Klasse überspringen?

    • (1) 03.06.19 - 14:05

      Hallo ihr Alle,

      bei meinem Sohn wurde ein Intelligenztest durchgeführt und es hat sich herausgestellt, dass er überdurchschnittlich begabt/intelligent ist.
      Nun gab es schon seit einiger Zeit Schulprobleme (er ist aktuell in der dritten Klasse).
      Nun wurde mit der Schule diskutiert, dass er ab nächstem Schuljahr direkt in die fünfte Klasse soll. Wurde auch von zwei Psychologen so geraten.

      Versuchsweise ist er nun seit heute in der vierten Klasse. Mathe hat er nun so gar nicht verstanden und soll morgen eine Mathearbeit mitschreiben (im "Bereich" Mathe hatte er im IQ Test die höchsten Werte).

      Nun stehe ich ein bisschen ratlos da, ob es das Richtige war das Ganze anzuleihern und ob es Sinn macht es weiter zu betreiben, mich wundert dass er die Thematik nicht versteht obwohl das eigentlich total seines ist ansonsten. Und sagen Noten oder Themen in Mathe überhaupt etwas darüber aus, ob er es generell schafft in der Fünften?
      Ich verstehe dass er jetzt noch schnell Stoff lernen soll bevor es in die Fünfte geht, aber sagt das Vorgehen nun auch etwas aus darüber, ob er das schaffen wird/kann?

      Bräuchte Erfahrungswerte und bedanke mich im Voraus!

      dingens

      • Meine Tochter hat nen IQ von 124 und geht ganz normal zur Schule, jetzt 7. Klasse Gymnasium.
        Der IQ mag zwar schön klingen, aber leider hat sie zum Beispiel nie lernen müssen, auf dem Gymnasium ist dies dann aber doch ab und an nötig.
        Wenn er da in Mathe nichts verstanden hat frag ich mich ob das Sinn macht.

        • Zum Lernen lernen:
          Hast du deiner Tochter gesagt, dass sie lernen soll, für Arbeiten etc. oder ist sie von sich aus damit angefangen?

          Diese Diskussion habe ich derzeit mit meinem Mann.....

          hey,
          das ist jetzt nicht böse gemeint....aber 124 ist zwar ein "schöner" Wert, aber auch nichts super außergewöhnliches... sondern vermutlich ein IQ, der einen leicht durch Schule und Studium gehen lässt, einem aber auch nicht im Weg steht
          LG

          • Mir ist der Wert vollkommen schnuppe! Für mich bloß ne Zahl. Sie musste in der Grundschule nie lernen, hatte immer einer oder mal zweier und ist aufs Gymnasium spaziert. Da musste sie halt auf einmal lernen, alles fliegt einem dann doch nicht zu. Und das war das Problem. Sie musste bis dahin nie lernen.
            Wenn der Sohn der TE nun eine Klasse springt aber in Mathe jetzt nix verstanden hat, dann wird das Springen nix bringen. Denn so wie du sagst, überdurchschnittlich begabt ist eben nicht hochbegabt oder ein Ticket zum Springen. Es ist halt nur ne Zahl die besagt dass sie oder er über dem Durchschnitt liegen, mehr nicht. Leider meinen viele damit aber dass ihr Kind somit durch die Schule spaziert. Wollte eigentlich nur sagen dass es so nicht ist.

            Jetzt mit der Pubertät merkt man ziemlich genau die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Altersgruppen. Daher ist die geistige Reife, ich mein nicht den IQ, auch sehr wichtig.

            Ich würde daher noch nicht springen oder sogar gar nicht. Meine Tochter konnte in der zweiten Klasse locker den Stoff der vierten Klasse, aber sie war eben trotzdem noch sehr jung.

            Hoffe es kam rüber was ich sagen wollte ;)

          (7) 03.06.19 - 20:16

          Man ist doch nicht erst ab einem Wert von 130 superschlau und alles andere ist "ein bissel intelligenter als der Schnitt".

          Bei einem IQ von 130 gehörst du zu den schlauesten 2% der Bevölkerung. Bei einem IQ von 124 zu den 5-6% der schlauesten Menschen.

          SO groß ist der Unterschied zur "echten" Hochbegabung also tatsächlich nicht.

          Die TE sprach übrigens auch "nur" von "überdurchschnittlich intelligent".

          LG

    (8) 03.06.19 - 14:30

    sehe ich ähnlich.... er hat nie lernen-lernen gelernt.... Schule und gut in der Schule sein ist viel mehr als IQ...

    ich halte es auch für sehr ungünstig von 3 in 5 zu wechseln. und ehrlich: NATÜRLICH kann er nicht gottgegeben schon "einfach so" den Stoff der vierten Klasse... -- woher auch? --- da muss er sich schon hinsetzen und den ganzen Stoff der versäumten 4. KLasse auch nachlernen... -- klar kann er da von heute auf Morgen die Arbeit nicht mitschreiben...

    Ich halte von so einem Kurzschluß-Überpringen, das wohl bei euch nur aufgrund von einem Test in relativ kurzer Zeit entschieden wurde, sehr wenig... --- laste ihn lieber mehr aus, indem er noch ein Instrument lernt oder eine dritte Sprache oder sowas.... -- das ganze Sozialverhalten fehlt ...
    Kann er überhaupt schon 4 Seiten lange Aufsätze mit Sinn und Spannungsbogen schreiben? (das muss er nämlich dann im September). Kann er sich unter älteren auf Gymnasiumniveau in 3 Monaten behaupten? Kann er mit den aktuellen 5-er-Themen in 2 Monaten mitreden udn mithalten? sich selbst organisieren? alleine lernen und den Stoff tiefer durchgehen und nachbearbeiten? (alles das wäre auf dem Gym. gefordert)
    -- Wird er sich auf einer Schule mit Teenies jetzt schon wohlfühlen? Sind Freunde ein Thema?

    Soll denn dann die 5te ein Gymnasium sein? --- Dann gib ihm das Jahr noch und gebe ihm diese ganzen Softskills abseits des IQs mit .... damit wirst Du ihm fürs weitere Leben vermutlich den Grössten Gefallen tun.

    Was war das überhaupt für ein IQ-Test? -- ein wischi-waschiding in einer Stunde vom Medizinischen Dienst? -- den kannst Du in der Pfeiffe rauchen... wirklich aussagekräftig sind die ausführlichen Stoffunabhängigen von Psychologen oder der Mensa mit Gesamtbeurteilung....

    warum muss man den Kindern die Kindheit nehmen?

    Ich wäre dafür, ihn anders auszulasten und zu fordern, solle er auffällig sein .... Ist er überhaupt auffällig?

    • (9) 03.06.19 - 14:47

      Hallo und danke für deine Antwort.

      "Was war das überhaupt für ein IQ-Test? -- ein wischi-waschiding in einer Stunde vom Medizinischen Dienst? -- den kannst Du in der Pfeiffe rauchen... wirklich aussagekräftig sind die ausführlichen Stoffunabhängigen von Psychologen oder der Mensa mit Gesamtbeurteilung...." natürlich war das was Richtiges, deine Aussage ist doch schon sehr gewagt, auch gerade weil ich ja schrieb, dass zwei unabhängige Psychologen dazu geraten haben und mit der Schule auch gesprochen wurde.

      Ich traue meinem Kind den Wechsel durchaus zu, sonst würde ich niemals auch nur eine Sekunde lang darüber nachdenken.

      Und ja, es gibt durchaus Schulprobleme. Schrieb ich auch.
      Herzliche Grüße

      Ich bin gerade zufällig bei dem Beitrag hier gelandet und kann mich da nur anschließen.

      Kognitiv/vom Stoff her könnte es ggf. schon passen, mit lernen natürlich! Auch wenn es heute in Mathe nicht so gut lief... es war der erste Tag, da war er doch sicherlich auch aufgeregt. Fremde Klasse/Kinder/Lehrerin usw.

      Was mir mehr zu denken gäbe, wäre auch der Sprung von 3. Klasse Grundschule auf 5. Klasse (vermutlich) Gymnasium im Bezug auf das Sozialverhalten, deutlicher Altersunterschied, Themen etc.

      Meine Nichte kommt nach dem Sommer auch in die 5. Klasse aufs Gymnasium. Als sie letztes Jahr eine 4. Klässlerin wurde, fand ich es echt „komisch“. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass dieses „kleine“ Mädchen schon in einem Jahr zur weiterführenden Schule gehen soll.
      Jetzt ist das absolut kein Thema mehr. Sie hat sich (natürlich) in dem Jahr auch sehr entwickelt.
      Mein Neffe ist jetzt in der 3. Klassen... da fehlt mir aktuell auch dir Vorstellungskraft für 5. Klasse (sehr wahrscheinlich) Gymnasium 🙈🤷🏼‍♀️

      Ich persönlich finde die 4. Klasse sehr wichtig, gerade was das Soziale angeht: Zu den Großen gehören, 1. Klassenfahrt (also bei uns fahren sie Ende der 4. für 2-Nächte weg), Abschluss der Grundschule feiern (die Klasse geht auseinander, wegen verschiedenen Schulen), bei uns führen die 4. Klässler (mit dem Chor der 3.) immer ein Theaterstück auf (vor ca. 500 Leuten).
      Mir wären diese Erfahrungen/Erinnerungen wichtig für meine Kinder. Und vor allem die Zeit zu reifen!

      Wenn ihm der Schulstoff zu „langweilig“ ist, finden sich sicherlich Lösungen. Zusatzaufgaben, eine neue Sprache lernen, mit kompelxeren Themen beschäftigen (je nach Interesse, vielleicht Chemie/Physik), Schach spielen lernen... usw.

      Alles Gute euch

      • Danke für deine wertvolle Antwort.

        Er ist immer mit Älteren zusammen, bedingt durch seinen Bruder, kann mit Gleichaltrigen gar nichts anfangen, leider. Ich bin mir sehr sicher, dass er sich unter Älteren wohler fühlen würde. Schach macht er schon länger und zockt sogar den Lehrer ab.

        Er wirkt oft wie ein kleiner Erwachsener.

        Trotzdem bin ich nach dem heutigen Tag verunsichert.

        Ist immer wieder interessant zu lesen, wie unterschiedlich doch die Schulen sind.
        Bei unserer Grundschule gibt es die erste Klassenfahrt in der 2. Klasse für 3 Tage. In der 3. Klasse dauert sie 1 Woche. Chorauftritte und Theaterstücke werden mehrfach im Jahr ab der 1. Klasse aufgeführt. In der 3. Klasse haben sie ein 1-stündiges öffentliches Adventskonzert mit Liedern und Gedichten einstudiert und aufgeführt. Ich dachte eigentlich, das wäre normal, weil ich das auch von anderen Schulen kenne.
        Was ich sagen will ist also, dass an sehr vielen Schulen solche Erfahrungen schon viel früher als erst in der 4. Klasse gesammelt werden.

        • Ja, das ist echt Interessant wie unterschiedlich das ist!
          Meine Kids sind noch kleiner, kenne es daher nur von Freunden bzw. Nichten/Neffen. Am Ende des Schuljahres geht unsere GS (alle Stufen) 1 Woche auf ein Freizeitgelände - morgens bis Nachmittag (das gab es schon bei mir als ich Kind war). Ab nächstes Jahr soll es dann von Do auf Fr auch mit Übernachtung sein.

          Theater-/Chor-AG gibt es auch durchgängig für alle Klassen. Genauso Auftritte im Rahmen der (diversen) AG‘s oder Klassen (z.B.: im Seniorenheim ein Weihnachtskonzert) oder ein Krippenspiel aufführen etc.
          Aber der „ganz Große“ Auftritt in der „großen Halle“ und „auf der großen Bühne“ vor 500 Leuten kommt zum Abschluss der 4. Klasse. Nach den Pfingstferien ist es soweit. Meine Nichte freut sich schon riesig drauf, ist stolz aber auch aufgeregt. Da kommt sogar die Reginalzeitung, und schreibt nen großem Bericht mit Foto... für die 4. Klässler ist das schon was besonderes und ein Highlight 😉

    (14) 03.06.19 - 15:51

    Hallo,

    unabhängig von der Thematik, in welchem Bundesland werden sofort ab Klasse 5 Aufsätze von 4 Seiten verlangt?

    Bei meinem großen Kind (9. Schuljahr Gymnasium NRW) nicht.

    VG

    • (15) 03.06.19 - 16:07

      Das habe ich mich eben auch gefragt. Das mit den Seiten habe ich ehrlich gesagt auch nie gehört. Nur von Schülern die meinten dadurch zu vergleichen. Ist ja nicht unbedingt aussagekräftig.

(16) 04.06.19 - 06:29

Dem Kind die Kindheit nehmen..... Das halte ich für arg übertrieben. Es ist eben nicht für jedes Kind der 0815 Weg der Richtige.

Hast Du Erfahrung mit Hochbegabung? Man nimmt doch Kindern nicht die Kindheit, wenn die springen... im Gegenteil, kennst du die Probleme, wenn ein Kind unterfordert ist. Es ist die Hölle auf Erden für alle Beteiligten.

Die DghK empfiehlt ein Springen von 3 nach 5! Die 3. Sollte man hingegen nicht überspringen.

Es sagt sich so leicht: lerne ein Instrument. Hochbegabte hassen oft Wiederholungen- und da ist das Üben eines Instruments nichts für sie.

Zum Fragesteller: wende dich an die DghK mit deinen Fragen. Die helfen- und schöpfen aus eigener Erfahrung.

Mein Sohn ist schon gesprungen und "mußte" die 4. Kasse machen. Weil ich nicht wollte, dass er über 2 Jahre jünger ist als der Rest.... er ist so froh, wenn das Schuljahr rum ist. Trotz intensiver Beschäftigungsbemühungen seitens der Lehrer...

Alles Gute!

  • "Es sagt sich so leicht: lerne ein Instrument. Hochbegabte hassen oft Wiederholungen- und da ist das Üben eines Instruments nichts für sie."

    Wenn die Stücke fordernd genug sind, lieben sie das aber. Diese Herausforderung, endlich das Stück knacken...

    Die Wiederholungen werden nur gehasst, weil sie oft tatsächlich nichts bringen, denn es sind Sachen, die man schon längst verstanden hat. Das ist bei einem schwierigen Stück am Instrument selten der Fall.

    Mein Sohn (bis jetzt nur Verdacht auf HB) kriegt man nur mit Mühe an den Hausaufgaben. Vor allem dann wenn das Thema nicht mehr neu ist.

    An seinen beiden Instrumenten ist das kein Problem. Die einfache Stücke vom Grundschulorchester werden grundsätzlich nicht geübt. Schwierige fürs große Orchester am Gymnasium, wo er jetzt mitspielt, oder für Jugend Musiziert dagegen übt er mit Ausdauer.

    Aber das klappt sicher nicht bei alle HB. Eine gewisse Musikalität und Spaß dran es Voraussetzung. Bei anderen ist vielleicht eine Sprache, Schachverein oder Ähnliches

    LG

(19) 03.06.19 - 14:45

Na, da ja alle Abklärungen gemacht wurden, macht es wohl keinen Sinn, es nicht einfach auszuprobieren. Und wenn er im ersten Test mies ist, dann kann man ihm ja erklären warum. Dass eben auch er die Grundlagen lernen muss und diesmal noch nicht die Chance hatte.

Ich würde die Probierphase ohne Extrawürst durchziehen.

Was ist das Kleinere Übel ?

Noch ein Jahr Grundschule, an der es ja nicht so läuft oder eben der Sprung ins kalte Wasser, mit der Gefahr die 6. Klasse zu wiederholen (5. Klasse meist nur auf Antrag der Eltern).

Ich würde mich, wenn Grundschule garnicht mehr "geht" ganz klar für die weiterführende Schule entscheiden.

Fühlt er sich aber in der Klasse wohl und ist es mehr ein Gezergel zwischen dir und der Lehrerin, dann alles so lassen wie es ist. ...und immer für Hirnfutter sorgen.

  • Letzteres ist ganz und gar nicht der Fall, wir arbeiten sehr gut zusammen. Die Frau tut mir ja schon fast leid :-p (sind gerade bei Verweigerungshaltung angekommen).

    Danke#herzlich

    • Der Freund von meinem Sohn ist - getestet hochbegabt IQ 133 - auch in der Grundschule.

      Seine Eltern sind regelmäßig bei der Lehrerin gewesen, weil nichts gut lief, außer die Noten...
      Ihm, dem Jungen, wurde auch angeboten zu springen, eine Klasse weiter, das wollte er nicht.
      Die Eltern haben zu sämtlichen Lehrwerken, die es an der Grundschule gab Zusatzmaterial gekauft und es in der Schule belassen, damit da immer irgendwas ist. In der Freizeit hat der Junge dann Gitarre, Chinesisch und einen Kurs für Hochbegabte belegt, damit es da etwas für das Hirn gab.
      Das war in der Zeit 4/5 echt heftig, danach wurde es besser, die Schule wurde nicht unbedingt anspruchsvoller, aber er konnte besser lernen.

      Jetzt, Gymnasium Klasse 9, ist er immer, in jedem Fach, unter den 3 Besten. Aber er ist ruhig geworden, ausgeglichen, netter, umgänglicher .... Chinesisch hat er drangegeben und zu den Hochbegabten Club geht er auch nicht mehr...

      Und da kommt ihr auch hin.;-)

(24) 03.06.19 - 15:10

Hey du,

Ich würde dir raten, dich da nochmal mit anderen betroffenen Eltern auszutauschen. Kennst du die dghk? Vielleicht können die dir weiterhelfen.

Springen kann helfen, muss aber nicht.
Was sagt denn dein Sohn? Wie fühlt er sich in der Schule?
Unser Schulsystem ist leider nix für solch kluge Kinder.
Liebe Grüße

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