Kurzfristig zurückstellung von Schule Nrw

    • (1) 18.06.19 - 20:56

      Hallo zusammen!
      Es geht um folgendes : Mein Sohn wird Mitte September 6. Ist somit also schulpflichtig. Ich bin kein Freund vom stichtag 30.09. Ich hatte auch mal mit der Kinderärztinztin gesprochen, da ich der Meinung bin, dass mein Sohn nicht schulreif ist. Aber auf emotionaler Ebene. Ebenfalls ist er nicht in der Lage lange ruhig zu sitzen und sich zu konzentrieren. Er lässt sich sehr schnell ablenken. Er ist halt noch sehr verspielt. Da mein Sohn aber schon ein kluges Köpfchen ist, hat die Ärztin mir gesagt, dass wir da keine Chance haben. Auch die Erzieherinnen haben immer gesagt, daß legt sich noch. Nun hatte ich heute das Abschlussgespräch im Kindergarten und habe erfahren, dass er beim Thema Schule abblockt. Er zeigt auch kein Interesse. Er freut sich absolut nicht auf die Schule. Er hat heute aus heiterem Himmel angefangen zu weinen und mir das erste Mal richtig gesagt, dass er Angst hat und nicht in die Schule möchte. Das bringt mich jetzt zum Nachdenken. Mein Gefühl sagt mir es ist zu früh, aber es hieß immer wir haben eh keine Chance, dass er zurück gestellt wird. Hat da jemand Erfahrung mit? Würde mich über Austausch freuen. Liebe Grüße moni 0784

      • (2) 18.06.19 - 21:07

        Hallo,
        um in NRW ein Kind zurückzustellen, muss es schon grosse Defizite haben. Ich weiss von Bekannten, die ein extrem Frühchen hatten, dass sie wirklich bald ein dreiviertel Jahr von einem zum anderen gelaufen sind, bis sie die Rückstellung durch hatten.
        Wenn ich Deinen Text lese, ist das wohl in NRW alles kein Grund für eine Rückstellung. Die lassen heute lieber das Kind ein Jahr mehr Zeit für die 1. und 2. Klasse als es zurückzustellen.
        LG
        Elsa01

        Hallo,

        seit November 2017 ist es in NRW etwas leichter geworden Kinder zurück zu stellen. Die neue Landesregierung hat einen Erlass herausgegeben, nachdem es nicht wie bisher so ist, dass die Schulleitung auf Grundlage vom schulärztlichen Gutachten unter Anhörung der Eltern entscheidet, sondern nun können die Eltern auch eigene medizinische Gutachten einbringen, die Berücksichtigung finden müssen.
        Allerdings muss eine medizinische Begründung vorliegen. Ein einfaches: bin kein Freund davon und mein Kind möchte nicht, reicht da nicht aus. Ich fürchte auch die Zeit ist zu knapp, Mal abgesehen davon, dass der Kindergarten ja inzwischen wohl den Platz deines Kindes ab August vergeben hat.

        Ich vermute auch, dass es nicht geht.
        Ich würde dir aber Mut machen:
        Wenn dein Sohn ein fittes Kind ist merkt er jetzt natürlich, dass die Kindergarten-Zeit zuende geht. Abschiedsschmerz ist völlig ok.
        Mach ihm lieber Mut, dass Schule Spaß macht, dass er sicher eine liebe Klassenlehrerin bekommt... Dass er tolle, spannende Dinge lernt!

        Meine Tochter hat eine Freundin, die am ersten Schultag Rotz und Wasser geheult hat. Jetzt am Ende der 1.Klasse geht sie gerne und selbstverständlich zur Schule.

        Gerade wenn du Sorge hast, er könnte sich noch nicht lange Konzentrieren: achte genau darauf, dass du ihm nicht sagst, wie Schule ist oder was er da tun muss. Das erklärt die Lehrerin dann schon. So Sprüche wie "in der Schule musst du dann auch.." dürfen nie kommen, auch nicht von anderen Verwandten in seinem Beisein!

        Und ein letztes: ich erlebe jedes Jahr nach den Sommerferien ganz andere Kinder als vorher. In jeder Altersstufe. In den Ferien, mit viel Ruhe und Nähe zu den Eltern machen die Kinder oft unglaubliche Entwicklungssprünge. Lasst es auf euch zu kommen.

        LG!

        • Hallo! Danke für deine Antwort. Dein Text macht mir ein wenig Mut. Ich hoffe, dass meinem Sohn das nicht so schwer fällt, wie es momentan scheint. Leider fallen immer mal so Sachen wie: in der Schule musst du aber....
          Sei es in der Familie, Bekannte etc. Natürlich macht es einem Kind, was sich sowieso noch nicht so auf die Schule freut noch mehr Angst. Ich habe auch eine ganze Zeit lang versucht das Thema Schule komplett wegzulassen. Dann haben wir im Januar den tornister gekauft und er war auch richtig stolz. Irgendwann ist das schulthema aber nun auch nicht mehr zu umgehen. Ich kann mir schon vorstellen, dass es in erster Linie erstmal der "Abschiedsschmerz" ist, der ihn so trübt. Er sagt ja auch, dass er dann seine Freunde nicht mehr sieht. Ich versuche ihm aber immer positiv zuzureden, dass wir die Freunde trotzdem sehen können, er den Kindergarten besuchen kann und dass es in der Schule ja auch viele Kinder gibt, die seine Freunde werden können.
          Jetzt werden wir wohl das beste daraus machen müssen.

          • (6) 19.06.19 - 13:19

            Wegen der Angst. Positiv deinem Kind begegnen. Z.b. Buch der ernst des Lebens vorlesen.bei uns ist die kiga rauswurf party ein Highlight. Da muss man.eher die zurueckgestellten kids aufbauen. Hier wird so schnell zurueckgestellt. Jedes Kind wird einzeln verabschiedet. Die Kinder freuen sich da so auf die Schule. Schulranzen party im KiGa. Bei meinem mit 5 Jahren eingeschulten waren auch Bedenken auf emotionaler Ebene. Ja er war.das 1. Jahr noch etwas verspielt. Hat sich alles gut gegeben. Mit 9 Jahren gings aufs G8 Gymnasium.

          • Dann auch dir doch noch ein paar nette Nachbarn, Verwandte etc die ganz unbefangen fragen: "hey, du kommst ja bald in die Schule! Toll! Freust du dich schon?"

            Ich glaube, meine Tochter wurde soooo oft gefragt, ob sie sich freut, dass sie zwar auch nicht wusste, worauf sie sich freuen soll, aber sie wusste genau, dass es offenbar für alle ein Grund zur Freude ist... ;-)

            Und an den Ranzen kann man ja bald anknüpfen: Habt ihr schon eine Liste, was man alles braucht? Das kann man schön zelebrieren: Buntstifte kaufen und noch einen einzelnen in der Lieblingsfarbe dazu. Tuschkasten. Natürlich ist die Marke vorgegeben. Aber schöne Namenssticker kann man bestellen und gemeinsam aufkleben. Die coolste Wasserflasche aussuchen und eine tolle Brotdose. Egal, ob das eigentlich in die Schultüte sollte - die Erstausstattung macht doch bestimmt stolz. Und macht (hoffentlich) Lust auf Neuanfang, statt immer nur vom Abschied zu reden.

            Viel Glück!
            (Und selbst wenn es am ersten Schultag Tränen gibt - das ist doch alles bald vergessen!)

        Das steht unter anderem im Abschlussbericht vom Kindergarten und das sagt für mich auch aus, dass er nicht schulreif ist.

        • (10) 19.06.19 - 20:29

          Mein Großer wurde letztes Jahr eingeschult. Er war nicht generell der Schule abgeneigt, aber es hat ihn nicht interessiert. Genauso wenig wie ihn Schwungübungen, Buchstaben oder Zahlen interessiert haben. Er konnte mit müh und Not seinen Namen schreiben. Er wollte den Kindergarten nicht verlassen, hat bittere Tränen geweint beim Abschied. Wenn jemand ihn gefragt hat freust du dich auf die Schule? Hat er mit den Schultern gezuckt und sich hinter mir verkrochen. Dann kam die Einschulung und er ging so selbstverständlich in die Schule wie zuvor in den Kindergarten. Es sind jetzt noch 5 Wochen bis zu den Sommerferien und ich denke er ist soweit wie man als Erstklässler sein muss. Und auch die Klassenlehrerin ist zufrieden.

    (11) 19.06.19 - 11:03

    Hallo,

    ich möchte dir auch Mut machen, denn du brauchst eine andere Einstellung, um deinem Sohn zu einem positiveren Gefühl zu verhelfen.

    Unsere Tochter wurde kurz nach ihrem 6. Geburtstag eingeschult. Sie hat sich schon etwas auf die Schule gefreut, aber die schweren Abschiedsgefühle vom Kindergarten haben sie ganz schön runtergezogen. Da wurde dauernd vom Abschied gesprochen, immerzu gab es für die angehenden Schulkinder Sitzkreise, Ausflüge, es wurden Abschiedgeschenke gebastelt, es gab ein Abschiedsfest.

    Abschied ist in dem Alter ein sehr abstrakter Begriff und unsere Tochter konnte einfach nicht damit umgehen. Kindergarten war für sie ein großer Teil des Alltags und ganz wichtig. Sie kam mit 3 in den Kindergarten und hat damit die meisten Erinnerungen verbunden, die sie überhaupt hatte.

    Ich habe oft versucht mit ihr zu reden, sie hat gleich dicht gemacht. Und je öfter ich das Gespräch gesucht habe, desto schlimmer habe ich es gemacht, weil ich es zum Thema gemacht habe. Heute würde ich ihr versuchen zu vermitteln, dass etwas ganz tolles, neues beginnt. Ich würde sie mehr mit einbeziehen in das Aussuchen und Kaufen der Schulsachen, würde nachmittags mit ihr und ihren Freunden auf den Schulhof zum Spielen fahren., damit sie sieht, dass es dort auch lustig ist und nicht fremd. Und ich würde das Wort Abschied streichen ;-)


    Viele Grüße,
    lilavogel

    • (12) 19.06.19 - 11:26

      Hallo und erstmal danke für deine Antwort! Das was du schreibst, trifft bei uns auch zu. Gesonderte Ausflüge, Projekte mit den Kindern, Abschiedsausflug etc. Das Wort Abschied ist hier wirklich sehr oft gefallen und Thema. Ich sage meinem Sohn aber auch, dass Schule etwas tolles ist, dass er viel lernen kann, weil er ja auch schlau sein möchte, dass er neue Freunde findet, Pausen hat zum spielen etc. Ich versuche schon ihm die Angst zu nehmen. Ich hoffe auch, dass es letztendlich, wenn die ersten Schultage geschafft sind eine positive Wendung nimmt. Leider kommt mir ein kindrrgafreund mit ihm in die Schule. Die anderen bleiben noch ein Jahr. Das macht die Sache nicht leichter. Ich werde das beste daraus machen. Lg

(13) 19.06.19 - 11:43

Hallo,

ich denke, das wird nichts mehr.

Zum einen aus zeitlichen Gründen und zum anderen, weil in NRW sehr ungern zurück gestellt wird. Das Stichwort ist da immer Inklusion.
Da müssen die Kinder schon ein medizinisch nachgewiesenes Problem haben, das sich in einem Jahr absehbar bessert.
Kinder, bei denen sich in einem Jahr vorrausichtlich nichts ändert, werden trotz des Problems eingeschult.

Das, was Du da beschreibst, war bei einem Kindergartenbekannten unseres Sohnes ähnlich. Der hat sich dann durch's 1. Schuljahr gequält.
Das hatte sowohl der Kindergarten, als auch die Eltern vorher gesehen. Aber das hat niemanden interessiert.
Nach dem 1. Schuljahr kam der Schub, der noch gefehlt hatte und dann lief es besser in der Schule. Der Junge wechselt dieses Jahr auf's Gymnasium.

Ich finde es unmöglich, dass man solchen Kindern nicht noch ein Jahr Zeit gibt.
Diesen Jungen mussten die Eltern heulend in die Schule schleifen. #aerger

LG

Heike

(14) 19.06.19 - 20:08

Hallo,

dein Text kommt mir sehr bekannt vor, meine Freundin hatte mit ihrer Kleinen genau das selbe "Problem". Meine Freundin hat sich dann gesagt, wenn es nicht klappt, dann wiederholt sie die Klasse. Nach paar Wochen ist die Kleine super gerne zu Schule gegangen und es hat super geklappt

  • (15) 19.06.19 - 21:02

    Ich fände es auch nicht schlimm, wenn er die erste Klasse zweimal machen würde. Ich sehe es nur demotivierend für ein Kind. Mein Sohn ist sehr sensibel. Ich mache mir da auch eher Gedanken um seine Psyche.

(16) 20.06.19 - 09:41

Hallo,
"Ebenfalls ist er nicht in der Lage lange ruhig zu sitzen und sich zu konzentrieren."
20 Minuten sollten Erstklässler können. Wie weit ist er denn davon entfernt? Lieblingsbeschäftigungen zählen allerdings nicht.

"Er lässt sich sehr schnell ablenken."
Es gibt Erwachsene bei denen ist es immer noch so.

"Er ist halt noch sehr verspielt."
Das ist gut so!
Verspielt sein ist Teil der Kindheit und endet in der Pubertät von ganz allein. Beim spielen werden wichtige Gehirnsynapsen geschlossen.

"Er freut sich absolut nicht auf die Schule. Er hat heute aus heiterem Himmel angefangen zu weinen und mir das erste Mal richtig gesagt, dass er Angst hat und nicht in die Schule möchte"
Das betrachte ich als einzige Baustelle und diese sollte zu Hause geschlossen werden. Zuhören und ernst nehmen aber vorsichtig umlenken.
Gibt es bei euch Probeunterricht / Schnubbertage? Darf man eventuell nachmittags auf den Spielplatz der Grundschule?

Es gibt immer wieder Kinder die Angst vor Veränderungen oder Druck haben. Wenn nicht gerade eine Vollmeise die Klasse unterrichtet, werden die Kinder emotional genau dort abgeholt. Außerdem bekommen alle Kinder Zeit in der Schule anzukommen.

Das wird schon!

Gruß Sol

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