1. Klasse - irres Tempo?!

    • (1) 11.06.19 - 13:55

      Hallo!

      Meine Tochter geht in die 1. Klasse und war letzte Woche 3 Tage krank. Die Liste an Nachhol-Arbeit war riesig!
      Dabei fiel mir mal wieder auf, was für ein Tempo die Lehrerin drauf hat.. ist das "normal"?

      Ich komme aus Österreich, keine Ahnung, ob der Stoffumfang hier gleich ist wie in Deutschland?!

      Jedenfalls haben sie jetzt am Ende der ersten Klasse noch mit dem kleinen 1x1 angefangen und parallel zur Druckschrift (da fehlen noch x und y) vor einigen Wochen mit der Schreibschrift (da haben sie jetzt etwa die Hälfte der Buchstaben).

      Daneben schreiben sie auch schon freie Texte (Postkarte aus dem Urlaub, Bericht über den Muttertag,..).

      Mein Mädel ist "normal schlau" und kommt manchmal etwas ins schleudern. Auch das Hausaufgaben-Pensum ist riesig, unter einer Stunde kommt sie kaum hin.

      Ich finde die Lehrerin ein wenig übermotiviert.. wie soll sich das Gelernte festigen, wenn täglich ein Haufen Neues kommt? Oder bin ich zu "empfindlich"?! #kratz

      Wie ist das bei euch?
      LG Claudi

      • Hallo!

        Das mit der Liste an Nachholarbeit kenn ich so nicht, bei uns bringen Klassenkameraden täglich die Aufgaben mit, dann kann das Kind alles so nachholen, wie es dazu in der Lage ist (Meist sind die Kinder ja nicht 3 Wochen bettlägerig, sondern können zwischendurch schon mal ne Stunde arbeiten).
        Aber mir kommt Euer Pensum auch extrem hoch vor. Multiplizieren lernen die Kinder bei uns erst in der 3. Klasse, mit der Schreibschrift beginnen sie in der 2. Klasse. Sie kennen zwar - bis auf X und Y schon lange alle Buchstaben, konzentrieren sich jetzt aber erst einmal aufs flüssige Schreiben und auch auf die Rechtschreibung.
        Von der Hausaufgabenzeit ist hier auch deutlich weniger vorgesehen, in der ersten Klasse sollte die Dauer 20 Minuten nicht überschreiten, in der 2. Klasse 30 min, danach 60 min (vorausgesetzt dass Kind macht die Aufgaben konzentriert und in ruhiger Atmosphäre). Meine Kinder brauchen aber selten so lange, sie sind allerdings auch kein Maßstab.

        LG

        (3) 11.06.19 - 15:23

        Ich denke das kommt eher darauf an, welche Schwerpunkte die Lehrerin setzt.
        Meine Söhne haben ganz normal erst die Druckschrift mit dicken Bleistift komplett gelernt - die konnten sie dann aber auch schon zwischen den Herbst- und Weihnachtsferien. Danach setzten sich die Lehrer mit den Eltern zusammen und haben für jedes einzelne Kind individuell beschlossen, wann es mit welcher Schreibschrift und mit welchem Stift weitergeht. Der Lehrplan bei uns legt nur fest, dass am Ende der 4. Klasse jedes Kind eine Schreibschrift können muss, die auch von Dritten lesbar ist.

        In Mathe lag bei uns in der ersten Klasse der Schwerpunkt eher am sehr schnellen Kopfrechnen und extrem verschiedenen Rechenstrategien. Als ich mir das Matheabi von diesem Jahr angesehen habe, war mir klar, warum. Das Kleine 1x1 ist praktisch das alleinige Thema der 2. Klasse. Die Arbeit mit großen Zahlen kommt dann in der 3. und 4. Klasse.

        Hausaufgaben gab es bei uns nicht, da geschlossener Ganztag, d.h. die Kinder haben täglich eine Stunde länger Schule.

        Die wenigsten Hausaufgaben gibt es direkt auf den nächsten Tag. Ich würde am Wochenende alles aufarbeiten. So mache ich das heute auch noch bei meinen Jungs. Keine Angst...die Grundschule ist noch leicht. Es wird schlimmer.

        • (4) 11.06.19 - 15:29

          Bei uns gibt es jeden Tag die Hausaufgabe für den nächsten Tag. Immer rechnen, schreiben und lesen. Dazu noch ein Wochenplan, der bis Freitag abgearbeitet sein muss. Leider nix mit am Wochenende aufarbeiten.

          Ich hab schon ein Kind im Gym, der sagt in letzter Zeit immer, dass seine kleine Schwester schon mehr Schulstress hat wie er.
          Bei ihm war das Tempo in der Grundschule auch flott, aber nicht SO. Außerdem war und ist er ein absoluter Selbstläufer, mit seinen Schulsachen muss(te) ich mich quasi null beschäftigen.

          LG

        • (5) 13.06.19 - 22:29

          Nein, das hat nur bedingt etwas mit Schwerpunkten zu tun.

          Die Kinder müssen erst im Zwanzigerraum fit sein, bevor sie in den Hunderterraum starten können. Und beim Einmaleins bewegt man sich im Hunderterraum.

          Ich kann nicht sagen: "Ich mache den Zehnerübergang später, erstmal sollen die Kinder die 9er-Reihe lernen". Das ist nicht sinnvoll.

          LG

          • (6) 14.06.19 - 09:00

            Das kommt auf die Kinder an, wie sie lernen und welche Strategien sie anwenden.
            Nur ein Beispiel:
            Mein Jüngster hat gar kein mathematisches Verständnis (geistige Behinderung), kann sich auch den Zahlenraum nicht vorstellen, ist vollkommen überfordert mit Vorgänger und Nachfolger, aber mit größeren Zahlen (völlig egal wie groß, das dürfen auch 7 oder 20 stellige Zahlen sein) rechnet er problemlos vollkommen korrekt, dank EINER Strategie, die ihm beigebracht wurde.
            Mein Ältester ist ein mathematisches Genie (ist getestet, also ist nicht meine Meinung als Mutter - er ist heute in der 6. Klasse Co-Lehrer für seine Mitschüler). Die verrücktesten mathematischen Probleme kann er irgendwie richtig lösen. Für ihn ist das logisch. Aber in der Grundschule hat er, wie seine Mitschüler auch, erstmal unzählige Strategien zur Vereinfachung beim Rechnen gelernt. So konnte er am Ende schneller rechnen. Die gesamte erste Klasse bestand nur aus solchen Strategien.

            Mein Jüngster hat diese EINE Strategie innerhalb von 2 Monaten sicher drauf gehabt. Damit rechnet er bis heute fehlerfrei - aber er braucht ein Blatt Papier, einen Stift und Zeit.
            Mein Ältester musste deutlich mehr lernen und brauchte trotz deutlich höherer Begabung in dem Bereich viel mehr Zeit. Er rechnet jetzt aber auch größere Zahlen dank dieser Strategien im Kopf.

            Es kommt sehr wohl auf die Schwerpunkte an, aber die meisten Kinder können Mathe wohl normal lernen und somit sind die Schwerpunkte eigentlich weitgehend identisch.

            • (7) 16.06.19 - 07:08

              Ich habe auch ein geistig behindertes Kind in der Klasse. Auch dieses Kind kann mit Hilfe EINER Strategie im Hundertrerraum rechnen.

              Weißt du, woran das liegt, dass es nur mit EINER Strategie rechnen kann?

              Daran, dass es den Zahlenraum nicht WIRKLICH durchdrungen hat. Das merkst du sofort, wenn du mal eine andere Zahldarstellung wählst als die gewohnte.
              Und es wird vielleicht auch nie dieses Zahlverständnis entwickeln. Deshalb ist es okay, dass es sich mit dieser EINEN Strategie behilft. Man sollte aber nicht verkennen, was es ist: Das Kind hat einen Algorithmus auswendig gelernt, nichts weiter.
              Bei einem Kind, das eigentlich verstehen kann, was es da tut, sollte man aber andere Ansprüche haben.

              Du kannst zum Beispiel Erstklässlern schriftliches Addieren im Zehntausenderraum beibringen - überhaupt kein Problem. Den Algorithmus können sie auswendig lernen.
              Deshalb verstehen sie aber noch lange nicht, was sie da tun und haben keine Vorstellung von den Zahlen, die sie da addieren.

              Sinnvoll ist das also eher nicht.

              Natürlich kann ich einen Erstklässler das Einmaleins auswendig lernen lassen. Vor allem, wenn ich den Großteil der Arbeit ins Elternhaus abgebe (wie es bei der TE der Fall ist). Dann können sie brav die Ergebnisse aufsagen - den Zahlenraum bis hundert haben sie aber deswegen noch lange nicht durchdrungen.
              Wie das Einmaleins funktioniert + die mathematischen Zusammenhänge zwischen den Reihen verstehen sie deshalb auch noch lange nicht.
              Sinnvoll ist daran gerade mal so gar nichts.

              Wenn dein Kind mit dem Fahrlehrer in der ersten Stunde auf die Autobahn fährt - lässt du dir da auch was von "unterschiedlichen Schwerpunkten" erzählen?

              LG

      An unserer Schule (NRW) kommt das 1x1 und die Schreibschrift immer erst im 2. Schuljahr.
      Ja, das Tempo ist schon beachtlich.

      huhu

      Ich finde den Stoff schon ordentlich für 1 Klasse... meine Tochter hatte in der 2ten Klasse das 1x1 gelernt... so wie in der Klasse in der ich ein Mädchen betreue haben auch in der 2ten Klasse 2 Hj.. mit 1x1 und Schreibschrift angefangen,

      (10) 11.06.19 - 15:47

      Hallo,

      hier ist in der 1. Klasse zuerst die Druckschrift und beinahe zeitgleich die Schreibschrift dran. Bis zum Ende der 1. Klasse ist beides durch. Das Multiplizieren und Dividieren ist in der 2. Klasse Thema. Die Zweierreihe war allerdings schon gegen Ende der 1. Klasse dran als sie das Doppelte und die Hälfte hatten.

      LG
      Michaela

      Ja was denn, was denn ?

      Noch nicht lange her da hattest du beim Thema Schule noch eine ganz andere Meinung. Es sei völlig selbstverständlich dass sich die Kinder eigenständig um die Schule kümmern und ihre Sachen regeln ohne dass du hinten dran stehen musst! Selbstständig Hausaufgaben, selbstständig lernen! Aufarbeiten was nicht klappt! Alles ohne dein zutun ...

      Jetzt zieht das Tempo an und ganz schnell wendet sich das Blatt ...

      • Selbstverständlich erziehe ich meine Kinder heute noch genauso zu Selbstständigkeit wie vor 2 Wochen. Das ist ein Prozess und klappt natürlich nicht von jetzt auf gleich.

        Das Tempo war von Anfang an so schnell.

        LG

        Ich sehe da keinen Widerspruch. Wenn ein Kind selbstständig werden soll, darf es nicht überfordert werden. Sonst können die Eltern ja gar nicht anders, als zum Hilfslehrer zu werden.

        • „Wenn ein Kind selbstständig sein soll darf es nicht überfordert werden ...“

          Richtig aber wer definiert was zu viel ist und was nicht ?! Die TE ?!
          Als andere Eltern in einem anderen Beitrag äußerten, dass sie Hausaufgaben und lernen etc als viel empfinden hat die TE sich ganz anders dazu ausgelassen. Das es Sache des Kindes ist. Das es nicht ihre Aufgabe ist sich damit auseinander zu setzen. Das sie Selbstständigkeit von ihren Kindern erwartet.
          Warum darf es für andere Kinder NICHT zu viel sein für ihr Kind aber schon ?!
          Warum darf sie es als viel empfinden andere Eltern aber nicht ?!
          Was viel ist und was nicht definiert doch Bitteschön jeder für sich selbst.

          Die Schuld der Lehrerin zuzuschieben wenn’s nicht läuft wie gewohnt ist natürlich leichter als einzusehen dass Schule eben nicht für jeden ein Spaziergang ist.

    (16) 11.06.19 - 18:42

    Hallo,

    ich kann jetzt nur von Bayern sprechen, aber ich finde den Stoff schon recht beachtlich. Bei meiner Tochter wurde sich damals viel Zeit gelassen, (teilweise zu viel).

    1x1 war kein Stoff der 1ten Klasse und Schreibschrift wurde auch erst zur 2ten Klasse eingeführt.

    Freie Texte und täglich schreiben, lesen, und rechnen war hingegen normal. Mit Lesen ca. 45 min.

    Was mich wundert, bei euch dürften doch bald die Ferien anfangen, dass da kurz vor Schluss noch so viel durchgenommen wird?

    Achja, wenn meine Tochter krank war, gab es tägl. einen "Krank-Ordner" nach Hause, der dann nachgearbeitet werden sollte. Allerdings nie von einem auf den anderen Tag.

    Bekommt sie nächstes Jahr eine andere Lehrerin?

    lg

    Ich schlackere hier auch mit den Ohren. In Mathe sind sie durch den 10er und 20er Raum gedüst und fangen hier auch an mit Zahlenreihen a la 3,6,9,12...
    In Deutsch ist das Alphabet durch und neben Wochenplan gibt es Hausaufgaben, ein Heft für Bilddiktate, ein Heft namens Lies Mal und ein Heft für freie Geschichten. Alle sollen bitte zuhause erarbeitet werden. Gelesen werden soll natürlich auch täglich und neben den Mathehausaufgaben gibt es wöchentlich Neue Kopf-Rechen-Karten.
    Ich halte mein Kind für normal intelligent, er kommt auch inhaltlich gut mit. Aber hier türmt sich manchmal so ein Berg von Aufgaben, die noch zu erledigen wären: #schwitz

    Nachdem ich ihn anfangs ganz schön gescheucht habe, macht er jetzt nur noch, was er in einer halben bis dreiviertel Stunde schafft. Die spinnen doch! Und ich finde, dass dürfen sie auch merken.

    Und krankes Kind ist krankes Kind (es sei denn man hat was gebrochen und ist sonst fit).
    Ganz sicher macht mein Kind keine Hausaufgaben, wenn es mit Magendarm zuhause ist. Und das wird auch nicht nachgearbeitet, es sei denn, es wird ganz was Neues eingeführt.

    Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals in der Grundschule nennenswerte Hausaufgaben gehabt zu haben. Aus mir ist halbwegs was geworden...

    • "Nachdem ich ihn anfangs ganz schön gescheucht habe, macht er jetzt nur noch, was er in einer halben bis dreiviertel Stunde schafft. Die spinnen doch! Und ich finde, dass dürfen sie auch merken."

      "Und das wird auch nicht nachgearbeitet, es sei denn, es wird ganz was Neues eingeführt."

      So erreichst Du lediglich, dass Dein Kind gar nicht mehr mitkommt und dieses oder spätestens nächstes Schuljahr sitzen bleiben wird.

      Dass Du das aus Protest so laufen lässt, wird keinen Lehrer interessieren.

      Bei mir war die Grundschule (NRW) früher übrigens mindestens genauso anspruchsvoll, wie heute (immer noch NRW).
      Bei uns war nur das Lesen eine echte Hausaufgabe, die auch kontrolliert wurde und nichts, was die Eltern mit den Kindern nebenher erledigen sollten.

      LG

      Heike

      • Er kommt ja mit und hat in allen Tests die volle Punktzahl.

        Als ich ihn gescheucht habe, hat er dicht gemacht und jeden Abend geheult, er habe so viel Druck.

        Wenn ein normal-Intelligentes Kind so etwas in der ersten Klasse sagt, stimmt was mit der Schule nicht, nicht mit dem Kind...

Die Lehrerin ist m.E. zu langsam und zu schnell gleichzeitig. Die Druckbuchstaben sollten sie mittlerweile können und festigen im Unterricht. Die sollten also schon durch sein. Die Schreibschrift aber noch warten. So kenne ich das zumindest und es erscheint mir sinnvoll.

Hallo

naja ist schon ziemlich zackig wie es eure lernen.
Wir sind Bayern, 1x1 und Geteilt mit Rest ist/war jetzt in der 2. Klasse dran. Schreibschriftbuchstaben haben sie am Ende der 1. Klasse noch begonnen und in der 2. Klasse den Rest davon gelernt.
Freie Texte geschrieben haben sie aber auch schon in der 1. Klasse. Bei den Hausaufgaben wurde aber meist drauf geachtet, dass es nicht länger dauert als ca. 20-30 min. bei konzentriertem Arbeiten. Je nach Tagesform und Art der Hausaufgaben brauchte unserer mal etwas weniger, mal etwas mehr Zeit dafür.

LG

(23) 12.06.19 - 06:36

Hallo,

bei meinen Kindern war Ende erster Klasse die Schreibschrift durch. Dazu Zahlenraum bis 20 einschließlich 1x1 bis 20.

Es ist alles eine Sache der Betrachtung. Ich wäre dankbar!!! für eine Lehrerin, die aufschreibt, was sie gemacht haben. Das finde ich netf und gar nicht selbstveretändlich.

Mein Kind arbeitet 1:1 immer alles nach, was sie machen. Es sagt ja keiner, dass es bis morgen fertig sein muss.

Lobenswert ist so ein Lehrer.

#winke

  • (24) 13.06.19 - 22:16

    Es ist ein großer Unterschied, ob die Lehrerin es den Eltern aufschreibt oder ob sie FORDERT, dass die Sachen nachzuholen sind.

    Ich finde es überhaupt nicht lobenswert, ein krankes Kind zum Hausaufgaben machen anzuhalten. Jeder Arbeitnehmer würde sich bei der Gewerkschaft beschweren, wenn er mit Grippe im Bett liegt und vom Chef zu Home Office genötigt wird. #kratz

    LG

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