FSME Impfung

    • (1) 04.06.19 - 15:40

      Hallöchen. Das Problem ist etwas komplexer... Zuerst mein Kind wurde mit einem Jahr gegen FSME grundimunisiert (3. Teilimpfungen). Seither keine Impfung mehr bekommen. Jetzt würde eine Auffrischung anstehen aber ich möchte sie nicht impfen lassen (mein Mann aber unbedingt, da FSME beim Stick immer übertragen wird, tödlich etc...) der Grund warum ich sie nicht impfen lassen will ist der folgende, sie bekam mit 2,5 Jahren eine Impfung gegen Meningokokken einen Tag SPÄTER hat sie zu stottern begonnen (vorher NIE, immer wunderschön gesprochen mit grossem Wortschatz). Das stottern nahm extreme Züge an, Dehnungen von Vokalen, Laut wurden wiederholt, Luft gepresst, es begann ein Störungsbewusstsein (stampfen), einmal weinen weil kein Wort raus kam, ihr wurde immer mehr bewusst das etwas mit ihr nicht stimmt, das stottern schwankte sehr mal war es stark mal war es schwach bis ganz weg. Seit dem Tag hat sie keine Impfung mehr bekommen (braucht auch keine weil schon alle bekommen). Ich bin mir zu 1000% sicher (entgegen der Meinung der Kinderärzte) dass das Stottern etwas mit der Impfung zu hatte. (vorher hatte sie eh NIE, nicht mal einmal). Dann wurde sie krank (Magen Darm) kaum gesprochen ging ihr nicht gut, sie rappelt sich langsam auf und das stottern war PLÖTZLICH weg, ich konnte es nicht fassen. Sie kommt heuer in die Schule ich habe grosse Angst dass wenn ich sie nun Zecken impfen lassen dass das stottern wieder auftritt (durch den Schock oder als Nebenwirkung) Ich möchte nie wieder dass mein Kind so leiden muss wegen des Stotterns, aber FSME ist halt schon auch eine wichtige Impfung. Was würdet ihr machen, mit der Vorgeschichte, impfen, nicht impfen oder Titer Bestimmung?:-(

      Danke

      • Ganz klar impfen.
        Das Stottern kann auch entwicklungsbedingt kommen.
        Bei unserem Kind kam das Stottern über Nacht und verschwand nach ca 6 Monaten einfach wieder. Die 6 Monate waren hart für alle Beteiligten. Stottern ist übrigens auch vererbbar bzw. einfach Veranlagung.
        Unser Kind ist jetzt 5 Jahre alt und wurde vor 4 Wochen wieder gegen FSME geimpft.

        (3) 04.06.19 - 16:34

        Wohnt ihr in einem FSME Gebiet oder macht ihr dort häufig Urlaub?

        Dann würde ich impfen.
        Lg

        Lass den Titer bestimmen. Eigentlich müsste die Impfung 10 Jahre halten, möglicherweise wesentlich länger.

        Hier in der Schweiz läuft diesbezüglich seit Jahren eine entsprechende Langzeitstudie.

      • (5) 04.06.19 - 17:10

        Ich finde jetzt FSME keine "wichtige Impfung".
        Gerade bei Kinder verläuft es ja in der Regel eher unspektakulär.

        Davon aber mal abgesehen, willst du dein Kind jetzt allen Ernstes nie wieder impfen lassen, gegen nichts???
        Selbst wenn das Stottern von der Meningokokkenimpfung gekommen ist, hat das mit der FSME- Inpfung doch nicht viel zu tun.
        Da aber viele Kinder mit 2 oder 3 zu stottern anfangen (und dann irgendwann wieder auffören), würde ich das wirklich nicht aufs Impfen schieben und das Impfen, das ich als nötig erachte. Deshalb nicht zu impfen wäre doch fahrlässig

        Mein kleiner Bruder hat sich mit 2 Jahren im Urlaub im Schwarzwald eine Zecke geholt. Er war nicht geimpft, da dort wo wir wohnen die Gefahr für FSME gering ist. Vor dem Urlaub hatte keiner daran gedacht den Impfpass zu überprüfen.

        Ende der Geschichte: Er hatte eine Hirnhautentzündung, war 2.5 Monate im Krankenhaus, davon 4 Wochen auf der kompletten linken Körperhälfte gelähmt. Er hat schrecklich gelitten, ich erinnere mich noch heute (20 Jahre später) daran.

        Wenn du mich fragst: Impfen. Auf jeden Fall.

      • Noch etwas: Kinder sollten erst ab 6 Jahren geimpft werden, da bei jüngeren Kindern die Impfkomplikationen wesentlich häufiger und gravierender sind als allfällige Komplikationen bei einer FSME Ansteckung.

        Lies mal hier:

        https://zecken-stich.ch/schutz/impfung/

        Dies ist übrigens keine Impfgegner Behauptung, sondern stimmt beispielsweise mit der offiziellen Impfempfehlung der Schweiz überein. Mehr Hochrisikogebiet als hier findet sich nirgends.

        • Ohne den Text gelesen zu haben:
          Wir wohnen in einem Risikogebiet, haben sogar im Garten Zecken. Natürlich lasse ich mein Kind da früher impfen, das riet auch unser Kinderartzt.

          • Würde hier keiner der Kinderärzte raten, eine Freundin wollte ihre Kinder unbedingt bereits deutlich vor dem 7. Lebensjahr impfen und musste lange suchen bis sie einen Arzt fand der bereit war zu impfen, sie musste eine Erklärung unterschreiben, dass sie über die Risiken belehrt wurde. Wir leben hier in einem Hochrisikogebiet. Eigentlich lernt man hier jedoch auch, wie korrekter Zeckenschutz funktioniert. Aber wie gesagt, ist wohl von Land zu Land unterschiedlich.

      Mein Neffe hat auch eine Zeitlang gestottert, ohne Impfursache. So plötzlich wie es kam, war es wieder weg.
      In Baden-Württ gab es schon erste FSME Fälle. Ich persönlich würde mich nicht darauf verlassen, dass es glimpflich abläuft. Was diese elende Superzecke verbreitet, weiss man auch noch nicht genau. In meiner Familie ist jeder geimpft.
      Rede mit eurem Arzt, vielleicht wäre eine Titerbestimmung eine Möglichkeit.
      LG Moni

      Hallo.

      Impfungen können sich sehr wohl auf die Sprache auswirken. Meine Tochter hat nach der MMR-Impfung komplett zu sprechen aufgehört.

      Wenn es deinen Mann beruhigt, dann lass sie erstmal untersuchen, ob sie nicht so und so noch geschützt ist. Ansonsten gibt es wirklich wichtigere Impfungen als FSME.

      #winke

      (12) 04.06.19 - 22:03

      https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/FSME-Impfung/FSME-Impfung.html

      Titer macht keinen Sinn, macht idR auch keiner bei FSME.

      Ich verstehe deine Sorge, auch wenn ich es eher für Koinzidenz statt Kausalität halte. Nichtsdestotrotz machst du dir natürlich Sorgen um dein Kind, also versuche ich mal ein bisschen zu helfen.

      Lebt ihr denn im Risikogebiet? Wie alt ist dein Kind?

      Mit FSME ist nicht zu spaßen, aber ganz so dramatisch wie dein Mann es schildert ist es nicht. Richtig ist: es sitzt in den Speicheldrüsen und wird gleich übertragen, nicht wie Borreliose erst nach Stunden. Aber: nein, es wird nicht immer übertragen und selbst wenn, macht es nicht immer Symptome. Das Problem ist aber, dass wenn es übertragen wurde und Symptome auftreten, gibt es keine Therapie gegen das Virus. Das heißt, du drehst das Glücksrad und man versucht die Symptome zu lindern ohne zu wissen, was am Ende übrig bleibt. Aus dem Grund wird Leuten mit entsprechendem Risiko die Impfung empfohlen. Wie euer persönliches Risiko aussieht, kann hier niemand abschätzen, das solltest du vor Ort klären (Kinderarzt).
      Normalerweise werden Kinder erst ab ca. Vorschulalter geimpft, weil es selten Fälle gibt (aber nicht keine!). Zudem haben kleine Kinder häufiger Nebenwirkungen, aber das ist auf die normalen Reaktionen (Fieber, Unwohlsein, knatschig) bezogen, anderes ist meines Wissens nicht häufiger.
      In der Schweiz wird bei Erwachsenen (Kinder weiß ich nicht) tatsächlich alle 10 Jahre geimpft. Die Vertreter sagen, dass Studien auch für D laufen, ob es ausreicht. Ist aber noch nicht im Beipackzettel. Die Schweiz ist jetzt aber nicht gerade ein 3. Welt-Land, also vermutlich nicht die schlechteste Quelle.
      Ich informiere meine Patienten über die offizielle Version im Beipackzettel, und Stelle aber offen, dass es zumindest nach 5 Jahren ausreichend zu sein scheint (3 Jahre stehen nur für die 1. Auffrischung sowie Immunsuppression und >60Jahre drin). Dann entscheiden wir in der jeweiligen Situation je nach geschildertem Risiko zusammen.

      Wie schon irgendwo oben geschrieben: die FSME-Impfung hat auf jeden Fall ihre Berechtigung, gehört aber zu den "Risiko-abhängigen" Impfungen, nicht zu den Must-haves. Bitte lass diese trotzdem weiter machen, wenn wieder was ansteht. Und glaub mir, wenn du einmal Meningokokken als Erkrankung erlebt hast, nimmst du die seltene Möglichkeit einer Impfnebenwirkung in Kauf. Das sind richtig fiese Hirnhautentzündungen, durchaus auch mal tödlich oder mit bleibenden Schäden.

      Lange Rede, kurzer Sinn: lass dich beim Kinderarzt beraten.
      Und sorry, aber der Mediziner in mir könnte sich das Bild von Reddit nicht verkneifen.

    (19) 05.06.19 - 10:24

    Ich verstehe dich sehr gut und stehe vor einer ähnlichen Frage.
    Eines meiner Kinder ist aus völliger Gesundheit heraus nach der MMR Impfung in eine Art Wachkoma gefallen, natürlich versicherten mir die Ärzte, dass die Impfung damit rein gar nichts zu tun hätte, auch wenn man in der jahrelang folgenden Krankheitsgeschichte nicht die geringste Ursache finden konnte, wurde das kategorisch ausgeschlossen.

    Ich beobachte solch Fälle schon lange, auch in meinem persönlichen Umfeld. Dieses Verhalten seitens der Ärzte ist nicht unüblich, selbst bei letztendlich anerkannten Impfschäden. Es ist ein enormer Kraftakt der Eltern oder Betroffenen überhaupt mal den Weg in Richtung einer Anerkennung einzuschlagen, das schaffen nur wenige.

    Natürlich kriege ich auch immer wieder mehr oder weniger offen gesagt, dass das Zufall sei, ich irgendetwas verschweige (wie zB einen Fahrradunfall ;-) ) oder gar lüge.

    Nun muss ich aber ab der Pubertät meiner Kinder unbedingt über die Masernimpfung nachdenken, denn das Komplikationsrisiko der Masern steigt ab der Pubertät enorm an. Und die Masernepidemien werden zurückkommen, keine Frage, da würde auch keine Impfpflicht etwas daran ändern. Dieses Jahr haben die Fälle weltweit schon um 300% zugenommen, nächstes Jahr wird es nicht besser aussehen.

    Ich habe eine scheißangst vor dieser Impfung, natürlich insbesondere bei dem Kind, welches schon mal so reagiert hat.
    Mal schauen, erstmal wird der Titer bestimmt, davon hält mich keiner ab, auch wenn es "nicht üblich" ist. Kann man auch selbst bezahlen, kostet einen niedrigen zweistelligen Betrag.

    Zu FSME:
    Ich wohne in einem FSME Hochrisikogebiet, trotz Waldkindergarten habe ich meine Kinder nicht gegen FSME geimpft und kann damit sehr gut leben. FSME verläuft meist sogar unbemerkt, kann aber auch schwerste Verläufe annehmen. Warum das so unterschiedlich ist, weiß man nicht, aber man weiß dass das Komplikationsrisiko mit dem Alter steigt und die meisten sichtbaren (und komplikationsreichen) Erkrankungen im Alter zwischen 50 und 70 auftreten, mit 40 steigt das Erkrankungsrisiko merklich.

    Bisher hatten meine Kinder noch nie eine Zecke, wir sorgen u.a. für Zeckenschutz.

    Angesichts der recht geringen Anzahl der gemeldeten FSME-Fälle (zwischen 200 und 600 jährlich), wovon die meisten ältere Menschen sind, sehe ich kein Risiko für meine Kinder beim Waldspaziergang letztendlich an FSME zu erkranken. Natürlich besteht immer ein Restrisiko, aber das hat man bei der Impfung auch und dazu kommt auch die Möglichkeit, dass die Impfung "versagt".

    LG S.

    • Du weisst aber schon, dass Zeckenschutzsprays nur bedingt nützlich und kein 100%iger Schutz sind? Sagte uns sogar der Apotheker beim Kauf. Er wies noch zusätzlich auf geschlossene Kleidung hin. Mach das mal einer Zwölfjährigen klar, dass sie bei momentan 31 Grad nur mit langen Hosen, die am besten noch in Socken stecken sollen, raus darf....samt langärmligem Shirt usw. Sie lacht Dich aus......zu Recht. #cool
      Ja, wir sind auch Hochrisikogebiet und meine Tochter entfernte in den letzten Jahren schon öfter Zecken vom Kind.
      LG

      • ***Du weisst aber schon, dass Zeckenschutzsprays nur bedingt nützlich und kein 100%iger Schutz sind?***

        Öhm, habe ich das behauptet?

        Wie gesagt, meine Kinder - und ich habe genug davon, und das nicht erst seit gestern - funktionieren die Maßnahmen. Ob alleine Zeckenschutzmittel (natürliche) und entsprechende Kleidung daran beteiligt sind, vermag ich nicht sagen. Wenn wir regelmäßig Zecken hätten, würde ich vielleicht anders entscheiden.

        FSME ist ja nicht die einzige gefährliche Erkrankung, die übertragen werden kann.... deswegen steht für mich di Vorbeugung an allererster Stelle!

    Ich zitiere: (LGA ist das Landesgesundheitsamt Baden-Württ.)
    "Im Jahr 2018 wurden mit insgesamt 272 FSME-Erkrankungen deutlich mehr Fälle registriert als in den Jahren 2016 (123 Fälle) und 2017 (181 Fälle), meldet die LGA. Bei allen 272 Erkrankungen lagen Angaben zur Erkrankungsform vor. In 160 Fällen (59 %) wurde eine Beteiligung des zentralen Nervensystems angegeben. In 102 Fällen lag eine Hirnhautentzündung (Meningitis), in 46 Fällen eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) und in 12 Fällen das klinische Bild einer Rückenmarksentzündung (Myelitis) vor."

    Für mich klingt das nicht so harmlos, als dass ich es ignorieren möchte. Jeder Fall einer Gehirnentzündung ist zuviel - und zwar egal, ob der Patient 15, 35 oder 55 ist.

    • "Für mich klingt das nicht so harmlos, als dass ich es ignorieren möchte."

      2018 waren nur 9% der Fälle unter 15 Jahre und während die Komplikationsrate bei Kindern bei 2-3% liegt, beträgt sie bei Erwachsenen 30-40%.

      https://www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-kinder-0-12-jahre/fsme-fruehsommer-meningoenzephalitis/?fbclid=IwAR1bMGJ-1xAocqBI9vWnMQEMKi3lNT1c8hAYPxOlHb-Y2i6HeKnhPA6Kj9E

      Angesichts dessen, dass die FSME-Impfung bei 13% der gemeldeten Probleme nach Impfungen zugrunde liegt, beeindrucken MICH die von dir genannten Zahlen eben weniger, insbesondere wenn es um die Impfung von Kindern geht.

      Und wenn Zecken meine Kinder offenbar nicht mögen, dann fällt die Kosten-Nutzen Rechnung eben für mich klar gegen eine FSME Impfung aus. ;-)

      Das soll aber zB Menschen ab 40, die ständig Zecken haben, ganz sicher nicht vom Impfen abhalten.

      (24) 06.06.19 - 07:14

      Überleg Mal wieviele Menschen hier leben und wie wenige das bekommen haben, da ist die Gefahr im Strassenverkehr zu sterben um ein wesentliches höher und trotzdem denkt darüber kaum jemand nach.

      Erwachsene in Hochrisikogebieten sollten nicht lange überlegen müssen ob sie sich impfen wollen.
      Bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren kann es durchaus ebenfalls sinnvoll sein.

      Bei Kindern unter 6 Jahren ist nun mal das Impfrisiko wesentlich höher als das Komplikationsrisiko bei einer FSME Erkrankung.

      Was ich aber im ganzen Leben NIE verstehen werde, sind Leute die sich oder ihren (Kleinst)Kindern die FSME Impfung verpassen lassen und NULL weitere Zeckenschutzmassnahmen ergreifen. Die sich und ihre Kinder nach einem Tag in der Natur ungeduscht ins Bett legen, Kleider nicht ausschütteln und in die Wäsche geben uvm. DIe wesentlich höhere Wahrscheinlichkeit Borreliose zu bekommen scheint einfach ausgeblendet zu werden, man ist ja geimpft...

Top Diskussionen anzeigen