Welche Grundschule würdet ihr wählen?

    • (1) 25.05.19 - 12:25

      Hallo zusammen.

      Unsere große Tochter kommt nächstes Jahr in die Schule.
      Bitte helft uns bei den Überlegungen, welche Schule evt am besten für sie in Frage kommt:

      1.
      Wir haben zwei Schulen in fußläufiger Erreichbarkeit von 10 min. Beide in "Problemgebieten".

      Den Schulleiter der einen Schule kennen wir. Und er sagt selbst über die Kinder, dass sie selbst in der GS sehr starkes auffälliges Verhalten zeigen. Es gäbe viele Probleme mit den kindern.

      Von der anderen Schule wissen wir nichts. Nur vom hören/sagen: auch "Problemkinder" und Ausländer wegen der Flüchtlingskrise (soll keine Abwertung sein!)

      Diese Punkte mit den "Problemkindern" sehen wir als Nachteil. Wir haben selbst einige in der Nachbarschaft, die leider auch oft Spielzeug kaputt machen....

      Vorteil wäre natürlich der kurze Schulweg.

      2. Schule
      Schule wäre eine Gesamtschule von 1. bis 10. Klasse (kein Wechsel notwenig - bei uns Wechsel die Kinder nach der 4. Klasse aufs Gym oder Oberschule)

      Wir wären hier auch nicht auf die Schulferien des Bundeslandes angewiesen, sondern man kann sich seine Ferien selbst einteilen. Dazu wird Anfang des Schuljahres ein "Urlaubsantrag" abgegeben.

      Fahrzeug mit Bus 35min und 1x umsteigen.

      Als Nachteil sehen wir hier die Fahrtstrecke. Es gibt noch eine kleine Schwester, die in den kiga muss. Also würden wir die große schon zur Schule begleiten und danach die kleine Schwester in den kiga bringen. Aber die Entfernung von Schule zu Kiga sind auch mindestens eine halbe Stunde.

      Andererseits könnten die beiden zukünftig gemeinsam zur Schule fahren, wenn die kleine in die Schule kommt.

      Was meint ihr?

      LG

            • Ja Bus fährt dothin. Sie müsste einmal auf halber Strecke in einen anderen Bus umsteigen. Und diese Fahrtzeit beträgt halt 35min

              Es ist keine Waldorfschule. Die Stadt ist Träger der Schule.

      (6) 25.05.19 - 13:43

      Hallo,

      es gibt keine Eirichtung ohne "Problemkinder" oder "Problemeltern", die einen gehen damit offen um und die anderen reden es sich schön und vertuschen. Die, die damit offen umgehen suchen sich Hilfen und die anderen sind beratungsresistent, da ja keine Probleme vorliegen.
      Bei einer freien Ferienplanung sehe ich große Probleme in Richtung Klassengemeinschaft, Lernzielkontrollen, Vermittlung von Bildungsinhalten und meiner Arbeit als Mutter/Vater um manche Inhalte aufzufangen.

      Ich würde eine der ersten Schulen wählen oder wenn es euch gar nicht schmeckt nach einen Förderzentrum schauen, dass umgekehrte Inklusion anbietet.

      LG Reina

    (8) 25.05.19 - 14:02

    Die Schule ist in D??? Ich habe von einer Schule in den Niederlanden gehört, die das Konzept von 'Ferien auf Antrag' gerade ausprobiert, aber in Deutschland?

    Charmant klingt es auf alle Fälle. Allerdings könnte ich mir vorstellen, das das vielen anderen Eltern ähnlich geht und die Schule deshalb total überlaufen ist. Wie stehen denn Eure Chancen, dort einen Platz zu bekommen? Zum Schulsprengel werdet ihr ja eher nicht gehören, ist es wenigstens die gleiche Kommune wie Euer Wohnort?

    Grüsse
    BiDi

    • (9) 25.05.19 - 14:22

      Danke für eure Meinungen.

      Die Schule ist in D, genauer in Sachsen.

      Wie unsere Chancen stehen kann ich eher nicht sagen. Die Schule verfolgt ein anderes Lernkonzept als andere Grundschulen. Es geht dort mehr um "gemeinsames Lernen über Projekte" um es mal bildlich auszudrücken.
      Ich könnte mir deshalb vorstellen, dass wir dort unterkommen könnten.

      Kommune wäre gleich wie unser Wohnort.

(10) 25.05.19 - 14:36

Hallo, ich würde die dichtere Schule wählen. Probleme hast du an jeder Schule. Wer damit offen umgeht, sieht sie zumindest.

Mit hin und Rückfahrt sind es 50 Minuten mehr, warten auf den Bus nicht mit eingerechnet. Wenn man verschläft ist der Bus weg oder man kann durch rennen doch noch fast pünktlich sein.

Jedes tolle Konzept steht und fällt mit den Lehrern/Leerkörpern und der Klassenzusammensetzung. Wie diese ist weiß man erst, wenn das Kind ein paar Wochen schon zu Schule geht.

Gruß Sol

(14) 25.05.19 - 15:32

Ich würde die zweite nehmen! Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass man sich an die Fahrtzeit gewöhnt. 35 min sind ja jetzt nicht sooo lang

(15) 25.05.19 - 17:11

Ohne 1 Sekunde zu zögern eindeutig Schule eins

Aus ganz vielen Gründen

Erstens – Gemeinschaft Schule – Grundschule. Ist dir bewusst, dass Kinder der Klasse 1-4 sich mit quasi Erwachsenen Zehntklässler auf einem Schulhof befinden? Unsere Kinder gehen zum Taekwondo, weil es ihm Spaß macht, aber eigentlich in erster Linie deswegen um ein Standing auf dem Schulhof zu haben. Was glaubst du was Zehntklässler mit Erstklässler machen? Aufsichtsführende Lehrer haben da keine Chance!

Zweitens – Gemeinschaftsschule oder Gesamtschule ist kein Vorteil! Zumindest hier bei uns nicht. In Klasse fünf gehen alle halbwegs intelligenten Kinder aufs Gymnasium. die Kinder, deren Eltern sich kümmern gehen auf die realschule. Es bleiben sehr einfache, oft sozial vernachlässigte und oder schwierige Kinder übrig. Niemand möchte freiwillig sein Kind dort hin schicken!

Drittens - bei einer lokalen Schule treffen sich die Kinder nachmittags einfach unkompliziert auf der Straße. Man kann einfach zwei Straßen weiter laufen und klingeln. Nicht kompliziert anrufen, Termine ausmachen, die Eltern fahren einen dann von Arnach B… Lokale Schule hat unglaublich große Vorteile für die Freundschaften!

Viertens – ein kurzer, selbst beschrittener Schulweg macht einen sehr selbständig! Kinder können theoretisch ab Tag drei allein in die Grundschule laufen (so ungefähr). Bis sie alleine mit dem Schulbus fahren können und es ohne Probleme und Gedanken der Eltern wirklich klappt vergehen sicher ein paar Wochen!

Fünftens – 35 Minuten Bus plus warten auf den Bus sind mindestens 1,5 Stunden pro Tag. Das ist Zeit in der die Kinder einfach spielen könnten, sich ausruhen könnten ... bevor dann der Wahnsinn weitergeht mit Hausaufgaben, diversen Hobbys, Sport… Es frisst unglaublich viel Zeit so ein langer Weg!

Sechstens – das mit den individuellen Ferien sind ist ja wohl der größte Blödsinn, den ich je gehört habe! Ich finde es elementar wichtig für eine Klasse solche Situationen wie Ferien gemeinsam zu beschließen und wieder neu anzufangen. Zum Beispiel vor den Osterferien zusammen zu Frühstücken etc.
Ich denke es ist als Lehrer nicht möglich auf die Kinder wirklich so einzugehen, wie es sein muss wenn ständig irgendein Kind gerade eben frei hat! Darunter leidest definitiv die Ausbildung und das Gemeinschaftsgefühl!

Für mich wäre das gar keine Frage welche die bessere Schule ist!

  • Du hast in allen Punkten völlig Recht...außer das mit der Gesamtschule. Die ist hier so heiß begehrt, dass sogar per Losverfahren die Plätze verteilt wird.
    Ich habe jetzt nur die Ferien gesehen und an das viele Geld gedacht, dass wir dann sparen würden #schwitz Schande über mein Haupt #hicks

Moment mal, was lese ich da?! Ich bin Lehrerin und gerade sehr überrascht, dass es in Deutschland eine Schule gibt, die sich nicht an die Ferien halten muss. Ist es eine staatliche Schule? Wie wird sichergestellt, dass alle Kinder den Lehrplan schaffen?

Hallo.

Zwei Fragen, die mich interssieren: ;-)

1. In welcher Art von Schule sucht man sich die Ferien selbst aus?
2. Warum denkst du, dass in Schule 2 keine "Problemkinder" sind?

LG

  • Ich danke euch allen für eure Einschätzungen. Da sind wirklich gute Überlegungen dabei, die wir bisher nicht bedacht haben.

    So ich probiere mal den Link einzufügen.
    https://tu-dresden.de/gsw/forschung/projekte/unischule

    Ich denke nicht, dass in der anderen Schule keine Problemkinder sind. Mir ist bewusst, dass es die überall gibt.
    Ich habe eher eine andere Überlegung: Wähle ich eine Schule, in der 20 "Problemkinder" und 5 "normale" Kinder sind oder eine Schule, in der es 5 "Problemkinder" und 20 "normale" Kinder gibt?

    • (21) 26.05.19 - 08:51

      Wenn ich das Konzept so überfliege, würde ich auf jeden Fall Schule1 wählen. Ich mag da etwas konservativ denken, aber ich wollte nicht, dass mein Kind zum Versuchskaninchen wird.

      Schwierige Schüler wirst du an der Schule auf jeden Fall finden, da Inklusion stattfindet. Ein emotional auffälliges Kind kann mit so offenen Strukturen nicht umgehen.

      Auf dem Papier hört sich das alles toll an, aber ich zweifle doch sehr an der Umsetzung. Dafür muss erstens das qualifizierte Personal gefunden werden und jede Menge Geld locker gemacht werden.

      Was passiert, wenn dieser Schulversuch nach 3,4,5 Jahren eingestellt wird?

      Lg Basket

      (22) 26.05.19 - 12:31

      Ich habe mir die Konzeption der Schule durchgelesen. Da ich die bisherigen, gängigen Unterrichtskonzepte eher so semi finde, würde ich (würde ich in Dresden wohnen) mir durchaus überlegen, meine Söhne dort anzumelden. Allerdings habe ich spontan ziemlich viele 'Abers' im Kopf.
      - Wer steht denn im Mittelpunkt? Kinder oder Forschungsergebnisse? Für mich liest sich das Ganze, als würde es eher darum gehen, möglichst viele theoretische Erkenntnisse mal in der Praxis auszuprobieren.
      - Lerngruppen von 5 Schülern aus unterschiedlichen Jahrgängen. Wer sorgt für die Gleichberechtigung zwischen den Jahrgängen?
      - Frei wählbare Ferienzeit. Wie ist denn sichergestellt, das mein Kind einen kontinuierlichen Ansprechpartner / Lerncoach hat?
      - Wieviele erfahrenen Lehrer unterrichten dort?

      Und das waren nur meine spontanen Bedenken...

      Grüsse
      BiDi

      -

      (23) 26.05.19 - 13:07

      Die Frage ist, was sind für die "Problemkinder" und welche betrachtest du als normal?
      Und woher weißt du dies im Vorfeld, also vor Beginn der 1. Klasse?

      An einer "Schule für alle", so wie es die Universitätsschule sich auf die Fahnen schreibt, werden ganz sicher einige Schüler zu finden sein, die schon auf (mehreren?) anderen Schulen nicht klar gekommen sind. Ob das nun Problemfälle sind oder nicht, sein mal dahin gestellt, jedoch macht es einen Unterricht sicher nicht reibungsloser.

      Niemals würde ich jemandem raten sein Kind in eine 1. Klasse einer neu beginnenden Schule zu schicken. Zu viel Ungeklärtes und Unerprobtes

      Das Konzept unter den Ausgangsbedingungen käme für mich nur infrage, wenn ich zusätzlich zu Fahrdiensten bereit und in der Lage wäre meinem Kind den im Lehrplan vorgesehen Lerninhalt sowie die verschiedenen Arbeitsmethoden selbst beizubringen. Bei einem Ganztageskonzept bis 17Uhr hieße das im Zweifelsfall die Wochenenden komplett für die Schule zu opfern, denn gerade in den ersten Schuljahren geht nach so einem langen Tag abends kaum noch was.
      Denn so toll das klingt: Das wird nicht ohne Anfangsschwierigkeiten laufen, weil sich hier alle erst finden müssen. Und man eben auch feststellen wird, dass Unterrichtsmodelle, die in der Theorie funktionieren, unter realen Bedingungen nicht die gewünschten Ergebnisse bringen.

      "Problemkinder" kommen in der Regel mit festen Strukturen besser zurecht. Vermeintlich weniger davon an einer Schule zu haben, ist also absolut kein Garant für ein gutes Lernumfeld. Zumal Störungen in offenen Konzepten, die den Kindern ein höheres Maß an Selbstorganisation abverlangen, die Rückkehr zum Unterrichtsgeschehen recht kompliziert gestalten können.

      Wo ich Probleme sehe: Wenn alle dann Ferien machen können, wenn sie möchten, sind auch Projektarbeiten schwer umzusetzen. Die laufen ja in der Schule in der Regel über einen längeren Zeitraum. Gerade im ersten Schuljahr brauchen Kinder nach Ferien aber auch einige Zeit, um sich wieder im Schulalltag einzufinden. Während die einen also schon wieder ferienreif sind, weil sie eine Pause brauchen, gewöhnen sich andere erst wieder ein. Ein einigermaßen vergleichbarer Lernstand - und damit auch eine Orientierung für die Eltern - wird dadurch erheblich erschwert. Gerade in den ersten Klasse wird sich ja noch deutlich daran orientiert, wo der Stoff schon sitzt und wo noch intensiver gearbeitet werden muss. Da ist eine digitale Fortschrittsanzeige nur ein sehr vages Mittel zur Orientierung.

      lG, Kathrin

      Ah okay, projektschule wäre meine nächste Vermutung gewesen 😄

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