Bitte Hilfe! Schule stellt sich quer, nirgends Hilfe

    • (1) 10.05.19 - 12:28

      Liebe Muttis und Vatis,

      ich habe das Gefühl die Schule stellt sich absolut quer, leider kann ich aber auch online keine Rechtsgrundlagen finden. Nun erhoffe ich mir von euch Hilfe oder Tipps. Vllt wart ihr in einer ähnlichen Situation. Die Schulleitung gibt mir keine Auskunft, eher nach dem Motto warten wir mal ab.

      Ich muss kurz etwas ausholen. Meine Tochter (7) ist in der 2. Klasse einer städtischen Grundschule in Sachsen. Sie hat diagnostizierte ADS (ohne Hyperaktivität!) und ist eine ruhige, unauffällige Schülerin. Leider hatte die Klasse bereits 4 verschiedene Klassenlehrer und keine(r) ist so richtig Ansprechpartner gewesen. Aufgrund der hohen Lehrerfluktuation ist die Klasse im Lehrstoff 4 Monate zurück. Die neue Lehrerin macht einen guten Eindruck und bemüht sich sehr. Wir hoffen es bis Ende Klasse 4 alles aufgeholt zu haben.

      Nun zum eigentlichen Problem:
      Meine Tochter ist aufgrund der ADS sehr schlecht. Sie schreibt zumeist 4en, auch mal ne 5. Selbst mit Nachteilsausgleich und obwohl sie den Stoff beherrscht (!!!). Ihr Problem ist die Aufmerksamkeit und Konzentration, sie driftet sehr schnell ab und braucht länger als andere Schüler - aber das ist ein anderes Problem.

      Nun stellt sich die Frage ob sie in die Klasse 3 kommt und dann - falls es da garnicht gut läuft - zu den Herbstferien zurückgestuft wird in Klasse 2. Eine freiwillige Wiederholung also. Hier kommt schon der Ärger auf, da der Schulleiter sagt das dies nur möglich ist, wenn sie die Schule wechselt. Die nachrückenden Klassen sind bereits voll und hätten keinen Platz für freiwillige Wiederholer. Kann ich verstehen, auch wenns ärgerlich ist und von einer Fehlplanung der Belegung zeugt.

      Aber nun die Hauptfrage. Was passiert aber wenn meine Tochter aufgrund der Noten es nicht in die Klasse 3 schafft? Muss sie dann auch die Schule wechseln?

      Das wäre der absolute Supergau, sowohl für uns als Eltern als auch für das Kind. Sie würde es als riesige Bestrafung ansehen, wenn sie aus dem gewohnten Umfeld gerissen werden würde und aufgrund ihrer schulischen Leistungen von der Schule fliegt.

      Es grüße verzweifelt,
      muttivonzweien

      • Ich möchte noch hinzufügen: meine Tochter hat zwar ADS, aber keine LRS oder Dyskalkulie. Sie beherrscht den Schulstoff, kann Lesen und Rechnen - aber aufgrund ihrer ADS fährt sie superschlechte Noten ein. Wir möchten sie auf keine andere Schule schicken, da sie sich dort gut integriert hat.

        1. denke ich, wenn sie regulär sitzen bleibt, dass sie automatisch einen Platz hat. Das wird nur freiwillige Wiederholer betreffen, was auch verständlich ist.

        2. Was bekommt denn deine Tochter noch als Unterstützung und Hilfe bei ihrer ADS außer dem Nachteilsausgleich? Nicht bös gemeint, aber die Eltern sind ja (auch) in der Pflicht, sich um das schulische Weiterkommen ihrer Kinder zu kümmern.

        • Hallo,
          der Nachteilsausgleich an sich ist recht lapidar. Letztens in einem Test den sie nachschreiben musste hatte sie eine 1:1 Betreuung durch einen Lehrer der grade Pause hatte. Hier schrieb sie eine 3. Manchmal bekommt sie ein paar Minuten mehr Zeit als die anderen oder den Text nochmals größer ausgedruckt.

          Im Privaten setzen wir uns als Eltern täglich mit ihr hin und üben mind. 30 Minuten. Bis vor Kurzem hatte sie 1 Jahr lang Ergotherapie, die wir aber abgebrochen haben da es trotz Therapie schlimmer wird. Momentan steht eine Psychotherapie im Haus, einen Therapieplatz haben wir aber noch nicht. Zudem ist sie an der lokalen Uniklinik zur Therapie angemeldet die erst in 1 Monat startet.

      Hallo,

      wo ist der Unterschied ob sie direkt Klasse wiederholt oder erst nach den Herbstferien ? Wäre das weniger schlimm ?

      Und ja wenn alle Klassen des unteren Jahrgangs voll sind, muss sie die Schule wechseln. Das hat nichts mit Fehlplanung an den Schulen zu tun, die müssen keine Plätze für Wiederholer freihalten.

      Ist hier an den weiterführenden Schulen teilweise so, auch an der Realschule unseres Sohnes. Der Jahrgang unter ihm hat nur 3 Klassen, die anderen 4. Bleibt jemand sitzen hat das fast immer einen Schulwechsel zur Folge. Bei den wenigen frei werdenden Plätzen wird dann noch entschieden, wer die besten Aussichten auf Erfolg hat bei der Wiederholung.

      LG
      Tanja

      • ein Klassenstufenwechsel zu den Herbstferien wird angestrebt weil wir uns eine Konzentrations- und Ausdauersteigerung bei ihr erhoffen und schauen wollen ob dies bis dahin erreicht wird. Sie soll ja nicht wiederholen weil sie den Stoff nicht bringt, sondern weil sie ständig abdriftet, verträumt ist und die geforderten Aufgaben in der Zeit nicht schafft.

        • Oha, das wird schwierig.

          "Sie soll ja nicht wiederholen weil sie den Stoff nicht bringt, sondern weil sie ständig abdriftet, verträumt ist und die geforderten Aufgaben in der Zeit nicht schafft. "

          Das habe ich mit über 30 Jahren nur minimal geschafft.

          Sicher gehört Ausdauertraining und Konzentrationstraining zu einer guten ADS/ADHS Therapie dazu. Darauf zu hoffen, ist schwierig.

          Ich habe selbst ADHS und eine Brille. Daher der Vergleich.
          Meine Brillenwerte sind minimal. Ohne Brille komme ich im Alltag klar. Es ist schwierig, anstrengend und ich brauche das 3fache an Zeit.

          Eine Freundin kann ohne Brille fast nichts sehen. Training im Alltag bringt nicht viel. Ohne Brille bräuchte sie eine Blindenschule/Tipps für Blinde, obwohl sie sieht. Mit Brille läuft ihr Alltag, wie bei Sehenden auch.

          Durch "Training" konnte ich für mich erreichen, dass ich nur das 2,99 fache an Zeit brauche.

          Beim ADHS ist es ähnlich.
          Ich kam 30 Jahre ohne Medikamente klar, kam schulisch relativ weit (Hochbegabung), aber ich brauchte immer sehr viel länger als andere.

          Mit Eigenstrategien brauchte ich statt 5mal so lang, nur 4,99 mal so lange.

          Mit der richtigen ADHS-Therapie komme ich auf 4mal so lange wie andere.
          Und deutlicher Kraftersparnis.


          Durch das (richtige!! und gut eingestellte!! und sehr gut von Ärzten aufgeklärte!!!!!) Medikament geht es mir wie mit einer richtigen Brille.


          Dass ihr da Therapie in Anspruch nehmen wollt, finde ich super!
          Da möchte ich dir auch Mut machen, den Weg weiter zu gehen.

          Dennoch möchte ich dich nicht desillosionieren, aber mit Konzentrationstraining allein wird es schwierig.

          Weiterer Punkt, den ihr dringend mit Ärzten abklären solltet:

          wenn sie den Stoff gut kann, aber sich ablenken lässt, dann wird eine Wiederholung das u.U. nur schlimmer machen.

          Bei mir ist es so: was ich schon kann, schaltet mein Gehirn ab.

          Ich kann eine Buchseite 50 mal lesen und weiß immer noch nicht, worum es geht.
          Grund: erster Satz: Gehirn: habe ich schon gelesen, schaltet ab!!!!!!

          Augen sehen den Text weiterhin, Gehirn befördert sich in eine andere Welt. Ich SEHE, dass ich LESE und WAS ich lese, aber Gehirn macht Urlaub, macht was anderes.
          So, nun möchte ich aber wissen, was auf der Seite steht. Also lese ich es noch mal. Gehirn sagt: kenne ich schon, Schranke runter, ätsch du kannst mich mal, kenne ich schon ...... und weg.

          Drei Dinge, die mir in der Situation helfen
          1. das Buch für mehrere Wochen/Monate zur Seite legen. Damit das Gehirn diese Seite als "neu" erfasst und den Inhalt wieder aufnimmt
          2. an einer anderen Stelle "neu" (wiederholt) anfangen, damit das Gehirn verwirrt wird und den Inhalt als "neu" (vielleicht spannend) einstuft und vielleicht dieses mal aufnimmt

          3. Medikation. Dann brauche ich vieles nicht 8 mal lesen, bis ich den Inhalt intus habe und mich abmühen.


          Bei mir gilt: was ich beim ersten mal erfasst habe, bleibt.
          Was ich beim ersten mal nicht erfasst habe, geht nur noch über anderem Weg ins Hirn. Was gemein ist: auf Grund des ADHS nimmt mein Gehirn nämlich nur einen Teil wahr (wegträumen).
          Die Lücken muss ich mir mühsam erarbeiten. Diese muss ich an die bereits bekannten Dinge anknüpfen. Die bereits bekannten Dinge darf ich aber nicht wiederholen, sonst geht Gehirn ins Parkhaus und schaltet ab.



          Daher mein Rat: Elterntraining und sich mit ADS auseinander setzen. Auch schon vor der Therapie.
          Einfache Tipps/Tricks die ohne ADS super funktionieren, können einiges bei ADS verschlimmern. Umgekehrt genauso. Was ohne ADS nicht funktioniert, hilft bei ADS/ADHS Wunder.


          Gute Beratung ist da wichtig.
          Bei Medikation ebenso. Arzt muss sich auskennen und Vertrauen, sowie Aufklärung ist extrem wichtig!!!

          Begleittherapie zur Medikation ist auch ein wichtiger Weg.
          Medikation alleine: schwierig
          Begleittherapie ohne Medikation, kann funktionieren; ist aber ein bisschen wie Sehtraining ohne Brille bei 6 Dioptrien (oder -6 Dioptrien)

    Wenn sie das klassenziel nicht erreicht und von der Schule aus zurückgestellt wird darf ein Schulwechsel nicht statt finden nur bei freiwilliger Wiederholung....ansonsten Rate ich stark zu Kopfhörern um dich abzuschirmen und mit der Lehrkraft besprechen ob es nicht möglich wäre das sie die Arbeit im separaten Raum schreibt Sekretariat oder sonstiges damit sie weniger abgelenkt ist . ..

    • aber gibt es dazu irgendwo einen Gesetzestext das in einem solchen Fall die Schule nicht gewechselt werden muss?

      Kopfhörer hatten wir schonmal, auch Schreiben im Nebenzimmer. Das hat alles nichts gebracht, im Gegenteil es verschlimmerte die Situation nur noch da sie durch die Köpfhörer auch nicht mitbekam wenn der Lehrer etwas sagte und durch das Schreiben im Nebenzimmer sie absolut abgesondert war und nochmehr "träumte" und am Ende ein leeres Blatt abgab.

      • (10) 10.05.19 - 15:28

        > aber gibt es dazu irgendwo einen Gesetzestext das in einem solchen Fall die Schule
        > nicht gewechselt werden muss?

        Was soll denn da ein Gesetzestext ausrichten?

        Wenn die Klassen tatsächlich komplett voll sind, geht es schlichtweg nicht anders. Man ja schlecht aus der bestehenden Klasse jemanden rauswerfen, um für einen Wiederholer Platz zu machen? Auch kann die Schule keine Schüler wegzaubern oder die Klassenzimmer größer zaubern. Voll ist voll ist voll.

    (11) 10.05.19 - 12:55

    "Wenn sie das Klassenziel nicht erreicht und von der Schule aus zurückgestellt wird darf ein Schulwechsel nicht statt finden"


    Sind die anderen Klassen voll darf kein weiteres Kind aufgenommen werden, fertig. Gibt es eine andere Schule in zumutbarer Entfernung, muss das Kind die Schule wechseln.

    Wie gesagt, diese Diskussion gibt es an der Schule unseres Sohnes seit Jahren und nur wenige konnten am Ende wirklich dort ihre Klasse wiederholen. Viele mussten wechseln, weil Klassen voll waren. Hier ist der Schnitt 30 Kinder, an den Grundschulen weniger.

Wenn es nicht an ihren schulischen Leistungen liegt und sie alles kann, ist eine Rückstellung ja nicht zielführend. Was soll sie denn in der 1. Klasse, wenn sie den Stoff der 2. schon perfekt beherrscht?
Mein Ältester hatte (aufgrund einer unerkannten LRS) in der 3. Klasse in Deutsch und Sachkunde das Klassenziel gar nicht und Mathematik teilweise nicht erreicht. Auf dem Zeugnis stand dann: „Der Schüler rückt aus sozial emotionalen Gründen in Klasse 4 vor.“ In den Sommerferien kam die LRS Diagnose und seitdem ist er immer besser geworden. Heute ist er in der 6. Klasse und hat bisher jedes weitere Schuljahr gut bestanden.
Auch diese Variante gibt es also.

Hallo!

Was heißt hier "die Klassen sind voll"?

Was ist wenn Kinder zuziehen? Hier gibt es für einen Wohnbezirk zuständige Grundschule. Und diese Grundschule ist verpflichtet allen Grundschülern aus dem Bezirk einen Schulplatz anzubieten, egal ob die Wiederholen, neu zugezogen sind, …. etc.
Auch in Sachsen ist es so, dass die Grundschule des Einzugsbereiches zu besuchen ist und nur mit einem Ausnahmeregelung das Kind woanders hin kann!

Je nach Anzahl der Schüler werden entsprechend viele Parallelklassen aufgemacht. Es gibt sogen. "Klassenteiler" das sind die festgelegten Grenzwerte für die Klasse und ab einer bestimmten Schülerzahl werden neue Klassen eingerichtet auch wenn es nur um einen Schüler überschritten wird. Bspw. gibt es in Hessen die Höchstzahl von 25 Kinder pro Klasse und die Mindestzahl von 13 Kinder pro Klasse.
So gab es bei uns in einem sehr schwachen Jahrgang eine Klasse mit 14 Kindern und eine mit 13 Kinder!

Deswegen würde ich ziemlich sicher sein, dass dein Kind in keinem Fall von der Schule fliegt, weil "kein Platz ist"!

Nur als ADSler sind große Klassen ganz besonders bescheuert!!!!!
Also, wenn Dein Kind fachlich mitkommt, aber permanent abgelenkt ist, wird es in einer großen Klasse wo schon bekannter Stoff durchgekaut wird definitiv nicht besser! Das ist die falsche Maßnahme für Dein Kind! Und als Kind würde ich mich besc**** fühlen, wenn man mich aufgrund meiner Verträumtheit für blöd hält und ich nochmal denselben Käse machen muss, aber es nicht deswegen besser aufs Papier bringen werde!

Dir Würde ich raten ganz dringend mit dem behandelnden Arzt zu besprechen welche Maßnahmen (außer Psychotherapie!, oder Klassenwiederholung) noch möglich und passender wären!

(Wenn allerdings von ihm die Idee mit Ergo kam, dann wechsel den Arzt!!!!)

LG, I. (mit 2 ADSLER)

  • Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Leider muss ich zugeben, dass ich auch nicht sonderlich begeistert davon bin wenn sie die Klasse wiederholen müsste. Die jetzigen Noten sind allerdings miserabel. Leider verbaut sie sich selbst den Weg da Üben mit ihr sehr schwierig ist. Die ist dann leicht gereizt und mauert regelrecht.

    Unsere Psychologin bot uns an Medikamente einzusetzen um die Konzentration zu erhöhen. Ritalin würde sie einsetzen. Zunächst nur für einen bestimmten Zeitraum um zu schauen ob sie sich schulisch verbessert ggf. danach länger oder absetzen. Irgendwie sträuben wir uns aber davor und möchten gerne auf anderem weg eine Lösung finden ohne Chemikalien.

    • (15) 10.05.19 - 14:29

      ich würde das eher positiv sehen...

      erstens: --- "Klassen voll" gibt es nicht. -- dann muss eine weitere Klasse aufgemacht werden, wenn einer Sitzen bleibt oder Zuzüge sind.

      ich finde, du siehst das mit dem "Stoff können" zu verklärt. -- in der Dritten geht es erst richtig rund und die Bahnen für die weiterenführenden Schulen werden gelegt... (zum großen Teil). -- Deine Tochter hat eine Baustelle, die sich sicher nicht in 8 Wochen SChule bis zu den Herbstferien rapide ändern wird.

      Wenn sie sitzen bleibt, hat sie ein weiteres Jahr, mit passender Therapie auf ein vernünftiges Lern-Niveau zu kommen ... also ist doch alles gut...

      warum sie mit der Hoffnung, es würde alles besser, unbedingt in die Dritte lassen, wenn sei doch "sitzen bleibt" ?

      übrigens: andre Wege ohne Chemikalien gehen oft Jahre .... ---- entweder ihr gebt euch die, oder hört euch eben die Vorschläge chemisch ranzugehen mal genauer an.
      das klingt echt extrem bei euch ... da wundert es mich schon sehr, dass sie nicht schon mehr ergo und andere Therapiemöglichkeiten ausschöpft und so passiv auf irgendwelche psych. Therapieplätze wartet... ---

      es gibt Reiten, Sport, Ergo, Konzentrationsguppen usw.usf, die man alle besuchen könnte ... --- ich würde mich an eurer Stelle mal eher nebenbei noch viel intensiver auf die Suche begeben, was Eurer Tochter helfen kann, die Mitte zu finden, -- Lernkonzepte, - Konzentrationskonzepte usw....

      • Doch , Klassen gibt es. Es kann auch nicht einfach eine Klasse aufgemacht werden. Dafür muss man Räume und Lehrer haben.
        Zudem dann auch noch Schüler.
        Hier wurden an Schulen auch Kinder abgewiesen, weil die Klassen voll waren!

    Hallo!

    na ja, Ritalin (Methylphenidat - MPH) ist halt nicht einfach "Chemikalien" es ist ein hauptamtliche Psychopharmaka, das man auch nur mit einem BTM-Rezept bekommt. Je nach Arzt wird das auch nicht so leichtfertig verschrieben - es muss schon ein verschreibungsfähiger Arzt sein.
    Anderseits kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es bei Kindern zusammen mit einer Psychotherapie (Verhaltenstherapie) die einzig wirklich wirksame Therapie ist.

    Das MPH wirkt auf den Stoffwechsel im Hirn und ermöglicht Deinem Kind seine Konzentrationsfähigkeit zu entfalten. Es ist also nicht konzentrationssteigernd, sondern es beseitigt Hemmnisse (durch die falsche Verarbeitung von Botenstoffen im Hirn) die Dein Kind daran hindern seine Konzentrationsfähigkeit überhaupt einzusetzen. Mit MPH wachsen Deinem Kind keine neuen Fähigkeiten und Intelligenzen!

    Ihr solltet Euch dringlichst sehr gut beraten lassen, oder selber Infos einholen (am besten nicht von Verschwörungstheoretikern und Anhängern der Alu-Hut-Wissenschaften) um für Euer Kind die wirklich erfolgsversprechende Maßnahme zu finden.

    LG, I.

    Hi,

    "Ritalin würde sie einsetzen. Zunächst nur für einen bestimmten Zeitraum um zu schauen ob sie sich schulisch verbessert ggf. danach länger oder absetzen. Irgendwie sträuben wir uns aber davor und möchten gerne auf anderem weg eine Lösung finden ohne Chemikalien."

    Mit dieser Einstellung verbaut ihr eurem Kind eine gute Schulzeit! ADS ist nichts, was man mal eben so aussitzen kann oder ausschließlich homöopathisch / alternativ behandeln kann.

    Sollte euch das Ritalin abschrecken, dann gibt es z.B. noch Medikinet - besprecht doch mal die Alternativen mit eurer Ärztin. Eine reine Psychotherapie hilft selten bei ADS. Das Medikinet bekam mein Schwager und musste es nur während der Schulzeit nehmen (morgens + ggfs. mittags). In den Ferien und am Wochenende brauchte er es nicht (erst, als er mit dem Führerschein anfing und während dem Blockunterricht in der Berufsschule). Damit konnte er sich konzentrieren, konnte lernen, hat einen einigermaß vernünftigen Hauptschulabschluss hingelegt und seine Ausbildung als Jahrgangsbester abgelegt.

    Ich weiß, dass Medikamente zu nehmen nicht toll ist, aber bei körperlichen Krankheiten (Diabetis, etc.) würdet ihr es doch auch nicht verweigern, oder?

    Ihr macht eurer Tochter und euch selbst wirklich das Leben unnötig schwer.

    Denke doch bitte darüber noch einmal nach und sprecht mit der Ärztin.

    LG
    Kim

    • (19) 11.05.19 - 18:46

      Medikinet und Ritalin haben den gleichen Wirkstoff. Das eine wäre genauso abschreckend wie das andere....

      Attentin wäre eine andere Alternative und wird gegeben wenn diese beiden nicht verträglich sind.

      Medikament bleibt aber eben Medikament. Mein Sohn nimmt Attentin, weil er Medikinet nicht gut vertragen hat. Attentin ist aber bei ihm nicht so wirksam, aber die Dosierung kann man auch nicht vergleichen.

      -------------------
      Grds.:
      Das lange Rumgehampel mit irgendwelchen Ergotherapien kann ich nicht nachvollziehen. Neurofeedback hat einiges gebracht, aber nur weil er dabei auf Medikinet eingestellt wurde und somit gut mitarbeiten konnte. Alles andere macht in meinen Augen keinen Sinn, wenn der Leidensdruck beim Kind schon groß ist. Unser Kinder-Psychiater hat erst gefragt, was wir möchten, Ergo oder anderes und ich habe gleich gesagt: jetzt Hilfe! Sofort! Mein Kind hielt sich für dumm, unsere Nachmittage waren grauenhaft, Wochenplan (11-13 Seiten von Mo-Do) für ihn unschaffbar, seine Kinderseele hatte echt schon gelitten. Für mich war klar, keine Rumhampelei mehr, er bzw. wir benötigen Hilfe!
      Die Direktorin hat mir gesagt, er bliebe so unter seinen intellektuellen Möglichkeiten, er könne 1-2 Noten besser sein. Er hat jetzt eine uneingeschränkte Gymnasialempfehlung und schreibt wirklich gute Noten, eher sehr gute. Aber das zweite Schuljahr hat ihn echt mitgenommen, sein Selbstwertgefühl hat echt gelitten. Das ist unsere Baustelle, aber wir haben keinen Stress mit den Noten und zum Glück keine Gründe mehr für weitere Selbstzweifel.

Der Sohn meiner Freundin hat auch ADHS.
Nachdem es in der Schule gar nicht lief und auch alles andere an Therapie nicht genützt hat kam auch das Thema Ritalin.
Nach langen Überlegen hat sie sich dafür entschieden und es war die richtige Entscheidung, damit ist er in der Lage im Unterricht mitzumachen und den Stoff zu schaffen. Da er noch weitere Baustellen hat unter anderen einen recht niedrigen IQ (Wobei der Test mit Medikamenten schon deutlich besser war), hat er noch eine Inklusionshelferin in der Einzelfallbetreuung...alle Probleme sind nicht gelöst, aber er hat mit der Hilfe und den Medikamenten zumindest die Chance eine reguläre Schule zu beenden. Sollte es Entwicklungsbedingt besser werden, kann man die Medikamente auch jeder Zeit weglassen und ich kann aus aus Beobachtungen sagen, dass das Kind mit Medikamenten wie ausgewechselt ist.

Bei meiner Tochter habe ich mich gegen Medikamente und für einen Schulwechsel entschieden... runter vom Gymnasium G8 auf eine Gesamtschule, aber ich hatte ein Kind ohne ADHS nur mit Konzentrationsproblemen ohne weitere Baustellen und nur für bessere Noten war das für mich keine Option. Die Grundschule hat sie allerdings ohne Probleme absolviert.

Ok. Ich wollte schon fragen, ob die Medikamente nicht richtig dosiert sind. Deine Tochter hat ads. Hilf ihr. Sie hat eine Krankheit. Diese wird mit Methyphenidat behandelt. Einer Zuckerkranken wuerdest du auch Insulin nicht verwehren. Euch alles Gute.

Hi du,
Meine Tochter stand in der 3. Klasse genauso da wie deine.
Wir haben im Vorfeld alles versucht. Konzentrationstraining etc. Aber es hat nicht geklappt mit der Konzentration. Wir haben ihr dann auf Anraten der Psychiaterin medikinet gegeben. Und was soll ich sagen. Das war die beste Entscheidung die wir für unsere Tochter treffen konnten.
Innerhalb von nur 6 Monaten hat sie den kompletten Schulstoff nachgeholt und hat sich insgesamt wohler gefühlt. Jetzt ist sie in der 5. Klasse. Vor ein paar Wochen hat sie den Wunsch geäußert keine Medikamente mehr nehmen zu müssen.
Auch hier haben wir das mit der Psychiaterin abgesprochen und sie nimmt aktuell keine tabletten. Bisher klappt es gut. Natürlich sind wir in enger Absprache mit der Schule und den Lehrern.
Du siehst,die Entscheidung für Medikamente muss nicht für immer sein. Aber manchmal hilft es damit die Konzentration etwas anzustoßen.
Ich würde es an deiner Stelle, für deine Tochter, versuchen mit der Medikamentengabe.
Das ist keine Schande. Absolut nicht. Es kann helfen.
Ich wünsche euch alles gute für die Zukunft!
Liebe Grüße Sarah

"Leider verbaut sie sich selbst den Weg da Üben mit ihr sehr schwierig ist. Die ist dann leicht gereizt und mauert regelrecht."

Nicht sie selbst verbaut sich den Weg: sondern die ihr verwehrten Maßnahmen verbauen ihr den Weg. Bzw. die Symptome von ADS

"Unsere Psychologin bot uns an Medikamente einzusetzen um die Konzentration zu erhöhen. Ritalin würde sie einsetzen. Zunächst nur für einen bestimmten Zeitraum um zu schauen ob sie sich schulisch verbessert ggf. danach länger oder absetzen. Irgendwie sträuben wir uns aber davor und möchten gerne auf anderem weg eine Lösung finden ohne Chemikalien. "


Zugegeben, einfach so ein Medikament würde ich auch nicht nehmen/geben wollen.
Bei guter Aufklärung aber schon.

Ich selbst nehme Medikamente nur, wenn es sein muss bzw. der Arzt mich umfassend aufklärt.

Welche Medikamente gibt es?
Warum empfiehlt er mir dieses?
Welche Alternativen gibt es?
Können diese zielführend sein?

Ich hatte echt Bammel das Medikinet zu nehmen. Ernsthaft. Da ich aber weiß, dass es mir mit Brille besser geht
und mir die Ärztin ausführlich erklärt hat, warum, wieso, weshalb, Wirkungsweise, Nebenwirkungen, Gründe dafür, Gründe dagegen, daher habe ich es genommen.

Es hilft mir enorm.


Andere Fragen:
- wie hoch muss der Leidensdruck deiner Tochter sein, dass du es versuchen würdest?
- wenn sie auf Grund von schlecht sehen, diese von dir genannten Probleme hätte, würdest du ihr dann eine Brille verweigern?
- wenn sie eine Erkrankung hat, die ihr das Leben schwer macht: z.B. dass sie nicht am Leben, am Alltag mit anderen teilnehmen könnte, würdest du es dann in Erwägung ziehen oder sie lieber isoliert lassen?


Warum ich das frage?
- sie kann den Stoff, aber sie kann das Gelernte nicht umsetzen.
Selbst wenn sie den Unterricht nicht stört, isoliert sie sich damit.

Was nehmen die anderen Kinder war? Sie ist dumm? Sie ist schlecht in der Schule?
Was wollen sie mit einem Kind, das zwar einiges kann, aber offensichtlich doch nicht?

Wie oft möchtest du sie wiederholen lassen? Bis sie sich besser konzentrieren kann? (dann würde ich heute noch zur Schule gehen)

Welchen Leidensdruck muss deine Tochter aufbauen, dass du bereit wärst, sie in dem Punkt zu unterstüzen?


Meinen Augenfehler kann ich nicht wegtherapieren. Da gibt es keine Medikamente oder Therapien. Aber ich kann damit leben und eine Brille nutzen.

Meine Eltern hatten Schilddrüsenprobleme. Sie nahmen Medikamente, um den Alltag zu bewältigen. Gestorben wären sie ohne nicht. Symptome ähnlich wie bei ADS hatten sie allerdings schon. Die Schilddrüsenmedikamente ermöglichten es ihnen am Leben teilzunehmen.

Wenn ein Kind nicht gehen kann, ist Bewegungstraining u.U. sinnvoll. Das alleine wird dem Kind nicht helfen, wenn es sich nur während der Therapie bewegen kann. Jahre lang im Bett liegen, bis die Therapie vielleicht oder auch nicht greift, wäre das eine Option?


Was müsste deine Tochter zu dir sagen / wo ist der Leidenspunkt, bei dem du darüber nachdenken würdest?


Mein Leidenspunkt war es, dass ich nach 30 Jahren Hoffnung hatte, dass ein Leben neben der Anstrengung gibt. Dass ich mich ab und zu nicht höchstanstrengen muss, um mit anderen Kontakt halten zu können. Dass ich für andere ab und zu nicht so anstrengend bin.
Ich bin nach wie vor anstrengend. ADHS ist anders. Punkt. Mit Medikament und Therapietipps muss ich mich nicht mehr so extrem anstrengen und habe noch Leben übrig.


Bevor ich es genommen habe, habe ich Eltern von Jugendlichen gefragt.
Ich habe mit betroffenen Jugendichen gesprochen.
Ich habe mich mit der Wirkung und nicht-Wirkung auseinander gesetzt.

Ich hatte eine Ärztin, die auf all meine Fragen eingegangen ist !!! (das war mit das entscheidende)


Wo ist dein Leidenspunkt, der erreicht sein muss? Wo ist der Punkt deiner Tochter?

Und schieb es nicht ihr zu. Sie selbst leidet vermutlich auch schon, dass sie nicht so ist, wie erwartet wird. Dass sie schwierig ist / dass sie für andere schwierig ist / dass es für sie schwierig ist nicht so zu sein, wie es einfacher wäre.
Noch kann sie sich dann in Träume flüchten, weil sie dort frei von Erwartungen ist. Wie lange sie das mit noch verstärkterem Träumen kompensieren kann, ist fraglich.

Würdest du von einem Kind, das kaum etwas sieht, auch sagen, dass es sich schwierig verhält, wenn es etwas lernen soll (das es in der Schriftgröße nicht sehen kann)?
Soll es sich dann einfach anders verhalten? Einfach mehr anstrengend?
Welche Möglichkeiten würdest du dann in Betracht ziehen? Größere Schrift, Brille , mehr Zeit.
Wie viele andere Möglichkeiten (die nur wenig funktionieren und vor allem sehr sehr lange dauern, bis sie wirken) würdest du ausprobieren lassen? Hab Geduld mein Kind, bis du erwachsen bist, wird es schon klappen?


Das sind Fragen, die ich mir rückwirkend auch gestellt habe.
Das sind Fragen, die Jugendliche (mit Medikament ab der Pubertät) ihren Eltern gestellt haben, als sie etweder suizidgefährdet oder schulverweigernd oder wutauslassend sich selbst nicht mehr leiten konnten.... die um Hilfe schrien und andere "Hilfsmittel" bekamen .... und nach einigen Schuljahren nicht mehr die Nerven hatten zu warten, bis sie vielleicht irgendwann erwachsen seien.


Deine Bedenken gegenüber Chemie finde ich in Ordnung.
Befasse dich aber auch mit dem Weg damit. Was du ausführlich aufgeklärt bist, kannst du dir - und später auch deinem Kind gegenüber - gerade dastehen.

Ich wollte dir keine Medikamente geben.... nun ja.....
ist suizidgedanken und Flucht aus der Realität, sich als Versager fühlen weniger gefährlich als eine akute Krankheit oder hohes Fieber?

Ja, es sind harte Medikamente. Ja, ich würde sie nicht pauschal nehmen und nicht sofort ab Diagnose. Bei GUTER AUFKLÄRUNG würde ich mich jedoch intensiv und OFFEN damit befassen.
Nicht iiiiiiiiiiiiiiiiiiiehhhhhhhhhh Chemie

sondern: bietet es meinem Kind eine Chance?
Nachteile, Vorteile?
Wie geht es damit weiter? Wie geht es ohne weiter?

Aha. Statt dem Kind also endlich Hilfe zuteil werden lassen, muss es sich also wegen irgendwelcher (ideologischer?) Sträubereien der Eltern weiter quälen?!

(25) 10.05.19 - 14:07

Wir hier in Hessen haben einen traumhaften Klassenteiler. Anderswo liegt der bei 30.
Eine Klasse kann nur geteilt werden, wenn ein leerer Klassenraum zur Verfügung steht. Ich kenne Schulen in anderen Bundesländern, da geht das schlichtweg nicht und dort sitzen 35 Kinder in einer Grundschulklasse bei 1 Lehrerin. Ein ADS-Kind in so eine Klasse zu stecken, ist kontraproduktiv.

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