Wie Erstklässlerin in mündlich Bereich stärken.

    • (1) 11.05.19 - 20:13

      Hallo!

      BW-1Klasse- 7 Jahre

      Leider fliegt meiner Tochter nichts zu. Wir müssen neben dem Hausaufgaben immer noch lernen.

      Schriftlich sind wir inzwischen soweit das sie nicht mehr die langsamste ist und gut mitarbeitet.In Noten ausgedrückt eine 2 in allen Fächern laut Lehrerin.Auch muss sie kaum noch daheim nachholen,weil sie an Arbeitstempo endlich ein Zahn zulegt.

      Mündlich ist das Problem. Sachen die Sie schriftlich richtig hatte sind im mündlichen falsch. Da kommen so abenteuerliche Sachen wie 18-9=5 oder 5+3=9 wahlweise das Wort Leiter ,buchstabiert sie Leudär . Obwohl sie es richtig geschrieben hat.
      Gedicht und Lieder lernen...Katastrophe.Absolutes Chaos im Kopf.

      In Lernheften und in der App Anton,alles richtig.Arbeiten mit Karteikasten perfekt.

      Aber sobald sie es einfach so raus aus dem Kopf sagen soll. Katastrophe.

      Hinzu kommt,sie meldet sich im Unterricht und kommt sie dran,kommt die Antwort nicht wie aus der Pistole geschossen obwohl sie es weiß.
      Sie überlegt nochmal kurz ein paar sekunden und in der Zeit rufen andere Kinder einfach rein. Ich habe der Lehrerin schon gesagt,das sie sich kaum noch traut sich zu melden deswegen.

      Wie kann ich mein Kind mündlich stärken? Wie kann ich das Chaos in ihrem Kopf sortieren?

      Jemand eine Idee?

      • (2) 11.05.19 - 20:52

        Viel mit ihr reden.
        Sie erzählen lassen.
        Auch mal Fragen stellen.

        Ich bin kein auditiver Lerntyp. Das, was über die Ohren geht, dauert bei mir länger. Was ich geschrieben sehe, klappt besser.

        Manchmal höre ich gerne Hörspiele, auch wenn es anstrengend ist. Bedigung: ich mache etwas dazu, das mir optische Reize gibt. Ich muss etwas dazu sehen, um mir mit dem Bild etwas merken zu können - auch wenn das Bild nicht dazu passt. Es ist die Verknüpfung mit dem Gehörten, damit es mein Gehirn verarbeiten kann.

        Was mir hilft: Gespräche mit geduldigen Menschen. Daran übe ich auch heute noch.


        Meinem Kind hilft die Interaktion und Bewegung.
        Um Zusammenhänge zu verknüpfen: etwas gemeinsam zu tun.

        Hierbei ist es mir wichtig, dass sie auch ohne Stress antworten kann.
        Gerne beim Backen oder Tisch decken.
        Wenn 6 Personen zu Besuch kommen, wie viele Teller brauchen wir dann?
        Das Rezept ist für 4 Personen, wie viel Mehl brauchen wir, wenn wir für 6 Personen backen?

        Natürlich rechne ich vorher kurz durch, ob sich das umsetzen lässt. Im Zweifel machen wir das doppelte.
        Mir geht es dabei eher um verschiedene Verknüpfungen

        - gemeinsame Zeit
        - Lernen durch Interaktion (auch backen)
        - Anwendung von Lernen, ohne Stress (Mathe ist nicht nur auf dem Papier)
        - antworten, mit einander reden, kein Problem, wenn man sich verrechnet hat. Das passiert mir beim Backen auch manchmal. Beim Rechnen auf dem Papier sehr selten. Ich liebe Zahlen und ich liebe auch Kopf rechnen. Wenn ich aber nebenbei noch abwiege oder mehrere Zutaten koordiniere, verrechne ich mich auch manchmal. Das findet mein Kind super, wenn sie meinen Fehler findet.


        Da wir verschiedene Lerntypen sind, helfen uns noch zusätzlich andere Stärkungstipps, als der jeweils anderen.

      (4) 13.05.19 - 09:34

      Jeder lernt anders. Versuche mit deiner Tochter ihren Lerntyp herauszufinden, was auch nicht den "klassischen" Lernarten entsprechen muss. Es kann auch ganz anders sein, als bei dir oder ihrem Vater.
      Bei mir war es eher visuell und häufiges schriftliches Wiederholen. Ich brauch dazu absolute Ruhe. Ich lass mich gern ablenken und das ohne äußere Reize, sondern rein geistig. Ich nutze mittlerweile, dass ich mir geistig komplexe Welten zusammenbauen kann. Also statt alles aufzuschreiben, kann ich mir das geistig vorstellen und wenn ich es für wichtig halte, auch abspeichern und bei Bedarf wieder abrufen. Das Problem dabei ist aber, dass ich dabei dementsprechend aussehe "^,^ Ich starre voll konzentriert und oft grimmig einfach irgendwohin und nehme meine Umgebung nicht mehr visuell war, weil ich visuell in meinen Gedanken bin. Ggf. mache ich auch Handbewegungen, weil ich geistig sortiere usw. Als Kind viel ich dementsprechend auf und das war mir total unangenehm, ich wurde als abnormal und bescheuert dargestellt. Daher habe ich es nicht mehr gemacht, mündlich traute ich mich nichts mehr und meine Noten sackten ab, weil es mir wichtig war, mich der Gesellschaft (Mitschüler) anzupassen. Jetzt im Erwachsenenalter kann ich damit umgehen und es für mich nutzen. Hätte mir dabei jemand während der Kindheit geholfen, wäre mein schulischer Werdegang unkomplizierter gewesen.
      Was auch absolut nicht half und mich noch mehr belastete waren die Kommentare meiner Eltern: Was ist los mit dir? So schwer ist das doch nicht? Du kannst das doch!! Stell dich nicht so an!! Alles mit einem genervten Tonfall gesagt... Es setzte mich noch mehr unter Druck und bestätigte mir, dass etwas mit mir nicht stimmt, das ich falsch bin.

      • (5) 13.05.19 - 17:09

        Danke. Ich muss jeden Tag 5 Minuten mit ihr mündlich üben und der Lehrerin unterschreiben.

        Gestern war sie dabei so zappelig das ich gesagt habe sie soll halt im Zimmer auf und ab laufen. Da wurde es tatsächlich etwas besser .

        Allerdings kann man das ja nicht in der Schule.

        Ich will da auch nicht soviel Druck aufbauen. Ich meine sie ist erste Klasse.

        (6) 13.05.19 - 17:12

        Ach ja
        .....Meine Tochter ist auch oft abwesend in einer ganz anderen Welt. Man muss sie vorsichtig wieder da rausholen. Dann kommen aber so Sachen wie :"20 Rosa Katzen sind über eine Kirche gehüpft.2 haben es nicht geschafft,18 schon!" Und ich denke mir nur ??????????????

    Hallo,

    so wie du es beschreibst fehlt deiner Tochter noch die Fähigkeit sich in dem Moment zu konzentrieren und wahrscheinlich möchte sie auch einfach vieles richtig machen.

    Grundschule heutezutage ist schon nicht einfach, weil es viel Ablenkung im Klassenzimmer gibt. Unsere Tochter konnte sich da auch nicht konzentrieren. Teilweise habe ich den Stoff mit ihr zuhause gelernt, weil sie so wenig mitgenommen hat. Da gab es auch die lauteren Schüler, die einfach reingerufen haben. Dafür war sie nie der Typ.

    Richtig besser geworden ist es erst auf der weiterführenden Schule, weil dort auch die Lehrer anders waren. Dort hat sie begriffen, dass sie durch die mündliche Mitarbeit viel bei den Noten erreichen kann.

    Du kannst mal versuchen deiner Tochter zu erklären, dass in der Schule bewertet wird und auch wie. Das es z. B. mündlichen Noten gibt und was alles dazuzählt. Vielleicht versteht sie es ja.

    Ansonsten würde ich an der Konzentration arbeiten und Üben mit Ablenkung klar zu kommen. Vielleicht auch die Schnelligkeit trainieren mit Spielen. Lass sie Bilder erklären. Frag sie einfach Matheaufgaben auf Geschwindigkeit.

    Es ist eigentlich auch gar nicht notwendig, dass sie die Dinge "wie aus der Pistole" sagt, sondern dass sie es weiß. Das ist vom Typ her abhängig. Sie muss auch erst lernen wie Schule funktioniert. Unsere Tochter hat sich immer noch gemeldet, wenn sie es 100% wußte. Andere plägen da rein und wissen nur 20%. Verstehst du was ich meine?

    Die Lehrerin müsste auch deine Tochter gezielt unterstützen und sie drannehmen. Das Reinrufen müsste sie unterbinden und sie stärken.

    Es wird schon werden...

    Gotschie

(11) 14.05.19 - 13:02

Reden wir hier tatsächlich von der 1. Klasse???

(12) 14.05.19 - 13:17

Hoi du

Es ist schön, dass du sie motivieren willst. Aber hast du mal gelesen, was du schreibst? "wir sind jetzt so weit" / "Wir müssen neben Hausaufgaben...". Du musst sie echt ein bisschen loslassen, damit sie sich entwickeln kann.

Du bist nicht Lehrerin, du bist ihre Mutter. Es wäre schöner, du würdest die Schulthemen auch dort lassen. Sie macht den Knopf dann schon noch auf - wenn du ihr nicht suggerierst, dass sie nur mit zusätzlichem Mami-Training was hinbekommt. Lass es einfach - allenfalls frag die Lehrerin um professionellen Rat.
Sogar Hausaufgaben müsste sie einfach selber machen - auch wenn mal nicht alles stimmt. Du machst viel zu viel, viel zu bemüht.

Mach es lockerer: Sing mit ihr, lies mit ihr - und sie liest die Titel, macht Reime zusammen - einfach aus der Situation und aus dem Blödeln heraus - nicht verschult und mit Heften.
Schau mal eine Katze, Tatze, Matze, Glatze.... und so weiter...

Du kannst ihr Chaos am besten entfernen, wenn du dich etwas zurücknimmst.

  • (13) 14.05.19 - 20:08

    Ja ich schreibe Wir. In den Ferien hatten wir zbsp.nichts gemacht. Sie fing wieder bei Null an. Sie musste dann daheim wieder alles aufholen. Unterstützte ich sie nicht,dann würde sie untergehen. Mit fast 8 ist sie eh die älteste. Die Lehrerin und ich hatten probiert das mal 2 Wochen sie alles alleine macht. Ende vom.Lied. ....Sie verstand nichts,ging total unter,war überfordert. Für 2 Matheaufgaben sass sie eine Stunde,nicht weil sie nicht wollte ,sondern nicht konnte. In Deutsch brauchte sie für einen Zweizeiler über 40 Minuten. Sie brachte massig Arbeit mit zum nachholen. Hätte ich ihr nicht geholden und hier und da eine Hilfestellung gegeben, wäre sie nicht da wo sie jetzt ist.

    Sie war noch nie ein Selbstläufer. Mit 3 konnte sie wg.vieler KKH Aufenthalte nicht sprechen. Richtig laufen erst mit 2 Jahren.

    Wir waren bei mehreren Förderschulen,da sie im Kiga schon I-Kind war.
    Die Förderschulen lehnten ab ,da der IQ normal war.

    Wenn "wir" jetzt nicht zusammen arbeiten,dann ist sie verloren. Nicht jedes Kind wuppt mal eben alles alleine.

    Die Lehrerin hat 25 Kinder,davon die Hälfte mit Problemen und einige leider schwierigkeinen mit der Sprache,sie muss aber auch den Stoff durchbringen .

    Kann ja schlecht mein Kind auflaufen lassen.

    Und ja wir singen zusammen,lesen zusammen usw.usw.und doch braucht sie Hilfe,sonst wäre sie laut Lehrerin noch auf den Stand von Schulanfang und hätte mit 8,5 nicht die Chance in die zweite Klasse zu kommen.

    Leider wurde für sie keine I-Kraft für Schule bewilligt obwohl die Direktorin und ich uns ein Bein ausgerissen haben.

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