreibstörung" frag da nochmal nach. Wenn der Test nur leicht auffällig war gibt es die nicht aber ein Training ist immer sinnvoll wenn er Probleme hat auch ohne Diagnose. Mit Diagnose hat er halt normalerweise den Vorteil, dass es bei der Notengebung berücksichtigt wird. Aber hier gibt es leider auch große Unterschiede je nach Schule und Lehrer. Ich kann dir nur sagen desto früher ihr mit dem Training anfangt, desto besser und effektiver. Sucht euch eine gute Trainerin und legt los!
LG

Bei meinem Grossen war die Entwicklung ähnlich wie bei Deinem:
Im Kindergartenalter wegen multipler Dyslalie in logopädischer Behandlung. In der Grundschule galt er als schlaues Kerlchen, das Schwierigkeiten mit lesbarer Schrift hat und nicht der grösste Rechtschreibheld ist. Da er trotzdem immer eine 2 in Deutsch hatte und las wie der Teufel, ging niemand davon aus, das er eine LRS haben könnte.

Bis er auf's Gymnasium kam. In jeder Arbeit musste die Rechtschreibung mit 5 - 6 beurteilt werden. Üben nützte gar nichts. An einem Tag ging es ganz gut, am nächsten Tag war es eine Katastrophe. Seine Deutschlehrerin befand nach einem Jahr: 'Da stimmt was nicht' und empfahl uns eine Lerntherapeutin.
Die checkte das Kind von oben bis unten durch. Ihr Ergebnis: Sprachwahrnehmung und -verarbeitung gut, sein Problem war die Motorik. Er verkrampfte beim Schreiben total, dadurch fiel es ihm schwer leserlich UND richtig zu schreiben. Ausserdem versuchte er sich die Schreibweise jedes Wortes mit gelernten Regeln zu erschliessen, statt einfach dem Buchstabenbild eines Wortes zu vertrauen. Das haut natürlich bei Gymnasialtempo nicht mehr hin.

Bei der Testung durch einen Psychologen war das Ergebnis übrigens auch: Keine Rechtschreibschwäche feststellbar.

Nichtsdestotrotz zogen wir die Therapie durch. Gleichzeitig stellte die Deutschlehrerin einen Antrag auf Nachteilsausgleich um den Druck in der Schule herunterzufahren. Der Schule reichte dazu das Urteil der Deutschlehrerin und die Tatsache, daß das Kind sich in Therapie befand.

Nach 1,5 Jahren hatte Söhnchen eine leserliche Schrift und eine (fast) fehlerfreie Rechtschreibung.

Also: Nur weil bei Deinem Sohn keine 'klassische' Rechtschreibschwäche vorliegt, bedeutet das nicht, das nichts im Argen liegt. Eine Lerntherapie könnt ihr immer machen. Ihr müsst sie dann nur selber zahlen. In unserem Fall war sie jeden Cent wert.

Grüsse
BiDi

Definitiv nochmal die Ergebnisse der psychologischen Diagnostik anschauen lassen. Eine durchschnittliche Intelligenzleistung und unter durchschnittliche Leistungen in der Rechtschreibung sind die Voraussetzung für eine Diagnose. (such mal nach "icd 10 F81.1) Vielleicht hast du was falsch verstanden? (Ich mache selbst solche Diagnostik). Erkundige dich, ob es einen Erlass zu Lrs in der Schule gibt in eurem Bundesland (In NRW z.b. Nrw Lrs Erlass ).
Die Seite des bvl-legasthenie ist wirklich gut! Schau da mal drauf!


https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/028-044.html

Sonst wäre die schulpsychologische Beratung auch Ansprechpartner bei Uneinigkeit mit der Schule und Klärung der Perspektive.

Sollte es eine Rechtschreibstörung sein kann "üben üben üben" auch echt nach hinten los gehen.

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Dein Verdacht wurde ernstgenommen - aber er hat offensichtlich kein LRS.

LRS , ob jetzt bestätigt oder vermutet, ist ja kein Stempel, den man sein lebenlang tragen muss. Durch üben ist dem sehr gut bei zu kommen.
Ich selber (und mein Bruder auch) wir haben uns sehr schwer getan mit der deutschen Rechtschreibung, mein Vater, Sonderschullehrer, hat uns eigentlich jedes Schuljahr getestet und konnte eben keine LRS feststellen. Trotzdem waren die Noten in Deutsch (und Englisch) echt mies. Die zweite Fremdsprache hat meinem Bruder und mir das "Genick" gebrochen und wir mußten vom Gymnasium zur Realschule wechseln.
Heute arbeite ich an einer Grundschule und mein Bruder an einem Berufskolleg. Und das obwohl unsere Stärken eher im mathematischen Bereich liegen...

Meiner Tochter geht es ebenso wie mir, deshalb habe ich sie direkt auf einer Realschule eingeschult, auch wenn sie hätte zum Gymnasium gehen können.
So, wie ich das sehe, stehen ihr trotzdem alle Türe offen, da eben nicht nur das sprachenlastige Gymnasium zum Abitur führt.

Überlege gut für dein Kind !

Hallo,

diese Methode "Schreiben nach Gehör" erzeugt künstlich rechtschreibschwache Kinder.

Bei unserer Tochter auf dem Gymnasium gibt es eine Rechtschreib-Förder-AG, die eine ganze Reihe Kinder besuchen müssen. Das war zu meiner Zeit undenkbar. Die einzigen Gymnasiasten, die mit der Rechtschreibung größere Probleme hatten, waren damals echte LRSler und von denen gab es einen oder zwei pro Klasse, wenn überhaupt.
Die Rechtschreibung geht bei unserer Tochter auf dem Gymnasium in die Note ein. Wenn sie zu schlecht ist, wird um eine Note abgewertet.

Versteckte Linkshändigkeit hat nichts mit Rechtschreibung zu tun. Mein Vater war ein umerzogener Linkshänder (was damals üblich war) und beherrschte Rechtschreibung perfekt.

Genauso hat LRS nichts mit Intelligenz zu tun.
Ich habe eine Kollegin mit LRS, Abi und einem Bachelor, die sehr gerne liest. Sie verfasst auch sprachlich anspruchsvolle Texte, aber eben mit ziemlich willkürlich verteilten Buchstaben. ;-)
Die Texte sehen nicht aus, wie von jemandem, der keine Rechtschreibung beherrscht, sondern wie "Buchstaben auf's Papier gekippt, aus denen man sich die gemeinten Worte herleiten kann".

Dyslalie kann ein Grund für Rechtschreibprobleme sein. Eine Freundin unserer Tochter hat das. Sie kann Laute nicht oder schlecht in Buchstaben umsetzen und muss die Rechtschreibung des Wortes daher wie eine Vokabel lernen.
Das wussten die Eltern aber schon im 1. Schuljahr von der Logopädin und haben von Anfang an mit dem Kind geübt.

Ist schon super, dass bei Euch, jeder was anderes sagt. Solche "Fachleute" kann man sich auch sparen. #augen
Leider gibt es das häufiger bei solchen Problemen.

Ich denke, letztendlich gibt es bei Eurem Sohn drei Möglichkeiten:
- Er hat eine künstliche LRS als Opfer von "Schreiben nach Gehör".
- Er hat Probleme wegen seiner Dyslalie.
- Er hat eine echte LRS.

Den Rat der Lehrer finde ich am schlechtesten. Nichts tun, ist keine Lösung.
Auf der weiterführenden Schule wird Euer Sohn wegen seiner Rechtschreibung in den Klassenarbeiten abgewertet werden, und das dürfte ihn massivst frustrieren.

Ich würde erstmal probieren, mit ihm Rechtschreibung zu pauken und gucken, was passiert.
Wenn sich da gar nichts bessert, ist es wahrscheinlich doch eine LRS, und die würde ich mir dann von einem anderen Psychologen bestätigen lassen, damit Euer Sohn einen Nachteilsausgleich bekommt.

Bei unserem Sohn (4. Klasse) war es übrigens so, dass er ein Opfer von "Schreiben nach Gehör" war. Die erste Lehrerin hat im 2. Schuljahr angefangen, mit Lernworten zu arbeiten, die bei ihm ca. 14 Tage im Gedächtnis verweilten. Seine Rechtschreibung war folglich gruselig. Punkte hat er willkürlich gesetzt. An Satzanfängen hat er häufig groß geschrieben, aber längst nicht immer.
Er hat dann (trotzdem) eine Klasse übersprungen, und ich hatte die neue Lehrerin gefragt, ob er in die Rechtschreib-Förder-AG soll. Die sagte daraufhin, dass er doch gar nicht so schlecht sei.
Da habe ich mich gefragt, wie schlecht die anderen Kinder sind. #schock

Jedenfalls haben wir dann mit unserem Sohn und den Lupenheften (Rechtschreiben 1 von Peter Wachendorf) Rechtschreibregeln gepaukt und mittlerweile ist seine Rechtschreibung ganz gut.

Wo man Punkte setzt, haben wir mit ihm auch geübt.
Er hatte zwar gar keine Lust diese Dinge zu üben, aber das Leben ist eben kein Ponyhof. Am Gymnasium haben die Kinder andere Dinge zu tun, als aufzuholen, wie man schreibt.

LG

Heike

Liebe Heike,

ich denke auch, dass die Dyslalie ein Teil des Problems darstellt. Im Kindergarten ging es los, dass keiner sein "Kauderwelsch" verstanden hat und es stand im Raum, ob er in den Sprachheilkindergarten wechselt. Das ist, warum auch immer, nicht geschehen.
Mein Sohn hatte auch einen Überbiss, sodass die Unterlippe immer verschwand. Dank der Zahnspange ist sein Kiefer nun fast im normalen Zustand.

Wir haben uns nun dank einzelner konstruktiver Beiträge dazu entschlossen, mehr mit ihm zu üben. Von seiner Lehrerin gab es ja leider keine nützlichen Ratschläge, außer es zu ignorieren. Das haben wir bis zum heutigen Tag auch getan, einfach, weil wir es nicht besser wussten.
Das mit der Linkshändigkeit stand für mich nie zur Debatte. Im Gegenteil. Ich fühlte mich ziemlich verschaukelt.

Mal sehen, wie sich das Ganze bis zum nächsten Jahr entwickelt, wenn es um die Entscheidung der weiterführenden Schule geht.

Wenn der Verdacht weiterhin bestehen bleibt und ihr eine Zweitmeinung einholen wollt, dann würde ich das VOR der weiterführenden Schule empfehlen. Es sollte unbedingt in der Grundschule irgendwie vermerkt sein, dass dort schon die Problematik bestand, damit überhaupt ein Anrecht auf Nachteilsausgleich gegeben ist.

Hallo.

Die Lerntherapie kann er ja trotzdem machen. Oder meinst du die entsprechende Kostenübernahme? Weiß ja nicht, wie das bei euch so ist. Bei uns werden diese Therapien äußerst selten staatlich übernommen. Ich spreche da leider aus Erfahrung.

Der einzige Vorteil wäre, dass er evtl. einen Nachteilsausgleich geltend machen könnte in der Schule.

Ich würde ihn evtl. im nächsten Schuljahr nochmal testen lassen. Ansonsten bleibt euch nur eines: üben, üben, üben....#schwitz

Habt ihr ihn schon auf legasthenie austesten lassen??
Das ist genbedingt und wächst sich nicht aus aber man kann es trainieren.
Lass ihn testen.

Komisch, mein Sohn wurde in der 3. Klasse auf Legasthenie getestet und der Test hat das auch klar bestätigt, eine Leseschwäche wurde damals nicht getestet, das haben wir erst in der 8. Klasse gemacht da er eigentlich flüssig lesen kann, danach aber überhaupt nicht weiss was er gelesen hat.

Wir haben den 1. Test beim SPZ gemacht, ich weiss die Meinungen darüber gehen auseinander. Dort wurden verschiedene Tests gemacht und raus kam durchschnittliche Intelligenz, Legasthenie und Dyskalkulie, dazu eine auditive Wahrnehmungsstörung.
Er hat daraufhin Ergo und Dyskalkulie Therapie angefangen. Legasthenie haben wir ignoriert weil er dafür den Ausgleich in der Schule bekommt. Wir haben (vergeblich)versucht ihn zum Lesen zu animieren, das hilft nach meiner Erfahrung auch sehr bei schlechter Rechtschreibung.

Sprich mit dem Kinderarzt, er kann dir sicher mit Adressen und Infos weiterhelfen.

Viel Glück weiterhin
Visilo

Legastenie besteht wenn die Intelligenz und die Rechtschreibung im starken Gegensatz stehen. Also ein Kind schlau ist und trotzdem kein Rechtschreibung beherrscht. Ich und meine Kinder können troz Legastenie immer gut lesen. Leider betreffen die Probleme auch alle anderen Fächer. Geholfen hat meinen Sohn, eine vom Jugendamt bezahlte Therapie und dass er auf einem Laptop schreiben darf. Zum Glück geht in unserem Bundesland die Förderung sehr lange. Sucht euch die richtige Schule aus. In dem die Kinder gefördert werden.

Hallo.

Warte wirklich noch eine Weile ab. Mein Sohn sollte auch LRS haben laut Lehrer. Er hat die Kurzdiktate immer verhauen. Simple Fehler. Der Test sagt aus, er habe kein LRS. Er kann sehr gut lesen und das würde sich dann gegenstellen, also nicht hinhauen. Mittlerweile macht er wenige bis gar keine Fehler mehr. Er ist fünfte Klasse. Er hat eine sehr schlechte Handschrift, daran liegt es wohl.

Aber sage mir bitte, was ist ein versteckter Linkshänder.

LG