Ich befürchte mein Sohn hat einen Sprach-Tick

    • (1) 14.05.19 - 19:07

      Hallo ihr lieben. Ich bin am Rande des Wahnsinns angelangt... mein Sohn (fast 8) sagt seit ein paar Wochen in JEDEM Satz „glaub ich“ .
      Ich glaube ich hab mich grad angestoßen
      Ich hab heute mit xy gespielt, glaub ich .
      Vielleicht war Mathe heute blöd, also glaub ich.
      Non Stopp. Ich dreh echt durch... auf die Frage warum er das macht sagtber immer „ ich will euch nicht anlügen, deshalb sagt er immer glaub ich“ hatte schon sooft darüber gesprochen. Bringt alles nichts. Ich werde mittlerweile echt pampig was mir im Herzen weh tut. Aber er KANN es wohl einfach nicht lassen. Mein Mann sagt ich soll’s ignorieren , je mehr ich darauf reagiere desto mehr ist es für ihn präsent . Dazu kommt das er jetzt nach allem was wir zu ihm sagen sagt“ was hast du gesagt?“ waren beim hon.- Gehör ist top...
      ich bin fertig. Das ist wirklich schlimm. Soll ich deshalb mit ihm zum kia? Ich bin verzweifelt, wirklich. Wer hat einen Rat für mich?

      Scheint am Alter zu liegen. Egal was wir sagen kommt der Kommentar " Glauben heißt nicht wissen" oder " Wow"! 🙈 Einfach ignorieren...

      Fast in jedem zweiten Satz meiner Enkelin kommt derzeit bei Unterhaltungen das Wort "dezent" vor.... Nur bei sehr wortreichen Erzählungen ist es weniger. :-D Mal sehen, wann das vom nächsten Modewort abgelöst wird. #augen Ab und zu verulke ich sie damit, aber sonst....weder ihre Eltern noch ich kamen bisher auf die Idee, sie deswegen zum Arzt zu schleppen.
      Was ist, wenn Du Sätze mit dieser Floskel einfach komplett ignorierst? Nicht dauernd thematisieren, Gehör abschalten #cool Kannst Du für die nächsten Jahre schon mal trainieren, wirst Du noch oft brauchen. #liebdrueck LG Moni

    • Hallo!
      Ist das lustig - mein knapp 8jähriger sagt das in letzter Zeit auch häufig.
      Auch zb. auf die Frage, " mit wem hast du heute im Hort am Nachmittag gespielt?"
      Er zählt mir dann die Namen auf und endet mit "glaub ich".
      Letzte Woche sagte er immer "Nö" (was in unsrer Gegend gar nicht üblich ist) statt "Nein".
      Sind wahrscheinlich grad so die Modewörter in der Schule...
      Wirst sehen, von einen auf den anderen Tag hört er wieder damit auf.
      Lg
      Minitouch

      Ihr lieben. Danke für die antworten. Ich versuche jetzt es zu ignorieren. Da muss ich dann an mir arbeiten und hoffe irgendwo ein fünkchen innere ruhe zu finden um da nicht zu reagieren .
      Schönen mitteoch euch allen

      Hi,

      du machst dir das Leben ja echt schwer...

      Hier in der Gegend ist es fast normal, dass an jeden Satz "ne" angehängt wird.
      "Ich fahre einkaufen, ne."

      Unser Sohn hat auch so eine typische Satzergänzung - ich ignoriere die so sehr, dass ich dir nicht einmal sagen kann, was das ist.

      Aber ich wäre niemals auf die Idee gekommen, deshalb zum Kinderarzt zu gehen.

      Zu "was hast du gesagt" - das ist pure Bequemlichkeit. Er hört einfach nicht zu. Hatte mein Sohn auch eine Zeitlang. Wiederholt habe ich aber nur, wenn ich den Eindruck hatte, dass er es wirklich nicht gehört hat (z.B. weil die Hunde gerade gebellt haben). Ansonsten habe ich nur gesagt "dann hör zu, wenn man mit die redet" oder habe auf Dinge, die er zu mir gesagt hat ebenfalls mit der Frage "was hast du gesagt" reagiert... Hatte sich schnell erledigt. auch da wäre ich niemals auf den Gedanken gekommen, einen Hörtest zu machen.

      Gruß
      Kim

      (10) 15.05.19 - 08:35

      das war bei uns ganz lange hinter jedem satz: "alter", -- "alter ey" .... ---

      gerade ist jede Dumme Antwort auf für ihn anscheinend blöde Fragen "weil Baum" ...

      das legt sich alles ... --- irgendwie gabs immer wieder solche Wörter-Phasen ....

      meine Mama hält mir noch heute vor, dass ich eine ganz lange Zeit zu allem immer "ich weiß" gesagt hab ....

      (14) 18.05.19 - 20:00

      Musste doch kurz mal auf deine VK gucken, wo ihr wohnt#rofl Mein Sohnemann bringt genau die gleichen Floskeln#winke

Wir hatten schon “ne“? und “Alter“ in einer Häufigkeit, die einem die Ohren bluten ließ...

Das geht vorbei, bei, bei... Junimond.

Ich glaube das kennt jede Mutter!
Bei mir war es früher das Wort "total" mit dem ich meine Mutter verrückt gemacht habe!

Meine Tochter (9) hat uns schon mit "Alter" genervt, vor kurzem war alles "nope" statt "nein"
und im Moment wird alles unechte mit "fake" betitelt.

Meine Jüngste (6) fängt schon seit Ewigkeiten jeden 3. Satz an mit "Mama, weißt du?"

Und ich richte mich nervlich noch auf viele, viele andere Wörter oder Sätze ein! #schwitz

Warum hat er solche Angst euch anzulügen? Hat er da mal richtig Ärger bekommen?

Wie definiert er lügen? Wie definiert ihr lügen?

Bei Menschen, die jedes Wort auf die Goldwaage legen und andere schnell der Lüge bezichtigen, sage ich öft "glaub ich", "meine ich", "bin mir nicht sicher" , "könnte sein" , dazu. Ich will nicht lügen - und ich hasse es der Lüge bezichtigt zu werden.

Bei anderen Menschen mache ich es nicht.
Wo ein "sicher" automatisch als "ziemlich sicher" oder "alltagssicher" ausgelegt wird, bin ich entspannt.

Was hast du heute gegessen? Cornflakes.
Wenn mir dann einfällt, dass es gestern war, ist es bei zweit genannten null Problem. Also korrigiere ich es nicht, also sage ich auch nicht dazu, dass ich es nur glaube.

Bei erster Gruppe, wäre das verwechseln zwischen gestern und heute schon eine mögliche Lüge. Also halte ich mich von diesen fern und sichere mich ab, in dem ich meine Form des 'Kleingedruckten' hinzufüge.



Ansonsten beobachte mal andere Menschen, wenn es dich nicht wahnsinnig macht.
Dich selbst ebenso.

Mir ist im Laufe meines Lebens aufgefallen, dass ich phasenweise Wörter, Satzbausteine sehr häufig verwende.
Aufgefallen ist es mir an meinen Aufsätzen, die von Wiederholungen nur so strotzen. Schuljahresweise andere Wiederholungen.

Durch Zufall ist mir dann aufgefallen, dass ich diese Wiederholungen "Lieblingswörter" unbewusst von Menschen übernehme, die mir nahe stehen.

Es regen sich dann meist diejenigen darüber auf, die denjenigen nicht so nahe stehen/nicht mögen.

90% meiner Wiederholungen fallen niemandem auf. Mir eben erst, wenn ich sie häufig schreibe.
10% meiner Wiederholungen fallen dann jemandem auf, wenn ich dessen Nerv treffe.

Manche reagieren allergisch auf "aber", andere aggressiv auf "wobei", eine Person auf "gerne", usw.



Was stört dich denn selbst konkret daran?
Dass er es so häufig sagt?
Dass er zwar eine Aussage trifft, aber nicht voll dazu steht / nicht sicher macht?
Dass er dadurch ein Hintertürchen hat?

Fühlt sich das wie eine Lüge für dich an?

Wie reagierst du, wenn andere Menschen etwas häufig wiederholen?


Eine Freundin hat ein Wort, das fühlt sich für mich wie Fingernägel auf einer Tafel an. Das ist echt unangenehm. Es ist aber ihre Art und gehört zu ihr.
Meistens fällt es mir schon gar nicht mehr auf. Meistens.
Das Wort ist harmlos.
Es löst einfach bei mir etwas aus, das ich nicht greifen kann. Dafür kann sie aber nichts. 90% ihrer Umgebung fällt es nicht auf. Ihr selbst auch nicht.



Ticks ignorieren hilft übrigens oft wirklich viel.
Die Kinder meiner Freundin hatten Ticks, die mir gar nicht aufgefallen sind (bis sie es sagte). Meine Freundin hätte die Wände hochgehen können deswegen.

Umgekehrt, als mein Kind Ticks hatte. Meiner Freundin fielen sie nicht auf. Mir schon. Ruhig bleiben, ignorieren hat geholfen. Mein Kind entspannte und somit wurden sie weniger.


Bei sprachlichen Ticks/Wortwiederholungen kann man ggf. noch andere Wörter miteinbringen und den Wortschatz vergrößern.

(18) 17.05.19 - 16:48

Keine Sorge, das ist normal.

Mein Kind sagte eine Weile immer: "Darf ich was fragen..." das hat mich so auf die Palme gebracht. da sagte ich dann immer: "Frag doch einfach gleich..." nach ein paar Tagen wars weg...

Mein Grosses Kind hatte auch ein, zwei so Phrasen.. da habe ich auch immer dasselbe geantwortet - dann gings auch weg. BTW: Ich war nett dabei...

Mein Kumpel sagt dafür immer "Also ich finde...." und das bei jedem zweiten Satz - oder dann "also ehrlich gesagt....". Den ersten Teil kann man nicht bekämpfen (weil man beruflich angewiesen wird, ich der ich-phrans-form zu reden...) - beim zweiten sagte ich mal: "Hey, du sagst ständig "also ehrlich gesagt..." weisst du, dass danach meist eine Lüge kommt? "
Da hat er das mit 40 zum ersten mal realisiert - dass er echt jeden zweiten Satz mit "also ehrlich gesagt..." beginnt. Er musste dann wirklich an sich arbeiten, um anders zu reden. Ist aber auch gegangen. Bei Erwachsenen schleicht sich oft mal was ein - und wenn mans nicht merkt, bleibts. Das sind meist Formulierungen, die mal Erfolg brachten - und dann bleibt man dabei und denkt sich nichts mehr.

Bei deinem Kind ist es schwierig, weil man ja immer ich-Sätze bilden soll "ich glaube, ich finde, ich denke" aber du kannst ihm ja sagen, dass es etwas mühsam wird, wenn er das so exzessiv macht. und dann wiederhol immer sein "ich glaube" wenn er es sagt. Oder antworte immer mit "glaubst du..." und lächle dabei, damit er sich nicht doof vor kommt. Vor anderen machst du das natürlich nicht...

Bei "was hast du gesagt" ist es eine Überbrückung. Damit lässt man sich oft nochmals durch den Kopf gehen, was der andere sagte. Schindet Zeit. Somit lass ihm da einfach Zeit, bevor du es wiederholst. Dann legt sich das auch wieder.

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