FSME Impfung

Hallöchen. Das Problem ist etwas komplexer... Zuerst mein Kind wurde mit einem Jahr gegen FSME grundimunisiert (3. Teilimpfungen). Seither keine Impfung mehr bekommen. Jetzt würde eine Auffrischung anstehen aber ich möchte sie nicht impfen lassen (mein Mann aber unbedingt, da FSME beim Stick immer übertragen wird, tödlich etc...) der Grund warum ich sie nicht impfen lassen will ist der folgende, sie bekam mit 2,5 Jahren eine Impfung gegen Meningokokken einen Tag SPÄTER hat sie zu stottern begonnen (vorher NIE, immer wunderschön gesprochen mit grossem Wortschatz). Das stottern nahm extreme Züge an, Dehnungen von Vokalen, Laut wurden wiederholt, Luft gepresst, es begann ein Störungsbewusstsein (stampfen), einmal weinen weil kein Wort raus kam, ihr wurde immer mehr bewusst das etwas mit ihr nicht stimmt, das stottern schwankte sehr mal war es stark mal war es schwach bis ganz weg. Seit dem Tag hat sie keine Impfung mehr bekommen (braucht auch keine weil schon alle bekommen). Ich bin mir zu 1000% sicher (entgegen der Meinung der Kinderärzte) dass das Stottern etwas mit der Impfung zu hatte. (vorher hatte sie eh NIE, nicht mal einmal). Dann wurde sie krank (Magen Darm) kaum gesprochen ging ihr nicht gut, sie rappelt sich langsam auf und das stottern war PLÖTZLICH weg, ich konnte es nicht fassen. Sie kommt heuer in die Schule ich habe grosse Angst dass wenn ich sie nun Zecken impfen lassen dass das stottern wieder auftritt (durch den Schock oder als Nebenwirkung) Ich möchte nie wieder dass mein Kind so leiden muss wegen des Stotterns, aber FSME ist halt schon auch eine wichtige Impfung. Was würdet ihr machen, mit der Vorgeschichte, impfen, nicht impfen oder Titer Bestimmung?:-(

Danke

Ganz klar impfen.
Das Stottern kann auch entwicklungsbedingt kommen.
Bei unserem Kind kam das Stottern über Nacht und verschwand nach ca 6 Monaten einfach wieder. Die 6 Monate waren hart für alle Beteiligten. Stottern ist übrigens auch vererbbar bzw. einfach Veranlagung.
Unser Kind ist jetzt 5 Jahre alt und wurde vor 4 Wochen wieder gegen FSME geimpft.

Wohnt ihr in einem FSME Gebiet oder macht ihr dort häufig Urlaub?

Dann würde ich impfen.
Lg

Lass den Titer bestimmen. Eigentlich müsste die Impfung 10 Jahre halten, möglicherweise wesentlich länger.

Hier in der Schweiz läuft diesbezüglich seit Jahren eine entsprechende Langzeitstudie.

Ich finde jetzt FSME keine "wichtige Impfung".
Gerade bei Kinder verläuft es ja in der Regel eher unspektakulär.

Davon aber mal abgesehen, willst du dein Kind jetzt allen Ernstes nie wieder impfen lassen, gegen nichts???
Selbst wenn das Stottern von der Meningokokkenimpfung gekommen ist, hat das mit der FSME- Inpfung doch nicht viel zu tun.
Da aber viele Kinder mit 2 oder 3 zu stottern anfangen (und dann irgendwann wieder auffören), würde ich das wirklich nicht aufs Impfen schieben und das Impfen, das ich als nötig erachte. Deshalb nicht zu impfen wäre doch fahrlässig

Mein kleiner Bruder hat sich mit 2 Jahren im Urlaub im Schwarzwald eine Zecke geholt. Er war nicht geimpft, da dort wo wir wohnen die Gefahr für FSME gering ist. Vor dem Urlaub hatte keiner daran gedacht den Impfpass zu überprüfen.

Ende der Geschichte: Er hatte eine Hirnhautentzündung, war 2.5 Monate im Krankenhaus, davon 4 Wochen auf der kompletten linken Körperhälfte gelähmt. Er hat schrecklich gelitten, ich erinnere mich noch heute (20 Jahre später) daran.

Wenn du mich fragst: Impfen. Auf jeden Fall.

Noch etwas: Kinder sollten erst ab 6 Jahren geimpft werden, da bei jüngeren Kindern die Impfkomplikationen wesentlich häufiger und gravierender sind als allfällige Komplikationen bei einer FSME Ansteckung.

Lies mal hier:

https://zecken-stich.ch/schutz/impfung/

Dies ist übrigens keine Impfgegner Behauptung, sondern stimmt beispielsweise mit der offiziellen Impfempfehlung der Schweiz überein. Mehr Hochrisikogebiet als hier findet sich nirgends.

Ohne den Text gelesen zu haben:
Wir wohnen in einem Risikogebiet, haben sogar im Garten Zecken. Natürlich lasse ich mein Kind da früher impfen, das riet auch unser Kinderartzt.

Würde hier keiner der Kinderärzte raten, eine Freundin wollte ihre Kinder unbedingt bereits deutlich vor dem 7. Lebensjahr impfen und musste lange suchen bis sie einen Arzt fand der bereit war zu impfen, sie musste eine Erklärung unterschreiben, dass sie über die Risiken belehrt wurde. Wir leben hier in einem Hochrisikogebiet. Eigentlich lernt man hier jedoch auch, wie korrekter Zeckenschutz funktioniert. Aber wie gesagt, ist wohl von Land zu Land unterschiedlich.

Mein Neffe hat auch eine Zeitlang gestottert, ohne Impfursache. So plötzlich wie es kam, war es wieder weg.
In Baden-Württ gab es schon erste FSME Fälle. Ich persönlich würde mich nicht darauf verlassen, dass es glimpflich abläuft. Was diese elende Superzecke verbreitet, weiss man auch noch nicht genau. In meiner Familie ist jeder geimpft.
Rede mit eurem Arzt, vielleicht wäre eine Titerbestimmung eine Möglichkeit.
LG Moni

Hallo.

Impfungen können sich sehr wohl auf die Sprache auswirken. Meine Tochter hat nach der MMR-Impfung komplett zu sprechen aufgehört.

Wenn es deinen Mann beruhigt, dann lass sie erstmal untersuchen, ob sie nicht so und so noch geschützt ist. Ansonsten gibt es wirklich wichtigere Impfungen als FSME.

#winke

Thumbnail Zoom

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/FSME-Impfung/FSME-Impfung.html

Titer macht keinen Sinn, macht idR auch keiner bei FSME.

Ich verstehe deine Sorge, auch wenn ich es eher für Koinzidenz statt Kausalität halte. Nichtsdestotrotz machst du dir natürlich Sorgen um dein Kind, also versuche ich mal ein bisschen zu helfen.

Lebt ihr denn im Risikogebiet? Wie alt ist dein Kind?

Mit FSME ist nicht zu spaßen, aber ganz so dramatisch wie dein Mann es schildert ist es nicht. Richtig ist: es sitzt in den Speicheldrüsen und wird gleich übertragen, nicht wie Borreliose erst nach Stunden. Aber: nein, es wird nicht immer übertragen und selbst wenn, macht es nicht immer Symptome. Das Problem ist aber, dass wenn es übertragen wurde und Symptome auftreten, gibt es keine Therapie gegen das Virus. Das heißt, du drehst das Glücksrad und man versucht die Symptome zu lindern ohne zu wissen, was am Ende übrig bleibt. Aus dem Grund wird Leuten mit entsprechendem Risiko die Impfung empfohlen. Wie euer persönliches Risiko aussieht, kann hier niemand abschätzen, das solltest du vor Ort klären (Kinderarzt).
Normalerweise werden Kinder erst ab ca. Vorschulalter geimpft, weil es selten Fälle gibt (aber nicht keine!). Zudem haben kleine Kinder häufiger Nebenwirkungen, aber das ist auf die normalen Reaktionen (Fieber, Unwohlsein, knatschig) bezogen, anderes ist meines Wissens nicht häufiger.
In der Schweiz wird bei Erwachsenen (Kinder weiß ich nicht) tatsächlich alle 10 Jahre geimpft. Die Vertreter sagen, dass Studien auch für D laufen, ob es ausreicht. Ist aber noch nicht im Beipackzettel. Die Schweiz ist jetzt aber nicht gerade ein 3. Welt-Land, also vermutlich nicht die schlechteste Quelle.
Ich informiere meine Patienten über die offizielle Version im Beipackzettel, und Stelle aber offen, dass es zumindest nach 5 Jahren ausreichend zu sein scheint (3 Jahre stehen nur für die 1. Auffrischung sowie Immunsuppression und >60Jahre drin). Dann entscheiden wir in der jeweiligen Situation je nach geschildertem Risiko zusammen.

Wie schon irgendwo oben geschrieben: die FSME-Impfung hat auf jeden Fall ihre Berechtigung, gehört aber zu den "Risiko-abhängigen" Impfungen, nicht zu den Must-haves. Bitte lass diese trotzdem weiter machen, wenn wieder was ansteht. Und glaub mir, wenn du einmal Meningokokken als Erkrankung erlebt hast, nimmst du die seltene Möglichkeit einer Impfnebenwirkung in Kauf. Das sind richtig fiese Hirnhautentzündungen, durchaus auch mal tödlich oder mit bleibenden Schäden.

Lange Rede, kurzer Sinn: lass dich beim Kinderarzt beraten.
Und sorry, aber der Mediziner in mir könnte sich das Bild von Reddit nicht verkneifen.

Das Bild ist auf jedenfall der Hammer :-)

***Das Bild ist auf jedenfall der Hammer :-)***

aber ein Fake

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